„Kinder sind stärker betroffen“: Bildungsministerium veröffentlicht Kritik aus der Wissenschaft an seiner Corona-Politik – unfreiwillig

51

MAINZ. Erstmals in der Corona-Krise hat ein Kultusministerium in einer Pressemitteilung Kritik am Kurs der weit offenen Schulen zugelassen – allerdings nicht freiwillig. Nachdem in einer ersten Veröffentlichung des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums zu einer Expertenanhörung Zitate frei erfunden worden waren, hatte es massiven Ärger gegeben. Die Erklärung musste zurückgezogen werden. Jetzt ist eine neue erschienen – mit nunmehr abgestimmten Stellungnahmen. „Wir sehen, dass es auch in Schulen zu Übertragungen, zu Superspreader-Events kommen kann“, betont darin Dr. Jana Schroeder, Chefärztin des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Stiftung Mathias-Spital in Rheine.

„Die Schulen sind sicher“ – behaupten die Kultusminister in Deutschland. Foto: Shutterstock

In der ursprünglichen Pressemitteilung des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums, herausgegeben unmittelbar nach der Expertenanhörung am 7. Dezember, hieß es: „Am Montagabend hatte das Bildungsministerium gemeinsam mit dem Landeselternbeirat zu einer Expertenanhörung geladen. Im Anschluss an die Veranstaltung erklärte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig: ‚Die Expertenanhörung hat noch einmal verdeutlicht, welchen Stellenwert die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen genießt und genießen muss. Schulen sind keine Treiber der Pandemie – das Tragen der Maske sowie die Einhaltung der Hygiene- und Lüftungsregeln sind und bleiben zentral – hier war sich die Mehrheit der Expertinnen und Experten sehr einig.‘“

Als Beleg wurde unter anderem der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle, Prof. Alexander S. Kekulé, zitiert. „Auch Herr Professor Kekulé wies darauf hin, dass die in Schule geltenden Schutzmaßnahmen Wirkung zeigen und ein Wechselbetrieb insbesondere ab den oberen Klassenstufen in Betracht zu ziehen ist. Übertragungen, so Kekulé, fänden bei Jugendlichen eher im privaten als im schulischen Kontext statt, wo es Hygienemaßnahmen gäbe.“

Kekulé hatte sich allerdings nur Tage zuvor ganz anders geäußert – wie News4teachers berichtete. An weiterführenden Schulen gebe es schwerste Ausbrüche. Jugendliche Schüler seien „ganz starke Treiber der Pandemie.  Das ist ohne Wenn und Aber erwiesen“, so erklärte er in einem Interview mit dem Sender Phoenix. Und tatsächlich schrieb er dann an das Bildungsministerium: „Die beiden Sätze sind nicht von mir. Bitte nur zitieren, was ich tatsächlich gesagt habe.“

Auch andere Experten forderten, die ihnen zugeschriebenen Statements zurückzuziehen. Eine Erklärung aus dem Bildungsministerium zu dem Treffen sei „mehr oder weniger reine Propaganda statt ernsthafter inhaltlicher Auseinandersetzung mit dieser Problematik“, befand etwa der Leipziger Epidemiologe Prof. Markus Scholz. Der Fall, den News4teachers bundesweit öffentlich machte, schlug Wellen – Hubig musste sich im Mainzer Landtag entschuldigen. Und nun hat ihre Pressestelle eine neue Pressemitteilung zu der Veranstaltung herausgegeben, in der erstmals mit der Absenderadresse eines deutschen Kultusministeriums überaus kritische Töne zur Politik der weit offenen Schulen zu lesen sind.

Warum die RKI-Empfehlungen für Schulen nicht gelten sollen, „erschließt sich mir nicht“

Dr. med. Jana Schroeder, Chefärztin des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Stiftung Mathias-Spital in Rheine, erklärt darin: „In der Zusammenschau und Bewertung aller vorliegenden Daten zur Infektiosität von Kindern kann man nicht schließen, dass diese keine Rolle im Infektionsgeschehen haben. In der Pandemie gibt es führende Wissenschaftliche Institutionen, die unter anderem genau für den Fall einer Pandemie eingerichtet wurden, um Empfehlungen und Vorgaben zu Verhalten zu erarbeiten. Die Krankenhäuser vertrauen auf diese und stehen in der Pflicht, die Vorgaben des RKI umzusetzen – warum dies nicht für die restliche Bevölkerung, bzw. für andere Institutionen gelten soll, erschließt sich mir nicht. Wir sehen, dass die Anzahl der Neuinfektionen trotz veränderter Teststrategie und dem aktuellen ‚Lockdown‘ nicht adäquat sinken und wir sehen auch, dass es auch in Schulen zu Übertragungen, zu Superspreader-Events kommen kann. Selbst wenn das Infektionsgeschehen an Grundschulen geringer sein sollte als in der Restbevölkerung, kann auch dies keine Argumentation für weniger Schutzmaßnahmen sein – die Anschnallpflicht gilt auch schon bei Tempo 30 und nicht erst bei 100 km/h.“

Hintergrund: Das RKI empfiehlt für die Schulen ab einem Inzidenzwert von 50, Wechselunterricht mit kleinen Lerngruppen vorzusehen, damit die Abstandsregel gelten kann, sowie eine generelle Maskenpflicht im Unterricht. Das Bildungsministerium von Rheinland-Pfalz beachtet (wie alle anderen Kultusministerien in Deutschland) diese Empfehlung nicht.

