(Angeblicher) Hacker-Angriff auf Schul-Plattform in Rheinland-Pfalz

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MAINZ. Ausgerechnet am ersten Schultag des neuen Jahres in Rheinland-Pfalz ist es auf der wichtigsten Plattform für das digitale Lernen zu massiven technischen Problemen gekommen. Die dafür vorgesehenen Server – also Hochleistungsrechner für Zugriffe von außen – waren am Montag zeitweise nicht erreichbar. Ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums nannte als Ursache einen Hacker-Angriff.

Waren Hacker am Werk? So heißt es jedenfalls beim Bildungsministerium. Illustration: Shutterstock

Die Lernplattform moodle@RLP ist bislang an rund 900 Schulen in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Obwohl die entsprechenden Server-Kapazitäten vor Weihnachten nochmals um ein Vielfaches aufgestockt worden seien, sei es zu Problemen beim Zugang zur Plattform oder zu langen Ladezeiten gekommen, teilte das Ministerium mit. Bei der Fehlersuche habe sich herausgestellt, «dass die Systeme auch durch Hackerangriffe massiv belastet wurden».

Experten seien mit Hochdruck dabei, die Probleme zu lösen. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen die Schulen in Rheinland-Pfalz bis Mitte Januar im Fernunterricht bleiben.

Auch das Videokonferenzsystem BigBlueButton (BBB) war nach Angaben des Ministeriums Ziel eines Hacker-Angriffs, läuft aber inzwischen wieder stabil, wenn es außerhalb der Lernplattform Moodle über einen Web-Browser aufgerufen wird.

Bundesweit fallen landeseigene Schulplattformen immer wieder mit technischen Problemen aus. dpa

Hinter den Zusammenbrüchen der Schulplattformen steckt ein Systemfehler: Ministerien als IT-Entwickler? Das kann nur scheitern

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14 KOMMENTARE

  1. Klar doch, wenn man von seiner technischen Inkompetenz ablenken will, dann sind es diesmal die Hacker. Letztes Mal war es die nicht leistungsfähige Technik. Welche Hacker waren es denn, vielleicht die CIA? Genau, die haben Interesse am deutschen Schulsystem, dass mittlerweile keinen positiven Weltruf mehr hat. Oder einen Unterrichtslivestream zur Belustigung in der Kaffeepause in Langley?

  2. Darüber habe ich heute früh auch schon kräftig gelacht. Ein Hacker-Angriff! Wer Moodle kennt, hat das kommen sehen. So kann es gehen, wenn ein Ministerium nicht einmal das Geld für eine professionellere und vor allem für Schüler*innen übersichtlichere, anwenderfreundlichere Lernplattform ausgeben will.
    Ich frage mich gerade, was die Presseabteilung des KM in Rheinland-Pfalz morgen, übermorgen oder nächste Woche als Ursache für die Einbrüche nennt. Dauer-Hacker-Angriffe? Virale Überflutung der Plattform? Die können sich gern bei mir melden, ich erfinde Ihnen etwas.

    • Ich könnte mich auch über die „Hacker“ totlachen.

      BigBlueButton stürzte auch an der Uni Mainz zu Beginn des WiSe ab. Scheint kein besonders gut laufendes System zu sein.

      Aber das Problem sind ja gar nicht mal die unzureichenden Plattformen, sondern die fehlenden schnellen Internetverbindungen in RLP auf dem Land, die fehlenden Anschlüsse, die fehlenden Laptops und Tablets, die fehlenden Lehrkonzepte, die fehlenden Administrator*innen. Ja, da kommt einiges zusammen.

  3. … oder haben findige ‚Schulbeteiligte‘ der Sek I + II dem KM den eigenen Schildbürgerstreich vor Augen geführt? 😉

  4. Wer es glaubt wird seelig!
    In BW arbeiten wir auch mit Moodle und BBB!
    Mal schaun welcher Hacker- Angriff bei uns nächste Woche zuschlägt ; o )! Freu mich schon auf die Ausrede unseres KM, die selbe kann es ja schier nicht sein, oder?

  5. Gewundert habe ich mich gestern darüber, dass bei BBB auf der Seite stand, dass die zur Verfügung stehenden 5000 Räume leider alle besetzt wären. Wie viele Schulen haben wir in RLP? Wie viele Klassen müssen versorgt werden? Da sind 5000 Räume wohl nicht ausreichend…zumal uns ja fast alle anderen Möglichkeiten verboten werden. Der Frust in unserem Kollegium, dass sich in den Ferien zeitintensiv auf Online-Fernunterricht vorbereitet hat, ist groß.

