Versuchen Lehrer, sich vor dem Unterricht zu drücken? Ärzte behaupten das

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OSNABRÜCK. Eine angeblich hohe Zahl an Lehrern strebt aus Angst vor einer Corona-Ansteckung eine Befreiung vom Unterricht in der Schule an. Das sorge bei Ärzten für Verärgerung – sagt der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Wörtlich erklärt er darin: „Es ist schon unverständlich, dass die Berufsgruppe der Lehrer für sich ein solches Schutzprivileg in Anspruch nimmt.“ Zahlen, die den Vorwurf belegen würden, gibt es nicht.

Wollen viele Lehrer sich eine Befreiung vom Präsenzunterricht erschleichen? Ärzte behaupten das. Foto: Shutterstock

Tatsächlich hatte in der vergangenen Woche auch die „Hessisch-Niedersächsische Allgemeine“ über einen Allgemeinmediziner aus dem Kreis Kassel berichtet, der sich über Lehrer auslässt. Sein – ebenfalls unbelegter – Vorwurf: „Viele Lehrer missbrauchen die Corona-Verordnungen, um nicht unterrichten zu müssen, obwohl sie nicht gefährdeter sind als andere.“ So habe beispielsweise ein Lehrer ein Attest haben wollen, der „vor drei Jahren mal ein Asthma-Spray verschrieben bekam“. 50-Jährige mit Bluthochdruck wollten angeblich vom Schuldienst freigestellt werden, so wie es die Verordnungen des Robert-Koch-Instituts vorsehen.

Der Arzt hält das für ungerecht gegenüber Vertretern anderer Berufe: „Medizinische Mitarbeiter arbeiten auch mit Bluthochdruck. Keiner ist zu Hause geblieben. Dabei ist man dem Risiko dort doch viel mehr ausgesetzt als in der Schule“, so zitiert ihn das Blatt.

Nehmen Lehrer „Schutzprivileg für sich in Anspruch“?

Kinderarzt-Präsident Fischbach schlägt nun in die gleiche Kerbe, in dem er von wachsendem Unmut in den Praxen über Lehrer spricht. „Es ist schon unverständlich, dass die Berufsgruppe der Lehrer für sich ein solches Schutzprivileg in Anspruch nimmt“, sagt er. Andere Berufsgruppen würden „tatsächlich kranke Patienten versorgen“ und wiesen wie die Kinderärzte ein wesentlich höheres Durchschnittsalter als Lehrer auf. Ungeachtet dessen würden sie „an der Gesundheitsfront nach wie vor ihren Mann stehen“,meint Fischbach.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte gehört zu den vier medizinischen Fachgesellschaften, die gestern mit einer Stellungnahme, in der sie eine weitgehende und zeitnahe Öffnung von Kitas und Schulen fordern, für Schlagzeilen gesorgt haben (News4teachers berichtet ausführlich über die Forderung und die Reaktionen darauf – hier nachzulesen). „Kitas und Schulen können wieder uneingeschränkt öffnen, ohne dass massive Einschränkungen durch Kleinstgruppenbildung oder Abstandswahrung und Maskentragen nötig sind“, so heißt es in dem umstrittenen Papier.

Bis zu ein Drittel der Lehrer sind im Homeoffice

Je nach Bundesland nimmt nach Angaben der Kultusministerien bis zu ein Drittel der Lehrer gegenwärtig keinen Unterricht in der Schule wahr, weil sie aufgrund ihres Alters oder anderer persönlicher Umstände vom Präsenzunterricht befreit sind. Sie verrichten stattdessen Arbeiten für die Schule von zu Hause aus, soweit dies angefordert wird und möglich ist. In Niedersachsen liegt der Anteil nach einer Erhebung des Kultusministeriums bei rund 20 Prozent. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Werden Lehrer aus Risikogruppen bald zum Präsenzunterricht verpflichtet? Das erste Bundesland bereitet offenbar ihren Einsatz vor

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118 KOMMENTARE

      • Bis jetzt hat doch niemand gefragt, ob eine Lehrkraft Diabetis, Bluthochdruck oder was dergleichen auch immer hat, das sie zum Teil der Risikogruppe werden lässt. Erst die erlasslage hat doch dazu geführt, dass die Lehrkräfte eine entsprechende ärztliche Bescheinigung beibringen mussten. Im Regelfall bekommt der Arbeitgeber den Befund einer ärztlichen Untersuchung nicht mitgeteilt. Im speziellen Fall hat der AG aber angeordnet, die Zugehörigkeit zur Risikogruppe nachzuweisen. Gleichzeitig sagt derselbe AG ja auch, dass wer als Angehöriger der Risikogruppe freiwillig Unterricht abhält, im Fall einer Infektion mit SARS-COV2, diese nicht als „Arbeitsunfall“ angesehen werden kann bzw. der Geschädigte individuell nachweisen muss, dass er sich während des Schulbetriebs infiziert hat.

        Wenn ich bedenke, welchen „hohen“ Stellenwert das Thema Lehrergesundheit während der letzten zwei Jahre gehabt hat und wie viel Zeit darauf in SchILF-Veranstaltungen verbraten worden ist, und welchen Stellenwert die Lehrergesundheit jetzt in den Augen des AG hat, dann motiviert mich das ungemein:(

        • Ich bin Sanitäter in einem Krankenhaus. Wir transportieren täglich Corona Patienten, uns fragt niemand ob wir Vorerkrankungen haben oder wie lange wir unsere Angehörigen sehen können aus Angst sie anzustecken. Wir müssen, wenn wir positiv auf Covid getestet werden solange weiter arbeiten bis Symptome auftreten. Unsere Wöchentliche Arbeitszeit wurde für den Fall der Fälle auf 60std. hochgestuft. Jeder Busfahrer ist besser geschützt als wir. Ich komme mir in diesem Land als Krankenhaus Mitarbeiter langsam wie ein Mensch zweiter Klasse vor.

          • Ich gebe Ihnen völlig Recht, die von Ihnen geschilderte Situation ist fahrlässig und schwer zu ertragen.
            Sie wird aber nicht dadurch besser, dass in anderen Bereichen ebenso fahrlässig gehandelt wird.
            In sofern sollten eigentlich alle Arbeitnehmer, die unter solchen Rahmenbedingungen arbeiten, zusammen und nicht gegeneinander protestieren!

          • Na dann empfehlen wir doch die Weiterbildung zum Notfallsanitäter. Verbessert den Arbeitsschutz in keinster Weise, dafür aber die Eingruppierung. Eine höhere Eingruppierung führt dann über das höhere Entgelt auch zu höheren Leistungen der Berufunfähigkeitsversicherung und bei den Witwen- und Waisenrenten.

          • Was Sie schildern ist schlimm. Die Ausbeutung im medizinischen Bereich muss enden. Sie haben meine Solidarität. Leider nützt die Ihnen wenig.Wir brauchen hier ein politisches Handeln und echte, konkrete Verbesserungen.

      • ….. und was ist Ironie ?
        Die hier abgedruckten Kommentare sind nicht repräsentativ, wie ich von befreundeten Lehrern erfahren habe, trotzdem zirkulieren diese Stilblüten in der Elternschaft.

      • Ich arbeite mit 64 Jahren als Kassenarzt mit Patienten in einer neurologischen Praxis und kann bei Untersuchungen u Therapien keinen Abstand halten! Bis 62 Jahren muss man als Kassenarzt in Bayern den Notdienst, der mit erhöhtem Infektionsrisiko verbunden ist, ableisten. Auch Pflegepersonal oder Reinigungskräfte in Kliniken können sich nicht mit über 60 von ihrer Arbeit drücken, zumal das reguläre Rentenaltereintrittsalter bereits über 65 liegt
        Es leuchtet mir deshalb nicht ein, weshalb zB ein fitter Gymnasiallehrer in einem altersentsprechenden Zustand mit über 60 bei wesentlich geringerem Infektionsrisko keinen Präsenzunterricht abhalten sollte. In dieser Krise müssen nämlich alle zusammenhalten und es ist absolut egoistisch und unpassend, wenn die GEW sogar fordert, dass Lehrern über 65 der Präsenzunterricht verboten werden soll

        • Als Kassenarzt sind sie selbständiger und somit für die Einhaltung der arbeitsschutzvorschriften für sich und ihre Angestellten verantwortlich.

          Lehrkräfte sind öffentlich Bedienstete, die entweder verbeamtet oder angestellt sind, und somit Anspruch darauf haben, dass ihr Dienstgeber die geltenden Regeln des Arbeitsschutzes umsetzt. Die ist den Ländern aber derzeit nicht möglich. Dies ist der tatsache heschuldet, dass das Land keinen Zugriff auf die „Betriebsstätten“ hat, da diese sich nicht in ihrem Eigentum bzw. rechtlichen Zuständigkeitsbereich befinden. Ebensowenig sehen sie die Länder als Arbeitgeber in der alge, den Lehrkräften Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen.

          Sind eigentlich ihre Kollegen und Kolleginnen, die im Angestelltenverhältnis in Kliniken beschäftigt sind, ebenfalls verpflichtet die Schutzausrüstungen eigenständig zu finanzieren?

          Setzen die Kliniker und sie als Kassenarzt für die Tele-Medizin dann auch private Endgeräte ein? Wenn ja, dann dürften Sie und dei anderen aber erhebliche Schwierigkeiten mit den diversen räumlich zuständigen Staatsanwaltschaften in näherer Zukunf bekommen.

          • Ich bin zu 100% bei Dr. Bauer und kann dies aus der Klinikerfahrung nur bestätigen.
            Sich vor der Arbeit zu drücken bringt es auf den Punkt!

          • Aus dem Artikel:
            Zahlen die das belegen gibt es nicht. Somit verbreiten Sie Fake-News.

        • Wann in Ihrem Beruf sind Sie mit 30 Personen gleichzeitig auf engem Raum konfrontiert, eine Stunde später mit 30 anderen Personen, und so fort, 6 Stunden lang? Wo ist denn da das „Wesentlich geringere Infektionsrisiko“?
          Wo ist das Problem mit homeschooling bei Schülern der Mittel- und Oberstufe? Betreuung etwa?
          Warum bieten Hochschulprofessoren nicht einmal reguläre Beratungsgespräche an, um sich vor Corona zu schützen? Jeder schützt sich doch, so gut er kann, wenn es echte Alternativen gibt.

        • Ich gehe einmal davon aus, dass sie angemessen geschützt sind, wenn sie operieren oder Infektionskrankheiten behandeln. Schauen Sie mal in eine Schule, wie geschützt hier alle rumlaufen.

    • Das sind sicher genau die Typen, die ein Attest gegen Lateinuntericht ausstellen (kein Witz, habe ich mit eigenen Augen gesehen!).

      • Hatte ich auch mal. Stand sogar der Name der unterrichtenden Lehrkraft drauf!
        Ist aber trotz Pürfung vom Schulamt durchgegangen _.)

        • Pro Schulwoche drücken sich in der Regel deutlich mehr Schüler und Schülerinnen vor dem Unterricht als Lehrkräfte. – Gut, die SuS tun das unentgeltlich solange kein Ordnungswidrikeitenverfahren eingeleitet wird und sie für das Fernbleiben zahlen müssen.

    • Ich möchte mal zu bedenken geben:
      Gerade lese ich, dass die CDU erstmals einen virtuellen Parteitag abhalten wird.
      Wie uns die Politik zeigt, ist man auch dort daran interessiert, keine Infektion zu bekommen. Unsere Häuptlinge machen uns also vor, was wir hier am Bodensatz kontrovers diskutieren.
      Schule ist bedauerlicher weise keine freiwillige Veranstaltung. Sondern PFLICHT. Darin liegt das Problem. In diesen Zeiten sollte die Schulpflicht der Bildungspflicht weichen!
      Wir wissen mittlerweile, dass ein guter Mundschutz helfen kann eine Infektion zu verhindern. ABER in der Schule besteht kein Mundschutz. Mal abgesehen davon, dass nicht ausreichend professionelle Mundschutze zur Verfügung stehen. Daher werden wir hier immer noch im Glauben gelassen, es würde nichts bringen. FAKT: es ist untersucht und bestätigt, dass ein Mundschutz die Übertragung verhindert.
      FAKT ist , dass durch Aerosole die Viren übertragen werden. ABER wir diskutieren über 1,5 m Abstand in den Schulräumen. Nicht nur die Lehrer sind gefährdet, sondern auch Schüler > 10 Jahre (natürlich möchte ich nicht vergessen die Island Studie zu erwähnen…. Gääähn. Tatsächlich zeigen Studien mit anderen Viren genau dass, was sich auch in Zukunft zeigen wird. Viren werden von jung nach alt und zurück übertragen. Die einen werden halt krank, die anderen übertragen nur und in den meisten Fällen wird auch der Überträger krank). Eigentlich ganz einfach.
      Für all diejenigen, die noch nicht verwirrt genug sind: KEINER weiß, zu welcher Gruppe er gehören wird. Es spielt keine Rolle, ob Sie belesen sind oder dumm, die Übertragung wird geschehen. Nach Schätzung der AOK haben 25% der deutschen Bevölkerung relevante Vorerkrankungen für einen schweren Verlauf mit COVI 19.
      Ernsthaft diskutieren wir hier herum ob es korrekt ist, dass manche Lehrer sich krank melden weil sich schlicht um ihre Gesundheit haben. WARUM: weil unser System Schule alt und schlecht und lange überholungsbedürftig ist. Es völlig egal, ob ein Lehrer den Virus von einem Kind bekommt…umgekehrt funktioniert es genauso gut. Kinder können durch die Viren, die Lehrer abgeben genauso krank werden. Die Richtung ist doch völlig egal. Es funktioniert über die ATEMluft wunderbar in alle Richtungen. Schule ist aus allen bekannten Gründen nicht der Ort, an dem irgendwelche Hygienestandards gelebt werden können oder vor einer Infektion schützen könnten. Ganz offenbar ist das Gegenteil der Fall.
      Wir führen hier wirklich eine durch die Politik inszenierte Diskussion die uns aufspalten soll in die Besser-Menschen, die sich der Gefahr stellen alles überblicken, die „richtigen“ Studien im Blick haben und alle anderen als die Versager dieser Zeit diskreditieren wollen. Wo wir bei der anderen Grupp wären: eben diejenigen, die sich zu Recht Sorgen um ihr gesundheitliches Wohl machen. Es wird einerseits so getan als ob wir die Pandemie im Griff hätten, andererseits sitzt Herr Lauschet auch noch schön im Homeoffice….und Zusammenkünfte der Politik finden virtuell statt. Aber wir schicken aus wirtschaftlichem Druck heraus Schüler und Lehrer und deren vielleicht auch vorerkankten Angehörigen in einen gefährlichen Schulalltag.

      In dieser Gemengelage sollte eine freiwillige Teilnahme an dem Geschehen Schule möglich sein. Wieso wird nicht ein Aussetzen der Schulpflicht diskutiert? Mit allen Konsequenzen dieser Zeit. Alles andere ist so offensichtlich und fadenscheinig inszenierte Meinungs-und Politikmache.
      Dann können alle Ärzte und Eltern, die sich dem anschließen, Ihre Kinder in den Schulalltag entlassen und das Recht auf Bildung nutzen und dann schön in den Urlaub fahren (das ist ja in diesen Tagen auch wirklich das wichtigste!). Die anderen bleiben halt doof, dafür gesund und auf Balkonien.

      Ärzte sind übrigens ebenfalls Unternehmer, vor diesem Hintergrund kann ich auch nur die hier geposteten Meinungen interpretieren.

        • Ich trage ihn auch im Unterricht und lasse den Raum offen, Fenster und Tür. So bekomme ich es wenigstens nicht von meinen SuS, auch im Lehrerzimmer bleibt der drauf und wird nur zum Trinken oder Essen abgenommen.

  1. Pauschalverurteilungen eines Berufsstandes!
    Ich kann es langsam nicht mehr hören!
    Die meisten Lehrer reißen sich immer schon und gerade jetzt für ihre Schüler ein Bein aus.
    Hört endlich auf an die Mär vom „faulen Sack“ zu glauben.
    Alle wissen immer besser als die Lehrer, was Lehrer machen, denken, wollen oder lassen.
    Das grenzt schon an einen Volkssport, über die Lehrer herzuziehen.

    Die meisten Kollegen gehen gerne in die Schule und tun ihr Möglichstes.
    Schwarze Schafe gibt es überall. Leider stehen Lehrer immer in gewisser Weise in der Öffentlichkeit und jeder glaubt, den Beruf zu kennen und kann mitreden…

    Wenn man – mit welchem Problem auch immer – zum Arzt kommt, fällt in vielen Fällen gleich das Urteil: „Ja, und jetzt fühlen Sie sich von Ihrem Job überfordert und alles ist Ihnen zu viel?!“ -NEIN! Ich bin gerade einfach mal krank! Einfach so. Kann jedem mal passieren, auch einem Lehrer.
    Da muss keiner kommen und einem gleich eine psychische Erkrankung, einen Burnout oder was auch immer in der Richtung ans Ohr quatschen.
    Meinereiner geht schon lieber gar nicht zum Arzt, weil’s immer wieder auf solche Dialoge rausläuft. Und so geht’s vielen Kollegen.

