Vor Schulöffnungen am Montag: Chaos um Corona-Schnelltests für Schüler und Lehrer! Wie sollen sie ablaufen? Wer nimmt sie ab?

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MÜNCHEN. Nächste Woche kehren die meisten Kinder und Jugendlichen an weiterführenden Schulen in die Klassenzimmer zurück. Schnelltests unter den Lehrern und Schülern sollen für mehr Sicherheit sorgen – so hat es der Bund-Länder-Gipfel in der vergangenen Woche beschlossen. Doch wie die Tests konkret ablaufen sollen, scheint weitgehend unklar zu sein. Schulöffnungen gibt’s trotzdem schon mal.

Wer kontrolliert, dass sich die Schüler vernünftig testen? Foto: Shutterstock

Beispiel Nordrhein-Westfalen. Von Montag an sollen die bislang im Distanzunterricht beschulten Jahrgänge der weiterführenden Schulen tageweise in die Klassenräume zurückkehren – Schülertests wird es aber nicht überall geben. „Alle Details sind noch nicht geklärt“, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) laut einem Bericht der „Rheinischen Post“. Es sei eine logistische, aber auch eine pädagogische Herausforderung, 2,5 Millionen Schüler zu testen. „Der eine kündigt an, der andere setzt um“, so sagte Gebauer laut Bericht spitz in Richtung Bundesregierung.

Eine eigenwillige Sicht der Dinge: Nicht die Bundesregierung, sondern die Ministerpräsidenten – also die Länder selbst – hatten vergangene Woche gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angekündigt, die Schulöffnungen mit Schnelltests unter Lehrern und Schülern zu begleiten. Wörtlich heißt es in dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK): „Für einen sicheren Schulbetrieb und eine sichere Kinderbetreuung stellen die Länder im Rahmen von Testkonzepten sicher, dass das Personal in Schulen und Kinderbetreuung sowie alle Schülerinnen und Schüler pro Präsenzwoche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest erhalten. Soweit möglich soll eine Bescheinigung über das Testergebnis erfolgen.“

Die Testungen sollen laut Ministerium während der Unterrichtszeit und in der Schule unter Aufsicht des Schulpersonals stattfinden

Am Nachmittag kam dann vom Schulministerium die Nachricht: Die Schulen in NRW sollen ab kommendem Dienstag die ersten von insgesamt rund 1,8 Millionen Schnelltests bis zu den Osterferien erhalten. Beginnen werden die Lieferung am 16. März an den weiterführenden Schulen, wo Schülern einmal pro Woche ein freiwilliges Testangebot gemacht werde. Das soll nach den Osterferien fortgesetzt werden.

Absicht sei es, die Grundschüler sowie alle in der Schule Beschäftigten dann nach Ostern in das Testangebot einzubeziehen. Allerdings entwickele sich der Markt für Selbsttests gerade erst und sehr große Mengen seien derzeit noch nicht gesichert verfügbar, hieß es. Die Testungen sollen laut Ministerium während der Unterrichtszeit und in der Schule unter Aufsicht des Schulpersonals stattfinden. Die Einzelheiten lege die Schule fest. Genaue Liefertermine für jede einzelne Schule konnten noch nicht mitgeteilt werden. Das Ministerium will genauere Informationen zu Beginn der kommenden Woche geben.

Geöffnet werden die Schulen trotzdem schon mal.

Das gilt auch für das Beispiel Bayern: Im Freistaat wurde die Teststrategie plötzlich noch einmal massiv ausgeweitet. Auch Schülerinnen und Schüler unter 15 Jahren sollen sich künftig einmal pro Woche in der Schule selbst auf eine Corona-Infektion testen können – freiwillig, aber unter Anleitung und Aufsicht. Das kündigten Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) bei einem gemeinsamen Besuch an einer Grundschule in München an.

