RKI-Daten: In drei Bundesländern, die Masken im Unterricht gestrichen haben, explodieren Inzidenzen bei Schülern

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BERLIN. Die Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen sind im Bundes-Durchschnitt leicht gesunken. Kein Wunder: In zahlreichen Ländern, darunter dem bevölkerungsreichsten Nordrhein-Westfalen, sind Herbstferien, weshalb Schülerinnen und Schüler zurzeit dort praktisch kaum getestet werden. Trotzdem zeigen sich die bundesweiten Werte für die jungen Menschen weiterhin auf hohem Niveau. Das hat augenscheinlich einen Grund: In drei Bundesländern, die die Maskenpflicht im Unterricht gestrichen haben (und wo noch keine Ferien sind), explodieren die Fallzahlen unter Schülerinnen und Schülern geradezu.

Hotspots: Thüringen, Bayern und das Saarland – in den schwarz markierten Landkreisen liegt die Inzidenz unter Schülern bei Werten über 500. Quelle: https://semohr.github.io/risikogebiete_deutschland/

Bei den Fünf- bis Neunjährigen verzeichnet das Robert-Koch-Institut für Deutschland eine Sieben-Tage-Inzidenz von 135 (Vorwoche: 143), bei den Zehn- bis 14-Jährigen von 172 und bei den 15- bis 19-Jährigen 114. Die Ursache dafür, dass trotz der Ferien die Fallzahlen hoch bleiben, hat das RKI in einer Mitteilung auf Twitter erläutert: „Die 7-Tage-Inzidenz ist derzeit insbesondere bei den 10- bis 19-Jährigen sehr hoch: in 8 Landkreisen liegt sie über 500“, heißt es. Damit bestätigt die Behörde Berichte von News4teachers, denen zufolge in manchen Landkreisen und Städten das Infektionsgeschehen unter Kindern und Jugendlichen geradezu explodiert.

Sebastian Mohr, Physiker und Statistiker in einer Wissenschaftler-Gruppe um die Max-Planck-Forscherin Viola Priesemann, sammelt aktuelle Corona-Daten und veröffentlicht sie fortlaufend in einer Übersichtskarte mit Inzidenzen in den Städten und Kreisen in Deutschland, die sich auch nach Alter spezifizieren lässt.

Im am stärksten betroffenen Thüringen waren praktisch sämtliche Schutzmaßnahmen in Schulen aufgehoben worden

Schwerpunkte sind danach vor allem Thüringen, Bayern und das Saarland – drei Bundesländer, in denen die Landesregierungen die Quarantäne-Regeln für Kita-Kinder und Schüler gelockert und die Maskenpflicht im Unterricht gestrichen haben, im Saarland sogar im gesamten Schulgebäude. Im am stärksten betroffenen Thüringen waren praktisch sämtliche Schutzmaßnahmen in Schulen aufgehoben worden; dort werden Schüler nicht mal mehr in der Schule auf das Coronavirus getestet. Kinder und Jugendliche mit Symptomen sollen zum Arzt gehen. Das geschieht offenbar massenhaft: Im Unstrut-Hainich-Kreis beispielsweise liegt die Inzidenz bei den Fünf- bis 14-Jährigen bei 940, im benachbarten Landkreis Sömmerda bei 571, im Saale-Kreis bei 540.

Mittlerweile gibt es auch in Bayern drei Landkreise mit Werten über 500 in der Altersgruppe: Berchtesgadener Land mit 734, Straubing-Bogen mit 587 und Cham mit 566. Auch das Saarland ist in dieser unrühmlichen Spitzengruppe vertreten: der Landkreis Neunkirchen mit 530. Wie sehr sich die Herbstferien auf die registrierten Inzidenzen unter Schülerinnen und Schüler auswirken, wird aus der Karte ebenfalls ersichtlich: Im Landkreis Prignitz in Brandenburg ist dort aktuell eine Inzidenz bei Fünf- bis 14-Jährigen von 256 verzeichnet – vergangene Woche, also vor den Ferien, lag der Wert noch bei 938.

Das Robert-Koch-Institut verzeichnet auch immer mehr Corona-Ausbrüche in Kitas und Schulen. „Von Mitte August bis Anfang September 2021 hat die Zahl an übermittelten Ausbrüchen in Kitas wieder zugenommen. Für die letzten vier Wochen (MW 37-40/2021) wurden bisher 188 Kita-Ausbrüche übermittelt. Der weitere Verlauf des Infektionsgeschehens in Kitas kann wegen noch eingehender Nachmeldungen nicht gut bewertet werden. Seit dem Vorjahr nahm der Anteil der 0- bis 5-jährigen Fälle an allen in Kita-Ausbrüchen beteiligten Fällen kontinuierlich zu: von etwa 35 % während der zweiten Welle und etwa 45 % während der dritten Welle auf zuletzt etwa 60 % im August/September 2021“, so heißt es im aktuellen Wochenbericht.

Bei den Schulen ist die Entwicklung noch deutlicher: „Die Zahl der übermittelten Schulausbrüche nahm von Anfang August bis Ende September 2021 wieder sehr deutlich zu. Bisher wurden 636 Schulausbrüche für die letzten vier Wochen (MW 37-40/2021) übermittelt, doch auch hier sind insbesondere die letzten zwei Wochen noch nicht bewertbar. Von März 2021 bis Mitte Juni 2021 betrafen die meisten übermittelten Fälle in Schulausbrüchen Kinder im Alter von 6-10 Jahren (6-10: 41 %; 11-14: 18 %; 15-20: 21 %; ab 21: 20 %). Seit Anfang August 2021 werden überwiegend Fälle im Alter von 6 bis 14 Jahren in Schulausbrüchen übermittelt, während der Anteil der 15-20-jährigen und vor allem der über 20-jährigen Fälle abnimmt (6-10: 41 %; 11-14: 36 %; 15-20: 15 %; ab 21: 8 %).“

Weiter heißt es: „Bei der zugenommenen Ausbruchshäufigkeit in Kitas und Schulen spielen vermutlich die leichtere Übertragbarkeit der Delta-Variante und die ausgeweiteten Testaktivitäten eine Rolle, wobei (auch asymptomatische) Infektionen frühzeitig erkannt werden. Im September 2021 waren in Kita-Ausbrüchen mit durchschnittlich 5 Fällen pro Ausbruch (Median = 4 Fälle) etwa ähnlich viele Personen involviert wie in Schulausbrüchen (durchschnittlich 5 Fälle pro Ausbruch; Median = 3 Fälle). Es wurden in beiden Settings vereinzelt aber auch größere Ausbrüche mit mehr als 10 Fällen pro Ausbruch übermittelt.“

