Studie belegt Corona-Ausbruch in Schule – hat Bildungssenator Rabe die Untersuchung vertuscht, um die Öffentlichkeit zu täuschen?

67

HAMBURG. Der Hamburger Bildungssenator Ties Rabe, als Sprecher der SPD-geführten Kultusminister in Deutschland nicht ohne Einfluss, tingelt seit Wochen mit einer steilen These durch die Republik: 85 bis 90 Prozent der Infektionen von Schülerinnen und Schüler erfolgten zu Hause oder in der Freizeit – nicht in der Schule. Das habe eine Erhebung seiner Bildungsbehörde ergeben. Jetzt kommt allerdings heraus, dass ihr eine wissenschaftliche Studie zu einem großen Ausbruch an einer Hamburger Schule vorliegt, die zum gegenteiligen Ergebnis kommt. Hat Rabe das Ergebnis der Untersuchung vertuscht, um die Öffentlichkeit zu täuschen?

Vertritt pointierte Thesen Bildungssenator Ties Rabe. Foto: Senatskanzlei Hamburg / Michael Zapf

Am 19. November – unmittelbar vor dem Bund-Länder-Gipfel, auf dem über die Schulen entschieden werden sollte – trat Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) mit einer bemerkenswerten Botschaft vor die Presse, die er zuvor auch schon in einem Schreiben an die Schulleitungen der Hansestadt verkündet hatte. Recherchen der Gesundheitsämter, der Schulleitungen und der Schulbehörde hätten ergeben, „dass 85 bis 90 Prozent der Infektionen von Schülerinnen und Schüler zu Hause oder in der Freizeit erfolgten – und eben nicht in der Schule. Das Risiko, sich außerhalb der Schule zu infizieren, ist rund acht Mal höher als eine Infektion in der Schule. Forderungen, die Ferien zu verlängern oder die Schulen zu schließen, sind angesichts dieser Zahlen nicht nur pädagogisch, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen kontraproduktiv und nicht nachzuvollziehen.“

Rabes Pressekonferenz verfehlte nicht ihre Wirkung: Die Ministerpräsidenten weigerten sich auf dem Gipfel am 25. November, dem Drängen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Einschränkungen beim Schulbetrieb nachzukommen.

Die Daten waren Rabes Angaben zufolge in den acht Wochen zwischen den Sommer- und Herbstferien erhoben worden. In der Zeit seien Infektionen von 372 Mädchen und Jungen bekannt geworden. „Von ihnen haben 292 sich vermutlich gar nicht in der Schule infiziert“, sagte Rabe dazu. Das habe die genaue Prüfung eines jeden Falles ergeben. „Sehr sehr häufig haben wir einzelne Infektionen vorgefunden in Schulen, in denen es gar keine weitere Infektion gab. Dann muss man ganz nüchtern sagen: Dann kann man sich eigentlich in der Schule gar nicht infiziert haben. Dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Einzelfall.“ Bei den Lehrkräften ergebe sich ein ähnliches Bild.

„Schule und Unterricht sind wesentlich sicherer als die Freizeit und das Zuhause“ – behauptet Rabe

In dem Brief an die Schulleitungen schrieb Rabe: „Die klaren Zahlen überraschen auf den ersten Blick. Denn in den Schulen lernen und arbeiten Kinder und Jugendliche mit Abständen von unter 1,5 Metern. Auch Lehrkräfte und Schulbeschäftigte können den Mindestabstand zu ihren Schülerinnen und Schülern nicht in allen Situationen wahren. Und dennoch sind die Infektionszahlen in den Schulen um ein Vielfaches geringer als außerhalb der Schulen.“

Über die Ursachen könne nur spekuliert werden. Das machte Rabe dann auch: „Möglicherweise liegt es daran, dass sich alle Beteiligten innerhalb der Schulen letztlich doch wesentlich disziplinierter und bewusster verhalten als außerhalb. Das Regelwerk der Schulen, die pädagogischen und sozialen Anleitungen und Kontrollen, die Umsicht der Schulbeschäftigten und auch die im Vergleich zur Freizeit disziplinierteren Verhaltensweisen aller Beteiligten tragen vermutlich erheblich dazu bei. Doch auch wenn die Ursachen noch nicht vollständig ermittelt sind, wird die gute Nachricht nicht zu einer schlechten Nachricht: Schule und Unterricht sind wesentlich sicherer als die Freizeit und das Zuhause – das gilt für Schülerinnen und Schüler genauso wie für die Schulbeschäftigten.“

Die Behauptungen des Bildungssenators stießen frühzeitig auf Skepsis, weil Rabe die Herkunft der Daten nicht transparent machte. Auf der Pressekonferenz der Bundeskanzlerin zum „Lockdown light“ am 28. Oktober war erklärt worden, dass 75 Prozent der Infektionen von den Gesundheitsämtern in Deutschland nicht nachvollzogen werden können – wieso konnte das in der Hansestadt angeblich so viel besser gelingen? News4teachers wollte von der Bildungsbehörde wissen: Wie kommen die Hamburger Daten zustande? Die antwortete: „In Hamburg kooperieren die Schulleitungen sehr eng mit den regionalen Gesundheitsämtern bei der Kontaktnachverfolgung. Insofern verfügen wir, im Rahmen dessen was aktuell überhaupt möglich ist, über eine sehr gute Datenbasis zum Infektionsgeschehen an Schulen.“

Nachfrage der Redaktion: „Werden denn bei einem Infektionsgeschehen in einer Schule alle Schüler und Lehrer der Schule getestet, sodass Sie zumindest bei Einzelinfektionen ausschließen können, dass die Infektion in der Schule oder auf der Fahrt dahin stattfand? Und wie erklären Sie sich die Ausbrüche an Hamburger Schulen?“ Immerhin hatten an mehreren Hamburger Schulen große Ausbrüche stattgefunden. In der Heinrich-Hertz-Schule in Hamburg-Winterhude etwa waren im September zunächst 36 Schüler und drei Schulbeschäftigte ausgemacht worden, die sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten. Es handelte sich um den bis dato größten dokumentierten Corona-Ausbruch an einer deutschen Schule. Die Nachfrage von News4teachers blieb unbeantwortet. Der „Tagesspiegel“ schrieb daraufhin von „Hamburger Zahlenspielen, um die Schulen offen zu halten“.

