IQB-Studie: Rheinland-Pfalz zieht Konsequenzen – aber welche?

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MAINZ. Die IQB-Studie zu den Fähigkeiten von Viertklässlern hat Fragen aufgeworfen – vor allem bei den Ergebnissen zum Zuhören und zur Rechtschreibung. Jetzt wird überlegt, welche Schlussfolgerungen zu ziehen sind.

Die Grundschule ist seit dem Absturz im IQB-Viertklässlertest unter Druck geraten. Foto: Shutterstock
Die Grundschule ist seit dem Absturz im IQB-Viertklässlertest unter Druck geraten.                        Foto: Shutterstock

Im Anschluss an eine Studie zum Leistungsstand von Viertklässlern bereitet das rheinland-pfälzische Bildungsministerium gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Unterrichtsqualität an den Grundschulen vor. Nach einem ersten Fachgespräch im November werde es im Februar eine zweite Runde geben, um mit Gewerkschaften, Elternverbänden und der Schülervertretung Folgerungen aus der im Oktober vorgelegten Studie zu ziehen, teilte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am heute im Landtagsausschuss mit. «Ziel ist, dass wir im nächsten Schuljahr die ersten Maßnahmen in Angriff nehmen können.»

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«Mir ist wichtig, dass alle Kinder die bestmögliche Bildung erhalten», betonte Hubig. Gerade zu Beginn des schulischen Werdegangs seien Schreiben, Lesen und Rechnen von entscheidender Bedeutung. Als Überlegungen nannte sie die Entwicklung eines einheitlichen Grundwortschatzes und ein Programm mit dem Motto «Mathe macht stark» in Ergänzung zu dem in diesem Schuljahr gestarteten Programm «Lesen macht stark». Dabei nutzt Rheinland-Pfalz Erfahrungen aus Schleswig-Holstein.

Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends zum Leistungsstand von Viertklässlern erläuterte im Bildungsausschuss die Mitverfasserin Petra Stanat. «Wenn man Kompetenzsteigerung erreichen möchte, muss man ansetzen am Unterricht», sagte die Wissenschaftlerin des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität in Berlin. Die Struktur von Bildungssystemen oder die Diskussion über Frontalunterricht oder offenen Unterricht sei im Vergleich dazu von weit geringerer Bedeutung.

Obwohl die Vielfalt der Herkunftsfamilien in der Schülerschaft in Rheinland-Pfalz seit 2011 größer geworden sei, seien die Leistungen in Lesen und Mathematik stabil geblieben. Eine ungünstige Entwicklung gebe es allerdings beim Zuhören. In den Rechtschreibleistungen sei der Anteil der Kinder unter dem Mindeststandard bundesweit zu hoch. «Kinder sind unabhängig vom Zuwanderungshintergrund in ihren Schulen gut integriert», betonte die Professorin. Sie plädierte dafür, bei den Ergebnissen vergleichender Bildungsstudien weniger auf die Rangliste der Bundesländer zu achten als auf Veränderungen in der zeitlichen Entwicklung.

Die Ergebnisse für Rheinland-Pfalz seien kein Ergebnis, über das man jubeln könne, sagte Hubig. Bei dem Fachgespräch am November habe aber auch ein breiter Konsens bestanden, «dass Panikmache fehl am Platz ist». dpa

Die Grundschullehrer sollen schuld sein? Das IQB-Desaster spiegelt vor allem eins: die völlig vermurkste Inklusion!

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1 KOMMENTAR

  1. Schwache Rechtschreibung ist in sehr vielen Fällen auf zu wenig Übung zurückzuführen.
    Schwäche im Zuhören ist in sehr vielen Fällen eine Erziehungsfrage.

    Ob allerdings mit einer Ampel-Koalition mit einem SPD-geführten Bildungs- und einem Grünen-geführtes Familienministerium eine Rückkehr zu weniger Einheits- und Ganztagsschule sowie zur Leistungsorientierung in Angriff genommen wird, darf ernsthaft bezweifelt werden.

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