Unterrichtsstoff nachholen: Kretschmann bringt verkürzte Sommerferien ins Gespräch

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STUTTGART. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat kürzere Ferien ins Gespräch gebracht, damit Wissenslücken nach der langen Schließung der Schulen geschlossen werden können. „Man könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen“, sagte der Grünen-Regierungschef dem «Mannheimer Morgen». „Solche Überlegungen wird man ernsthaft anstellen müssen.“ Auf die Frage, ob er dabei an die Sommerferien denke, sagte er: „Darüber könnte man mal nachdenken.“

Denkt laut nach: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Der Vorstoß kam ursprünglich vom Präsidenten des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers. Er forderte, in den Sommerferien Schulstoff, der wegen der Coronakrise liegen geblieben ist, nachzuholen. „Wir brauchen in Deutschland eine große Initiative für eine Sommerschule, die Kinder mit deutlichen Lernrückständen unterstützt“, sagte Hilgers dem Tagesspiegel. Die Schülerinnen und Schüler hätten wegen der Corona-bedingten Schließung von Schulen „so viel versäumt im vergangenen Jahr, dass wir versuchen sollten, das aufzuholen“. Er erwarte, dass Lehrerinnen und Lehrer „in diesem Jahr für die Sommerschule besonderen Einsatz zeigen“.

„Zur Behebung der Defizite braucht es zusätzliche Betreuungsangebote und Sonderprogramme“

Kretschmann hat den Ball aufgenommen – und trägt ihn nun weiter. Notfalls, so ließ er durchblicken, müssten auch die Sommerferien verkürzt werden. Lehrer sollten sich zunächst einen Überblick über die im Fernunterricht entstandenen Lücken verschaffen, sagte der Regierungschef der Zeitung weiter. „Zur Behebung der Defizite braucht es zusätzliche Betreuungsangebote und Sonderprogramme“, fügte er an. Notwendig seien besondere Formen der Nachhilfe, außerdem müssten auch Nicht-Lehrkräfte eingesetzt werden. «Es muss dabei um eine zielgerichtete Förderung gehen und wir müssen die erreichen, die es auch wirklich brauchen.» Er habe zu Beginn viele Klagen für etwas übertrieben gehalten, räumte Kretschmann ein. „Ich hatte als Schüler Kurzschuljahre und habe es trotzdem zum Ministerpräsidenten gebracht. Aber jetzt, wo es so lange dauert, fängt mein Herz doch an zu bluten.“ Es könnten tiefe Schäden in der Bildung und der Psyche der Kinder entstanden sein, gab Kretschmann zu bedenken. „Wir müssen uns verstärkt um diese Kinder kümmern, wenn der Unterricht wieder normal läuft. Das wird eine große Aufgabe.“

Kritik kam umgehend von den Lehrerverbänden. Sommerferien kürzen? Der Vize-Chef des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) in Baden-Württemberg, Dirk Lederle, sagte zu Kretschmanns Statement: „Es zeigt, wie viel Ahnung der Ministerpräsident von der schulischen Realität hat.“ Die Lehrkräfte und die allermeisten Schüler seien hart am Arbeiten, auch in der schulfreien Zeit. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte den Vorstoß von Kretschmann als „zu kurz“ gedacht. Landeschefin Monika Stein sagte: „Wir brauchen Förderkonzepte mindestens für die nächsten beiden Schuljahre, und damit diese funktionieren, brauchen wir mehr Personal.“ Die Regierung Kretschmann könnte jetzt noch einmal Mut und Weitsicht beweisen und die Finanzierung von pädagogischen Assistenzen und zusätzlichen Stellen für Lehrkräfte für das nächste Schuljahr beschließen.

„Die Schülerinnen und Schüler lernen und arbeiten gemeinsam mit ihren Lehrkräften von zu Hause aus“

Auch im baden-württembergischen Kultusministerium stößt Kretschmanns Idee auf deutliche Ablehnung. Dies sei nicht der richtige Weg, um pandemiebedingte Lerndefizite aufzuholen. „Wir sollten nicht ein Problem lösen, indem wir neue Probleme schaffen“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums von CDU-Spitzenkandidatin (und Kretschmann-Konkurrentin) Susanne Eisenmann. Zudem könne ein solcher Vorschlag vermuten lassen, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte hätten durch die lange Zeit der Corona-bedingten Schließung bereits genug Ferien gehabt. Schulschließungen bedeuteten aber keine Ferien. „Die Schülerinnen und Schüler lernen und arbeiten gemeinsam mit ihren Lehrkräften von zu Hause aus“, sagte die Ministeriumssprecherin.

