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Bildungsrepublik – die Presseschau: Von zu alten Lehrern, die sich komische Namen merken müssen, und der Klage einer müden Mutter

DÜSSELDORF. News4teachers berichtet tagesaktuell über alle wichtigen Ereignisse im Bereich Bildung – nachrichtlich geht Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, nichts verloren, wenn sie unser Angebot regelmäßig nutzen. Immer wieder aber stoßen wir bei unserer Recherche auf lesenswerte Storys in anderen Medien, die Hintergründe beleuchten, Beteiligte vorstellen und/oder die öffentliche Meinung besonders prägen. Solche möchten wir Ihnen in unserer neuen Kolumne „Bildungsrepublik – die Presseschau“ empfehlen. Hier sind die Fundstücke aus der vergangenen Woche.

Bildungsrepublik - die Presseschau

Bildungsrepublik – die Presseschau. Foto: Shutterstock

„Sie sind oft schon leicht ergraut, haben erwachsene Kinder und sind vielleicht nicht mehr ganz so belastbar wie ihre jüngeren Kollegen: Lehrer über 50.“ Spiegel online nimmt sich der umfangreichen OECD-Bildungsstudie „Bildung auf einen Blick” an, die an diesem Dienstag vorgestellt wurde – und zieht daraus den Schluss: Es gebe in Deutschland zu viele alte Lehrer. „Nur Italien hat demnach eine ältere Lehrerschaft.“

Hier geht es zu dem Beitrag auf “Spiegel online”.

Warum muss Schule eigentlich so früh beginnen, fragt die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrem Magazin. Die Autorin, eine Mutter, beklagt den „permanenten Kampf ihrer Familie gegen die Müdigkeit“ nach den Sommerferien. „Aber nun wird es die folgenden sechseinhalb Wochen bis zu den Herbstferien wieder so sein, dass ich ab Donnerstagnachmittag schlafmangelbedingt in den Sinkflug gehe und bis Sonntagnachmittag brauche, um wieder halbwegs hoch zu kommen. Mein großer Sohn wird wieder sechseinhalb Wochen lang schlechte Laune haben und vor sich hinmaulen und mein Kleiner wird schon in wenigen Tagen den Elan verloren haben, der ihm jetzt noch Lust aufs Lernen macht.“

Hier geht es zu dem Beitrag auf Süddeutsche.de

Einem anderen Phänomen nach den Ferien widmet sich die „Ostthüringer Zeitung“ – nämlich der für Lehrer angeblich immer schwerer werdenden Aufgabe, sich die Namen ihrer neuen Schüler merken zu müssen. „Magnus-Simon oder Hannah-Lorelei: Grundschullehrer müssen sich zu Beginn eines neuen Schuljahres mit den Namen der neuen Schüler auseinandersetzen“, heißt es. Und jetzt, zu all den zunehmend phantasiereicheren Kreationen der heimischen Eltern, kämen durch die Flüchtlingskinder auch noch immer mehr ausländische Namen hinzu. Harter Job.

Hier geht es zu dem Artikel.

Das gilt auch für Niedersachsen, wo Schulleiter jetzt den Papp auf haben – und gegen das Land klagen wollen. Der NDR berichtet darüber. Der Grund: Die klagenden Pädagogen werfen ihrem Arbeitgeber vor, dass er seine Fürsorgepflicht verletze, da er tatenlos zusehe, wie sie immer wieder mehr arbeiten müssten als vorgesehen. „Zu den Klägern gehört unter anderem der Leiter einer Grundschule in Hannover. Er hatte seine Arbeitszeit über ein Jahr lang im Rahmen einer Studie dokumentieren lassen. Das Ergebnis: Statt 40 Stunden arbeitete er durchschnittlich 53 Stunden pro Woche – trotz der langen Ferien“, so heißt es in dem Bericht.

Hier geht es zu dem Beitrag auf ndr.de.

Die „Welt“ berichtet über den Besuch eines Politikkurses der Otto-Hahn-Schule im Berliner Bezirk Neukölln in der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, wo es gibt keinen Kopftuchzwang für Frauen und keine Geschlechtertrennung gibt. Homosexuelle sind dort willkommen. Die Zwölftklässler, fast alle Muslime, fremdeln in der offenen Atmosphäre. „Dass sich Frauen hier neben Männern zu Boden beugen, finden sie merkwürdig. Später wird ein Schüler mit Brille, der älter aussieht als die anderen, sagen, das sei falsch. Schließlich könne der Anblick des Hinterteils einer Frau die Männer vom Gebet ablenken“, so heißt es in dem Bericht.

Hier geht es zu der Reportage auf welt.de.

Die “Zeit” widmet sich aktuell einem Thema, über das auch News4teachers groß berichtet: der  am Freitag erschienene “Digital Monitor” der Bertelsmann Stiftung. “Im Schulalltag spielt die Digitalisierung oft noch keine große Rolle. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zur digitalen Bildung begrüßten Lehrer und Schulleiter zwar grundsätzlich die neuen Technologien, für einen pädagogisch sinnvollen Einsatz fehlt es demnach jedoch an Konzepten, Weiterbildung und Infrastruktur.”, so heißt es in dem Bericht. Und: “So sind etwa 70 Prozent der Schulleiter und Lehrer davon überzeugt, dass digitale Medien die Attraktivität der Schulen steigern – zugleich glaubt weniger als ein Viertel (23 Prozent) der Lehrer, dass diese dazu beitragen, die Lernergebnisse der Schüler zu verbessern.”

Hier geht es zu dem Bericht auf zeit.de.