    Vielleicht sollte man die Lehrer lieber mal ernsthaft fragen, was sie brauchen, um ihren Job normalerweise und jetzt besonders gut und lange durchzuhalten und weniger Gefahr zu laufen, gesundheitlich Schaden zu nehmen?!
    Vielleicht würden ja schon kleine Lerngruppen, Waschbecken, effektive Lüftungsmöglichkeiten den Kollegen die Angst nehmen?

  2. Na da sitzen die Mathematikgenies: Ungenaue Angaben mit deren Hilfe man unbegründet einen Vergleich zu anderen Berufsgruppen ziehen muss. Warum stellen Ärzte Atteste aus, die sie für ungerechtfertigt halten? Sind das nicht die Personen, die feststellen können, ob jemand Asthma hat oder nicht? Oder wurde der Kollege gar nicht krank geschrieben sondern hat es nur versucht und soll jetzt als Negativbeispiel für alle Lehrer herhalten? Der dumme Leser wird schon nicht merken, dass der gar nicht in die 20 Prozent hinein zählt, sondern dass dort nur die tatsächlich Kranken gezählt werden.

    Und dann nimmt man das Durchschnittsalter als Referenzgröße? Kinderärzte haben ein höheres Durchschnittsalter…. das heißt doch nur, dass es keine 25-jährigen Kinderärzte gibt, weil der Bildungsweg bis zum Facharzt länger ist als zum Lehrer. Das sagt doch auch gar ncihts darüber aus, wie alt die Lehrer sind, die sich krank schreiben lassen. Weil es 26- jährige Lehrer gibt, sollen sich die 70-jährigen bitteschön auch krank zur Arbeit schleppen.

    Die Mehrzahl der bei uns fehlenden Lehrer gehört zu der Gruppe Lehrer, die schon in Pension sind, aber zurückbeordert wurden wegen des Lehrermangels (bzw. die länger geblieben sind)
    Dann gibt es einige Schwangere, die sowieso jetzt oder in den nächsten Tagen in Mutterschutz gehen würden bzw. schon in Mutterschutz/Elternzeit sind.

    Ich persönlich fühle mich nicht übervorteilt, aber ich habe auch noch mein zwei Jahre altes Asthmaspray hier liegen und könnte mich krank schreiben lassen, wenn ich nur einen von diesen dummen Ärzten besuche, die nicht feststellen können, dass ich kein Asthma habe. (Ich gehöre tatsächlich selbst zur Risikogruppe, arbeite aber weiter solange ich das Gefühl habe, dass ich ausreichend geschützt bin. Meine selbstgebastelte Maske und das stinkende Desinfektionsmittel, dass uns gestellt wird, trägt dabei nicht zu meinem Sicherheitsgefühl bei.)

    Es ist Fakt, dass Pflegepersonal grauenhafte Arbeitsbedingungen hat. Frisöre fallen recht selten von Dächern, vielleicht sollten sich Dachdecker mal darüber beschweren, wie ungerecht das ist.

  3. Kinderarzt-Präsident (fordert er auch irgendwas? Denn fordern ist voll in. Alle fordern heut zu tage:))? „Zahlen, die den Vorwurf belegen würden, gibt es nicht.“ Zitatende. Braucht man gar nicht zu diskutieren.

  4. Bei uns sind alle Kolleginnen über 60 im Dienst – mit ohne Vorerkrankung. Dafür meine höchste Anerkennung, obwohl ich es fast schon ein bisschen leichtsinnig finde, das Berufsethos immer über die eigene Gesundheit zu stellen. Im Grundschulbereich ist es Usus, sich krank auf Arbeit zu schleppen, damit kein Unterricht ausfällt. Man hat immer das Wohl der Kinder im Blick und möchte nicht, dass Kolleginnen zwei Klassen gleichzeitig unterrichten müssen (was in Zeiten des Lehrermangels allzu oft passiert). Letztlich dankt es einem keiner (siehe viele der Kommentare hier), wenn man sich aufopfert und die eigene Gesundheit immer wieder hinten anstellt.

  5. Ja, ich bin Lehrer – und zwar leidenschaftlich. Ja, ich bin Vater von 5 Kindern – davon 3 schulpflichtig. Ja, ich nehme täglich 2 Asthmasprays – morgens und abends. Ja, ich bin besorgt. Ja, ich habe meinen langjährigen Lungenfacharzt gefragt, was er für mich diagnostiziert. Ja, ich gehe trotzdem meinem Dienstplan entsprechend in die Grundschule.

  6. Ich frage mich die ganze Zeit, was der Kinderarzt-Präsident mit den Krankschreibungen der Lehrer zu tun hat?
    Oder hat der das irgendwo gehört? Zahlen gibt es nicht – worauf stützt er sich dann?

    Absolut nicht nachvollziehbar…

  7. Hallo liebe Lehrer, zur Abwechslung auch mal ein Kommentar von der anderen Seite. Ich bin Arzt und Vater von 3.
    Dass Gejammer unter dem Artikel kann ich nicht nachvollziehen. Im Moment tut das Kollektiv der Lehrer alles, um seinen schlechten Ruf zu bekräftigen.
    1. Lehrer sind sich offensichtlich nicht ihrer priviligierten Situation bewusst. Während große Teile der Gesellschaft herbe finanzielle Einschnitte hinnehmen müssen oder gar um die Existenz bangen sind Lehrkräfte bei voller Bezahlung im Dienst oder Homeoffice oder frei.
    2. In der Krise haben wir erfahren, was wir schon lange ahnten: Lehrer sind nicht systemrelevant, werden aber von diesem System extrem geschützt und finanziert von Menschen, die auch in Corona-Zeiten arbeiten müssen.
    3. Keine Berufsgruppe hat gegen Arbeiten während der Corona-Pandemie geklagt. Stop, ich korrigiere: eine Grundschullehrerin in Frankfurt wollte ihrer Pflicht nicht nachkommen. Leider gescheitert. Allein die Klage ist ein Schlag ins Gesicht aller Ärzte, Pfleger, Supermarkt-Kassierer, Busfahrer, ect. Vor allem, weil Grundschulkinder eben nicht besonders gefährdet oder gefährlich sind.
    4. Wer glaubt, dass er seinen Beruf nicht ausüben sollte bis ein Impfstoff vorhanden ist (lächerliche Forderung der ebenso lächerlichen GEW) hat seine professionelle Daseinsberechtigung massiv beschädigt.
    5. Als Reaktion auf die Aussage meiner Kollegen im o. g. Text fällt Ihnen nichts besseres als Ärzte-Bashing ein. Nun, auch ich kritisiere, dass wir Ärzte viel zu schnell Krankmeldungen ausstellen. Als Chirurg darf ich Ihnen aber versichern, dass Lehrer von mir am liebsten am ersten Tag nach den Ferien operiert werden möchten. Ich lehne das regelmäßig ab und verweise auf die Fürsorgepflicht gegenüber den Schülern. Dafür ernte ich ungläubige Blicke.
    6. Seit dieser Woche sind die Grundschulen wieder teilweise geöffnet. Die meisten Schulen sind trotzdem der Auffassung, dass sie ein Anrecht auf den beweglichen Ferientag am Freitag haben. Ich finde es unsensibel nach 10 Wochen Unterrichtsausfall darauf zu bestehen und kaufe keinem Verfechter ab, dass ihm die Bildung der Kinder am Herzen liege.
    7. Wie können wir die Motivation der Lehrkräfte steigern und ihre Corona-Angst mindern? Ganz einfach: Abschaffung der Verbeamtung und Einführung der Kurzarbeit mit entsprechenden finanziellen Einbußen. Sofort würde sich die GEW für eine Öffnung der Schulen auf Basis der aktuellen Studienlage einsetzen.

    • Lächerlicher Kommentar. Hier werden alle Lehrer pauschalisiert. Weil der Herr Arzt hier ein paar Patienten kennt, die sich scheinbar wirklich gerne vor der Arbeit drücken und sich gerne außerhalb der Ferien operieren möchten. Die meisten Lehrer schieben wichtige Operationen ein halbes Jahr vor sich her, damit nicht zu viel Unterricht ausfällt.
      Wie hier allerdings aus einer Berufsgruppe heraus, die sich stets so benimmt, als sei sie „Gott“ und deutlich überbezahlt ist, gegen die Lohnfortzahlung der Lehrer gewettert wird ist widerlich.
      Zumal ich kaum glaube, dass hier irgendein Arzt aus Solidarität auch nur auf einen einzigen Cent verzichten würde.

      Falls es jemanden der selbst ernannten „Götter“ interessiert, so sieht es wirklich in Schulen aus:
      -Es gibt Lehrer, die solch eine Lage ausnutzen und nun versuchen möglichst wenig zu arbeiten, und sich auch von irgendeinem dubiosen Arzt ohne Probleme ein Attest besorgen konnten (das zu verhindern wäre übrigens die Aufgabe der Ärzte gewesen).
      -Der Großteil der Lehrer arbeitet aber gerne! Ich kenne etliche Lehrer, die trotz Risikogruppe, nicht beim Arzt waren, und direkt am ersten Tag nach den Osterferien angefangen haben im Präsenzunterricht zu arbeiten! Weiterhin kenne ich mehrere Lehrer, die nach ein paar Wochen im Homeoffice gerne wieder arbeiten wollten und danach verzweifelt zu Ärzten gelaufen sind, weil von ihnen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung verlangt wurde, und sie nicht im Präsenzunterricht arbeiten durften.
      -Homeoffice ist keine Freizeit, ansonsten könnten wir uns jetzt mal über viele andere Berufe unterhalten, die im Moment im Homeoffice arbeiten, dass man ihnen doch bitte das Geld kürzen sollte.

      Viele der Lehrer arbeiten zur Zeit weit über das normale Maß hinaus! Sie müssen die Kinder der Risikolehrer mit unterrichten, müssen für ihre eigenen parallel Homeschooling und Präsenzunterricht realisieren, beantworten und bearbeiten pro Woche hunderte Emails und Rückmeldungen und müssen noch dazu zusätzlich eine Notbetreuung anbieten.

      Was von Elternseite übrigens meist aufgrund von Engstirnigkeit übersehen wird:
      Nur weil ihre Kinder vll. nur 2 mal pro Woche im Unterricht sind, und meist für weniger Stunden, heißt das noch lange nicht, dass Lehrer auch weniger arbeiten. Wenn aus einer Klasse aufgrund zu kleiner Räume und zu großer Klassenstärke plötzlich 3 Klassen werden, und einige Lehrer (die meisten Aufgrund ihres Alters) wegfallen, ist es anders nicht möglich. Aus einer Schule mit 14 Klassen, wird dann plötzlich eine Schule, die ca. 42 Klassen betreuen müsste!

      Aber ist natürlich ziemlich schwierig als Arzt sowas zu überblicken, wenn die einzige Qualifikation in dieser Richtung die eigenen drei Kinder sind.

      Übrigens kenne ich KEINEN EINZIGEN LEHRER, der mit der aktuellen Situation zufrieden ist. Die meisten sind so engagiert, dass ich mir bei dem ein oder anderen Sorgen bzgl. Burnout mache, wenn es noch ein halbes Jahr so weitergehen sollte!

      • Dass in den Kliniken und Krankenhäusern einige Stationen kurzarbeiten oder wegen sehr geringer Auslastung und verschobener Eingriffe eine ruhige Kugel schieben, ist natürlich ein Gerücht. Nee, die Ärzte sind natürlich alle im direkten Kontakt zu den Opfern der Pandemie an vorderster Front.

        • @Dickebank
          So en Unsinn ! Wir schieben in den Krankenhäusern auf Grund des bereits vor der Krise bestehenden Personalmangels keine Kurzarbeit ! Im Gegenteil, wenn sie es noch nicht mitbekommen haben, so fahren wir die OP-Kapazitäten wieder hoch, weil wir in dem von Herrn Lauterbach mitinitiierten DRG-System stecken, dass unsere Krankenhäuser erst in die Unterfinanierung geführt hat.
          Wir haben die betroffenen Patienten direkt kotaktiert. Sie unterstellen mal eben pauschalisiert, dass Ärzte keinen Kontakt zu dn Patienten hatten.

    • Und noch was:
      Wenn es hier übrigens reicht, dass EINE EINZIGE Lehrerin gegen den Präsenzunterricht geklagt hat, dass man nun die gesamte Berufsgruppe schlecht redet, dann würden mir bei Ärzten leider hunderte Fälle einfallen, wo dies auch möglich wäre.

      • Desweiteren beschweren Sie sich über die Lohnfortzahlung der Lehrer. Nun, da Lehrer nie aufgehört haben zu arbeiten, warum sollten Sie keinen Lohn bekommen? Oder erhalten alle Menschen im Homeoffice auch kein Geld für ihre Arbeit.
        Im Übrigen gibt es für Ärzte einen Schutzschirm bis zu 90 %der Nettoeinnahmen des letzten Jahres. Das ist beim besten Willen kein Grund zum Meckern.

        Zuletzt hätte ich noch die Frage, wie oft Sie in den letzten Jahren Ihren wohlverdienten Urlaub aufgegeben haben, weil irgendein Patient gerne einen Termin bei Ihnen hätte. Ich bin gespannt auf Ihre Antwort….

    • Sehr geehrter Arzt, ich hatte Sie schon an anderer Stelle gefragt, wie viele dieser Lehrer, die sich drücken, bei Ihnen vorstellig geworden sind. Es müssten recht viele sein, ansonsten bleiben Sie uns die Datengrundlage für Ihre Behauptungen schuldig. Leider blieben Sie die Antwort schuldig. Warum?

    • Ich kaufe Ihnen absolut nicht ab, dass Sie Arzt sind. Ihre Aussagen sind voller pauschalisierter, undifferenzierter Urteile. Sie beleidigen. Ich habe große Zweifel, dass Ärzte, die jeden Tag unzähige, verschiedene Patienten vor sich haben, auf diese Weise urteilen und verunglimpfen würden.

      • @Emil und Grundschullehrer
        Ich finde den Kommentar von „Arzt“ gut und nachdenkenswert.
        Die Dinge auch mal aus anderer Perspektive zu betrachten, ist nie verkehrt. Sich ständig im eigenen Saft zu bewegen, ist dagegen kontaproduktiv und macht auf Dauer auch blind für andere Sichtweisen.
        Wenn bei Widerspruch immer gleich Empörung losbricht, die Identität des Schreibers bezweifelt oder sein Beitrag als „voll von pauschalisierten, undifferenzierten Urteilen“ bezeichnet wird, wirkt das etwas engstirnig. „Arzt“ hat doch sehr reflekiert und differenziert geschrieben.
        Ich möchte ihm jedenfalls für seine Worte danken.

        • Es gibt Unterschiede zwischen Pauschalisierungen, Beleidigungen und differenzierten, reflektierten Aussagen.

    • Da weiß es jemand ja offenbar ganz genau… Ich gebe zu bedenken, wie viel Unterricht aufgrund von Streiks ausfallen würde, wären Lehrer nicht verbeamtet. Andere Länder, wie zum Beispiel Großbritannien, mögen hier als warnendes Beispiel gelten. Und für Streiks gäbe es an vielen Schulen schon allein aufgrund von desolaten hygienischen Verhältnissen Grund genug, da braucht es gar keine Pandemie. Lehrpersonal an den Staat und seine Verfassung zu binden, ist darüber hinaus eine Investition in den Schutz unserer Jugend, die gerade in diesen stürmischen Zeiten nicht hoch genug geschätzt werden kann.

    • Der Herr Chirurg…….
      …. trifft hier sehr undifferenzierte Aussagen als jemand, der natürlich keine Ahnung von Schule und dem Lehrer-Beruf hat.
      … spricht dann auch noch von „Ärzte-Bashing“ während er „Lehrer-Bashing“ betreibt.
      ….. hat als Chirurg vermutlich ein schön dickes monatliches Einkommen, das deutlich über dem der Beamten liegt.
      ….. sollte wissen, dass wir faulen Lehrer die Kinder seiner Berufsgruppe seit Corona-Beginn täglich betreuen, sogar an Wochenenden und in den Ferien.
      ….. sollte ebenfalls wissen, dass wir seit Wochen unsere Schüler über Mails, Telefon u.ä. beraten und mit Material versorgen, während wir versuchen, den sich ständig ändernden Anforderungen und Maßnahmen gerecht zu werden. Und im übrigen versorgen wir meist auch eigene Kinder neben unserem Home Office, weil wir ja nicht „systemrelevant“ sind.
      …..bekommt Schutzkleidung gestellt und es herrschen entsprechende Hygieneverhältnisse in Krankenhäusern (so sollte es zumindest sein). Dies alles gibt es für Lehrer und Schulen nicht. Auch Abstand halten ist nicht möglich, wenn wieder alle Kinder zur Schule gehen, je jünger, umso schwieriger. Wie sollen sich Lehrer also schützen???

