Affront gegen die Kanzlerin: KMK verabschiedet einen Vier-Stufen-Plan für die Schulen in der Corona-Krise, der nichts verbindlich festlegt

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BERLIN. Die KMK hat – wie von News4teachers bereits am vergangenen Sonntag berichtet – einen Vier-Stufen-Plan für die Schulen in der Corona-Krise verabschiedet. Darauf hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gedrängt. Allerdings haben die Kultusminister darauf verzichtet, Schwellenwerte festzulegen, wann welche Stufe greift. Auch sind darin nur unverbindliche „Möglichkeiten“ aufgelistet. In der Konsequenz bedeutet das, dass jedes Bundesland weiterhin nach Gusto entscheiden kann, ob und wann es in Schulen Maßnahmen zum Corona-Schutz ergreift. Dem Bundeselternrat, der GEW und dem VBE ist das entschieden zu wenig.  

Hatte Druck auf die Kultusminister gemacht – mit wenig Erfolg: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: Shutterstock

„Wir wollen in diesem besonderen Schuljahr so viel Schule in Schule wie möglich machen. Denn: Unsere Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf Bildung in ihrer Schule. Darüber gibt es in der Ländergemeinschaft einen breiten Konsens“, so erklärt die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) zum heute von der Kultusministerkonferenz vorgelegten neuen Infektionsschutz- und Hygieneplan. Der sieht – je nach Infektionsgeschehen – vier Stufen für den Schulbetrieb vor.

Nach Informationen von News4teachers hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem informellen Schulgipfel vor zwei Wochen mit einigen Kultusministern, darunter Hubig,  und der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken für ein entsprechendes Konzept getrommelt. Vorbild war Bayern, das vor den Sommerferien einen Vier-Stufen-Plan mit Schwellenwerten vorgelegt hatte. Schulschließungen beispielsweise sollten ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche innerhalb eines Landkreises oder einer Stadt erfolgen. Ironischerweise hat die Staatsregierung in München am Dienstag diese Grenzwerte plötzlich nach oben verschoben – und aus vier Stufen nur noch drei gemacht. Die hohen Infektionszahlen in Bayern hätten ansonsten den Schulstart im Regelbetrieb kommende Woche gefährdet (News4teaches berichtet ausführlich über das Manöver – hier geht es zu dem Beitrag).

KMK erfasst das bundesweite Infektionsgeschehen in Schulen erst gar nicht

Gefordert, so Hubig heute, sei ein „einheitlicher Rahmen, der Szenarien vorgibt, wie Schule je nach Infektionsgeschehen aussehen soll – vom Regelbetrieb ohne Abstandsregeln über die Frage nach Masken im Unterricht bis hin zum erneuten Wechsel von Fern- und Präsenzunterricht oder Distanzunterricht“. Mit dem angepassten Hygieneplan schaffe die KMK einen solchen Rahmen, der es weiterhin erlaube, lokal und regional entsprechend zu handeln. „Das Infektionsgeschehen behalten wir dabei gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden immer eng im Blick“, betont die KMK-Präsidentin. Die KMK erfasst die in Schulen auftretenden Infektionen allerdings nicht, wie eine Nachfrage durch News4teachers ergab. Es gibt also keine offizielle Statistik über das bundesweite Infektionsgeschehen in Schulen.

Was sieht der angepasste Infektionsschutz aus? „Die nach wie vor sehr dynamische Entwicklung der Corona-Pandemie erfordert es, das Infektionsgeschehen weiterhin lokal, regional und landesweit sensibel zu beobachten. Jedem neuen Ausbruch des Corona-Virus muss zusammen mit den kommunalen Entscheidungsträgern und insbesondere den lokalzuständigen Gesundheitsämtern konsequent begegnet und die erforderlichen Maßnahmen nach den jeweiligen landesrechtlichen Vorgaben müssen ergriffen werden“, so heißt es in dem Papier. Primäres Ziel ist allerdings nicht der Gesundheitsschutz von Schülern und Lehrern. Sondern: „Ziel ist es, den Schulbesuch so durchgängig wie möglich zu gewährleisten, da der persönliche Kontakt der Kinder und Jugendlichen untereinander und mit den pädagogischen Fachkräften vor allem in den ersten Jahren der Schulzeit besonders wichtig ist.“