Studie: Neun von zehn Schulleitern erwarten, dass digitale Bildung kommt – aber nur jeder fünfte Lehrer glaubt, dass das beim Lernen hilft

39 Kommentare

  1. 53 Stunden Woche kommt ungefähr hin. Das ist die Normalität!

    • Daher sind die Ferien für Lehrer auch bezahlt. War eigentlich die Zahl 53 inkl. der vergleichsweise arbeitsfreien Ferien? Falls ja, dürfte die Arbeitszeit während der Schulzeit bei um die 60 liegen.

      Spontan würde ich meine persönliche Arbeitszeit im Sinne von ich bin am Arbeitsplatz zzgl. dem, was ich zuhause noch mache, auf ähnlich viel schätzen. Ich bin zwar kein Schulleiter, habe aber viel Oberstufe und den Standpunkt, dass in meinen Fächern Buch S. Nr. nicht funktioniert.

      • Die Arbeitszeitrechnung ist relativ einfach. Die sonstigen, tarifbeschäftigten Mitarbeiter des ÖD werden für 38,5 Wochenstunden an durchschnittlich rund 220 Arbeitstagen (52 mal 5 minus 30 Tage Urlaub sowie den gesetzlichen Feiertagen) beschäftigt. Das sind 42 Arbeitswochen. 42 Wochen mal 38,5 Wochenstunden ergibt 1617 Arbeitsstunden ohne Mehrarbeit.

        Teilt man diesen Wert durch die 39 Unterrichtswochen, die Lehrkräfte vor Kreide arbeiten, dann ergibt sich eine Unterrichtsbelastung in Höhe von 41,5 Zeitstunden a 60 Minuten.je Arbeitswoche. 41,5 Zeitstunden sind umgerechnet 55 Unterrichtsstunden.

        Geht man von einer Vollzeitstelle mit 25,5 Wochenstunden aus und setzt für die Vor- und Nachbereitung einer gehaltenen Stunde den Faktor 0,5 an, dann ergibt sich für jede gehaltene Stiunde ein Wert von 38 Zeiteinheiten a 45 Minuten. Es bleibem für Konferenzen, Korrekturen, Verwaltungsaufgaben als Klassenleitung, Mitarbeit in Fachschaften, Eltern- und Schülergespräche, Aufsichten, unbezahlten ad-hoc-Vertretungen etc. 17 Zeiteinheiten a 45 Minuten. Das sind 13 Zeitstunden je Woche …

        Wer die Arbeit in diesem Zeitrahmen von 41,5 Zeitstunden je Arbeitswoche nicht schafft, sollte an seinem Zeitmanagment arbeiten – sich vor allen Dingen aber nicht durch den Arbeitgeber ausnutzen lassen.

        Am meisten muss ich bei den veröffentlichen Pressemeldungen aber über die Alterssituation von Lehrkräften lachen. In Deutschland wird nämlich niemand einschließlich des zweiten Staatsexamens vor dem 26./27. Lebensjahr mit seiner Ausbildung fertig. Ebenfalls kann keiner ohne Abstriche vor dem 67. Lebensjahr in den Ruhestand eintreten. Selbst wenn das LAnd als Arbeitgeber jedes Jahr die gleiche Anzahl von Lehrkräften einstellen würde, läge das Durchschnittsalter aller Lehrkräfte bei 47 Jahren.

        Genauso lachhaft sind die Vergleiche der Vergütungen im europäischen Rahmen. Dabei wird grundsätzlich übersehen, dass Lehrkräfte in Deutschland die höchste Wochenstundenzahl, die größten Klassen und die geringste Zahl an Ferien- und Feiertagen je Jahr sowie die längste Lebensarbeitszeit (Ruhestandsalter) haben und über mindestens zwei Fakulten (Zwei-Fach-Lehrkräfte) verfügen müssen. Ebenso wird die Kaufkraft der Nettovergütungen nicht berücksichtigt.

  2. Schöne Zusammenstellung. Es hat aber keinen Sinn, auf kostenpflichtige Seiten zu verweisen.

    • Die Beiträge, auf die wir hier hinweisen, waren zum Zeitpunkt der Recherche kostenfrei zu lesen – manchmal aber schränken Verlage den freien Zugang kurzfristig ein, wenn sie ein hohes Leserinteresse feststellen. Tut uns leid, darauf haben wir keinen Einfluss.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

  3. @dickebank: “…sollte an seinem zeitmanagement arbeiten”. Solche kleingeistigen BWL Typen wie du ruinieren den ganzen Berufsstand. Denn sie rechnen immer zu ihrem Vorteil. Die Qualität ihrer Arbeit spielt dabei keine Rolle. Oder sie unterrichten Sport.

    • Vollkommen falsch – ich bin Dipl.-Ing. und SekI-Lehrkraft. Darüber hinaus bin ich tarifbeschäftigt und erfülle meinen Arbeitsvertrag – in den Punkten, die einklagbar sind. Alles andere überlasse ich den Berufenen, für die “Lehrer” mehr als ein Beruf ist. Wer seine Erfüllung in Selbstausbeutung sieht, der soll sich selbst zugrunde richten. Letzteres hat den Vorteil, dass er keine Ruhestandsbezüge mehr braucht und so mehr finanzielle Masse für meine hoffentlich lange Rentenbezugszeit übrig bleibt.

      Die Qualität meiner Arbeit basiert darauf, dass ich alles weglasse, was in der vorgegbenen und bezahlten Zeit nicht leistbar ist. Das hat also wenig mit Kleingeistigkeit und viel mit Lehrergesundheit zu tun.

