Zentrale Klassenarbeiten und Qualitätskontrollen: CDU erhöht Druck auf Lehrer

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STUTTGART. Das Absacken baden-württembergischer Schüler in bundesweiten Vergleichstests war für das Ländle ein Schock. Hält nun der Leistungsgedanke stärker Einzug in den Schulen? Die mitregierende CDU-Fraktion ist jedenfalls dafür – sie erhöht den Druck auf die Schulen.

Reinhart fordert Sofortmaßnahmen an Schulen. Foto: Reinhart / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Nach dem Absacken baden-württembergischer Schüler in bundesweiten Leistungstests fordert CDU-Landtagsfraktionschef Wolfgang Reinhart Sofortmaßnahmen. «Wir müssen jetzt schnell handeln, unnötige Zeitverluste sind nicht akzeptabel», sagte Reinhart im Gespräch.

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Der CDU-Politiker sprach sich dafür aus, die Schüler bereits vom Schuljahr 2018/2019 an in den vierten und zehnten Klassen zentrale Klassenarbeiten in Deutsch, Mathe, Englisch oder Französisch schreiben zu lassen. Die Inhalte der Arbeiten sollen nach seinen Worten einheitlich vom Kultusministerium vorgegeben werden, damit die Ergebnisse vergleichbar sind. Zudem müsse es ab dem Schuljahr 2018/2019 für alle Schulen im Land alle zwei Jahre verbindliche und nach einheitlichen Kriterien ausgerichtete Qualitätsüberprüfungen geben. Daraus solle ersichtlich werden, wo jede Schule und jeder Schüler im Land stehe.

Zwei neue Einrichtungen

Praktisch sollen diese beiden Maßnahmen künftig vom neuen Institut für Bildungsanalysen durchgeführt werden. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will bis Anfang 2019 zwei neue Einrichtungen gründen: Das Institut für Bildungsanalysen liefert die wissenschaftlichen Erkenntnisse, auf deren Grundlage das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Unterstützungsangebote für Lehrer und Schulen entwickelt.

Eisenmann hat zudem bereits angekündigt, den Fokus in den Schulen mehr auf Qualität und Leistung legen zu wollen – auch mit der Einführung zentraler Klassenarbeiten. So erteilte sie auch der umstrittenen Methode «Schreiben nach Gehör» in den Grundschulen eine Absage und beendete den Schulversuch «Grundschule ohne Noten».

Baden-Württembergs Schüler waren in mehreren Vergleichsstudien deutlich abgesackt. Früher hatte das Bundesland hingegen regelmäßig Spitzenplätze inne. Die CDU-Landtagsfraktion will sich bei ihrer Klausur von diesem Dienstag bis zum Donnerstag mit dem Thema beschäftigen.

Manche CDU-Politiker beäugen insbesondere die von der grün-roten Vorgängerregierung eingeführte Gemeinschaftsschule kritisch: An der neuen Schulart gibt es in der Regel keine klassischen Zeugnisse, sondern sogenannte Lernentwicklungsberichte.

Reinhart forderte zudem, dass Kinder mit sprachlichem Förderbedarf vor der Einschulung fundiert untersucht und «verbindlich» gefördert werden. «Sprache und die damit verbundene Fähigkeit zum Lesen sind das Fundament für eine erfolgreichen Bildungsweg», erklärte er. dpa

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4 KOMMENTARE

  1. Zentrale Klassenarbeiten haben sich bisher ausnahmslos als Nivellierung auf geringem Niveau und generelle Niveauverflachung erwiesen. Wenn alle Schulen in Baden Württemberg alle zwei Jahre einem Qualitätstest unterzogen werden sollen, müsste der Fraktionschef eine Menge Geld für das neu einzustellende prüfende Personal investieren wollen. Außerdem sind die Schulen vor lauter äußerem Druck wegen der Prüfungen kaum noch in der Lage, das Alltagsgeschäft zu betreiben.

    Aus meiner Sicht gibt es eine ganz einfache Möglichkeit: Rückkehr zu den Lehrplänen von vor Kretschmann, auch wenn die nicht viel mit Kompetenzen und Abitur für alles und jeden zu tun haben.

    • Die Prüfer achten doch nur noch auf die Gewichtszunahme und rechnen sie sich schön, notfalls für jedes Schwein einzeln und relativ zum Gewicht bei der vorigen Messung. Der prozentuale Mittelwert wird dann (natürlich ohne Angabe von Median, Standardabweichung und Quartile) als Erfolg verkündet. Allerdings wundern sich die Metzger zum Schlachttermin über das geringe (absolute) Gewicht der Schweine, teilweise auch wie sie laut Prüfbericht trotz nur zwei Beinen laufen können sollen.

  2. Bildung und Politik fangen schon mit anderen Buchstaben an. Kein Wunder, Das Politiker so einen Schwachsinn verzapfen. Aber nun mal in jedem Bundesland

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