GEW: Kitas sind proppevoll – und die Gruppen wegen Personalmangels groß

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MÜNCHEN. Trotz des Lockdowns läuft in den bayerischen Kitas nach Angaben der Bildungsgewerkschaft GEW oft Normalbetrieb. Die Gruppen seien sehr oft voll und wegen des Personalmangels sehr groß, teilte der Sprecher der Landesfachgruppe sozialpädagogische Berufe, Hilger Uhlenbrock, am Montag mit. Der Grund dafür sei die schwammige Formulierung zur Notbetreuung.

Corona-Schutz? Gibt es in Kitas praktisch nicht. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Diese verhindere auch, dass Eltern die Entschädigung in Anspruch nehmen könnten, wenn sie der Arbeit fernblieben. Denn diese erhielten sie nur, wenn es keine andere Möglichkeit für die Betreuung der Kinder gebe. Diese gebe es aber mit der Notbetreuung. «Da muss dringend nachgesteuert werden», sagte Uhlenbrock. Die GEW fordert deshalb, dass es wie beim ersten Lockdown eine Nachweispflicht für die Notbetreuung geben müsse. Außerdem müsse ein verbindliches System gelten, welches Angebot angesichts Personalausstattung, Infektionszahlen in der Einrichtung und Inzidenzwert in der Region möglich sei.

Auch bei den Behinderteneinrichtungen fordert die GEW Nachbesserungen. Beim Infektionsschutz sei dort zu wenig geschehen, Luftreinigungsanlagen und FFP-2-Masken fehlten. In Förderstätten und Werkstätten müsse es regelmäßig Schnelltest für die Menschen mit Behinderung und die Beschäftigten geben. dpa

44-jährige Erzieherin stirbt nach Corona-Ausbruch in ihrer Kita an Covid-19 – RKI meldet inzwischen 19 verstorbene Lehrer/Erzieher

 

 

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15 KOMMENTARE

  1. Ich lasse die Hand unten 🙁
    Bei uns in Hessen gibt es keine Not Betreuung, lediglich den Appell an die Eltern.
    Ich verstehe die Not der Eltern… arbeiten und Kinderbetreuung… schwierig. Warum nimmt nicht jedes Elternteil die 10 Tage?
    Nur wirklich relevante Eltern bekommen eine Betreuung. Wir würden dadurch Zeit gewinnen.
    Ich bin es so müde, bin so enttäuscht. Kita ist “ Bildungseinrichtung“, bei der Bezahlung und den Rahmenbedingungen merkt man davon nichts. Eigentlich alles wie immer.
    Bei uns wird es jeden Tag voller. Heute 7 von 11 U3 Kindern da, ab morgen sind weitere angemeldet. Bis Freitag fahren wir, zwar mit verkürzten Öffnungszeiten, aber voller Kinderzahl. Immer wieder Kitas und Krippen in Quarantäne, wenig ( gar kein effektiver ) Schutz. Augen zu und durch….
    Ich danke der Redaktion für die Berichte und allen die sich hier rege beteiligen.
    Ich würde mir wünschen die Städte und Gemeinden sowie die restliche Presse würden offen mit den Zahlen zu Kita Schließungen umgehen.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt

    • Ich habe für solche Eltern absolut kein Verständnis (und gehöre zu denen mit sehr wenig Einnahmen). Das steht doch in keiner Relation mehr. Die sorgen dafür, dass alle anderen (kostspieligen) Einschränkungen nicht richtig wirken können. Und sie gefährden akut Menschenleben. Nein, kein Verständnis für für soviel Empathielosigkeit.

      • Sie denken halt voraus – und wollen die ersten sein, die Urlaub im Ausland buchen. Weil die es sich dann leisten können.

        Rücksicht und Einsicht fehlen.