Ohnehin würden in den Sommerferien spezielle Förderkurse angeboten, damit Schülerinnen und Schülern Wissenslücken schließen und gezielt an Problemen mit dem Schulstoff arbeiten könnten. Bereits im vergangenen Sommer hätten 61.500 von ihnen das Angebot der sogenannten Lernbrücken genutzt. Geprüft werde zudem, ob diese Nachhilfe auf freiwilliger Basis bereits in den Pfingstferien angeboten werden könne. News4teachers / mit Material der dpa

Weihnachtsferien-Chaos: Erst vorgezogen – dann doch nicht – jetzt wieder!

 

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68 KOMMENTARE

  1. Das kann er gerne alleine machen. Im Sommer fahre ich in den Urlaub mit meinen Kindern. Die haben nicht weniger gelernt und ich habe auch nicht weniger gearbeitet. Ich glaub es hackt!

    • „Er erwarte, dass … Lehrer „in diesem Jahr für die Sommerschule besonderen Einsatz zeigen“.“
      Aber klar doch, wir haben ja keinerlei Durcheinander in unseren Arbeitsmaterialien, mussten nie erschöpft bis nach Mitternacht arbeiten, brauchen keinerlei Fortbildungen und konnten die kleinen Ferien ohne Korrekturen, ohne Studium neuester Verordnungen oder Erarbeiten von corona-Konzepten in der Hängematte verbringen. Warum sollten wir nicht besonderen Einsatz zeigen?

      • Welche kleinen Ferien. In Bayern wurden die Faschingsferien gestrichen, ersatzlos. Wir malochen seit zwei Monaten, auch am Wochenende, langsam reicht.

  2. Man stelle sich vor die Kultusministerin Eisenmann hätte diesen Vorschlag unterbreitet, da hätte es aber gehagelt…doch der grüne ehemalige Lehrer genießt wohl Narrenfreiheit.

  3. Spart euch den Atem fürs Entgegnen und Rechtfertigen, Kolleginnen und Kollegen.
    Der Vorschlag ist Müll- das weiß der MP. Macht sich aber gut im Wahlkampf.
    Und auch Hilgers` Statement hat Schenkelklopferpotential beim Volk.
    Wird eh` nicht umgesetzt. Und wer`s freiwillig macht als LuL- selbst schuld.

    Und bitte nicht sagen, als Beamter müsse man…. Geschenkt. Komisch, wollen aber immer viele doch verbeamtet werden- siehe anderen Chat zum Wahlkampf RLP hier.

  4. Eisenmann hält die Grundschule nicht für Wert A13 zu verdienen, möchte aber Bitte noch Ferienarbeit abzwacken und die Unterrichtszeit erweitern, da wir doch schon wichtig sind….
    Muss man sich als Beamter gabz schön beherrschen…
    Denkt dran, bald ist Wahl

    • Ältere Studenten sind ihnen noch nicht mal der Verdienst von Beamten wert. Noch nicht einmal die Sicherung der Existenz. A 0,0.

      • Irgendwo selbst schuld – als Student wäre ich nie auf die Idee gekommen mein eigenes Ausbildungsziel zu gefährden um für lau zu malochen. Ich frag mich eh was für ein laues Studium das sein könnte, wo man mal eben noch nebenbei so arbeiten kann.

          • Kann nicht sein, im Lehramtsstudium schreiben die Lehramtsstudenten nämlich die gleichen Prüfungen wie die Fachstudenten.

        • Ja klar du Schlaumeier!!!! Selbstverständlich kommt die Corona-Krise für all die Leute völlig geplant, sodass sie genug Reserven weggelegt haben und jeder Student wird selbstverständlich mit einem goldenen Löffel im Arsch geboren, sodass er bis zum Studienziel nicht einen Finger rühren muss, um sich zu finanzieren!! Der Rest…ach, den gibt es ja nicht!!!

          • 1. Richtig, deshalb bin ich zusätzlich noch an der Uni
            2. Das hat nichts mit Reserven zu tun, wenn man tagsüber, da wo auch mittlerweile wieder der Lehrbetrieb in den Unis stattfindet, in Schulen rumhängt, anstatt sich aufs Studium konzentriert
            3. Ich komme aus einer Hartz4-Familie und deshalb war immer und zu jeder Zeit klar, dass der Erfolg des Studiums immer an Stelle 1 steht – Wenn Nebenjob, dann niemals so einen, der sich nicht mit dem Studium vereinbaren lässt.
            4. Gerade, wenn wir schon in einer pseudosozialkritischen Diskussion sind, bei den Lehramtsstudenten habe ich selten die Studenten getroffen, die nicht „mit einem goldenen Löffel im Arsch geboren“ wurden – je geisteswissenschaftlicher die Fächerkombination, umso mehr traf das zu.
            Aber ich nehme ohnehin nicht an, dass es die LA Physikstudenten sind, die in der Schule aushelfen.