    • Auch wenn ich mich zu den “Berufenen” zähle, weiß ich, dass dickebank mit dem Hinweis auf das Zeitmanagement recht hat:
      Die durch Erlasse und Curricula geforderten Aufgaben sind in der gegebenen Zeit nicht zu leisten, was nicht mit dem Zeitmanagement zu tun hat, sondern mit der Vielzahl an aufgetragenen Aufgaben. Das hat eine Studie in Bremen versucht zu erheben, indem ein Durchschnitt an Korrekturleistung erhoben wurde, die gemeinsam mit dem Deputat schon nahezu die Arbeitszeit ausfüllte – Zeit für U-Vorbereitung und die vielen anderen Aufgaben steht nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung.

      Auch die Studie der Uni Göttingen zeigt deutlich: Sehr viele Vollzeitkräfte arbeiten weit über das Maß hinaus, hören aber nach ca. 60 Wochenstunden auf: mehr geht dann eben nicht. Während Teilzeitkräfte in der Regel noch viel öfter und im Vergleich auch noch höhere Mehrarbeit leisten, weil sie ihre Aufgaben gut erfüllen wollen. Nichts anderes meinen dickebank und missmarpel, wenn sie von Selbstausbeutung reden oder darauf verweisen, dass es auch gesetzlich geregelte Ruhezeiten gibt, die die meisten Lehrkräfte nicht einhalten. Nichts anderes meinen ysnp und andere, wenn sie sagen, dass sie ihr Deputat reduziert haben, um den Aufgaben irgendwie gerecht werden zu können.

      Die Alternative ist es, Buchunterricht zu machen, der oft an den SuS vorbei geht. Kein Lehrbuch, selbst WENN es Mehrfachdifferenzierung anbietet, wird die Notwendigkeiten in einer heterogenen Klasse abbilden können, nicht in normalen Klassen und schon gar nicht in inklusiven. Gute Materialien für den inklusiven Unterricht sind ohnehin Mangelware. Nichts anderes ist der von Axel von Lintig ständig kritisierte materialzentrierte Unterricht: “Arbeitsblattsammlung oder Arbeitsheft vor die Nase, abarbeiten!” In Reinkultur m.E. ein Ausdruck von Überforderung (im Sinne von Unvermögen) oder von dauerhafter Überlastung (im Sinne von zu viel Arbeit, die nicht zu bewältigen ist).

      Letztlich ist es eine Schleife, in der wir uns schon länger bewegen: Die Vorgaben werden erhöht, die Ressourcen aber nicht, immer mehr Lehrkräfte sind überlastet und sehen sich gezwungen, irgendetwas zu streichen, außerunterrichtliche Verpflichtungen werden nicht gestrichen, sondern erhöht, also muss die Unterrichtsvorbereitung verringert werden, die Qualität leidet, irgendein Institut äußert, dass die Qualität nicht stimme, die Politik fasst die Vorgaben und Aufgaben noch strenger und setzt noch mehr Bürokratie oben drauf … und so geht es immer weiter.

      Wenn Lehrkräfte sagen, dass es so nicht geht, wird ihnen Jammerei vorgeworfen, weil sie sich in einem Halbtagesjob überlastet sehen würden und verweist auf die langen Ferienzeiten. In Wirklichkeit arbeiten sehr viele bis zum Rand der Erschöpfung, einschließlich der Ferienzeiten, geregelten Urlaub gibt es ja nicht. Überlastungsanzeigen führen zu Kritik oder zum o.g. Vorschlag: man bekommt eine Fortbildung zum Zeitmanagement oder zur Lehrergesundheit angeraten.

      Gestern gab es ein Interview mit dem ehemaligen Leiter des BAMF und wie die schlechten Bedingungen dort dazu geführt haben, dass Anträge liegen geblieben sind. (http://www.tagesschau.de/inland/interview-weise-bamf-101.html) Solche offenen Worte möchte ich mal über Schulen und Lehrkräfte lesen und von Politikern ernst genommen erfahren: Lehrkräfte müssen ständig unter Höchstlast die Arbeitsorganisation verändern, jede neue Wahl schafft geänderte Vorgaben, die in Schulpläne und Schulkonzepte eingearbeitet und im Alltag umgesetzt werden sollen. Der Austausch unter den Behörden ist lückenhaft, sodass man z.B. bei der Inklusion immer wieder Wege suchen muss, mit Land, Kommune, Jugendamt, Sozialamt, Psychologen eine Lösung zu finden.
      Gleichzeitig ist man bemüht, den Alltag in der Schule zu bewältigen und quasi in einem eigenen Solidarsystem kranke KollegInnen zu schützen oder ausfallende Stunden bestmöglich zu ersetzen, damit den Kindern und Jugendlichen trotz aller widrigen Umstände möglichst gute Bildung zuteilwird.
      Weise sagt für das BAMF: “Ich bin dafür, einen Personalstand vorzuhalten, der dreißig Prozent mehr bewältigen kann als grundsätzlich anfällt: Eine Stammbelegschaft, die gut eingearbeitet ist und die, in ruhigeren Zeiten, Dinge vorbereitet für Zeiten mit höherer Auslastung.”

      Ruhigere Zeiten oder Ruhezeiten gibt es im Lehramt nicht. Vertraglich geregelte Arbeitszeiten auch nicht. Zeit für Konzepte und Umstrukturierungen ebenfalls nicht, Lehrkräfte sehen sich berufen oder werden beauftragt, den Unterricht zu erteilen, aber eben auch die Schulorganisation zu führen, die Bürokratie zu erledigen, die Evaluationen selbst durchzuführen … unzählige Aufgaben. Alle wissen hier, was oben drauf kommt, für das es in anderen Berufen zusätzliches Personal oder zumindest Stellen gibt. Viele eingeführte Aufgaben der letzten 20 Jahre kommen aus der Wirtschaft, allerdings wurde dafür das Personal an Schulen verringert und das Gehalt gekürzt.