    • Das ist der beste Kommentar den ich seit langem gelesen habe.
      Arzt ,Du sprichst mir aus der Seele. Komme auch aus der Medizin und empfinde viele Kommentare hier als Schlag ins Gesicht.
      Wir gehen seit Beginn der Pandemie zur Arbeit, jeden Tag mit Zug Vorerkrankungen.
      Sind wir eigentlich die Versuchskaninchen der Nation ?

      • Wenn jemand so engstirnige Kommentare wie „Arzt“ schreibt und damit selber einer gesamten Berufsgruppe „Schläge ins Gesicht“ verteilt, dann muss man sich nicht wundern, wenn mit genauso pauschalisierenden Aussagen zurückgeworfen wird.

        Und nochmal, mag sein, dass sie jeden Tag zur Arbeit gehen, dass machen wir Lehrer bis auf ein ein paar Ausnahmen aber auch, und wie ich bereits sagte, gibt es etliche Kollegen, die trotz Vorerkrankungen zum Präsenzunterricht kommen. Im Krankenhaus mag das Infektionsrisiko unter gleichen Rahmenbedingungen mit Sicherheit auch deutlich höher sein, als in der Schule, aber im Krankenhaus gibt es immerhin Schutzkleidung und ein Krankenhaus wird auch täglich gereinigt. Ich kann Ihnen Stellen zeigen in meiner Schule, die seit mindestens 7 Jahren nicht mehr gereinigt wurden, Corona hin oder her.
        Außerdem fallen sich Ihre Patienten auch nicht zur Begrüßung in die Arme und husten ihnen auch nicht aus versehen erst mal kräftig ins Gesicht.
        Davon abgesehen ist doch wohl klar, dass eine Pandemie den Gesundheitssektor übermäßig fordert, dass dort nun viele auch über die Maßen hinaus arbeiten müssen. Warum aber sich jetzt als Hassberufsgruppe, die ja im Homeoffice angeblich nicht arbeitet, sich ausgerechnet die Lehrer ausgesucht werden, ist mir schleierhaft, denn alles, was hier vorgebracht und gesagt wird, könnte man auch auf mindestens 50% aller anderen Berufe zur Zeit sagen.
        Von Lehrern wird übrigens permanent erwartet, dass von Ihnen selbst jeglicher Kontaktversuch in Richtung Eltern und Schüler ausgeht. Mich hat noch nie ein Arzt angerufen und gefragt, wie es mir geht, wenn ich krank war! Ich kenne übrigens auch keinen Arzt, der 24/7 für irgendwelche lächerlichen Lapalien seine Telefonnummer herausgibt. Dies ist bei Lehrern ganz natürlich, vollkommen ok, dass man Abends um zehn Uhr angerufen wird, weil irgendein Kind in der Schule geärgert wurde.

        Ich bleibe übrigens dabei, dass es die Aufgabe der Kollegen von „Arzt“ gewesen wäre, die echten Risikopatienten von unechten zu trennen.

      • Vorerkrankungen habe ich auch (ich könnte also einen Schen bekommen), 3 Kinder, 2 davon im Heimunterricht, gehe auch jeden Tag zur Arbeit, im März und April auch an WE und Feiertagen, aktuell ist das WE weggefallen, weil die BEtreuung abgeschafft wurde, und habe in der ersten Phase vor allem Kinder von Pflegepersonal in der Betreuung gehabt, nur ein Arztkind war darunter.
        Also, was genau wollen Sie von mir und den Kolleginnen und Kollegen, die das in den letzten Wochen genauso gemacht haben?????????

      • Vor allem weil in dem Artikel steht:
        „Zahlen, die den Vorwurf belegen würden, gibt es nicht.“
        Also einfach mal was raushauen – egal ob richtig oder nicht. Welchen Dienst tut ein solcher Arzt seiner Berufsgruppe, wenn er Fake-News verbreitet, die alleine auf seinem Gefühl beruhen?

    • Sehr geehrter Herr Arzt. Halten Sie die Leute fuer blöd? Der Dienstherrn hat verlangt, dass Lehrkräfte einen Nachweis vorlegen, welche in der Vergangenheit festgestellten schweren Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems, spezielle Immunerkrankungen usw. aerztlich festgestellt worden sind. Also werfen Sie hier gerade den ausstellen den Aerzten Urkundenfälschungen vor nebst weiterer Straftatbestaende? Die Vorgaben kommen vom RKI, die Erlasse von den Dienstherrn und die verlassen sich darauf, dass auch Aerzte wie sie ihren Job machen. Ist jemand chronisch krank, wird er nach den nicht von Lehrern gemachten Regelungen den Nachweis erhalten. Ist er es nicht, dann gibt es keinen. Über was regen sie sich also auf?

    • Als Arzt, denke ich, sollte Sie es gewohnt sein, Diagnosen nur treffend zu stellen.
      „Die meisten Schulen sind trotzdem der Auffassung, dass sie ein Anrecht auf den beweglichen Ferientag am Freitag haben.“
      Woher haben Sie diese Info???
      Die beweglichen Ferientage ergeben sich aus der Anzahl der Tage, die in allen Bundesländern nach Absprache von Ministern der Länder unterrichtsfrei sind. Weder fordern Schulen diese Tage, noch können sie es fordern.

      „eine Grundschullehrerin in Frankfurt wollte ihrer Pflicht nicht nachkommen. Leider gescheitert“.
      Es handelt sich um einen – meiner Meinung nach gerechtfertigten – Muster – Prozess, der von einem GEW – Mitglied angestrengt und vom GEW Rechtschutz finanziert wurde. Bei Ärzten gibt es solche „Prüf-Prozesse“ auch. Es wäre also toll, wenn sie jedem Berufsstand die Möglichkeit erlauben würden, Maßnahmen gerichtlich überprüfen zu lassen.
      Der Hygieneplan, der federführend von RLP verfasst und von den anderen Ländern mit Ergänzungen übernommen wurde, erfasst die für allen Arbeitgeber verbindlichen SARS – Schutzvorgaben nicht. Das kann er auch nicht, weil die eigentliche Kernfassung vor der Veröffentlichung der neuen Schutzvorgaben am 16.04.2020 fertiggestellt worden ist.

      Eine betriebsärztliche Versorgung steht jedem Arbeitnehmer zu, Lehrkräften allerdings nur theoretisch, den es gibt diese nur in einer Zahl, bei der mehrere zehntausend Lehrkräfte von einem Arzt betreut würden.
      Zweitens setzt der Hygieneplan voraus, dass dieser vor Ort angepasst werden muss an die örtlichen Gegebenheiten. Dazu muss vor Ort eine Gefährdungseinschätzung gemacht werden, für die die Arbeitssicherheitsfachkraft bzw. der Betriebsarzt oder ein Vertreter des Gesundheitsamtes zugegen sein muss. Da geht es um so kleinliche Sachen wie die in der ASR beschriebenen Vorgaben (die werden in der Regel nicht eingehalten), da geht es aber auch um die Frage, ob und wie Hygienemaßnahmen umgesetzt werden können und wenn nicht, was stattdessen zusätzlich schnell gemacht werden muss.

      Doof nur: Es gab und gibt an keiner Schule eine Gefährdungsbeurteilung. Die ist auch gar nicht möglich: Weder können die Betriebsärzte die Schulen aufsuchen (das gab es noch nie), noch haben die Gesundheitsämter die Möglichkeiten, vor Ort nach dem Rechten zu sehen.

      Stattdessen hebelt man diese verpflichtenden Vorgaben aus mit dem Beschluss:
      Jeder hat ein Recht auf 1,5m Mindestabstand.
      Wenn Sie mit ihren Mitarbeitern arbeitsrechtlich so umgehen, dann können Sie sich jetzt schon ausrechnen, was Ihnen das kosten wird, denn den Prozess verlieren Sie.

      “ Lehrer sind sich offensichtlich nicht ihrer privilegierten Situation bewusst. Während große Teile der Gesellschaft herbe finanzielle Einschnitte hinnehmen müssen oder gar um die Existenz bangen sind Lehrkräfte bei voller Bezahlung im Dienst oder Homeoffice oder frei.“

      Stimmt. Schön, dass Sie aber auch erwähnen, dass diese Privilegien auch „erkauft“ werden damit, dass Rechte, die andere Arbeitnehmer haben, schlicht nicht vorhanden sind.
      Zudem, nun ja auch in den letzten Tagen in der Presse zu lesen, ist allgemein die Zahl der erkrankten Arbeitnehmer in Deutschland dramatisch. Da sind aber keine verbeamteten Lehrer dabei.

      „Als Reaktion auf die Aussage meiner Kollegen im o. g. Text fällt Ihnen nichts besseres als Ärzte-Bashing ein. Nun, auch ich kritisiere, dass wir Ärzte viel zu schnell Krankmeldungen ausstellen. Als Chirurg darf ich Ihnen aber versichern, dass Lehrer von mir am liebsten am ersten Tag nach den Ferien operiert werden möchten. Ich lehne das regelmäßig ab und verweise auf die Fürsorgepflicht gegenüber den Schülern. Dafür ernte ich ungläubige Blicke.“

      Schön, dass Sie das machen.
      Ich habe einen niedergelassenen Arzt angerufen, weil ich seine 24 Krankschreibung – eine davon sage und schreibe 10 Tage (!!!!) rückwirkend- eines Lehrers in Folge der Kassenärztlichen Vereinigung vorgelegt habe.
      Er regte sich darüber auf, was mir einfiele. Ich habe ihm daraufhin gesagt, ob er so eine Lehrkraft sich als Lehrer seiner Kinder wünschen würde. Seine Antwort: Seine Kinder gingen zum Gymnasium. Und aufgelegt.
      Aha!!!

      „Wie können wir die Motivation der Lehrkräfte steigern und ihre Corona-Angst mindern? Ganz einfach: Abschaffung der Verbeamtung und Einführung der Kurzarbeit mit entsprechenden finanziellen Einbußen. Sofort würde sich die GEW für eine Öffnung der Schulen auf Basis der aktuellen Studienlage einsetzen.“

      Nicht wirklich.
      Die Mitgliedsbeiträge der GEW könnte sich dann keiner mehr leisten.
      Übrigens könnten sich die Bundesländer es sich auch nicht leisten, die Lehrer als Angestellte anzustellen.
      Sie werden es kaum glauben: In den meisten Fällen sind die Lebenzeitkosten für Beamte deutlich niedriger, weil sich der Dienstherr schlicht einen Gutteil der Sozialabgaben spart.
      Aber, so leid es mir tut:
      Als Vater dreier Kinder, zwei davon im Heimunterricht, eines eigentlich im Kindergarten, der seit dem 16.03.2020 bis Anfang Mai ganze drei Tage nicht in der Schule war, weil eben durch örtliche zwei Krankenhäuser recht viele Kinder an allen Tagen, den Wochenenden und den Feiertagen in meiner Schule betreut wurden, kann ihnen nur sagen:
      Es geht den meisten Menschen, die nicht Lehrer sind und nicht Arzt, deutlich schlechter. Deutlich!!!
      Also kommen sie moralisch mal zurück in ihren eigenen Sichtbereich!!!!!!!!!!!!!!

    • Dem ist nichts hinzuzufügen. Richtig!
      Grüße von einer angestellten Berliner Lehrerin im 41. Dienstjahr.

    • Dieses Forum dient hauptsächlich dem Meinungs- und Informationsaustausch von Lehrkräften. Selbstverständlich können auch andere am Schulbetrieb beteiligte, wie beispielsweise Eltern und Schüler ihre Meinung, ihre Erfahrungen und auch ihre Befindlichkeiten äußern.
      Nicht zielführend, im Sinne einer sachlichen Diskussion, ist es jedoch wenn unter dem Deckmantel einer akademischen Ausbildung Verallgemeinerungen ohne konkreten Bezug geäußert werden.
      Warum schildern Sie nicht einfach Ihre Erfahrungen mit den Lehrkräften Ihrer 3 Kinder?

    • Diese Umfangreiche Stichprobenmenge von 3 ist natürlich repräsentativ und spricht natürlich für alle.
      Außerdem haben die Lehrer nicht frei, zumindest wurden sie von ihrem Dienstherren nicht freigestellt. Auch sind sie nicht in Kurzarbeit, da auch dafür keine Anweisung von den Ministerien kam.
      Wenn ich danach ginge, welche Ärzte bei meinen Leiden geholfen haben, dann wäre das auch ein schlechter Beweis für die Qualität der Ärzte, denn bisher konnte keiner helfen.

    • Über ihren „freundlichen“ Artikel habe ich mich als Lehrerin sehr „gefreut“. Ist doch immer wieder nett wie auf einer Berufsgruppe herumgetrampelt wird und man wegen ein paar schwarzen Schafen die gesamte Gruppe in den Dreck zieht. Ich könnte mich hier im übrigen auch über Ärzte ohne Ende auslassen da ich in den letzten fünf Jahren unendlich viele „wunderbare“ Erfahrungen mit ihnen gemacht habe. Ich tu es nicht weil es dem Ärzten die ihren Beruf noch als Berufung sehen gegenüber unfair wäre. Faule gibt es überall !!!!!!!!!!!!! Und wenn Sie die Bedingungen nicht einmal kennen unter denen viele Lehrer trotzdem ihr möglichstes tun, ist ihr Artikel eine bodenlose Frechheit. Aber ist ja schön dass es wenigstens eine Berufsgruppe gibt wo man seit zig Jahren seinen Frust ablassen kann. Unser Kollegium macht zur Zeit einen grandiosen Job. Sie scheren alle unter einen Hut, als Arzt hätte ich ihnen mehr zugetraut als sich in die Reihe der „Lehrer sind die super bezaltesten faulen Schweine“ der Nation einzureihen. Ich frage mich nur, woher immer die gleichen Schüler ständig Atteste bekommen und an gewissen Tagen so gut wie nie zu sehen sind in der Schule. Schon auffällig…. es ist auch kein Geheimnis welche Ärzte da aufgesucht werden, die schnell mal so ein Attest ausstellen…… Habe aber noch nie gehört dass über diese Ärzte so erbärmlich hergezogen wird…. ist auch immer traumhaft über etwas herzuziehen, in dessen Geschehen man selbst nicht aktiv drinnen ist. Und Lehrersein war vor 10 Jahren etwas komplett anderes als heute denn, an der Bildung sparen sie sich kaputt und dieses System ist komplett veraltet. Wir tun trotzdem jeden Tag unser möglichstes um diese jungen Menschen zu fördern… einfach mal drüber nachdenken bevor man pauschal auf alle „einprügelt“

    • Dazu kurz: Es gibt Ärzteehepaare, die schicken ihre Kinder in die Notbetreuung, auch wenn sie zu Hause sind. Die entzückenden Kleinen haben dann auch noch das tolle Benehmen eines antiautoritär erzogenen Kindes und erschweren es den anderen Kindern konzentriert an Aufgaben zu arbeiten. Die Kronprinzen sind wirklich toll zu haben.
      In jedem Beruf gibt es schwarze Schafe. Auch im Lehrerberuf. Von einer hysterischen, klagewütigen Lehrerin auf alle Lehrer zu schließen ist wirklich armselig. Von einem Menschen mit gesunden Verstand kann man erwarten, dass ihm das bekannt ist.
      Ich kenne auch genug Ärzte die einen wahrlich besch… Job machen, deshalb schließe ich aber nicht daraus, dass alle Ärzte Pfuscher sind.
      Wir haben hier sehr viele engagierte Kollegen, die mehr als das Übliche leisten. Bedauerlich, dass es bei ihnen nicht so scheint.
      Was der Herr Doktor auch vergessen hat:
      Wir entscheiden weder über die Schulschließung (das macht die Politik), noch darüber welche Kollegen nicht kommen dürfen (dazu gibt es auch klare Weisungen durch die Landesminister).
      Wir sind nur die Deppen, die nach jahrelangen betteln und flehen um digitale Medien in den Schulen, kleineren Klassen und Sanierung unhygienischer Schulen wieder mal die Klatsche kriegen, für etwas, dass wir wirklich nicht ändern können.
      Übrigens sind in der Firma meines Mannes auch Vorerkrankte im Homeoffice, dass ist also kein schulisches Privileg.
      Gerade ein Chirurg sollte wissen, nur weil man etwas nicht sieht (Lehrer im Homeoffice statt in der Schule) heißt es nicht, dass es nicht da ist.