„Wenn ich nur die infizierten Kinder anschaue, kann ich keine Aussage machen, woher das Virus stammt“

Auch aus der Wissenschaft wurden Zweifel laut. Der österreichische Mikrobiologe Prof. Michael Wagner von der Universität Wien, der eine groß angelegte „Schul-Sars-CoV-2-Monitoringstudie“ in Österreich leitet, erklärte gegenüber der ARD-Sendung „Panorama“ zu Rabes Thesen: „Wenn ich nur die infizierten Kinder anschaue, kann ich keine Aussage machen, woher das Virus stammt. Also, wenn der Franz infiziert war, hat man dann die ganze Klasse getestet oder hat man nur gesagt, gibt es noch andere nachweislich Infizierte in der Klasse vom Franz? Eine Aussage kann ich nur machen, wenn ich zumindest die ganze Klasse von den infizierten Schülern getestet habe, und zwar nicht nur einmal.“ Solche Reihentests waren aber offenbar nicht die Grundlage der von Rabe vorgetragenen Zahlen.

Die „Zeit“ recherchierte ebenfalls Rabes Behauptungen hinterher – und stieß auf die Ankündigung einer Studie, die im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen an der Heinrich-Hertz-Schule in Auftrag gegeben worden war. Gibt es mittlerweile Ergebnisse, wollte die Redaktion von der Bildungsverwaltung wissen – wurde aber von einem Ansprechpartner zum nächsten verwiesen, ohne dass die Anfrage beantwortet wurde. Das berichtete das Blatt, was ein Bürger zum Anlass nahm, seinerseits unter Verweis auf das Informationsfreiheitsgesetz offiziell bei der Bildungsbehörde anzufragen – mit bemerkenswertem Ergebnis.

Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: „Infektionen/Übertragungen haben in der Schule stattgefunden“

Die auf den 22. Dezember datierte Antwort, zu der die Behörde nun gesetzlich verpflichtet war, lautet: „Das Heinrich-Pette-Institut (HPI) und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) haben im September in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Hamburg-Nord den von Ihnen erwähnten Schulausbruch an der Heinrich Hertz Schule untersucht und dadurch die folgenden Erkenntnisse gewonnen: Infektionen/Übertragungen haben in der Schule stattgefunden. Von den untersuchten und verwertbaren Proben ist eine hohe Anzahl von identischen Genomsequenzen identifiziert worden. Daher ist die überwiegende Mehrzahl der Übertragungen höchstwahrscheinlich auf eine einzige Infektionsquelle zurückzuführen. Die Möglichkeit, dass der Ausbruch aus unabhängigen Einträgen resultiert, kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.“

Jetzt stellt sich die Frage: Seit wann weiß Rabe von dem Ergebnis der Studie? Noch am 9. Dezember vertrat der Bildungssenator seine Thesen vor einem Millionenpublikum in der Sendung „Markus Lanz“. Auf Initiative der „Hamburger Morgenpost“ hin nahm die Bildungsbehörde Stellung – ohne die Frage zu beantworten: Die von Rabe angeführte Erhebung behalte ihre Richtigkeit, weil sie sich ja auf rund 170 Schulen beziehe. Dabei „kann die Lage an einer einzelnen Schule davon durchaus abweichen“. News4teachers

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung der Leserinnen und Leser von News4teachers realisiert.

Um unser Nachrichtenangebot erweitern zu können und um mehr Zeit für Recherche zu bekommen, die für Hintergrund-Stücke nötig ist, bitten wir Sie um Ihre Hilfe. Unterstützen Sie unsere Arbeit finanziell, damit wir Ihnen mehr Beiträge anbieten können! Helfen Sie uns, der Bildung in Deutschland eine publizistische Stimme zu geben!

Mehr Informationen dazu – gibt es hier.

Leopoldina: Schulpflicht sofort aussetzen – Weihnachtsferien verlängern – danach strenge Regeln für den Unterricht

KMK-Präsidentin Hubig lässt über Expertenanhörung die Unwahrheit verbreiten (schon wieder!) – Experten verlangen Richtigstellung

Anzeige


67 KOMMENTARE

  1. wieder ein lügner mehr, der entlarvt wurde…
    wenn sich herausstellen sollte, dass rabe vom ergebnis der studie kenntnis hatte und wider besseren wissens das gegenteil behauptet, wird es zeit, juristisch gegen diese fehlinformationen vorzugehen. in dieser position ist der mann unhaltbar.

    • Die Reihenfolge passt nicht.
      Ich kann jemanden nicht als Lügner bezeichnen, und dann den nächsten Satz mit „wenn sich heraustellen“ sollte beginnen.

      Wenn sich das das herausgestellt hat, dann o.k., aber der Beweis sollte erst geführt werden.
      Ich finde die Schlagzeile auch nicht gut, weil hier mit Unterstellungen gearbeitet wird, die erst beweisen werden müssen. Sobald der Nachweis geführt worden ist, dann müssen die Konsequenzen folgen.

      • Es geht keineswegs nur um Unterstellungen. Der Pressestelle der Hamburger Bildungsbehörde wurde die entscheidende Frage, wann Rabe von der Studie wusste, gestellt – und sie hat die Gelegenheit nicht genutzt, den Sachverhalt eindeutig zu klären. Keine Antwort ist hier womöglich auch eine Antwort.

        Zudem drängt sich die Frage auf, warum das Ergebnis der Studie von der Bildungsbehörde erst öffentlich gemacht wurde, als sie gesetzlich dazu gezwungen war.

        Herzliche Grüße
        Die Redaktion

        • Was mir in dem Artikel fehlt, ist die Aussage, wann die Studie letzt endlich veröffentlicht wurde. Dann wären die Fakten ja klar. Im Artikel habe ich nur gelesen, dass sie im September durchgeführt wurde.

          • Sie wurde bislang gar nicht veröffentlicht, das Ergebnis wurde lediglich auf die Bürgeranfrage hin zusammengefasst. Herzliche Grüße Die Redaktion

  2. „Die Behauptungen des Bildungssenators stießen frühzeitig auf Skepsis, weil Rabe die Herkunft der Daten nicht transparent machte.“ – Das ist sehr offensichtlich der wichtigste Unterschied zwischen einem Politiker (besonders Kultusministern) und Wissenschaftlern. Der Wissenschaftler schaut auf die Daten und Politiker schauen nur auf die neuesten Umfragewerte.

