GEW fordert Stopp des Präsenzbetriebs in Schulen und Kitas

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POTSDAM. Die Brandenburger Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Landesregierung aufgefordert, den Präsenzunterricht in den Schulen sofort zu beenden und auch in den Kitas nur noch eine Notbetreuung anzubieten. Anstatt klarer Vorgaben zur Eindämmung der Pandemie herrsche im Bildungsministerium (MBJS) das Prinzip «Augen zu und durch», erklärte der GEW-Landesvorstand am Mittwoch in einer Mitteilung.

Die GEW hält den Infektionsschutz in den Kitas und Schulen nicht für gewährleistet. Illustration: Shutterstock

Wörtlich heißt es in dem Papier: „Die aktuelle Situation in den Kitas und Schulen ist besorgniserregend und nicht mehr verantwortbar. Das Ignorieren des realen Infektionsgeschehens in den Bildungseinrichtungen, die bewusste Verzögerungsstrategie zur Verhinderung rechtzeitiger Entscheidungen und das Fehlen einer kurz- und mittelfristigen Strategie gefährden die Gesundheit aller Beteiligten und haben zu einem Wirrwarr und Chaos in den Kitas und Schulen im Land Brandenburg geführt.“

Die aktuelle Situation in den Kitas und Schulen sei das Ergebnis politischer Fehlentscheidungen. „Wir sind in einer Situation, wo ein systemisches Versagen nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Die politischen Entscheidungen und Vorgaben der Hausleitung des MBJS konterkarieren das Engagement der Beschäftigten vor Ort. Eine Fortsetzung dieser Politik gefährdet auch den notwendigen Konsens, sinnvolle und manchmal auch schwierige Entscheidungen gemeinsam zu tragen“, so erklärt die GEW.

Der GEW-Landesvorstand fordert, dass es  – entsprechend der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts – ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen keine Rückkehr zum Präsenzunterricht geben dürfe.

KMK-Präsidentin Hubig drängt auf eine schnelle Rückkehr zum Regelbetrieb der Schulen

„Die GEW Brandenburg warnt vor einer voreiligen Rückkehr zu den Präsenzangeboten nach Ende der Weihnachtsferien und vor einer entsprechenden Diskussion. Es sind rechtzeitig vorsorgliche Entscheidungen über die notwendigen Rahmenbedingungen für die Organisation der Angebote und die Sicherung der Qualität des Distanzlernens durch das MBJS zu treffen. Eine bereits heute praktizierte Ankündigungspolitik der Hausleitung des MBJS und von Teilen der Kultusministerkonferenz, die Kitas und Schulen nach dem 10. Januar 2021 schnell wieder und um jeden Preis in den Regelbetrieb zurückkehren zu lassen, ist die Fortsetzung der aktuellen Politik. Dies ist gesundheits- und bildungspolitisch nicht hinnehmbar und nicht verantwortbar.“ Einzelne Kultusminister – so auch die scheidende KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) – drängen auf eine schnelle Rückkehr in den Regelbetrieb nach den Weihnachtsferien. (News4teachers berichtet ausführlich darüber.)

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat allerdings heute gegenüber dem rbb erklärt, im Januar werde Distanzunterricht stattfinden. Lediglich die Abschlussklassen würden in Präsenz unterrichten. Das Bildungsministerium hatte den Eltern in dieser Woche freigestellt, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Nach einer Blitzumfrage des Ressorts waren am Montag noch mehr als die Hälfte der Schüler zum Unterricht erschienen. Nach den Weihnachtsferien soll es abgesehen von den Abschlussklassen und Förderschulen nur noch Heimunterricht geben. News4teachers / mit Material der dpa

Ministerin Ernst löst Hubig an Spitze der Kultusministerkonferenz ab

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2 KOMMENTARE

  1. Wie gerade geschrieben, soll ja der harte Lockdown gar nichts bringen. Das sagt der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung.
    https://www.n-tv.de/panorama/06-21-Egal-ob-drei-oder-zehn-Wochen-Chef-der-Kassenaerzte-haelt-harten-Lockdown-fuer-ungeeignet–article21626512.html

    Nun bin ich mal gespannt, warum der nun wieder auch keine Ahnung hat. Ich meine hingegen, IMPFEN bringt was. Deshalb, liebe Kollegen, lasst euch IMPFEN !!! Niemand nimmt euch noch eure „Aufgeregtheit“ ab, wenn ihr euch nicht IMPFEN lasst.

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