      • Anscheinend waren die Mitarbeiter im öffentlichen Gesundheitswesen für einige Mitbürger das Kanonenfutter.
        Kinderbetreuung gab es für uns nur dann, wenn beide Partner an Hand von persönlichen Einzelnachweisen über geleistete Arbeit eine gemeinsame Arbeitszeit nachweisen konnten.
        Eine Viertelstunde vor und nach der Arbeit mussten wir unsere Kinder wieder aus der Kita abholen.
        Und nach dem Nachtdienst waren wir zu Hause und durften anfangs nach dem Nachtdienst selbst die Kinder betreuen. Eine Betreuung in der Kita wurde da untersagt. Seit der vergangenen Woche durften wir dann den Jungen nach dem Nachtdienst bis 14 Uhr in der Betreuung lassen.
        Danke. Und so eerging es den meisten systemrelevanten Kollegen.
        Es hängt eben davon ab, in welcher Stadt man wohnt.

    • Wenn sich das medizinische Personal eine Ausbeutung gefallen lässt, dann ist es selber daran schuld. Das ist kein Grund für andere, es nachzumchen.

      Wer heute noch Lehrer wird, hat selber schuld.
      Es fehlen in D 20000 Grundschullehrer, da wird es Zeit mit Verbeantung aufzuhören, da wird es Zeit Kurzarbeit und andere Nachteile einzuführen, Wie rechtzeitige Entlassung vor den Ferien und Wiedereinstellung nach den Ferien, hahaha.
      Nur weil sich einige idiotische Lehrer für Ihren Beruf aufopfern, werden jetzt alle normalen Lehrer gebasht.

      Nein, die sogenannten schwarzen Schafe unter den Lehrer sind diejenigen, die es richtig machen. Dem Arbeitgeber sind die Schulausstattung, die Fürsorgepflicht für die Lehrer, die Gewinnung neuer Lehrer, schnurzegal. Da sind sogenannte „Motivierte Lehrer“ völlig unangebracht.
      Die verdecken nämlich das eigentliche Problem auf ihre eigenen Kosten.

      Es stand und steht jedem Arzt offen selber Lehrer zu werden. Dann kann er sich ja aufopfern. Hahaha, diese geldgierigen Arzt-Säcke werden das aber nicht tun. Als Millionär arbeitet man nicht umsonst und lässt sich ausbeuten. Als Arzt wird jeder Handschlag zusätzlich auch zusätzlich abgerechnet.

  8. Es ist nie zu spät, Vorurteile abzulegen. Andererseits ist es schwerer ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom. (Albert Einstein)
    Alle Jahre wieder werden „die Lehrer“ zur Zielscheibe. Dabei scheint der Unsinn der „faulen Säcke“ a la Schröder eine leider weit verbreitete Lieblingsplattitüde.
    Man möchte Nuhr zitieren: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.“ Aber das würde ja auch nur an Albert Einsteins Aussage scheitern.

  9. Ich würde sagen, ja, es gibt schwarze Schafe. Auf beiden Seiten. Pauschalverufteilungen sind dabei wenig hilfreich.
    Wir haben in der Corona-Zeit deutlich mehr an der Schule zu leisten. Denn wer glaubt, dass es kaum oder keinen Unterricht gab, den muss ich leider enttäuschen. Die eigentliche Arbeit bestand nun darin, die Schüler_Innen zusammenzuhalten und Unterricht in Form von Videokonferenzen durchzuführen. Dabei scheitert 50 Prozent der Schüler_Innen. Also fahren die Lehrer zu Ihnen nach Hause und bringen Briefumschläge vorbei. Es war mehr, nicht weniger Arbeit. Das trifft vielleicht nicht für alle zu. Aber es sind eben auch nicht alle Ärzte gut, fleißig und verantwortungsvoll. Sie deswegen pauschal als faule Säcke abzustempeln, ist unangebracht. Ich finde, es steht Ihnen frei, eine anständige Diagnose durchzuführen und anhand derer eine Krankschreibung zu veranlassen oder eben nicht. Und wenn sie dies bei jedem Patienten gründlich und gewissenhaft durchführen, dann werden sie sehr bald an ihre Grenzen kommen, so, wie viele Lehrer_Innen in überfüllten Klassen in viel zu kleinen Räumen.

    Wissen Sie, bei unserm rennen sich die Mäuse im Schulhaus Blutblasen. Der Kot und Urin ist deutlich durch die Deckenplatten zu sehen. Für uns mittlerweile ganz normal. Ich würde es toll finden, wenn sich Ärzte im Interesse der Gesundheit der Kinder und der Lehrer_Innen einsetzen würden, anstatt pauschal Menschen vozuverurteilen.

    • Gute Idee!

      In jeder Berufsgruppe gibt es schwarze Schafe – was mich wundert, ist nur, dass es bei Lehrern dann immer gleich heißt, ALLE sind so, weil man 1-2 Beispiele kennt. Ich habe auch schon viele Ärzte in meinem Leben getroffen und ein paar von ihnen haben Fehldiagnosen gestellt und haben im Nachhinein nichtmal dazu gestanden. Fand ich unglaublich inkompetent und selbstgerecht – aber deshalb würde ich im Traum nicht auf die Idee kommen, in einem Ärzte-News-Forum über ALLE Ärzte zu schimpfen? Geht’s noch???
      Aber dass selbst Ärzte sich auf dieses Niveau herablassen, finde ich schon erschreckend und hätte ich nicht erwartet…

      P.S.: Ich scheine außerdem eine echte Ausnahme zu sein, mich ca. aller 3 Jahre mal 2 Tage krank schreiben zu lassen. Und sollte ich das irgendwann mal wieder tun, heißt es dann: Die faulen Beamten-Lehrer wieder? Wahnsinn…

    • Natürlich gibt es schwarze Schafe. Und die machen einen Gutteil des Bildes aus, das Leute sich ausserhalb vom Lehrerberuf machen.
      Natürlich weiß ich ganz genau, dass 90% der Mehrfachkrankschreibungen und längerfristigen Krankschreibungen bei mir nur aus drei Praxen stammen.
      Und?
      Wenn bei 40 Lehrern eine Lehrkraft in fröhlicher Runde alle drei Arztpraxen besucht und AUs erhält, die anderen aber kaum Fehlzeiten haben, worüber bitte kann man sich dann aufregen???
      Bestimmt nicht nur über diese eine Lehrkraft, die es macht, sondern auch über andere Dinge.

  10. Guten Morgen liebe Lehrkräfte,

    zunächst einmal vielen Dank, dass mein Kommentar unverändert veröffentlicht wurde. Und vielen Dank für Ihre Reaktionen.

    Es gingt mir nicht darum ALLE Lehrer an den Pranger zu stellen. Bitte nehmen Sie mir ab, dass ich in der Lage bin zu differenzieren. Umgekehrt riskiert Heinz seine Glaubwürdigkeit wenn er alle Ärzte als „Selbsernannte Götter“ bezeichnet.

    Man möge mir verzeihen, dass ich nach 10 Wochen Arbeit als Ärztepaar plus Homeschooling nicht komplett obejektiv bin. Der Vorwurf, meine Erfahrungen beschränkten sich alleine auf meine 3 eigenen Kinder ist trotzdem unzulässig. Ich würde umgekehrt auch nicht argumentieren, dass Menschen, die im Leben nichts als Schule und Uni gesehen haben, sowie sich nie die Frage gefallen lassen mussten „Dienst an Weihnachten oder Neujahr“ nicht geeignet sind Meinungen zu gesamtgesellschaftlichen Fragen zu äußern.

    Ich bin erfreut, dass die meisten unter Ihnen durchaus feststellen, dass der Anteil der schwarzen Schafe unter Ihren Kollegen hauptsächlich das Ansehen Ihres ehrwürdigen Berufsstandes beschädigen. Jedes Kollegium kennt seine schwarzen Schafe. Nur in stürmigen Zeiten kommt es zu einem Phänomen, dass wir aus allen anderen Berufsgruppen kennen: man hält zusammen, obwohl man weiß, dass der Nebenmann / Nebenfrau teil des Problems ist. Sie alle kennen diese Kollegen und Kolleginnen und wissen wie schwer es ist diese Leute zu „erziehen“. Durchaus nicht gerechtfertigte Krankmeldungen (an dieser Stelle verurteile ich nochmals die Leichtfertigkeit meiner Kollegen) und andere Verhaltensweisen entsteht Mehrarbeit für den Rest, der sich korrekt verhält. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen ist es schwerer verbeamtete schwarze Schafe auszusortieren.

    Das zweite Problem ist, dass tatsächlich die Blockierer der Schulwiederaufnahme den Ton angeben. Ich bin nicht blind und sehe zahlreiche Lehrkräfte, die sich dieser Tage extrem viel Mühe geben. Wenn diese engagierten Kolleginnen jedoch in der Konferenz andeuten, dass sie Schäubles Vorschlag zur Verkürzung der Sommerferien gutheißen müssen sie bangen den Raum mit heiler Haut zu verlassen un beobachten Luftnot und Blutdruckkrisen als vorherrschende Reaktionen bei den Kollegen. Das heißt, dass in letzter Konsequenz jene den Ton angeben, die weiterhin 4 mal die Woche die Gartenhecke stutzen möchten.

    Die Rückabwicklung des Shutdowns ist extrem kontrovers. Dass Altenheime wieder für Besucher zugänglich sind und eine erwiesene Risikogruppe somit massiv gefährdet wird, Grundschüler (erwiesenermaßen KEINE Risikogruppe) jedoch nicht voll umfänglich unterrichtet werden ist aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Dass das Land der Dichter und Denker die Priorität in der Wiederaufnahme der Bundesligasaison sieht und Schulen und Universitäten geschlossen bleiben sagt vieles und verheißt nichts Gutes.
    Die Forderungen der GEW sind Unfug. Die Zulassung eines Impfstoffs kann noch sehr lange dauern. Das sollten auch andere Lehrerverbände so formulieren und sich für die Öffnung der Schulen einsetzen. Die gemeinsame Erklärung der Jugend- und Kinderärzte ist wissenschaftlich fundiert und muss unbedingt ernst genommen werden.

    Noch ein letzter Kommentar zu dem Vorwurf, dass das medizinsche Personal keine finanziellen Einbußen hinnehmen würde. Erstens… warum sollten wir? Eine Gruppe von der der Rest der Gesellschaft erwartet, dass wir an der Corona-Front kämpfen und dies anfänglich ohne ausreichende Schutzausrüstung? Während sich das Tier im Menschen beim Kampf um Klopapier in den Supermärkten gezeigt hat haben viele Kollegen französische und italienische Patienten auf Intensivstationen versorgt. Warum sollten wir weniger Anspruch auf Lohnfortzahlung haben als Lehrkräfte im Homeoffice?
    Zweitens… tatsächlich haben Ärzte und Pflegekräfte enorme finanzielle Abstriche gemacht. Die nicht unmittelbar in der Bekämpfung von Covid-19 Beteiligten wurden in Zwangsfreizeitausgleich geschickt und so wurden tausende Überstunden abgebaut. Vielen Krankenhäusern konnte nichts besseres passieren: für jedes leere Bett kassieren, für jedes Beatmungsgerät massiv kassieren und gleichzeitig Personalkosten reduzieren.

    So, das war’s nochmal von meiner Seite. Ich freue mich auf eine sachliche Fortsetzung.

    • Das Problem ist, dass uns Lehrern unterstellt wird, wir hätten gerade Ferien. Ich schaffe den Spagat zwischen Präsenzunterricht und Fernbeschulung nur deshalb, weil ich eine 3/4-Stelle habe und gerade deutlich mehr arbeite, als ich es zu Zeiten einer vollen Stelle getan habe. Wenn ich mittags aus der Schule nach Hause komme, muss ich Präsenzunterricht vorbereiten, Erklärungsbögen erstellen oder geeignete Videos im Netz finden und Aufgaben dazu konzipieren. Und dann mache ich den Messanger auf, es leuchtet meist die Zahl 43 oder so auf. Die Schülerrückmeldungen muss ich auch korrigieren, zwar nur oberflächlich, aber im Schnitt 3 Minuten brauche ich Minimum pro Rückmeldung. Dazu habe ich mehrfach in den Osterferien Notbetreuung und Zusatzbesprechungen zur Installation des datenschutzkonformen Messangers gehabt. Nebenbei hat in S-H das Bildungsministerium die zwei bewegichen Ferientage gestrichen und ich korrigiere einen Stapel Abitur.

      Das alles wäre völlig in Ordnung, denn es stimmt, auch andere Berufsgruppen arbeiten über den Durst.
      Was mich nur langsam sauer macht, sind zwei Punkte:
      1. Die bösartige Behauptung, Lehrer würden nicht arbeiten, hätten quasi Coronaferien.
      2. Die Gedankenspiele um eine vollständige Schulöffnung mit der alleinigen Begründung, Kinder wären von schweren Coronaverläufen nicht betroffen. Kein Mensch fragt sich, ob ich mit meinen gut 50 Jahren und Bluthochdruck nicht vielleicht zu der Gruppe gehöre, wo man eine solche Behauptung nicht ohne Weiteres aufstellen kann. Und ich frage mich, welche Berufsgruppe ohne jede Schutzmaßnahme mit 30 anderen Personen in einem Raum arbeiten muss.

    • Zu den schwarzen Schafen:
      In jeder Berufsgruppe gibt es schwarze Schafe, die das Ansehen beschädigen. Da sind auch Lehrer nicht ausgenommen. Aber dass man dann diese zum Beispiel nimmt (wobei ich denke, dass nicht einmal alle „Heckenstutzer“ schwarze Schafe sind, die arbeiten halt zu anderen Zeit, wo vielleicht der normal Berufstätige schon im Feierabendmodus ist), das wird dem Gesamtbild überhaupt nicht gerecht. (Danke für den Kommentar, Heinz.)

      Zum Arbeitsaufwand:
      An meiner Grundschule haben alle Klassenlehrer in diesen Zeiten einen hohen Aufwand. Sehr viele sagen, eine 60ig Stundenwoche reicht nicht. Bei mir war es beim Homeschooling eine etwas über 60ig Stundenwoche. Jetzt gerade habe ich die Viertklässler reduziert präsent in 2 Gruppen und gefährdete Schüler im Homeschooling. Ich bereite den Unterricht für mich und die Kollegin, die gerade in der anderen Gruppe parallel den Unterricht macht, genau vor, damit die Gruppen gleich bleiben. Die Arbeitsergebnisse korrigiere selbstverständlich ich. Die Homeschoolingkinder bekommen die Aufgaben kleinschrittiger mit Lösungen. Die Arbeitszeit ist immer noch hoch.
      Nach den Ferien ist immer eine halbe Klasse eine Woche da und die anderen parallel mit anderen Aufgaben im Homeschooling. Da vermute ich einen ziemlich hohen Arbeitsaufwand, wenn ich das nicht geschickt plane, da ich zweigleisig fahren muss. Da wir keine Erfahrung mit dieser Art von Unterricht haben, dauert die Planung und Organisation entsprechend länger.

      Risikogruppen aus der Sicht einer Betroffenen:
      Ich bin über 60 und für mich stellt sich die Situation vielleicht etwas anders dar wie für einen 30 oder 40igjährigen Lehrer. Wir können freiwillig präsent kommen. Durch die Berichterstattung, die ich immer genau verfolgt habe, schlug meine anfängliche „Unbekümmertheit“ (ist doch alles übertrieben) in Besorgnis und latente Angst um. Es wird einem ja ständig eingetrichtert, dass Corona unter Umständen jeden schlimm treffen kann und ab 50 wird es steigend gefährlich!
      Ich war froh, dass ich anfangs aus der Notbetreuung herausgenommen wurde und habe mich nicht freiwillig gemeldet. Eine einzige Kollegin über 60 mit Diabetes hat sich freiwillig gemeldet, sie ist der Auffassung, Corona kann sie überall kriegen.
      Ich hingegen habe die Infektionszahlen im Landkreis genau beobachtet und dann, als es um den Präsenzunterricht der 4. Klasse ging, entschlossen, diesen zu machen, denn die Infektionszahlen sind bei uns mit einer Neuerkrankung alle paar Tage ziemlich gering. Allerdings kann ich inzwischen erfolgreich ausblenden, dass es mich schlimm treffen könnte. Etwas beruhigter hat mich zusätzlich die Tatsache, dass die unter 10 jährigen sich nicht so schlimm infizieren können und andere Länder die Grundschulen komplett geöffnet haben.
      Das Ausblenden der gefühlten Gefährlichkeit des Virus gelingt aber nicht jedem! Außerdem gibt es so viel widersprüchliche Informationen, dass man nicht weiß, was jetzt wirklich eine realistische Einschätzung ist. Dadurch, dass das Corona so in den Vordergrund gerückt ist, ist man beeinflusst!
      Komischerweise ist es inzwischen so, dass durch die vielen Öffnungen man das Gefühl hat, dass das Virus doch nicht so schlimm ist, wie einem am Anfang vermittelt wurde.
      Als benannte Risikogruppe hätte man halt einmal gerne eine realistische, sachliche Einschätzung und nicht gefühlt hundert verschiedene Meinungen! Selbst Ärzte haben unterschiedliche Meinungen. Man will sich ja so verhalten, wie es am vernünftigsten ist. Ich möchte nicht übertrieben zuhause bleiben, mich aber auch nicht wissentlich Gefahr begeben.