Prof. Markus Scholz vom Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie an der Universität Leipzig, stellt nun klar: „Im Vergleich zur ersten Welle im Frühjahr sehen wir in der zweiten einen deutlichen, qualitativen Unterschied nämlich, dass die Altersgruppe 0-15 jetzt wesentlich stärker betroffen ist. Auch unter Berücksichtigung geänderter Teststrategien lässt dies auf ein verstärktes Infektionsgeschehen im Schul- bzw. Kitakontext schließen. Es wurden zudem bereits Hunderte von Ausbrüchen an Schulen gemeldet, teilweise auch mit beträchtlichen Clustergrößen, wie z. B. in Sachsen. Es ist zu befürchten, dass wir dabei nur die Spitze des Eisbergs sehen, da Gruppen nicht mehr überall konsequent getestet werden – selbst bei Kategorie 1 Kontakten. Wenn zum Beispiel in Klassen mit einem Indexfall nur quarantänisiert aber nicht weiter getestet wird, erscheint dies in den Statistiken dann fälschlicherweise als ‚Beleg‘ für eine Nichtübertragung innerhalb der Klasse. Dies führt zu einer Verzerrung der Datenlage mit möglichen Fehleinschätzungen der tatsächlichen Problematik.“

Landesgesundheitsamt behauptet: Kinder stecken sich allermeistens in den Familien an – nicht in Kita oder Schule

Auch das Landesuntersuchungsamt kommt in der neuen Pressemitteilung zu Wort – mit der auch vom Ministerium vertretenen These, dass die Ansteckungsgefahr in Kitas und Schulen vergleichsweise gering sei. Dies zeige die Studie „Secondary Attack Rate in Schools Surveillance“ der Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz. „Vergleicht man die Übertragungssituation für die Kinder zu Hause mit der in der Schule oder Kita zeigt die Erfahrung von 232 Fällen und 8.371 Kontaktpersonen, dass sich trotz beengter Verhältnisse in den Klassenräumen bei Auftreten eines COVID-Falles nur eines von hundert Kindern im direkten Umfeld ansteckt. Innerhalb der Familie ist eine Übertragung zwanzigmal wahrscheinlicher und betrifft jedes fünfte bis sechste Familienmitglied“, meint Amtsleiter Prof. Philipp Zanger.

Scholz hält dem allerdings entgegen: „Es ist zu befürchten, dass wir dabei nur die Spitze des Eisbergs sehen, da Gruppen nicht mehr überall konsequent getestet werden – selbst bei Kategorie 1 Kontakten. Wenn zum Beispiel in Klassen mit einem Indexfall nur quarantänisiert aber nicht weiter getestet wird, erscheint dies in den Statistiken dann fälschlicherweise als ‚Beleg‘ für eine Nichtübertragung innerhalb der Klasse. Dies führt zu einer Verzerrung der Datenlage mit möglichen Fehleinschätzungen der tatsächlichen Problematik.“ Aktuell, so der Epidemiologe, lägen in Deutschland nur einige wenige wissenschaftliche Studien zum Infektionsgeschehen an Schulen vor – und die beruhten vor allem auf Daten der Niedriginzidenzphase. Sie ließen sich nicht einfach auf die aktuelle Situation verallgemeinern.

Scholz: „Wir brauchen deshalb dringend Studien, die das Infektionsgeschehen in Schulen und Kitas besser überwachen. Bei Indexfällen sollte die Kontaktgruppe stets konsequent getestet und die Ergebnisse für wissenschaftliche Auswertungen zugänglich gemacht werden, um das Geschehen besser einschätzen und die Wirksamkeit von Maßnahmen überprüfen zu können.“

Hubig spricht von einem „Fehler“ – ohne darauf einzugehen, dass dahinter offensichtlich Vorsatz steckt

Die Pressestelle und die Ministerin bemühen sich derweil, die falschen Zitate als einfache Panne erscheinen zu lassen. Hubig sprach im Landtag von einem „Fehler“ – ohne darauf einzugehen, dass sie auch als KMK-Präsidentin eine verzerrende Pressemitteilung über eine Expertenanhörung im September zu verantworten hat, wie Recherchen von News4teachers ergaben.

„Um die Öffentlichkeit schnell zu informieren“ sei die ursprüngliche Pressemeldung zur Expertenrunde am 7. Dezember herausgegeben worden, so heißt es nun seitens der Pressestelle. „Diese stellte jedoch nicht die gesamte zweistündige Diskussion dar, sondern war auf die aus Sicht des Bildungsministeriums zentralen Ergebnisse fokussiert und hat nicht die Breite der Meinungen wiedergegeben.“ Darauf, dass es ein übliches Verfahren ist, Zitate in Pressemitteilungen abzustimmen, geht sie nicht ein. Auch wird nicht eingeräumt, dass Statements frei erfunden worden waren. Stattdessen heißt es: „Die Pressestelle hat sich umgehend bei der Expertin und den Experten entschuldigt, soweit sich Sachverständige falsch zitiert gesehen haben, und dies korrigiert.“ Im Fall von Kekulé stimmt auch das nicht: Er taucht in der neuen Pressemitteilung überhaupt nicht mehr auf. News4teachers

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung der Leserinnen und Leser von News4teachers realisiert.