  2. Bei uns, Landkreis in Sachsen-Anhalt, gibt es offiziell Notbetreuung für systemrelevante Eltern, aber die klare Vorgabe von oben, dass nicht genau hingeschaut werden soll. Wer Notbetreuung beantragt, bekommt diese. Auch wenn die Eltern nachweislich weder systemrelevant noch berufstätig sind. Die Prüfung und Ablehnung von Anträgen darf nicht erfolgen. Hauptsache Kreuz an der richtigen Stelle. Dafür gibt’s von mir ein klares Daumen hoch. So klappt das mit der Bekämpfung der Pandemie. Wie war das noch mit den drei Affen? Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen…

  3. Super, dass jemand auch an die Situation der Kindertagesstätten denkt. Gerade mit den Eigenschaften des mutierten Covid19 – Virus, der scheinbar auch Kinder „anfällt“. Dies war auch der Grund, weshalb ich meinen Zweiten bereits zu St. Martin letzten Jahres rausnahm. In Elternzeit für mich sowieso kein Problem. Aber dass Kinder nicht ansteckend seien, hab ich eh nicht geglaubt. Aber diese „Salamitaktik“ mit dem verharmlosenden Umgang von Infos über die Ansteckungswege bei Kindern fand ich echt kriminell! Es gab ja bereits in anderen Ländern aussagekräftige Studien,die hierzulande rigoros vernachlässigt oder verdrängt wurden. Ich finde auch das müßige Geheule wegen der „psychologischen“ Folgen durch das Tragen von Masken leider kindisch. Tut mir leid. Bleibt wohl nur die Entzerrung durch das Beschränken auf die „relevanten“ Berufsgruppen…

  4. Es ist wirklich traurig und wird in anderen Bundesländern nicht besser sein.
    Das Gute-Kita-Gesetz gilt zwar, aber gute Bedingungen sind dennoch offenbar nur dann möglich, wenn sie bitter erkämpft und erstritten werden.
    Eine gute personelle Ausstattung, Arbeits- und Gesundheitsschutz, angemessene Bezahlung und Anrechung von Belastungen sind den Kommunen und kirchlichen Trägern für ihre eigenen MitarbeiterInnen nicht wichtig genug.
    Ist das die Fürsorgepflicht, die denen entgegengebracht werden sollte, die ihre uneingeschränkte Leistung erbringen?

  5. Bei uns in der Schule ist es ähnlich.
    Letzte Woche 6 Kinder der Klassenstufen 5 und 6 angemeldet, diese Woche 18.
    Wenn das so weiter geht, haben wir bei den Kindern, die trotz “ Lockdown“ in die Schule kommen, auch ein exponentielles Wachstum.
    Glaubt man wirklich, dass man mit so einem seichten “ Lockdown“ die Zahlen runterdrücken kann?
    Lieber einmal richtig und schmerzhaft als dieser ständige “ Minilockdown „!!!
    Wenn ich sehe, wie jeder einzelne Ministerpräsident sein eigenes Süppchen kocht, frage ich mich, wozu überhaupt die Tagungen mit der Kanzlerin stattfinden.

  6. Die Unternehmen sind nicht verpflichtet Homeoffice anzubieten, auch wenn dies technisch möglich wäre. Die Quote liegt derzeit sogar noch unter dem Wert des Sommers. Und es ist viel einfacher bei Problemen mit der Erwerbsarbeit, der Familien-und Hausarbeit etc. die Kleinen in der Kita abzugeben. Nur, dann fallen jetzt Opa und Oma auch für die zusätzliche Betreuung weg. Manch einer geht vielleicht auch lieber wieder zur Arbeit als zu Hause zu bleiben. Was machen eigentlich die Unternehmer selbst, auch Homeoffice, Konferenzen online und Kinderbetreuung? Outsourcing nennt man das in gewissen Kreisen, wenn andere für ein „Unternehmen“ die Arbeit machen und ja, manche Eltern haben sich wohl nie gedacht, dass sie sich tage-und wochenlang mit ihrer Familie und Kindern beschäftigen müssen. In den Pauschalferien gab es dafür schließlich auch Animation. Ob in den nächsten Jahren sich weiterhin viele Paare entscheiden 2-3 Kinder zu planen?