      Zum Unterricht:
      Den Präsenzunterricht, den wir jetzt unter Auflagen machen müssen, ist mehr als bescheiden, für die Kinder und die Lehrkraft. Was mir immer mehr auffällt, ist, dass einige Schüler dadurch abdriften. Durch die Methoden, die wir normalerweise in der Grundschule praktizieren, haben wir viel mehr Schüleraktivierung durch die Abwechslung. Beim reinen Frontalunterricht driften einige Schüler doch ab, vor allem schwächere Schüler, aber auch der eine oder andere gute Schüler, der plötzlich neben sich steht, was ich so nicht kenne. Um einzelne Schüler kann ich mich viel weniger kümmern wegen des Abstandsgebotes.

    • „Das heißt, dass in letzter Konsequenz jene den Ton angeben, die weiterhin 4 mal die Woche die Gartenhecke stutzen möchten.“
      Auch das ist doch eine Unterstellung. Die Gründe hinter der Verweigerung die Sommerferien aufzugeben sind doch von Person zu Person unterschiedlich. Genauso könnte man doch alle Ärzte verurteilen, die sich nicht dem größeren Gut der „Rabattverträge“ verschreiben wollen und die Medikamentenzuzahlung für ihre Arbeiterpatienten aus dem eigenen Budget zahlen. Das wäre doch das Mindeste bei dem hohen Gehalt.
      Sommerschule bevorzugt die ohnehin bevorzugten Schüler. Die benachteiligten bleiben noch weiter zurück. Zwar müssen wir nutzen, was wir haben, also womöglich müssen wir die Schere tatsächlihc weiter öffnen und wenigstens den wenigen priviligierten Kindern Bildung ermöglichen, aber das geht nicht über unbezahlte Mehrarbeit. Die Sommerferien sind Freizeitausgleich für die fehlenden Wochenenden und die zu langen Arbeitstage außerhalb der Ferien. Ich persönlich brauche eine Pause nach diesem Corona kram und es gibt kein Konzept, keinen Lehrplan, keine Richtlinie für eine mögliche Sommerschule.
      Und ich brauche auch keine weitere Schulung zu Computernutzung, solange wir kein einheitliches System haben. Haben Sie Expertise in der Nutzung von Geräten, die in Deutschland nicht zum Einsatz kommen dürfen und sind Sie bereit sich hierzu regelmäßig während Ihres Urlaubs fortzubilden? Sobald wir brauchbare Vorgaben haben, bin ich die Erste, die sich einarbeitet. allerdings wahrscheinlich auf eigene Faust, denn diese „Experten“, die Schulungen durchführen sind meist irgendwelche gescheiterten Existenzen, die keinen Job bekommen konnten, weshalb sie bei irgendeinem uralten, technikfeindlichen Menschen mit Macht vorgesprochen haben und ihn davon überzeugt haben, dass es ausreicht einen Computer anschalten zu können, um den Job als Computerexperte des Bildungsministeriums zu bekommen. -Auch eine Unterstellung, aber ich habe tatsächlich noch keine Computer-Fortbildung bekommen, in der es nicht vorrangig darum ging, Word zu öffnen und eine Überschrift zu verfassen. Ein Wunder, dass ich aufrecht laufen kann.

      Bei Ärzten gibt es riesige Schlagzeilen, wenn ein Arzt einen Patienten heilt. Die paar Ärzte, die Fehler begehen werden als traurige Ausnahmen gesehen. Bei Lehrern ist es andersherum: Die Lehrer, die sich aufopferungsvoll um ihre Schüler kümmern sind schließlich verbeamtet. Das gehört einfach zum Berufsbild. Lehrer, die mit Computern umgehen können, taugen allenfalls als Witz über die „Ausnahme von der Regel“. Dagegen wird natürlich registriert, wenn man vor einer Feier zwei Flaschen Rotwein auf das Kassenband legt – diese Lehrer! Immer am Saufen! Nur Lehrer trinken einen ganzen Kasten Rotwein vor dem Kamin. Oder wenn man mal seinen Rasen mäht, womöglich auch noch an einem SAMSTAG! – diese Lehrer! Nur Lehrer können 4 mal die Woche die Gartenhecke stutzen.
      Kein Mensch stutzt viermal die Woche seine Hecke! Aber Übertreibungen sind stylistisches Mittel zur Beschreibung von Lehrern, als faule Säcke und Säufer. Bei Ärzten sieht diese Übertreibung so aus, dass man sich Ärzte im teuren Auto, Rotwein trinkend vor der Pferderennbahn auslässt, natürlich gutaussehende Männer in den 30ern, umgeben von hübschen Frauen – völlig aus der Zeit gefallenes Vorurteil, dass eher den Hang zum Witz hat. Bei Lehrern backt man kleinere Brötchen und es könnte glatt wahr sein, jeder kennt doch diese eine Lehrerin, die hässlich, mit Pferdegebiss und Birkenstocksandalen nur das Mathebuch aufschlägt und Seite und Nummer nennt und am Wochenende ihre Zehennägel im Garten schneidet bevor sie zum vierten Mal diese Woche den Rasen stutzt und den Kasten Rotwein vor den Kamin stellt.

      „Die gemeinsame Erklärung der Jugend- und Kinderärzte ist wissenschaftlich fundiert und muss unbedingt ernst genommen werden.“ Nein. „Lehrer sind doof und das weiß ich, weil ich Kinder habe und selbst mal in der Schule war und außerdem sind sie verbeamtet und ich bin gegen Beamte außerdem hat mal ein Lehrer versucht krank zu feiern“ ist kein Grund.

    • Es heißt „stürmisch“, nicht „stürmig“…..
      Interessant ist auch, was Sie angeblich über den Inhalt von Lehrerkonferenzen wissen. Sie wünschen sich eine sachliche Fortsetzung? Dazu müssten Sie sich den nötigen Sachverstand erst einmal aneignen.

    • Ich gehe mal auf ein paar Ihrer Aussagen ein:
      „Es gingt mir nicht darum ALLE Lehrer an den Pranger zu stellen.“
      Das Glaube ich Ihnen, trotzdem haben Sie es getan.

      „Der Vorwurf, meine Erfahrungen beschränkten sich alleine auf meine 3 eigenen Kinder ist trotzdem unzulässig.“
      Dann erklären Sie doch bitte einmal, wo ihre Erfahrungen herkommen? Sagen Sie aber jetzt bitte nicht, dass sie mit zwei Lehrern befreundet sind, die sich ganz offensichtlich so verhalten, das wären dann nämlich genannte schwarze Schafe.

      „Ich würde umgekehrt auch nicht argumentieren, dass Menschen, die im Leben nichts als Schule und Uni gesehen haben, sowie sich nie die Frage gefallen lassen mussten „Dienst an Weihnachten oder Neujahr“ nicht geeignet sind Meinungen zu gesamtgesellschaftlichen Fragen zu äußern.“
      Das ist gut, dass das hier nicht geäußert wird, dann viele bekannte Lehrer und auch ich mussten neben dem Studium arbeiten, dabei gab es sehr wohl Schichtarbeit und als Aushilfe wurde man auch zu 100% sicher an Feiertagen eingesetzt.

      „Jedes Kollegium kennt seine schwarzen Schafe.“
      Das ist korrekt.

      „Nur in stürmigen Zeiten kommt es zu einem Phänomen, dass wir aus allen anderen Berufsgruppen kennen: man hält zusammen, obwohl man weiß, dass der Nebenmann / Nebenfrau teil des Problems ist.“
      Das wiederum ist nicht korrekt. Meine Erfahrung ist, dass gerade im schulischen Bereich der Zusammenhalt sehr schwach ist. Bei Lehrern mag das ggf. daran liegen, dass man wenig mit seinen Kollegen zusammenarbeitet. Ich würde jedenfalls niemals für alle meiner direkten Kollegen, mit denen ich täglich in der Schule bin, die Hand ins Feuer legen. Das Problem hier ist nicht, dass behauptet wurde, dass es unfähige, faule und simulierende Kollegen gibt, sondern dass Problem ist, dass hier in großem Maße pauschalisiert wird, und die Masse an Lehrern, die sich über das Maß hinaus aufopfert wieder einmal mit den schwarzen Schafen in einen Topf geworfen wird.

      Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen ist es schwerer verbeamtete schwarze Schafe auszusortieren.
      Das ist korrekt!

      „Das zweite Problem ist, dass tatsächlich die Blockierer der Schulwiederaufnahme den Ton angeben. Ich bin nicht blind und sehe zahlreiche Lehrkräfte, die sich dieser Tage extrem viel Mühe geben. Wenn diese engagierten Kolleginnen jedoch in der Konferenz andeuten, dass sie Schäubles Vorschlag zur Verkürzung der Sommerferien gutheißen müssen sie bangen den Raum mit heiler Haut zu verlassen un beobachten Luftnot und Blutdruckkrisen als vorherrschende Reaktionen bei den Kollegen.“
      Das ist nicht korrekt. Die „Blockierer der Schulwiederaufnahme“ haben nämlich tatsächlich nichts zu melden! Über die Wiederaufnahme wurde zu keinem Zeitpunkt in einer Lehrerkonferenz entschieden, es gab lediglich Diskussionen, wie diese umgesetzt werden können. Ich kenne keinen einzigen Fall, in dem ein „Blockierer“ es geschafft hätte, die Wiedereröffnung zu blockieren. Zumindest nicht von Lehrerseite. Stattdessen hat eine Schülerin mit einer Klage gegen eine Wiedereröffnung Erfolg gehabt.
      Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen, wird in einem Lehrerkollegium übrigens tatsächlich sehr offen und kontrovers auf Konferenzen diskutiert. Viele Dinge, die man sich in der freien Marktwirtschaft nicht trauen würde zu sagen, werden sehr wohl angesprochen, dies übrigens sehr häufig (bei anderen Themen) auch eher zum Wohl der Kinder und Eltern, und nicht gegen diese.

      „Das heißt, dass in letzter Konsequenz jene den Ton angeben, die weiterhin 4 mal die Woche die Gartenhecke stutzen möchten.“
      Das ist nicht korrekt, diese haben schlicht und ergreifend keinerlei Einfluss darauf.

      „Dass das Land der Dichter und Denker die Priorität in der Wiederaufnahme der Bundesligasaison sieht und Schulen und Universitäten geschlossen bleiben sagt vieles und verheißt nichts Gutes.“
      Die meisten Schulen sind unmittelbar nach den Osterferien wiedereröffnet worden. Mittlerweile sollten auch alle Kinder wieder nacheinander eine Schule von innen zu sehen bekommen haben (bereits vor der Wiederaufnahme des Fussballs), diese Aussage ist also nachweislich falsch.
      Warum die Kinder dabei nur sehr selten zur Schule kommen dürfen, habe ich in meinem anderen Post bereits erklärt. Aus 14 Klassen sind schlagartig um die 40 Klassen geworden, geht einfach nicht anders, unter diesen hygienischen Bestimmungen.

      „Die Forderungen der GEW sind Unfug. Die Zulassung eines Impfstoffs kann noch sehr lange dauern.“
      Da gebe ich Ihnen Recht. Allerdings wird man mit der Zeit auch unsicher, wem man als Nichtfachmann überhaupt vertrauen kann. Dinge, die gestern noch undenkbar und wirkungslos waren, sind auf einmal doch ganz anders, das schürt vermutlich einfach Angst bei den richtigen Risikopatienten (sollte man nicht vergessen, denn die gibt es ja auch tatsächlich).

      „Noch ein letzter Kommentar zu dem Vorwurf, dass das medizinsche Personal keine finanziellen Einbußen hinnehmen würde. Erstens… warum sollten wir?“
      So und genau das Gleiche sagen wir auch! Viele Kollegen opfern sich seit Jahren dermaßen für diesen Job auf, und sind auch zur Zeit dabei. Dazu kommt, dass wir sämtliches Arbeitsmaterial selbst beschaffen müssen, einfach mal darüber nachdenken, was wäre, wenn ein Arzt sich sein Arbeitsmaterial selbst beschaffen müsste.

      „Während sich das Tier im Menschen beim Kampf um Klopapier in den Supermärkten gezeigt hat haben viele Kollegen französische und italienische Patienten auf Intensivstationen versorgt. Warum sollten wir weniger Anspruch auf Lohnfortzahlung haben als Lehrkräfte im Homeoffice?“
      Diese zwei Sätze möchte ich eigentlich nicht kommentieren, sie sind so hochnäsig formuliert, dass es mir kalt den Rücken herunter läuft.

      „Zweitens… tatsächlich haben Ärzte und Pflegekräfte enorme finanzielle Abstriche gemacht. Die nicht unmittelbar in der Bekämpfung von Covid-19 Beteiligten wurden in Zwangsfreizeitausgleich geschickt und so wurden tausende Überstunden abgebaut. Vielen Krankenhäusern konnte nichts besseres passieren: für jedes leere Bett kassieren, für jedes Beatmungsgerät massiv kassieren und gleichzeitig Personalkosten reduzieren.“
      Im Gegensatz zu vielen Lehrern, haben diese allerdings auch kein Homeoffice gemacht.

      Das Sie der Meinung sind, dass im Gegenzug ich mich mit Pauschalisierungen wie „selbsternannte Götter“ selbst diskreditiere, damit haben Sie Recht, allerdings gibt es in ihren Beiträgen immer wieder Passagen, die darauf deuten, dass Sie sich tatsächlich in vielen Bereichen als etwas Besseres ansehen, gegenüber vielen anderen Menschen als Beispiel sei hier zum Beispiel der Absatz mit dem Tier im Menschen zu nennen, während Ärzte sich aufopferungsvoll engagiert haben. Ich gestehe, dass es mit bei solchen Dingen häufig sehr schwer fällt sachlich zu bleiben, weil ich mich über so etwas sehr ärgere.

      • Ein genialer sehr sachlicher Kommentar, ich ziehe den Hut vor Ihnen wie treffend sie jeden Satz argumentiert haben….

  11. Na, DEN Aufschrei der Eltern hätte ich hören mögen, wenn alle Lehrer mit Kurzarbeit Null bei 60 % Gehalt in den letzten 3 Monaten tatsächlich absolut nichts getan hätten…Bei einem solchen „Angebot“ wäre ich sofort dabei gewesen, das hätte nämlich mal meine unbezahlte Mehrarbeit der letzten Jahre ausgeglichen.
    Was beim Thema Risikogruppen auch gern übersehen wird: Es gab eine Dienstanweisung, wer mit welcher Erkrankung nicht in den Präsenzunterricht darf. Sollte jemand mit einer der genannten Erkrankungen trotzdem in der Schule erscheinen, hat er sich dieser Anweisung widersetzt und damit Beamtenpflichten verletzt – damit hätten weder Beihilfe noch Krankenkasse im Falle einer Erkrankung zahlen müssen, es hätte auch bei Dienstunfällen o.ä. Probleme gegeben. Wer riskiert das schon?

  12. Noch allgemein zum Artikel:
    Es ist doch Quatsch, dass sich die Lehrerschaft insgesamt vor dem Unterricht wissentlich „drücken“ will.
    Zum einen ist das Homeschooling so oder so in vielen Bereichen anstrengender und nicht so effektiv und nicht das, was Lehrer wollen.
    Zum anderen wurde doch die ganze Zeit so informiert, dass man zwangsläufig eine große Angst vor dem Virus entwickeln musste oder man ein ganz unbekümmerter Zeitgenosse sein musste, wenn man die Informationen die ganze Zeit ignoriert hätte. Was Lehrer dazu antreibt, nicht in den Präsenzunterricht gehen zu wollen, ist die Angst vor Ansteckung! Plötzlich soll alles nicht mehr so schlimm sein, wie es gesagt wurde? Finde da jemand einmal den richtigen Weg. Es wurde vermittelt, dass Risikogruppen besonders gefährdet seien und genau diese sind am Überlegen. Zusätzlich wurden durch die in meinen Augen schwerpunktmäßig angstmachenden Infos, die vor allem die jungen Leute zur Räison zwingen wollte, besonders ängstliche Menschen getriggert.