Bislang waren die neuen Corona-Selbsttests für Lehrkräfte sowie für Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren vorgesehen und entsprechend vom Freistaat ausgeliefert worden. Nun habe man sich darauf verständigt, die Strategie auszuweiten, erklärten die Minister. Das Selbsttest-Angebot solle aber grundsätzlich freiwillig sein, betonte Piazolo. Das gelte auch für die einzelnen Schulen, «wenn die Schule sagt, wir kriegen das jetzt nicht hin». Schülerinnen und Schüler über 15 sollen sich weiterhin auch zu Hause testen können. Teile der Opposition und auch Lehrerverbände hatten zuletzt moniert, dass es die Selbttests noch nicht für die unter 15-Jährigen gebe.

«Dann muss es vielleicht nicht der Lehrer machen, dann kann das auch jemand von einer Hilfsorganisation machen»

Holetschek betonte, die Selbsttests seien da und würden seit einigen Tagen sukzessive an die Kreisverwaltungsbehörden ausgeliefert – bis zu vier Millionen Tests pro Woche plant das Gesundheitsministerium am Ende ein. «Wir haben für alle Schulen Tests zur Verfügung.»

Es sei auch richtig, die Test an der Schule zu machen. «Wir wollen in der Schule testen lassen und nicht daheim», sagte Holetschek. Dabei wolle man das Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen einbeziehen. Denn unter 15 Jahren sollten die Tests unter Aufsicht gemacht werden. «Dann muss es vielleicht nicht der Lehrer machen, dann kann das auch jemand von einer Hilfsorganisation machen.» So wolle man das Angebot sukzessive weiter ausbauen. Dies sei schon «ein wichtiger Schritt».

Wann an den Schulen jeweils Tests angeboten werden, soll vor Ort entschieden werden. Piazolo erklärte, das Ganze werde an den Schulen sicher unterschiedlich organisiert, es brauche dort auch einen Vorlauf. «Deshalb ist es sicherlich nicht so, dass alle Schulen am Montag starten werden», sagte er. «Das geht gar nicht.» Das werde schrittweise passieren. Die Schulen sollten, etwa in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz, verschiedene Modelle ausprobieren können.

Beispiel Brandenburg: Holterdipolter wurde vom Haushaltsausschuss des Landtags in Potsdam mehrheitlich die Ausweitung der Testmöglichkeiten an Schulen beschlossen – nur sechs Tage also vor der Ausweitung des Präsenzbetriebs in den weiterführenden Schulen. Das Land will jetzt plötzlich doch mehr Selbsttests anbieten als ursprünglich geplant. Das Angebot: Sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler sollen sich einmal pro Woche an Schulen selbst testen können. «Das ist uns ein Anliegen, um den Schutz an den Schulen auszuweiten, aber es ist auch eine Umsetzung des MPK-Beschlusses», sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) im Haushaltsausschuss.

«Regelungen zur regelmäßigen freiwilligen Testung in den Schulen sind nicht vorhanden»

Ein erster Auftrag für knapp 300.000 Selbsttests in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro sei bereits an die Firma Roche erteilt worden, die ein schnelles Angebot gemacht habe, berichtete Ministerin Ernst. Damit könne die erste Woche abgedeckt werden. Die Tests sollen noch diese Woche an einen zentralen Ort in Brandenburg geliefert und dann an die Schulen verteilt werden, damit sie zu Schulbeginn zur Verfügung stünden. Weitere Aufträge an andere Firmen zur Lieferung von mehr Schnelltests sollen zeitnah vergeben werden.

Finanzministerin Katrin Lange (SPD) sagte, es handele sich um eine außerplanmäßige Ausgabe. Eile sei geboten, um damit schnell in den Schulbetrieb einsteigen zu können. Noch sei nicht klar, wie das Angebot der Schnelltests angenommen werde. News4teachers / mit Material der dpa

Gewerkschaft

Von der GEW kommt scharfe Kritik an den chaotischen Vorbereitungen auf die Schulöffnungen.

«Weder erhalten alle Lehrkräfte ein Impfangebot, noch sind die Regelungen zur regelmäßigen freiwilligen Testung in den Schulen vorhanden», sagte der Brandenburger GEW-Landeschef Günther Fuchs. Es sei ein politischer Skandal, dass es noch immer kein verlässliches Testkonzept für die Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler gebe. Sollte die Impf- und Teststrategie vor der Ausweitung der Unterrichtsangebote nicht entsprechend angepasst werden, handele das Bildungsministerium «grob fahrlässig».