Abweichungen vom Infektionsschutz-Katalog der KMK sind immer möglich

Deshalb gelte es, „(Teil)Schließungen soweit verantwortbar zu verhindern und erforderliche einschränkende Maßnahmen auf möglichst abgrenzbare Kontaktgruppen zu begrenzen.“ Vor dem Hintergrund des dynamischen Infektionsgeschehens seien die Länder auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet, die in Abhängigkeit zu den lokalen Infektionszahlen stehen. „Ob und wann die einzelnen Szenarien aufgrund eines veränderten Infektionsgeschehens erreicht werden, ist im Bedarfsfall in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden zu entscheiden, um flexibel einen zügigen Wechsel zwischen den folgenden Szenarien auf der Ebene einer Schule, einer Region oder des Landes zu voll-ziehen.“ Heißt: Abweichungen vom Plan sind immer möglich.

Der enthält dann auch nur „mögliche Instrumente“ in den verschiedenen Stufen – also keine verbindlichen Vorgaben. Wörtlich werden die Stufen folgendermaßen beschrieben:

Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen

  • Es gibt möglichst feste Gruppenzusammensetzungen (Klassen, Lerngruppen, Kohorten)
  • Eine Mund-Nasen-Bedeckung kann auf dem gesamten Schulgelände, insbesondere an weiterführenden Schulen, angeordnet werden, wenn sich Kohorten mischen können. Dies gilt nicht im Unterricht.
  • Das Abstandsgebot kann auf dem gesamten Schulgelände immer dann angeordnet werden, wenn sich Kohorten mischen können. Im Klassenraum ist davon abzusehen.
  • Bei auftretenden Fällen einer Infektion oder bei noch ungeklärten Verdachtsfällen wird die Kontaktverfolgung unterstützt, einzelne Personen, ggf. Gruppen, werden statt im Präsenzunterricht während der Dauer der Quarantäne im Distanzunterricht beschult.

Eingeschränkter Regelbetrieb

Zusätzlich zu den Regelungen in A gilt:

  • Eine Mund-Nasen-Bedeckung kann auch im Unterricht getragen werden, insbesondere durch Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen.
  • Um eine Durchmischung von Gruppen (Kohorten) zu vermeiden, wird in allen Schularten das schulische Angebot ggf. angepasst (z. B. Wegfall von Arbeitsgemeinschaften, Veränderung des Ganztagsangebots). Die Zahl der Lehrkräfte pro Kohorte soll soweit wie möglich beschränkt werden. An Grundschulen wird grundsätzlich ausschließlich im Klassenverband unterrichtet.

Wechselmodell

  • Das Abstandsgebot von 1,5 Metern kann auch im Klassenraum gelten.
  • Teilung der Lerngruppen und täglicher oder wöchentlicher Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht für bestimmte Jahrgänge oder alle Schülerinnen und Schüler.

Vollständige Umstellung auf Distanzunterricht

  • Nur soweit und solange die genannten Infektionsschutzmaßnahmen nicht ausreichen, um die Ausbreitung der Pandemie zu bremsen, kommt es zur vollständigen Umstellung auf Distanzunterricht“.

„Wir brauchen konkrete Standards für die Schule“

„Die Spielräume, die das Konzept durch vage Aussagen lässt, sind nicht geeignet, das unterschiedliche Vorgehen der Bundesländer zu vereinheitlichen“, so heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Bundeselternrat, GEW und VBE. „Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat nicht mehr getan, als die in den Ländern umgesetzten Maßnahmen nach dem Minimalkonsens zu durchforsten. Wir brauchen jedoch konkrete Standards, die sich zusammen mit der Entwicklung der Infektionslage zu einem Stufenkonzept kombinieren lassen. Nur so kann Transparenz geschaffen und Akzeptanz hergestellt werden. Statt den Status Quo zu verwalten, muss die KMK mehr Verbindlichkeit schaffen.“