      Wer möchte, dass Lehrkräfte sich den SuS und ihrer Entwicklung widmen, sollte ihnen dafür entsprechende Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen.

  4. Danke für den Beweis.

  5. Solche Leute gehören rausgeschmissen. Denn sie sind offensichtlich nicht an der Entwicklung der Schüler sondern nur an sich selbst interessiert.

    • Mein Beruf ist doch nicht die Entwicklung der Schüler. Laut Arbeitsvertrag werde ich für das Abhalten von Unterrichtsstunden – und lediglich für diese Tätigkeit und nichts Anderes – bezahlt. Ich muss nur die Weisungen des Dienstherren auf Grundlage des Schulgesetzes beachten. – Und bei dem steht das Wohlergehen der Schülerschaft auch nicht an erster Stelle …
      Ziel ischulischer Bemühungen st die Zurverfügungstellung von hinreichend kompetenten Ausgangsmaterialien, die durch eine Ausbildung oder ein Studium zu wirtschaftsdienlichen “menschlichen Rohstoffen” weiterverarbeitet werden können.

      Um mich und andere rauszuschmeißen, sollten Sie sich einmal mit den arbeitsrechtlichen Gegebenheiten für eine rechtswirksame Kündigung befassen. Allerdings müssen Sie dafür zunächst von Ihrem hohen moralischen Ross absitzen und den Amtsschimmel satteln.

      Im übrigen gilt die Erkenntnis: “Pecunia non olet.” – Und so übel wie Schultoiletten riechen ist die Bezahlung als unterirdisch einzustufen – mathematisch ist das Verhältnis als antiproportional einzustufen..

      • Diese Diskussion um Gehälter für Lehrer, ob A 13 mit 3500 bis 5000 Euro/Monat oder A 14 mit 3800 bis 5400 Euro/Monat bei 25 Wochenstunden und bei der langen unterrichtsfreien Zeit gezahlt werden soll, ist mehr als überflüssig und schadet Ihrem ansehen in der Öffentlichkeit.
        Und dickebank, Sie hätten auch etwas anderes beruflich machen können, wenn es an der Bezahlung liegt, dass Ihnen der Beruf nicht gefällt. Möchten Sie vielleicht lieber im Krankenhaus oder im Altenheim als Krankenschwester oder Krankenpfleger für 1800 Euro im Monat im Dreischichten-System arbeiten und da sollen Sie dann auch noch lachen und Frohsinn ausstrahlen.Außerdem werden Sie dann noch ständig beurteilt und erhalten Feedback von der Pflegedienstleistung.

        • Ich finde dickebanks Äußerungen mutig und ehrlich.
          Wenn alle Lehrer so handelten wie er/sie, käme es vermutlich nicht zu der unverschämten Ausbeutung, die Palim anschaulich beschreibt.
          Um dann Chaos und Zusammenbruch des Systems zu vermeiden, das anscheinend nur durch ständige Überforderung der “Berufenen” halbwegs über die Runden kommt, wäre der Dienstherr gezwungen, sich über geregelte Arbeitszeiten, Bürokratieabbau oder wild wuchernden Aufgabenzuwachs mehr Gedanken zu machen.
          Solange sich aber immer “Berufene” finden, die auf Kosten der eigenen Gesundheit oder des eigenen Familienlebens das ausbeuterische Spiel mitmachen und höchstens wehklagen statt sich wie dickebank auf die Hinterbeine zu stellen, wird die Sache so weitergehen.
          Dass Leute wie dickebank rausgeschmissen gehören, finde ich gar nicht, werte/r “drd”. Wollen Sie bis in alle Ewigkeit dieses Spiel mitmachen, das nicht zuletzt auch den Schülern schadet?
          Jammern bringt nichts. Solange mitgemacht wird, wenn auch mit Knurren, besteht für die Dienstherren kein Änderungsdruck. Dickebanks Verhalten hat m. E. mehr Aussicht auf Erfolg, vorausgesetzt es findet Mitstreiter und wird nicht nur selbstherrlich kritisiert.

      • dickebank

        Ihr Beruf dient der Entwicklung der Schüler, so wie es meine Aufgabe ist Patienten zu heilen, Schaden von ihnen abzuwenden und diese dem wissenschaftlichen Stand nach entsprechend Evidenz basierend auf dem Bundes-Sozialgesetz zu therapieren.
        Und dafür werden wir alle sehr gut bezahlt und sind auch noch sehr gut abgesichert.
        Das Gejammer ist kontraproduktiv und schadet Ihnen.

        • Dann beweisen Sie mir das einmal auf der Grundlage der schulrechtlichen Bestimmungen. Mein Arbeitsvertrag erwähnt dies an keiner Stelle. Und nur die im Arbeitsvertrag genannten Punkte sind für mich rechtsverbindlich.

          Allein die tatsache, dass ich als Tarifbeschäftigter anders als im sonstigen ÖD die gleiche Arbeitszeitverpflichtung je Woche habe wie die Beamten, verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz. Von tarifbeschäftigten Lehrkräften fordert der AG a priori eine Mehrleistung von 6,5% bei geringerem Nettoentgelt.