„Die Zahl der übermittelten Schulausbrüche erreichte Ende September  mit bisher 191 Ausbrüchen pro Woche ein neues Höchstniveau“

Das Robert-Koch-Institut stellt fest: „Sowohl die übermittelte Ausbruchshäufigkeit in Kitas als auch in Schulen stieg dieses Jahr im Vergleich zu 2020 etwa zwei Monate früher an. Während die Zahl der übermittelten Schulausbrüche Ende September 2021 (MW 39) mit bisher 191 Ausbrüchen pro Woche ein neues Höchstniveau erreichte, blieb die Zahl der Kita-Ausbrüche bisher noch deutlich unter dem Niveau der zweiten und dritten Welle.“

RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler hatte vergangene Woche davor gewarnt, die Maskenpflicht im Unterricht aufzuheben. Man sehe keinen Anlass, zumindest bis zum Frühjahr 2022 an der Empfehlung zu Corona-Schutzmaßnahmen an Schulen, Kitas und in Alten- und Pflegeheimen zu rütteln, sagte er. Im Herbst und Winter sei wegen der Zunahme von Kontakten in Innenräumen auch mit steigenden Infektionszahlen zu rechnen. Man sei wegen des Risikos von Langzeitfolgen (Long Covid) unverändert der Ansicht, «dass wir Kinder zu schützen haben». Er betonte: «Wir wollen, dass Kitas und Schulen auf bleiben, aber bitte unter Beibehaltung von Schutzmaßnahmen.» Thüringen, Bayern und das Saarland hatten den Schritt bereits zuvor vollzogen – weitere Bundesländer, darunter Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, haben angekündigt zu folgen. News4teachers

Hier lässt sich der aktuelle Wochenbericht des RKI herunterladen.

„Wir laufen auf eine katastrophale Situation zu“: Land streicht Corona-Schutz an Schulen – immer mehr Schüler stecken sich an

 

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65 KOMMENTARE

  1. Die Hospitalisierungsrate von Kindern in den Bundesländern ohne Maske wird in Kürze interessant werden. In England sieht die besorgniserregend aus. Höchste Zeit für Frau Merkel, nochmal einzugreifen …. mit einem Bundes-Schul-Masken-Gebot oder besser einer Bundes-Kumi-Bremse.

  2. Ab 18.10.2021 wird die Maskenpflicht in BW von Frau Schopper aufgehoben. Auch in Mannheim werden vermehrt Corona Ausbrüche festgestellt. Die Ausbrüche werden leider nicht bekannt gegeben, sondern nur in der Klasse selbst. Die Quarantäne Regelungen werden sehr locker vorgenommen vom Gesundheitsamt. Herr Wieler hat in der Pandemie Höchstleistung in der Pandemie erbracht.https://www.tagesschau.de/inland/rki-wochenbericht-kinder-jugendliche-inzidenzen-101.html Er hat auch mit aller Ehrlichkeit und Klarheit sich für Gesundheitsschutz an Schulen und Kindergärten ausgesprochen. Die KM Frau Schopper von BW nimmt die Ernsthaftigkeit die Herr Wieler ausgesprochen hat nicht an. Welchen Wert hat Gesundheitsschutz für unsere KM Frau Schopper in Ihrer Machtposition??? Die Leichtigkeit die Frau Schopper vertitt den letzten in der Reihe gegenüber ist nicht vertretbar. Die Konsequenzen für Long Covid hat Frau Schopper zu verantworten und einer ist schon zu viel.

  3. Überall wo, wie in Niedersachsen, die Anschaffung von Luftfiltergeräten und Frischluftwärmetauschern verpennt wird, kann die Durchseuchung der Kinder nur durch Masken im Unterricht und durch regelmäßiges Testen begrenzt werden.

    Die Politiker, das Umweltministerium, die Städte und Gemeinden haben sich gegen den Schutz der Kinder der entschieden.

    Warum?
    Aus Bequemlichkeit, Trägheit und Faulheit.

    Auch bei den Impfstatistiken gibt es Unzulänglichkeiten aus dem selben Grund.
    Ärzte und Betriebsärzte waren zu bequem, um wichtige Daten zu Impfstoff, Alter etc zu melden.

    Das ist ein Alleinstellungsmerkmal Deutschlands.
    Jedes andere Land in Europa hat korrekte Daten.

  4. Herr Wieler hat einen hohen Beitrag zur Bekämpfung geleistet! https://www.tagesschau.de/inland/wieler-impfquote-101.html Die KM ziehen aus Ihren Fehltritten keine Konsequenzen und mahnen es bei anderen Personen an. Die KM werden nicht zur Rechenschaft gezogen für Ihre Fehlentscheidungen und werden nicht abgemahnt von der Politik. Dabei geht es um Menschenleben von heranwachsenden Kindern, die ein Leben vor sich haben!

  5. Hier wird immer noch nur auf die reinen Zahlen geschaut. Das ist sowas von überholt. Denn es gilt ja weiterhin, dass Kinder normalerweise nicht schwer an Corona erkranken. Eben daher sind die reinen Ansteckungszahlen gar nicht aussagekräftig.

    • Stimmt! Zum Glück hören die Infektionen bei den Kindern auch auf. Wer ein Kind ansteckt, gewinnt einen Blumentopf, weil er die Infektionskette durchbrochen hat.
      Ein ganz toller Gedanke Tsundoku! Dass wir alle nicht darauf kamen, zeigt wie einseitig wir hier denken. Danke! Du hast uns erhellt!

  6. Impfstoff für unter 12 jährige soll bald erscheinen. https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-freitag-285.html#Kinderaerzte-Impfstoff-fuer-unter-Zwoelfjaehrige-zeitnah-erwartet Plötzlich kann man ein Signal aussenden, nachdem die Zahlen bei Kindern und Jugendlichen explodieren. Die Alten hat man geschützt und alles eingefordert von der jungen Generation und die Gegenleistung ist nur peinlich der heranwachsenden Generation und deren Eltern gegenüber. Die Schulleitungen werden durch die undurchsichtigen Quarantäneregelungen vom Gesundheitsamt in einen schweren Gewissenskonflikt gebracht. Die KM haben kein Gewissen und stellen sich die Gewissensfrage leider nicht. Hausaufgaben haben die KM auch in der vierten Welle für eine vergessene Generation nicht erbracht.