BER, GEW und VBE hatten schon vor dem Gespräch der Kultusminister mit Merkel, in dem die Kanzlerin auf eine Vereinheitlichung der Maßnahmen gedrungen hatte, Hubig angeschrieben und ein gemeinsames Vorgehen angemahnt. In dem Brief hatten die Verbände zudem viele offene Fragen zur Bewertung von Lüftungsvorgehen, Luftfiltern, Maskentragen, Fortbildung und Risikogruppen aufgeführt, die einheitlich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen beantwortet werden sollten. Dazu findet sich im neuen KMK-Konzept allerdings: nichts. News4teachers

Hier lässt sich der vollständige neue KMK-Rahmen für die Schulen in der Corona-Krise herunterladen.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Auf Druck von Merkel: KMK verabschiedet einen Vier-Stufen-Plan für die Schulen, der – je nach Infektionsgeschehen – bis hin zu Schließungen reicht

 

 

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33 KOMMENTARE

  1. Ohne die Angabe von Grenzwerten (z.B. Neuinfizierte der letzten 7 Tage je 100K Einwohner) und mit der Verwendung von Worten wie „könnte“, „soll“, „möglichst“ ist das ganze „Konzept“ leider wertlos. Insbesondere sind Äußerungen bedenklich, die es Schulen untersagen, ihrerseits für einen angemessenen Schuzu zu sorgen, z.B. dass beim Regelbetrieb im Klassenraum von Abstandsgebot abzusehen ist. Eine Schule mit großzügigen Räumen und/oder kleinen Klassen wird also von der Nutzung dieser Vorteile abgehalten.

    Was auch extrem bedenklich ist: Die ganze Aerosolproblematik fällt komplett unter den Tisch. Man scheint darauf zu setzen, dass nur „Einzelpersonen“ ein Infektionsrisiko haben und nur die dann isoliert werden sollen. Hat der Bus voller Schüler auf Klassenfahrt nicht gerade gezeigt, dass sich nicht nur die anstecken, die nebeneinander sitzen? Gibt es nicht schon genug Beweise für Ansteckungen über Aerosole?

    • Genau richtig. Selbst da wo noch freiwilliger möglicher Schutz in den Klassen abgesprochen werden kann, z.B. Einzeltische so weit ein kleiner Abstand noch möglich ist, freiwilliger Mundschutz bei Gruppenarbeit, Unterrichtseinheit an frischer Luft, usw.. soll dies unterbleiben. Zur Lüftung nicht ein einziges Wort, genauso wie kein einziges Wort bezüglich Gesundheit von SuS und LuL.

      Die Corona-Leugner unter den Kultusministern haben endgültig gewonnen. Die Kritik der Politiker an die Demos in Berlin ist nur noch scheinheilig. Gedanklich laufen die in erster Reihe.

      • Im ausführlichen Konzept der KMK findet sich schon ein Abschnitt zum Lüften. Da heißt es, dass mindestens alle 45 Minuten eine Stoß- und Querlüftung bei „vollständig“ geöffneten Fenstern vorzunehmen ist. Blöd nur, dass die meisten Fenster in Schulräumen nur spaltweise geöffnet werden können…

        • Diese Räume gelten dann als nicht nutzbar.

          Man sollte den Unterricht in den Räumen verweigern zum Schutz von SchülerInnen und Lehrkräften. Passiert dort ein Ausbruch, werden Lehrkräfte und Schulleitung gefragt, warum sie sich nicht an die Regeln gehalten haben.

        • Damit erreicht man dann (wenn überhaupt) 1,33 Luftwechsel pro Stunde (dazu muss man dann aber auch etwa 10 Minuten eine Fensterfläche von ca. 1/10 der Grundfläche des Raumes komplett offen haben). Zur Aerosolverdünnung werden 5-10 Luftwechsel pro Stunde empfohlen.

          Wie schon gesagt: Das Konzept basiert auf Daten von vorgestern und ignoriert die Aerosolfrage komplett.

  2. @Jan – Gibt es nicht schon genug Beweise für Ansteckungen über Aerosole?