    • Bei vielen Politikern gebe ich recht. Einige wollen sich halt auch profilieren. vgl. Kommentar von Seehofer (seine Erkenntnis kommt recht spät, da hätte er ja vorher schon etwas sagen können, aber er sollte erstmal seinen Stall auf Vordermann bringen. Intressant wäre es schon gewesen, wie er als MP reagiert hätte, wenn er noch an der Macht gewesen wäre)
      Leider hat man bei einigen Wissenschaftlern in der Zwischenzeit auch das Gefühl, dass sie nicht nur auf die Daten schauen, sondern sich auch gern zu Schnellschüssen hinreisen lassen. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass einige Kommentare aus dem Kontext gerissen werden, damit die Sensationslust gestillt werden kann.

        • Für mich gibt es nur einen Kurier des Zaren, und ich fand Raimund H. ganz gut in der Rolle.
          Und zur Zeit habe ich keine politsche Agenda, weil ich trotz 10 monatiger Pandemie noch kein schlüssiges Konzept feststellen konnte.

      • Also, Herr Drosten hat diese zweite Welle, die wir jetzt haben, bereits im Frühling vorhergesagt. Das kann man wohl kaum einen Schnellschuss nennen. Es wurde nur leider von der Politik nicht adäquat darauf reagiert. Alles oka oder was?

        • In der Zwischenzeit wird ja schon von Welle 3. und 4. gesprochen. Es haben auch andere Wissenschaftler ihren „Senf“ dazu gegeben. Es gibt genügend Virologen, nicht nur Hr. Drosten. Das es auch hier Meinungsverschiedenheiten zwischen renomierten Forschern gibt ist hinlänglich bekannt. Übringends hat Hr. Drosten Anfang letzer Woche zur Mutation ein Statement abgegeben, dass zum einem von der Presse ausgeschlachtet wurde und er dann auch relativieren musste, bzw. er es anders gemeint hat.
          Und ich bleibe bei meiner Meinung. Es ist noch lange nicht dabei und vermutlich haben wir bisher auch Glück gehabt, besonders wenn man das Forum hier verfolgt, denn dann hätte uns das Ganze eigentlich noch viel mehr um die Ohren fliegen müssen.
          Und leider wird das Hü und Hot auch nächstes Jahr so weiter gehen.

  3. Ja genau und an den 170 Schulen wurden jeweils immer ganze Klassen getestet?!
    Am 4.12. wurde beschlossen, dass bei einem Fsll die ganze Klasse in Quarantäne geht und am 5. Tag alle getestet werden. Bis heute ist das in NRW immernoch nicht umgesetzt!
    Unter diesen Umständen bin och auch für Schulschließungen. Macht endlich euren Job!

  4. Hubig hat das Infektionsgeschehen grob verharmlost und dies nach dem Bericht in News4Teachers als einen Faux-pas der Pressestelle abgetan, und nun ist schwarz auf weiß nachgewiesen, dass Rabe gelogen hat.

    Was treibt diese Minister*innen um? Wiso nehmen sie die gesundheitliche Schädigung und den Tod von Menschen in Kauf? Nur um selbst wie Donald Trump als „Macher“ dazustehen?

    Mir fehlen die Worte.

    Nur zu gerne wüsste ich, wer die Gesundheitsämter angewiesen hat, von „Zufallsfunden“ zu sprechen, wenn weitere Personen in einer Klasse/Kohorte mit SARS-CoV-2 infiziert waren, die nicht direkt nebeneinander saßen. Wer hat die Gesundheitsämter dazu aufgerufen, von „Ansteckung im privaten Umfeld“ zu sprechen, wenn mehrere SuS und/oder LuL infiziert waren, die ganze Arbeitstage in der Schule eng zusammen verbracht hatten, sich darüber hinaus aber auch außerhalb der Schule getroffen hatten? Auf welches Konto geht die Anweisung, gegen die RKI-Empfehlung zu verstoßen, SuS und LuL nicht mehr als Kategorie I einzustufen und nicht mehr in Quarantäne zu schicken? Wer hat all diese grob fahrlässigen Anweisungen und Verschleierungen zu verantworten? Gab es da Absprachen von Hubig mit den anderen KuMis? Möglich wäre es – Hubig sagt ja selbst, sie habe sich bundesweit abgestimmt in der Pandemie: gemeinsam die Statistiken geschönt? Gemeinsam alle Bekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen des RKIs ignoriert – dies ist wissen wir ja.

    • Die Gesundheitsämter Verfahren im Zuständigkeitsbereich der Schulen nicht nach den wissenschaftlichen Vorgaben und Ergebnissen der Gesundheitsfachleute, sondern sie sie Verfahren nach den Vorgaben, die ihnen diesbezüglich aus dem jeweiligen KMs gemacht werden. Man staunt!!! Da die Schulen ausdrücklich dem jeweiligen KM untergeordnet sind hat das Gesundheitsministerium z.B. nur nachrangig Weisungskompetenz….egal, wie das Infektionsgeschehen sich entwickelt….und dementsprechend gelten auch die Test- und QuarNtäneanweisungen aus dem KM. Habe dies Information aus einem persönlichen Kontakt mit dem Leiter des städtischen Gesundheitsamtes meiner Stadt (NRW OWL – gut 300tsd Einwohner) „ICH WEIß, WAS DIE EMPFEHLUNGEN DER EXPERTEN SAGEN, ABER WIR DÜRFEN NUR DAS MACHEN, WAS AUS DEM SCHULMINISTERIUM VORGEGEBEN WIRD!“
      Das ist m.E. der eigentliche Skandal….hatte das bereits vor Wochen an die lokale Presse durchgesprochen…die waren aber – vermutlich wegen ihres Anzeigengeschäftws mit der Wirtschaft – nicht daran interessiert darüber zu berichten.

  5. Sie machen es so um ihr Unwissen zu vertuschen … sie haben keine Konzepte erarbeitet …. das ist das große Problem und anscheinend haben sie auch schlechte Berater. Denn wenn man es selbst keine guten Konzepte erarbeiten kann – kann man doch immer Leute beauftragen die es können….

    • Nein, es geht offemsichtlich nicht um das Vertuschen von Unwissen. Es geht um das Vertuschen von Wissen. Das macht es umso schlimmer.

