Gestrichene Faschingsferien: GEW sieht Mehrarbeit, Ministerium verneint

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MÜNCHEN. Im Streit um die gestrichenen Faschingsferien hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die bayerischen Lehrkräfte aufgerufen, die geleistete Arbeit als Überstunden geltend zu machen. Das Ministerium hingegen sieht keine «angeordnete Mehrarbeit» – und damit keinen Grund für eine gesonderte Vergütung. Die Ferien wurden gestrichen, damit die Lernrückstände durch den Distanzunterricht in der Corona-Pandemie nicht zu groß werden.

Fasching fällt in diesem Jahr aus. Foto: Shutterstock

Die GEW-Landesvorsitzende Martina Borgendale argumentierte am Dienstag: «Lehrkräfte unterrichten jetzt gemäß Dienstanweisung eine Woche mehr als ursprünglich geplant.» Das Kultusministerium teilte daraufhin auf Anfrage mit, dass selbstverständlich bewusst sei, «dass eine Unterrichtswoche anstelle der Frühjahrsferien für die Lehrkräfte eine zusätzliche Belastung darstellt». Rechtlich handle es sich jedoch nicht um Mehrarbeit.

Verbeamtete Lehrkräfte haben in Bayern 30 Tage Urlaub im Jahr. Diese müssen sie innerhalb der unterrichtsfreien Zeit nehmen und zuvor mit ihrer Schulleitung abstimmen und genehmigen lassen. dpa

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27 KOMMENTARE

  1. Also für mich wäre das klar: wenn ich in einer Woche, in der unterrichtsfrei gewesen wäre, Unterricht erteilen muss, ist das angeordnete Mehrarbeit. Ich weiß gar nicht, was es da zu diskutieren gibt.

  2. Alles klar, ich habe verstanden. Dann fällt bei mir nach 40h in der Woche leider der Stift aus der Hand. Sind dann derzeit 20h, die ich dann pro Woche vor mir her schiebe. Leider werde ich dann weder Klassenarbeiten noch Abiturprüfungen fristgerecht korrigieren können, wenn meine wöchentliche Arbeitszeit von 40h/Woche (eigentlich nur 38, bin angestellt) überschritten ist. Den Rückstau arbeite ich dann in den Ferien außerhalb meiner Urlaubszeit von 30 Tagen ab.
    Sämtliche Arbeitszeitstudien für Lehrkräfte haben meines Wissens ergeben, dass Lehrer ferienbereinigt ihre Wochenarbeitszeit von 40h mindestens erfüllen und in etlichen Fächern sogar deutlich darüber hinaus gehen. Aber wie gesagt, kein Ding, sollte das in Brandenburg einreißen, werden meine Abiturkurse ihre Benotung dann im September oder Oktober bekommen. Ich habe als MINT-Lehrkraft mit voller Stelle und mit verantwortlich für die IT an unserer Schule um die 60-Stunden-Wochen dank Corona, und die Kultusminister tun so, als ob wir alle im Urlaub sind? Na Vizekanzler Scholz hat ja gestern im ZDF MoMA deutlich gesagt, was er (und ich denke auch seine Frau) von der Arbeit der Lehrkräfte im Distanzunterricht hält: nichts!

  3. Liebes Redaktionsteam,

    sind die Schritte in Sachsen bei euch schon bekannt?
    Ich frage mich gerade, wozu gibt es morgen einen Bund- Länder- Gipfel, wenn Herr Piwarz heute schon veröffentlicht, dass ab Montag die GS und Kitas geöffnet werden.

    Ich bin sprachlos!

  4. Und hier eine brandneue Idee aus Niedersachsen, wie man Schulen und Lehrkräfte in dieser chilligen Zeit des Unterrichtens unter Pandemiebedingungen auch ja auf Trab hält:
    https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Kultusminister-veraergert-Lehrer-mit-digitalem-Zukunftstag,zukunftstag930.html
    Bin gerade schallend lachend vom Sofa geplumpst. Besser als von Meister Tonne kann man wirklich nicht unterhalten werden! Und jetzt bitte kein Neid aus den anderen Bundesländern .

    • Das schreiben die anderen KM sicher gerne ab.

      Vielleicht brauchen die KM auch noch inhaltliche Vorschläge?
      Ganz gendergerecht können die „Boys“ für den Beruf der Lehrkraft oder für ErzieherInnen das Berufsbild ergründen, indem sie sich mit den Arbeitszeitvorgaben und deren Realität beschäftigen.
      Die „Girls“ beschäftigen sich mit dem Bereich der IT und bringen in Erfahrung, wo man „pädagogische Informatik“ studieren kann und auf welchem Weg man IT-Administrator an Schulen werden kann oder welche beruflichen Qualifikationen und Chancen man bezüglich der Entwicklung von landeseigenen Lernplattformen hat.