    Ja, seit anfang August bewiesen, vorher viele Hinweise.

    Aktuell sind Aerosole laut RKI der Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2. Das RKI wird seitens der Schulbehörden ignoriert, die stimmen sich lieber mit dem Gesundheitsamt ab.

    „In einer Studie mit experimentell hergestellten, mit SARS-CoV-2-Viren angereicherten Aerosolen waren vermehrungsfähige Viren bis zu drei Stunden in Aerosol nachweisbar“
    RKI

    https://twitter.com/nieselregen_com/status/1301885110581702656

    Inzwischen sollte sich dazu deutlich mehr finden lassen. Vergleiche Maßnahmen in New York zur Schulöffnung bei deutlich niedrigerer Inzidenz als aktuell in Deutschland:

    https://www.nytimes.com/2020/09/01/nyregion/schools-open-coronavirus-nyc.html

    Schulpflicht ist billiger als handeln. Eltern, LuL, SuS haben in D keine Wahl.

  3. „Primäres Ziel ist allerdings nicht der Gesundheitsschutz von Schülern und Lehrern. Sondern: „Ziel ist es, den Schulbesuch so durchgängig wie möglich zu gewährleisten,…“

    Nein, das ist inakzeptabel!
    Der Gesundheitsschutz m u s s natürlich das primäre Ziel sein. Was sonst?
    Wenn wir nicht darauf als erstes Ziel bestehen, braucht sich hier auch niemand mehr zu wundern, weshalb die Sanierung der Schulen und Lüftungsanlagen weiterhin verweigert werden.
    Das definierte Ziel der KM ist inakzeptabel. Solange hier weiter gespart wird muss die Präsenzpflicht aussetzen. Jeder muss selbst entscheiden, ob er den Regelschulbetrieb für das vornehmlichste Problem unserer Zeit hält.
    Auf welche Schulen gehen eigentlich die Kinder der Politiker und Virologen? Sicher Privatschulen und Internate…mit kleinen Klassenverbänden und sicher werden dort auch diese neuen Lüftungsanlagen eingebaut. Ich würde wetten.
    …und das dumme Volk diskutiert noch immer über den Sinn von Mundschutz als Minimalschutz.

    Während überall der Gesundheitsschutz über allem steht und sich die Politiker in ihren Plexiglaskabinen das Treiben der dummen Masse anschauen,wird Schülern, Lehrern und deren jeweiligen Angehörigen genau dieser Schutz weiterhin per Verordnung abgesprochen.
    Armes Deutschland…und sie dummen Eltern lassen sich weiterhin für die wirtschaftlichen Ziele der Politik instrumentalisieren?
    Lüftungsanlagen für die Gastronomie: ja und in den Schulen: nein

    Wie offen muss Politik noch darlegen, dass sie unsere Jugend als Versuchsobjekte verheizt? Irgendwie vermisse ich den Widerstand der sich seit langem auftun müsste.
    Wir werden schon viel zu lange verschaukelt…zu lange wird um den heissen Brei getanzt. Die getroffene Aussage offenbart nun alles und kann nicht als Grundlage der Entscheidungen der KM akzeptiert werden.
    Was muss eigentlich noch passieren bis sich die Masse endlich erhebt?

    • Die Masse fängt an sich zu erheben, allerdings geht es in die andere Richtung. Viele Bürger finden die Maßnahmen nicht mehr verhältnismäßig. Und trotz steigender positiv Getesteter reicht ein Blick ins Worldometer und zum RKI, dann findet man keine steigenden Krankheitszahlen und stagnierende Todeszahlen.

  4. Jetzt mal ehrlich, wer hat denn von der KMK und den Ländern anderes als Chaos erwartet.
    EIn Affront wäre ahnungsvolle Absicht, das Handeln der Kultusminister ist aber absichtsvolle Ahnungslosigkeit

  5. Die KMK musste halt etwas schreiben, und ich vermute ganz egal, was hier beschlossen wäre, hätte anschließend jedes Bundesland doch wieder das gemacht, was es will.