        • Da muss ich zustimmen. Lebenserfahrung, Arbeitserfahrung und sonstige Skills sind ja im Lebenslauf völlig überflüssig. Und dann noch die ganzen vorgeschriebenen Praktika, wo man nicht nur für lau, sondern gleich umsonst arbeiten soll. Was soll das für ein Studium sein, was sowas auch noch verlangt? Sowas wie Völlig unnötig. Und überhaupt: ein Dach über den Kopf zu haben und seinen Hunger zu stillen. Völlig überbewertet.

          • Wir haben 2 Lehramtsstudenten an der Schule. Eine ist wirklich eine klitzekleine Entlastung, die andere nicht.
            Studenten können keinen Unterricht selbstgestaltet übernehmen!
            Aber die eine ist taff, und rennt nicht nur heulend durchs Gebäude.
            Trotzdem muss ein Lehrer die ganzen Unterrichtsvorbereitungen mit übernehmen!
            Aber Aufsicht führen kann die eine schon, solange der Unterricht von einem anderen Lehrer vorbereitet ist!

        • Was für eine arrogante Antwort @Max. Wie überheblich über andere zu urteilen, die man nicht kennt. Welche Kompetenzen vermittelt man seinen SuS mit so einer Haltung? Aktuell ist bei vielen Studenten das Abschlussziel gefährdet, nicht weil sie für lau arbeiten, sondern weil sie Corona-bedingt noch nicht mal für lau arbeiten können und ihre Finanzierung verloren haben, die notwendig ist, um das Studium fortsetzen und abschließen können. Sonst noch ein paar konstruktive Ratschläge parat? Sie sollten in die Politik gehen. Sie stehen deren hervorragenden Kompetenzen in Nichts nach.

          • Dumm ist aber, für lau zu arbeiten. Da hat er völlig recht.

            Einfach bewerben an ner Schule, dann gibt es wenigstens E9.

          • 1. Jetzt ist es also schon arrogant, wenn man von Studenten erwartet, dass sie studieren und ihren Abschluss erreichen?

            2. Richtig, ich kennen den betroffenen Poster nicht, aber ich habe auch kein Urteil gefällt, sondern lediglich kritisch nachgefragt und mit meinem LA-Studium in 2 naturwissenschaftlichen Fächern abgeglichen und da wäre es unmöglich gewesen zusätzlich diese Zeit zu nehmen.
            Warum wird nicht einfach die Frage beantwortet?

            3. Sorry, aber bitte tun sie doch nicht so als würden hier in Deutschland Studiengebühren genommen wie in den USA! Zusätzlich gibt es auch noch Bafög für diejenigen, die sich das, laut Staat nicht leisten können.

            4. Und außerdem war doch die ursprüngliche Aussage „Ältere Studenten sind ihnen noch nicht mal der Verdienst von Beamten wert. Noch nicht einmal die Sicherung der Existenz. A 0,0“ – also was reden sie? Wie sichert man denn seinen Unterhalt, wenn man „A 0,0“ verdient?

            5. Und ich bleibe, trotz ihres beleidigten Tonfalls, dabei, dass die Erreichung des Studienabschlusses in der Priorität immer auf Platz 1 stehen muss und diese Behauptung, dass man als LA-Student zeitgleich zu den stattfindenden Vorlesungen/Übungen (auch wenn es nur online ist) lieber an einer Schule ist – um seinen Lebensunterhalt verdienen zu können, halte ich eher für eine Ausrede.

  5. Das wird sowieso nicht passieren, zum Glück. Also an sich nicht der Rede wert.
    Allerdings frage ich mich trotzdem, woher er denn die Lehrer nehmen will? Pardon, aber die meisten arbeiten sich den A**** ab momentan und es wird nicht weniger in den nächsten Wochen, wenn der Wechselbetrieb in vollem Gange ist. Wechselbetrieb ist definitiv mehr Arbeit, man hält seine Stunden ab, plant diese, erstellt Aufgaben für die Gruppe, die gerade nicht in der Schule ist, korrigiert diese und ist natürlich auch Ansprechpartner für diese Sus und da man bis mindestens mittags in der Schule ist, steht man auch jeden Nachmittag zur Verfügung. Diese Forderung erweckt wieder das Bild, als würden die Lehrer auf der faulen Haut liegen und im Distanzunterricht/Wechselbetrieb einfach nichts tun.