Auch in Nordrhein-Westfalen hatte sich bereits Unmut bei der Gewerkschaft geregt. «Angesichts der mancherorts wieder steigenden Infektionen haben wir kein Verständnis, weshalb die Landesregierung noch nicht liefert», sagte die GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern. «Schulen brauchen jetzt einen Plan, wann und wie es losgeht», verlangte Finnern – bevor das Ministerium am Nachmittag seine Informationen herausgab (siehe Beitrag oben). Dabei stelle sich auch die Frage, wer die Tests durchführe. «Lehrkräfte kommen dafür nicht in Frage», so betonte die GEW-Landeschefin. Kommen sie offenbar doch: Wie das Ministerium dann mitteilte, sollen die Tests zumindest unter der Aufsicht der Lehrkräfte in der Schule stattfinden.

Immer mehr Berichte über Corona-Ausbrüche in Schulen: „Einschläge werden häufiger“

 

 

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52 KOMMENTARE

  1. In Sachsen wird trotz grosser Ankündigung verpflichtender (!) Test erstmal ohne ab nächste Woche gestartet… War ja klar…

  2. Die Schulministerien handeln schon seit einem Jahr grob fahrlässig . Schön , dass es jetzt auch die GEW gemerkt hat . In NRW ging es stets nur um schnelle Schulöffnungen . Impfen und Testen als begleitende Maßnahmen dienten nur der Befriedung und waren nie ernsthaft geplant . Übrigens : 14000 Neuinfektionen ( plus 2500 ) und eine Inzidenz von 69 ( NRW 70 ) . Der Zeitpunkt für Schule in Präsenz ist perfekt gewählt .

    • @Klaus Lehmkuhl

      NRW hat eben Spitzenkräfte … (Scherz).

      Kann Gebauer nicht so langsam von ihrer eigenen Präsenzpflicht befreit werden?
      Und auch von allen anderen (Amts-)Pflichten?
      Ja, natürlich würde dann eine Lücke entstehen.
      Aber Lücken machen nichts kaputt, sie sind nicht „pampig“ und schwätzen nicht über Dinge, von denen sie offenkundig nichts verstehen.

      • Das ist eine wunderbare Idee . Besser als alles , was die Kultusminister in 12 Monaten zu Wege gebracht haben . Die einzige Lücke , die entstehen würde , wäre modischer Natur . Soll Gesundheitsminister Laumann demnächst Husarenuniform tragen ? Oder Seidenschal ? Aber Familienminister Stamp mit Zickzackscheitel hätte was .

  3. “ pädagogische Herausforderung 2,5 Millionen Schüler zu testen“
    Unter Pädagogik oder Erziehungswissenschaft verstehe ich die Theorie und Praxis von Bildung und Erziehung, welche sich hauptsächlich mit Kindern und Jugendlichen auseinandersetzt.

    Für Schnell- bzw. Selbsttests ist man in Testzentren garantiert besser aufgestellt.

    LuL habt Ihr keine Stellenbeschreibung oder Arbeitsplatzbeschreibung?

    • Die wurde vor Jahrzehnten abgeschafft, als wir neben unserem Kerngeschäft auch noch Lebensberater, Streetworker, Reiseveranstalter, Bürokräfte, Drogenfahnder, Tageseltern, Entertainer, Bildungsforscher, Verwaltungsassistenten, Hausmeister, IT-Administratoren, Sanitäter, Feuerwehrleute, PR-Manager, Ernährungscoaches und was-weiß-ich-sonst-noch wurden.

    • Muss eine Schulministerin wissen , was ˋ pädagogisch ´ bedeutet ? Vielleicht kennt ihr Staatssekretär ja das Wort . Aber sicher bin ich mir nicht .

      • @Klaus Lehmkuhl

        Liveschalte nach DUsseldorf, Hauptzentrale für Betreuung:
        Yvy G.: „Pädagogisch? Ist das ne neue Frisur?“
        Matze R.: „Frag doch mal die Maus!“

        • Frau G. wäre als Ricki in der Sat 1 – Wochenshow perfekt gewesen . Und Herr R. als der ˋ Erklärbär ´ . Gibt es leider nicht mehr .

