Keine Tests, keine Nachverfolgung, keine Schutzmaßnahmen – wie Corona-Infektionen an einer Schule für Verunsicherung sorgen

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DUISBURG. Das sich ausweitende Infektionsgeschehen an den Schulen sorgt für Verunsicherung – auch unter Eltern. Ein aktueller Fall illustriert das eindrucksvoll: An einer großen Gesamtschule in Duisburg wurden zwei Lehrer und ein Schüler positiv getestet. Für die drei Betroffenen hat das Gesundheitsamt Quarantäne angeordnet. Mehr passiert nicht. Nicht mal Tests für Mitschüler und das Kollegium werden angeboten. Für die Elternvertreter der Schule ist das ein Unding. Sie machen ihrem Unmut in einem Brandbrief Luft.

Immerhin zwei Lehrer und ein Schüler der Schule sind positiv auf das Coronavirus getestet worden – der mögliche Zusammenhang der Infektionen wird aber nicht weiter untersucht. Foto: Shutterstock

Allein in der vergangenen Woche wurden an sechs Schulen in Duisburg Corona-Infektionen unter Schülern und Lehrern festgestellt – darunter an der insgesamt 1.300 Schüler unterrichtenden Gesamtschule Mitte, wo zwei Lehrer und ein Schüler positiv getestet worden waren. Für das Gesundheitsamt der Stadt ist das alles kein großes Problem: „Da an allen Schulen die Hygieneregeln eingehalten wurden, wurde außer für die Infizierten selbst keine Quarantäne angeordnet“, erklärte eine Sprecherin gegenüber der „Rheinischen Post“. Der Unterricht könne in den betroffenen Schulen normal weiterlaufen.

Infizierte Lehrer haben in der Woche mindestens 340 Schüler unterrichtet

Quarantäne für die Infizierten und sonst keine weiteren Maßnahmen in der Schule, obwohl möglicherweise ein Zusammenhang zwischen den Infektionen besteht? Eltern – genauer: den Elternvertretern der Gesamtschule Mitte – reicht das nicht. „Die Vorgehensweise und Informationspolitik des Gesundheitsamts der Stadt Duisburg macht leider erschreckend deutlich, dass weder eine Nachverfolgungs- noch eine Informationsstrategie vorbereitet wurde“, so heißt es in einem offenen Brief an Duisburgs Bürgermeister Sören Link (SPD) und Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), den die Eltern nun verfasst haben.

Denn: „Die beiden Lehrer hatten – teils ohne Mund-/Nasenschutz – in der Woche mindestens 340 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, das Gesundheitsamt interessierte sich aber nur für zwei Unterrichtstage (200 Schüler), ohne zu wissen, wie lange die Infektionen schon bestanden hatten.“ Auch habe sich niemand darum gekümmert, eine mögliche weitere Ausbreitung des Virus in der Schule zu untersuchen. Eine Testreihe unter Schülern und Lehrern sei zunächst zugesagt, dann aber verworfen worden. Schließlich hätten die infizierten Lehrer im Unterricht die Abstände eingehalten. Schüler und Kollegen mit Beschwerden „können und sollten sich grundsätzlich über die Hausärzte“ testen lassen, so habe das Gesundheitsamt lapidar mitgeteilt.

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Die Elternvertreter schreiben nun: „Wir halten es für unverantwortlich und anmaßend, Eltern und Schülern freiwillige Tests zu verweigern. Können Sie die Verantwortung dafür tragen, wenn nur ein einziges Kind im Unterricht trotz Maske infiziert wurde und das Virus an seine vorerkrankte Oma überträgt?“

Maskenpflicht im Unterricht wird gestrichen – „atemberaubende Konzeptlosigkeit“

Am gleichen Tag, an dem das Gesundheitsamt eine Nachverfolgung und freiwillige Tests abgelehnt habe, „erfahren wir von der Landesregierung, dass die ‚Maskenpflicht‘ im Unterricht ab 1. September ausgesetzt sei, weil ‚der Anteil von NRW an den Corona-Neuinfektionen in Deutschland‘ gesunken sei. Hier zeigt sich eine atemberaubende Konzept- und Kompetenzlosigkeit, denn wenn in anderen Bundesländern die Zahlen schneller steigen als hier, sinkt auch der NRW-Anteil. So eine Aussage ist daher für eine Risikobewertung und erst recht für eine Aussetzung einer Schutzmaßnahme völlig ungeeignet, die Entscheidung ist damit grob fahrlässig und verantwortungslos, auch weil die Schulen mit der kurzfristigen Umsetzung überfordert sind, Sorgen und Verunsicherung von Personal, Schülern und Eltern ignoriert werden.“

