„Zwingend erforderlich“: Lehrer aller Schulformen werden ab sofort geimpft

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MAGDEBURG. Lehrkräfte aller Schulformen in Sachsen-Anhalt sollen sich ab sofort gegen Corona impfen lassen können. Auch weiteres Personal der Schulen bekomme ein Impfangebot, teilte das Sozialministerium in Magdeburg am Mittwoch mit.

„Wichtiger Beitrag zum pandemiefesten Schulbetrieb“: Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU). Foto: Steffen Prößdorf / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Dazu zählen unter anderem Menschen, die in Sekretariaten oder als Reinigungskräfte arbeiten, aber auch Referendare oder Praktikanten. «Mit Blick auf die zugespitzte epidemiologische Lage ist dieser Schritt zwingend erforderlich», sagt Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) laut Mitteilung. Bislang waren Beschäftigte an Grund- und Förderschulen impfberechtigt.

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) bezeichnete die Entscheidung als einen «wichtigen Beitrag zum pandemiefesten Schulbetrieb». Bislang sei die Impfbereitschaft unter Lehrkräften sehr hoch. «Ich hoffe, dass nun auch alle Kolleginnen und Kollegen der weiterführenden Schulen das Impfangebot wahrnehmen», wird Tullner in einer Mitteilung des Bildungsministeriums weiter zitiert. Bis Ende kommender Woche soll die Zahl gelieferter Impfdosen Angaben des Sozialministeriums zufolge auf insgesamt 452.550 steigen. Bislang hätten 9,3 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt eine Erstimpfung, 3,8 Prozent die Zweitimpfung erhalten. dpa

Egal, welche Inzidenz: Sachsen-Anhalt will alle Schulen geöffnet lassen

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29 KOMMENTARE

  1. Bravo! Das ist die zwingende Konsequenz, wenn man an den offenen Schulen festhalten will, und fair für die Lehrkräfte der SI/SII, die mitnichten weniger gefährdet sind als die GrundschullehrerInnen. Ich hoffe, dass das in den anderen Bundesländern Schule macht!

    • Das stimmt nicht. Ihre Äußerung offenbart, dass Sie noch nie eine Grundschule von innen gesehen haben. Selbstverständlich sind Grundschullehrkräfte gefährdeter. Sie sind viel näher am Kind, kleine Kinder achten weniger auf die Hygienevorschriften und kleine Kinder verbreiten Erkältungsviren jeglicher Art viel stärker als große. Fragen Sie mal Ihren HNO-Arzt! Der behandelt alle Lehrkräfte und auch Kindergärtnerinnen.
      Selbstverständlich sollten alle LuL geimpft werden. Trotzdem gibt es auch in dieser Gruppe Personen, die ein höheres Berufsrisiko tragen als andere!
      Freuen Sie sich doch einfach, dass Sie jetzt auch geimpft werden, statt die Realitäten zu verdrehen!
      Und abgesehen davon ist eine Erstimpfung mit AZ noch lange keine Begründung, die Schulen egal unter welchen Bedingungen offenzuhalten!

        • Bei den Abiturienten verschwand das Corona-Regelbewusstsein mit zunehmender Sicht auf das bevorstehende Schulende. Nothing gonna stop us now. Mal abwarten, wie sich 10er und 11er die nächste Zeit angesichts sich zuspitzender Pandemie verhalten, die werden in voller Präsenz meistens mit einer Stärke von etwa 25 beschult. Außerdem will die Regierung im Saarland als Modellregion nach Ostern weitere Öffnungsschritte vornehmen, zwar mit Testungen, aber wer nimmt dann noch Corona-Vorsichtsmaßnahmen ernst. Entweder kommt es erst gar nicht soweit oder dann geht es richtig ab.

