GEW-Landeschefin Stein befürchtet erneut geschlossene Schulen und Kitas

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg rechnet zum neuen Schuljahr erneut mit geschlossenen Schulen und Kitas im Land. Natürlich hofften alle auf ein möglichst normales Schuljahr, sagte GEW-Landeschefin Monika Stein der «Heilbronner Stimme» und dem «Südkurier». Sie gehe aber leider davon aus, dass Schulen und Kitas im Herbst oder Winter wieder geschlossen werden müssten und für die Schüler wieder Fernunterricht komme.

Mahnt: Die neue GEW-Landesvorsitzende Monika Stein. Foto: GEW

«Dies liegt daran, weil der Schutz, der nötig wäre, in den Schulen und Kitas nicht vorhanden ist. Hier nimmt die Politik das nötige Geld momentan nicht in die Hand, was sich rächen wird», sagte Stein den Zeitungen. Sie rechnet demnach schon bald mit hohen Infektionszahlen an Schulen und Kitas. Die Landesregierung lasse die Kinder völlig im Stich. Es werde noch immer das Märchen verbreitet, Corona sei generell für Kinder ungefährlich. «Man lässt die Kinder hier in die Infektion reinlaufen», sagte die GEW-Landeschefin.

Die Landesregierung hatte kürzlich neue Corona-Regeln für Schulen und Kitas beschlossen. Diese sehen etwa vor, dass Schüler im Falle der Infektion eines Mitschülers nicht mehr in Quarantäne müssen, sondern alle Schüler einer Klasse fünf Tage lang mindestens mit einem Schnelltest täglich getestet werden sollen. Zudem ist nach einem Infektionsfall in einer Klasse kein Unterricht mehr zusammen mit anderen Klassen erlaubt. Ausgenommen sind dabei etwa Grundschüler. Das neue Schuljahr in Baden-Württemberg beginnt am 13. September. News4teachers / mit Material der dpa

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4 KOMMENTARE

    • Stimmt. Selbst NRW mit seinen dramatisch hohen Schülerinzidenzen, wiegelt jetzt schon wieder ab, indem festgestellt wurde, dass die vielen Infektionen alle durch Reisen verursacht, also außerhalb der Schulen erfolgt seien.
      Hört man das Glöckchen „Die Schule ist ein sicherer Ort, alles Böse kommt von außen“ schon wieder läuten?
      The same procedure as last year, scheint mir. Wieder mal.

      Ich bin gespannt, wann unsere Frau Schopper in das alte neue Liedlein einstimmen wird.
      Dabei hatte ich gedacht, die Frau hätte mehr Charakter als Eisenmann.

  1. Natürlich müssen die Schulen geschlossen werden, wenn die Zahlen durch die Decke knallen! Wenn Kinder daheim sind, sind sie nicht auch noch eine Quelle, um den Mist einzuschleppen.
    Unsere Familie: Mein Mann (Architekt, sieben berufliche Kontakte), ich (arbeite am Empfang einer Klinik, recht gut geschützt, maximal drei nähere Kontakte), drei Schulkinder (je ca. 25 Kontakte + Lehrer, Zug, Bus, Schulhaus). Man muss nicht gut in Mathe sein, um auszurechnen, wer die meisten „beruflichen“ Kontakte hat.
    Meine klare Meinung und übrigens die auch nicht weniger Ärzte und Pflegekräfte: die Schulen komplett zu von Anfang November bis Mitte/Ende März (Fernunterricht ohne Wechsel), Rest: Maskenpflicht und ganze Klasse. Solange nicht mehr Menschen geimpft sind (v. a. auch ältere Schüler), dauert das noch ewig. Meine Schwester ist Grundschullehrerin und hatte es nach eigener Aussage im Lockdown ziemlich gut, weil sie nicht per Computer unterrichten musste. Sie sieht das wie wir, meint allerdings, dass der ganze BigBlueButton-Unterricht den Lehrern und Kindern auf Dauer nicht gut tue. Meine eigenen Kinder fanden es nicht ganz so schlimm, waren allerdings froh, wieder in die Schule zu können. Hier ging es meines Erachtens und verständlicherweise aber zu mehr alls 50% um die fehlenden Sozialkontakte.
    Wenn wir nicht so weitermachen wollen wie bisher, müssen wir so den Herbst/Winter schultern. Kürzlich bei Herrn Plasbergim TV wurde Herr Spahn mit dem Vorwurf angegangen, viele Menschen würden sich nicht impfen lassen, weil sie nicht genug über die Krankheit und deren Gefahren wüssten. Da hat es uns fast umgehauen. Wenn man der Regierung eines nicht vorwerfen kann, dann ist es mangelnde Aufklärung. Wenn wir raus wollen aus dem Mist: Schulen im Herbst/Winter komplett dicht und impfen, was das Zeug hält. Dann sind wir nächstes Jahr im Mai weit besser dran als jetzt und können in eine rosigere Zukunft blicken.

    • Ihr Vorschlag mag ja vernünftig sein, aber die Schließung der Schulen hätte sofort wieder ein Rauschen im Blätterwald zur Folge mit Stellungnahmen von „Bildungswissenschaftlern“, Politikern und der GEW, wie nachteilig das für die Kinder aus bildungsfernem Milieu sei und wie schrecklich eine „soziale Schere“ sich wieder öffnen und die Bildungsungerechtigkeit verstärken würde. Denn mit Distanzunterricht oder selbständig lernen können offenbar nur Kinder aus bildungsnahem Milieu, so heißt es jedenfalls. Was sagen Sie denen denn? Was immer gemacht wird, es ist falsch?

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