          • @Klaus Lehmkuhl

            „Ricki“ reloaded.
            Mein Gott, ich kriege dieses Bild heute bestimmt nicht mehr aus dem Kopf!
            🙂

    • Nein, es gibt keine Stellen- und Arbeitsplatzbeschreibungen. Arbeitsverträge von angestellten Lehrkräften umfassen ca. 3,5 Seiten, die in aller erster Linie Verweisungen auf die entsprechenden rechtlichen bestimmungen von verbeamteten Lehrkräften verweisen. Jeder Arbeitsvertrag – selbst der eines Praktikanten – in der Industrie ist umfassender.

      Die fehlenden arbeitsrechtlichen Grundlagen führen ja auch dazu, dass die klagenden Berufsverbände und Gewerkschaften jedes Mal vor Gericht scheitern, es gibt ja keine speziellen Festlegungen gegen die der AG/Dienstherr verstoßen kann.

  4. Nie hätte ich gedacht, dass Yvonne so witzig sein kann…
    „Der eine kündigt an, der andere setzt um“
    Hat sie das tatsächlich gesagt?
    Da möchte ich ihr doch heute morgen mal Danke sagen. Ich könnte mich kaputtlachen über diese Unverschämtheit! Und gleichzeitig weinen

    • Sie ist da missverstanden worden. Die Ankündigungen kommen natürlich von ihr, die Umsetzung muss das niedere Fußvolk an den Schulen leisten. Das war keine Spitze gegen die Bundesregierung, sondern nur hochherrschaftliches FDP-Sprech für: „Der Pöbel möge nun endlich das Klagen einstellen und den Allerwertesten bewegen, bevor es wieder mit der Peitsche setzt.“

    • Leistungsüberprüfung ausgesetzt?

      Hier in NRW:
      Vorabitur-Klausuren sind im Gange.
      Zuletzt am Dienstag, bei 6°C im Dauer-Durchzug. Mit FFP2 Maske non-stop. Tipp vom Hausarzt: Maske im Schulgebäude nicht abnehmen! Nicht essen, nicht trinken. 5 Stunden Leistungskurs. Volle Besetzung. Textanalyse in englischer Sprache.

      Wie ich als Mutter mich fühle?
      Zum Kotzen!
      Mein Kind ist volljährig, hat sich dafür entschieden, den Mist jetzt durchzuziehen.

      Verantwortlich dafür sind Gebauer und Co.

      Danke für nichts, ihr Volksverräter … äh -vertreter

      • Kenne ich. Hatte dann plötzlich ernsthafte Sehprobleme. Stress oder Sauerstoffmangel – keine Ahnung.
        Maske bleibt auf. Wenn ich krank werde, bin ich wenigsten aus dem Zirkus erst mal raus.

        • Lemminge und Sklaven führen brav alles aus, was die führende Führung ihnen vorgibt, brav, Michel….brav.Wen juckt es, wenn du Long covid bekommst? Leute, macht den Scheiss doch nicht mit, solange weder Luftfilter noch Impfung da ist

  5. Sorry, liebe Landespolitiker,
    ihr beschließt seit einem immer wieder extrem kurzfristige Planänderungen. Das ist in der Krise sicherlich auch sinnvoll. Aber wie kann es sein, dass Dinge wie Teststrategien nicht im Vorfeld schon ausgearbeitet werden? Mindestens seit 3-4 Monaten wird medial und von der Wissenschaft die Testung als eines der Mittel zur Eindämmung der Pandemie beschrieben. Die Entwicklung der Selbst- und Schnelltests war mindestens seit 6 Monaten absehbar.
    Jetzt wird beschlossen, innerhalb 1,5 Wochen wieder starten zu wollen(2 Wochen nach dem Start für Kita, Grundschule und Abschlussjahrgänge), und dann fällt einem im Anschluss ein, dass man ja dann noch Tests besorgen müsste?
    Ich bin wirklich zunehmend fassungslos darüber, wie schlampig teilweise gearbeitet wird.

