Philologen warnen: Schüler werden zunehmend sorglos

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MAINZ. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz hat sich am Freitag besorgt über eine zunehmende Nachlässigkeit unter Schülern beim Abstandhalten gezeigt. «In den letzten Tagen beobachten wir eine zunehmende Sorglosigkeit in der Bevölkerung, die sich leider auch auf das Verhalten in den Schulen niederschlägt», erklärte die Landesvorsitzende der Vertretung von Lehrkräften an Gymnasien, Cornelia Schwartz.

Der Mindestabstand von 1,50 Metern müsse überall beachtet werden, so Schwartz – in den Schulfluren, auf dem Pausenhof, im Klassenzimmer und bei der Schülerbeförderung. «Kann dieser Abstand aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht eingehalten werden, verbietet sich eine weitere Öffnung der Schulen», fügte die Philologen-Chefin hinzu.

Das Bildungsministerium und die Landesvertretung der Schülerinnen und Schüler (LSV) in Rheinland-Pfalz veröffentlichten am Freitag ein Video mit einem Appell zur Einhaltung der Hygiene-Regeln veröffentlicht. «Angesichts der Herausforderungen, vor die Corona unsere gesamte Schullandschaft stellt, müssen wir als Schulfamilie zusammenhalten», erklärte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Der im Internet veröffentlichte Zwei-Minuten-Film trägt den Titel: «Ich schütze dich und du schützt mich». dpa

Rabe: Jüngere Schüler halten sich besser an Corona-Regeln als ältere

 

 

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3 KOMMENTARE

  1. Ja …es kommt völlig überraschend, dass die Kinder und Jugendlichen diese Regeln nicht einhalten. Ich bin auch völlig überrascht ….
    Ganz ehrlich hat hier wirklich irgendjemand ernsthaft erwartet, dass die Kinder deren Vorbilder ebenfalls uneinig über die Gefährlichkeit dieser Pandemie Situation sind, uns ein Exempel an vorbildhaftem Verhalten statuieren könnten?
    Diejenigen, die sich schützen wollen werden von denjenigen daran gehindert, die diese Situation als ungefährlich und damit die Massnahmen als nichtig einordnen.
    Ist doch schon unter den Erwachsenen zu beobachten, dass die Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Davon dass mir letztens jemand ins Auto gehustet hat will ich gar nicht reden.

    Im Winter wird es sicher nicht besser. Schlechte Belüftung, Uneinigkeit über das Einhalten der Verhaltensregeln und Übertragung der Viren durch das Sprechen (soll ja im Frontalunterricht auch passieren) wird die gesamte Situation wieder hochkochen.
    Man kann nur hoffen, dass bis dahin Medikamente zur Verfügung stehen.

  2. Die Schüler können die Diskrepanz zwischen „draußen“ (dem Verhalten der Erwachsenen auf der Straße und dem wie geredet wird) und dem „in der Schule“ nicht unter einen Hut bringen.
    Wem wollen sie glauben, wenn augenscheinlich draußen jetzt irgendwie doch alles wie immer weiter geht und in der Schule nur die Hälfte der Räume genutzt werden können, weil vor allem die Zugänge, aber auch die Räume selbst und die Einrichtung nicht geeignet sind, ausreichend Abstand zu gewährleisten, wenn Lehrer nicht in die Schule kommen, einige Schüler auch nicht, Sekretärinnen hinter Glas sitzen, sie den Haupteingang, die gewohnten Toiletten, die Mensa etc. nicht nutzen dürfen?

    Kinder und Jugendliche neigen sicher eher dazu, nicht so weit in die Zukunft und nicht so intensiv über Ursache und Wirkung nachzudenken, eher impulsiv zu handeln, sich auch eher von ihren momentanen Bedürfnissen leiten zu lassen.
    Wen wundert es da, dass sie sich lieber die „lockereren“ Vorbilder aussuchen.
    Was erst, wenn nun die Minister auch hinsichtlich der als besonders gefährdet eingestuften Lehrer zurückrudern und sie doch in die Schulen holen. Dann kann das alles doch gar nicht so schlimm sein…
    Ich hoffe, wir können auch in einem Jahr noch über alle, die jetzt vor den Folgen warnen, immer noch sagen, dass sie sich geirrt haben.
    Und selbst wenn es nicht mehr schlimmer käme als bisher, kann niemand beweisen, dass es nicht am besonnene und schnellen Handeln gegen die Infektionsgefahr lag, einen stärkeren Ausbruch verhindert zu haben.
    Wenn wir uns aber nicht irren… wer zeichnet dann für die Folgen der „Lockerungen“ (schon das Wort verführt zu m.E. verhängnisvollen Assoziationen) verantwortlich?
    Letztendlich müssen die Kinder alle Folgen tragen, viel länger und nachhaltiger als wir.

    Übrigens:
    Ja, wir haben jetzt gute Belüftung! Man könnte das auch anders ausdrücken: 4 Stunden Durchzug bei 5 Grad am Morgen – die Kinder verkrümeln sich in ihrer Jacke und dürfen sich nicht von der Stelle rühren, die Lehrer arbeiten sich warm und geben den Alleinunterhalter.

  3. Wenn selbst die eigenen Kollegen und Kolleginnen in der Schule die Regeln bereits nach 14 Tagen eigenständig lockern oder missachten wundert mich das Verhalten der Schüler/-innen nicht…
    Meine Beobachtung: Kollegen schon nach wenigen Tagen selbst ohne Mundschutz im gesamten Gebäude und auf dem Schulhof unterwegs… Ansage der Schulleitung, MNS solle in den Pausen nicht getragen werden von den Schülern, die bekämen ja nicht genügend frische Luft… Alle Schüler innerhalb einer Stunde dürfen an der Tafel rechnen… usw.

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