Die beiden Entscheidungen auf Landes- und Kommunalebene „haben sich an unserer Schule zufällig überschnitten. Sie addieren sich zu der Problematik, dass bereits 13 von gut 100 Lehrkräften durch Vorerkrankungen nicht in Präsenz unterrichten können und kollegial durch Überstunden vertreten werden müssen, während von den versprochenen Aushilfskräften, Sofortausstattungen und neuen Lernkonzepten weit und breit nichts zu sehen ist. Sie zeigen, dass wertvolle Zeit zur Vorbereitung des Schullebens unter Corona-Bedingungen vertan wurde, und dass wir uns nicht mehr darauf verlassen können, dass Ihre Entscheidungen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Sie verspielen damit das Wichtigste bei der Bekämpfung einer Pandemie: Das Vertrauen der Bevölkerung!“

Gesamtschule behält Maskenpflicht im Unterricht bis auf weiteres bei

Um das Durcheinander noch zu verschärfen, teilt die Gesamtschule auf ihre Homepage heute mit, dass sie die Entscheidung der Landesregierung, die Maskenpflicht im Unterricht zu beenden, nicht vollziehen wird. „Da bis heute, 31.8.20, keine offizielle Information aus Düsseldorf eingegangen ist, bleibt die Maskenpflicht im Unterricht an unserer Schule bis auf weiteres bestehen. Die Gesundheit der Schulgemeinde liegt uns am Herzen.“ News4teachers

Aus für Maskenpflicht im Unterricht – GEW: Letzter Infektionsschutz fällt

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38 KOMMENTARE

  1. Ähnlich war es an unserer Schule, wo wir vor 12 Tagen einen positiven Coronafall hatten. Nur wenige Studenten wurden in Quarentäne geschickt und nur getestet, wenn sie es selbst angefordert hatten. Vielen Schülern und Lehrern, die mit der positiv getesteten Person Unterricht hatten, wurde gesagt, sie sollten weiterhin zur Schule gehen, aber eine Maske tragen. Es ist offensichtlich, dass wir nicht so viele positive Fälle haben, wenn wir nicht ganze Klassen oder Jahresgruppen testen (da junge Menschen selten Symptome zeigen). Auf diese Weise können die Politiker sagen, dass die Zahlen sinken.

  2. Dazu kommt noch die Schwierigkeit, ein Kind mit Symptomen überhaupt testen zu lassen. Unser Sohn (Grundschüler in NRW) hat Symptome, wie sie auch bei Corona auftreten können, aber halt auch bei einer normalen Erkältung (darauf hoffen wir). Mehrere Ärzte haben sich am Telefon geradeheraus geweigert, zu testen, obwohl sowohl die Anforderungen des RKI (Symptome) als auch der kinderärztlichen Vereinigung (Symptome über mehr als 48 Stunden) erfüllt sind. Die Begründungen reichten von „wir testen nur unsere Patienten“ über „wenn er keinen Kontakt zu einem Infizierten hatte, testen wir nicht“ bis hin zu „geben Sie ihm Fiebersaft und schicken Sie ihn zwei Tage nach Symptomende wieder in die Schule“. Wir haben über eine Stunde telefonieren müssen, ehe wir jemanden gefunden hatten, zu dem wir heute abend können (was auch keinen Test garantiert, aber wir werden darauf bestehen).

    Mit anderen Worten: Man muss betteln, um ein Kind mit Symptomen überhaupt testen zu lassen.

    Unter diesen Umständen wundere ich mich nicht, dass „man“ zu dem Schluss kommt, dass Kinder wenig betroffen sind und wenn überhaupt, jemand anders (Lehrer) die Infektion zum Kind gebracht hat. Ist ja auch kein Wunder… wenn man nur Kinder testet, die Kontakt zu einem Infizierten hatte und ansonsten auf den Test selbst symptomatischer Kinder verzichtet, ist klar, dass dabei rauskommt, dass die Kinder jeweils in der Folge angesteckt wurden.