  7. Nun ja, es müsste / dürfte eigentlich allen klar sein, dass man eine Explosion nicht einfangen kann…klüger wäre es, die Bombe vorher zu entschärfen und dabei entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

    Klar kann man gezielt Bomben, die offensichtlich da sind einfach auch zünden…man darf sich dann aber nicht über dabei entstehende Kollaterlschäden wundern…

    Aber vielleicht gilt hier ja auch lakonische Spruch: „Schneller, höher, weiter – wir sind noch zuviele!“

    • @Andre Hog

      „Klar kann man gezielt Bomben, die offensichtlich da sind einfach auch zünden…man darf sich dann aber nicht über dabei entstehende Kollaterlschäden wundern…“

      Aaaaaach was!
      Kamerad, da muss ich doch vehement widersprechen!
      Oft genügt es, sich hernach den Staub vom Rock zu klopfen und zu sagen:
      „Das ist ja unglaublich! Ich bitte meinen dreisten Überfall tausendmal zu entschuldigen, meine Herrn! Habe ja völlig falsch disponiert.“ (ab Minute 1:30)

      https://www.youtube.com/watch?v=Nnq3VpGGlAo

      Aber „Schneller, höher, weiter“ … Ja, das geht.

      „Heute muss DER IRRSINN werden,
      Frisch, Gesellen, seid zur Hand.
      Von DEM RÜCKEN KALT UND heiß
      Rinnen muss der Schweiß,
      Soll das Werk den Meister loben,
      Doch DER DRUCK, DER kommt von oben.
      Zum Werke, das wir ernst bereiten,
      Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
      Wenn DREISTE LÜGEN sie begleiten,
      Dann fließt die Arbeit munter fort.“
      (kreative Adaption von Schiller-Fritzes Glocke)

  8. Wie geplant – Mission accomplished. Nun kann Frau Gebauer dies in NRW auch so machen, weiß sie jetzt doch, dass die Durchsuchung klappt.

      • @Tanzlustbarkeit, ich stimme Ihnen zu. Ich bin auch so froh und erleichert, dass unsere Kinder künftig auch in BaWü keine Masken mehr im Unterricht tragen müssen. Das war für viele eine Qual.

        • Fast alle SchülerInnen blieben an unserer Schule während der Pausen mit Maskenpflicht freiwillig in den Klassenzimmern. Wessen Leidensdruck ist größer? Der der Jungen oder der der erziehenden CoronamaßnahmenkritikerInnen?
          Jeder würde gern die Masken loshaben, doch die Gesamtlage lässt es nicht zu.

        • Endlich die quälenden Masken weg. Long Covid ist doch nur Einbildung der bösen Systemlinge. Wer hat euch eigentlich ins Gehirn gesch…..?

        • @Jolander und Tanzlustbarkeit
          Eine Qual?
          Zu meiner eigenen Schulzeit habe ich mich durchgehend mit der schulischen Präsenzpflicht herumgequält und habe dasselbe jetzt mit zwei schulpflichtigen Kindern nochmal etliche Jahre durchgemacht. Zum Glück ist der eine nun durchs Abi und der zweite steht kurz davor. Den Rest schaffen wir auch noch, bevor er uns selbigen gibt.
          (Der Satz stimmt so, bei Bedarf nochmal langsam lesen.)
          Da es offenbar hier darum geht, etwas abzuschaffen, weil es eine Qual sei, wäre aus meiner Sicht eine Pandemie DIE Chance gwesen, auch in Deutschland mal sehr ERNST-haft über die qualbereitende Präsenzpflicht nachzudenken, sie abzuschaffen, gar in die TONNE zu kloppen und es Eltern nebst Kindern zu überlassen, wo sie ihrer Bildungspflicht optimal nachkommen können oder wollen.
          Es gibt viele Länder, die das so machen, da funktioniert es offenbar nicht schlechter als das verrostete deutsche Schulsystem.
          Bei uns hingegen: Chance verpasst. Verpatzt.
          Die Qual ist bei uns nicht das Masketragen, das ist nur ein kleines “ on top“, sondern in der Schule erscheinen zu müssen, speziell, aber nicht nur, unter Pandemiebedingungen.
          In RLP greift die Maskenpflicht an Gymnasien erst ab Warnstufe 2, im Moment ist sie bei uns im Landkreis am Sitzplatz aufgehoben, was ich höchst beunruhigend finde. Von Abstand natürlich keine Spur. Bleibt als „Schutz“ nur das Lüften, also die altunbewährte Luftnummer.
          Ich bin unabhängig von den willkürlichen Parametern einer wie auch immer festgelegten Warnstufe sehr für eine Fortführung der Maskenpflicht speziell im Klassenraum, insbesondere jetzt im Herbst / Winter bei Deltavariante ohne mobile Luftreiniger (die, wie ich finde, in jeden Klassenraum gehören!) und immer noch sehr unzureichender Impfquote bei Kindern und Jugendlichen. Insofern schließe ich mich den RKI- Empfehlungen voll an. Leider finden die bei den Entscheidungsträge(r)n mal wieder kein Gehör, bleiben unerhört. Unerhört!
          Dass ein Impfstoff für U12 kommt, ist in absehbare Nähe gerückt, offlabel-Impfungen sind in medizinisch angezeigten Fällen bereits in dieser Altersgruppe möglich.
          Jetzt kurz vor diesem weiteren Impffortschritt an Schulen auch noch die letzten Schutzmaßnahmen, und das sind neben den immer mehr zurückgefahrenen Testungen nun mal einzig die Masken, fallen zu lassen, scheint mir eine Mischung aus Dummheit, Ignoranz, Zynismus und Dingen, die ich hier nicht schreiben möchte, zu sein.
          Sollen schulpflichtige Kinder, von oben verordnet durch ignorante Politiker oder das verlogene System mittragende Eltern, tragischer- jedoch nicht weise wissentlich der vermeidbaren Gefahr ausgesetzt werden, sich wegen Covid auf der Intensivstation oder wer weiß wie lange im späteren Leben mit Long-Covid herumzuquälen?
          Sollen schulpflichtige Kinder sich mit dem Schuldgefühl herumquälen, einen nahen Verwandten angesteckt zu haben, der sich – warum auch immer – nicht impfen lassen kann? (Stopp: hier nicht wieder das Märchen von in Schulen stecke man sich nicht an!)
          Sollen Schulkinder jetzt durch „natürliche Ansteckung“ gesamtgesellschaftlich betrachtet Immunisierungslücken schließen, damit (impfmüde?) Erwachsene endlich wieder ebenso masken- wie hemmunslos auf Tanzlustbarkeiten gehen können? Nur so als Beispiel.
          Oder „quälen“ sadistisch veranlagte Eltern wie meinereiner vielleicht doch lieber noch ein bisschen länger ihre armen Schulkinder mit Maskenpflicht im Unterricht?

