Umfrage: Mehrheit der Schüler mit digitalen Lernangeboten zufrieden

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BONN. Die meisten Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren, waren mit den digitalen Angeboten ihrer Schule in Zeiten des Lockdowns zufrieden, ergab jetzt eine Umfrage der Postbank. Dennoch bestehe in Sachen Digitalisierung noch Handlungsbedarf.

Überwiegend positiv, doch mit einer nicht zu unterschätzenden Menge Unzufriedener: In der Corona-Krise stellen deutsche Jugendliche ihren Schulen ein uneinheitliches Zeugnis aus. Während jeder dritte Teenager mit den Online-Lernangeboten seiner Schule unzufrieden ist, schauen 59 Prozent der 16- bis 18-Jährigen positiv auf die digitalen Lernangebote ihrer Schulen. Dies ergab jetzt die Postbank Jugend-Digitalstudie 2020, für die 1.000 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren befragt wurden.

Die überwiegende Mehrheit der Schüler scheint mit dem digitalen Unterricht ihrer Schule einigermaßen zufrieden. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Foto: Steve Riot / Pixabay (P. L.)

Die Umstellung des Unterrichts auf digitale Formate war für viele Schulen zweifelsohne eine Hau-Ruck-Aktion: Homeschooling war (und ist) für wohl die meisten Schulen noch Neuland und vielerorts wurde improvisiert. Das spüren auch die Schüler. Ihre Bilanz nach Monaten des Online-Unterrichts: 13 Prozent der Jugendlichen sind sehr zufrieden. Bei 34 Prozent überwog dagegen die Unzufriedenheit. „Eher zufrieden“ zeigten sich 46 Prozent der befragten Jugendlichen.

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Auch wenn die Mehrzahl der Jugendlichen den digitalen Bildungsinhalten ihrer Schule positiv gegenübersteht, herrsche noch Handlungs- und Entwicklungsbedarf. „Kindern und Jugendlichen in ihren Schulen zeitgemäße digitale Lernangebote machen zu können, ist essentiell für die Zukunft der jungen Generation. Das hat uns die Pandemie deutlich gemacht“, sagt Thomas Brosch von der Postbank. „Schulen müssen offen sein für den digitalen Wandel, sie müssen über entsprechende Kompetenzen und Mittel verfügen. Nur dann können sie ihren Auftrag auch wirklich erfüllen. Dass Bildung in Krisenzeiten ausfällt, können wir uns als Gesellschaft nicht leisten.“

Große regionale Unterschiede in Sachen Zufriedenheit

Je nach Bundesland sei der Fernunterricht recht unterschiedlich ausgefallen. Das spiegele sich auch in den regional unterschiedlichen Ergebnissen der Studie. In den ostdeutschen Bundesländern mit Ausnahme Mecklenburg-Vorpommerns seien die Schulen besonders weit hinter den Erwartungen der Schüler zurückgeblieben. Nur knapp mehr als die Hälfte (51 Prozent) dort war mit den Homeschooling-Angeboten zufrieden. Etwas besser versorgt fühlten sich die Jugendlichen in Bayern und Baden-Württemberg. 64 Prozent der Schüler dort gaben an mit den Online-Lernangeboten gut gefahren zu sein. Dazwischen liegen die in der Studie zur Region Nord zusammengefassten Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, sowie die Region West, die Zufriedenheitswerte von 59, bzw. 58 Prozent erreichten. (zab, ots)

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3 KOMMENTARE

  1. Wann ist ein Schüler/eine Schülerin zufrieden? Wenn er/sie mit möglichst wenig Aufwand akzeptable bis gute oder vielleicht sogar sehr gute Noten erreicht.
    Eine Lehrkraft, die sehr reduziert digital lehrt, aber den Notenschnitt hebt, macht also ihre SuS zufrieden.
    Hat die Umfrage diese Zufriedenheit abgefragt???

    • Lieber Dietmar,
      Meines Wissens nach durften in der Zeit während des Lockdowns in den meisten (allen?) Bundesländer keine Noten erteilt werden.

      • eben. Deswegen brauchten die Schüler auch keine Klassenarbeiten, Vokabeltests usw. zu schreiben, bis auf wenige Ausnahmen wurde ihnen die Versetzung nahezu leistungslos geschenkt usw.

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