      • Dank falscher Konditionierung der Km’s vor den Herbstferien, halten sich auch die höheren Jahrgänge an nichts. Gruppenkuscheln in den Pausen ist in. An meiner Schule herrschte Chaos mit Infektionen und Quarantäne- Bildungsgerechtigkeit? Wir sind seit Januar- mit Maske in Vollpräsenz- Treffen und feiern ohne Maske war gerade üblich- keiner hat mehr Bock- die Jungen erst recht nicht. Werden ja laut Kumi nicht krank. Ich bin über 50, Blutgruppe A und möchte nicht probieren, ob ich schwer erkranke. Alle Berufe, die eigentlich keinen Abstand halten dürfen, müssen priorisiert werden. Auch Schüler*innen über 16, weil Schulpflicht. Die über 79jährigen feiern keine Parties. Ein Monat früher oder später geimpft zu werden ist zwar nicht toll, aber die Senioren wollen bestimmt nicht ihre Kinder Ü 50 verlieren oder gar die Enkel.

      • Leider liegen Sie falsch. Die Berufsschullehrer für Altenpflege und Erzieher*innen sind genauso gefährdet, weil unsere Schüler in den Einrichtungen tätig sind und in die Schule kommen.

    • Wenn die Parteien allerdings im falsch verstandenen Interesse an den Bürgern den Karren an die Wand fahren, werden die, die heute noch lautstark noch Öffnungen schreien, ganz kleinlaut werden und sie auch nicht mehr wählen. Motto: Das haben wir doch nicht gewollt!

  2. Natürlich wären wir alle gerne geimpft, keine Frage – aber was ist mit den Personen in Impfgruppe 2, die ein noch höheres Risiko für einen schweren Verlauf haben als die durchschnittliche Lehrkraft? Das sind u.a. die über 70-Jährigen und Menschen mit Vorerkrankungen! Was ist mit den Eltern, in deren Haushalte das Virus durch die Schüler eingetragen werden kann? Wieso nennt man das einen „pandemiefesten Schulbetrieb“, wenn zunächst lediglich Lehrkräfte und sonstiges Personal geimpft werden? Liebe Kultusminister und -ministerinnen, habt Ihr da nicht noch ein bisschen was vergessen? Schule besteht nicht nur aus Euren Lehrkräften oder Sekretärinnen und Hausmeistern!

    • @Ich_bin_neu_hier:
      Zum x-ten Mal: Ganz einfach. Die über 70-jährigen können zuhause bleiben.
      Im Gegensatz zu den LuL, die sich täglich einem wesentlich höheren Risiko aussetzen, obwohl das eigentlich gar nicht nötig wäre (bei geschlossenen Schule oder besseren Schutzmaßnahmen). Und die überdies noch viel mehr Lebensjahre vor sich haben. Und trotz Vorerkrankungen arbeiten gehen.
      Eltern können ihre Kinder ja zuhause lassen, wenn es ihnen wirklich um ihre Kinder geht.
      Ich habe lange überlegt, ob ich auf diesen Unsinn wirklich noch antworten soll. Mir platzt so langsam der Kragen.

      • Ist doch kein Unsinn. Viele Eltern MÜSSEN arbeiten und ihre Kinder in die Schule und Kita bringen. Die haben sich genauso ein Recht auf Impfung

      • @Sigi: Vielen Dank, dass Sie mich korrigieren. Ihren Worten entnehme ich, dass die Schulbesuchspflicht in allen Bundesländern derzeit aufgehoben ist („Eltern können ihre Kinder ja zuhause lassen“) – das hatte ich hier im Kommentarbereich von news4teachers mehrfach anders verstanden und bitte mein Versehen zu entschuldigen.

        Ebenso wenig war mir bewusst, dass über 70-Jährige („Die über 70-jährigen können zuhause bleiben“) in Altenpflegeeinrichtungen nicht durch Ausbrüche gefährdet sind oder dass alle übrigen über 70-Jährigen sich selbst versorgen können – ein Eintrag des Virus durch pflegende Angehörige bei häuslicher Pflege kann somit bei unserer Betrachtung offensichtlich außen vor bleiben.