  9. Was soll man dazu sagen?
    Alle wussten, dass es so kommen kann.
    Alle hofften, dass es doch nicht so kommt.
    Aber keiner tut etwas dafür, dass man das Schicksal abwendet.

    Es betrifft ja nicht nur die Kinder – mittelbar sind wir alle betroffen.
    Jede nicht verhinderte Infektion, hier oder irgendwo in der Welt, bietet dem Virus die Chance, unseren fragilen Impfschutz zu überwinden.

    Zeit genug war, um zu lernen, „artgerecht“ mit dem Virus umzugehen.
    Wenn „man“ wirklich gewollt hätte, wären alle Klassenräume mit Luftfiltern ausgestattet worden, wäre Unterricht umorganisiert, wären bundeseinheitliche Regeln aktiv, gäbe es eine klare Linie, was wie wann zu tun sei.
    Vielleicht hätte man noch bessere Wege als „nur“ Luftfilter finden/entwickeln können.
    Nichts dergleichen geschah.
    Bis wir eine neue, handlungsfähige (handlungswillige???) Regierung haben, ist der Winter längst da, vielleicht fast schon vorbei.

    Ich fürchte mich vor den langfristigen und weltweiten Folgen!!!
    Offene Schulen wären so wichtig gewesen.
    Die Hoffnung, dass das gut gehen könnte, geht mir mit jedem Tag mehr flöten!
    NRW hat auch angekündigt, die Masken abzuschaffen.
    Vollkommen realitätsfremd.

    • Wirklich alle? Da kommen mir so Zweifel…Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass wir hier im Forum sehr allein dastehen mit unserer Meinung, dass die SuS geschützt werden müssen. Natürlich war jedem halbwegs klar denkenden Menschen bewusst, was mit den Infektionszahlen in dieser Altersgruppe passieren musste – aber es ist der breiten Masse schlichtweg EGAL!!!!
      Oder gab es schon Demonstrationen von Eltern für mehr Gesundheitsschutz ihrer Kinder in Kitas und Schulen??? Habe ich was verpasst? Wo sind die Eltern von 11 Mio SuS und ich weiß nicht wie vielen kleinen Kitakids, die möchten, dass die Einrichtungen offen bleiben UND ihre Kinder vor dem Virus geschützt werden, sich nicht den ganzen Tag den A… abfrieren müssen über Monate, zusammengepfercht in großen Gruppen… ihr kennt die Situation, ist in diesem Forum schon ausführlich beschrieben worden. Jeder TV Bericht aus Schulen ist fern jeder Realität mit Einzeltischen, 5 Kindern, einer Lehrkraft, alles hell und schön- so eine Lügerei! Und die Journalisten, Kameraleute usw. haben auch meist Kinder!
      In meinem Umfeld begegnet mir leider die sehr erschreckende – offensichtlich weit verbreitete Meinung, dass das ja nicht schlimm sei, da die Kinder meist nicht mehr als einen Schnupfen hätten und den haben sie ja sonst auch ständig. Also kein Grund, so ein Theater zu veranstalten. Und wir LuL sollen uns mal nicht so anstellen, sind doch geimpft und dann passiert ja nichts “Schlimmes” mehr.
      Und Long COVID gäbe es unter Kindern nicht, alles falsch interpretiert, ganz normale Begleiterscheinungen der Pubertät.
      DAS macht mir Angst: die Oberflächlichkeit, Dummheit, Sorglosigkeit der Leute – ich hätte noch viele Nettigkeiten im Repertoire.
      Wenn ich nicht hier im Forum ähnliche Ansichten wie die meine lesen würde, hätte ich wahrscheinlich schon an MEINEM Verstand gezweifelt.
      Aber selbst Gebete scheinen nicht zu helfen. Wie oft schrieb hier schon jemand: Herr, wirf Hirn vom Himmel! Wo ist es nur gelandet??

      • Rike: Du sprichst mir aus dem Herzen.
        Genauso erlebe ich es auch.

        Ich denke mir: „Dann müssen sie halt mal alle schon geschmeidig auf die Fresse fallen!“
        … und es passiert. Sie fallen auf die Fresse. Die Zahlen explodieren.und man denkt: „Jetzt müssen sie es merken und endlich aktiven Infektionsschutz an den Schulen machen!“. Pustekuche- trotzdem findet man immer Gründe, warum das weiterhin gaaaar nicht so tragisch sei.

        Jetzt denke ich mir: „Ajo, wenn es den Großteil der Eltern nicht juckt, warum sollte es mich dann jucken? Sind doch deren Kinder.“

        Bleibt mir nur noch mir Gedanken, um meinen eigenen Hintern zu machen. Und deshalb schütze ich mich in der Schule so gut es eben geht. Aber auch das ist schwierig mit Kollegen, die meinen nie Maske tragen zu müssen oder nicht gelernt haben die Maske ÜBER der Nase zu tragen.

        Ich habe mir aber gesagt: „Wenn es mir zu kritisch wird, gehe ich zu meiner Ärztin.“ Habe 100 Baustellen, die für eine längere Krankschreibung ausreichen.
        Also ob ich dieses Sytem noch retten würde.
        Wieso soll ich mich auf eine Impfung verlassen, von der es bereits jetzt heißt, dass die Wirkung bei Delta niedriger ist, die Wirkung nach paar Monaten nachlässt und bei der es schon mehrere Impfdurchbrüche gab?

