Startseite ::: Nachrichten ::: Eltern sind sauer über den Lehrermangel – und erzwingen mit einer Volksinitiative, dass sich der Landtag damit befasst

Eltern sind sauer über den Lehrermangel – und erzwingen mit einer Volksinitiative, dass sich der Landtag damit befasst

MAGDEBURG. Es hat zwar keine rechtlich bindende Wirkung – gleichwohl ist die Öffentlichkeitswirkung enorm: Die Unterschriftensammlung der Volksinitiative gegen den Lehrermangel in Sachsen-Anhalt ist rechtsgültig. Das wurde nun auch offiziell schriftlich bestätigt, wie die Organisatoren  in Magdeburg mitteilten. Damit ist das Anliegen erfolgreich. Der Landtag muss sich in einer der kommenden Sitzungen damit befassen.

Eltern haben in Sachsen-Anhalt eine Volksinitiative gegen den Lehrermangel gestartet - erfolgreich. Illustration: Shutterstock

Wütende Eltern haben in Sachsen-Anhalt eine Volksinitiative gegen den Lehrermangel gestartet – erfolgreich. Illustration: Shutterstock

Die Volksinitiative fordert unter anderem, dass 1000 Lehrer und 400 pädagogische Mitarbeiter zusätzlich eingestellt werden. Gleichzeitig will sie erreichen, dass mehr Lehrernachwuchs im Land ausgebildet und gehalten wird. Dafür sammelten die Organisatoren mehr als 96 000 Unterschriften. Da nicht alle Unterzeichner alle nötigen Angaben machten, wurden rund 77.000 anerkannt. Nötig wären 30.000 Unterschriften. Ein Vertreter der Volksinitiative darf die Forderungen nun im Plenum vortragen. Wann das genau sein wird, steht noch nicht fest, wie eine Landtagssprecherin sagte.

Mitte September hatten die Organisatoren die Liste mit Unterstützern bereits der Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch übergeben. Sachsen-Anhalt verfehlt derzeit das selbstgesteckte Ziel bei der Unterrichtsversorgung und will mehr Lehrer einstellen. Aus Sicht vieler Kritiker reichen die Anstrengungen nicht aus.

Die Volksinitiative sammelt weiter – und zwar Beispiele. Online könnten betroffene Eltern, Lehrer und Referendare melden, wie sich der Lehrermangel auf die Situation in den jeweiligen Schulen auswirke, sagte Mitorganisatorin Thekla Mayerhofer vom Grundschulverband. Mehr als 30 Beispiele seien bereits eingegangen. Die Initiatoren hoffen auf eine dreistellige Zahl an Beispielen und wollen sie auch bei der Sitzung im Landtag thematisieren.

Hier geht es zu den Erfahrungslberichten auf der Seite der Initiative.

Lehrermangel: Grundschule fehlen sechs von elf Kollegen – Mütter übernehmen den Unterricht

6 Kommentare

  1. Wenn es darum ginge, dass Lehrerstellen nicht gestrichen werden sollen (wie in den vergangenen Jahren, siehe mehr-netto-vom-Brutto-Politik), dann wäre ja so eine Volksinitiative sinnvoll. Sie könnte durch außerparlamentarischen Druck politische Entscheidungen beeinflussen.

    Aber wie will die Volksinitiative für mehr Lehrer erwirken, wo / wenn es keine gibt ?

    • In S-H warten immer noch viele Hochschulabsolventen auf einen Referendariatsplatz, wenn ihre Note nicht 1 (mit Sternachen) und ihre Fächer keine Mangelfächer sind. Mehr Referendariatsplätze wäre da doch mal eine Maßnahme …

      • Einverstanden.

        Eine gewisse Flexibilität (Umzugsbereitschaft) doch aber auch, oder?

      • Ich weiß nicht, warum es nicht genügend Referendariatsplätze gibt.

        Womöglich kosten sie auch? Die Referendare wollen (egal, wie viel sie bekommen) auch bezahlt werden; ihre Mentoren wollen Abminderungsstunden erhalten (das müssen also andere Lehrer machen, aber an denen mangelt es ja) und Studienleiter verdienen sicherlich gar nicht so schlecht.

        Es bedarf also wieder mal mehr Geld. Aber wollten wir nicht alle weniger Steuern zahlen? Und wollten wir nicht mehr Personal in der Altenpflege, bei der Polizei, in den Ämtern (und anderswo, was ich hier mal unerwähnt lasse). So dann wieder meine Frage: Wo soll das Geld herkommen oder wem soll es weggenommen werden?

        • Referendare werden bezahlt. Klar. War es nicht in MV, wo nun überlegt wurde, dass Refs mehr eigenverantwortliche Stunden erteilen müssen? In anderen BL wurde dieser Wert in den vergangenen 15 Jahren schon verändert.

          Anerkennungsstunden für Refs gibt es längst nicht überall. Man bekommt die Aufgabe als Lehrkraft aufgetragen. Zusätzlich. Ohne Ausgleich. Bei der Betreuung von Quereinsteigern wird es ähnlich sein.

          Studienleiter verdienen eine Zulage rund um 100 € (ich weiß zurzeit nicht genau, wie viel) und erhalten je nach Größe ihres Seminars Anrechnungsstunden.

          • Mag sein, dass meine Vermutungen (mehr war es ja nicht) nicht alle zutreffen bzw. ausschlaggebend sind, aber mehr Referendare kosten eben auch mehr Geld (Gehalt). Personalkosten sind bekanntlich immer die höchsten. Dann liegt es eben “nur” daran. Oder woran?

            Oft ist das auch mit “Kleinigkeiten” verbunden, an die keiner denkt, die sich aber summieren, z.B. wenn man infolge höherer Zahlen an Referendaren mehr Räume braucht, die vielleicht angemietet werden müssen, die im Winter beheizt werden müssen, die ja auch von irgendwem gesäubert werden müssen usw.-usf.

            Es hängt eben alles mit allem zusammen.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*