  6. Die Schuldfrage sollten Gerichte klären. Zuvor ist ein Rücktritt Raabes angebracht. Es kann nicht folgenlos bleiben, wenn durch Vertuschung Menschen erkranken. In jeder Firma haftet die Geschäftsleitung, warum können sich Politiker wie Raabe alles leisten?

  7. Und Lehrer*innen wurden monatelang als Übertreiber der Pandemie hingestellt. Als Panikmacher wurden wir bezeichnet. Unverschämtheit!

    Das muss an alle große Zeitungen! Spiegel, Stern, meinetwegen Bild! Aber, ob diese Blätter noch dem objektiven Journalismus unterliegen ist höchst fraglich. Journalisten sind schließlich auch Eltern und sind direkt betroffen. Da fällt es sicher schwer objektiv zu berichten.

    Ist unsere Lage nicht unfassbar?

      • Hallo André,

        ich hab Deinen Beitrag gelesen. Bin voll Deiner Meinung!
        Ich bin einfach nur baff. Wir brauchen viel zu lange, um unsere Stimme zu erheben. Wir müssen wirklich lauter werden.
        Wer jetzt noch nach Präsenzunterricht schreit, dem ist nicht mehr zu helfen.

  8. Im Titel dieses Artikels sollte am Ende ein Ausrufezeichen und kein Fragezeichen stehen. Es liegen doch alle Fakten auf dem Tisch?!

  9. Und was sag heute unsere tolle Frau Eisenmann:“Schulen müssen auf jeden Fall wieder öffnen, unabhängig von den Inzidenzzahlen“
    Das nenne ich mal eine wissenschaftliche Herangehensweise….

    • Was wohl die Angehörigen der Verstorbenen der Schulgemeinde denken, wenn sie diese Zeilen von einer Bildungsministerin lesen.
      In dieser Aussage steckt sehr viel Ignoranz und Egoismus. Statt „unabhängig der Inzidenzen“ hätte sie auch sagen können „mir egal wieviele noch daran gestorben sind und sterben werden!“

      Das schlimmste ist, dass es niemanden gibt, der diesen Leuten mal auf die Finger batscht(um es mal lieb auszudrücken). Alle spielen das Spielchen schön mit.
      Eltern -wissen nicht wie sie ihre Kinder versorgen sollen
      Lehrer- wollen ihren Ruf nicht noch weiter schädigen
      Die übrigen Politiker- wollen ihre Kollegialität waren
      Die Opposition- kriegt eh nichts auf die Reihe
      GEW- ist unfähig Forderungen zu stellen
      Meidinger- mit seiner Piepsstimme nicht ernst zu nehmen, weil viel zu lieb

      Ich lasse mich auf jeden Fall nicht länger verheizen.

  10. Ob gewusst oder nicht, wann auch immer… jeder ist für sein Handeln verantwortlich.
    Jeder hat auch jederzeit die Chance, seine Fehler wieder gut zu machen!
    (Naja, das ist angesichts einer Pandemie eine relative Ausssage…)
    Immerhin hat jeder jederzeit die Möglichkeit, eine Fehleinschätzung, einen Fehler, eine falsche Annahme oder Entscheidung einzugestehen und vor anderem Hintergrund umgehend besser zu handeln.
    Tun diejenigen das, denen vielfach nachgewiesen wurde, dass die Einschätzung der KM (und es kann bestenfalls eine Einschätzung sein, sie sind weder Ärzte noch Virologen) falsch war?
    Es gibt schon Menschen, die neue Entscheidungen treffen könnten, wenn die, die diese falschen Entscheidungen trafen, nicht zu neuen Einsichten und neuem Handeln bereit sind.
    Wo bleiben die Ministerpräsidenten? Haben die wirklich die gleichen Einschätzungen wie ihre KM – oder die gleichen Interessen?
    Wo bleibt die Bundesebene? Außer Frau Merkel – die doch nicht als Einzige in Deutschland weiß, dass man Naturgesetze nicht außer Kraft setzen kann – muss es noch Menschen geben, die verstehen, wo die Gefahr lauert und was getan werden muss!

    Lehrern will man nicht zuhören. Gut. Muss man als Lehrer so hinnehmen.
    Kann man seine Schlüsse draus ziehen und nur vermuten, was Generationen von Lehrern Generationen von Politikern und Wählern wohl angetan haben müssen, dass die ganze Nation sich weigert, die Sicht der Lehrer in die Entscheidungen einfließen zu lassen.

    Es kann und darf nicht sein in einer Demokratie, dass Landesfürsten und ihre Mitarbeiter die Gesundheit und das Überleben der Nation vor die Wand fahren können, obwohl es ausreichend Stimmen gibt, die versuchen, fundiert gegen die Entscheidungen zu argumentieren und versuchen zu retten, was zu retten wäre.
    Selbst Engelszungen scheinen nicht geholfen zu haben, den Wahnsinn zu stoppen… er geht ja offenbar nach Weihnachten weiter… schon wieder wird nach offenen Schulen gerufen…

    Und nun? Wollen alle zusehen?
    Wollen die Wähler das so hinnehmen?
    Die Opposition? Die Eltern? Die Bundespolitiker?

    Und danach – egal was übrig bleibt von dem „alten Leben“, dass nun schon wieder vollmundig als Folge der Impfungen versprochen wird – soll danach auch in der Schule wieder alles beim Alten ankommen?
    Will die Gesellschaft das wirklich?
    Dann wird sie bekommen, was sie will: ein angepasstes, kaputtgespartes Schulsystem, das dem Abgeben der Kinder und ihrer Abholung nach dem Abi dient.
    Die besten Lehrer wird es nicht bekommen. Und zukunftsfähige, vielseitig gebildete Absolventen als zukünftige Arbeitnehmer auch nicht… dazu gehören übrigens auch Impfstoffentwickler, Intensivmediziner etc.!