  6. 5000 „Räume“ bei BBB sind aber auch wenig bei 900 Schulen in RP. Wenn die Klassen 5-12 gleichzeitig Fernunterricht machen sollen, bräuchten sie mindestens doppelt so viele, vorsichtig geschätzt.
    Das Gymnasium, an dem mein Lebensgefährte lehrt, bräuchte allein 30 Räume.

  7. Wir dürfen Zoom benutzen. Funktioniert tadellos.

    Mein Tablet + Stift wird freigegeben und ist dann meine Tafel.

    Wo ist das Problem – ist wie im Klassenzimmer. Tafelbilder haben die Schüler alle im Heft, Fragen werden geklärt, Aufgaben bearbeitet (ich frühstücke so lange) und danach besprochen.

    Das ist Fernunterricht! Arbeitsblätter austeilen oder per Mail schicken hat nichts/wenig mit Fernunterricht zu tun.

    Welcher Lehrer es in 9 Monaten noch nicht geschafft hat einen Zoom- oder anderen Videokonferenz-Link zu erstellen und seinen Schüler zu geben und das mal auszuprobieren, der tut mir leid.
    Das kann jeder…..!!! wenn man will…… (Lernplattform hin oder her)

      • Die Datenschutzvorgaben sind bundesweit, zumeist auch EU-weit die gleichen und bindent. Die Bundesländer können höchstens noch marginal nachstellen. Wie ist es möglich sich zu erdreisten und behaupten das wäre bei uns verboten, wenn es doch andere erfolgreich nutzen? Die Vorgaben sind für ALLE gleich! Wenn ich etwas nicht will überlege ich mir eben einen Grund, dass ich nicht muss. Wenn die fehlende Technik nicht mehr geglaubt wird, dann muss der Datenschutz herhalten und jetzt noch ein Hackerangriff. Wie lächerlich! Um sich von der Arbeit zu drücken ist mittlerweile auch das einfälltigste Argument nicht doof genug. Es bleibt interessant…

    • Na ja wenn Tafelbilder abschreiben immer noch Stand des Unterrichtsgeschehens ist hat sich in den letzten 30 Jahren wirklich nichts getan. Gute Nacht!

  8. Jetzt sind die Schulen also wieder zu:

    Und jetzt ist genau das mit Zoom angebracht was ich oben geschrieben habe.

    Lieber Herr Osman: Natürlich ist reines Tafelabschreiben nicht das gelbe vom Ei. Aber in der Situation ist dieser Fernunterricht über Zoom so das beste. Ich wollte nur sagen, dass man mit Zoom Tafelbilder wie im Unterricht erstellen kann.

    Ich sehe es nur nicht als Fernunterricht an, sich 1-2x die Woche per Videokonferenz mit seiner Klasse zu treffen – und dann wird gefragt: „Und wie geht es euch“. Alles lachen und sagen „gut“. Lehrer dann : „Toll dann bis nächste Woche, macht bitte die Aufgaben“.

    Ist das Fernunterricht?

  9. Meine Erfahrung zu Fernunterricht, der den Namen auch verdient ist durchweg positiv. Im Frühjahr übertrugen wir den Unterricht für die Azubis in die verschiedenen Seminarräume unseres Ausbildungszentrums. Der technische Unterricht mittels Teams und der war sehr gut. Andere Lehrer waren total abgetaucht und andere mailten Arbeitsblätter ohne Feedback und waren nicht mehr erreichbar. Bei einem Anruf zuhause würde mir von der Lehrerin mit der Polizei gedroht. Das betrifft eine einzelne Schule, also gibt es kein Problem wegen angeblichen Datenschutz. Es liegt einzig und allein am Willen der Lehrer.
    Am Besten war der Mathelehrer, der seinen Unterricht vom Campingplatz aus dem Wohnwagen gemanagt hat, der war richtig gut. Auch wir Ausbilder haben dem beigewohnt. Für solche Lehrer könnte man tagelang klatschen und am Besten noch eine satte Lohnerhöhung dazu. Für den Rest bleibt mir nur tiefste Verachtung.

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