    • @ysnp
      Natürlich ist es Quatsch, „dass sich die Lehrerschaft insgesamt vor dem Unterricht wissentlich ‚drücken‘ will.“
      Allerdings sind die Kommentare zum Corona-Thema mehr als ungeeignet, um der Lehrerschaft ein gutes Zeugnis auszustellen.
      Ich weiß nicht, wie oft ich vom Grundtenor her gelesen habe, Lehrer seien in dieser Zeit die am meisten Gebeutelten, litten im Lockdown unter noch mehr Überlastung als eh schon, mit der Schulöffnung werde jetzt auch noch ihr Leben aufs Spiel gesetzt, weil die Schulen im Mittelpunkt der Ansteckungsgefahr stünden, Politiker und Behörden handelten den Lehrkräften gegenüber rücksichtslos, unverantwortlich… usw.
      Für meinen Geschmack überbot man sich förmlich im Wehklagen und Anklagen.

      Ich habe mich immer nur gefragt: Was will man denn bloß? Die Auswirkungen des Lockdowns mit seiner exorbitanten Arbeitsbelastung beschreiben die Lehrer hier als schlimm und die Schulöffnungen sind auch wieder Teufelszeug, weil sie das Leben der Lehrkräfte angeblich viel größerer Gefahr aussetzen als das von anderen Arbeitnehmern.
      In den Kommentaren wurden überwiegend auch nur jene Expertenstimmen zitiert und anerkannt, die den Weh- und Anklagen Recht gaben. Wer eine Gegenmeinung vertrat und dabei auf andere Expertenstimmen verwies, wurde oft wütend und unfair kritisiert.

      Was sollen denn Außenstehende denken, wenn sie so etwas lesen? Sie kommen doch gar nicht umhin, über die Lehrer den Kopf zu schütteln und bei so geballter Meinungsgleichheit nicht mehr zu bedenken, dass der vielstimmige Chor doch nur aus Einzelstimmen besteht, die bei Weitem nicht für die gesamte Lehrerschaft singen.

  13. Wir Lehrer sollten uns nicht immer verteidigen. Es gibt diesen einen Arzt, der sich in einer Zeitung geäußert hat. Was auch immer seine dahinter stehende Motivation ist. Wir werden es nie erfahren. Lasst uns souverän mit solchen Pauschalurteilen umgehen! Wir wissen, was wir leisten. Die überwiegende Mehrheit der Menschen in diesem Land tut dies auch.

  14. Nochmal einen Guten Tag,

    es tut mir leid, dass ich mich auf diese Seite verirrte und einen Kommentar hinterließ. Den Link hatte mir eine befreundete Lehrkraft geschickt.

    Ich will mich gar nicht mehr zur Sache äußern, sondern zur Art und Weise wie hier mit einer kontroversen Meinung umgegangen wird. Ich gebe zu, dass gerade mein erster Kommentar sehr scharf und überspitzt formuliert war. Aber die Reaktionen darauf sind doch einem Diskurs unter Akademikern nicht würdig.

    Mir wird unterstellt, ich sei niemals Arzt. Okay, ich gebe es zu: eigentlich bin ich Metzgermeister und fand es lustig am Feiertag diese Seite als Chirurg zu trollen (Hinweis Ironie!). Selbst wenn ich meine Approbationsurkunde hier einscannen würde man sie als Fälschung entlarven. Wenn ich Zahlen aus meiner Sprechstunde über Krankmeldungen für Lehrer veröffentlichte wäre es doch für die meisten unter Ihnen reine Fantasiegebilde. Auch werde ich keine Abrechnungen über meine Fortbildungen auf eigene Kosten vorlegen. Sorry.

    Es tut mir leid, dass ich die Harmonie und Einigkeit hier gestört habe. Einigen wir uns darauf, dass Thomas Fischbach ein Vollidiot ist und dass sich jegliche Kritik an der Berufsgruppe Lehrer verbietet.

    Ironischerweise bin ich sonst derjenige, der Lehrer in Diskussionen verteidige und mein Gegenüber frage, warum er / sie nicht Lehrer wurde? Die Vorteile (< 60 Tage frei, befreit von Rentenversicherung und sehr günstige Privatversicherung, etc.) sind doch jedem nach der Schule hinreichend bekannt.

    Ich wollte Arzt werden und gehe meinem Beruf sehr gerne nach. Ich fühle mich nicht benachteiligt, bin zufrieden mit meinem Gehalt und würde mich wieder dafür entscheiden. In der aktuellen Situation gehöre ich zu einer priviligierten Gruppe und bin dankbar dafür.

    Wenn die meisten hier der Ansicht sind, dass sie die Allerärmsten sind und es Ihnen damit besser geht, dann ist das auch okay. Meiner Erfahrung nach geht es den meisten Menschen jedoch besser, wenn das Glas halbvoll ist.

    Eines muss ich noch korrigieren @Dina. Schämen Sie sich, dass Sie die Strafzahlungen von niedergelassenen Ärzten bei Budget-Überschreitungen gegen uns ins Feld führen. Kein Mensch käme auf die Idee einen Bäcker Strafe zahlen zu lassen, weil er zuviel Brot verkauft. Wahrscheinlich haben Sie noch nie von einem Arzt gehört, dass er das Medikament nicht verschreiben kann, weil er über dem Budget ist. Bei Privatrezepten verhält es sich ja glücklicherweise anders. Leben Sie weiter in Ihrer Fantasiewelt in der Ärzte zuviel verdienen und mit der Pharmalobby gemeinsame Sache machen.

    Nochmal, es ist erschreckend wie sich diese Diskussion entwickelt hat, aber stellvertretend für die Debattenkultur in Deutschland. Bei einer abweichender Meinung wird sofort mit Anzweifeln der Glaubwürdigkeit und Gegen-Bashing reagiert.

    Ich entschuldige mich nochmals, dass ich mich hier zu Wort gemeldet habe. Vielleicht können die Moderatoren meine 3 Beiträge löschen, damit hier niemandem der Feier- und Brückentag versalzen wird.

    • Ihre bitteren Worte sind mehr als verständlich, werter Arzt, und seien Sie versichert, dass ich überhaupt nicht verstehe, wie Sie hier von einigen meiner Kollegen angegangen werden.
      Es ärgert mich sogar, weil das Licht auf die Lehrerschaft, dass sie damit erzeugen, auch mich betrifft und negative Vorurteile über die Lehrerschaft bestärkt.
      Ich bin allerdings sicher, dass es still lesende Lehrer gibt, die besser verstehen und urteilen als Sie glauben, aber lieber und leider den Mund halten, weil sie wissen, wie hart man auch als Kollege/Kollegin angegangen wird, wenn man den Rechthabern und Meinungsführern widerspricht.

    • Dieser Hinweis auf das Verschreiben von Medikamenten scheint Sie zu verärgern.
      Es ist aber genau das, was Lehrkräfte sich von allen Seiten gefallen lassen sollen und bei dem Hinweis auf Unrecht dann entweder des Jammerns oder einer weltfremden Einschätzung bezichtigt werden.
      Dreht man den Spieß um und entgegnet man anderen Berufsgruppen derartige Unterstellungen, nicht, weil man dieser Meinung ist, sondern weil man der Unverfrorenheit der Argumentation einen Spiegel vorhält, sind dann die Lehrkräfte die Bösen.

      Engagieren Sie sich für Ihre Kollegen und ein gerechtes System der Budgetierung?
      Warum dürfen Lehrkräfte nicht ebenso faire Arbeitsbedingungen einfordern und unverhältnismäßige Unterstellungen als solche entlarven?

    • Jetzt is aber gut mit entschuldigen! Ich denke diejenigen, die sich von der Kritik hätten angesprochen fühlen müssen, finden Sie hier auf dieser Seite nicht. Wir Lehrer reagieren vielleicht vielfach etwas übersensibel, weil es, ähnlich wie beim Fußball, Millionen Fachkundige Menschen in Deutschland gibt, die ja alle eine Schule besuchten und nicht immer die besten Erinnerungen mit unserem Berufsstand verbinden. Viele Kolleg*innen, die von Berufswegen andere beurteilen müssen, tun sich schwer mit Kritik (auch weil diese all zu oft sehr undifferenziert daherkommt). Klar, wir können es nicht allen recht machen und sollten das meiner bescheidenen Meinung nach auch gar nicht versuchen. Ich habe genügend Kolleg*innen gesehen, die sich krank gearbeitet haben und ja, auch ich gehe z.Zt. mit einem mulmigen Gefühl zur Arbeit, da es mit dem Abstand halten usw., zumindest an der Schule an der ich arbeite, nicht so wirklich gut klappt.
      Uns allen würde, so denke ich jetzt, etwas mehr Pragmatismus wieder gut tun.
      Ich bitte Sie um Entschuldigung. Mein erster Post war etwas scharf.

      • Naja, die Frage ist halt auch, was er denn tatsächlich erwartet hat? Natürlich haben wir eben so hart zurückgeschlagen, wie er uns pauschalisiert hat, aber was würde passieren, wenn….
        … ich in einem Taxifahrerforum sagen würde, dass alle Taxifahrer kein Auto fahren können.
        … ich in einem Elternforum sagen würde, dass alle Eltern nur jammern und sich mal selbst um ihre Kinder kümmern sollen.
        … ich in einem Ärzteforum sagen würde, dass die meisten Ärzte sich nur um Symptombehandlung als um richtige Behandlungen kümmern und manchmal sogar so dreist sind, die Briefmarke für die Rechnung zu berechnen.

        Auf mich würde in all diesen Fällen genau das gleiche Gewitter hereinbrechen, wenn ich in einem Forum für andere Berufsgruppen so etwas von mir geben würde. Das wirklich Schlimme an der Sache ist ja die Tatsache, dass er wirklich davon überzeugt ist, und dass es mittlerweile gesellschaftfähig ist, dass man Lehrer halt in dieser Art und Weise angreifen darf, und diese sich das dann auch bitteschön gefallen zu lassen haben.

    • Super,
      anderen die eigene „scharf“ formulierte Meinung um die Ohren hauen, das Gejammer anderer kritisieren, und dann bei einem ählich scharf formulierten Echo kneifen.
      Was eine Sozialkompetenz.

    • Es ist traurig dass Sie nicht einmal eine Diskussion „aushalten“ die Sie selbst ins Rollen gebracht haben. Was hatten Sie erwartet, dass die Berufsgruppe der faulen, überbezahlten Lehrer Beifall auf ihren „herablassenden “ Artikel klatschen???? Ich finde die überwiegende Mehrheit hier hat sehr sehr sachlich argumentiert und beschrieben wie es gerade für Lehrer aussieht. Traurig wenn Sie austeilen könne aber eine kritische Antwort nicht aushalten. Man nennt soetwas Diskussion und Meinungsäußerung. Ich las keinen einzigen Artikel hier der unter der Gürtellinie gewesen wäre, dass man sich wie ein kleiner trotziger Junge beleidigt zurückziehen müsste.

  15. Ich habe mich über einen Google Newslink hierher verirrt. Ich habe mir nur einige Kommentare durchgelesen. Mich wundert es schon wie hier reagiert wird und kann Arzt nur beispringen. Die Kommentare verleiten mich zu dem Sprichwort “ nur ein getroffener Hund bellt“. Erfahrung aus unserer Grundschule: 10% der Lehrer zu alt also über 50 Jahre, 60% der Lehrer vorerkrankt! Diese Zahlen sind Beweis genug für mich und ich finde es zum kotzen, dass hier offenbar vielen die Jacke näher ist als die Hose. Ich freue mich schon auf die Hater-Posts.

    • Ach ja. Mein erster Arbeitsvertrag sah 8,27 DM zuzgl. Akkordzuschläge vor. Vier Jahre später war ich Angestellter in der Firma. Beide Elternteile waren das, was man damals Arbeiter nannte. Weitere vier Jahre später leitender Angestellter und für die Integration von SAP zuständig. Jahre. Parallel dazu Studium von drei Fächern für das Lehramt Sek.II.
      Seit knapp 20 Jahren Lehrer.
      Ich habe selbst Schwielen an den Händen gehabt wie mein Vater auch. Ich weiß sehr zu schätzen, welche Vorteile ich heute im Vergleich zu meinen Eltern habe.
      Ich weiß aber auch, was ich in den letzten 35 Jahren gemacht habe. Auch nebenbei und nebenher.
      Ich denke, da ich beides weiß und bei mir heute die Bescheinigungen auf den Schreibtisch kommen, die von Lehrkräften vorgelegt werden, die von Ärzten ausgestellt wurden:
      Zumindest bei mir war bis auf eine nicht eine Bescheinigung dabei, deren zugrundeliegende Erkrankung mir nicht vorher bekannt war. Die besagte Ausnahme wurde allerdings von einem Onkologen ausgestellt. Und wir wissen, was das heißt.
      Nochmals zum Klären:
      Der sog „Corona-Schein“ ist keine AU.
      Der Corona-Schein ist nur die ärztliche Versicherung, dass eine schon vorher bestehende Erkrankung nach den Kriterien des RKI einen schweren Krankheitsverlauf wahrscheinlich macht.
      Für einige der Lehrkräfte besteht ein Verbot des Präsenzunterrichts, für andere die Möglichkeit, statt des Präsenzunterrichtes andere dienstliche Tätigkeiten zu übernehmen. Im letzten Fall rate ich dazu, die Entscheidung nach ärztlicher Beratung zu fällen.

      Also: Wo soll dabei das Problem sein?
      Oder andersrum: Das Prozedere ist eigentlich so, dass nur durch eine glaubhafte Bescheinigung eines Arztes die RKI-bezogene Freistellung erfolgen kann.

      Die ganze Diskussion und auch die Kritik der Kinderärzte sollte auch mal anders verstanden werden: Sind die ärztlichen Bescheinigungen, die ich bekomme, das Papier wert, auf dem sie stehen, oder wird hier gerade im großen Stil unter Beteiligung von Ärzten betrogen?????????
      Ist das gemeint?

    • Schön, wie genau Sie über das Alter und die Vorerkrankungen der Lehrkräfte „ihrer“ Grundschule Bescheid wissen. Altersmäßig beginnt die Risikogruppe übrigens bei 60, nicht bei 50.

    • Natürlich ist mir – wie anderen auch – die Jacke näher als die Hose. Was Lehrkräfte dünnhäutig macht, ist die Tatsache, dass sie für die Mängel im Bildungssystem angegriffen werden und nicht die dafür Verantwortlichen.
      Wegen des Dieselskandals werden ja auch die Firmenleitungen verklagt und nicht die Bandarbeiter in der Motorenfertigung.
      Um das Bild der Autoindustrie weiter auszubauen; jetzt wo die Produktion wieder hochgefahren wird, wird unter Einbindung der Weksmediziner, der staatlichen Ämter für Arbeitsschutz und weiterer zuständiger Stellen, aber vor allem mit den Betriebsräten abgestimmt, wie die Produktion unter den derzeitigen Bedingungen organisiert werden soll. Btw die Produktion in diesen wie in anderen Branchen auch ist niemals aufgrund behördlicher Weisung stillgelegt gewesen. Die Unternehmer haben das entweder aus eigener verantwortung oder aber wegen der ausbleibenden Teilelieferungen infolge gestörter Lieferketten so entschieden.

      Ganz anders der Bereich Schule, der ist von den politisch Verantwortlichen nach amßgabe der Erkenntnisse des RKI stillgelegt worden. Hierfür gab es überhaupt keine Konzepte, wie bei längerer Unterbrechung zu verfahren ist. Anders als in der freien Wirtschaft hat das MSB keine Kurzarbeit für die tarifbeschäftigten Lehrkräfte hier in NRW beantragt. Immerhin sind das 20% der Beschäftigten. Diese zusätzliche Ungleichbehandlung zwischen verbeamteten und tarifbeschäftigten Lehrkräften hätte das System gesprengt. Hinzu kam der politische Wille, dass die Aussetzung der Präsenspflicht für die Schüler keine Abkehr von der Schulpflicht ist. Folglich musste ein Fernuntericht (Lernen auf Distanz) erfolgen. Problematisch nur dass es hierfür weder organisatorische noch technische Voraussetzungen flächendeckend gab und gibt. Wie immer im Bildungsbereich wurde die verantwortung hierfür auf die unterste Ebene, die der Schulleitungen und der Lehrer, abgeschoben.
      Dasselbe erleben wir jetzt wieder, wo das MSB einerseits getrieben von politisch motivierten Vorgaben einer einzelnen Partei und unter dem Druck weiter Teile der Elternschaft wieder hochfahren will. Das geschieht mit unglaublicher Chuzpe aber vor allem unter Ausschluss der Hauptpersonalräte im eigenen Ministerium. Alle Entscheidugen und Maßnahmen, die Arbeitsbedingungen regeln, sind mitbestimmungspflichtig, ob das der FDP passt oder nicht.
      D.h. die Personalräte sind nicht anzuhören sondern im Verfahren zu beteiligen.
      Ich bin kein Gewerkschafter aber langjähriges Mitglied eines Lehrerrates und weiß wovon ich hier schreibe.
      Genauso wenig wurden und werden die Kommunen als sachaufwandsträger der Schulen mit ins Boot geholt sondern ihnen mit Vorgaben vor den Kopf gestoßen.

