Manche Schulen behalten Maskenpflicht im Unterricht bei – Gebauer: Rechtlich nicht bindend

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ESSEN. An den meisten weiterführenden Schulen in NRW dürfen die Schüler ab Dienstag die ungeliebte Maske im Unterricht absetzen. Einige Schulen behalten die Pflicht jedoch bei und begründen dies mit einem höheren Infektionsrisiko. Kommunen appellieren an freiwilliges Maske-Tragen. Rechtlich bindend, darauf weist Schulministerin Gebauer hin, ist das allerdings nicht.

Maskenpflicht im Unterricht soll’s an manchen Schulen in NRW weiterhin geben. Foto: Shutterstock

Nicht an allen weiterführenden Schulen in NRW endet an diesem Montag die Maskenpflicht im Unterricht. Beibehalten wird sie etwa an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Essen, zunächst bis zu den Herbstferien, wie die Schule auf Facebook mitteilte. «In keinem unserer Klassenräume kann im normalen Präsenzunterricht der Mindestabstand eingehalten werden», erklärte die Schule. Im Unterricht werde gesprochen, sich ausgetauscht. Man sehe hier ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Bereits zu Beginn des Schuljahres sei in der Schulkonferenz über die Maskenpflicht bis zu den Herbstferien gesprochen worden, hieß es weiter. Von den Eltern habe es dafür Zuspruch gegeben.

Ohne Maskenpflicht im Unterricht stehen nicht mehr alle Lehrer zur Verfügung

Für die Ankündigung gab es Lob, aber auch Kritik. «Ich finde die Entscheidung der Schule super. Meine Tochter fühlt sich besser mit der Maske», kommentierte jemand. «Ich frage mich, wofür solche Sachen beschlossen werden und dann jede Schule eigenständig entscheidet», schrieb ein anderer.

Auch am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Oberhausen bleibt die Maskenpflicht bestehen, zunächst für weitere knapp zwei Wochen. Für den Fall, dass die Schulkonferenz die Maskenpflicht ab dem 14. September abschafft, hat die Schulleitung Unterrichtskürzungen angekündigt. Grund sei, dass dann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr alle Lehrer für einen Unterricht ohne Maskenpflicht zur Verfügung stünden. Pläne für eine Beibehaltung der Maskenpflicht für zunächst zwei Wochen gab es auch am Viktoriagymnasium in Aachen.

Die Maskenpflicht im Unterricht der weiterführenden und berufsbildenden Schulen in NRW bestand seit Beginn des Schuljahres am 12. August. Solch eine Maßnahme gab es flächendeckend in keinem anderen Bundesland. Für Grund- und Förderschüler der Primarstufe galt sie auch in NRW nicht. Auf Schulhöfen und im Schulgebäude bleibt die Maskenpflicht aber für alle an allen Schulformen bestehen.

Bereits vergangene Woche hatte der Krisenstab der Stadt Wuppertal an die Schulen appelliert, über den 31. August hinaus einen Mund-Nasen-Schutz während des Unterrichts tragen zu lassen. Das Tragen einer Maske sei ein sinnvolles Mittel zur Minderung eines Infektionsrisikos, wenn – wie in vollen Klassen der Fall – Mindestabstände von 1,5 Metern nicht eingehalten werden könnten, hatte die Stadt mitgeteilt.

Gebauer: „Schulen sind sichere Orte“

Schon vor einer Woche hatte das Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg den weiterführenden Schulen das «durchgängige Tragen einer eng anliegenden Mund-Nasen-Bedeckung» empfohlen – «selbst dann, wenn ein Mindestabstand von 1,5 m üblicherweise eingehalten werden kann». Ob durchgehend eine Mund-Nasenbedeckung getragen werde, habe gravierende Auswirkungen darauf, «wie groß der Personenkreis derer ist, die bei Auftreten eines positiven Falles in der Schule in Quarantäne müssen», heißt es in einem Infoblatt des Amtes.