Um unser Nachrichtenangebot erweitern zu können und um mehr Zeit für Recherche zu bekommen, die für Hintergrund-Stücke nötig ist, bitten wir Sie um Ihre Hilfe. Unterstützen Sie unsere Arbeit finanziell, damit wir Ihnen mehr Beiträge anbieten können! Helfen Sie uns, der Bildung in Deutschland eine publizistische Stimme zu geben!

Mehr Informationen dazu – gibt es hier.

Studie belegt Corona-Ausbruch in Schule – hat Bildungssenator Rabe die Untersuchung vertuscht, um die Öffentlichkeit zu täuschen?

Anzeige


51 KOMMENTARE

  1. Der letzte Absatz des Ausgangsartikels fasst es noch einmal sehr schön zusammen:
    – Lügen
    – Betrug
    – Eitelkeit
    – Dummheit.

    Was für ein ekelerregender Sumpf.
    Aber ganz offensichtlich karrierefördernd – bisher.

    Ich habe noch nie jemandem etwas Schlechtes gewünscht – bisher, und ich werde auch jetzt nicht damit anfangen.
    Üblicherweise sorgt das Leben selbst dafür, dass solche ZeitgenossInnen irgendwann ihre Strafe bekommen und böse auf die Schnauze fallen.
    Hoffentlich passiert das ganz,ganz bald, damit diesen ekelhaften Vollversagern nicht noch mehr Menschenleben zum Opfer fallen – das alles nur für deren ganz persönlichen Jahrmarkt aus Eitelkeit und Dummheit.

    • @Mary-Ellen

      Hallo Mary-Ellen,
      ja, das stimmt, es ist nur noch destruktiv.
      Das Machtgehabe an sich hatte ich unter Eitelkeit verbucht.
      (Eitelkeit kann so viel mehr sein als nur ein Zickzackscheitel … 😉 )

      PS.:
      Ich wünsche dann schon mal ein gesundes und hoffentlich insgesamt weniger ätzendes 2021.
      Hier ein kleines Video zur Einstimmung:
      https://www.youtube.com/watch?v=yMmSDa6jGCU

      • @Pit:

        🙂 🙂 🙂
        Auch ich wünsche Ihnen, der fleißigen Redaktion und allen
        Forumsteilnehmern ein gutes neues Jahr mit stabiler Gesundheit, genauso stabilem Humor und, dass in der Politik, da wo es fehlt, Vernunft und Weitsicht endlich Einzug halten!

  2. Und es wundert einen dann ebenfalls nicht, dass sich immer noch viele Menschen sehr undiszipliniert verhalten, trotz des Lockdowns. Auch dafür tragen diese Politiker*innen meiner Meinung nach einen großen Teil der Verantwortung, denn monatelang wurde der Öffentlichkeit vorgegaukelt, dass der Virus ja offensichtlich Kinder (zu Beginn auch Jugendliche) viel weniger bis gar nicht betrifft. Kaum vorstellbar (und auszuhalten!), wie viele Erkrankte und Tote dem geschuldet sind!

    • Ja, das sehe ich auch so. Warum ist im Lehrerleben „ungeschützt“ richtig, im Supermarkt aber nicht? Die Akzeptanz leidet dann schon, wenn man täglich ungeschützt rund 80 Haushalte treffen muss, die eigenen erwachsenen Kinder (im gleichen Alter wie die Berufsschüler) aber möglichst nicht treffen soll…

  3. Das eigentlich Schlimme ist, daß wohl nahezu alle Kultusminister gleich sind und das ganz ohne Widerspruch vom Rest der Politiker, wenn man mal von Frau Merkel und einigen wenigen Ausnahmen absieht. Da geht es in der Tat um ganz viel Dummheit, gepaart mit Arroganz und Karrieregeilheit. Menschenopfer werden dabei gerne und ganz nebenher in Kauf genommen. Hoffentlich reicht die Erinnerung bei allen noch bis zu den nächsten Wahlen! Es graust einen nur noch!

  4. Trump stellte seine Eignung für den Posten als Präsident der USA unter Beweis, weil er sich 5 Wörter über einen längeren Zeitraum merken konnte: PERSON – WOMAN – MAN – CAMERA – TV. Wer erinnert sich nicht gerne daran!
    Fragt man einen KM, ob sie/er sich die 5 Wörter: PRÄSENZUNTERRICHT- WENN- INZIDENZ-UNTER-50 merken kann, bleibt offenbar nur das Wort PRÄSENZUNTERRICHT hängen.
    Das scheint für den Posten zu reichen!

  5. Die sozialen Medien sind inzwischen voll mit Rücktrittsforderungen.
    #ruecktritteisenmann
    #ruecktrittgebauer
    #ruecktrittallerkultusminister
    Auch viele Eltern lehnen Schulöffnungen ab.
    Und die KMK verspielt gerade jede Autorität. Noch vor einigen Jahren mussten Politiker wegen Plagiaten zurücktreten, heute dürfen sie ungestraft Menschen fahrlässig in den Tod schicken.
    Das muss ein Ende haben. Die Wissenschaft muss auch in diesen veralteten, bornierten Strukturen Einzug halten. Sonst hat diese Institution keinerlei Daseinsberechtigung mehr. Kein Parteigeklüngel mehr, sondern Fachleute aus der Praxis Schule sollten diesen Haufen leiten. Ein Jurist oder Parteisoldat hat von Schule keine Ahnung.

    • @xy

      Hätte ich einen Dienst-Laptop, würde ich Ihren Post mit dem fettesten Edding direkt auf dem Bildschirm unterschreiben.
      🙂

      • Nach meiner aktuellen Erfahrung mit einem just gelieferten iPads ist das nicht möglich, weil diese Funktion gesperrt ist und daher ohne Admin-Rechte vom Dutzenden LoL nicht ausgeführt werden kann.