    • Leider schon seit Beginn der Krise das durchgehende Szenario. Hoffnung habe ich langsam nicht mehr, dass irgendwen unsere Bildungseinrichtungen wirklich interessieren. Wichtig Ist, dass ist die Erkenntnis – und das ist traurig und arm- Eltern sind an ihren Belastungsgrenzen und Kinder müssen eben „unter sein. Da werden viele Pädagogen keine Lust mehr auf Herzblut haben…

  11. @trotzki:
    Zitat Tagesspiegel: Die „Zeit“ hatte vergeblich bei der Schulbehörde nach den Ergebnissen der Studie nachgesucht. „Für uns ergaben sich leider keine relevanten Erkenntnisse, aus denen sinnvolle schulische Schutzmaßnahmen abgeleitet werden könnte“, wird in dem Artikel Peter Albrecht zitiert, den Sprecher von Ties Rabe. Präzise Ergebnisse müssten beim Gesundheitsamt erfragt werden, das aber ebenfalls schwieg.

    Laut „Zeit“ teilte Rabes Sprecher das bereits Ende Oktober mit (der Artikel selbst erschien erst Mitte Dezember). Die Schulbehörde muss also eigentlich schon Ende Oktober von der Studie und ihren Resultaten gewusst haben.“

    Und alle Propaganda danach, nachzulesen in dem Behördennewsletter, den Hamburgs Lehrerschaft ungefragt bekommt, machte auf Verharmlosung nach den Ausbruchsgeschehen. Rabe muss persönlich zur Verantwortung gezogen werden für die Lügen (Fake News), die er verbreitet hat und die auch in der KMK ihren Widerhall fanden.

  12. Für mich stellt sich auch die Frage, wie jetzt die Lehrergewerkschaften damit umgehen, insbesondere in Hamburg aber auch länder- und bundesweit. Zu sehr wird gerne die Bildungsfrage betont. Aber damit springen sie auf den Zug einer verantwortungslos agierenden Politik im Bereich des Gesundheits- und Arbeitsschutzes. Das eine ist nicht ohne das Andere zu haben. Auch das darf nicht ungesagt bleiben. Ich habe selber da genug Streitgespräche in der Gewerkschaft geführt, in der ich Mitglied bin. Nun sollte auch da mal ein Nachdenken einsetzen, ob man statt mitregieren zu wollen, nicht im Interesse der Schulbeschäftigten die Rolle der kritisch hinterfragenden Opposition einnimmt?

  13. Die Pandemie ist ja auch eine Glaubensfrage.

    Würde man wissen, würde man ja wissen.

    Da es offensichtlich für Frau Eisenmann und weitere Gläubige ist, dass Schulen sicher sind, möchte ich gerne einen weiteren Vorschlag einbringen.

    Wir öffnen die sicheren Schulen 24/7 und sind alle Probleme los.

    Frohes, neues Jahr

  14. „Offene Schulen“ heißt doch nur, dass die Hausmeister*innen ihrer Verpflichtung zum Öffnen nachgekommen sind. Das ist doch nicht gleichbedeutend mit „Präsenzunterricht für alle.

    Und warum zählt Lernen auf Distanz jetzt nicht zu den offenen Unterrichtsformen? Es ist doch vollkommen offen, wann die dafür notwendige digitale Infrastruktur auch im letzten Winkel vorhanden und nutzbar ist.
    Wird das Lernen auf Distanz als ewiggestriger Frontalunterricht eingestuft, da die SuS ja vor ihren Tablets sitzen müssen? Ist der gesunde Schulschlaf im Präsenzunterricht zwischen zwei Pausen interaktives Lernen, weil in den Pausen sind die SuS ja aktiv im Gegensatz zu den (Interims-)Zeiten zwischen den Pausen?

    Fragen über Fragen und die KMK gibt keine zeitgemäße Antwort.

  15. Bei inzwischen 6000! Intensivpatienten haben wir eine Reserve von zwei bis drei Wochen, wenn die Zahl der Intensivpatienten weiter steigt.
    In unserer Stadt sind ITS und Ecmo bis auf wenige freie Plätze belegt.
    Mit offenen Schulen oder Wechselunterricht treibt man KH und Personal noch weiter in die Enge und tötet de facto Menschen, denn es sterben immer noch sehr viele auf der ITS.
    Jede weitere Ansteckung ist eine zuviel. Die gesamte KMK könnte Anschauungsunterricht im KH nehmen und sehen, was es bedeutet, Menschen zu beatmen und in vielen Fällen zu verlieren. Das wird Spuren hinterlassen, auch bei den Pflegern und Ärzten.
    Ich war vor Monaten noch dafür, die Grundschulen und Kitas mit verstärkten Schutzmaßnahmen offen zu lassen, aber die AOK Studie zeigt deutlich, dass das ein Verbrechen wäre. Es muss eine Notbetreuung für systemrelevante Berufe geben, alle anderen sind im Fernunterricht. So lange bis die Infektionszahlen radikal sinken.
    Wenn nicht, wird es eine Abstimmung mit den Füßen geben. In unserem Lehrer Bekanntenkreis gibt es unzählige Elternzeiten, die so nicht geplant waren.
    Denn in dieser Lage Lehrer über 60 oder Lehrer mit Vorerkrankungen in den Präsenzunterricht zu schicken, das ist fahrlässige Gefährdung und hat mit Fürsorgepflicht nichts mehr zu tun. Jede Schulleitung sollte sich ihrer Verantwortung bewusst werden und das Personal schützen. Alle anderen haben nichts in einer Führungsposition verloren.

  16. Keine(r) von denen zieht eine Entschuldigung, geschweige denn einen Rücktritt auch nur in Erwägung. „Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.“ Das scheint deren Motto zu sein und damit fahren sie aus ihrer eigenen Perspektive sehr gut, was kümmern da die paar Kollateralschäden?

  17. Was soll die ganze „Rabe“-Aufregung. Ist es aus KM-Kreisen was wesentlich NEUES?

    Es gibt leider nach Weihnachten eine ernste Entwicklung:
    Verfolgt man die Medienberichte erfährt man, daß über die Feiertage 24. – 26. + Sonntag 27. sich die Inzidenzzahlen doch so rasch wieder erholen konnten. Aktuell für gestern (Stand 28.12. 0:00 Uhr) gab es etwa nur die Hälfte der Inzidenzzahl vom Stand 23.12. die je Kommune oder Landkreis errechnet wurden.

    Tage ohne Neuinfektionsmeldungen dürfen einfach nicht als anzurechnender Tag in die 7-Tagesregel mitgerechnet werden, aber da ist scheinbar ein Fehler im System.