    • @Rotstiftprofi
      Nachdem ich den Artikel gelesen habe, kann ich Ihren Kommentar voll und ganz nachvollziehen!
      So realitätsfern kann doch eigentlich kein Mensch sein-sofern er/sie nicht PolitikerIn ist!

  5. Ich habe bei einer vollen Stelle eine Unterrichtsverpflichtung von 28 Stunden. Inklusive Vor- und Nachbereitung macht das eine Wochenarbeitszeit von 42 Stunden. Mit 42 Stunden komme ich in einer Schulwoche beim besten Willen nicht aus, sondern arbeite in der Regel mehr Stunden. Damit habe ich auch grundsätzlich gar kein Problem, allerdings komme ich nur dann „auf Null“, wenn ich in einer Schulwoche 50 Stunden arbeite und diese Überstunden dann in den Ferien, außerhalb meiner sechs Wochen „echten Ferien“ abfeiere. In der Realität ist das schon oft schwer, denn ich nutze die Ferien meist, um in Ruhe meinen Unterricht vorzubereiten, denn dafür fehlt mir in normalen Schulwochen oft die Zeit, neben Elterngesprächen, Konferenzen, Team-Treffen, Arbeitsgruppen und Orga-Dingen für meine Klasse. D.h. ich arbeite in der Regel mindestens 50 Stunden in der Woche und auch noch in den Ferien, so dass ich immer Überstunden habe, im letzten Schuljahr habe ich mir mal meine Stunden aufgeschrieben, da kamen für das Schuljahr 180 Überstunden zusammen! In den Corona-Zeiten arbeite ich aktuell erheblich mehr als 50 Stunden in der Woche: Ich bin wie immer in der Schule und muss die 12 Kinder meiner Klasse betreuen, die aktuell in der Schule sind, ich bereite für alle Aufgaben für den Distanzunterricht vor und ich mache dann noch zusätzlich nachmittags und abends Videokonferenzen oder stehe per Email und Telefon für Fragen der Schüler zur Verfügung, die zu Hause lernen. In der Schule geht das nicht, weil hier schlicht die Technik wie Internet fehlt. Ich gehe morgens um 6.30 Uhr aus dem Haus und bin selten vor 21 Uhr fertig. Meine Pause sind die Autofahrten. Eigentlich brauchen mich auch meine eigenen Kinder, aber das schaffe ich nicht. So muss sich mein Mann um Haushalt und Homeschooling kümmern, damit ich meinen Unterricht gut gewoopt bekomme. Auch am Wochenende arbeite ich zur Zeit und komme gerade locker auf mindestens 70 und mehr Stunden pro Woche. Diese Überstunden kann ich auch in den Ferien nicht mehr komplett abbauen. Und jetzt sollen die wenigen Tage Ferien gestrichen werden, damit die Kinder mehr lernen? Meine Klasse ist so fleißig, die machen das so toll. Wir sind perfekt im Lehrplan. Warum dürfen die jetzt auch keine Ferien haben?
    Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr … das macht einfach alles keinen Spaß mehr!

  6. Also wir werden unsere Ferien genießen, im Swiss Holiday Park, mit Hallenbad, Sauna, tollem Programm, Buffet und danach ist Präsenz. Endlich sind die Lehrer wieder gefordert.

    • Obwohl es bei Ihnen nur um Provokation geht, ist das doch jetzt unlogisch. Hätten Sie schulpflichtige Kinder, hätten diese doch auch keine Ferirn. Das betrifft doch nicht nur die LuL.

    • In SH gibt es nie Ferien zwischen Weihnachten und Ostern,das geht schon.Aber streichen obwohl man durchgängig arbeitet,ohne Worte……Das sollte man mal in der Wirtschaft anbieten,Verzicht auf Urlsub,weil man im Homeofgice war.

  7. Und auch Brandenburg greift gerne mal vor und die Potsdamer Zeitung schreibt, dass der Distanzunterricht bis zum 21.2.21 verlängert wird. Ist das Ihr Ernst, Frau Ernst?

      • Nun ja, in Brandenburg sind die Jahrgänge 10, 12 und 13 seit dem 4.1. in Vollpräsenz an den Schulen ( kein Wechselunterricht, alle anwesenheitspflichtig unabhängig vom Infektionsgeschehen) und auch die Kitas sind voll geöffnet ( die gehen allerdings bei einer Inzidenz über 300 in die Notbetreuung).
        Von daher sind in Brandenburg auch bei angeblich geschlossenen Schulen mehr Schüler unterwegs als anderswo. Frau Ernst zieht das durch, ohne Rücksicht und Schutzmaßnahmen.

        • Muss sie ja auch, wo ihr der Olaf doch gesagt hat, dass man im Distanzunterricht nichts lernt. – Achtung:Ironie –
          Ansonsten finde ich es auch unfassbar, wie immer von geschlossenen Schulen und Kitas geredet wird, obwohl eben nicht alles geschlossen ist. In NRW sind die KiTas auch auf. In unserer Schule sind inzwischen knapp 20% der Kinder in der Notbetreuung bzw. dem von Frau Gebauer mal eben eingeführten „betreuten Lernen“.

