„Königsweg“: Lorz will Schulbudgets aufstocken – für Förderkurse

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WIESBADEN. Schüler brauchen Unterstützung, um verpassten Schulstoff aus der Coronazeit nachzuholen. Darin sind sich die Abgeordneten im hessischen Landtag einig. Nur über das Wann und Wie herrscht Uneinigkeit. Der Kultusminister stellt einen «Königsweg» vor.

ucht händeringend Grundschullehrer: Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: Hesssisches Kultusministeriums
Die Schulen sollen sich kümmern – er besorgt Geld: Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: Hesssisches Kultusministeriums

Um Lernrückstände der Schülerinnen und Schüler aus der Corona-Pandemie zu kompensieren, sollen Hessens Schulen mehr Geld vom Land bekommen. Das kündigte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Donnerstag im Landtag in Wiesbaden an. «Wir werden allen Schulen Mittel zur Aufstockung ihrer Schulbudgets zur Verfügung stellen», sagte er. «Denn das ist für mich der Königsweg.» Damit könnten die Schulen vor Ort die Maßnahmen ergreifen und finanzieren, die sie für sinnvoll und erforderlich hielten. Dies könnten beispielsweise zusätzliche Förderkurse oder Hausaufgabenhilfen sein.

Die Pandemie habe zu einer hohen Belastung gerade von Kindern und Jugendlichen geführt, betonte Lorz. Umso wichtiger sei es, die Schulen in den Blick zu nehmen. Dabei gehe es nicht nur um Lernrückstände, sondern auch der Mangel etwa an sozialen Kontakten und Bewegung mache den Kindern und Jugendlichen zu schaffen. Dies auszugleichen sei eine «gesamtgesellschaftliche Aufgabe», sagte der Minister. Das Problem müsse sehr grundsätzlich und mit langem Atem angegangen werden.

Die Abgeordneten waren sich fraktionsübergreifend einig, dass Schülerinnen und Schüler bei der Kompensation von Corona-Lernrückständen unterstützt werden müssen. Die Opposition warf der Landesregierung jedoch vor, das Problem nicht konsequent anzugehen.

243.000 Jugendliche ab Klasse sieben seien seit Mitte Dezember nicht mehr in der Schule gewesen, sagte der SPD-Bildungsexperte Christoph Degen. «Das Coronavirus hat psychische Spuren bei so vielen hinterlassen, die man mit ein paar Lerncamps sicher nicht wegwischen kann.» Es dürfe nicht nur darum gehen, Lernrückstände aufzuarbeiten, sondern man müsse auch psychische und soziale Probleme in den Blick nehmen, sagte Degen. Im Land werde jedoch beim dringend nötigen Corona-Aufholprogramm gezaudert und gezögert.

«Die Schulen sind im Ausnahmezustand, die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes haben im Kern zu einem Lockdown für Kinder geführt, und Kinder- und Jugendpsychologen schlagen seit Monaten Alarm», sagte der FDP-Bildungsexperte Moritz Promny. Die Liberalen schlagen unter anderem das «Konzept der offenen Schule» vor. Dann erhielten Schülerinnen und Schüler, die nach Einschätzung ihrer Lehrkraft besonders unter den Schließungen leiden, in der Schule einen Arbeitsplatz sowie die notwendige Infrastruktur und Ansprechpartner.

Außerdem sollten «digitale Schuljahre» im Netz bereitgestellt werden, damit Schüler versäumten Stoff gut nachholen könnten. Unterstützung könnte es auch von Studenten geben, die als «Lernbuddys» schwächeren Schülern zur Seite stehen – und dann diese Leistung auf das Studium angerechnet bekommen.

«Seit Monaten wird über Lernrückstände diskutiert, aber die Landesregierung hat nicht entschlossen genug gehandelt», sagte Promny. Die Rückstände seien noch nicht mal erhoben. dpa

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3 KOMMENTARE

  1. Wir haben in BW-Mannheim G8 und man möchte die Lernlücken mit Zusatzstunden, Lernbrücken, Förderprogramme, Feriencamps, Nachhilfeprogramme aufarbeiten. Bei G8 bzw. verkürzten Schuljahr ist dies für die Schülergeneration eine Überforderung und noch zusätzlicher Stess bei G8. Die heranwachsenden Kinder haben Hausaufgaben zu erledigen, Schulstoff vorbereiten und nachbereiten, Lernzeit für Test und Klassenarbeiten täglich zu leisten. Die Schülergeneration hat nicht nur Lernrückstände aufzuholen auch die persönliche Entwicklung und Entfaltung möchte erfahren werden in der Freizeit und im Klassenverbund. Die Sehnsucht nach Lebensfreude und Normalität ist sehr groß und dieser Bereich ist schon eine Ewigkeit lahm gelegt. Grundlegende Entwicklungschritte konnten nicht gelebt und nicht erfahren werden. In Mannheim sind alle Beratungsstellen überlaufen und haben eine sehr lange Wartezeit. Die Pandemie hat alle sozialen Schichten getroffen und egal welcher Herkunft und wir fordern für BW- Mannheim ein https://www.phv-bw.de/phv-bw-zu-einem-corona-aufholjahr-fuer-schueler-am-allgemeinbildenden-gymnasium-durch-uebergang-auf-g9-ab-september-2021/ Corna Aufholjahr ab September 2021. Den Kindern die eine erste Lebenskrise erfahren, möchten wir Eltern eine angemmessene Zeit für die Bildung im vertrauten Umfeld an der besuchten Schule ermöglichen. die Kinder und Jugendlichen müssen sich auch wieder im Klassenverbund neu Zusammenfinden und aufstellen. Der Freizeitbereich muß auch Platz einehmen um Freundschaften zu pflegen und andere Angebote außerhalb der Schule ermöglichen. Dies ist bei G8 alles nicht möglich und die Schulpolitik muss dies endlich anerkennen. Einen realistischen Blick benötigt die Schulgeneration für die weitere Entwicklung auf Ihrem Lebensweg.

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