      Und jetzt fallen sie auf, die Versäumnisse aus der Vergangenheit. Das Schulsystem ist unterfinanziert. Das betrifft den baulischen Zustand der gebäude, die Gebäudeunterhaltung einschließlich Reinigung sowie die technische Ausstattung, die immernoch im 10. Jahrhundert verfangen ist.

      Warum in Hessen von einer einzelnen Lehrkraft geklagt worden ist, ist nachvollziehbar. Die Klage hat ja auch nur klargestellt, dass der Dienstherr die Anwesenheit am Arbeitsplatz generell anordnen kann. Das löst aber immer noch nicht die Frage – auch für die anderen Bundesländer – wie der Arbeitsschutz für die Lehrkräfte umgesetzt werden kann. Die bisherigen Maßnahmen dienen ja nur dem Allgemeinschutz (Abstandsregelung). DAss bei einer Drittelung der Klassen wegen der Abstandsregel von 1,50 Metren und den bestehenden Raumgrößen, nicht genügend Räume zur Verfügung stehen, um einen Präsensunterricht für möglichst viele Schüler zu ermöglichen, wird ausgeblendet. Wie es zum nächsten Schuljahr ggf. weitergeht wird ebenfalls ausgeblendet. Es wird nur mit aller Macht versucht entgegen der Empfehlungen des RKI die Risikogruppe zu minimieren, ohne dass es konkrete Maßnahmen für einen effektiven Schutz der Arbeitskräfte gibt, Hinzukommt dass Lehrkräfte, die sich infizieren, nachweisen müssen, dass sie sich im Dienst infiziert haben, wenn sie Leistungen des Arbeitgebers erhalten wollen.

      Und für all diese berechtigten Einwendungen werden die lehrkräfte dann auch noch gebasht, da ja jeder weiß, dass sie „faule Säcke“ sind, die unfähig und unwillig zugleich sind.

      PS Wer nicht in der Lage oder Willens ist, den Inhalt meines Posts zu verstehen , der möge es zu seiner eigenen Entlastung als „Gejammer einer Lehrkraft“ abtun.

      • Ein sehr fundierter Beitrag, einer ihrer besten auf dieser Seite! Nebenbei: Auch in Schleswig-Holstein sind die Rechte des Hauptpersonalrats mit Füßen getreten worden.

        • Nun ja, manchmal muss es eben etwas mehr sein als Polemik, oder sarkastischer Übertreibung oder Ironisierung, die die meisten ohnehin nicht verstehen.

          Was mich derzeit sowohl an der GEW als auch am VBE sow VER.DI verwundert, ist die tatsache, dass sie ausnahmsweise keine allgemeinpolitischen oder schulpolitischen Forderungen in den Echoraum posaunen sondern als „Mitarbeitervertretungen“ ihren tatsächlichen Verpflichtungen versuchen nachzukommen.
          Interessanterweise hält sich der DBB stark bedeckt.
          DPolG und GdP, die ja auch eine hohe Zahl von Mitgliedern vertreten, halten sich ja nicht umsonst bedeckt. Sie müssten sonst zugestehen, dass die Zahl der Über-Sechzig-Jährigen im Wach- und Wechseldienst und den Sondereinsatzkräften gegen Null tendiert, was auf die bestehenden Vorruhestands- bzw ATZ-Regelungen zurück zu führen ist.

          Für die tarifbeschäftigten/angestellten Lehrkräfte sieht der TV-L schon seit einem ajhrzehnt keine ATZ – im gegnsatz zum Beamtengesetz – mehr vor. in der jetzigen Situation müssen dei Schulministerien einkalkulieren, dass Angestellte (20% der Lehrerschaft) auch kündigen können. Sie erhalten dann zwar drei Monate keine Leistungen wegen Eigenkündigung, haben aber über 60 Anspruch auf 24 Monate ALGI. Wird voraussichtlich aber zu einer Verrentung zum frühest möglichen Zeitpunkt mit 63 Lebensjahren führen. Das führt dann zu rund 11% Rentenkürzung. Es ist also eine reine Güterabwegung, ob diese 10,8% das derzeitige Gebaren der Ministeriumsspitze kompensieren.

  16. Stieg nicht auch der Krankenstand in Unternehmen (der sogenannten freien Wirtschaft) sprunghaft an, als man sich nur noch ein telefonisches Attest beim Arzt für Corona holen musste?

    • Ja. Aber das waren natürlich ganz andere, für den Arzt nachvollziehbare Gründe.
      Im Ernst: In gewissen Berufsgruppen sind nach dem Shutdown die Ausfallquoten auf 1/3 der Beschäftigten gestiegen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig, aber sicher auch nachvollziehbar. FürFamilien ist die komplette zeitliche Absicherung der Kinder weggebrochen. Dennoch: Wer sich moralisch so abgehoben zeigt, hätte damals vor 9 Wochen ebenso schon aufstehen müssen und rufen: Schämt euch. (Was allerdings damals wie heute offenkundig lächerlich gewesen wäre)

  17. Wann begreift man endlich, dass LehrerIn ein Mangelberuf ist und solche Aussagen diesen Mangel in Zukunft nur noch verschärfen. Hirn ist aus.

  18. Das kenn ich schon seit Anbeginn meiner Dienstjahre: Pauschalisierte, allgemeine Lehrerschelte, um sich Punkte bei den lernfrustrierten Bevölkerungsschichten zu holen ( Bin selbst z.Z. Krankheitsvertreterin, eigentlich schon im Ruhestand, weit über 60).
    Hab jahrzehntelang gefühlt pausenlos (habe mir nur ca. 2 Wochen Ferien pro Jahr gegönnt, sonst auch in den Ferien für die Schule gearbeitet. Mag sein, dass alle anderen Lehrer täglich auf der Sonnenterrasse lagen und ihr Pensum besser bewältigen) gearbeitet, mit etwa ca.7 Krankheitstagen(eher weniger). Sehr häufig bin ich krank zur Schule gegangen, viele meiner Kolleginnen tun es auch. Es gab zu meiner Zeit einen sehr geringen Krankheitsstand in der Schule. Das war/ist so, weil die meisten Lehrer trotz vieler Arbeit gerne Lehrer sind.
    Immerhin gelang es mir, jahrelang weitgehend ohne Arzt auszukommen. Hab viel gelernt über Gesundheit und empfehle meiner Berufsgruppe, sich auch ein tiefgreifendes Gesundheitswissen anzueignen. Die vielen Stunden, die man sonst beim Arzt absitzt, sind vertane Zeit. In dieser Zeit könnte man gewinnbringender etwas für die Schüler tun und es macht Freude. Arztpraxen sind außerdem in der Regel keine heilsamen Orte, Schulen schon sehr viel eher.
    Auch ich bin froh und dankbar, dass es Ärzte und Krankenhäuser für den Notfall oder ernsthafte Krankheiten gibt. Aber man kann doch sehr viel vorbeugend selbst für die eigene Gesundheit tun.

    Es mag sein, dass es einzelne schwarze Schafe auch unter Lehrern gibt. Aber die gibt es überall, auch bei den Ärzten.
    Sie als Arzt sehen nur die „kranken“ Lehrer, klar. Die anderen gehen zum Glück nicht zum Arzt. Ist besser so.
    Meine Beobachtung: Je öfter man zum Arzt rennt, umso kränker wird man. Man sieht überall ein Zipperlein. Besser ist es, ein vernünftiges Buch zur Vorbeugung zu lesen oder z.B. einen Yogakurs zu besuchen. Anstatt sich helfen zu lassen, sollte man sich zuerst selbst helfen. So wird man immer gesünder. Ausprobieren. Es funktioniert. Dafür ist das Geld sinnvoll ausgegeben, zum Wohle des Lehrers und seiner Schüler.

    Man sollte beides reformieren: Das Gesundheitssystem und die Schulen.
    Reformieren macht Spaß und weckt schlummernde, gesundheitsförderliche Kräfte.
    Reformieren kann in diesem Zusammenhang bedeuten: Die Heilung beider Systeme fördern.
    Oder: Schafft doch die Schule ab oder werdet selbst Lehrer, um zu erfahren, wie Lehrer wirklich sind.
    Übrigens: All die tausende Überstunden, die ich in meinem Berufsleben geleistet habe, wurden von mir nicht gezählt. Keine Sorge: Ich werde und kann das Geld nicht einfordern. Dafür bin ich Lehrerin. Das ist der Preis. Meine wunderbaren Schüler haben mich außerdem auf einer anderen Ebene schon entschädigt.
    Glauben Sie es mir nur: Lehrer wird man weitgehend aus Idealismus, nicht weil man denkt, der Beruf sei eine Gold(Geld)grube.(Habe mich mit neun Jahren dazu etschieden). Aber er ist eine Goldgrube auf einer anderen Ebene. Nur darum sind wir gerne und mit Leidenschaft Lehrer und halten durch, trotz allgegenwärtiger Lehrerschelte.
    Auf jeden Fall würde ich wieder Lehrerin werden, egal ob mit oder ohne Verbeamtung. Ohne sehr viel Arbeit geht es sowieso nicht, nirgends.
    Es gibt auch Waldorfschulen, wo man mit Liebe und Leidenschaft unterrichten kann. Habe übrigens durch meine Beschäftigung mit derAntroposophie auch die antroposophische Medizin kennengelernt, die ich nun sehr schätze. Sie enthält auch viele vorbeugende Hinweise.
    Setzen wir doch alle auf Gesundheit, unseren inneren Arzt und die die Selbstheilungskräfte!
    Das sollte Schule machen.
    Bleiben Sie gesund, Herr Arzt. Sie leisten für kranke Menschen eine wichtige Arbeit, die sie sich entsprechend entlohnen lassen dürfen.

  19. @dickebank (06:52 Uhr)
    „Was Lehrkräfte dünnhäutig macht, ist die Tatsache, dass sie für die Mängel im Bildungssystem angegriffen werden und nicht die dafür Verantwortlichen.“

    Mit Ihren Worten treffen Sie den Nagel auf den Kopf! Ihr gesamter Kommentar trifft ihn. Er ist sachlich und vor allem frei von Larmoyanz.
    Ein bisschen Jammern wäre ja auch nachvollziehbar, nur wenn die Sache ausufert und Außenstehende wie „Arzt“ allmählich das Gefühl haben, sie müssten Widerspruch einlegen und aus ihrer Sicht auch auch mal einiges dazu sagen, wird es heikel.
    Mich hat jedenfalls unangenehm berührt, wie „Arzt“ dann als Feind und Störenfried verunglimpft wurde und schließlich noch verhöhnt, als er ebenfalls empfindlich und auch bissig reagierte.
    Wenn wir Lehrer dünnhäutig sind wegen der von Ihnen benannten Tatsachen, dann sollten wir uns wenigstens davor hüten, die Falschen anzugreifen. Beschwerden und Vorwürfe an Verantwortliche „nach oben“ sind leider relativ selten, da wird gern gekniffen und gesagt: „Das bringt doch nichts“.
    Was bringt es aber, sich hier im Forum auf Außenstehende zu stürzen, die sachliche und thematisch Einwände haben? „Arzt“ steht nicht in der Verantwortung für „Mängel im Bildungssystem“. Er ist der falsche Empfänger für Ohrfeigen.
    Für andere Außenstehende wird er allerdings zum lebenden Beweis dafür, wie Lehrer oft nach oben buckeln und zur Seite treten. Mehr Sympathie in der Öffentlichkeit bekommen sie dadurch bestimmt nicht und die wahrhaft Verantwortlichen bleiben ungeschoren.Sie können sogar die Hände in Unschuld waschen und vor Mikrofonen scheinbar mitfühlend fordern: „Die Lehrer brauchen mehr Anerkennug!“
    Natürlich brauchen sie mehr Anerkennung und warum bekommen sie sie nicht? Darüber geben die Mikrofone dann keine Auskunft mehr. Die ach so nette Forderung verstärkt sogar noch den Blick auf die Lehrer und lenkt geschickt von sich selbst und den eigenen Fehlern ab.

    • Mich ärgert schon lange, dass wir Lehrer ein ziemlich kleinmütiges Völkchen sind und unseren Frust lieber an Kollegen und Unbeteiligten auslassen als an tatsächlich Schuldigen.
      Wer für uns mehr Anerkennung einfordert, damit wir weiter stillhalten und den Sündenbock für politische abgeben, dem sind wir oft noch dankbar.
      Sie haben viel Richtiges gesagt. Herzlichen Dank dafür!

    • Ich erlebe die Lehrer als sehr engagierte Mitmenschen, die versuchen unter schwierigsten Bedingungen Kontakt zu ihren Schülern aufrecht zu erhalten, erheblich an Mehrarbeit leisten und am liebsten wieder mit den Kindern direkt arbeiten würden, so man sie ließe.

      Ich versuche hier ihnen lediglich zu vermitteln, dass das Risiko Covid-19 zu übertragen in unterschiedlichem Maße ausgeprägt ist, und diese Fähigkeit in Abhängigkeit vom Alter der ihnen überantworteten Kindern vorhanden ist.
      Ich halte auf Grund der vorliegenden Studienlage Kinder über 15 Jahren nur dann für einen Risikofaktor für sie und für Überträger von Covid-19, wie auch die Erwachsenen selbst, wenn auf Grund deren höherer überregionaler Kontaktfreudigkeit und ihrer nachgewiesenen höheren Ansteckungsrate im Verbund mit einem engeren Kontakt in geschlossenen Räumen, und einer gleichzeitig bestehenden hohen Durchseuchung mit Covid-19 hoch des Kreisgebietes vorliegt, und sich somit die Konvektoreigenschaften voll zur Entfaltung kommen, siehe französische Schule mit 40 % Infizierten in der Gruppe der über 15 Jährigen Schülern, Erwachsene mit 43 % Infizierte, wobei Kinder unter 15 Jahren nur zu 2,7 % betroffen waren.

      • Bei mr stoßen Sie auf vollstes Verständnis und müssen nicht erklären, was Sie wollten. Ich kann nur immer wieder sagen, dass mir die aggressiven Reaktionen auf Ihre Posts leid tun und ich sie falsch finde.

  20. Ich bin generell für einen souveränen Umgang mit Lehrerbashing. Es sind m.E. immer dieselben Leute (eine kleine Minderheit). Es sind Leute, die auch die Kassiererin anmaulen, wenn es nicht schnell genug geht. Es sind Leute, die einfach mal „Dampf ablassen“ wollen und sich jemanden suchen, den sie beleidigen und verunglimpfen können. Man sollte diese Leute nicht allzu ernst nehmen.

  21. Haben wir Lehrer auf Grund von Erlebnissen und Beobachtungen nicht auch oft ein fragwürdiges Bild vom Verhalten einiger Kollegen, Eltern oder anderer Menschen, mit denen wir es zu tun haben? Und ist es böse, ein solches zu haben oder sich zu machen?
    Ich verstehe die Aufregung um die Ärzte nicht, die ihren Eindruck von manchen Lehrern in der Corona-Zeit schildern. Den Medizinern kann doch nicht angekreidet werden, dass sie eine Beobachtung weitergeben. Das tun wir beruflich doch auch.
    Wenn Ärzte sagen, dass sie auffallend viele Lehrer mit Schlafstörungen, Burnout- und Überlastungssymptomen behandeln müssen, ist uns das immer willkommen und wir zitieren gern ihre Warnungen. Aber wehe, sie sagen etwas, das uns nicht passt. Dann ist der Teufel los und es regnet empörte Kommentare.
    Es gibt eben auch schwarze Schafe im Lehrerberuf und sie werden nicht unsichtbar oder weiß, indem wir sie leugnen und all jene verurteilen, denen sie auffallen.
    Vielleicht wäre es sinnvoller, sich über den öffentlichen Eindruck Gedanken zu machen, wenn Kollegen bei so etwas gleich auf die Palme gehen.

    • Gut gebrüllt, Sabine!

      Interessanterweise sind die engagierten Lehrer, die schärfsten Kritiker, der Lehrer, die ihre Inteligenz nutzen, um sich auf Kosten von Kollegen und Schülern einen Lenz zu machen.
      Und die gibt es, keine Frage.
      Es gibt auch Ärzte, die ihren Beruf verfehlt haben. Und vermutlich auch LKW – Fahrer, und Krankenpfleger und Politiker und Gewerkschaftler usw.