    • Es gibt viele fast fertige Lehrer, aber man fragt sie nicht. Sie bleiben auch weiter fast fertig, weil sie damit beschäftigt sind, das Geld zum Leben zusammenzukratzen.

        • . ..das ist ein Lehrer / eine Lehrerin, der / die sich unter den von den KMs zugemuteten Arbeitsbedingungen den Arsch abarbeiten und dabei an 5 Tagen in der Woche einem enormen Infektionsrisiko aussetzen….die sind zu großen Teilen fast fertig – zum größten Teil absolut fertig.

        • Referendare zum Beispiel. Oder Studenten, die gerade ihren Master fertig gmeacht haben. Soll es ja auch noch geben. Aufgrund der hohen Praxisanteile der meisten reformierten Studiengänge haben die sogar schon Schulen von Innen gesehen und könnten daher die personellen Lücken stopfen. Zumal dadurch auch für eine zeitlang die Ausbilder in den Seminaren an ihre Schulen zurückkehren könnten.

          • Oder Studenten, die ihr Studium ohne die Corona-Krise jetzt abgeschlossen hätten, denen aber die Finanzierung und somit die Studienplanung weggebrochen ist und die daher sehen müssen, wie sie ihre Existenz sichern können.

  6. Zum x-ten Mal: wirbt die Studenten an und holt sie zur Unterstützung von Eltern und Lehrer, weil sie ihr Studium aufgrund von Corona nicht fortsetzen können oder gar abbrechen müssen! Weil ihre Existenz
    gefährdet ist, weil ihr sie vergessen habt und nicht unterstützt! Noch nicht mal Hartz IV! Aber weiter die Kosten wie Krankenkasse aufbrummt! Und dann über den Lehrermangel jammert!

    • Hallo Stundent.

      Ich weiß nicht genau, wo Sie wohnen und schauen. Bei uns an der Hauptschule arbeiten Studenten und machen das auch gut.
      Das sind dann meistens aber Vertretungen für EZ oder längere Krankheiten.
      Rufen Sie mal beim Schulamt an. Die haben immer Bedarf.

    • Verstehe das Problem an einer Stelle nicht so ganz.
      Nicht warten bis man gefragt wird, sondern selber machen. Sekretariate der umliegenden Schulen anrufen und fragen ob Grad nen jemand zum Lückefüllen gebraucht wird.
      Oder wenn man es ein wenig gezielter machen will: VERENA nutzen und dort auf die Stellen anrufen. Garnicht von den Stellenbeschreibungen abschrecken lassen, sondern direkt fragen ob’s trotzdem Sinn macht sich zu bewerben.
      Solang du einen Bachelorabschluss hast, kannst du theoretisch eingestellt werden. (Aber erwarte nicht, dass das ein Zuckerschlecken wird.)

      Falls das aber schon alles probiert würde… Gut dann verstehe ich das Problem.

      • Habe ich natürlich alles probiert und es irgendwann aufgegeben. Auf die Bewerbungen über Verena kamen noch nicht mal Absagen. Bis mir jemand gesteckt hat, dass die Schulen mit Bewerbungen überlaufen seien und nicht zum Antworten kämen. Na dann… verstehe das Problem an der Stelle über den Lehrermangel auch nicht ganz.
        Dabei gäbe es noch andere Möglichkeiten. Lernpatenschaften, Betreuung von Kleingruppen, Förderkurse zur Auffrischung für schwache Schüler, Unterstützung der Eltern beim Homeschooling, etc. Müsste ja irgendwie koordiniert werden können, aber ist anscheinend nicht so gefragt.
        Jetzt arbeite ich tatsächlich für lau, da Miete und Krankenkasse sich nicht von selbst bezahlen. Das verschiebt natürlich den Abschluss. Davor musste ich wochenlang schauen, wie ich das Geld ohne Einkommen und ohne finanzielle Reserven von einer Abbuchung zur nächsten irgendwie zusammenkratze. Aber was bin ich so blöd und halte am Studienabschluss fest. Abbrechen und hartzen wäre ja viel einfacher, dann muss ich auch nicht für lau arbeiten und müsste dafür auch kein Ziel riskieren um für lau arbeiten zu können. Vorsicht, Sarkasmus!

        • Haben sie, in NDS gibt es „Eis online“.

          Haben sie auch schon lange, denn der Mangel an Lehrkräften muss ja aufgefangen werden. Da reicht ein Bachelor und der Vertretungsvertrag kann unterzeichnet werden.