  6. Wen wundert das mit dem Test-Chaos?.
    Das mit dem Testen hat man ja nur mal so in die neuen Hygienepläne geschrieben, damit die nicht so sehr wie die alten Hygienepläne aussehen.
    Das die wirklich durchgeführt werden ist gar nicht so wünschenswert.
    Für normale Schnelltests ist kein Personal da. Schnelltests als Selbsttest sind an Schulen Mangelware. Also prima wenn nicht getestet wird. Dann fällt das alles nicht auf.
    Als zusätzliche Notbremse macht man die Testung freiwillig. Wenn nur 20-30% der Schüler wollten. Toll! Ein Problem weniger.
    Die Teststrategie hat ja schon ihren Sinn erfüllt. Die Eltern sind beruhigt. Die Presse verbreitet die frohe Botschaft von fröhlichen Testen in alle Welt. Völlig unkritisch (außer NFT).
    Die Einzigen die was merken sind die Lehrer. Die sind ja zum Glück Beamte. Anordnung: Klappe halten, Fenster auf und Marsch.
    Ich befürchte nur, dass dieses unkooperative Virus mal wieder das Genie der Kultusminister ignorieren wird.
    Aber auch dazu gibt es eine bewährte Strategie.
    Still Verhalten bist Merkel und die Regierung die Nerven verlieren. Dann alles zu. Mit dem Finger nach Berlin zeigen. Empört rufen „Die sind schuld, ich habe alles Menschenmögliche getan!“
    Anschließend unter dem Schreibtisch tot stellen wie die Opossums in Ice Age.
    Wenn es vorbei ist raus kriechen und alles auf Anfang.
    Schulen auf, alter = neuer Hygieneplan, die Schulen sind sicher…
    Und täglich grüßt das Murmeltier.

  7. Wieviel Ohnmacht und Unkenntnis von dem, was in Schule tagtäglich abgeht wird hier wieder deutlich. Nichts als unüberlegte Schnellschüsse und wir als Lehrer und unsere Schüler mittendrin im „Schnellfeuer“…
    Da ist sogar vom Roten Kreuz die Rede- was soll dieser Quatsch? Ich stelle mir die Schüler in meiner GS in so einer Aktion vor. Die sind doch komplett abgelenkt. Wann sollen die denn noch die nötige Konzentration finden neben Lüften, Regeln einhalten und jetzt auch noch Schnelltests machen?

    Und wie sieht es mit der Verantwortung aus?
    Bin ich diejenige, die als Lehrerin die Verantwortung trägt, wenn der Test nicht sachgerecht gemacht worden ist?

    Ist doch alles ein komplettes Chaos und geht absolut mal wieder an der Realität komplett vorbei.
    Ich habe keinerlei Verständnis mehr für diese Misswirtschaft in der Bildungspolitik.
    Kollegen passt gut auf euch auf!!

    • Das mit dem Roten Kreuz ist leider kein Quatsch. Bei uns wird das THW von Seiten des Schulträgers vorgeschlagen. Voraussetzung ist, dass die Schule (sic!) die Tests (sic!) und die Räumlichkeiten mit dementsprechender Sicherheitsausstattung (sic!) bereit stellt. Ich musste das drei Mal lesen, bis ich’s glauben konnte. So ganz habe ich es immer noch nicht verdaut.

  8. In BW gab es gestern die Info, dass Frau Eisenmann die 5. und 6. Klassen zurück in den Präsenzunterricht schickt (soweit ja bekannt) – und weil Herr Kretschmann das Aussetzen des Abstandsgebotes jetzt aber halt bemängelt hatte, sollen sich diese Schülerinnen und Schüler sowie natürlich die Lehrer jetzt mit 2 wöchentlichen Schnelltests freitesten.

    Davon abgesehen, dass weder die Tests in den Schulen vorhanden sind, noch bekannt ist, wer, wann und wo die Dinger überhaupt angewendet werden sollen – mir stellt sich die Frage, ob das jetzt an der Presse liegt, dass von den vollständig in Präsenz befindlichen Abschlussklassen keiner in Bezug auf Schnelltests redet.
    Dabei sind diese Kurse allesamt vollständig anwesend und von Abstandhalten kann gar keine Rede sein, das ist schlicht aus Platzgründen unmöglich.