      Kurz: Es ist so erbärmlich, die eine oder andere Berufsgruppe pauschal zu kritisieren.

    • Ich sehe da durchaus einen Unterschied.
      Viel zu häufig wird in den Kommentaren gerade nicht relativiert, sondern über „die Lehrer“ geschrieben. Selten schreibt jemand, alle Lehrkräfte seien engagiert, manche aber faul.
      Es wird nicht einbezogen, ob eine Lehrkraft eine halbe Stelle hat, ob sie auf Grund von Krankheit verbrieft weniger arbeiten muss, ob es andere Gründe geben kann, weshalb Lehrkräfte bei voller Stelle weniger Unterricht übernehmen.
      Da es keine generelle Arbeitszeiterfassung gibt, werden Lehrkräfte pauschal als arbeitsunwillig dargestellt.
      Wie soll sich etwas ändern, wenn nicht Lehrkräfte ihre Arbeit und Arbeitsweise als Gegenentwurf zu pauschalen Unterstellungen selbst in der Öffentlichkeit darstellen?

      Wie ruhig wohl VertreterInnen anderer Berufe blieben, wenn man ihnen tagtäglich ihre schwarzen Schafe als generelles Berufsbild vorhalten würde? Dann wären alle Pfleger Mörder, alle Ärzte Pfuscher, alle Kaufleute Betrüger…

      Wenn so viele Lehrkräfte in den Burnout gehen, tun sie dies nicht aus Faulheit, sondern durch tatsächliche, tägliche Überlastung. Vielleicht sind die Lehrkräfte, die nicht als engagiert erscheinen, solche, die die Überlastung besser wegstecken oder die Entgrenzung von Arbeitszeit, die es bei Lehrkräften immer gibt, besser im Blick behalten und sich eher an der Regelstundenzahl orientieren, statt wöchentlich viele Überstunden zu schultern. Die Gesellschaft hat viele Erwartungen, die sie in die Schule trägt. Lehrkräfte reagieren darauf mit immer mehr Engagement. Das will aber niemand sehen, sondern weiterhin werden pauschal Vorurteile bedient, wird sich mit dem Berufsbild gar nicht beschäftigt und bei nächster Gelegenheit neue Aufgaben an „die Schule“ gegeben. Das ist schon im Alltag nicht zu bewältigen, wie übrigens auch durch Studien, die den notwendigen Zeitaufwand für bestimmte Aufgaben mit der tatsächlichen Arbeitszeit verglichen haben, belegt wurde. Lehrkräfte schaffen die ihnen aufgetragenen Aufgaben also nur, wenn sie über Gebühr arbeiten.
      Warum darf man das nicht ansprechen und die tatsächliche Belastung in die Öffentlichkeit bringen?

      Wie wohl VertreterInnen anderer Berufe reagieren würden, wenn man seit längerem zur geregelten Arbeitszeit in jeder Woche unentgeltlich eine weitere halbe Schicht arbeiten müsste und man ihnen dann zusätzliche Aufgaben auftragen würde? Würden sie diese mit Freude begrüßen und auf den Urlaubsanspruch gänzlich verzichten?

      Es ist mir unverständlich, warum man mit den Anforderungen an Arbeitsschutz und Regelungen zur Arbeitszeit irgendeiner Berufsgruppe derart liederlich umgehen kann. Ich käme nicht im Traum darauf, bei anderen Berufsgruppen eine Abschaffung derselben zu fordern, LKW-Fahrern die Pausenzeiten zu streichen, damit sie mehr transportieren, Schutzschalter an Maschinen abzubauen, damit es schneller geht, Fluglotsen die Ruhezeiten zu nehmen, Hygienekontrollen auszusetzen…

      Wie man wohl als Vertretung eines anderen Berufes darauf reagieren würde, wenn man solches forderte und die Gegenrede als Faulheit oder Jammerei darstellte?

      • Weil die klassischen Industriegewerkschaften im DGB halt eine höhere Durchschlagskraft haben als die Dienstleistungsgewerkschaften wie die GEW oder VER.DI. Weil die Tarifunion aus DBB und GEW ein zahnloser Tiger ist. Weil die GEW für vile ein „rotes“ Tuch ist, da sie sich weniger mit tariflichen Dingen als mit bildungspolitischen Fragestellungen und Forderungen beschäftigt. Weil die im DBB organisierten Verbände, die die vertretung der Beamten sind, und die GEW, die ja die Vertretung der tariflich Beschäftigten ist, sich im Grunde genommen spinnefeind sind.
        Weil die Gruppen innerhalb des DBB ihren Standesdünkel pflegen und sich für ihre Pfründe interessieren, es zu viele Partikularinteressen der Lehrerverbände gibt, die die einzelnen Landesverbände sowie die unterschiedlichen Interessen der diversen Schulformen bedienen müssen und somit auf keinen gemeinsamen Nenner kommen – außer dem jährlichen Ritual einer Entgeltforderung oberhalb der Inflationsrate, die sie nicht einmal in der Lage sind umzusetzen. Das führt dazu, dass sich die Arbeitsbedingungen verschlechtern, sich die tatsächliche Arbeitszeit erhöht, der Beruf von Jahr zu Jahr unattraktiver wird und die Zahl der gesellschaftlichen Defizite, für die die Schulen verantwortlich gemacht werden, beständig steigt.

        Das System ist dermaßen „auf Kante genäht“, dass es unter solchen Bedingungen – wie sie jetzt durch die Pandemie verursacht sind – nur kollabieren kann. Es ist zwar für jedermann absehbar gewesen, aber egal, die Schuldigen an der Misere waren ja von vornherein bekannt, weshalb ja auch nichts geändert werden muss. Die entstehenden schrammen werden ein bischen ausgepinselt und schon wird der „alte Mist“ als schule 2.0 verkauft. Die durch das Lifting verursachten Kosten einschließlich der Kosten für das Wahlkampf bedingte Marketing werden mit den laufenden Betriebskosten verrechnet, womit die Investitionsquote noch weiter sinkt. Schule 2.0 ist also nichts anderes als Schule im freien Fall. Der bekannte Ausspruch „Houston, wir haben ein Problem“ verhallt ungehört in den Räumen der 16 Bildungsministerien. Sollte wider Erwarten der Bund etwas mitbekommen haben und den Dornröschenschlaf der Länder stören wollen, murmeln die unisono im Halbschlaf „Wegen der Kulturhoheit der Länder hast du überhaupt nichts zu sagen“ drehen sich um und schlafen wieder ein. Und das lehrende Personal hüpft derweil a la Rumpelstilzchen durch den Paragraphendschungel und schreit „Ach wie gut, dass niemand weiß …“

        Und wenn manchmal ein Abgesandter der OECD oder der Bertelsmann Stiftung in die heiligen Hallen der Kultusministerien vordringt, um den göttlichen Ratschluss zu übermitteln, dann versinkt der auf seiner Mission wie der berühmte „Münchner im Himmel“. – Und so warteten die schulministerien noch immer auf den göttlichen Ratschlag. Und die eine oder andere milde gestimmte Kollegin wird verständnisvoll sagen, dass das auch sein Gutes hätte, wären Ratschläge eben auch immer Schläge und das dürfe man den zartbesaiteten Verantwortlichen in der Bildungsbürokratie ebenso wie den armen Kinderseelen nicht auch noch antun.

  22. Alle Lehrer sollten einen festen Arbeitsplatz (mit PC!) in der Schule bekommen. Kosten für Material sollte der Schulträger übernehmen. Die Arbeitszeit sollte 8 Stunden betragen und jeden Tag exakt per Stechuhr erfasst werden. Überstünden und Wochenendarbeitszeit sollten entsprechend vergütet werden. Dann würde es uns allen besser gehen!

  23. Das System ist seit Jahren auf Kante genäht. Das weiß jeder im System und ich unterstelle auch denen, die uns „managen“ – den Bildungsministern – dass sie das wissen (müssen/können).
    Warum also ändert sich nichts?
    Wer hat ein Interesse daran, dass Lehrer immer weiter am Limit arbeiten?
    Wem nutzt es, dass zu wenig Menschen Lehrer werden?

    Wenn es niemandem nutzt, hätte sich doch sicher inzwischen etwas geändert?

    Es gibt einfach zu viele Baustellen, an denen wir selbst nichts ändern können – schon weil der Alltag uns einfach so viel abverlangt, dass wir nicht einmal Zeit finden, Ordnung ins System zu bringen und festzustellen, bei wem wir uns über was konkret beschweren dürften oder konstruktive Kritik zu entwickeln.
    Von zu großen Klassen redet man seit 30 Jahren, von baulichen Mängeln, fehlenden Arbeitsplätzen und Ausstattung für Lehrer, fehlender datenschutzkonformer Ausstattung, die Lehrer genau wie jeden anderen Mangel aus eigenen Mitteln abfedern und sich dadurch datenshutzrechtlich angreifbar machen, desolatem Zustand von Schülertoiletten, von ungerechter Bezahlung auch und, o Wunder, aus Lehrerüberschuss in den 90ern wurde Lehrermangel und keiner hat’s kommen sehen???
    Auch pädagogische Baustellen kennt man lange: viele Kinder mit Förderbedarf, denen viel zu wenig Zeit für besondere Förderung zusteht, viele Kinder mit nicht sicheren Grundkenntnissen in Kulturtechniken, zu große Systeme, in denen Probleme kaum noch erkannt und aufgefangen werden können, viele Kinder mit sozialen und persönlichen Problemen, für die wir viel zu wenig Zeit haben usw.
    Das alles kann man nicht mit „dank Corona“ nun wieder übers Knie gebrochenem Digitalunterricht verbessern!
    Und glaube bitte keiner, dass dadurch Lehrer gespart werden könnten oder Schule gar menschlicher würde!

    Das „System“ – so denn noch eins dahinter steht – funktioniert nur, weil Lehrer sich seit Jahrzehnten NICHT drücken, egal was man ihnen auch in den Weg legt.
    Die Gesellschaft zählt darauf, dass Lehrer (wie auch Menschen in anderen sozialen und medizinischen Berufen) aus Pflichtbewusstsein den Kindern gegenüber eben NICHT den Rückzug antreten, sondern alle Anforderungen, seien sie noch so wenig durchdacht und in Frage zu stellen, immer wieder als Herausforderungen in Sinne der Kinder umdeuten, annehmen und Lösungen finden, dabei eigene Bedürfnisse immer weiter hintanstellen.
    Wehe dem, der dem ganzen irgendwann nicht mehr gewachsen ist und sich das obendrein auch noch irgendwann eingesteht und tatsächlich zum Arzt geht… der ist dann ein Drückeberger???

    Liegt der Gesellschaft daran, dass alles so bleibt, wie es ist?
    Wenn nicht, dann muss sich endlich etwas ändern.
    Gebt uns die Zeit und die nötigen Voraussetzungen, unseren Job gut zu machen.
    Aber fragt vorher, was wir dazu brauchen. DAS wissen nur die Lehrer selbst!

  24. Frage mich wirklich, ob zum Arzt gehen für Lehrer immer die richtige Option ist.
    Mir hat stattdessen oft ein gutes Buch geholfen. Bei ernsthaften Krankheiten, die man nicht alleine bessern kann, soll man natürlich schon zum Arzt gehen.
    Was wir brauchen, das ist regelmäßige Supervision mit ausgebildetetn Psychologen und die Zusammenarbeit mit Schulpsychologen.
    Was ich mich auch frage, das ist, ob der Beamtenstatus wirklich erforderlich ist für Lehrer. Viele sagen sich dann: Andere Menschen neiden den Lehrern die Vorteile dieses Status. Schon deswegen muss ich über meine Grenzen gehen und sämtliche unbezahlten Überstunden in Kauf nehmen. Allerdings: Das kostet oftmals dann die Lebensqualität und manche auch die Gesundheit. Nicht jeder kann unbeschadet jahrzehntelang von morgens bis spät abends samt Wochenende durcharbeiten, um allen Anforderungen gerecht zu werden.
    Wie wäre es, wenn Lehrer Angestellte wären? Mehr arbeiten müsste man dafür nicht, weil mehr bei den meisten Lehrern gar nicht geht. Man würde dann zu den Bedingungen anderer Arbeitnehmer arbeiten und leben. Man könnte die Arbeitsstelle wechseln auf Wunsch, z.B. um sich weiterzuentwickeln. Allerdings: Wer würde dann noch in schwierigen Einzugsgebieten arbeiten wollen? Würden das die engagierten Lehrer sein? Viele Klassen hätten häufig Lehrerwechsel. Manche Lehrer würden den Eltern „nach dem Mund“ reden und vielleicht nicht klar sagen, was Sache ist.
    Wäre das besser?
    Man kann darüber nachdenken, was für wen sinnvoller wäre.

    • Uns würde tatsächlich mal ein Streikrecht zustehen. Dann hätten wir innerhalb kürzester Zeit Arbeitsbedingungen, die ansatzweise auch so genannt werden können.
      So werden wir in 20 Jahren vermutlich immer noch mit OHP arbeiten.

      • Angestellten Lehrkräften steht das Streikrecht doch zu. Nur es wird zu wenig genutzt. Die tariflichen Forderungen außer den Entgeltforderungen werden im Regelfall nicht von den im DBB organisierten – Lehrerverbänden mitgetragen (siehe LEGO) oder scheitern an den Interessen der anderen Berufsgruppen innerhalb des DBB wie Polizei, Finanzen, Justiz etc. bei den Tarifverhandlungen mit der TdL. Hinderlich für Lehrkräfte ist Tarifunion bestehend aus GEW und DBB sowie das Selbstverständnis der GEW, die eher bildungspolitische als tarifpolitische Forderungen erhebt. Mit Blick auf die mir als angestellter Lehrkraft zustehende Koalitionsfreiheit, ist die GEW die schlechteste aller Optionen – und das vermutlich nicht nur bei mir.

        Anders als für angestellte Ärzte gibt es keinen eigenständigen Tarifbereich im Rahmen des TV-L. Wenn wir allein von 200.000 Lehrkräften in NRW ausgehen, dann müssten diese als Gruppe eine wesentlich höhere Durchschlagskraft gegenüber dem Arbeitgeber haben. Die Wirkleistung zerbröselt aber unter den diversen Partikularinteressen der diversen Lehrerverbände. Diesem „Aufstand der Zwerge“ kann die Politik wirklich gealssen – und das schon seit Jahren – entgegensehen.

        • Sie haben doch vermutlich auch Erfahrungen damit gemacht. An unserer Gesamtschule gibt es ca. 20 Angestellte. Wenn davon 15 streiken, wird dies doch von den anderen Kollegen aufgefangen. Die Stunden fallen ja nicht aus. Vielleicht gerade mal die Randstunden. Das verursacht ja im Grunde nur Mehrarbeit für alle Seiten. Und das Ministerium lacht sich ins Fäustchen.

          • Dann sagen sie den verbeamteten Kollegen mal, dass sie nicht als „Streikbrecher“ eingesetzt werden dürfen. Das wissen nämlich auch die wenigsten. Im Zweifel muss ich die Kinder beaufsichtigen, aber ich muss sie nicht unterrichten.

          • Vorsicht, wenn Ihre Schulleitung Beamte als „Streikbrecher“ einsetzt, bewegt sie sich auf verbotenem Terrain.
            Wenn angestellte Lehrkräfte streiken, fällt der Unterricht in den „bestreikten Klassen“ aus. Beamte dürfen dann lediglich zur Aufsicht eingesetzt werden, wenn es sich um Klasen der SekI oder an GS handelt. Den verbeamteten Lehrkräften steht es frei, mit den SuS über die Ziele des Streiks, das Thema Gewekschaften und Streik etc. zu diskutieren. Sie dürfen den SuS aber keine Aufgaben geben oder sie mit Unterrichtsmaterialien versorgen.

  25. Das ist uns und auch der SL klar. Trotz alledem muss ich doch in Springstunden den Vortänzer spielen. Da ist es doch schon fast egal, ob ich mit denen Däumchen drehe oder Spiele spiele. Betreut werden muss die Klasse ja.
    Und die angestellten Lehrer müssen doch das gleiche Ziel erreichen, haben dann nur weniger Zeit.
    Sinniger wäre, die SuS dann für eine Stunde nach Hause zu schicken, dann wüssten auch die Eltern, das Streik herrscht.

    • Falsch, betreut werden müssen die SuS nicht, sie müssen beaufsichtigt werden.
      Ich weiß selbst, dass das Wortgeklingel ist, weil Freisetzen eben nur in Randstunden geht.

      Das Dilemma für Schulleitungen besteht ja darin, dass selbst wenn sie persönlich die Streikziele unterstützen, sie als Funktionsstelleninhabende der Verpflichtung unterliegen, die Aufsicht organisieren zu müssen.

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