Hamburgs Schüler sollen ab Ende Mai wieder alle in Präsenz lernen

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HAMBURG. Das wegen der Corona-Pandemie monatelange Homeschooling neigt sich offenbar auch in Hamburg dem Ende zu. Von Ende Mai an sollen sukzessive wieder alle Schüler in voller Klassenstärke und in den Schulgebäuden unterrichtet werden.

Will schrittweise öffnen: Bildungssenator Ties Rabe. Foto: Senatskanzlei Hamburg / Michael Zapf

Hamburgs Schüler können dank stetig sinkender Corona-Zahlen von Ende Mai an sukzessive wieder in voller Klassenstärke und in Präsenz unterrichtet werden. «Ab 31. Mai werden viele Jahrgangsstufen in voller Präsenz wieder jeden Tag zur Schule gehen dürfen», sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) dem «Hamburger Abendblatt». Welche Klassen das genau betrifft, sei aber noch unklar. Ein Sprecher der Schulbehörde sagte am Mittwoch: «Welche Klassenstufen konkret ab Ende Mai in den vollen Präsenzunterricht gehen können, ist noch Gegenstand von Beratungen.»

Erst Anfang der Woche waren nach teils monatelangem Homeschooling wieder alle Jahrgänge im Wechselunterricht in Schulen zurückgekehrt, werden seither aber nur in kleineren Gruppen unterrichtet. Zuvor mussten rund 40 Prozent der rund 200.000 Schüler der allgemeinbildenden Schulen ausschließlich zu Hause lernen.

Rabe bleibt mit seiner Ankündigung knapp unter dem kürzestmöglichen Abstand zwischen den im Senatskonzept festgelegten Öffnungsschritten. «Zehn bis 14 Tage nach Schritt 2 erfolgen Anfang Juni in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen in einem dritten Schritt weitere Öffnungen», hatte der rot-grüne Senat am Dienstag erklärt. Dazu sollten dann unter anderem auch Schulen, Hochschulen und Kitas zählen. Die zweite Stufe tritt an diesem Samstag in Kraft. Dazu zählt etwa unter Auflagen die Öffnung der Außengastronomie und des Einzelhandels.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, lag in Hamburg am Mittwoch bei 44,2 – und damit nach tagelangem Rückgang wieder leicht über dem Vortageswert von 43,5. Vor einer Woche hatte der Wert noch 75,9 betragen.

Das Elternbündnis «Initiative Familien» kündigte am Mittwoch an, dem Senat am Donnerstag am Rathaus einen offenen Brief an die Landesregierungen und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu übergeben. Darin beklagt es unverhältnismäßige Maßnahmen, die Kindern und Familien auferlegt würden, und fordert eine vollständige Öffnung der Kitas und die Rückkehr zum Präsenzunterricht.

Rabe wies die Forderung zurück. «Monatelang wurde die Schulöffnung in Hamburg als zu weitgehend und zu gefährlich kritisiert, jetzt kann es plötzlich nicht schnell genug gehen», sagte er dem «Abendblatt» (ungeachtet der Tatsache, dass die «Initiative Familien» keineswegs für alle Eltern in Hamburg spricht) – und fügte an: «Wir bleiben unserer Linie treu und bewegen uns im Mittelfeld aller Bundesländer.» News4teachers / mit Material der dpa

Schon wieder: NRW ignoriert Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts – Schüler kehren ab 31. Mai in voller Klassenstärke zurück

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2 KOMMENTARE

  1. Wir haben die gleiche Inzidenz, aber wir müssen noch länger Wechselunterricht machen. Die SPD in RP arbeitet an G18.

    • Wechselunterricht bis zu den Sommerferien wäre mir in Hamburg auch lieber. Für die SuS hat sich ja nichts geändert, keine Luftfilter, keine Impfungen, nur das Virus ist ansteckender geworden, und die indische Variante ist unweit von Hamburg, Pinneberg, auch schon angekommen. Super Plan, wieder 25 Menschen und mehr für vier Wochen vor den Ferien in geschlossenen Räumen sammeln und dann mal gucken, wie viele SuS rechtzeitig zu Ferienbeginn in Quarantäne gehen. Praktisch für die Behörde, dann sind die Schulen ja eh erstmal wieder zu.
      (Das Einzige), Was ich Herrn Rabe, oder eher dem Einfluss von Mediziner Tschentscher ?, zugute halte: die Präsenzpflicht in Hamburg war und bleibt wohl ausgesetzt.

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