        Die noch vor Ihnen liegenden Lebensjahre gönne ich Ihnen von Herzen („Und die überdies noch viel mehr Lebensjahre vor sich haben“) und Sie haben höchstwahrscheinlich auch größere Chancen, diese noch zu erleben, als ein ungeimpfter über 70-Jähriger. Denn die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Verlaufs ist bei Covid-19 sehr stark ans Alter gekoppelt – mit andern Worten: auch bei einem (im Vergleich zu einem über 70-Jährigen) höheren Infektionsrisiko durch Präsenzunterricht können Sie durchaus ein geringeres Risiko haben zu versterben als der über 70-Jährige, der soweit überhaupt möglich seine Kontakte einschränkt.

        Daraus erklärt sich nach meinem Kenntnisstand die ursprüngliche Impfpriorisierung. Wenn man also Lehrkräfte – gerade auch der Sekundarschulen – in der Impfreihenfolge vorzieht, um die Schulen offen zu halten, verursacht das vermeidbare Todesfälle in anderen Personengruppen. Dieser Preis erscheint mir persönlich zu hoch und moralisch nicht zu rechtfertigen.

        Bitte beachten Sie, dass ich dies nicht (!) als Argument ansehe oder zu nutzen versuche, um einen Präsenzbetrieb in den Schulen ohne hinreichende Schutzmaßnahmen für alle am Schulleben Beteiligten zu fordern oder zu rechtfertigen. Diesbezüglich schließe ich mich vollumfänglich Jan aus H in seinem Beitrag vom 24. März 2021 um 20:24 an, der auf meinen ursprünglichen Kommentar folgt.

      • Alles gut, nicht aufregen. Ich stimme voll zu. Wir, LehrerInnen, kommen am Schulbetrieb nicht vorbei, solange das Mantra der Schulöffnungen bestehen bleibt. Was haben wir nur verbrochen, dass man uns Impfungen und Arbeitsschutz vorenthalten will. Ich gönne allen die Impfung, aber schon festgestellt, geht es um die Notwendigkeit und Dringlichkeit, nicht zu erkranken, sondern gesund zu bleiben. Kranke LehrerInnen stehen für Unterricht nicht mehr zur Verfügung!

  3. Und die SuS und deren Eltern? Wann bekommen die ein Impfangebot? ALLE in den Schulbetrieb Involvierten sind gefährdet und sie sollten ALLE ein solches Angebot bekommen.

    Bis dahin muss die Schule entweder zu oder man muss für maximalen Gesundheitsschutz sorgen.

    • Schon komisch, dass man die gefährdeten Eltern nicht mal erwähnt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Schüler untereinander anstecken und danach ihre ganze Familie geht in der Impfdiskussion ganz unter.

      • Genau! Es kommt seitens der Politik oft so rüber, dass man Schulöffnungen bedenkenlos verantworten kann, sobald alle Lehrer geimpft sind. Das ist nicht zu Ende gedacht. Aufgrund der Schulpflicht müssen die Kinder in die Schule gehen, obwohl sie, ihre Eltern und vielleicht auch ihre Großeltern, mit denen sie in einem Haus leben, noch nicht geimpft werden konnten. Aber sobald alle Lehrer geimpft sind, gibt es ja keinen hohes Risiko mehr!

  4. Macht doch endlich die Schulen zu!!
    In Bayern in einigen Bezirken Inzidenzen über 300. Über 300! Verantwortungsbewusstsein bei den Freien Wählern und ihrem Minister NULL.
    Wenn die CSU noch Wert auf Wähler legt, die keine Querdenker sind, wäre eine komplette Schulschließung ein gutes Zeichen. P1 ist schon in HH. P1 und B117. Dazu offene Schulen. Ein Vireneldorado.
    Es sind noch nicht einmal alle über 80 geimpft.
    Warum sollen jetzt Risikogruppen weiter warten, nur weil verblendete Minister auf Teufel komm raus ihren Präsenzwahn ausleben müssen?

    • Also ich komme auch aus Bayern und da findet ab einer Inzidenz von 100 in allen Schulen Distanzunterricht statt!!! Auch in den Grundschulen und da geht kein Kind in die Schule. Das ist in ganz Bayern so der Fall! In welcher Region in Bayern haben denn bei einer Inzidenz von 300 die Schulen geöffnet? Das würde mich wirklich mal interessieren! Ausgenommen die Abschlussklassen – die sind ab einer Inzidenz von 100 im Wechselunterricht.