          Ihre Aufgabe ist es übrigens Gesundheitsleistungen im Rahmen des Gesundheitsbudgets zu erbringen. Im Gegensatz zu Lehrkräften können Selbständige Ärzte einen Aufnahmestopp in ihren Praxen verhängen. Sie müssen also nicht jeden Patienten annehmen.

          • Sag ich ja: Unverbesserlicher Technokrat. Hätte besser weiter technische Dinge bearbeitet.

          • Lieber Technokrat mit rechtlichen Kenntnissen als Traumtänzer, der nicht einmal die grundlegendsten Kenntnisse bezüglich seines Dienstverhältnisses hat und Beamtentum mit Leibeigenschaft zu verwechseln scheint.

            Der Witz im Schulalltag ist doch, dass mich die Schulleitung per Stzunden- und Vertretungsplan weisen kann, Unterricht zu halten. Ebenso kann sie meine Teilnahme an Dienstbesprechungen, Konferenzen und sonstigen Dienstgeschäften anweisen. Sie kann mich aber nicht anweisen, meinen Unterricht vor- und nachzubereiten. Also je mehr die sonstige Arbeitsbelastung steigt gibt es auto-, schwellen- oder hammerdidaktische vorbereitete Unterrichtsstunden.
            (Auf der Fahrt zur Schule, auf dem Weg zum Unterrichtsraum oder im Raum – Was haben wir letztes Mal gemacht? – vorbereitete Stunden.)

            Vorrangiges Ziel der Schulleitung ist die quantitaive Unterrichtsversorgung – Hauptsache es gibt keinen Entfall -, die qualitative Unterrichtsversorgung ist folglich nachrangig, die Gefahr einer Unterrichtsvisitation durch vorgesetzte Stellen tendiert deshalb auch stark gegen Null. Wer die Arbeitsbedingungen kennt, kann sich einen lauen Lenz machen und eine ruhige Kugel schieben. Es gibt genügend nützliche Idioten (im klassischen griechichen Staatsphilosophieverständnis), die die Mangelwirtschaft durch persönlichen Einsatz über jedes vernünftige Maß hinaus auszugleichen suchen. Wie die Bertelsmänner und die OECD und andere Bildungsforscher regelmäßig konstatieren, sind all diese altruistischen Bemühungen letztendlich doch zum Scheitern verurteilt. Die Politik nimmt die Eltern nicht genügend in die Pflicht und stellt nicht die ausreichenden materiellen und personellen Ressourcen zur Verfügung, die benötigt werden, um die Vorgaben der Bildungspolitik zu erfüllen. Und diese Vorgaben sind an vielen Interessen ausgerichtet, wobei die Bedürfnisse des Schülerklienteles als Letzte berücksichtigt werden. Das ist der eigentliche Grund, warum die Bildungsanstrengungen den Rezipienten allenfalls tangential an der Gesäßfläche vorbei gehen.

          • @drd
            Für mich ist das nicht unfassbar, sondern knallharte Wahrheit mit unangenehmen, aber realistischen Aussagen.
            Auch wenn ich die OECD und die Bertelsmann Stiftung in der Regel für schlechte Bildungsberater halte, gebe ich ihnen in der Feststellung Recht, dass alle altruistischen Bemühungen, die Mangelwirtschaft durch persönlichen Einsatz über jedes vernünftige Maß hinaus auszugleichen, letztendlich zum Scheitern verurteilt sind.
            Ich möchte sogar noch einen Schritt weitergehen mit der Behauptung, dass die selbstlosen und aufopferungsvollen Bemühungen vieler Lehrkräfte das Übel zu verschleiern und in die Länge zu ziehen helfen, das eigentlich schnellstens abgeschafft gehört.

          • @dickebank und reni
            Sie gefallen mir 😉
            Ich gehöre zwar auch zu den Idioten, die sich regelmäßig weit über das erträgliche Maß – den Kindern zuliebe – verausgaben, habe dies aber mittlerweile auch allzu oft mit schwerer Krankheit bezahlt.
            Daher finde ich es äußerst befreiend, wie Sie unseren Job mal ganz nüchtern beschreiben und würde mir gerne eine Scheibe davon abschneiden.

            Ausbeutung gehört tatsächlich zu vielen sozialen Berufen, auch Krankenschwestern und Altenpflegern geht es so, dass ein miserables System durch Selbstverausgabung des Einzelnen am Laufen gehalten wird.
            Und das massiv unterstützt durch die Moralapostel, die ja auch hier auftauchen.

            Und anschließend wundert sich die Gesellschaft, dass zum einen die Lehrer alle frühzeitig kaputt sind und zweitens keiner mehr Lehrer werden will…

            lle, die hier meinen, das zu verunglimpfen, versuchen tatsächlich das auf Kosten aller Menschen in sozialen Berufen, auch Krankenschwestern und Altenpflegern geht es so!,

          • @drd:

            “Es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio” aka @drd

            Unfassbar empfinde ich als Kompliment. Viele Edelsteine sind “unfassbar”, da sie in der Fassung, um die Sie liebe(r) @drd so sehr ringen, einfach ihren eigentlichen Wert verlieren. Der Marktwert lässt sich durch die Fassung zwar steigern, aber der eigentliche Wert in mineralogischer Hinsicht geht verloren. Facetten werden durch den Schliff erzeugt, sie sind in natürlicher Form nicht vorhanden.

            Nicht anders ist es bei Schülern, die sind ebenfalls ungeschliffene Rohedelsteine. Auch die haben ungefasst und ohne Schliff, wie Sie ihnen verpassen wollen, ihren Wert. Nur die wirtschaft will ja nicht einmal Schmuckedelsteine, die will nur Diamantensplitter. Nicht weil die schön sind, nein, weil sie z.B. Bohrwerkzeuge haltbarer machen.