    Ebenso macht mir der Herbst zunehmende Angst. Sicher werden 90-99 von 100 symptomatischen Kindern „nur“ eine Erkältung haben, aber wenn man die anderen (deren Symptome sich ja nicht unterscheiden) auch nicht testet, dann gehen sie nach Abklingen der Symptome (oder sogar vorher) wieder munter in die Schule und verbreiten das Virus. Bei unseren Schwierigkeiten, an einen Test zu kommen, frage ich mich auch, wie viele Eltern nach dem Spruch mit dem Fiebersaft genau das getan hätten.

    Unter diesem Gesichtspunkt ist Schulanwesenheitspflicht ohne das gleichzeitige Recht, symptomatische Kinder auch ohne Betteln einfach auf Grund der Symptome testen zu lassen, schwer nachvollziehbar. Es klappt ja auch, dass Leute, die bewusst in ein Risikogebiet gefahren sind, auch ohne Symptome getestet werden. Warum ist das dann bei Kindern mit Symptomen so schwierig?

    • Die Situation für Sie tut mir leid und ich wünsche Ihrem Sohn gute Besserung!

      Warum das so ist, dass nicht getestet wird? Es ist politisch so gewollt!!! Und die Gesundheit von Kindern, Eltern und Lehrern wird billigend aufs Spiel gesetzt!
      Andernfalls wäre der Staat möglicherweise gezwungen, den ach so hoch gelobten regulären Präsenzunterricht zu verändern und das wollen weder Politiker noch die Wirtschaft.
      Traurig, aber wahr!!!

      • Meine Tochter wurde entgegen der RKI Empfehlung auch nicht getestet. Begründung: Sie könnten nicht alle Kinder mit Grippesymptomen testen. Es war die Hölle los beim Kinderarzt. Aber dann sind die Zahlen alle ein Fake! Ich kann nicht behaupten, Kinder würden im Infektionsgeschehen keine Rolle spielen, wenn Kinder nicht getestet werden.

        • Nachdem sich erst alle gesträubt hatten, hat es gerade eben mit dem Corona-Abstrich beim Kinderarzt doch geklappt. Es ist wirklich traurig, dass man dazu mit mehreren Praxen (5 in unserem Fall), dem Gesundheitsamt, der 116117-Hotline und der kassenärztlichen Vereinigung telefonieren muss – das alles, um einen Test für ein Kind zu bekommen, das sowohl die Kriterien des RKI als auch der kinderärztlichen Fachgesellschaften ganz klar erfüllt.

          Aktuell sind etwa 1% der Tests in Deutschland positiv. Wenn also jeder aus der Tatsache, dass es höchstwahrscheinlich kein Corona ist (was in 99% der Fälle ja auch so ist), ableitet, dass man die fragliche Person gar nicht erst testet, dann kann man nur noch den Kopf schütteln.

          Letztlich liegt es in der Hand von uns Eltern, in solchen Situationen auf einem Test zu bestehen. Anders sehe ich kaum einen Weg, wie man seiner Verantwortung gegenüber den Mitschülern und Lehrern des betroffenen Kindes nachkommen kann.

          Natürlich erzeugt das eine unglaubliche Last bei den Kinderärzten, wenn die Erkältungswellen losgehen und man dann all die Kinder testen muss, aber wenn man die Schulen ohne ausreichende Schutzmaßnahmen öffnet, dann sollte man auch bereit sein, diesen Preis zu tragen. Zu Beginn der Pandemie gab es hier in NRW Testzentren quasi als „Drive-In“ – die hat man dann abgeschafft und lässt die Hausärzte testen. Wenn man diese Testzentren wieder aufbaut, wäre sofort für die Entlastung der Haus- und Kinderärzte gesorgt.

        • @Mum „Ich kann nicht behaupten, Kinder würden im Infektionsgeschehen keine Rolle spielen, wenn Kinder nicht getestet werden.“

          Gerade dann kann man das behaupten 🙂

    • Nein viele Personen sind in Gebiete gefahren, die während ihres Urlaubs zu Risikogebieten wurden und ganz viele Familien haben dann auch ihren Urlaub auf ihre Kosten abgebrochen und sind nach Hause gefahren. Bitte sachlich bleiben und keine pauschalen Verurteilungen. Und bevor es wieder zu persönlichen Angriffen kommt, ich war weder in Spanien, noch in Kroatien.