  6. Was folgt daraus jetzt? Wieder nichts?

    Sollen wir Lehrer uns nun auch noch selbst gegen die Halbwahrheiten, Nichtwahrheiten oder das „Vergessen“ und „Versehen“ der KM wehren müssen?

    Nicht nur müssen wir seit Monaten versuchen, uns ganz konkret unserer Haut zu wehren, um Infektionsschutz kämpfen, uns obendrein Schmähungen anhören arbeitsscheu zu sein.
    Wir müssen auch weiterhin nebenbei noch die ganzen anderen Schauplätze bedienen, die sie uns beschert haben, die wir „irgendwie“ zu stemmen haben, selbstverständlich ohne Widerspruch, selbstverständlich aus Liebe zu den Schülern, aus Verantwortungsbewusstsein, aus Pflichtbewusstsein – Inklusion mit reduziertem Personal, Integration am liebsten ohne Personal, „verhaltenskreative“ Kinder ohne Diagnose und Definition, Gewalt und Extremismus jeder Richtung, digitales Nirwana bei Schulen und Schülern…
    Klar, die Lehrer machen das. Sie bringen nicht nur weit mehr Zeit ein als sie müssten, sie bringen auch noch Kreativität zum Ausgleich der jahrzehntealten Mangelwirtschaft, Engagement zum Ausgleich der Defitzite der Kinder, die aus dem Elternhaus in die Schulen getragen werden – und obendrein ihre eigenen Endgeräte mit.
    Ja, die Lehrer haben Endgeräte, sie könnten Distanzunterricht. Aber sie dürfen ja nicht, oder nur ein bisschen, wenn’s keiner sieht. Datenschutz!

    Früher, da hatte das einen anderen Namen: Die ersten abendländischen Lehrer machten ihre Arbeit für Gotteslohn, später brachten die Kinder brachten ihre Holzscheite selbst mit und dem Lehrer als Lohn ein halbes Brot, noch vor 100 Jahren hatten Lehrerinnen unverheiratet zu bleiben, damit sie ihrer „Berufung“ nachkommen konnten.
    Geändert hat sich eigentlich nicht viel.

    Aus meiner Sicht kann es nur einen Weg aus dem Chaos geben:
    Den Ländern wird in klar deifinierten Krisenzeiten automatisch ein Teil ihrer föderalen Rechte genommen, damit einheitliches, sinnvolles, wirkungsvolles und bestmögich wissens- und wissenschaftsorientiertes Handeln möglich wird, zmindest auf Bundesebene, wenn nicht europaweit.
    Alles andere wird im Kleinklein zerrieben und weitere Kranke, Intensivpatienten und Opfer bedeuten!
    Keiner muss sich wohl mehr der Illusion hingeben, dass wir Lehrer gegen diesen Wahnsinn noch irgendetwas ausrichten könnten.
    Die Welle ist längst über uns zusammengeschlagen.
    Rettungsboote sehe ich keine!
    Muss es in einem zivilisierten Land, das auf seine Bildung stolz war, wirklich auf ein individuelles, letztes, verzweifeltes Aufgebehren hinauslaufen nach dem Motto „Rette sich wer kann“??

    • @daskanndochnichtwahrsein
      Sie haben den Hergang, die gesellschaftliche Wertung, und die akute Situation im Umgang der KMs mit der Pandemie zutreffend beschrieben. Realistisches Ergebnis: LuL sind machtlos – „Die Welle ist längst über uns zusammengeschlagen. Rettungsboote sehe ich keine!“
      Dann gibts drei Folgerungen daraus:
      (a) Wir brauchen den bundesweiten Pandemieplan, der an der Wurzel ansetzt = das Komptetenzgerangel wird befristet ausgesetzt, der Bund bestimmt.
      (b) Die LuL wissen, was in diesem Plan drinstehen soll – wesentliche Eckpunkte haben Sie bereits genannt. Meine Vorschläge mit Ansatz beim Infektinsmanagement sind ebenfalls formuliert, viele weitere warten darauf, zusammengetragen zu werden.
      (c) Wenn das alles nicht geht – „wird es auf ein individuelles, letztes, verzweifeltes Aufbegehren hinauslaufen nach dem Motto „Rette sich wer kann“??“
      Ich stimme zu, dass die akute Pandemie mit all diesen Vorzeichen leider „gelaufen“ ist – eine veritable Leidensgeschichte für SEHR viele Mitmenschen. Ich stimme auch zu, dass gerade deshalb die Zukunftsperspektive so wichtig ist. Ich stimme aber nicht zu, dass es im letzten, i n d i v i d u e l l e n Aufbegehren, und im „Rette sich wer kann“ enden muss – Ihr Ansatz unter (b) spricht dagegen, und dass wir alle das hier lesen können, auch.
      Was aus meiner Sicht jetzt folgerichtig wäre, ist tatsächlich das Aufbegehren – aber keineswegs allein, und auch nicht als „Rette sich wer kann“ – sondern gemeinsam mit den Mitbetroffenen vor Ort. Das Vorbild heißt Solingen- Berichte darüber liegen vor. Meine Variante davon geht so:
      eine Person/viele Personen entscheiden selbst, dass sie Unteilbar sind und sich dort aufhalten, wo sie den besten Schutz haben: in freiwilliger Beobachtungsquarantäne (BQ) – spätestens nach dem ersten Infektionsfall in der Schule. Die Begründung lautet offiziell: „Vermeidung der ungewollten / ungeprüften Virusweitergabe durch mich.“ Und betont: „meine Arbeit mache ich gerne weiter – währenddessen. Alles ist dafür vorbereitet- Unterricht von zuhause aus.“
      Einige Kolleg*innen entscheiden sich, für die Kinder ohne Elternbegleitung weiterhin Präsenzunterricht in der Schule zu machen – in getrennten Kleingruppen und mit allen sonstigen Vorsorgemaßnahmen.
      Alles für die Dauer der Inzidenz über 50.