    • @Student:

      Exakt! Meiner Meinung nach haben sie völlig recht und beschreiben genau das Problem vieler Studenten zzt..
      Mein Sohn erlebt seit einem Jahr in der Endphase seines Studiums (allerdings kein Lehramtsstudium, Halleluja!) genau das Gleiche.
      Sonst finanziell unabhängig durch Nebenjobs gewesen, muss ich ihn seit einem halben Jahr
      diebezüglich massiv unterstützen.
      Ansonsten wäre definitiv „Hängen im Schacht“!

      • Was ist mit den vielen Studenten, die an diese Stellen nicht rankommen?
        Sind denn an den Grundschulen denn soviele Stellen für Studenten vorhanden, dass die vielen Studenten, die derzeit ohne Einkommen stehen, auch alle einen Job bekommen?

        • @Student
          Sie schrieben an anderer Stelle, dass Sie das Fach Latein studiert haben und sich in Ihrem nicht genannten Zweitfach noch nicht für den Unterricht qualifiziert sehen.
          Verzeihen Sie bitte die Frage, aber was genau qualifiziert Sie denn für die Arbeit eines Grundschullehrers? Oder an einer Gemeinschaftsschule? Oder an einem Gymnasium in anderen Fächern als Latein?
          Es ist nur eine Vermutung, aber vielleicht liegt die Ursache Ihrer vergeblichen Jobsuche gar nicht so sehr im Bedarf der Schulen allgemein, sondern in Ihrer (doch recht geringen) Einsatzmöglichkeit aus Sicht der Schulen.

          • Was mich qualifiziert, dass müssen sie nicht mich fragen, sondern diejenigen, die doch fest behaupten es sei doch sooooo einfach einen Job an der Schule mit E9 zu finden! Gaaaanz einfach an der Grundschule anrufen und gut is!
            Und dass man ja sonst zu doof sei, wenn man anderswo für lau arbeiten würde.
            Und dass man ja die falschen Prioritäten setze, wenn man lieber arbeiten „will“ anstatt zu studieren. Wie konstruktiv und hilfreich!
            Sich auch noch vorwerfen zu lassen, dass man „lieber“ erst seine Existenz sichert, anstatt sich auf das Studium zu konzentrieren ist auch noch ein starkes Stück. Mit Existenzängsten lässt sich ja auch gut studieren.
            Natürlich „WILL“ man ja auch lieber arbeiten, statt sich auf das Studium zu konzentrieren. „Arbeiten MÜSSEN“, weil man Miete und die Krankenkasse bezahlen MUSS (die auch ohne Einkommen fällig wird!), ist wohl ein fremder Begriff.
            Die Bedürfnispyramide anscheinend auch.

            Vielen Studenten geht der Arsch auf Grundeis, weil sie ihren Job verloren haben, aber manche Leute sind mit ihren Luxusproblemen ob A12 oder A13 und ihren Belehrungen wie blöd man sei, wenn man für weniger arbeitet (oder wie einfach man doch eine Stelle mit E9 finden kann – einfach anrufen! stellen ja easy ein!), so weit weg von den Realität einfacher Leute und begreifen nicht, unter welchen Sorgen und Nöten man leidet. Das läuft unter den Nachrichten unter „ferner liefen“, wo man nach einem Jahr eigentlich mitbekommen haben sollte, wie die Situation auf Arbeitsmarkt aussieht und die existenziellen Nöte der Studenten.

            Ich schrieb auch nirgendwo von einem Einsatz als festem Lehrer mit gleichen Aufgaben, sondern davon, dass Studenten doch vielleicht die Lücken schließen könnten, um z.B. schwächeren Schülern zu helfen, oder den Eltern beim Homeschooling. Wenn Lehrer zwischen 2 Räumen hin und herspringen um die geteilten Klassen „halb“ zu unterrichten, wieso kann da ein Student nicht aushelfen? Komischerweise hat man auch kein Problem damit, verbeamtete Lehrer in fachfremden Fächern einzustellen, die sie nicht studiert haben. Was ich als Nachhilfelehrer mitbekomme… Da fragt auch keiner danach, was sie dazu befähigt. Ein Student ist da in seinem Fach, wo er alle Hürden gemeistert hat (die natürlich auch das Studium verlängern können!), anscheinend weniger in der Lage, das didaktisch zu vermitteln, als ein fachfremder Lehrer. Und Eltern sind beim Homeschooling automatisch die besseren Lehrer. Konstruktive Vorschläge sind nicht erwünscht, denn das ist ja Aufgabe der Politik.
            Na dann.
            Dann soll man halt weiter über den Lehrermangel jammern und dass die schwachen Schüler Corona-bedingt abgehängt werden.
            Anscheinend ist keine Unterstützung besser als eine zusätzlich helfende Hand. Ich hab’s verstanden. Wenn man dann als Lehrer über diese Zustände jammert, dann aber auch bitte uns Studenten die Jammerei zugestehen, weil uns im Gegensatz zu euch die Existenz gefährdet ist!
            Einen schönen Tag noch.

