Erstklässler will nicht in Schule, Mutter ruft Polizei (die tatsächlich anrückt)

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Weil ihr Kind nicht zur Schule gehen wollte, hat eine Mutter in Schwaben kurzerhand die Polizei um Hilfe gebeten. Die Frau habe mit ihrem sechsjährigen Sohn am Mittwoch vor der Grundschule im Landkreis Günzburg gestanden, der Erstklässler habe die Schule aber nicht betreten wollen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die Frau habe in der Hoffnung auf der Wache angerufen, dass die Polizei ihren Sohn von der Notwendigkeit des Schulbesuchs überzeugen könne.

Die Polizei rückte an. (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Das taten die Polizisten der Inspektion in Krumbach dann tatsächlich und rückten vor der Schule an. Der Junge habe dann ein «Geständnis» abgelegt: Demnach hatte er gar keine Angst vor der Schule selbst, sondern dass ihn seine Mutter dort nicht mehr abholen würde. Die Frau war nach Angaben eines Polizeisprechers wohl tags zuvor einige Minuten zu spät nach Schulende gekommen und ihr Sohn habe deshalb kurz warten müssen, bis er abgeholt wurde. «Der Schulanfänger hatte offenbar Angst, dass dies wieder passieren könnte und er dann am Ende in der Schule bleiben muss, sagte der Sprecher. «Das Kind hatte wohl Trennungsangst.»

Die Beamten hätten dem Jungen erklärt, dass Schule gar nicht so schlimm sei. Der Sechsjährige sei beeindruckt von den Polizisten in Uniform gewesen – und ging danach den Angaben zufolge brav in sein Klassenzimmer. News4teachers / mit Material der dpa

Erstklässler verliert seine Gummischlange in der Schule – Polizeieinsatz

 

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22 KOMMENTARE

  1. Der unfähigen Mutter sollte man den Polizeieinsatz in Rechnung stellen und sie bezüglich ihrer Erziehungsmethoden mal ordentlich ins Gebet nehmen.

  2. Mir gefällt, dass Comedy zunehmend auch im Alltag ihren Platz findet.
    (@Dil: Super Song…einer meiner favourites…) 😉

    • Ich finde da nichts von Comedy. Es ist doch mehr als traurig, dass ein Kind eine kleine Verspätung der Mutter nicht verkraften kann und die Mutter nicht zu durchschauen scheint, dass es offenbar an Vertrauen fehlt. Was für eine groteske „Lösung“ der Situation!
      Mir fiel spontan die kleine Erstklässlerin ein, die mich am dritten Schultag immer wieder fragte, wann Schulschluss sei. So schrecklich ist es doch hier gar nicht in meiner Klasse, war mein Gedanke. Schließlich kam raus: Sie hatte Sorgen vor dem Nachhauseweg. Die Mutter hatte am Vortag nicht an der heimischen Schulbushaltestelle gestanden und das Kind kannte die letzte Wegetappe noch nicht sicher… Es bedurfte übrigens einiger Überzeugungsarbeit, dass die Mutter sich dazu bequemte, den Weg mit dem Kind zu trainieren.

        • Grotesk im Sinne von absurd, übertreiben und unsinnig. Groteskes erzeugt, wenn überhaupt, ein Lachen, das nicht befreit. Bei mir erzeugt die Episode nicht mal ein Schmunzeln, sondern nur Mitleid mit dem Kind und Kopfschütteln über die Mutter.

  3. Dazu noch ein Beispiel aus der Praxis: Mutter ruft Sozialarbeiterin am frühen Morgen an, weil Kind (7 Jahre) nicht aufstehen und zur Schule gehen will. Kurzes Telefongespräch mit Kind, 20 min später ist Kind in Schule. Das ist nicht nur einmal passiert. Was machen diese Eltern, wenn das Kind 14 ist?

      • Nee, die sperren sich dann in ihrem Schlafzimmer ein, weil sie sonst vom 14jährigen eine geballert kriegen.
        Die Polizei wird dann auch nicht mehr gerufen und sollte dies ein anderer tun, ist man halt die Treppe herunter gefallen oder gegen die Tür gelaufen.