    (Hahaha, unser Wechselunterricht in J1 und J2 heißt: Vormittags sind ALLE in der Schule, der Nachmittagsunterricht findet online statt. Hahaha – täglich mehrere Dutzend Haushalte, die unsere Tochter so treffen muss, ok, wenigstens mit Maske…)

    Sollen sich die Jung-Erwachsenen denn nicht auch testen dürfen? Die möchten doch auch gerne wissen, wenn sie sich infiziert haben – damit sie ihre Familien vielleicht noch warnen können…

    Ich hab dazu gestern mal eine Mailanfrage an die Bürgerreferentin des Kultusministeriums geschickt. Bin gespannt, ob ich außer der Standardantwort „gerade haben wir so viel zu tun, dass wir nicht so schnell antworten können“ überhaupt noch was hören werde. Was haben die nochmal zu tun da? Die Tests soll doch das Sozialministerium organisieren.

    So langsam tut mir der Nacken weh vom ständigen Kopfschütteln!

  9. Als nicht geimpfte/r LehrerIn werde ich definitiv keine Tests abnehmen.
    Auf Klassenfahrt ist ja Betaisodona ein Problem, von Schmerztabletten ganz zu schweigen. Alles rechtlich extrem bedenklich.
    Aber jetzt testen … ? Ist da noch irgendjemand bei Verstand?

  10. Eilmeldung: Wir stehen am Beginn der dritten Welle – Wir stehen am Beginn der dritten Welle – Wir stehen am Beginn der dritten Welle –

    Britische Mutante bei 55% Anteil, über 60% tödlicher – Schulöffnung??

    Wollen wir nicht erst mal alle impfen?!

  11. Mathe-Textaufgabe:
    Abiturienten wollen fertig werden. Verständlicherweise.

    Testungen sind freiwillig.

    Berechnen Sie die Schnittmenge.

    Hihi.

    (Gut für die Coronastatistik. Man stelle sich vor, SuS Testungen wären Pflicht! Zum Glück sind ja noch keine Selbsttests an der Schule. Puh, was ein Glück.)

  12. „Es sei auch richtig, die Test an der Schule zu machen. «Wir wollen in der Schule testen lassen und nicht daheim», sagte Holetschek. Dabei wolle man das Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen einbeziehen. Denn unter 15 Jahren sollten die Tests unter Aufsicht gemacht werden. «Dann muss es vielleicht nicht der Lehrer machen, dann kann das auch jemand von einer Hilfsorganisation machen.» So wolle man das Angebot sukzessive weiter ausbauen. Dies sei schon «ein wichtiger Schritt».“
    Wie großzügig! Man geht also davon aus, LuL machen das- ohne Schutzausrüstung, mit Haftungsrisiko womöglich? Vielleicht-ausnahmsweise- aber auch das DRK etc. Die haben ja auch genügend Personal, um alle Schulen dann zu testen?! Bei uns betreibt das DRK auch noch das Testzentrum für die Bürger- die werden das niemals machen.

    Vor ein paar Tagen schrieb ich Nachfolgendes, es gilt noch immer:
    Judith 6. März 2021 um 12:27:
    Mit Verlaub, wie soll das logistisch funktionieren?
    Unsere knapp 800 SuS stehen dann ca. 1 Schulstunde auf dem Hof- so lange wird es mindestens dauern, bis die Tests ausgeteilt, mit Wartezeit durchgeführt sind (ich stelle mir das vor, im Stehen- ohne Ruhe oder Tisch- machen 10jährige das auf einem lauten Schulhof in Jacke mit Ranzen auf dem Rücken und Sporttasche), die Ergebnisse verbucht sind. Wir LuL sollen das dokumentieren, die herumzappelnden und wartenden SuS beaufsichtigen, auf Maskentragen usw. achten, auf Konfliktvermeidung, Körperkontakt sowieso, den Müll entsorgen (800 verbrauchte Testkits). Und die Haftung für die korrekte Durchführung und Dokumentation sollen wir wahrscheinlich auch noch übernehmen?! Und das alles völlig ohne Schutz für uns selbst?
    Das wird nie passieren!
    ICH FÜHRE KEINEN TEST BEI SuS DURCH! ICH BERÜHRE KEINEN SuS- SCHON GAR KEINEN MÖGLICHERWEISE INFEKTIÖSEN!
    Dann zeige ich meinen Dienstherrn an wegen Missachtung der Sorgfaltspflicht gegenüber Schutzbefohlenen und MitarbeiterInnen.