  7. Es wird so getan, als ob Distanzunterricht kein Unterricht sei und die Lehrer praktisch frei hätten.

    Mal wieder eine Unverschämtheit der Politik!

  8. Komisch, Homeoffice ist Arbeit.
    Distance- Learning plus Notbetreuung isr Urlaub!
    Zum Glück liegen meine Klassen nach 6 Wochen im Distance-learning im Plan.
    Seit 2 Wochen wieder Vollpräsenz nach Stundenplan.
    Ok, in Religion haben meine GS-Kinder ein klein wenig verpasst, aber weniger, als sie es in einem „normalen“ Jahr mit vielen an grippalen Infekten erkrankten Lehrern verpasst hätten.
    Im Bereich grippaler Infekte sind Kinder ja unbestritten „Treiber der Pandemie“.

  9. Hilger erwartet, dass Lehrerinnen und Lehrer „in diesem Jahr für die Sommerschule besonderen Einsatz zeigen“.

    Hmm, eine ebenso gerissen einfache wie auch polarisierende Antwort auf eine hochkomplexe Frage: Muss also ein untauglicher Vorschlag sein. – Der Nächste bitte!

  10. Wenn er das machen möchte, dann muss er die Mehrarbeit definitiv bezahlen. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis wird aber voraussichtlich sehr überschaubar bleiben, weil die betroffene Schülerklientel in den formal Sommerferien mit Sicherheit noch unmotivierter sein wird als sonst schon. Ich habe viel mehr das Gefühl, dass den Politikern die Düse vor der sinkenden Abiturquote und steigenden ohne Abschluss-Quote geht.

  11. „Wir brauchen in Deutschland eine große Initiative für eine Sommerschule, die Kinder mit deutlichen Lernrückständen unterstützt.“ (Kretschmann/ N4T-Artikel., s.o.)

    Mein innovativer Vorschlag:

    Wir brauchen in Deutschland eine große Initiative für eine Sommerschule, die Bildungsminister mit deutlichen Lernrückständen unterstützt.
    Ein bisschen von ihren Sommerferien knapsen die doch sicher gern ab….
    Bildung ist schließlich wichtig….und man lernt ja nieee aus… 😉

    • Jaaaa, das ist doch mal ein sinnvoller Plan…ich befürchte allerdings, dass das keinen Effekt haben wird, da diese ja bekanntermaßen völlig erkenntnisresistent sind. Eine frühere Kollegin von mir, die seit vielen Jahren im wohlverdienten Ruhestand ist, sagt in solchen Fällen sogar in einem Revisionsgespräch mit dem zuständigen Dezernenten: „Hören Sie doch auf, mir meinen Job erklären zu wollen – man kann aus Scheiße keine Rosinen backen.“ Nicht pc aber sehr treffend.

    • Warum halten die Minister unbedingt daran fest, das Schuljahr auf Biegen und Brechen zu retten? Diese Lücken ziehen sich durch die ganze schulische Laufbahn und man geht mit einem schlechteren Abschluss ab, der einen lange begleitet.
      Sinnvoller wäre es doch, wenn schwacher Schüler das restliche Schuljahr nutzen, um die bereits entstandenen Lücken zu schließen und notfalls zu wiederholen. Man hätte es als Chance nutzen können.
      Auf dem Arbeitsmarkt wird ja man wohl später eher auf den Notenschnitt als auf eine längere Verweildauer in der Schule schauen.

      • @Student

        Offensichtlich wollen unsere kreatiefen KuMis wenigstens irgendwas retten und so soll es halt ein Jahr sein.

        Das fordert keine Luftfilter und geht von ganz allein vorbei…

        Das rächt sich nicht bei Wahlen, jammert nicht und lässt sich leichter retten, denn es wird nicht krank. Man muss mit den Mindestanforderungen anfangen, die Erfolg versprechen. Sonst kommt es ganz schnell zu Entmutigung, Aufgabe, Verweigerung, Versagen…

        Ein fröhliches Döp aus SH.