  7. Bei uns gibt es die Notbetreuung nur mit Nachweisen beider Arbeitgeber. Ich als Lehrerin hatte Schwierigkeiten, einen Platz in der Kita zu bekommen. Meinem Mann wurde zunächst sowohl die Bescheinigung, als auch der Sonderurlaub (Stichwort 10 Kinderkrankentage) verweigert, obwohl er auf der Arbeit nichts zu tun hat und seine Vorgesetzten im HomeOffice sind (gut, ist bei ihm nicht möglich – aber was für einen Sinn macht es, auf der Arbeit Däumchen zu drehen und dafür die eigenen Kinder in die Notbetreuung stecken zu müssen?) Ich kann leider nicht zu Hause bleiben, da ich ab 18.1. wieder Präsenz habe (Grundschulen haben in Nds Szenario B). Diese Woche schleppe ich meine eigenen Kinder mit in die Schule, ich weiß nicht, wie es sonst gehen soll. Da ich zur Zeit die Schulleitung vertrete, muss ich vor Ort sein.
    Dass Nds. so viele Ausnahmen geschaffen hat für Präsenzunterricht finde ich unverantwortlich. So wird sich alles noch lange hinziehen. Die Zahlen schießen hoch bei uns, so hohe Werte hatte wir teils noch nie in unserer Gegend.
    Und der Gipfel des Ganzen ist dann, dass man sich von Elternseite noch anhören muss, warum die Klassen für Szenario B geteilt wurden, wir seien doch eine so kleine Schule mit kleinen Klassen, da hätten doch alle kommen können… Wieso machen da auch noch so viele Schulen mit und teilen die Klassen nicht? Unverantwortlich!

  8. Ich finde es auch unverantwortlich seine Kinder in ueberfuellte Kitas zu geben und sie somit und sich selbst der Infektion aus zu setzen. Gerade Kleinkinder sind oftmals „stille“ Uebertraeger und benoetigen in der Betreuung engen Kontakt, was auf Grund des Infektionsschutzes nicht sein soll.

    Der Antrag auf Notbetreuung sollte m. E. genau geprueft werden und somit auch verweigert werden bei nicht ausreichender Begruendung!

    Nur, weil einige Eltern ev. 3-4 Kinder zu Hause haben, vielleicht sogar noch selbst in Elternzeit sind, waere dies keine Begruendung fuer eine notwendige Betreuungsgrundlage.

    Gerade bei den derzeitigen Infektionszahlen sollte eine genaue Pruefung der Antraege auf Notbetreuung statt finden und ggf. auch abgelehnt werden, wenn die Voraussetzungen nicht erfuellt sind.

  9. In BB ist es allein die Bitte,die Kinder zuhause zu lassen.Das versuchen viele,aber die meisten können es gar nicht,da stehen die Interessen der Arbeitgeber deutlich entgegen denen der Eltern. Genauso war es doch geplant.Gestern sind 8 MA ausgefallen,heute sind wir schon 12…mit coronauntyp. Symptomen..nur erkältet.Aber so plötzlich so viele ist schon erschreckend.2 wurden getestet..abwarten.Nun haben die Eltern die Last,sie müssen versuchen ihre Kinder nicht zu bringen… viele werden ihre Kinder nun auch schützen wollen…Was auch immer da tobt,so eine Situation hatten wir noch nie.Vielleicht könnten ja jetzt die KM einspringen..oder die anderen Entscheidungsträger,um die ach so wichtige Betreuung sicher zu stellen?Die Kita kann es langsam nicht mehr.

  10. Jetzt gibt es in Bayern die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken…
    KiTas voll, teilweise Präsenzunterricht…

    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!

    Und in einigen Bundesländern ist es noch schlimmer…
    HILFE ! ! !

  11. Schlimm was da abgeht….bei uns haben manche Lehrer die Eltern angerufen und um die Schüler geworben….Sie sollen doch bitte die Kinder schicken. Ich spreche hier für eine G- Förderschule (Bayern), in der ordentliche Hygieneregeln kaum durchführbar sind. Viele Schüler tragen keine Maske, husten oder niesen einfach in der Gegend herum….manche spucken, fast alle verstehen das mit dem Abstand nicht und wollen gedrückt werden und generell kann man hier einfach nicht mit Abstand arbeiten….
    Wieso denken Eltern nicht an ihr Kind und auch an andere Menschen?
    Sie sind dann mitverantwortlich, wenn sich der Lockdown
    viel mehr in die Länge zieht und ja, letztendlich auch für dadurch bedingte Erkrankungen und Tode….
    Wenn ich alleine daran denke, wie viele Kontakte da zustande kommen, werden unsere Schüler ja mit Kleinbussen gebracht, die natürlich nach Wohnort getrennt sind und nicht nach Klassen…es ist einfach nur traurig.
    Und ja, mir ist bewusst, dass gerade diese Kinder Betreuung benötigen, aber die könnten die Eltern auch teilweise über einen FED bekommen oder Schulbegleiter werden zu Hause eingesetzt. Nur steht da mal wieder die Bürokratie im Weg….und nicht zu vergessen, dass gerade diese Schüler oft einer Risikogruppe angehören und eigentlich besonders geschützt werden sollten….

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