  13. Ich habe am Mittwoch Schnelltests mit einer 10. Klasse durchführen müssen/dürfen. Dies verlief ohne jegliche Einweisung, kein Desinfektionsmittel für Tische und Hände, Einmalhandschuhe usw… Seife war da aber keine Handtücher.

    Vor dem Test soll man sich im Klassenraum die Nase schnäuzen. Das machen dann 15 Schüler auf 20m², pulen sich dann ohne Maske in der Nase herum. Solch ein Schnelltest schlägt nur bei hoch Viruslastigen positiv aus. Sollte ein Test positiv sein, geht nur der eine Schüler.

    Ja, die Fenster waren weit geöffnet!

    • Ablehnen!
      Das ist kriminell und widerspricht jeglicher Fürsorge durch den Dienstherrn. Aber wenn wir LehrerInnen das dann doch wieder machen, warum soll man es dann von Seiten der Ministerien nicht einfordern? Frech kommt weiter.

    • Da unser Kinderarzt bei einfachen Grippesymptomen nicht testet, habe ich heute mein Kind selber mit dem Nasebohr-Selbsttest getestet. So einfach und vor allem angenehm ist das gar nicht. Kann mir das ehrlich gesagt mit meiner Klasse auch nicht vorstellen.

  14. Vivi, warum machen Sie das? Das kann niemand von Ihnen verlangen. Lassen Sie sich wenigstens von jeder Haftung entbinden, sollte ein Elternteil klagen.

  15. Um Himmels Willen!!!!!
    Aufruf zum Widersetzen!!!!

    Das ist medizinisch betrachtet ein INVASIVER Eingriff!

    Lassen Sie sich bitte dazu nicht nötigen

  16. Es darf sich doch jeder einmal die Woche kostenlos testen, Apotheke, Zentren, Ärzte… Inder Freizeit. Jetzt mal nicht so verwöhnt sein und vor der Arbeit oder womöglich während der Arbeitszeit sich testen lassen zu wollen. Was kommt denn dann als nächstes? Kein Durchzug haben wollen? Oder möglicherweise generellen Gesundheitsschutz? Wo kommen wir denn da hin?

    /Verbitterung Ende.

    • Es sollen dafür 1,8 Mio Tests beschafft werden.
      NRW hat aber 2,5 Mio Schüler???
      und dann noch 2Wochen bis zu den Osterferien.

      Da reichen meine Mathe-Kenntnisse nicht mehr aus.

  17. Die Testungen sollen laut NRW-Ministerium während der Unterrichtszeit und in der Schule unter Aufsicht des Schulpersonals stattfinden. Die Einzelheiten lege die Schule fest.

    Gebauer: Dreiklang aus Schützen, Impfen und Testen werde ab der kommenden Woche wieder mehr Schulbetrieb im Präsenzmodus möglich sein.

    1 von 3 in Umsetzung dazu dann Dur oder Moll, also fröhlich oder traurig ? Jetzt wird sie auch noch komisch.

    Dazu 1x testen/ Woche in Wechselunterricht ergibt halber Bedarf an Schnelltests.

    • @Kritischer Dad*NRW

      Testung „während der Unterrichtszeit“ …

      Man ist ja mittlerweile NICHT mehr erstaunt, was man so alles in 45 Minuten Unterrichtszeit hineinpacken kann.
      Entscheidend ist „was hinten rauskommt“ und das ist dann bestimmt die viel zitierte „Bildungsgerechtigkeit“, na klar … 🙁

      • Moment: beim Test muss man 15 Minuten warten – das passt doch ins 20 – 5 -20 Jacke an – Jacke aus – Schema!
        Bin auch mal gespannt, ob die Freiwilligen dann neben den nicht-Teilnehmern ihre Näschen putzen und dann ohne Maske den Test durchführen… Und wenn dann noch einer positiv sein sollte, dann wissen wenigstens alle, wer es war… Und was macht man dann mit den Schülern, die die Maske abhatten und mit dem Positiven… Aber das sind sicher alles Fragen, die in den nichtvorhandenen Testkonzepten beantwortet werden… Ganz schön spannend das alles. Und Dienstag soll es also losgehen?