    Siehe Beschluss der Politik zur Bundesliga, keine Spiele mit Zuschauer und dann kurz darauf die Freigabe in Leipzig.

    Viel Lärm um nichts.

  6. Und in NRW verkündet der Familienminister schon mal eine Betreuungsgarantie, sprich, KiTas ( und Schulen) sollen gar nicht mehr geschlossen werden.

    • In Niedersachsen sind die Pläne so geschrieben, dass selbst im Fall von Schulschließung durch Quarantäne die Schule Notbetreuung anbieten soll.

  7. Alles nicht zu Ende gedacht… Die KM leben in ihrer eigenen Welt…

    Wenn verlässliche Schule/Bildung/Betreuung wirklich Priorität hätte, würde zwangsläufig alles dran gesetzt, Schule (und ihr Umfeld) sicher zu machen und sie nicht nur sicher zu reden.
    Ohne Gesundheitsschutz geht Schule schon lange nur noch über den goodwill der Kollegen, die alles irgendwie am Laufen halten – um der Kinder willen, die nix dafür können, dass ihre Eltern arbeiten gehen müssen oder dass die Gesellschaft zu wenig Geld in Bildung investiert.

    Jetzt wird man nicht mehr Gesundheitsschutz vs. Bildung entschieden.
    Jetzt bedeutet eine Entscheidung gegen Gesundheitsschutz gleichzeitig eine Entscheidung gegen die Chance, Bildung auch in der Krise aufrecht erhalten zu können!
    Ohne angemessenen Gesundheitsschutz wird es keine verlässliche Bildung mehr geben.

    Diese Woche habe ich mindestens 10x ein Kind wegen Symptomen (seit Dienstag gerne auch Husten neben mir ohne Maske) nach Hause geschickt. In anderen Klassen ähnlich.
    An der Bushaltestelle hat dann keiner mehr eine Maske auf und alle balgen miteinander, hängen mit den Köpfen zu dritt über einem Handy, liegen sich in den Armen.

    Pandemie? Hat noch keiner gemerkt!
    Muss ja auch keiner merken, denn getestet werden die Kinder alle nicht, die wir nach Hause schicken. Auch nicht, wenn sie dann eine Woche krank sind.

    Frau Merkel kennt den Betrieb gut genug, um sich das nicht persönlich anzuziehen und hat vermutlich auch nicht ernsthaft damit gerechnet, dass die KM was anderes machen als bisher – ihr eigenes Süppchen kochen…

    Die KM arbeiten aber in unser aller Namen. Es ist ein Affront gegen uns alle, gegen die Wähler, ein Vertrauensbruch und eine Gefährdung der Zukunft.
    Sie werden nciht mal wegen fehlendem Arbeitsschutz Rede und Antwort stehen müssen.
    Man kann die Schuld ja wieder auf die Lehrer schieben.
    WIR müssen jeden Tag neu vor Ort Probleme erkennen, Lösungen abwägen, entscheiden und jede Entscheidung vor den Eltern rechtfertigen.

    Wen wundert da noch, dass gerade „gestandene“ Kollegen jetzt langsam endgültig die Sch… voll haben?

    Auch in der Vergangenheit ist noch nieandem in den Sinn gekommen, dass Lehrer (ja, natürlich auch Erzieher etc.) sich schon immer Jahr für Jahr erneut einem enormen gesundheitlichen Risiko aussetzen – nicht nur durch Infektionsgefahr, auch durch Stress, bauliche Mängel, überbrodende Arbeitszeiten, fehlende Abgrenzung zum Privatbereich etc.
    Nicht mal das ernsthafte Nachdenken über eine gerechte Bezahlung sind wir wert… geschweige denn eine unserer Ausbildung und unserer Leistung angemessene Bezahlung.