        Schwangere kriegen direkt Berufsverbot. Das waren bei uns etliche. Deren Arbeit wird von den Übriggebliebenen kompensiert. Ich hab genug vorgearbeitet. Ich brauch nicht einmal ein schlechtes Gewissen zu haben.

        Wenn mir etwas passiert, juckt das keinen. Vielleicht für ein paar Tage meine Kollegen und Schüler. Ansonsten hätte ich leider Pech gehabt. Ist halt so in der Pandemie. Nummer 36 unter den Lehrerinnen und Lehrern. Eine Zahl in den RKI-Listen.
        Who cares? Nicht viel schnacken, Kopf in Nacken! Die Kinder müssen betreut werden.

      • @Rike

        „Wie oft schrieb hier schon jemand: Herr, wirf Hirn vom Himmel! Wo ist es nur gelandet??“

        Liebe Rike,
        ich fürchte, das Hirn wurde retourniert (ungetragen)!

        Wie Kunden handeln, wenn etwas nicht (unbedingt) direkt bezahlt werden muss …
        Wie Kunden und Händler mit Ressourcen/Waren/Retouren verfahren …
        https://www.zdf.de/dokumentation/zdf-reportage/alles-retour-100.html

        DAS zeigt die GRUNDHALTUNG (Ich sag nur: Schlafsack & gebrauchte Socken, ungefähr ab Minute 8 … richtig „lecker“ ab Minute 8:50) in weiten Teilen „des Systems“ bzw. „der GESELLSCHAFT“.
        Die „Kernarbeitszeit“ in Schulen
        – ist kostenlos (bezogen auf Euros) wie die Retouren,
        – immer mehr umsonst in vielerlei anderer Hinsicht.
        Dabei interessiert der Rest nicht bzw. kaum jemanden, denn die Folgen … ach egal, heute fällt es uns ja noch nicht auf die Füße und morgen ist noch soooooo lang hin. (Ja, alle die sich jetzt wundern, haben noch ein funktionierendes Hirn. Glückwunsch!)

        Ob man dieses doofe Covid19 auch einfach – getragen, aber ist ja egal – einfach so und ohne Folgen retournieren kann?
        Grübel grübel …

      • @Rike
        So gIng es mir auch Rike, wenn ich mich im Bekanntenkreis, die überwiegend keine LuL sind, über die schulischen Maßnahmen zum „Gesundheitsschutz“ in den Schulen geäußert habe: Unverständnis, Unwissenheit oder Sorglosigkeit. Die schulische „Parallelwelt“ während der Pandemie wurde nur von einigen KuK und einem Arzt kritisch gesehen. Die Explosion der Inzidenzen beim Wegfall der Maskenpflicht hat letzterer kommen sehen, ebenso wie die Long Covid Folgen bei jüngeren Infizierten-noch ohne Impfschutz-, die er als Patienten zu behandeln hat.

  10. Langsam wird es absurd.

    „Darf eine Lehrerin ihre Schüler fragen, ob sie sich impfen lassen würden? Der Landesdatenschutzbeauftragte sagt nein, der Bildungsminister ist empört.
    Das Büro des Landesdatenschutzbeauftragten wirft einer Lehrerin in Ostthüringen einen Datenschutzverstoß vor, weil sie in einer Deutschstunde Schüler fragte, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen würden. Ein entsprechendes Schreiben habe das Bildungsministerium erhalten, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag auf Anfrage.
    Die Lehrerin habe die Schülerinnen und Schüler nach ihrer Impfbereitschaft gefragt, und das stelle nach Ansicht der Datenschutzbehörde eine unzulässige Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten dar, erklärte der Sprecher.
    Demnach sei noch vor Schuljahresbeginn am 31. August ein Prüfverfahren eröffnet worden, wie aus dem Schreiben hervorgehe. Welche Folgen der Prüfvorgang für die Lehrkraft haben könnte, war zunächst unklar. […]
    Der Datenschutzbeauftragte Lutz Hasse sagte, dass es bei der Abfrage möglicherweise auch um weltanschauliche Daten gegangen sein könnte. Auch dafür wäre – je nach Alter der Schüler – gegebenenfalls eine Einwilligung Eltern nötig.

    Zudem wies er darauf hin, dass durch das besondere Verhältnis von Lehrern und Schülern die Antworten nicht freiwillig seien. „Die Schüler werden immer versuchen, auf die Fragen der Lehrer einzugehen“, sagte Hasse. Dies nenne man Subordinationsverhältnis.
    Strafandrohung gegen Lehrer wegen Online-Lernplattformen
    Bereits im vergangenen Jahr hatte Datenschützer Hasse für Aufregung gesorgt, als er ankündigte, möglicherweise Bußgelder gegen Lehrer zu verhängen, die beim Distanzunterricht während der Corona-Pandemie Datenschutzverstöße begehen. Von Strafen bis 1000 Euro war die Rede. Bei der schulischen Nutzung von Programmen, wie WhatsApp oder Zoom höre bei ihm „der Spaß auf“, hatte Hasse damals gesagt.

    https://www.thueringer-allgemeine.de/politik/lehrerin-fragt-schueler-ob-sie-sich-impfen-wuerden-jetzt-ermittelt-landesdatenschuetzer-id233588665.html

    Kein Wunder, dass in Thüringen alles aus dem Ruder läuft.
    LuL werden von allen Seiten drangsaliert, dürfen sich bei Inzidenzen von 500 und mehr bei den SuS täglich einer massiven Infektionsgefahr aussetzen (die (Viren)Dosis macht das Gift), Schulleiter haben keine Lust, Impfangebote und damit eine Menge Ärger durch Querdenker usw. an bzw. in die Schulen zu holen. Und die Inzidenzen steigen rasant, Verdopplung teilweise innerhalb weniger Tage. Was soll das für ein Winter werden. Von Luftfiltern, CO2- Ampeln und Maskenpflicht im Unterricht keine Spur. Aber massiver Frust über Quarantäneanordnungen.

    • Auch als Lehrer ist man kein Fußabstreifer und es sollte reichen, in einer Pandemie die eigene Gesundheit und die Gesundheit seiner Familie zu riskieren. Es ist das gute Recht einer Lehrkraft zu wissen, welcher Schüler geimpft ist. Als Ehemann einer Lehrerin, die sich bei einem ungeimpften Schüler ansteckt, hätte die Familie und die Schule mit einer Anzeige zu rechnen. Ich habe die Faxen dicke.