„Schulen sind sichere Orte“, erklärte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) einem Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ zufolge. Sollten Schulleitungen weiterhin an einer Maskenpflicht im Unterricht festhalten und ein entsprechendes Maskengebot im Unterricht aussprechen, werde dies vom Schulministerium respektiert, sagte sie. Die Ministerin betonte jedoch: „Rechtlich können Schulleitungen nun keine Maskenpflicht verhängen“, sie könnten nur ein „Gebot‘ aussprechen, das zudem freiwillig sei. Es sei aus Sicht der Landesregierung klar, „dass Masken Sicherheit vor einer Corona-Ausbreitung bieten“, erklärte Gebauer. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Keine Tests, keine Nachverfolgung, keine Schutzmaßnahmen – wie Corona-Infektionen an einer Schule für Verunsicherung sorgen

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14 KOMMENTARE

  1. Bei uns gibt es zwar keine Maskenpflicht mehr und es läuft sowieso fast alles so, als würde es kein corona geben, trotzdem finde ich es komplett unangemessen von Frau Gebauer ihren Schulleitern so In den Rücken zu fallen. Anders kann man ihre Aussagen auch nicht deuten, ihr wird vollkommen klar sein, dass nach solch einer Aussage kein Schulleiter die Maske mehr durchsetzen können wird! Absolut unverantwortlich und herablassend.

  2. Bei uns wird die Maskenpflicht vorerst beibehalten, weil es bislang keine rechtlich bindende Vorgabe vom Ministerium zur Maske nach dem 31. August gibt. Eine Pressekonferenz zählt nicht. Was soll man nun davon halten? Ist Ministerin Gebauer doch Rechtsanwaltsgehilfin von der Ausbildung her.

  3. Es ist rein rechtlich so, dass Schulleiter keine eigenmächtigen Maßnahmen beschließen dürfen. In BW ordneten eifrige Schulleiter vor den Ferien in manchen Schulen eine Maskenpflicht an. In BW gab es nur ein Maskengebot, die Eltern beschwerten sich massenhaft beim KM, es gab Dienstaufsichtsbeschwerden. Es kam dann von den Schulämtern und vom KM an die Schulen ein Schreiben, dass solche eigenmächtige Maßnahmen nicht erlaubt sind.

  4. Was ist mit Lehrern, die zur Hochrisikogruppe gehören? Wenn sie schon so engagiert sind, dass sie in die Schule kommen, sollten sie doch zumindest die Möglichkeit haben, wenigstens in ihrem eigenen Unterricht für das Tragen von Masken zu sorgen.
    Wenn das nicht erlaubt ist, hätte ich großes Verständnis dafür, wenn einige Lehrer sich ein Attest holen.

  5. Yvonne Gebauers Corona – Management ist eine einzige Katastrophe . Deshalb beginnt jetzt auch der großflächige. zivile Ungehorsam . Ausgerechnet der konservativste Zirkel überhaupt , die Schulleiter , proben den Aufstand . Und das völlig zu Recht …

  6. Verstehe die Aufregung über diesen Artikel nicht. Was soll den die liebe Dame sagen, wenn sie von der Presse auf das Thema angesprochen ist. Im letzten Absatz steht doch genau das, was der gültigen Vorgehensweise entspricht.
    Schulleiter können nun rein rechtlich keine Maskenpflicht verhängen. Wenn sie es fordern und es wird von allen Beteiligten akzeptiert, ist das o.k. (Und wenn ich es richtig verstehe, kommt auch kein Einwand vom KM)

    Uns was passiert, wenn die ersten in der Schule sich dagegen auflehnen. Welche Konsequenzen kann die Schule dann ziehen? Dann läuft das doch genauso ab, wie es Lena R. beschrieben hat. Und dann muß Frau Gebauer sich an ihren Worten messen lassen. Oder letztendlich entscheiden dann wieder die Gerichte.