        • Dank Frau Ernst wird die SPD endgültig in der Versenkung verschwinden. Diese Frau versteht nicht, was Mutationen bedeuten.
          Was sagt Lauterbach zu seiner Genossin?
          Die KMK übernimmt doch wohl die Verantwortung, sollten die Impfungen wegen der Schulöffnungen nicht mehr wirksam sein? Da geht es um Leben und um Milliarden, das ist kein Spiel!

  8. Welche ausgefallenen Stunden? Ich habe in der Zeit Distanzunterricht gemacht: Videokonferenzen, Lerntheken zusammengestellt, flippedClassrooms vorbereitet und durchgeführt… Der Zeitaufwand dafür überschreitet meine Wochenarbeitszeit erheblich. Von welchen ausgefallenen Stunden also sprechen Sie?

  9. Wann lernen wir Lehrer eigentlich mal dazu und beschränken uns flächendeckend auf „Dienst nach Vorschrift“? Dazu gehört dann auch, dass wir private Geräte, Materialien etc nicht mehr für den Unterricht zur Verfügung stellen. Ich werde in Zukunft in den Ferien keine Vorbereitungen, Korrekturen etc mehr anfertigen. Und ich arbeite pro Tag von 7.30- 16.00 Uhr und mache dann Feierabend. Was bis dahin nicht erledigt ist, mache ich am nächsten Arbeitstag. Wenn dies mehr Lehrer tun würden, hätten die KM ein echtes Problem und würden vielleicht ihre eine Gehirnzelle auch mal nutzen!

    • Das ist stimmig. Nur die Arbeitszeit von 7:30 bis 16:00 Uhr gilt auch an jedem Ferientag, ausser an den 30 Arbeitstagen.
      Übrigens Ihre 8,5 Stunden Anwesenheit stimmen nicht. Darin enthalten müssen laut Arbeitszeitgesetz mindestens 30 Minuten Mittagspause und jeweils 15 Minuten am Vormittag und auch am Nachmittag. Vor 16:30 kommen Sie niemals raus. Bei solchen Vorstellungen bitte nicht nur die Rosinen picken. Mit so einer Regelung sollten eigentlich ALLE zufrieden sein. Ausser…… Wer wohl?

      • Wir verstehen uns: 8,5 Stunden sind der Schnitt übers Jahr verteilt. Wenn sie nicht glauben, dass man als Lehrer auch mal 8 Stunden am Samstag arbeitet, dann lade ich Sie gerne – nach Corona – zu mir ein und gebe Ihnen einen Rotstift in die Hand, um die 27 Schulaufgaben meiner 10. Klasse zu korrigieren. Bin gespannt, wie viele Stunden Sie dafür benötigen. Beurteilung selbst formulieren DinA 4 nicht vergessen, sonst motzt der Fachbetreuer und dann wirds nix mit Beförderung. Ach ja und sie haben 2 Wochen Zeit für die Korrektur, achso und natürlich normalen Unterricht nebenher, achso und natürlich eine Familie, die am Wochenende gerne mal was unternehmen würde, achso…vergessen: Notenkonferenzen sind auch noch… mensch jetzt hätte ich doch glatt vergessen, dass ich auch noch zwei Oberstufenkurse habe, die auch korrigiert werden müssten. Aber ich fülle Ihnen gerne den Rotstift wieder auf… Ich kann den Lehrerneid nicht mehr ertragen. Wir haben einen der höchsten Bildungsabschlüsse und verdienen zu Recht so viel Geld. Basta!

        • Achso und vergessen: Pause? Wer hat hier Pause? Ich habe nur 10 Minuten Zeit um von A nach B zu gehen und enpassè noch Gespräche mit Kollegen und oder Schülern zu führen. Mitagspause? Würd ich gerne machen, geht aber leider nicht immer, muss Aufsicht führen über die Schüler, die nicht unter die Busse purzeln sollen oder die hinter der Schule rauchen wollen, oder die ihr Handy rausholen und zocken wollen. Immerhin, ich bin dann an der frischen Luft und hab Bewegung. Wenn das das ist, was sie unter Pause verstehen, dann verstehen wir uns.

  10. Gute Idee, Lori. Das praktiziere ich schon sehr lange. Habe zu Hause keinen Internetzugang und erledige alles in der Schule. Fahre tatsächlich gegen 15/16 Uhr nach Hause. Eltern haben von mir keine Kontaktdaten (weder Telefonnummer noch Mailadresse). Wollen Sie mich kontaktieren, rufen sie vormittags in der Schule an oder teilen mir Infos via Hausaufgabenheft mit. So habe ich dann nach getaner Arbeit tatsächlich Feierabend. Werde mal belächelt oder bewundert dafür. Ist mir relativ egal. Hat sich für mich und meine Gesundheit als segensreich erwiesen. Kann ich nur weiterempfehlen.

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