    • Ach du Scheiße, habe noch vor den Ferien in einer Debattenübung SuS gefragt, ob und unter welchen Bedingungen sie…
      1.) bereit wären , auf den Konsum von Fleisch zugunsten einer besseren Co2-Bilanz zu verzichten
      2 .) bereit wären, freiwillig auf die quasi jährliche Neuanschaffung eines Handys zu verzichten, um die Umweltbelastungen zu verringern
      3 ) bereit wären, zugunsten der eigenen körperlichen Gesundheit auf Alkohol- und Tabakkonsum zu verzichten….

      Scheiße, hoffentlich liegt nach den Ferien nicht ne fette Dienstaufsichtsbeschwerde und / oder eine Klage gegen mich vor.
      Ich muss einfach vorsichtiger sein mit dem, was ich SuS frage.

        • Hmmm, die Uhrzeit??
          Da muss ich natürlich auch aufpassen, weil ich damit die gefühlte Zugehörigkeit zu einer Zeitzone ermittle und das nun wiederum eine sehr intime und persönliche Stellungnahme des / der SoS darstellt.
          Mich hat gar nicht zu interessieren, ob sich jemand – in Anlehnung an die Gender-Debatte – als Chinese, Australier, US-Amerikaner oder lediglich als Brite fühlt. Die daraus ggf resultierenden Vorbehalte meinerseits und v.a. der Mit-SuS könnten zu schweren depressiven Verstimmungen bei dem Ge-Outeten führen … v.a., wenn sich herausstellt, dass er als gefühlter Brite dem zivilisierten Europa eine Stunde hinterherhängt. 🙂

  11. Da wundert einen echt noch warum die Leute alle nur noch den Kopf schütteln können?

    5 Stunden eher am Flughafen sein, wo bei der Masse an Menschen schon brause ist ob Maske und Impfung aber in den Schulen wird’s aufgehoben und Filter braucht man nicht….

    Eigentlich kann man doch direkt alles aufheben. Kommt eh aufs Gleiche raus am Ende vom Tag.

    • Wasn das fürn Bild mit dem Jumbo-Klassenzimmer?
      Kann nicht einmal ein nicht gefaktes Bild von einem nullachtfuffzehn Klassenraum mit voller Klassenstärke abgelichtet werden?

      Diese Suggestivbilder aus den Schulen kot… äh gehen mir echt auf den Zwirn.

  12. Na das ging ja schnell mit dem Sondergutachten in Thüringen. Ist doch diese Woche erst in Auftrag gegeben worden. So wie es aussieht wird es wohl gar keine Quarantäne mehr geben. Wahnsinn. Unsere Inzidenz bei den Kindern bis 14 hat die 500 überschritten.

    +++ 16:31 Thüringer Gutachten: Anlasslose Tests an Schulen kaum begründbar +++
    Ein von der Landesregierung in Auftrag gegebenes Sondergutachten zum Infektionsgeschehen an Schulen hält anlasslose Corona-Tests an Thüringens Schulen weiterhin nicht für nötig. Kinder und Jugendliche trügen zum Pandemiegeschehen bei – wie auch ungeimpfte Erwachsene, stellt der wissenschaftliche Beirat in dem Gutachten fest. Im Gegensatz zu Erwachsenen erkrankten Kinder und Jugendliche aber sehr selten schwer. „Weil Kinder selbst nicht schwer erkranken und Erwachsene sich impfen lassen können, sind Quarantänemaßnahmen grundsätzlich weder für den Eigen- noch für den Fremdschutz zu rechtfertigen“, heißt es in dem Sondergutachten. Demnach seien unter anderem auch mehrmals wöchentliche nicht anlassbezogene Tests „nicht mehr gut zu begründen“. Auch stünden die Kosten dafür in keinem Verhältnis zum „in der Öffentlichkeit irrtümlicherweise erwarteten Nutzen“.

    https://www.n-tv.de/panorama/17-57-Gruene-Offnung-von-Weihnachtsmaerkten-in-Sachsen-kritisch–article21626512.html

    Mir fehlen die Worte.

    • Die Kosten… Jaaaa das schöne, gute Geld! Hier nur im Nebensatz erwähnt.

      Aber heißt das jetzt, dass auch Infizierte nicht mehr in Quarantäne müssen? Unglaublich!

      • So hab ich das auch verstanden. Haben die denn völlig den Verstand verloren? Und das bei der miesen Impfquote in Thüringen!! Möchte mal wissen, wer in diesem wissenschaftlichen Beirat ist. Beim RKI wird politische Unabhängigkeit gefordert. Und hier?

  13. Also, ich bin eine besorgte Mutti und keine Lehrerin. Mein Kind von der Präsenzpflicht zu befreien klappte leider nicht, v.a. mit dem Hinweis, wenn sie denn doch durch ein Attest zu Hause bleiben könnte, ihr die Schulaufgaben nicht in der Form wie während des Homescoolings, bereit gestellt werden könnten. Dazu wären die Lehrer wegen des Präsenzunterrichts nicht in der Lage (zeitlich gesehen). Ich muss gestehen, dass ich mir mehr Rückhalt durch die Schule gewünscht hätte. Der Druck müsste also meines Erachtens von beiden Seiten stärker sein, Eltern- und Lehrerschaft sowie die Schulleitung.
    Wenn den Eltern suggeriert wird, einerseits von den Kumis, andererseits von den Schulen, dass alles halb so schlimm ist, werden die Kinder weiter zur Schule geschickt.
    Ich fühle mich auch mittlerweile als Einzelkämpferin.

