Ermahnungen wirken (ein bisschen) – Trend zu Elterntaxis leicht rückläufig

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HANNOVER. Für Mama und Papa geht es morgens schneller, für den Nachwuchs ist es schön bequem: Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto direkt zur Schule. Doch Aktionen und Kampagnen gegen das Elterntaxi zeigen offensichtlich Wirkung.

Das Schild fehlt den Autos vieler Eltern – der Fahrdienst aber wird übernommen. Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

Im neuen Schuljahr bringen nach Einschätzung des Städte- und Gemeindebundes weniger Eltern als in den Vorjahren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. «Aus unserer Sicht nimmt der Trend zu Elterntaxis ganz vorsichtig ab», sagte der Sprecher des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Thorsten Bullerdiek. Das liege auch daran, dass Lehrer mittlerweile die Eltern bereits vor der Einschulung dafür sensibilisierten, die Kinder den Schulweg möglichst alleine zurücklegen zu lassen. Mehrere Städte in Niedersachsen beteiligen sich an Schulweg-Aktionen und Wettbewerben, um Schüler dazu zu animieren, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen.

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Der Trick: Sammel-Haltestellen, von denen Schüler gemeinsam zur Schule gehen

«Wir versuchen, ohne Elterntaxi-Verbote auszukommen, und setzen auf Einsicht und Freiwilligkeit der Eltern», sagte Stephan Onnen, Sprecher der Stadt Oldenburg. So beteilige sich seit Beginn des neuen Schuljahres mittlerweile die fünfte Grundschule in Oldenburg an dem Konzept «Schulexpress». Die in Bremen ansässige Initiative hat das Ziel, um die Schulen herum gut sichtbare Sammel-Haltestellen einzurichten, von denen aus die Kinder in maximal 15 Minuten gemeinsam zur Schule gehen können. So wird das Parken und Rangieren im Umfeld der Schule vermieden – und die Kinder bekommen vor und nach der Schule Bewegung an frischer Luft.

Auch in der Region Hannover geht man von einem Rückgang des Elterntaxi-Trends aus. Dort hat sich das Aktionsnetzwerk «Movidu» zum Ziel gesetzt, Alternativen zu Papas oder Mamas Hol- und Bringdienst aufzuzeigen. Für «Projekte zur Förderung des nachhaltigen Mobilitätsverhaltens von Kindern und Jugendlichen» stellt die Region Hannover jährlich 20 000 Euro bereit.

Halteverbotszonen um die Schulen? Bringen nichts

«Mit Halteverbotszonen und “Bannmeilen” um die Schulen kommt man dem Phänomen der Elterntaxis nicht bei», sagte Sven Jürgensen, Sprecher der Stadt Osnabrück. Dann verschiebe sich der morgendliche Stau eben auf die Grenze der Sperrzone – damit sei nichts gewonnen. Die Stadt Osnabrück hat im vergangenen Jahr alle Grundschulen zum Thema Elterntaxis befragt. «Es gibt kein Patentrezept», sagte Jürgensen zum Ergebnis. An einer Grundschule habe eine Einbahnregelung zur Entspannung geführt, an einer weiteren Schule konnte ein vorhandener Parkplatz mit einbezogen werden. «Freiwilligkeit und Einsicht in die Notwendigkeit, dass der Schulweg besser zu Fuß zurücklegt wird, sind besser als kommunale Regelungen», bilanzierte der Stadtsprecher.

Aus Sicht der Landesverkehrswacht bleiben die Elterntaxis ein «Dauerproblem». Es gebe die klare Empfehlung, dass Kinder zumindest einen Teil des Schulwegs zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen sollten, sagte Geschäftsführer Nicolai Engel. «Das fördert nicht nur die Beweglichkeit und die Konzentrationsfähigkeit. Die Kinder lernen so auch, sich im Straßenverkehr zu bewegen.» dpa

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