Jetzt doch keine kostenlosen Schüler-Warnwesten – Sponsor steigt aus

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BERLIN. Die Berliner Erstklässler hätten kostenlose Warnwesten in leuchtendem Orange bekommen. Aber gleichzeitig wären die Mädchen und Jungen als Werbeträger herumgelaufen. Nun ist die Aktion aus anderen Gründen vom Tisch.

Die Warnwesten bleiben erst mal im Lager. Foto: Shuttesrstock

Die neuen Berliner Grundschüler bekommen zu Beginn ihres ersten Schuljahres doch keine Warnwesten geschenkt. Nach einem Streit mit dem Senat hat sich die Sponsor-Firma Autodoc aus der gemeinsamen Aktion zurückgezogen und will ihre Westen nun lieber an die eigenen Kunden verschenken. Es sei nicht sinnvoll, «weiter Zeit zu vergeuden», um auf eine Entscheidung der Berliner Schulsenatorin zu warten, sagte Sprecher Thomas Casper am Dienstag.

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Kürzlich war bekannt geworden, dass Werbeanzeigen von Autodoc, einem großen Internetvertrieb für Auto-Ersatzteile, vor zwei Jahren auf sechs schwedischen Internetseiten mit rechtsextremen Inhalten erschienen waren. Autodoc betonte, man habe mit Rechtsextremismus und Rassismus nichts zu tun und distanziere sich davon. Anzeigen der Firma würden auf 20.000 Internetseiten in 26 Ländern erscheinen. Das würde von eigens beauftragten Firmen erledigt, ohne dass Autodoc genaueres darüber erfahre.

Warnwesten an Schüler verteilen? Senat lässt auf sich warten

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte vor zwei Wochen angekündigt, den Verfassungsschutz einzuschalten, um prüfen zu lassen, ob es Bedenken gebe (News4teachers berichtete). Nun teilte ihre Behörde mit: «Die Firma ist nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse in Berlin nicht mit rechtsextremen Bezügen aufgefallen. Aufgrund der Größe und Reichweite der Firma war eine abschließende Beurteilung aber bisher nicht möglich.»

Autodoc erklärte, der Verfassungsschutz habe offenbar nichts Belastendes gefunden. «Das ist eine gute Nachricht und das haben wir auch erwartet.» Es gebe aber trotzdem keine Entscheidung des Senats, die 34.000 orangefarbenen Warnwesten mit Werbeaufdruck wie geplant an die Schüler zu verteilen. Daher würden sie jetzt jedem Internetkunden bei dessen Bestellung kostenlos angeboten. «Wir denken, dass die Kunden dieses Angebot zu honorieren wissen.» dpa

 

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1 KOMMENTAR

  1. Beachte: niemand wirft der Firma vor, sie habe rechtsextreme Inhalte verbreitet. Sondern ihre Anzeigen erschienen unter 20.000 anderen auch auf 6 rechtsextremen Internetseiten.
    Es ist klar, dass die Berliner Regierung in solchen Fällen sehr genau und zeitaufwendig prüfen muss, ob nicht doch eine rechtsextreme Kontamination vorliegt. Sonst werden die Kleinen über die Warnwesten angesteckt und wählen am Ende rechtsextrem.

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