    • Liebe Mom 73, ich habe auch ein ungeimpftes Kind und bin Lehrerin. Ich lasse meine Tochter in die Schule bis mir die Inzidenz zu hoch ist. Das Ministerium trägt die Pandemie auf dem Rücken der Schulleitungen und Lehrer sowie auch verantwortungsvollen Eltern aus. Wir haben den für Lehrer (Gendern spare ich mir) bezahlten Präsenzunterricht. Alles darüber hinaus sind unbezahlte Überstunden. Von denen habe ich in der Pandemie genug angehäuft. Und habe trotz Einsatz meines Stroms, meines WLANs, meiner privaten Anschaffung von IT nicht wie die Lokführer einen Pandemie-Bonus erhalten. Im Gegenteil, wir mussten unsere Gesundheit gefährden. Mittlerweile sind wir ja geimpft. Alles auf Normal. Wir wurden nicht priorisiert. Dann kam die Diskussion mit Impfpflicht für Lehrer. Ich bräuchte dann demnächst eine Booster-Impfung, wird auch nicht diskutiert, Long-Covid für Kinder wird ausgeklammert (gibt es wohl nicht). Ich freue mich, dass Ihr Kind Ihnen wichtig ist – Sie haben es ja geboren. Aber für den Rest von Deutschland zählt Geld sehr viel mehr. Und das ist schon seit über 30 Jahren nicht in die Schulen investiert worden. Und verzeihen Sie es mir als Lehrerin und Mutter, ich möchte keine Zusatzarbeit – unbezahlt, weil meine Kinder brauchen mich auch. Meine Tochter ist in psychiatrischer Behandlung (Schulwechsel, Pubertät, Pandemie), hatte als Lehrerin gerade keine Zeit für meine Kinder, weil Unterricht.
      Weder die Schule, noch die Lehrer können etwas für die Unfähigkeit der Kultusminister oder -ministerien. Die sind ja noch nicht einmal in der Lage den Schulen zu antworten, weil die arbeiten im Home-Office und sind selbst bei Problemem telefonisch nicht zu erreichen. Merkwürdig.
      Nach unten treten und die Lehrer im Image als faule Säcke belassen.
      Ich bin als Lehrerin und Mutter durch. Ich würde mir mehr Unterstützung von Eltern wie Ihnen wünschen, sehe aber meistens eher gegenteiliges. Und Schulleitungen sind der lange Arm des Ministeriums. Und ich suggeriere als Lehrerin und Mutter ganz sicher nicht, dass alles halb so schlimm ist, im Gegenteil, ich trage Ffp2-Maske nach wie vor. Die Pandemie hat jetzt für die Kinder begonnen, weil die Erwachsenen sind geimpft und entweder rücksichtslos (keine Kinder) oder haben keinen Bock mehr (ich auch nicht). Die Medien und verschiedene Gruppen schreien ja laut genug, dass für die Kinder alles nicht schlimm ist und die meisten Medien stellen es so dar. Ob diese Experten Kinder haben entzieht sich meiner Kenntnis.

    • Das kann ich gut nachvollziehen. Wir hatten unsere Kinder letztes Jahr zuhause. Nach der Impfung hielten wir sie für ausreichend geschützt. Es zeichnet sich aber ab, dass das ein Fehlschluss war. Letzte Woche wurde der direkte Sitznachbar positiv getestet und unser Sohn wurde nicht in Quarantäne geschickt, obwohl er engen Kontakt hatte. Weitere Fälle im Bekanntenkreis zeigen, dass dies die übliche Vorgehensweise ist. Was machen die Gesundheitsämter eigentlich noch? Im Umfeld gab es auch bei Geimpften positive Tests und bei zweien davon war der Verlauf alles andere als harmlos. Nach Aufhebung der Maskenpflicht explodieren die Zahlen auch in Bayern. Wir würden unseren Sohn liebend gerne zuhause behalten, aber wir dürfen nicht. Es gibt keinen Rückhalt von der Schule, die Lehrer verhalten sich als ob Corona nie existiert hätte. Einige gehen mit Erkältung in die Schule und stehen dabei schniefend vor ungeimpften Schülern. Unser Sohn verliert gerade jeden Respekt für seine Schule.
      Uns würde es bereits reichen, wenn das wirksame Instrument der Maskenpflicht wieder eingeführt würde. Das ist der Minimalschutz, der den Vorwurf der Fahrlässigkeit verhindert. Dreimalige Tests sind keine Prävention.

      • @xy

        Doch, es gibt die Lehrkräfte, die wie Sie Bedenken haben. An meiner Schule sind wir aber nicht erwünscht. Worte der Vorsicht führen zu maßregelnden Gesprächen mit der Schulleitung. Folge? Man stumpft als Lehrkraft ab.

    • @Mom 73 ich hier auch.War die einzige,die ihr Kind im 2.Halbjahr zuhause behalten hat.Dass es hieß,Präsenzpflicht bei gleichzeitiger Testpflicht sei rechtlich nicht machbar,spielte mir in die Karten.Nun gehts rechtlich offenbar doch wieder und die Schulbehörde konnte mir die rechtliche Grundlage dafür nicht nennen.Wohl aber bei Verweigerung (um Kind zuhause behalten zu können) unterschwellig mit dem Jugendamt drohen.Als Alleinerziehende trau ich mich nicht,mich dagegenzustellen und schicke mein Kind jeden Tag mit ganz schlechtem Gefühl hin…..

    • Liebe Mom73,
      auch ich bin „nur“ eine besorgte Mutter. Da ich mehrere Vorerkrankungen habe und mich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen kann bin ich seit einem Jahr quasi im Dauerstress. Mein ,bis zu Corona topfitter, Vater war drei Monate mit Corona im Krankenhaus und wurde beatmet. Gott sei Dank hat er überlebt, aber jetzt ist er nur noch ein Schatten seiner selbst.
      Da wir in BW wohnen kann mein 10jähriger noch zu Hause bleiben. Wir bekommen Unterrichtsstoff auch nur gelegentlich. Mittlerweile habe ich mich angepasst und lerne mit dem Kind selbst was geht. Zur Not muss er halt die Klasse wiederholen. Er hat sein ganzes Leben noch vor sich, das möchte er so schnell nicht ohne mich verbringen so trägt er halt die Last mit. Wir bleiben positiv und hoffen auf einen wirksamen Todimpfstoff der uns hoffentlich bald auch wieder die Türen öffnet.

  14. Ich kann nur zustimmen, dass Corona für viele Kinder mindestens inzwischen keine große Gefahr mehr darstellt und die Erwachsenen sollen ja zu 80% geimpft sein. Wenn sie doch erkranken, dann nicht mehr schwer. Daher ist es vertretbar, die Maskenpflicht im Unterricht abzuschaffen.