  3. „Wenn Schüler keine Maske tragen, was kann stattdessen getan werden, um sie und auch die Lehrer vor einer Ansteckung zu schützen?
    Hübner: Wir haben in unserer Stellungnahme eine ganze Reihe von Maßnahmen aufgeführt. Zusätzlich zu AHA sind das ein versetzter Schulbeginn, Aussetzung von Gruppenarbeiten und von Schulsport etc. Bei allen diesen Maßnahmen haben wir aber abgewogen, wie einschneidend sie sind und uns für gestaffeltes Vorgehen entschieden, dass diese Maßnahmen an die aktuelle lokale Infektions-Situation anpasst.“

    „Es kann sicherlich Situationen geben, wo eine Übertragung innerhalb einer Schule nicht eingegrenzt werden kann; da kann als Ultima ratio auch mal eine Maskenpflicht im Unterricht verhängt werden. Für solche Entscheidung sollte aber immer das örtliche Gesundheitsamt zuständig sein.“

    https://www.focus.de/perspektiven/vorbild-schottland-kinderinfektiologe-fordert-neuen-gesellschafts-vertrag-kneipen-schliessen-um-schule-zu-ermoeglichen_id_12372169.html

    Übertragung in der Schule kann nicht nachvollzogen werden…da ist eigentlich Schulschließung angesagt. Aber eine Maske tut es dann auch… Unglaublich. Ich glaube, wir sind bald an dem Punkt, wo man es einfach laufen lässt. Die Gesundheitsämter kommen jetzt schon nicht hinterher oder wollen auch nicht, die Kultusminister ignorieren sämtliche wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Virusverbreitung und Ärzte wie Dr. Hübner schmeißen Kinder und junge Erwachsene infektionstechnisch in einen Topf. Und übrigens sagt er „ Wir haben in unserer Stellungnahme eine ganze Reihe von Maßnahmen aufgeführt. Zusätzlich zu AHA sind das ein versetzter Schulbeginn, Aussetzung von Gruppenarbeiten und von Schulsport etc.“

    Zusätzlich zu AHA???????? Klingt ja toll. Aber: In welcher Schule können denn diese Regeln bei Normalbetrieb auch nur ansatzweise eingehalten werden? Bei uns jedenfalls nicht.

    • Ein richtiger Satz, die Rechte der Kinder werden heute mehr beschnitten, als die der Erwachsenen. Morgens Hygieneregeln, mittags normales Leben mit Freunden und Verein. Aber es steht nichts Neues in dem Artikel: Große Klassen, kleine Räume, mangelhafte Sanitärausstattung, kein flächendeckendes Digitalkonzept, das ist Jahrzehntelanges Versagen in der Bildungspolitik. Die Bahnhofstoilette ist oft weniger eklig, als die in der Schule. Es gibt auch hier richtig tolle Schulen, bei denen alles passt. Und irgendwie ging es immer weiter, es ist auch utopisch, sich vorzustellen jetzt ist alles anders. Für Umbauten und digitalisierten Wandel braucht es Personal und Zeit, die Ferien sind verstrichen nichts ist passiert.

  4. So kann man dann natürlich die Grenzwerte immer unterschreiten, wenn man die potenziell Infizierten gar nicht mehr testet.

    Klasse.

    Kann mich dem Satz mit dem verspielten Vertrauen nur anschließen.

    Wenn so die Lösung beim Umgang mit Corona aussieht, dann – Zitat Angie – dann ist das nicht mehr mein Land.

  5. Ich hatte mich schon gewundert, dass in NRW die Infektionszahlen so rasant sinken, aber jetzt ist alles klar. Warum wollen Ärzte nicht testen? Kann es sein, dass es für die Praxen problematisch ist, wenn die Tests positiv sind, weil dann ja eben Coronafälle in der Arztpraxis waren? Wir sind bereits an dem Punkt, wo man es einfach so laufen lässt.

    • @ Layanah, es dürfen nur Arztpraxen einen Coronatest machen, die, die räumliche Ausstattung haben, extra Raum und extra Eingang. Man wartet unten und ruft an, dann geht man bis vor das Zimmer, wird begrüßt, dann kommt jemand in Schutzkleidung raus, Verdachtsperson geht rein, Test, fertig. Auch vorgeschriebene Tests, für Kurzzeitpflege werden so abgewickelt.