      Was passiert, wenn dies aufgrund von mündlichen Vereinbarungen auf Stadtebene (inkl. Elternvertretungen) zum Stichtag X gemeinsam startet? Jede/r hat für sich entschieden, mit dem Ergebnis, dass der gemeinsame Wille geschieht.
      Die Regionalmedien werden aufmerksam – und begleiten jede Einzelperson, die ein vorhersehbares Schreiben der Schulaufsicht bekommt, mit Kurzinterview ohne Klarnamen – inkl. Antwort = Freiwillige BQ + Distanz-Unterricht + Kleingruppenpräsenz-U für Wenige in der Schule – als schlichte Tatsachenfeststellung bis Inzidenz 50 erreicht ist.
      Die Einzelfälle werden öffentlich, aber anonym dokumentiert – so auch jedes weitere Schreiben der Schulaufsicht und die Antwort darauf (s.o.).
      Was machen Elternvertretungen – öffentlich, und mit Schreiben an die Schulaufsicht? Was machen Schüler*innen öffentlich, und mit Schreiben an die Schulaufsicht? Unterricht in dieser Form SICHERN = volle Mitwirkung gemäß SchG.

      Was bleibt der Schulaufsicht? Öffentlicher Polizeieinsatz? Gegen wen? Mit welcher Begründung? Suspendierungen = weiterer Ausfall von LuL?
      Die Alternative heißt dann zuletzt: Diese Unterrichtsorganisation während der Hochinzidenz – als Ergebnis der Willensentscheidung der Betroffenen vor Ort – MIT oder OHNE den Segen der Schulaufsicht. Ohne Segen = eine Welle von Arbeitsgerichtsverfahren, jedes Einzelne öffentlich begleitet….
      Und das als Wahlkampfthema bei 5 Terminen allein in 2021!
      JEMAND sollte das mal bitte ausfeilen – aus schulinterner Sicht, aus Elternsicht, aus Sicht der SuS, rechtlich und (partei)politisch… JEMAND, die/der „Dienst nach Vorschrift“ genau so definiert.

  7. Es hilft alles nichts. Bereits jetzt streuen die Kultusminister/-innen ihre Vorgehensweise „vorsichtig“ über die Presse. Ziel: Die Empörung wird vorverlegt, man lässt die Leute sich schonmal aufregen, manchen Politiker gegenreden und am 10. Januar sind dann alle zu müde und erschöpft neue Empörung aufzubringen, wenn es dann wieder heißt: Schulen auf ohne mit der Wimper zu zucken. Der zeitweise Shitstorm ist dann vorbeigezogen und die Damen und Herren von den Propagandaministerien ziehen ihren Stiefel wieder gnadenlos durch.

    Es ist einfach nicht mehr zu ertragen: Gezielte Desinformation, Fälschung/Frisieren von Aussagen, Ablehnung Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen, Unfähigkeit Fehler einzusehen und zu korrigieren und natürlich de facto Arbeitsverweigerung. Das sollten sich mal andere Arbeitnehmer rausnehmen… Wenn man sich die Liste einmal anschaut, glaubt man kaum in welchem Land man lebt. Da braucht man sich nicht mehr über China oder andere mit dem Finger zeigen. Es fehlt beinahe nur noch, dass Kultusminister kritische Journalisten verhaften lassen.

    Fazit: Wir werden es erleben. Zum 10. wird Schule geöffnet, da können wir und Andere uns weiter den Mund fusselig reden. Das ist traurigerweise so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Ich komme nur immer noch nicht dahinter. Wer sitzt denen im Nacken?! Ich weigere mich zu glauben, dass 16 Minister so dermaßen des Denkens nicht mächtig sind, dass sie es wirklich nicht verstehen. Ich glaube da gibt es irgendeinen Player, den wir alle nicht auf dem Schirm haben. Die sind ja alle wie gleichgeschaltet (ja, Begriff bewusst gewählt) was ihre „Politik“ angeht.

    Oder bekommen die halt jeden Tag 100 Briefe von Eltern, die gerne Betreuung hätten – koste es was es wolle. Vielleicht ist das die treibende Lobby.

    Ich hake es ab. Habe schon Extra-Lieferungen FFP3 Masken bestellt und vorsorglich einen Antrag auf Entlassung aus dem Dienst vorbereitet, falls das wieder so weiter läuft wie vorher. Mehr kann man als Lehrer nicht mehr tun.

      • Ist ja völlig richtig, aber bisher setzen sie sich ja auch nonchalant über alle Warnungen und Erkenntnisse hinweg. Schon zur 2. Welle haben die Schulen massiv beigetragen. Folgen – noch nicht mal Einsicht…

        Die „englische“ Mutation hat auf jeden Fall das Potential, sollte sich das Befürchtete bewahrheiten, vollständigen Regelunterricht objektiv unmöglich zu machen.