    Wenn wir das Rad dann weiter drehen:
    Als nächstes beschließt dann eine Schule, dass nur noch Schüler am Unterricht teilnehmen können, die eine negative Meldung auf der Corona-App vorweisen kann? Wohin soll dass den führen? [Hoffe ja nicht, dass es dazu kommt, aber Anschauung lebt von Übertreibung]

  7. Ich bin der Meinung dass die Lehrer sich überhaupt nicht beschweren können, weil die meisten Lehrer die meiner Meinung nach eine Vorbildfunktion haben, selbst keine Maske im Unterricht tragen! Und ich finde man kann nichts von anderen verlangen, was man selbst nicht praktiziert. Müssten die Lehrer eine Maske im Unterricht tragen, wäre das Thema wahrscheinlich schnell vom Tisch. Und wenn man als Lehrer solch eine Angst hat sich anzustecken, würde man selbst eine tragen.
    Für die Kinder ist es eine Zumutung und es hätte andere Lösungen geben müssen. Soll doch mal Geld locker gemacht werden für Schutzwände , da uns das Virus wahrscheinlich noch einige Zeit begleiten wird, wäre es eine sinnvolle Investition.

  8. Masken mögen das Ansteckungsrisiko mindern, können das aber nicht verhindern. Es gibt keinen absoluten Schutz. Auf der anderen Seite können Viren u Bakterien nicht ausreichend abgeatmet werden. Die Gefahr von Erkrankungen u Lungenschäden wächst. Weg mit der Maske

  9. Keine Schule ohne offen gezeigtes Gesicht und freies Atmen. Nein zur Maskenpflicht im Unterricht

    Beim Maskentragen ist ungehinderte Sinneswahrnehmung nicht gegeben, das Kind bekommt weniger mit von der Welt, lernt weniger. Eine heranwachsende verdummte Generation sollten wir uns nicht leisten.

    Menschliche Beziehungen gründen auf verbaler und nonverbaler Kommunikation und Interaktion. Um Beziehungen und Vertrauen aufzubauen, sind eine natürliche Mimik und Gestik bedeutsam und notwendig.

    Die Entstehung moralischer Begriffe und Erfahrungen wie Würde oder Rücksicht erfolgt bei Begegnung von Angesicht zu Angesicht und wird durch maskierte Kontakte mit fehlender Mimik massiv gestört.

    Das eine Maske tragende Kind versteht – oder vielmehr missversteht – sich in erster Linie als Gefahr für andere Kinder und Erwachsene und sieht leider auch die anderen Kinder vorrangig als eine Gesundheitsgefahr an.

    Ein neu in eine Klasse kommendes Kind kennt noch niemanden und sieht sich 27 Augenpaaren gegenüber, 27 kindähnlichen Wesen, die nur dumpf sprechen oder ins Schweigen verfallen sind. Am ersten Schultag einer fünften Klasse begegnen einander 28 Maskenkinder.

    Kindertypische gelegentliche kleinere Atemwegsinfekte wie bei einer simplen Erkältung heilen beim Maskentragen nicht mehr schnell aus. Keime an der Maske können andere Krankheiten verursachen. Neue oder verstärkte, beim Kind vorher bekannte Allergien sind möglich.

    Das Tragen der Mund-Nase-Bedeckung verändert die Hals- und Kopfhaltung der Schülerin oder des Schülers, was zu Muskelverspannungen führt, die wiederum Kopfschmerzen sowie Wahrnehmungs- und Lernbeeinträchtigungen begünstigen.

    Wut, Verzweiflung, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen können Folge des Maskentragens sein.

    Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

    • Ich finde meine Grundschüler tatsächlich auch mit Maske sehr lebendig.
      Sie freuen sich sehr, dass sie sich nach den Ferien wiedersehen, da ist ihnen die Maske ziemlich egal. Austausch und Spielen sind ihnen wichtiger, als das Meutern über Masken.

      Meine Erfahrung ist, dass Kinder sich sehr schnell umgewöhnen und Regeln viel leichter annehmen, um anderen zu helfen und andere zu schützen, als viele Erwachsene dies wollen.