            Die leistungsfähigkeit der Schüler soll vergleichbar sein, um besser und zielgenauer einstellen zu können. Bildung soll aber nicht dazu beitragen, den eigenen Marktwert zu hinterfragen und in Gehaltsverhandlungen als gleichberechtigter Anbieter seiner Arbeitsleistung mit dem eigentlichen “Arbeitnehmer” (der, der die Arbeitsleistung nimmt) auf Augenhöhe zu verhandeln.

          • Das hat keinen Sinn hier. Ich glaube du bist einfach nur ein Schwätzer.

          • Schwätzer gibt es hier genug, aber nicht die dickebank. Sie (die Bank) kennt ihre Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer ganz genau, hat weder den Genuss einer Verbeamtung noch von A12 und — wie ich annehme — keinerlei Interesse an einer Beförderung. Empathie und Altruismus hat sie (die Bank) vor langer Zeit aufgrund von zuviel Arbeit bei zu wenig Erfolg (bei Schülern) und zu wenig Lob (von der Schulleitung) sein lassen. Mein Altruismus hat auch abgenommen bzw. ist selektiv geworden. Das kann im Kollegium von sehr viel, schnell und freiwillig bei Kollegen, die ich schätze bis kein Wortwechsel mehr als notwendig bei Kollegen, die ich nicht schätze gehen. Nach dem Mund Reden gehört zu den Dingen, die ich weder selbst kann noch überhaupt ab kann.

            Ich kann mir sogar vorstellen, dass Konferenzen sehr interessant sein dürften, wenn die Bank ihren Mund aufmacht, um arbeitsintensive Ideen der Schulleitung oder ihr nach dem Mund redenden Helferlein mit einem Satz aufgrund der Juristerei in Erklärungsnot bringen.

    • Richtig, wer so daher redet schadet dem Ansehen der Berufskollegen.

  6. Unverbesserlicher Technokrat. Sein Beruf sei nicht die Entwicklung der Schüler. Man kann nur Staunen über soviel Ignoranz.

    • die bank wird für das erteilen von Unterricht bezahlt. Nicht weniger, aber auch auf keinen Fall mehr. sie nimmt ihren Arbeitsvertrag wörtlich.

      ich gebe allerdings zu, dass der schulbetrieb zusammenbrechen würde, wenn alle Lehrer so wären.

      • Mein heimlicher Traum.

        Viele Schulen laufen im alltäglichen Betrieb doch nur, weil Lehrkräfte mehr arbeiten als sie müssten. Da kommen dann schnell zwei bis drei Wochenstunden und weitere drei bis vier Adhoc-Vertretungen in einer Spitzenwoche zusammen. Klar darf die Mahrarbeit abgerechnet werden, ein Freizeitausgleich wie in anderen Behörden ist ja nicht einmal ansatzweise vorgesehen. Der Freizeitausgleich findet ja – egal ob Volzeit oder Teilzeit gearbeitet wird – in den Schulferien statt.
        Der Vorteil einer Schulleitung ist, dass sie Mehrarbeit (Vertretungen) ganz schnell und unkompliziert durch den Vertretungsplan anweisen kann. Und weil die Politik keinen “Entfall” sehen möchte, werden unsinnigste Vertretungen für die 8. und 9. Stunde im Nachmittagsbereich des gebundenen Ganztages angesetzt – als ob 14-jährige Schüler nicht einen Nachmittag ohne Betreuung überleben würden. Mittlerweile hat die Betreuung an Schulen einen höheren Stellenwert als das Abhalten des Fachunterrichtes.

        Es werden einfach zu viele Ressourcen – und damit meine ich die Arbeitskraft und Expertise von Lehrkräften – vergeudet und Lehrkräften Verwaltungsaufgaben aufgehalst, die in anderen Behörden von Mitarbeitern des mittleren Dienstes erledigt werden. In anderen Behörden werden diese Aufgaben aber auch auf die Arbeitszeit bzw. das Arbeitsvolumen angerechnet. In Schulen gehört so etwas (Aufsichten durchführen, Listen führen, Geld eintreiben, Unfallberichte ausfüllen, BuT-Anträge für Schüler bzw. deren Eltern auszufüllen etc.) zu den üblichen Dienstgeschäften von Lehrkräften. Der Vorteil ist, dass diese unterrichtsfremden Tätigkeiten dann auch nicht bezahlt werden müssen. Da die Arbeit nicht bezahlt wird, muss sie auch nicht gesondert erfasst werden. Und da sie nicht erfasst wird, besteht auch nicht ansatzweise der Anspruch auf Vergütung. Es wird Zeit diesen Teufelskreis zu durchbrechen und einzufordern, dass diese unterrichtsfernen Angelegenheiten nicht mehr zum regulären Dienstgeschäft gehören bzw. gesondert vergütet oder aber ausgelagert/outgesourct werden.

        • “Es wird Zeit diesen Teufelskreis zu durchbrechen und einzufordern, dass diese unterrichtsfernen Angelegenheiten nicht mehr zum regulären Dienstgeschäft gehören bzw. gesondert vergütet oder aber ausgelagert/outgesourct werden.”

          Das ist wirklich ein Traum… aber der muss ja nicht heimlich sein oder bleiben 🙂

          • Der Traum bezog isch ja nur auf das Zusammenkrachen des Potemkinschen Dorfes aka real existierender Schulbetrieb …

            Der von @palim zitierte Teil fällt leider vollends in den Bereich der Utopie in deutschen Landen.