    Vermutlich werden die Lehrer es auch jetzt wieder rausreißen, was von oben übergestülpt wird… Wir werden es bestimmt versuchen – aber ob es auch diesmal gelingt????
    Der Krug geht so lange zum Brunnen…

      • Nicht nur für den hohen Krankenstand ist er dann verantwortlich, auch für

        – die weitere Überlastung der Kollegen
        – in Folge weitere Erkrankungen unter Kollegen
        – eine früher nach Hause geschickte Klasse
        – die Überlastung der Sekretärin, wenn sie 30 Eltern nicht erreichen kann
        – vorher fünf Stunden Unterricht bei aufgeteilter Klasse, in denen die aufgeteilte Klasse nichts mehr lernt und die anderen auch nicht
        – Mitbetreuung um drei Ecken übern Flur
        – die emotionale Belastung der Kinder
        – vor allem aus Angst vor einer Ansteckung mit Corona durch den Lehrer
        – Benachteiligung der Klasse bei der Benotung durch häufigen Lehrerwechsel

        – die hohen Kosten des Krankenstandes
        – die schlechte Statistik der Schule beim Krankenstand
        – das Bemühen der Schulleitungen, die Lehrer noch besser im Griff haben zu müssen
        – womöglich krankheitsbedingten Totalausfall
        – den Nachweis einer Erkrankung im Dienst (ach nee, geht ja gar nicht, war ja bei aldi)
        und damit hohe Frühpensionsrate unter Lehrkräften

        Aber das wusste ich schon, als ich vor fast 30 Jahren in den Dienst ging.
        Und deshalb bin ich oft drei Wochen lang mit Erkältung/Grippe zum Dienst gegangen… ja, auch bei Lehrern kommt es eine Woche, bleibt es eine Woche, geht es eine Woche…

        Wusste keiner? Ist den KM sicher ganz neu!
        Dann sollten alle mal überlegen warum sie davon nichts wussten!

  8. Bei uns:

    – Symptome, die über Schnupfen hinausgehen, müssen laut dem von der Schule ausgehändigten Flussdiagramm ärztlich abgeklärt werden. Wie man verfahren soll, wenn der Arzt sich aber weder das Kind anschaut, noch getestet wird, steht nicht auf dem Zettel.

    – Morgens: „Kohorten“ sollen sich nicht mischen, im Aerosol-Innenraum keine Maske, dafür draußen im Wind mit Maske

    – Mittags: Die abholenden Eltern stehen dicht an dicht vor dem Schulhofeingang, natürlich ohne Maske. Den Kindern, die sich dann noch dazwischenquetschen und beim weiterplaudern mittendrin stehen, wird als erstes die Maske abgenommen. Alle anderen Kinder, die auch gehen wollen, müssen sich durch die maskenlose Menschentraube kämpfen.

    – Nachmittags und am Wochenende: In den Vereinen, privat und auf Kindergeburtstagen laufen wieder alle ohne Sinn, Verstand und Masken durcheinander.

    – Herbstferien: Die Schule plant ein Sportcamp, indoor. Wenigstens jahrgangsstufenübergreifend, möglicherweise auch noch schulübergreifend.

    Aber Hauptsache, Laschet und Gebauer fällt jetzt schon ein, dass die Schulen mal dahingehend überprüft werden könnten, ob die Fenster denn überhaupt zum lüften bei -10 Grad oder im Wolkenbruch geöffnet werden können.

    Ich hatte bei Menschen im Bildungswesen immer gedacht, dass zumindest ein Mindestmaß an Hirn, Logik und Verantwortungsbewußtsein gegenüber den Schutzbefohlenen vorhanden wäre. Offenbar habe ich mich gründlich geirrt.

  9. Wenn ich hier Gelesenes und aus dem Umkreis Gehörtes zusammenfasse:

    1. Kinder werden nicht mehr von den Ärzten getestet.

    2. Kinder mit Symptomen dürfen nicht nach Hause geschickt werden.

    3. Im Falle einer Infektion in der Klasse, wird lediglich die Klasse in Quarantäne geschickt. Es wird nicht darauf geachtet, ob es eine Durchmischung der Gruppe gab (z.B. Reli-Kurse).

    4. Jede Durchmischung, die länger als zwei Tage zurück liegt, ist ohnehin irrelevant.

    5. Kolleginnen und Kollegen, die in einer betroffenen Klasse unterrichteten, dürfen am nächsten Tag wieder in die Schule. Ohne Test, ohne Ergebnis. Niemand ist verpflichtet einen Test zu machen. Das Gesundheitsamt schickt sie einfach wieder in die Schule.