        Niedrige Inzidenzen, alles toll, falsches Gefühl der Sicherheit….

  12. Hier in Bayern wurden bereits die Faschings-Ferienwoche gestrichen. Die Kinder lernen nun seit Januar ohne Unterbrechung bis Anfang April (Ostern). Man merkt schon jetzt, dass sie die Ferien gebraucht hätten!
    Und dann wird jetzt schon wieder über Streichungen der Ferien gesprochen?!

    Ja um Gottes Willen, wo denkt ihr denn an die Kinder? Wo an das Kindeswohl das so hervorgehoben wird?
    Was bringt euch denn dieser nachgeholte Lernstoff wenn die Kinder reihenweise unter der Belastung zusammenklappen??!!
    In den Faschingsferien sollte auch Lernstoff nachgeholt werden – wow, DAS hat sich wirklich gelohnt.. ..ha ha ha.
    Das bißchen hätte man sich sparen können!!

    ICH werde da nicht nochmal mitmachen – mein Kind macht normale Ferien……man kann die Kinder für das was im Außen geschieht nicht strafen indem man sie kaputtlehrt.

    Die Präsidenten – egal auf welcher Ebene oder Stelle – sollten vielleicht einmal etwas realer werden…..und vor allem nicht alle über einen kamm scheren.

    Denkt mal zurück – In Kriegszeiten hatten die Kinder auch keine Schule wie geplant. Aus den Menschen ist auch was geworden!

    Lasst endlich die Kinder sich erholen!

  13. @S.R.:das sehe ich genauso!!!!

    LASST UNSERE KINDER IN RUHE IN DEN GEPLANTEN FERIEN!!!!!

    In dieser Zeit koennen sie beim besten Willen nicht den versaeumten Lernstoff aufholen.
    Kinder und Lehrer brauchen, wie wir Alle, ihre Erholungsphase!!!!

    Kann doch nicht sein, das sie fuer die Unfaehigkeit der Politik,egal auf welcher Ebene, BESTRAFT werden!!!!

    Die KM haben 1 Jahr verpennt, dort gibt es scheinbar keinerlei Konsequenzen fuer das Versagen, und alle Anderen sollen dies nun ausbaden, UNGLAUBLICH!!!!

    Ich schliesse mich den Vorrednern an:nicht unsere Kinder und Lehrer sollen einen Crashkurs in den Sommerferien erhalten, sondern die Politiker, allen voran die KM!!!
    Herr Kretschmann darf dieser Klasse dann gern beitreten! Reiner Wahlkampf auf Kosten der Gesundheit

    Vielleicht kommen dann mal vernuenftige Planungen fuer die Schulen/Kitas zustande.

  14. Oh je, die armen bayrischen Kinder.
    Also, hier in Schleswig-Holstein gibt es gar keine Faschingsferien. Die Schüler und Schülerinnen müssen immer von Januar bis zu den Osterferien durchhalten. Sie haben es überlebt.
    Die Verkürzung der Sommerferien steht aber nicht zur Diskussion.
    Eine Frechheit, sowas vorzuschlagen.

    • Die Kinder in Schleswig-Holstein haben aber dann wenigstens in einer anderen Woche Ferien. Denn die Anzahl der Ferientage ist bundesweit einheitlich festgelegt. Ich finde zudem, dass grundsätzlich nach allerspätestens acht Wochen die Luft raus ist und die Kinder Erholung brauchen. Ich würde also auch den Kindern in Schleswig-Holstein eine solche Verschnaufpause gönnen.

      • Haben die Kinder in SH ja auch. Der Montag nach den Halbjahreszeugnissen ist ein Schulentwicklungstag mit einer ganztägigen Fortbildung aller LuL und für die Kinder, die nicht betreut werden müssen, somit ein Ferientag!

  15. Viel dummes Zeug schon von dem gelesen, aber das übertrifft so ziemlich alles m
    Aber, wer selbst keine Kinder in der heutigen Zeit in der Schule hat, kommt auf so einen Quatsch.

  16. Ach Leute,
    wenn jetzt demnächst bald später vielleicht die Impfungen für nicht viele kommen, muss doch ein anderer Weg zur gründlichen und sorgfältigen Durchseuchung gefunden werden…

    Und im letzten Kernsommer haben wir ja auch alle Kerndefizite (manchmal ist die Autokorrektur doch ganz schön gut) – Lerndefizite – aller Schüler, zumindest bei den dreien, die, trotz verbindlicher Anmeldung, ab und an da waren, kaum ausgleichen können.
    (Ironie an, Ironie aus – Anfang, Ende – entscheidet selbst)

    Das ist blinder, teurer Wahlaktionismus.