  7. Gegen einen Dienst nach Vorschrift ist erstmal nichts einzuwenden. Der kann erfolgreich und engagiert sein. Letzten Endes muss jeder Kollege entscheiden, ob er ehrlich oder ob er nicht ehrlich ist. Wird wirklich jede Unterrichtsstunde mit einer halben vorbereitet wie es oben vorgerechnet wird? Werden Arbeiten seriös korrigiert und vernünftige Lernempfehlungen gegeben, oder im 5-Minuten-Verfahren? Aber ich möchte auf etwas anderes hinaus: Im Subtext der Beiträge schwingt häufig mit, dass man sich wehren muss gegen Schulleitung, Dienstaufsicht usw. Das finde ich schade. Es geht doch auch anders. Wenn eine Schule gemeinsame Ziele verfolgt, wird die Arbeit vielleicht nicht so sehr als Belastung erfahren, sondern eher als ein lohnendes Investement, das unterm Strich zu besseren Ergebnissen und höhere Zufriedenheit führt. Als Mitglied einer schulischen Steuergruppe bspw. kann ich da Impulse geben. Man muss ja auch sehen, dass man durch mangelndes Engagement für den Arbeitsplatz eine Gelegenheit verpasst, die eigenen Arbeitsbedingungen zu gestalten. Ein Beispiel: Lernzeiten vernünftig umzusetzen bedeutet, dass eine schulweite, verbindliche Regelung (Schulkonferenzbeschluss) herbeigeführt wird. Darauf wird Schulleitung bestehen. Das betrifft dann meine alltägliche Arbeit sehr konkret. Vielleicht ist es daher gut, 5 oder 6 Zeitstunden in einem AK oder einer Fortbildung zu verbringen, um eine vernünftige Regelung auf die Beine zu stellen. Andernfalls muss ich damit leben, dass andere das tun und meine eigenen Wünsche unberücksichtigt bleiben. Die “Traumtänzer” geben dann meinen Takt vor. In diesem Sinne stelle ich mir jedenfalls Schulentwicklung vor. Wenn ich alle 3 Monate abends für 2 Stunden im Vorstand unseres Fördervereins hocke, bin ich zwar nicht begeistert, aber dort werden doch ganz wichtige Entscheidungen getroffen. Wenn ich daran nicht teilhabe, kann ich mich hinterher nicht darüber beschweren, dass für die mir so wichtige Bühnendekoration sich niemand stark gemacht hat. Insofern schafft das fehlende Engagement immer auch wieder die Bedingungen, gegen die in den Kollegien (und hier) aufbegehrt wird.

    • Angesichts der demographischen Entwicklung muss jede Schule um ihren Fortbestand kämpfen. Dazu benötigt sie einen guten Ruf, der derzeit nicht unbedingt mit einem hohen fachlichen Niveau zu erreichen oder zu halten ist. In den Steuergruppen werden sich dann immer neue Schwerpunkte für das Schulprogramm ausgedacht, die im Tagesgeschäft unmöglich zu erfüllen sind, aber für das gemeine Fußvolk im Kollegium viel Arbeit nebenher bedeuten. Der Koordinator dieses Programmes ist der einzige, der sich freuen kann, weil er dafür mit A14 belohnt, ein paar Entlastungsstunden bekommt und die eigentliche Arbeit wegdelegieren kann.

    • “Insofern schafft das fehlende Engagement immer auch wieder die Bedingungen, gegen die in den Kollegien (und hier) aufbegehrt wird.”
      Die Behauptung ist ein Schlag ins Gesicht, wird doch gesagt, dass eine Kritik an bestehenden Verhältnissen dem mangelnden Engagement der KollegInnen geschuldet sei.
      Dem ist aber nicht so.

      Dabei geht es auch nicht um EINE Steuergruppe, oder ein bisschen Ausstattung für den Unterricht, sondern um wöchentlich 3 Konferenzen, diverse Elterngespräche und eine Menge zusätzlicher Aufgaben, die eben nur die kennen und ausfüllen, die die Engagierten in den Schulen sind – sonst hätten sie weit weniger aufzuzählen.
      Die Aufgaben sind so immens, dass sie nicht zu bewältigen sind.
      Aber wenn Sie mit der Arbeit fertig sind, werden kurz darauf die Vorgaben komplett auf den Kopf gestellt und Sie beginnen von vorn, wenn quasi über Nacht Curricula zu Schuljahresbeginn in Kraft treten, die eine absolut andere Notengebung vorgeben und von denen vorher nur die Verlage wussten.
      Oder wenn Sie von jetzt auf gleich ein Kind mit einem weiteren Förderschwerpunkt oder anderen Schwierigkeiten in die Klasse bekommen und Sie sich einarbeiten müssen – Sie dachten, Sie kennen schon alle?… ja, irgendwann ist man vielleicht durch alle Möglichkeiten durch, aber nach Lernen, ADHS, LRS, Dyskalkulie, ESE, Hören, Essstörung, Hochbegabung, Migranten mit lateinischen Schriftkenntnissen und Alphabetisierung der arabischsprechenden Anlaphabeten (in 4 Jahren in genau einer Klasse) kommt noch GE, Sehen, KME, Herzerkrankung, Diabetes… wer weiß was noch … im nächsten Jahr, in der nächsten Fachklasse, mit dem nächsten Kind. Darauf kann man sich nicht vorbereiten, man muss es nehmen, wie es kommt und dann sehen, dass man es irgendwie schafft.
      Im übrigen kann man in der Grundschule in wie vielen Konferenzen oder Gruppen oder Schulvorständen sitzen, Fachleitungen und zusätzliche Aufgaben übernehmen, HIlfeplangespräche oder Klassenkonferenzen führen, Konzepte, Dokumentationen, Förderpläne oder Fördergutachten schreiben, man tut alles immer ohne Entlastungsstunden und immer zu A12.