    6. Es gibt keine AHA-Regeln! Kinder können diese ohnehin nicht einhalten. Masken werden runtergezogen, sobald der Lehrer um die Ecke gegangen ist.

    7. Die Gebäude sind marode und es gibt vielerorts nicht die Möglichkeiten zum Lüften.

    8. Über Schulen mit Corona-Fällen wird nicht mehr berichtet. Die Presse wird nicht informiert. So dass Schulen in der öffentlichen Wahrnehmung Corona-Frei bleiben.

    Es bräuchte jemanden von der Presse (Bild,Spiegel, Stern), der das Alles in einem Bericht, am besten im Tv, als große Titelstory veröffentlicht, weil mittlerweile sind die Zustände skandalös.
    Wie kann man sein Kind in so eine Gefahr bringen? Lieben diese Menschen ihre Kinder nicht mehr? Klar, Kinder sterben meistens nicht an Covid-19, aber was ist mit den Spätfolgen, die überhaupt nicht abschätzbar sind?

    Denken wir dabei an das Hi-Virus. Wenige Tage nach Ansteckung entwickeln die meisten grippeähnliche Symptome. Bei vielen bleiben die Symptome aus. Erst nach vielen Jahren (Etwa10Jahren) bricht dann Aids aus und man stirbt einen qualvollen Tod.
    Wenn man das vergleicht, weiß man im Grunde gar nichts über das Corona-Virus.

    Im Tv werden immer die Vorzeigeschulen dargestellt, in denen Traumzustände herrschen. Es müsste doch jemanden von der Presse geben, der das alles aufdecken möchte. Da steckt doch auch viel Geld drin?! Nicht wahr!?

    Im TV wird immer mit von „Besonnenheit“ (mMn das Unwort des Jahres) gesprochen. Das alles hat mit Besonnenheit schon lange nichts mehr zu tun.

  10. „ Eine Mund-Nasen-Bedeckung kann auf dem gesamten Schulgelände, insbesondere an weiterführenden Schulen, angeordnet werden, wenn sich Kohorten mischen können. Dies gilt nicht im Unterricht.“ – haben wir gemacht, und wurden unter Androhung von Disziplinarmaßnahmen gegen die Schulleitung vom Schulamt wieder zurückgepfiffen; Anlass war übrigens die Beschwerden einer (!) von 800 Müttern… – die Begründung lautete, dass der Schulleiter das sicherstellen muss, sonst ist er unfähig…

    „ Um eine Durchmischung von Gruppen (Kohorten) zu vermeiden, wird in allen Schularten das schulische Angebot ggf. angepasst“ – schön, dass hier wieder von der Wand bis zur Tapete gedacht wird: ab Klasse 10 sitzen die SuS in KURSEN zusammen, die sich aus allen Klassen generieren.

    „ Die Zahl der Lehrkräfte pro Kohorte soll soweit wie möglich beschränkt werden.“ – Einsatz- und Stundenpläne muss man mit ca. 3 Monaten Vorlauf machen, ansonsten geht das komplexe System an großen Schulen mit der knappen Stundenzuweisung nicht auf.

    Könnte bitte jemand mal die Kultusminister für ein Jahr in der Schule (in verschiedenen Schultypen natürlich) mitlaufen lassen? Die haben echt keine Ahnung, und wir baden es aus. Zumal die (juristische) Rückendeckung bei Auseinandersetzungen mit allen möglichen Gruppen-„im-Widerstand“ gegen Null geht.