    • Na wenn’s mindestens für viele Kinder keine große Gefahr mehr darstellt (????), dann haben die paar wenigen halt Pech gehabt. Super. Danke für nix. HAUPTSACHE DIE QUÄLENDEN MASKEN SIND ENDLICH WEG!
      Wie widerlich kann man eigentlich sein?
      Megalodon: Hold my beer

    • Das ist hahnebüchen. Was glauben Sie, warum Dänemark die Booster Impfung empfiehlt?
      UK 50.000 Kinder infiziert, selbst wenn davon die allermeisten glimpflich davonkommen, wird es bei dieser hohen Zahl schwere Erkrankungen geben. Von den Langzeitfolgen ganz zu schweigen. In welchem Zeitalter hat man eine Generation zur Infektion mit einem Virus freigegeben? Und das, wo die Impfung für Kinder bald am Start ist. Corona ist kein Spaß. Auch für Kinder nicht.
      Es wird Normalität suggeriert, auch bei 10 positiven Tests in der Woche. Corona wird an Schulen mit einem Schnupfen gleichgesetzt und nicht mit einem Multiorganvirus, positive Tests sind Routine. Es gibt keinen Protest, alle performen wie vor der Pandemie. Die Verdrängungsleistung ist enorm.
      Wir gehen als Familie davon aus, dass wir uns über die Schule anstecken werden und auch bei uns setzt inzwischen Gleichgültigkeit ein. Wir kümmern uns nur noch um die Booster Impfung. Selbstschutz hat bei dieser Politik Priorität.

  15. Auch ich als Mutter kann nicht nachvollziehen, wie allen anderen rundrum das Geschehen an den Schulen zunehmend egal wird, wie sie alle wieder mit ihren ungeimpften Kindern in den Urlaub fliegen, die Kinder wieder in die Sportkurse schicken (auch indoor), wie sie teilweise nur noch drauf lauern, dass die Maskenpflicht fällt.

    Wie sie alle noch nie was davon gehört haben (oder sich bewusst Augen und Ohren zuhalten), dass Corona eine Multiorganerkrankung ist, heftige neurologische Schäden auslösen kann, die Hirnschranke überwindet, sich in dem Bereich des Hirns breit macht, in dem auch Alzheimer angesiedelt ist, dass es neben der Lunge auch Diabetes auslösen kann, Nierenschäden verursacht, etc. etc.

    Und dass es eben auch Kinder befallen kann und weltweite Studien bei infizierten Kindern auf LongCovid-Raten zwischen 2-14 % kommen.

    Ich bin seit Februar 2020 fassungslos und es nimmt und nimmt kein Ende.

    • Es geht mir ganz genauso. Auch meine Kinder waren länger als andere im Fernunterricht. Wir waren und sind bis heute besonnener und vorsichtiger als unser Umfeld. Wir vermeiden Menschenmengen und bibbern lieber draußen auf der Außenterrasse als im Innenraum, wenn wir uns überhaupt mal ein Restaurantbesuch gönnen. Aber jetzt, mit dem Wegfall der Masken in BW macht das ganze wenig Sinn. Um ein Beispiel zu nennen: Meine 16 jährige Tochter wurde zu einer Feier am Wochenende eingeladen. In einer von zwei Geburtstagskindern gemieteten Halle sollen 50 geladene Gästen im Alter zwischen 16 und 19 untergebracht werden. Wahrscheinlich werden es eher mehr, wenn man den mitgebrachten Anhang dazuzählt. Das ganze findet also im Innenraum ohne ggg- Regel statt, für Alkohol wird auch gesorgt. Viele aus der gleichen Jahrgangsstufe gehen hin, die Vernünftigen, die Partymäuse, die Geimpften und die Ungeimpften. Eigentlich ein Alptraum! Aber Bedenken hat wohl keiner. Auch von Elternseite geht mal wieder alles klar, selbst bei den Eltern von ungeimpften Kindern. Aber jetzt bin ich auch so weit: Ich kann und will nicht wieder als Einzigste meine Bedenken äußern, die Feier findet so oder so statt. Und meine Tochter möchte ich auch nicht länger ausgrenzen. Denn warum sollte ich es ihr verbieten, wenn sie am Montag und die ganze Woche über mit all den Partygästen stundenlang in den gleichen Räumen zusammensitzt. Inzwischen frag ich mich sogar ernsthaft, zu welcher Personengruppe man lieber gehören möchte: Zu denjenigen, die eine Infektion in die Schule tragen, oder zu denjenigen, die eine Infektion aus der Schule heraustragen? Denn eine dieser beiden Varianten wird es in den nächsten Wochen sicherlich werden.

  16. Pünktlich zu den Herbstferien hat sich Herr Tonne mal wieder gemeldet. Natürlich ist Alles seit den Sommerferien prima gelaufen. Nach den Herbstferien wird dann in der 1. Woche täglich getestet und MNB bleibt vorerst. Aber es könnte dann noch gemütlich werden: „Erfreulicherweise ermöglicht es uns das aktuelle Infektionsgeschehen aber, auch über
    Lockerungen im schulischen Bereich nachzudenken und die nächsten Schritte zu planen.
    Sollte sich die positive Tendenz nicht wieder umkehren, werden mit Inkrafttreten der neuen
    Landesverordnung am 10.11.2021 weitere Schuljahrgänge auf das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung am Sitzplatz verzichten können.“ Auf welches aktuelles Infektionsgeschehen bezieht er sich? Anscheinend wohl nicht auf das der 5-14- Jährigen? In Nds. ist es bis auf einige lokale Ausbrüche ja eher „ruhig“ verlaufen. Toll ist das auch nicht. Aber besser als z.B. in Thüringen. Warum zieht man das Programm nicht erstmal bis Weihnachten durch? Natürlich nicht! Man will ja bei der „Maskenbefreiungsaktion“ der Kids nicht hinten anstehen.

  17. Und was mache ich mit meinem Kind, das freiwillig Maske tragen will, aber Lehrerinnen-Sprüche kassiert wie “ ihr tragt die Masken ja nur weil ich dann nicht sehe, ob ihr quatscht“? Das ist kein allg. Lehrer-Bashing…Mann ist auch Lehrer…

  18. @2xMama

    Soetwas begegnet uns leider immer und überall im Leben. Auch darauf muss man seine Kinder vorbereiten und ihnen das erklären. Niemand ist unfehlbar, keine Generation, keine Berufsgruppe etc. Überall gibt es diese sogenannten “ schwarzen Schafe“.
    Schärfen Sie die Sinne Ihrer Kinder dafür und helfen Sie Ihnen dieses richtig einzuordnen.
    Glücklicherweise ist die Mehrheit wohl doch anders gestrickt.

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