    Erste Stimmen dazu, wie „wir sind übern Berg“ oder „Lockdown lockern“, „Ausgangssperren aufheben“ sind bereits zu vernehmen, sowie 45 km Fahrzeugstau im Sauerland Raum Winterberg um Schnee zu sehen gestern machen mich nachdenklich.

    • Das Robert-Koch-Institut weist bei den aktuellen Zahlen auf folgenden Umstand hin: „Während der Weihnachtsfeiertage, zum Jahreswechsel und an den umgebenden Tagen ist bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass zum einen meist weniger Personen einen Arzt aufsuchen, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Zum anderen kann es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln.“

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • @ Redaktion

        Sie haben zwar vollkommen recht, …

        ABER der Tellerrand im Blickfeld der KuMis ist so ‚hoch‘ und die ‚Sicht so beschränkt‘, dass alle KuMis sich unisono auf die ’stetig fallenden‘ Neuinfektionen seit den Feiertagen berufen werden, um weiterhin am Präsenzunterricht festzuhalten – denn die Inzidenz ist ja ’s c h e i n b a r‘ gesunken 😉 😉 😉 -.
        (Und bis zum Treffen der KMK am 04.01. liegen keine belastbaren tagesaktuellen Zahlen zu Neuinfektionen vom RKI vor.)
        Oder erwarten Sie bei der Naivität dieser 16 Persönlichkeiten eine Kehrtwende auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse?
        Die Fähigkeiten beim Leugnen unumstößlicher Fakten von UKE und HPI hat Herr Rabe ja bereits unter Beweis gestellt.
        Wer sich so vehement gegen die Wissenschaft stellt und gestellt hat, wird dies auch weiterhin tun, ansonsten wäre dies ein ‚Gesichtsverlust‘. Die Blöße wird sich keiner von denen geben.

    • Ja, es ist etwas Wesentlich Neues. Schwarz auf Weiß ist die Lüge sichtbar. Zum ersten Mal etwas Konkretes. Mir tut schon der Mitarbeiter in der Gesundheitsbehörde leid, der die Antwort auf die Frage der Bürger*in vor Weihnachten verfasst hat. Da hatte wohl jemand keine Lust mehr auf das miese Spiel. Wichtig ist für mich, dass unsere Berufsverbände (GEW und Co.) jetzt mit unserer Unterstützung etwas daraus machen. Und darin müssen wir sie wirklich unterstützen. Guten Rutsch!

  18. Ich muss mich wiederholen: Und SIE werden uns, besonders die LuL + Kinder der GS am 11.01.2021 ungebremst in den Präsenzunterricht schicken…!?! Diese Verbr… hält niemand auf! Und wer sollte das sein? Wer hätte genügend Ar…. in der Hose und darüber hinaus noch genügend „Macht“????
    Wer sich (die Kultusministerien) ein dreiviertel Jahr lang vergleichsweise entspannt zurückgelehnt hat, wird nicht ausgerechnet zwischen dem 28. 12. 2020 und dem 04./?/ 05.01.2021 kreativ und konstruktiv „in die Hufe kommen“! (In max. 5 „echten“ Werktagen / Arbeitstagen! Ich unterstelle jetzt, dass sich die Damen und Herren in den letzten Tagen nicht überarbeitet haben. Auch wenn in den Medien die Welle gemacht wird >>> aber ohne Ergebnis!)
    Ich glaube an Weihnachten,aber nicht mehr an den Weihnachtsmann! Und ich fühle mich allmählich kräftig von meinem Arbeitgeber verar…t!

  19. Noch so ein Lügner.

    Was muss noch passieren, dass diese mörderische Politik aufhört. Herr Rabe soll zurücktreten, Frau Eisenmann ins Kloster gehen, Hubig als Erzieherin in die Kita und Gebauer soll einfach gehen!.

    Das ist so tödlich, was diese Herrschaften bisher verursacht haben.

    Verantwortungslos, ignorant, inkompetent, menschenverachtend, eiskalt und lügnerisch, das kennzeichnet das Handeln der KMs

  20. Für diejenigen unter Euch, die über effektive Verbreitungsmöglichkeiten und Kontakte verfügen:

    AOK-Studie: Erzieher und Betreuer am häufigsten an Corona erkrankt

    Die Angst vor der Ansteckung am Arbeitsplatz treibt viele Beschäftigte um.
    AOK-Daten zeigen nun, dass vor allem Erziehungs- und Pflegeberufe ein hohes Infektionsrisiko tragen. Die Daten sind zwar nicht repräsentativ, deuten aber doch auf einen Trend hin.

    Wer beruflich mit Kindern arbeitet, hat entlang von Daten der AOK das höchste Risiko wegen einer Corona-Infektion krankgeschrieben zu werden. Auf 100.000 Beschäftigte kommen in der Kinderbetreuung 2.672 Corona-Erkrankungen, teilte die Krankenkasse nach einer Auswertung von Versichertendaten mit. Ebenfalls stark durch das Coronavirus gefährdet sind demnach medizinische Fachangestellte und Arbeitnehmer in weiteren Pflegeberufen.

    Arbeitskräfte mit Präsenzpflicht häufiger erkrankt

    Grundlage der Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) waren die Daten von 13,2 Millionen AOK-Versicherten bis Ende November. Die Einschätzungen sind letztendlich nicht repräsentativ für ganz Deutschland – doch aus den 155.610 Krankschreibungen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose lässt sich aus Sicht des Wido durchaus ein Trend ableiten: „Beschäftigtengruppen, die in der Pandemie weiter am Arbeitsplatz präsent sein mussten und nicht ins Homeoffice gehen konnten, sind im bisherigen Verlauf der Pandemie stärker von Covid-19 betroffen“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des Instituts.

    Das verdeutlicht ein Blick auf die Top Ten der in Corona-Zeiten gefährlichsten Berufe: Auf Platz zwei hinter den Erziehungsberufen folgen medizinische Fachangestellte mit 2469 Infektionen je 100.000 Beschäftigte, Platz drei belegen Ergotherapeuten mit 2221 Infektionen je 100.000 Beschäftigte. Danach folgen mit etwas geringeren Zahlen zahnmedizinische Angestellte sowie verschiedene Arten von Pflegerinnen und Pflegern sowohl in Krankenhäusern als auch in der Altenpflege.