    • Immerhin, war auch ganz lustig, aber die wahren Probleme (kein Abstand, weil System schon ohne Corona auf Kante genäht ist, stattdessen Pseudo-Maßnahmen) werden leider nicht ausreichend deutlich.
      So bleibt nur der schon bekannte Eindruck, dass Schultoiletten eklig sind. Ja, das waren sie doch schon immer. Also alles in Ordnung…

  11. Ja es ist absolut schlimm.
    Als Familie tut man alles um sich vor Corona zu schützen. Nun soll man seine Kinder in volle Klassenräume schicken.
    Ganz so als ob für unsere Kinder nicht das gleiche Risiko gelten soll.
    Die Aresolkonzentration ist in einem Klassenzimmer bei voller Klassenstärke meist schon nach 15 Schulminuten in einer bedenklichen Höhe. Sollte sich hier nun ein Infiziertes Kind befinden haben die restlichen Kinder keine Chance.
    Lüften im Winter nach 30 Minuten. Viel zu spät wie man mittlerweile aus Studien diesbezüglich weis. Im Winter dann bei Eiseskälte. Niemand hatte je wirklich vor unsere Kinder ausreichend zu schützen.
    Merkels 4 Stufen Plan wird kurzerhand von den Ländern gekippt.
    Einfach alles so gemacht wie man es gerade braucht.
    Niemand baut Filter in unsere Schulgebäude.
    Es werden Kinder erkranken.
    Vielleicht sogar Lehrer, Eltern und Kinder schwerer erkranken.
    Alles völlig egal. Es macht sprachlos wie kaltherzig diese Entscheidungen getroffen wurden. Wo ist die Presse die hier mehr Druck auf die Politik ausübt?

  12. Lieber AndiN,

    „Als Familie tut man alles um sich vor Corona zu schützen.“

    ich muss Sie leider enttäuschen. Das Gegenteil ist der Fall: Familien haben alles dafür getan, damit die Situation so ist, wie sie jetzt ist.

    Und weil wir alle miteinander das so stillschweigend hingenommen haben und sich keiner gewehrt hat, sitzen wir nun im Schlamassel.
    Jetzt kann man nur noch hoffen, dass man selbst nicht infiziert wird bis ein Impfstoff entwickelt wird. Deshalb setze ich schön meine FFP3-Maske auf und erledige meinen Job.
    Das Lehrerzimmer meide ich. Ich versuche immer Abstand zu den Kindern zu haben und die Fenster sind durchgehend geöffnet. Alles was ich im Freien unterrichten kann, wird draußen unterrichtet.
    Wenn die Kinder sich nun untereinander infizieren, dann ist das eben so! Ich kann ja nicht für jeden sorgen! Dann müssen die Zahlen halt steigen (wobei die mit ziemlicher Sicherheit getürkt sind). Verluste gibt es halt und ein Null-Risiko kann keiner erwarten.

    Im Winter werden die Kinder nicht nur in den vollbesetzten Klassen sitzen, sondern in einem vollbesetzten Gebäude. An meiner Schule kann man sich das, wie in einem vollen Bus vorstellen. Da bleibe ich doch lieber den ganzen Tag im Klassenraum. Da habe ich nur mit 30 Kindern Kontakt.

  13. Ja stimmt, wir als Familie leben relativ normal, wir waren die ganzen Ferien im fast maskenfreien Ausland unterwegs. Ich schaue mir die Zahlen des Worldometers an zu den Gestorbenen, dann schaue ich mir die Zahlen der Erkrankten an. Das mache ich dann auch im europäischen Ausland. Dann lese ich die Schlagzeilen, die Zahlen steigen wieder dramatisch… Ich hoffe nun, dass in der Schule wieder Normalität einkehrt. In der Freizeit herrscht ja auch Normalität für die Kids.

    • Schon mal die richtigen Zahlen angeguckt? In allen Nachbarländern sind die Zahlen z.Z. höher als in Deutschland. Und Urlauber wie sie haben das Virus hier wieder hergetragen. Ohne Urlaubsreisende und Verwandtenbesucher in der Heimat wäre das Virus in Deutschland so gut wie ganz weg gewesen.
      Und auch wenn sie sicher zu denen gehören, die sagen das Virus gibt es nicht oder ist ungefährlich. Doch es gibt es und es gibt Langzeiterkrankte, die in der Statistik immer als Genesene gelten. Mal bei Personen nachfragen, die in den Reha-Bereichen von Krankenhäusern arbeiten!

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