    • Den „Treiber“ kann man ganz leicht benennen: Die Wirtschaft muss laufen, deshalb müssen Kinder unter 12 in den Schulen „betreut“ werden. Eltern, die ihre Kinder dort hin schicken können, haben keinen Stress mit dem AG und sind deshalb demnächst dankbare Wähler.
      Zudem: Würde man jetzt zugeben, dass Schulen zum Infektionsgeschehen massiv beitragen, müsste man ja gleichzeitig zugeben, 10 Monate falsch gehandelt zu haben…

    • Die KM stehen mit dem Rücken an der Wand. Sie haben den Präsenzunterricht als das Ziel Nummer 1 erklärt, waren aber nicht bereit, die nötigen Investitionen zu tätigen, um ihn sicher zu machen. Genau das muss jetzt unter den Tisch gekehrt werden.

      Die richtige Lösung wäre gewesen (das haben viele schon im Mai gesagt!): SICHERER Präsenzunterricht. Das bedeutet Abstand (also halbierte Klassen), Luftfilter, Plexiglasscheiben, FFP2-Masken für alle Beteiligten bei Bedarf, dazu regelmäßiges Testen. All das wohlgemerkt mit UND verknüpft, nicht mit ODER.

      Um von diesem Versagen abzulenken, wird es nun so dargestellt, als gäbe es zum unsicheren Präsenzunterricht nur Alternativen, die viele Eltern nicht leisten können oder wollen, also Wechsel- oder Distanzunterricht. Die Alternative „sicherer Präsenzunterricht“ wird totgeschwiegen, denn JETZT wird man weder Luftfilter noch Plexiglas in den Mengen bekommen, die man braucht. Von Mai bis September/Oktober wäre die Zeit gewesen.

      Und schon wird jeder, der gegen den unsicheren Präsenzunterricht argumentiert, damit angegriffen, dass das ja den Kindern schadet, Kinder andere Kinder brauchen und so weiter. Dass das Problem selbstgemacht ist, wird unter den Tisch gekehrt.

      Das Geld wäre dagewesen! Mit sicherem Präsenzunterricht hätte man viele Milliarden beim Lockdown sparen können und viele Menschen wären nicht gestorben.

      • Stimme Ihnen voll zu. Es erscheint mir nur erschreckend, wieviele Menschen dieses Vorgehen scheinbar nicht durchschauen (wollen) oder es sogar noch unterstützen. Arbeit hin oder her, auch wenn Kinder kaum und meist nur leicht erkranken, würde ich nicht wollen, dass mein Kind sich SARS-Cov einfängt. Es ist ja alles vermeidbar.

  8. Allmählich gewinne ich den Eindruck, dass die Kultusminister eher den Querdenkern folgen, als wissenschaftsbasierten Fachleuten. Die Ignoranz, die massenweise Menschen in Krankheit und sogar Tod schickt, ist mittlerweile unerträglich. Es fühlt sich fast an, wie in einer Diktatur – oder in Trumps Amerika – und über diesen Menschen wurde gern gelacht! Vielleicht sollten wir auf den Balkonen auch mal herzlich laut lachen in Richtung KMK. Würde wenigstens Druck abbauen
    . . .

  9. Ja, wir brauchen nicht mehr in die USA zu schauen, um verdrehte Berichterstattung zu erleben. Rabe, Hubig und Co. sind keinen deut besser als Trump. Was mich schockiert ist, dass die Minister*innen gesundheitliche Schäden und Todesfälle durch ihre Desinformationspolitik in Kauf genommen haben und offenbar nach wie vor in Kauf nehmen. Gerade durch dieses Geschwafel über den „sicheren Ort“ der Schule oder Kita, glauben nun immer noch viele Menschen, dass sich Kinder nicht mit SARS-CoV-2 in den genannten Gemeinschafteinrichtungen anstecken. Oder, dass Kinder insgesamt nicht infektiös seien. Dies ist ein äußerst gefährliches Spiel der KuMis.

    • Ich erinnere an Frau Gebauers wahre Worte:

      „Es wird Tote geben!“

      Sie wussten vermutlich alles von Anfang an!

      Die Forderungen der Eltern könnten so leicht mit der Fürsorgepflicht des Dienstherren wegargumentiert werden. Stattdessen lässt man es weiterlaufen. Für ein paar Stimmen mehr, für ein bisschen Publicity und zur Demonstration der eigenen Macht.

    • Also wenn ich das richtig lese, wird nur die Präsenzpflicht aufgehoben. Ist natürlich besser als nichts, bedeutet aber in der Realität, dass ein Großteil der Grundschulkinder geschickt werden wird. Aber dann kann man die „Schuld“ daran auf die Eltern abschieben und ist selber als KuMi aus dem Schneider.

    • Diese Klagen wird es bei uns auch noch geben, wenn das alles juristisch aufgearbeitet wird. Es gab und gibt massive Verstöße gegen den Arbeitsschutz, Vorgaben des RKI wurden missachtet usw., was in vielen Fällen auch Todesopfer zur Folge hatte.

      Ich fürchte nur, dass das dann eher die Kleinen treffen wird: Für die Hygiene an der Schule ist nicht der KM verantwortlich, der irgendwelche Regeln erlässt, sondern der Schulleiter vor Ort.