    Abseits von statistischen Verzerrungen, die laut Wido aus der zeitweisen Stilllegung einzelner Branchen resultieren, gibt die Statistik auch Aufschlüsse über vergleichsweise sichere Jobs: Geringe Fallzahlen weisen im Vergleich Tätigkeiten auf, in denen weniger Kontakt zu anderen Menschen besteht. Berufskraftfahrer etwa kamen auf nur 646 Krankschreibungen je 100.000 Versicherte, das überwiegend von zu Hause arbeitende Lehrpersonal an Hochschulen auf 483. Auch die Arbeit an der frischen Luft reduziert offenbar Risiken: Zu den sichersten Berufen zählen der Auswertung zufolge mehrere Tätigkeiten aus dem Bausektor sowie die Landwirtschaft: Auf 100.000 dort Beschäftigte kamen laut den AOK-Daten 274 Krankschreibungen.

    https://www.rnd.de/wirtschaft/corona-studie-der-aok-erzieher-und-betreuer-am-haufigsten-an-covid-19-erkrankt-4VWAN6I5JFBUZK7L3IL7ALV5WI.html

  21. Ich denke, jeder Mensch mit klarem Menschenverstand könnte hier in Hamburg die „Wahrheitsbeugung“ durch Herrn Senator Rabe und seine schon sehr früh wahrnehmen – Maßnahmen und Regel wurden von Anfang an unter bewusstem Ignorieren wissenschaftlicher Empfehlungen (Was macht denn bloß dieses komische Provinzinstitut, dessen Namen irgendwas mit Kochen zu tun hat, für Vorschläge? Inzidenz 50??? So ein Quatsch, Inzidenz 200!!!! „Die Schulen sind doch die sichersten Orte der Stadt!“) durchgesetzt – immer unter bewusster Inkaufnahme von gesundheitlichen Risiko für Schülerinnen, Schüler, Kolleginnen und Kollegen!

    Zum Ende der Sommerferien wurde dann sogar allen Ernstes vom Senator empfohlen, Stofflappen statt FFP2-Masken zu verwenden ( gesunder Menschenverstand und / oder physikalisches Grundwissen -> Kipphebel „AUS“!) Komisch nur, dass diese Art Masken jetzt urplötzlich das Nonplusultra darstellen sollen …

    Vielleicht schon die Vorbereitung auf Inzidenz 300???

    • @Jörg Meyer Das mit den Masken war auch hier in SH ziemlich mysteriös.
      1. Keine Masken im Klassenzimmer, auch nicht für Lehrkräfte (der GS), weil die Kinder sonst keine Beziehung zum Lehrer herstellen, ja sogar traumatisiert werden können.
      2. Ab Inzidenz 50 Masken für alle auf dem gesamten Schulgelände, aber keine FFP2 Masken, da die Verständlichkeit ja so darunter leidet (was ja auch stimmt).
      3. Dann bei einer Inzidenz nahe 200 die Mahnung an alle Kuk, unbedingt FFP2 Masken zu tragen, da jeder AN dazu verpflichtet ist, seine Gesundheit nach Kräften zu schützen und zu erhalten, um keinen unnötigen Unterrichtsausfall zu verursachen. Wir haben einen Tag vor den Ferien sogar eine pro Kopf vom Land erhalten!
      Unnötig zu sagen, dass es nun Schuld der Lehrkräfte ist, wenn wieder etwas passiert, gell?
      Und ebenfalls unnötig zu sagen, dass als sich der erste Lehrer und kurz darauf der zweite infizierte, weder Tests noch Quarantäne angeordnet wurden…..

    • Die von der Behörde uns zur Verfügung gestellten 3 Masken erfüllen nicht den Standard einer FFP-2 Maske. Das geht schon aus dem Beipackzettel hervor, den wir im Schulbüro einsehen durften. Also auch hier Verar… im großen Stil. Die Liste ist endlos.

    • @Mary-Ellen …. ja diese Aussage ist wirklich krass.

      Mich würde die Verknüpfung von Ties Rabe in seinem Kopf interessieren, wie er zu der Einschätzung kommt, dass RKI und Leopoldina ebenfalls denken, dass Schulen im Verhältnis zu anderen Lebensbereichen sichere Orte sind, diese aber Zeitgleich dringend ein anderes Vorgehen zum Schulbetrieb bei den aktuellen Infektionszahlen fordern.

  22. Personpräsenz ist unteilbar = eine Person/viele Personen entscheiden selbst, dass sie Unteilbar sind und sich dort aufhalten, wo sie den besten Schutz haben: in freiwilliger Beobachtungsquarantäne (BQ) – spätestens nach dem ersten Infektionsfall in der Schule. Die Begründung lautet offiziell: „Vermeidung der ungewollten / ungeprüften Virusweitergabe durch mich.“ Und betont: „meine Arbeit mache ich gerne weiter – währenddessen. Alles ist dafür vorbereitet- Unterricht von zuhause aus.“
    Einige Kolleg*innen entscheiden sich, für die Kinder ohne Elternbegleitung weiterhin Präsenzunterricht in der Schule zu machen – in getrennten Kleingruppen und mit allen sonstigen Vorsorgemaßnahmen.
    Alles für die Dauer der Inzidenz über 50.

    Was passiert, wenn dies aufgrund von mündlichen Vereinbarungen auf Stadtebene (inkl. Elternvertretungen) zum Stichtag X gemeinsam startet? Jede/r hat für sich entschieden, mit dem Ergebnis, dass der gemeinsame Wille geschieht.
    Die Regionalmedien werden aufmerksam – und begleiten jede Einzelperson, die ein vorhersehbares Schreiben der Schulaufsicht bekommt, mit Kurzinterview ohne Klarnamen – inkl. Antwort = Freiwillige BQ + Distanz-Unterricht + Kleingruppenpräsenz-U für Wenige in der Schule – als schlichte Tatsachenfeststellung bis Inzidenz 50 erreicht ist.
    Die Einzelfälle werden öffentlich, aber anonym dokumentiert – so auch jedes weitere Schreiben der Schulaufsicht und die Antwort darauf (s.o.).
    Was machen Elternvertretungen – öffentlich, und mit Schreiben an die Schulaufsicht? Was machen Schüler*innen öffentlich, und mit Schreiben an die Schulaufsicht? Unterricht in dieser Form SICHERN = volle Mitwirkung gemäß SchG.