  6. Hallo ,genau so war es auch bei uns.In der Klasse unseres Sohnes ist ein CoVid19 getester die Klasse wird nicht getestet da die Kapazität in Wiesbaden fehlt. Allerdings muss die Klasse in Quarantäne.
    Das Gesundheitsamt ruft aber jeden Tag an und fragt nach dem Wohlbefinden des Kindes. Unsere anderen 2 Kinder dürfen/müssen in die Schule.Mein Mann gehört zu Risikogruppe .
    Wir haben mit dem Landeselternbeirat und Stadtelternbeirates Kontakt aufgenommen, das gehört an die Presse.

    • Ja, aber diese Vorschriften sind leider in Deutschland überall so. Ihr Sohn in Quarantäne gehört zu den Kontaktpersonen Kategorie 1, ohne Krankheitssymptome reicht Quarantäne, der Rest der Familie gehören zur Kategorie 2. Wenn Sie den Test selbst zahlen, dann bekommen Sie einen.

  7. In unserer Schule hat es kein Lehrer geschafft, irgendwo für die erste Schulwoche einen Testtermin zu bekommen. Dabei wäre das zu Schulbeginn ja mal sinnvoll gewesen. Wir haben uns jetzt zusammengetan und eine örtliche Hausarztpraxis so lange bequatscht, bis sie sich bereit erklärt haben, an einem Morgen in die Schule zu kommen, um alle zu testen. Das entspricht zwar nicht der Verordnung, sich außerhalb der Unterrichtszeit testen zu lassen, aber dann muss jeweils eine Klasse mal 2 Minuten von der Nachbarklasse mit beaufsichtigt werden.

  8. Genauso hatte ich mir das vorgestellt. So gibt es keine ansteigenden Zahlen in den Schulen …einfach nicht mehr testen. Finde es unmöglich, das alle Reisenden einfach kostenlos getestet werden und das Schulpersonal und die Schüler einfach ausgespart werden.

    • Also hier möchte ich mal für die Gesundheitsämter sprechen. In unserer Kreisstadt wurde absolut sorgfältig gearbeitet. Familie mit 3 Kinder positiv, Klassen und Kitagruppen in Quarantäne, eine Schule zwecks Testauswertung 2 Tage zu. In BW war vor den Sommerferien in Grundschulen Regelbetrueb für 5 Wochen. Ich finde es würde gründlich getestet, aber wirklich nur, wenn Testergebnisse noch nicht vorlägen, die Schule für einen oder zwei Tage geschlossen.
      Meine Schwiegermutter war über die Sommerferien im Pflegeheim, man braucht hier einen Test der nicht älter als 48 Stunden ist. Wir bekamen sofort einen Termin. In unserem Landkreis gibt es 3 Ärzte, die diese Pflichttesrs machen, das Gesundheitsamt macht dann die Nachverfolgung bei positiven Tests.
      Aber es ist auch hier so, dass man nicht sofort bei einer Erkältung einen Test bekommt, außer man zahlt selbst.
      In Berlin gibt es eigens ein Testcenter für Selbstzahler, da kann man auch den Antikörpertest machen.

  9. Wenn man das so liest, dann sind das Zustände, dagegen ist es hier in Bayern ja fast schon paradiesisch. Allen Lehrern wird vor/mit dem Schulstart eine Reihentestung angeboten (und man erwartet auch, dass das Angebot angenommen wird) und auch sonst kann sich jeder kostenlos testen lassen – ohne irgendeinen Grund dafür haben zu müssen. Asymptomatische Fälle übernehmen die Arztpraxen, ansonsten kann es passieren, dass man ins Testzentrum geschickt wird. Auch werden Antikörpertests angeboten, wobei ich gerade nicht weiß, ob die selbst bezahlt werden müssen. So läuft es zumindest aktuell noch, allerdings beginnt der Unterricht auch erst nächste Woche und wer weiß, was passiert, wenn die Tests zu gut angenommen werden…

  10. Hier noch einmal mein Kommentar:
    Laut RKI gehören zur Kontaktgruppe 1 und damit Quarantänepflichtig und testpflichtig.
    1. Personen die mindestens 15 min engen Gesichtskontakt mit dem Erkrankten hatten
    2. Personen, die regelmäßig den Mindestabstand zum Erkrankten nicht einhalten konnten.

  11. Das Schaubild des Schulministeriums NRW ist an der Stelle übrigens „interessant“:

    https://www.schulministerium.nrw.de/system/files/media/document/file/Erkrankung%20Kind%20Schaubild.pdf

    In unserem Fall galt der Weg auf der rechten Seite. Der endet bei „Ärztin/Arzt entscheidet über Test“. Interessanterweise gibt es danach nur noch zwei Optionen: „Test negativ“ oder „Test positiv“.