      • Übrigens war das der Fall bei Kind Nr. 3 und 4 der selben Familie. Bei Nr. 1 und 2 war ich noch nicht an der Schule und da hatten wir auch noch keine Sozialarbeiter. Inzwischen gibt es Nr. 4 und 5, zum Glück noch Kleinkinder. (bevor jetzt bei irgendwem irgendwelche rechten Gedanken aufkommen – kein Migrationshintergrund)

  4. Wenn das mein Kind gewesen wäre, den hätte ich liebevoll durchs Schultor gescheucht. Da hätte es eine klare Ansage gegeben von meiner Seite. Werden Eltern immer unfähiger? Mein großer Sohn (mittlerweile 22 Jahre alt) der ging nach 4 Tagen komplett alleine zur Schule. Er besuchte auch damals die 1. Klasse. Klar gab es mal Tage, wo Kind keine große Lust zur Schule hatte. Er ist aber trotzdem hingegangen.
    Hier wurde einfach versäumt das Kind in Richtung Selbständigkeit zur erziehen.

    • @Jedimeisterin
      Mehr Selbständigkeit – dafür weniger Selbstsucht.
      Das wäre vermutlich ein guter Ansatz für die weiteren Erziehungsversuche.
      Wie das Kind wohl bald ( oder in ein paar Jahren ) darüber denken wird?
      Ich wage mal zu bezweifeln, dass die Eltern es in Zukunft leichter haben werden mit ihrem Sprößling.

    • @Jedimeisterin:

      „Wenn das mein Kind gewesen wäre, den hätte ich liebevoll durchs Schultor gescheucht. Da hätte es eine klare Ansage gegeben von meiner Seite.“

      Was für eine „tolle“ Idee!
      In dem Artikel steht, dass der 6-jährige Junge Trennungsängste hatte! Irgendwas stimmt wohl in der Beziehung zur Mutter nicht – er vertraut ihr augenscheinlich nicht und hat Angst, dass sie ihn nicht mehr abholt. Da hat wohl eher die Mutter /die Eltern was falsch gemacht! Warum wirft es ein Kind sonst so sehr aus der Bahn, wenn die Mutter sich beim Abholen mal etwas verspätet hat?
      Nirgendwo steht, dass das Kind „keine Lust“ auf die Schule hatte. Es war von der Situation am Tag zuvor so verunsichert, dass es Angst hatte, dass die Mutter wieder nicht kommt. Da läuft bei den Eltern gewaltig was schief … sieht man ja auch an der „grandiosen“ Idee, die Polizei zu holen.

        • @potschemutschka:

          Nichts! Das war ja auch nicht Thema hier!

          Hier ging es eher darum, dass seitens der Kommentatorin auf den selbstsüchtigen Jungen „losgegangen“ wurde, nach dem Motto „na DEM würde ich es aber zeigen“ und der Mutter, die anscheinend in Ihrer Erziehung kein Vertrauen vermitteln konnten, auch noch angeraten wird, ihren 6-jährigen Erstklässler „durchs Schultor zu scheuchen“!

  5. Mein Sohn,hat zwar auch Trennungsangst ,hervor gerufen durch ein Trauma leider. Dieses Trauma ist nicht so leicht zu bewältigen. Ja hier werden,jetzt bestimmt gute Ratschläge kommen. Ich akzeptiere auch die Meinung anderer. KEIN Problem. Aber ich habe,nicht das Recht,: zu urteilen.So wie hier einige schon geschrieben.Was läuft schief? Keiner was ,dort schon vorgefallen ist.,was die Familie erlebt hat….

    • Ob bei einem wirklich traumatisierten Kind, die Polizei das richtige Mittel der Wahl ist, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube eher, in dem Fall, wollte die überforderte Mutter das Kind einschüchtern.

    • @Alexandra Grützner:
      Ja, da haben Sie Recht!!! Keiner weiß, was die Trennungsangst ausgelöst hat. Manchmal können die Eltern auch gar nichts dafür, oder haben schlimmes durchgemacht. Da habe ich mich oben tatsächlich etwas zu pauschal ausgedrückt und das tut mir sehr leid! Mir ging es in meinem Post eher darum, dass der Junge seitens der Kommentatorin als „unerzogen“ dargestellt wurde und das fand ich etwas daneben. Dass nicht immer in der Beziehung der Eltern was schief laufen muss, ist mir zwar bewusst, habe aber zu pauschal geurteilt und geschrieben. Das tut mir leid!

  6. Was hier manche allein aus den paar Zeilen rauslesen, ist schon erstaunlich.
    Ich zum Beispiel habe Verwandte bei der Polizei. Vielleicht hat diese Mutter das auch. Vielleicht war es ja so????
    Nichts genaues weiß man nicht, aber pauschal mal verurteilen. Das geht immer gut

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