      • 25-30 Personen mit Schnelltest – 15 Minuten Wartezeit bis Ergebnis,
        also die erste Schulstunde mit 45 Minuten hat sich dann vom Unterricht her wohl erledigt.
        Da wäre kollektives Eimer-Spucken als „Pooling“ vor dem Unterricht doch die bessere Lösung. Aber Pssst, sonst wird die Idee noch geklaut.

  18. Wir hier in Sachsen sollen uns an Grundschulen ab nächster Woche zweimal wöchentlich gegenseitig testen. Oh wie freue ich mich schon den Kollegen in der Nase zu bohren…

    Dabei haben wir noch Glück, denn die Kollegen der weiterführenden Schulen sollen auch noch die Schüler testen. Die kleinen, süßen Grundschüler müssen indes nicht getestet werden, die können Corona ja gar nicht kriegen, oder? 😉

    Wenn wir uns weigern uns testen zu lassen, soll das dienstrechtliche Folgen haben. Nun ja, vielleicht sind dienstrechtliche Folgen auch die bessere Alternative… Eigentlich wollte ich Kindern lesen, schreiben und rechnen beibringen und nicht erwachsen Menschen in der Nase bohren!

  19. Abgesehen davon dass es in die meisten Fälle nicht genug Tests gibt um alle SuS und LuL zu testen… Wer glaubt eigentlich daran dass sich SuS freiwillig testen lassen? Bei uns ist es schon ein Kampf die SuS dazu zu motivieren dass sie eine Maske tragen – und vielleicht sogar über die Nase UND Mund. Warum? Weil die SuS es als unangenehm empfinde. Und jeder weisst dass ein Test noch weniger angenehm ist. Also frage ich; Wer glaubt eigentlich dass SuS es freiwillig mache?
    Und wenn es nur ggf LuL machen dann weiss ich nicht, dann ist es jedenfalls nicht besonders sicher.

  20. Dr. Spinner verwies im Podcast des BR darauf, dass 50 % der unsymptomstisch Infizierten mit den Eigenstests nicht gefunden werden. Die Schnelltest machen dann Sinn, wenn Syptome wie Schnupfen, Bauchschmerzen etc. vorhanden sind. Also sollten sie im Sekretariat liegen und von den Eltern durchgeführt werden, wenn diese ihre Kids wg. Symptomen an der Schule abholen! Natürlich freiwillig! Dann erfährt es auch nicht die ganze Lerngruppe, aber die Schule ist informiert und kann dann das Ergebnis der PCR Testes nachfragen! Ein anderes Vorgehen kann ich mir auch in der GS nach Ostern nicht vorstellen. Wie sollen z.B. Erstklässler oder Schüler mit speziellem Förderbedarf etc. die Tests fehlerfrei anwenden????? Unser Personal Mangel ist groß, es werden nun auch A13 Kräfte in der Notbetreuung eingesetzt anstatt die vielen Inklusionskinder zu fördern: Von 2 Std. pro Woche sind wir Meilenweit entfernt; 2 Std. pro Monat passt schon eher!
    Unterricht wird es noch weniger geben, gefühlte 60 min. am Tag neben Händewaschen, Lüftungspausen etc. Werden wir GS zum Betreuungs- und Testzentrum für Kids in Coronazeiten?
    Ach ja, die versprochenen Laptops oder IPads für Lehrer bringt doch nicht der Osterhase, sie sind bis jetzt noch nicht einmal beim Lieferanten angekommen! Also weitere Arbeiten, Videokonferenzen durchführen und Zeugnisse schreiben weiterhib mit privaten Engeräten im privaten Arbeitszimmer, danke für mal wieder nix!

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