  10. krampfhaft versucht nun das kultusministerium BW, ihre forderung nach öffnung der schulen nach den ferien zu untermauern.
    in der heutigen nachrichtensendung des SWR3 kam der leiter der kinderstudie BW vom juni des jahres, klaus-michael debatin, zu wort und versuchte, die ergebnisse der damaligen auftragsstudie des landes zu rechtfertigen und daraus eine schulöffnung herzuleiten.
    kinder seien viel weniger ansteckend als erwachsene und hätten auch kaum schwere symptome.
    er verschweigt aber dabei, dass nur kinder bis 10 jahre an der studie beteiligt waren, dass die fallzahlen im zeitraum der erfassung sehr niedrig waren und dass nur infizierte kinder untersucht wurden.
    dass das virus eine gefahr für andere durch erhöhtes infektionsrisiko darstellt, wird überhaupt nicht in betracht gezogen und vor allem, dass bei den momentanen infektionszahlen eine erheblich größere infektionsgefahr besteht, wird wohlweislich von dem herrn verschwiegen.
    hat er angst, dass seine studie nachträglich zerrissen wird?
    dass der sender (swr3) sich auf solche plumpen versuche einlässt, auf druck des ministeriums hier eine scheinargumentierung in die öffentlichkeit zu bringen, ist für mich nicht nachvollziehbar.
    nachfragen von seiten der moderatorin wich herr debatin geflissentlich aus, vor allem die rolle älterer kinder (über 12) blieben bei ihm nebulös. das ganze mehr als peinlich und contraproduktiv… jetzt wird ersichtlich, wie tief das kultusministerium in der bredouille sitzt.

  11. Das RKI beteiligt sich an der Vertuschung der Infektionen an Schulen.

    Es spricht von „Gemeinschaftseinrichtungen“ und meint damit Schulen.

      • Richtig. Das war aber sehr oft nicht der Fall. In vielen Berichten wurde von Gemeinschaftseinrichtungen gesprochen und das Wort Schule vermieden.

        Ob politischer Druck dahinter steckte?

        Genauso hat das RKI anfänglich vom Tragen von Masken abgeraten und damit den Masken Gegnern in die Hände gespielt.
        Auch dass selbst Alltagsmasken den Träger zumindest teilweise schützen, wurde lange oder sogar bis heute verschwiegen.

        Die Empfehlungen des RKI für Schulen sind eine starke überraschende Kehrtwende.

        Insgesamt war das Verhalten des RKI oft widersprüchlich.
        Hat sich aber im Laufe der Zeit gebessert.

        • Koogle – „Gemeinschaftseinrichtungen“ ist der Sammelbegriff des Infektions-Schutz-Gesetzes:
          § 33 Gemeinschaftseinrichtungen
          Gemeinschaftseinrichtungen im Sinne dieses Gesetzes sind Einrichtungen, in denen überwiegend minderjährige Personen betreut werden; dazu gehören insbesondere:
          1. Kindertageseinrichtungen und Kinderhorte,
          2. die nach § 43 Absatz 1 des Achten Buches Sozialgesetzbuch erlaubnispflichtige Kindertagespflege,
          3. Schulen und sonstige Ausbildungseinrichtungen,
          4. Heime und
          5. Ferienlager.

          Fassung aufgrund des Gesetzes für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention (Masernschutzgesetz) vom 10.02.2020 (BGBl. I S. 148), in Kraft getreten am 01.03.2020
          Gruß an die Redaktion.

          • Kein Fachbegriff sondern eine Sammelbezeichnung. Und wenn das RKI als Bundeseinrichtung in Abstimmung mit den Hausjuristen eine Bezeichnug wählt, die eine Legaldefinition hat, ist daran nichts auszusetzen.

            „Schule“ besitzt eine solche legaldefinition nicht. Deshalb wurden in letzet Zeit auch häufiger Gerichte bemüht, um zu entscheiden, ob Hundeschulen, Fahrschulen, Tanzschulen etc. Schulen sind, die im regelbetrieb weitergeführt werden können.

            Warum ein Sprachgebrauch abseits des in der BLÖD-Zeitung gebräuchlichen als „schwere“ – im Gegensatz zu „einfacher“ Sprache verstanden wird – erschließt sich mir nicht immer. Auf der einen Seite haben immer mehr personen einen Höheren Schulabschluss, aber auf der anderen Seite schwindet das Leseverständnis. Wird die zunehmende KI deshalb so bewundert, weil die eigene und damit verbunden die gesamtgesellschaftliche im gleichen Intervall so stark abnimmt?

            Dass das RKI als Bundesbehörde Schulen, die ja in den ausschließlichen Zuständigkeitsbereich der Länder fallen, nicht nennt, muss aus meiner Sicht und mit Blick auf die föderale Struktur der Bundesrepublik nicht gesondert erläutert werden. Das Dilemma des undes ist doch, dass er in allen Bereichen des öffentlichen Lebens bei der Umsetzung seiner Verwaltungsmaßnahmen auf die Länder angewiesen ist. Das nennt sich Bundesauftragsverwaltung.
            Und wie jeder weiß, geben sie 16 Bäckern, Kontditoren oder Köchen ein und das selbe Rezept sowie die gleichen Zutaten bezüglich Qualität und Quantität an die Hand, dann erhalten sie jeweils 16 vollkommen unterschiedliche Ergebnisse. Ob aber eine Systemgastronomie a la Mäckes die bessere Alternative ist, stelle ich einmal als Frage in den Raum.

