München führt weitgehende Gebührenfreiheit für Kitas ein

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MÜNCHEN. Eltern aus ganz Bayern dürften nun neidisch nach München schauen: Der Besuch des Kindergartens wird dort komplett kostenlos, auch Krippe und Hort werden gratis oder deutlich günstiger. Kritik gibt es dennoch.

Spendiert das Münchner Rathaus Wahlgeschenke? Foto: Razvan Orendovici / flickr (CC BY 2.0)

Der Kindergarten wird in München kostenlos: Die Landeshauptstadt führt ab September eine weitgehende Gebührenfreiheit für Drei- bis Sechsjährige in der Kindertagesbetreuung ein. Die Regelung gilt nicht nur für alle städtischen Kindergärten und Häuser, sondern auch für Kindergärten anderer Träger sowie Eltern-Kind-Initiativen, sofern diese an speziellen Fördermodellen teilnehmen. Darüber hinaus werden Krippe, Tagesheim und Hort bis zu einem Jahreseinkommen der Eltern von 50.000 Euro kostenfrei. Wer mehr verdient, zahlt künftig deutlich reduzierte Beiträge, wie das Referat für Bildung und Sport am Dienstag mitteilte.

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«Damit profitieren ab 1. September 2019 mehr als 61.500 Kinder in insgesamt 1100 von rund 1400 Münchner Kindertageseinrichtungen von einer deutlichen Elternentgeltreduzierung», hieß es. Mehr als die Hälfte davon, nämlich knapp 33 500 Kindergartenkinder, werden komplett von den Gebühren befreit, die anderen zahlen deutlich weniger als vorher. Auch das Spiel- und Materialgeld entfällt. Da die Kommune den Trägern die entgangenen Gebühren ausgleicht, kostet dies die Landeshauptstadt rund 43,8 Millionen Euro im Jahr.

“Zugang zu Bildung ist essenziell”

«Der Zugang zu hochwertigen Bildungsangeboten ist essenziell, um sich im Leben weiterentwickeln zu können», betonte die für den Bildungsausschuss des Stadtrats zuständige Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD). «Die gebührenfreie und gebührenreduzierte Kinderbetreuung ist ein wichtiger Beitrag zu Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit.»

Kritik gab es trotzdem: «Eltern müssen in München finanziell entlastet werden. Nun aber vor der Kommunalwahl einfache und schnell umgesetzte Wahlgeschenke zu verteilen, ohne weiter an den wirklichen Problemen bei der Kinderbetreuung zu arbeiten, wird den Münchner Eltern und Kindern nicht gerecht», bemängelte der FDP-Landesvorsitzende Daniel Föst. So fehlten Erzieher, um den Krippenausbau voranzutreiben. Zudem entsprächen die Öffnungszeiten der Kitas nicht den Lebensrealitäten der Eltern. dpa

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