    Was bleibt der Schulaufsicht? Öffentlicher Polizeieinsatz? Gegen wen? Mit welcher Begründung? Suspendierungen = weiterer Ausfall von LuL?
    Die Alternative heißt dann zuletzt: Diese Unterrichtsorganisation während der Hochinzidenz – als Ergebnis der Willensentscheidung der Betroffenen vor Ort – MIT oder OHNE den Segen der Schulaufsicht. Ohne Segen = eine Welle von Arbeitsgerichtsverfahren, jedes Einzelne öffentlich begleitet….
    Und das als Wahlkampfthema bei 5 Terminen allein in 2021!
    JEMAND sollte das mal bitte ausfeilen – aus schulinterner Sicht, aus Elternsicht, aus Sicht der SuS, rechtlich und (partei)politisch… JEMAND, die/der „Dienst nach Vorschrift“ genau so definiert.

  23. Es wurde von Anfang an herumgeschummelt und sich Fakten zurecht gebogen.Die Erklärung für den Lockdown Light (der ein Witz war),war die Tatsache,Infektionsketten nicht nachvollziehen zu können. Aber Lehrer und Erzieher und die betreffenden Kinder haben das in ihrer Freizeit getan.Wer solche Thesen verbreitet,gehört zur Verantwortung gezogen,es ist m.E. ein Schlag ins Gesicht.
    Pädagogen werden belächelt,als Panikmacher dargestellt…es ist schlimm.Es sollten sich alle Pädagogen verweigern,erst dann würde man wieder sehen,wie wichtig wir sind.

  24. @Redaktion @alle Leser

    Ich bin mir recht sicher, dass in Hamburg nicht nur bei den Infektionen an der Heinrich-Hertz-Schule Genomsequenzen ermittelt wurden.

    Nach meinem Kenntnisstand gab es nach den Herbstferien an ein paar Schulen in Hamburg größere Reihentestungen. Von ein paar dieser Reihentestungen wurde hier auf news4teachers auch berichtet. Gewiss weiß ich das von der Max-Schmelig-Stadtteilschule.

    Hierzu gibt es auf der Homepage der maxS unter Aktuelles auch Corona-Infos der Schulleitung.
    In Nr. 5 vom 19.11.2020

    https://www.max-schmeling-stadtteilschule.de/unsere-schule/aktuelles/detail/corona-informationsbrief-der-schulleitung.html

    heisst es „sind in den letzten drei Werktagen ca. 410 Schulpersonen der MaxS auf das Corona-Virus getestet worden. Dabei sind 9 neue Fälle von Erkrankungen bekannt geworden.“

    Weiter heisst es in diesem Informationsbrief „Alle unsere Tests werden noch einmal genau analysiert, ob sich jemand in der Schule angesteckt haben sollte. Das nennt man eine „Sequenzierung“. Diese Ergebnisse werden in 14 Tagen vorliegen.“

    Was für Ergebnisse kamen bei den Untersuchungen heraus?
    Wurde die Schulleitung über die Ergebnisse informiert?
    Schüler und Eltern wurden jedenfalls nicht informiert.

    Mir schwant schon seit längerem Übles in Bezug auf die Informationspolitik des Schulsenators.

    Und wenn ich mir z.B. noch einmal die Pressemitteilung der Behörde für Schule und Berufsausbildung vom 10.12.2020 durchlese, frage ich mich, auf welcher Grundlage die 18 Stadtteilschulen und 5 Gymnasien ausgewählt wurden.

    Auffällig für mich: So manche Schule, die in den Wochen zuvor in der Presse mit hohen Infektionszahlen aufgefallen ist, steht auf dieser Liste.

    Also …
    Wurden im Schulkontext noch mehr Genomsequenzierungen vorgenommen?
    Welche Ergebnisse gibt es aus diesen Genomsequenzierungen?

  25. Puh puh puh … es ist wirklich schwer zu Ertragen, was Ties Rabe so von sich gibt.

    https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/coronavirus/Corona-Schulbetrieb-in-Hamburg-wohl-bis-Februar-eingeschraenkt,schule2448.html

    Ein klitzekleiner Lichtblick – zumindest für Hamburg – die Aussetzung der Präsenzpflicht wird in Hamburg nach dem 10.01.2021 um eine Woche verlängert.
    Eine Pressemitteilung gibt es auf der entsprechenden Seite der Behörde für Schule und Berufsbildung noch nicht, wird aber wohl noch kommen. Behörden sind halt nicht so schnell 😉

    • “Eltern sollen ihre Kinder wann immer möglich zu Hause betreuen, können sie aber zur Betreuung und zum Unterricht auch in die Schule schicken, sofern dies zwingend notwendig ist.” – Damit geht es also weiter wie vor Weihnachten! Die Schulleitungen fragen bei den Eltern ab und dann werden die Einsatzpläne gemacht. Da auch Kids zu Hause bleiben, zweiteilen wir uns mit der online-Beschulung. Also nach wie vor nichts Neues unter der Sonne. Es bleibt verschwurbelt und halbgar. Wie war das gleich mit diesem Instituto und Kochen? Wer nimmt diesen Senator mal in die journalistische Zange?

  26. Man sollte die Kulturministerkonferenzen ab jetzt in einem eiskalten Klassenraum, bei geöffneten Fenstern, ohne stabiles Internet/WLAN, ohne Dienstlaptop, ohne FFP2-Maske und mit dem Auftrag, die Minister zuhause per „Livestreaming zu unterrichten“, stattfinden lassen!
    Natürlich sollten im Raum noch 15 ungetestete Pressevertreter anwesend sein, die zuvor die öffenltichen Verkehrsmittel benutzt haben. ;-D

  27. Vielen Dank an die Redaktion news4teachers. Ich lese schon länger die Artikel und sie sprechen mir aus der Seele! Das Thema beschäftigt mich sehr und ich recherchiere dazu viel. Mir gefällt, dass die Artikel gut zusammengefasst und auf den Punkt gebracht sind und genau die richtigen kritischen Fragen stellt und sich vor allem auch auf Untersuchungen und Studien beziehen und nicht auf lose Behauptungen! Ich bin schockiert darüber wie offensichtlich die KM Fehlentscheidungen treffen kann, die auf keinerlei Grundlagen basieren und das auch noch ohne Konsequenzen!!!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here