      • Sie beschreiben es ganz richtig, Palim!
        Ich frage mich, warum die GEW die angestellten Lehrer nicht oder zu selten gegen diese unhaltbaren Zustände zum Streik aufruft. Die Beamten sitzen wegen Ihres Amtseids mit Streikverbot ja leider in der Falle.
        Außerdem verstehe ich nicht, warum die GEW es versäumt, die Lehrkräfte im Angestelltenverhältinis den beamteten Lehrern halbwegs gleichzustellen in der Bezahlung. Sie verrichten doch die gleiche Arbeit.
        Die GEW ist eine seltsame Gewerkschaft, bei der sich die Frage aufdrängt, ob sie sich mehr den Belangen der Arbeitgeber widmet oder denen der Arbeitnehmer. Sie ist in ihrer Aufgabenwahrnehmung sehr seltsam und kümmert sich mehr um ideologische Fragen der Bildungspolitik als um Fragen, die ihre Mitglieder hautnah und existenziell berühren.

  8. Warum geht man davon aus, dass alle Lehrer automatisch die Retter der Nation zu sein haben? Andere Arbeitnehmer schreiben ihre Überstunden auf und dürfen diese abfeiern, bzw. bekommen diese wahlweise ausbezahlt. Bei uns “schadet es dem Ansehen der Berufskollegen”, wenn wir Dienst nach Vorschrift machen.

    Eihentlich sollten alle nach der 40 Stunden Woche mit viel Stress den Stift hinlegen. Vielleicht würde sich dann tatsächlich etwas bewegen.
    Auch GS-Lehrer betrifft das, die nachmittags nicht aus der Schule kommen, weil sie allerhand für den nächsten Tag vorbereiten und abends zu Hause auch noch. Oft schafft man es von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr nicht mal zur Toilette, weil man in den Pausen auch noch für die Kleinen da ist….

  9. Dazu kommt, dass unsere Überstunden nicht einmalig oder manchmal auftreten, sondern sich durch ein ganzes Lehrerleben hinziehen. Von der Öffentlichkeit werden bevorzugt die Ferien und der “freie Nachmittag” wahrgenommen.

  10. Naja, zwölf Wochen Ferien zu maximal sechs Wochen Jahresurlaub sind ja auch ein interessantes Verhältnis. Die Differenz der arbeitsfreien Tage darf da durchaus reingearbeitet werden! Und die Vorbereitungszeit für den Unterricht nimmt mit steigender Lehrtätigkeit von Jahr zu Jahr deutlich ab.
    Ich ziehe allerdings tatsächlich den Hut vor den LehrerInnen, die ihre pädagogische Tätigkeit ernst nehmen und sich wirklich dem individuellen Unterrichtsbedarf ihrer Schüler widmen und nicht Jahr für Jahr den gleichen Unterricht abhalten!!
    Übrigens: habt ihr schon mal davon gehört, dass es auch außerhalb eures Berufsfeldes Menschen gibt, die regelmäßig mehr arbeiten, als vertraglich festgelegt? Oder die gar vertraglich zu Mehrarbeit verpflichtet werden?

    • Blöd nur, dass erfahrene Lehrkräfte eine Menge zusätzlicher Verwaltungsaufgaben im schulorganisatorischen Bereich stemmen müssen. Das frisst die gewonnene Entlastung gleich wieder auf.

      Pädagogische Arbeit ist Aufgabe von Erziehern und Sonderpädagogen bzw. in erster Linie die der Eltern/Erziehungsberechtigten. Es ist nicht die Kernaufgabe von Lehrkräften, die in erster Linie Fachlehrkräfte sind. Wann sollen diese bei zunehmendem Ganztag innerhalb eines Tages die erforderliche Zeit für die Vor- und Nachbereitung von Unterrichtsstunden, die Korrekturen, das Schreiben von Förderberichten, die Bearbeitung von AO-SF-Verfahren etc. hernehmen? Die fehlenden räumlichen und sachlichen Ressourcen (Lehrerarbeitsplatz in der Schule) sowie die fehlenden Stellen im Gebäudemanagement (Hausmeister) und der Verwaltung (Sekretärinnen) sind das Problem. Von überhaupt nicht eingeplanten Schulkrankenschwestern, Assistenzpersonal, Erziehern, Sonderpädagogen, Schulpsychologen, Mensapersonal und Betreuungskräften im Ganztag gar nicht erst zu reden.

      Wenn ein Drittel der Arbeitszeit von hoch spezialisierten Lehrkräften für Bürokratie und nicht für den eigentlichen Unterricht draufgeht, dann läuft etwas verkehrt. Das blödsinnige Argument der langen Ferien – offiziell ja nur unterichtsfreie Zeit – ist geschenkt. Nach offizieller Lesart (Aussage der Schulministerien) ist diese Zeit der Freizeitausgleich für vorab geleistete Mehrarbeit. Jeder Dienstherr im Schulbereich weiß nämlich nur zu genau, dass selbst eine 45-Stunden-Woche nicht ausreicht, um während des Schuljahres alle anfallenden Arbeiten zeitnah zu erledigen Mein Arbeitsvertrag weist genau 28 Urlaubstage aus, die ich während der “Betriebsferien” zu nehmen habe.

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