  10. Ich war letzte Woche beim Augenarzt.In der Praxis 3 Helferinnen alle mit einfacher Maske der einzige Arzt hatte eine schützendere aber ohne Ventil auf.Alles lief mit relativ viel Abstand,soweit möglich, ab. Als der Arzt hörte, dass ich im Schuldienst bin und bald wieder starte, bekam er ganz glänzende Augen und erzählte, wie sehr er und seine Frau sich auf den Schulbeginn freuen würden. Einmal für seine Kinder und vor allem für sich und seine Frau, da beide berufstätig.Ich berichtete ihm von meinen Befürchtungen und erklärte ihm auch die tatsächliche Situation, unter welchen Bedingungen Schüler und Lehrer zu arbeiten hätten. Darauf hin war er doch sehr erschrocken und konnte es kaum glauben. Fazit für ihn, wenn meine Kinder sich anstecken,was gut möglich ist, muss ich evtl. meine Praxis schliessen! Zuvor hatte er sich anscheinend noch nicht mit dieser Möglichkeit auseinander gesetzt, da ihm die Schule als sicherer Ort bekannt war.Unkenntnis ,evtl. Desinteresse ist auch bei Arzten vorhanden!

    • Das liegt daran, dass man stets danach ruft, die Schulen müssten in jedem Fall geöffnet bleiben, nicht aber die Bedingungen benennt.

      Dann wird von „eingeschränktem Regelbetrieb“ gesprochen und alle meinen, die Einschränkung wäre das Tragen der Maske auf dem Flur.
      Die Minister sagen „so viel normaler Unterricht wie möglich“, daraus folgern viele, es gäbe Unterricht wie immer.

      Man hätte auch sagen könne: Ja, die Schulen werden wieder geöffnet und die SuS sitzen alle gemeinsam im Klassenraum. Das bedeutet, …
      – dass das Infektionsgeschehen in Schulen kaum zu kontrollieren sein wird,
      – dass die Busse überfüllt sein werden, weil keine weiteren eingesetzt werden (ich frage mich, was eigentlich mit den Bussen und Busfahrern ist, die sonst auf Klassenfahrten und Ausflügen sind),
      – dass viel Unterrichtszeit für das Erläutern und Besprechen immer neuer Regeln benötigt wird,
      – dass viel Zeit für das Händewaschen am einzelnen Waschbecken benötigt wird,
      – dass das Lüften den Unterricht beeinträchtigt, weil Kinder dort sitzen, wo Fensterflügel in den Raum ragen und die Lärmquellen in der Schulumgebung zahlreich sind,
      – dass Lehrkräfte zu jeder Zeit Abstand halten sollen und eine direkte Kontrolle, schnelle Hilfestellung oder individuelle Förderung nur über die Distanz erfolgen darf.

      Dazu gehört auch, …
      – dass Schulleitungen ihre Zeit mit Konzepten, Kontakt zu Gesundheitsämtern und Ausnahmeregeln-Ersuchenden verbringen und aus dem Unterricht genommen werden sollten (10 Stunden Leitungszeit reichen sonst auch nicht),
      – dass sämtliche zusätzliche Tätigkeiten der Lehrkräfte, also Reinigungen, ständig neue Konzeptarbeit oder Änderung der Regeln, die immer wieder neue Umsetzungen und Elterninformation benötigen, immense Aufsichtszeiten etc. vom Unterricht abgezogen werden sollten.

      Und wenn jemand meint, dass Lehrkräfte in der Pandemie für die leuchtenden Kinderaugen mal ein bisschen mehr machen könnten, muss man ihm oder ihr sagen, dass dies leider unter den in der Arbeitszeitstudie ermittelten Deckeneffekt fällt, mehr geht gar nicht mehr, weil der Tag zeitlich begrenzt ist, weil sehr viele Lehrkräfte schon vorher Überstunden angehäuft haben, die niemand zählen oder entlasten will. Deshalb bleibt den Lehrkräften leider nur übrig bleibt, Zeit bei der Arbeit mit den SchülerInnen einzusparen.

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