        • „Die Empfehlungen des RKI für Schulen sind eine starke überraschende Kehrtwende.“

          Genau funktioniert Wissenschaft. Mit neue Erkenntnisse wird die Emphelungen geändert. Die KMKs sind paralysiert und können nicht flexible agieren. Für Politiker ist eine Kehrtwende wohl tabu.

    • Und warum werden die Krankenhäuser beim RKI nicht mehr als Clusterherde benannt und eines Teils von Superspreaderevents benannt, wobei der zögerliche Einsatz von Schnelltests, die fehlende Möglichkeit von Superspreadern und nicht zertifizierten FFP-2-Masken auch eine Rolle spielten.
      Ich weiß durch Kontakte zu Kollegen in benachbarten benachbarten Kreisen und Großstädten, dass auch dort ein sehr beträchtlicher Anteil der Mitarbeiter coronabedingt sich erkrankungsbedingt in Quarantäne begab oder sich dort als Folge einer schweren Verlaufsform der Coronaerkrankung dort weiterhin befindet.
      Es wird langsam Zeit, dass die direkt dem Virus ausgesetzten Personenkreise geimpft werden oder vertraut man auf das Einsparpotential an Impfstoff durch Erkrankungen der Mitarbeiter ?

      • Ja, auch das RKI hat nicht immer volle Transparenz gezeigt. Der Physiker und Aerosolforscher Christian Kähler hat seit Beginn der Pandemie darauf hingewiesen, dass bei Nahkontakten FFP3-Masken mit innerem Gummiring wichtig sind, da bei einfachen FFP2- und FFP3-Masken seitlich Aerosole austreten. OP-Masken helfen da gar nichts. Wenn man all dies in Krankenhäusern, Kitas, Schulen berücksichtigt hätte, wären die Todeszahlen nicht so hoch (inzwischen ja über 1100), wie sie nun sind. Auch Spahn mit seiner AHA-Formel ist gescheitert. Alltagsmasken helfen nur sehr bedingt – die meisten Stoffe sind zu durchlässig und die Schnitte sind zu schlecht, so dass die Stoffe nicht richtig abschließen.

        • Danke für den Hinweis und die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Pysikers Herrn Kähler, denn seine Ausführungen erklären so die massiven Ausbrüche in Krankenhäuser, denn diese verfügen wohl in der deutlichen Mehrheit nicht über derartige FFP-3-Masken mit einer Gummiabdichtung, weil diese zu teuer sind ?
          Deshalb muss den Mitarbeitern endlich die Möglichkeit gegeben werden, sich jetzt impfen zu lassen, statt von Seiten der Politik zu kolpotieren, diese würden Impfungen ablehnen.
          Wir wollen endlich den Impfstoff erhalten !

      • „Es wird langsam Zeit, dass die direkt dem Virus ausgesetzten Personenkreise geimpft werden“

        Genau! Menschen die beruflich mit vielen Kindern und Erwachsenen zu tun haben, sollten zuerst geimpft werden.

        Sie haben das größte Risiko sich anzustecken und natürlich auch andere zu infizieren.

        Gerade bei geringer Verfügbarkeit des Impfstoffs sollte man so vorgehen.

    • @Koogle:

      Genauso sieht es aus! Volle Zustimmung.

      Dem Wieler saßen die Schweißperlen auf der Stirn als er in den Pressekonferenzen die Wahrheit verdrehen musste. Ich hab immer gesagt, dass er Informationen verheimlicht/ verdreht.

      Auch ein H.S. ist gekauft worden. Da bin ich mir sicher. Er ist für mich einer der Hauptschuldigen. Dieser unerträgliche Mensch und Selbstdarsteller hat die erste Lüge verbreitet (vermutlich auf Anordnung L.) und hat damit gezeigt, dass es funktioniert.

      Die Pressekonferenz während die Heinzbergstudie noch lief, spielt beim Lügengerüst Schulpolitik eine entscheidende Rolle.
      Dieses wackelige Konstrukt stürzt jetzt in sich zusammen.
      Ich hoffe und bete, dass die richtigen zur Verantwortung gezogen werden.

      #Rücktritt…

      • @Defence
        Ja, das ist alles sehr traurig aber bedauerlicherweise wahr.

        Meine Hoffnung ist, dass es weitere positive Kehrtwenden gibt.

        Die wichtigsten Kehrtwenden jetzt wären
        1.eine geänderte Impfstrategie, nämlich berufstätige potentielle Superspreader wie LuL zuerst impfen.
        2. Eine Schulpolitik die RKI-Vorschläge ernstnimmt und LuL und SuS schützt.

        • Liebe/r Koogle, die beiden von Ihnen genannten Aspekte zeigen, so sehe ich es auch, den einzig gangbaren und ethisch vertretbaren Weg auf.

          Gut, dass jetzt endlich in unterschiedlichen Medien erörtert wird (größter Dank gilt den Redakteur*innen von News4Teachers für ihre Vorreiterrolle), dass Hubig, Rabe, Gebauer, Eisenmann etc. das Infektionsgeschehen in Schulen und Kitas bewusst klein geredet bzw. verschleiert haben. Schade, dass es so lange gedauert hat, bis die breitere Öffentlichkeit verstanden hat, dass die KuMis sich rhetorischer Konstrukte und ritueller Beschwörungsfomeln bedienen, die mit der Realität des Infektionsgehens jedoch herzlich wenig zu tun haben, nur, damit die eigene Unvorbereitetheit und Untätigkeit nicht sichtbar wird.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here