    Auf den Fall, dass der Arzt den Test nicht für nötig hält, geht das Diagramm in keiner Weise ein, obwohl das der mit Abstand am häufigsten vorkommende Fall ist, wie wir ja hier sehen.

    Damit wird eine klare Aussage zu der Frage vermieden, was man dann tun soll und wer das verantwortet. Wenn man die Logik des Bildes klar zu Ende denkt, müsste man sich in dem Fall vom Arzt eigentlich unterschreiben lassen, dass das Kind definitiv kein Corona hat und sie/er die volle Verantwortung für die Folgen übernimmt.

    An die Redaktion: Könnte man das mal „offiziell“ beim Ministerium nachfragen?

    • Der Fall wird doch ausführlich auf der Rückseite erläutert.

      Wie? – Da steht nichts? Dann haben Sie doch eine Antwort:
      „Was nicht kann sein, auch nicht sein darf.“

    • Das würde mich auch interessieren, wer die Verantwortung dann übernimmt. Wenn getestet wird und das Ergebnis positiv ist, kommt die ganze Familie in Quarantäne. Wird man nur mit einer Kindkrank-Bescheinigung abgespeist, bleibt ja nur ein Elternteil zu Hause. Das andere Elternteil geht arbeiten und kann fleißig die Viren im eigenen Betrieb verteilen. Wer übernimmt dafür die Verantwortung. Ich kann ja ansteckend sein ohne selber Symptome zu haben.

      • Wer die Verantwortung übernimmt? Im Zweifel (und damit in der Regel): keiner. Der Arzt ist nicht verpflichtet, Tests anzubieten. Die KVen führen aber Listen mit Praxen, die sich auf freiwilliger Basis bereit erklärt haben, Abstriche zu nehmen. Da müsste man doch fündig werden.

      • Wenn die Dunkelziffer hoch ist, sinkt der Sterbedurchschnitt, das RKI hat diesen Durchschnitt auch schon nach unten korrigiert. So langsam stellen sich viele die Frage, um was geht es bei den Maßnahmen noch. Deutschlands Virenpapst ist ja wieder da und möchte die Quarantäne verkürzen, ebenso spricht er von dauerhafter Immunität nach überstandener Infektion, alles andere sei …..Mediengetöse.

        • „So langsam stellen sich viele die Frage, um was geht es bei den Maßnahmen noch!“ Wenn Sie sich die Frage immer noch stellen, waren Sie wohl in den letzten Monaten komplett abgetaucht. Kleiner Tipp: Schauen Sie mal nach Amerika, Brasilien, Peru oder aber Frankreich und Italien, dann wird sehr schnell klar, um was es geht, nämlich deren Zustände zu vermeiden!

    • Wer infiziert ist, kann potentiell auch infektiös sein. Ob und wie lange er das ist, ist im Einzelfall nur schwer und aufwendig herauszufinden. Insbesondere weiss man bei symptomlosen Verläufen ja auch nicht, ob eine Virenlast, die eventuell zu niedrig ist, um infektiös zu sein, daran liegt, dass die Infektion am Anfang ist (dann kommt die Infektiösität noch) oder am Ende (dann nicht mehr).

      Somit ist der Ansatz, dass man davon ausgeht, dass ein positiv Getesteter auch infektiös ist, der sicherste und auch einzig umsetzbare Weg.

      Von daher führt viel Testen dazu, dass man Personen, die mit einer gar nicht so kleinen Wahrscheinlichkeit infektiös sind, isolieren kann, so dass es keine Infektionen gibt und Infektionsketten an einer Stelle beendet werden, an der man sie kennt.

      Wenn man nicht testet, tappt man komplett im Dunkeln. Gerade wenn es um Kinder und jüngere Eltern geht, kann es also Infektionsketten geben, die man schlichtweg nicht bemerkt, weil man das am Anfang infizierte Kind nicht getestet hat und die Überträger weitgehend symptomlos waren. Das ganze wird dann erst nach mehreren Infektionsgenerationen sichtbar, wenn es irgendwo einen deutlichen Ausbruch gibt (Altersheim, Feier, ….). Mit der Schule bringt das dann keiner mehr in Verbindung… dabei hätte es genau da die Chance gegeben, es durch konsequentes Testen früh zu beenden.

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