Chance auf A13 für Grundschullehrer: CDU will verhandeln

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ERFURT. Nach Ansicht von Bildungsministerium und Gewerkschaften in Thüringen sollten Grundschullehrer genauso viel verdienen wie Gymnasial- und Regelschullehrer. Auch die CDU ist dafür und will das Thema erneut in die Verhandlungen zum Haushalt 2021 bringen.

Warum verdienen Grundschullehrer in vielen Bundesländern immr noch weniger als ihre Kollegen am Gymnasium? Foto: Shutterstock

Die Thüringer CDU-Fraktion will mit Rot-Rot-Grün über eine bessere Bezahlung von Grundschullehrern verhandeln. Das Vorhaben, Grundschullehrer wie auch Regelschul- und Gymnasiallehrer nach der Besoldungsgruppe A13 zu bezahlen, sei «Beschlusslage der CDU», sagte CDU-Fraktionschef Mario Voigt. Man wolle das Thema während der Verhandlungen mit Rot-Rot-Grün zum Landeshaushalt 2021 erneut aufrufen. Das Minderheitsbündnis aus Linke, SPD und Grünen ist auf die Stimmen der CDU-Fraktion angewiesen, um den Haushalt für das nächste Jahr durch den Landtag zu bringen.

Der Beschluss der Landesregierung für den Haushaltsentwurf 2021 sieht keine höhere Besoldungsstufe für Grundgrundschullehrer vor. Sie werden derzeit in der Regel nach der Besoldungsgruppe A12 bezahlt. In der Besoldungsstufe A13 liegt das Brutto-Grundgehalt im Einstieg bei mindestens etwa 4200 Euro pro Monat. In der Besoldungsstufe A12 liegt es bei mindestens etwa 3600 Euro pro Monat.

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Noch keine Aussagen traf Voigt dazu, ob die CDU damit einverstanden ist, dass die Landesregierung bislang keine zusätzlichen Lehrerstellen für das nächste Jahr im Haushaltsbeschluss vorsieht. Er stelle zunächst einmal fest, dass Bildungsminister Helmut Holter (Linke) nicht alle Stellen, die an Schulen zur Verfügung stehen, auch tatsächlich habe besetzen können. «Holter ist ein Ankündigungsminister», sagte Voigt.

Die CDU wolle die Situation im Bildungsbereich noch näher analysieren und sich dann entscheiden, ob sie sich in den Haushaltsverhandlungen für weitere Stellen einsetzen werde. Oberstes Ziel der CDU sei es, dass auch wirklich mehr Personal in den Schulen ankomme.

Das Finanzministerium unter Finanzministerin Heike Taubert (SPD) argumentiert, dass sowohl im Bildungsbereich als auch bei der Polizei noch genügend Stellen unbesetzt seien, so dass es weder für Holter noch für Innenminister Georg Maier (SPD) Grund gebe, mit dem Landeshaushalt 2021 zusätzliche Stellen zu erhalten. dpa

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6 KOMMENTARE

  1. Wenn die Verantwortlichen im Finanzministerium erstmal kapieren, was die aktuellen Entscheidungen des BVerfG zur Richterbesoldung für Auswirkungen auf die gesamte A-Besoldungsstruktur haben, dann werden die nochmal geündlich darüber nachdenken…

  2. Es ist unerträglich, dass die SPD den Zusammenhang zwischen unbesetzen Stellen und mangelhafter Bezahlubg nicht sehen will.

  3. Seit diesem Schuljahr verdienen nun auch die Grundschullehrer in Mecklenburg-Vorpommern nach E13/A13. In Thüringen muss man sich gut überlegen, ob man GS-Lehrer an Sachsen verlieren will, das längst die Angleichung vollzogen hat.

  4. Dass Stellen nicht besetzt werden können, ist doch klar: Ich kenne genügend junge Lehrer, fie in andere Bundesländer abgewandert sind bzw. abwandern, weil dort besser bezahlt wird oder überhaupt in annehmbarer Zeit eine Reaktion auf die Bewerbung folgt. Wenn man in Thüringen bleiben will braucht man schon starke Nerven und muss mitunter Angebote anderer Bundesländer ablehnen – um dann vielleicht doch keine passende Stelle hier zu bekommen.
    Jedes Schuljahr fehlen an Grundschulen in unserem Schulamtsbereich einige volle Stellen, die dann Mithilfe von Stundenkürzungen, Klassenzusammenlegungen und Abordnungen gestopft werden sollen. Das wird sich wohl mit der aktuellen Personalpolitik der SPD nicht ändern, sondern eher verschlimmern.

    • Thüringen und Sachsen-Anhalt sind die letzten „Ost-Bundesländer“, die die GS-Gehälter noch nicht auf E13/A13 angehoben haben. Mit jedem weiteren Jahr, das hier verstreicht, verlieren wir unwiderbringlich viele GS-Absolventen, die aber hier teuer ausgebildet worden sind.

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