    Klar, würden viele Eltern ihre Kinder nur zu gerne schicken. Keine Urlaubstage durch LockDown light mit Verlängerung, kein Geld für Urlaub, Kinder lange genug „am Hals“, …), aber den Lernstoff nachholen? Wer das ernsthaft glaubt, dem erscheinen auch der Osterhase mit dem Weihnachtsmann und sie singen im Duett Döp, Döp, Döp, Döp, Döp, Döp, Döp, Döp

    Ich danke für diesen Link. It lights up my life.

  17. @ Student: Die von Ihnen vorgeschlagenen Unterstützungsmechanismen sind gut, aber leider nicht bezahlbar (aus Sicht der Politik).

    Wir (in Hessen) suchen an unserer Schule tatsächlich jedes Jahr zu Schuljahresbeginn (und zum Halbjahr) – es ist hauptsächlich ein „Saisongeschäft“ – händeringend Lehrkräfte, die uns das Staatliche Schulamt nicht schicken kann. Wenn wir in den letzten Jahren nicht durch unsere ehemaligen Praktikanten auf Studenten hätten zurückgreifen können, hätten uns regelmäßig ca. 10-15% Lehrer gefehlt. Auch suchen wir permanent Unterstützung im Bereich des (bezahlten) Vertretungsunterrichts und im Ganztagsbetrieb. Ich kann Sie nur ermutigen, weiter die Schulen direkt anzuschreiben oder anzurufen! Auch wenn wir vielleicht akut niemanden brauchen, führen wir an unserer Schule jedoch Listen mit Interessenten, um im Notfall darauf zurückgreifen zu können. Die Staatlichen Schulämter führen übrigens ebenfalls solche Listen, die sie den Schulleitern dann zum Abtelefonieren zur Verfügung stellen…

    Ein Problem könnte bzgl eines möglichen TVH-Vertrags tatsächlich Ihre Fächerkombination sein. Lehrkräfte, die mit befristeten Verträgen eingestellt werden, dürfen (in Hessen) nur in ihren studierten Fächern (oder sehr ähnlichen Fächern) eingesetzt werden. Wer also beispielsweise Philosophie als Fach hat, darf vielleicht noch Ethik unterrichten, aber kein Mathe oder Englisch. Das begründet sich damit, dass man sonst wohl einen Grund hätte, um eine unbefristete Anstellung einzuklagen. Und Gymnasiallehrer sind derzeit einfach noch relativ viele auf dem „Markt“…

    • Danke für den interessanten und freundlichen Hinweis. Naja…das eigene Fach sollte es natürlich sein. Und für Studenten macht eine befristete Stelle auch mehr Sinn.
      Gestern habe ich eine weitere Absurdität erfahren. Der Lehrer meiner Nachhilfeschülerin fällt aus. Nun werden 2 Klassen zusammengelegt. Bei der anderen Klasse gab es schon eine Zusammenlegung, weil auch da ein Lehrer ausfiel. Somit werden aus 3 Klassen eine gemacht. Wie das in der Krise funktionieren soll, ist ein Rätsel. Denn Corona-bedingt muss diese Klasse wieder geteilt werden. Die Lehrkraft muss also zwischen 3 Klassen hin- und herspringen. Aber das ist wohl noch immer besserer Unterricht als mit fremder Hilfe. Willkommen im Bildungsnotstand. Ich rege mich nicht mehr auf, das sind dann die Probleme anderer Leute.

  18. Zusätzliches Personal wäre sicherlich nicht schlecht. Lehramtsstudenten und Studenten der sozialen Arbeit haben aber wenig Erfahrung mit DAZ. Kinder mit Migrationshintergrund hatten es in den letzten Wochen nicht leicht! Zumindest ist das meine Erfahrung..Daher wäre es gut, wenn man auch mal Stellen für ausgebildete DAZ Lehrkräfte ausschreiben würde!

    • Aber alle Lehramtsstudenten müssen doch DAZ belegen. (Ob man dann tatsächlich die Kompetenzen hat, ist was anderes).
      Und wie gesagt: es geht ja nicht nicht nur um feste Stellen, sondern um zusätzliches Personal, was vielleicht zur Entlastung eingesetzt werden könnte.
      Aktuell in den Nachrichten läuft wieder das „Gejammer“ (PARDON!) über zuviel Unterrichtsausfall, den es auch vor der Krise schon gab. Bei einer Notlage muss man handeln und notfalls neue Konzepte entwickeln. Aber für konstruktive Vorschläge sind Politiker nicht offen.

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