      • Jetzt muss ich noch kurz ergänzen… In unserem Nachbarkreis sind alle Kinder – auch die Grundschüler – seit Mitte Dezember zu Hause und haben seitdem keinen Klassenraum mehr von innen gesehen (ausgenommen die Abschlussklassen). Weil sie einen Inzidenz Wert von stabil knapp über 100 haben! Da finde ich Ihren Kommentar etwas unangebracht. Außer sie nennen wir den Kreis in Bayern, bei denen die Schulen bei 300 geöffnet haben…

  5. Das Ansinnen der Politik ist klar:
    Lehrer geimpft – damit sind will endlich die Kritik los, dass wir seit einem Jahr nichts gegen die Pandemie an Schulen unternommen haben. Abgesehen von halben Klassen und endlich Masken.

    Seit dem Herbst habe ich die Maske konsequent im Unterricht auf, halte Abstand und wähle meinen Platz immer am Fenster. Die meisten Kolleginnen und Kollegen machen dies ebenso, und es hat bisher gut funktioniert.

    Wichtig ist mir, dass unsere Eltern sich erst alle impfen können!

    Dafür kann man lieber noch ein paar weitere Wochen warten und sich weiterhin gut schützen, bevor man dann (wohl geimpft) wieder eine volle Klasse ohne Mundschutz im Unterricht hat.

    Die paar Wochen früher wieder volle Klassenstärke, sind es nicht Wert, dass viele Ältere und Risikogruppen warten müssen.

  6. Natürlich ist es richtig, alle Lehrkräfte zu impfen.

    Der positive Effekt auf die Inzidenz wird allerdings zunichte gemacht, wenn man andere Schutzmaßnahmen vernachlässigt.

    Weiterhin wichtig sind:
    Luftfiltergeräte
    Frischluftwärmetauscher
    Masken im Unterricht

  7. Und zu Sigi, das mit dem zu Hause lassen ist so eine Sache. Wir machen das, aber es ist ein großer Unterschied, ob die ganze Klasse ordentlichen Fernunterricht bekommt oder nur dein Kind allein über gesendete Aufgabenblätter sitzt. Der soziale Druck, der hier aufgebaut wird, ist enorm. Inzwischen verstehe ich auch die Eltern, die ihr Kind trotz eines mulmigen Gefühls in die Schule schicken. Zudem muss meine Tochter bei einer Inzidenz von über Hundert für Klausuren präsent sein, davor quetscht sie sich durch einen Eingang aufgefüllt mit 5 und 6 Klässlern viele ohne oder mit schlecht sitzender Maske, um sich dann mit allen 27 Klassenmitgliedern samt Lehrerin im Pausenhof zu treffen und dann erst werden die beiden Räume für die Klausur aufgesucht. Danach stehen dann die Mädchen, die sich 3 Monate lang nicht gesehen haben, im Kreis und tratschen miteinander. Soviel zu Thema, behalten sie ihr Kind halt zuhause. Zudem geht das ja auch nicht in jedem Bundesland.

    • @mm:
      Natürlich geht das in jedem Bundesland. Schreiben Sie Ihrem Kind eine Entschuldigung. Ihr Kind hat zuerst eine Woche Kopfschmerzen, dann Halsschmerzen, dann Fußschmerzen, dann Bauchweh.
      Natürlich kann jedes Elternteil entscheiden, das Kind zur Schule zu schicken oder nicht.
      Und dann müssen Sie eben mit den Konsequenzen leben – mit den einen oder den anderen.
      Genauso wie ich mich jeden Tag neu entscheiden muss, ob ich gesundheitlich dazu in der Lage bin, Ihr Kind weiter zu „unterrichten“ oder nicht.

      • Wir leben in BW und meine Kinder sind nicht im Präsenzunterricht und wir leben mit den Konsequenzen. Übrigens auch mit der Aussicht, noch lange nicht geimpft zu werden. Darum ging es ja. Hab ich aber oben beschrieben. Meine Kinder müssen sie demnach nicht unterrichten. Weder geimpft noch ungeimpft.

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