Überfordert? Stiko-Chef sorgt (wieder) für Verwirrung: Er würde sein eigenes Kind nicht impfen lassen

53

BERLIN. Die Ständige Impfkommission (Stiko) stiftet schon wieder Verwirrung. Vergangene Woche hieß es noch: Sie will bis spätestens Jahresende darüber entscheiden, ob sie eine generelle Corona-Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren empfiehlt – oder nicht. In dieser Woche preschte Stiko-Chef Prof. em. Mertens schon mal vor: Auf die Frage, ob er sein eigenes, siebenjähriges Kind derzeit gegen Corona impfen lassen würde (wenn er denn eines hätte), sagte er in einem Podcast der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Ich würde es wahrscheinlich jetzt nicht impfen lassen.“ Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kritisiert Mertens dafür deutlich.

In wenigen Tagen wird wohl ein zugelassener Impfstoff für fünf- bis 12-jährige Kinder verfügbar sein – den die Stiko wohl nicht empfiehlt. Foto: Shutterstock

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), der emeritierte Ulmer Virologe Thomas Mertens, ist derzeit auf vielen Kanälen zu hören. In der vergangenen Woche stellte er eine Einschätzung der Stiko bis Jahresende in Aussicht. „Unser Ziel ist es, diese Empfehlung bis Ende Dezember, möglichst bis zum Start der Auslieferung des Kinder-Impfstoffs an die Länder, fertigzustellen“, sagte er gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe – missverständlich, wie so vieles, was in den vergangenen Monaten von der Stiko kam. Denn mit „Empfehlung“ ist keineswegs gemeint, dass die Kommission die Nutzung des Impfstoffs tatsächlich empfiehlt. Es kann auch das Gegenteil dabei herauskommen: Dass von einer Impfung der Kinder abgeraten wird.

Tatsächlich zeichnet sich eine solche – vorläufige – Ablehnung ab. Denn Mertens hat sich im Podcast der FAZ scheinbar bereits festgelegt. Angesichts fehlender Daten würde er sein eigenes sieben Jahre altes Kinder derzeit nicht gegen das Coronavirus impfen lassen, erklärte der 71-Jährige. Nach seinen Worten gibt es jenseits der Daten aus der Zulassungsstudie des Impfstoffs „keinerlei Daten“ über die Verträglichkeit des Impfstoffs in der Gruppe der Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Die aktuellen Publikationen zeigten, dass Aussagen über Langzeitschäden kaum möglich seien. Andernorts offenbar schon: In den USA beispielsweise werden Kinder ab fünf Jahren bereits seit Anfang November geimpft.

„Falsche politische Entscheidungen können nicht durch eine Impfung korrigiert werden“

Gerade weil Corona-Infektionen bei Kindern in der Regel harmlos verliefen, müsse man umso sicherer sein, dass die Impfung auf Dauer gut verträglich sei, meint aber Mertens. Vor dieser Abwägung stehe die Stiko. Die wechselnde Stimmung in der Öffentlichkeit und auch bei Politikern könne nicht das Maß für die Entscheidung der Kommission sein, ob eine Impfung von Kindern empfohlen werde. „Falsche politische Entscheidungen können nicht durch eine Impfung korrigiert werden“, sagt er. Zudem kritisiert der Mediziner, dass die fehlende Impfbereitschaft der Erwachsenen nun durch eine Impfung der Kinder ausgeglichen werden soll.

In der „Rheinischen Post“ äußerte er sich am Wochenende ähnlich. Auf die Frage, ob er die Not der Eltern verstehe, die ihre Kinder schützen und ihnen den Schulbesuch ermöglichen wollen, antwortete Mertens: „Ja, die verstehe ich schon. Die Motive der Eltern sind vielfältig. Manchmal geht es neben dem Schutz der Kinder auch darum, den Schulbesuch, den Besuch bei der Oma oder das Flötenspiel in der Kita absichern. Ich verstehe das. Doch für die Stiko-Empfehlung können solche Argumente nicht die Hauptrolle spielen. Da ist die Politik gefragt.“ Offenbar versteht Mertens das Problem nicht: Viele Eltern treibt die Sorge vor einer Durchseuchung der Kinder und Jugendlichen und möglichen Gesundheitsfolgen um – nicht das „Flötenspiel in der Kita“.

„Das ist schwierige Aussage“, meint denn auch der SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach auf Twitter (mit Blick auf Mertens‘ Aussage, er würde sein Kind nicht impfen lassen). „Viele Wissenschaftler sehen das anders, weil es in Studien keine Nebenwirkungen gab für Kinder. Zum anderen muss Stiko ja noch entscheiden. Es wirkt unglücklich, wenn noch vor der Stiko-Entscheidung ihr Chef die Impfung für eigene Kinder schon mal ablehnt“, so schreibt er.

Unglücklich agiert die Stiko nicht zum ersten Mal, wenn’s um Kinder und Jugendliche geht. Im Juli zweifelte Mertens an der Sinnhaftigkeit von Massentests für Schüler in Schulen. «Ich frage mich, wie wichtig es tatsächlich ist, jedes symptomlos infizierte Kind durch Testung zu entdecken», sagte er. «Würde es möglicherweise reichen, jedes Kind mit Symptomen frühzeitig zu identifizieren und zu isolieren? Das mag zwar ketzerisch klingen, aber man sollte darüber nachdenken.» Lauterbach warf Mertens seinerzeit vor, damit eine Durchseuchung der Kinder in Kauf zu nehmen.

Bereits im Juni hatte die Stiko generelle Impfungen von 12- bis 17-Jährigen (zunächst) abgelehnt. Die Entscheidung, ob die Stiko eine Impfung empfehle, müsse „auf der besten verfügbaren Evidenzbasis getroffen werden“, erklärte Mertens damals. Die Daten aus der Zulassungsstudie des Herstellers reichten dafür nicht aus: „Die Zahl der in der Studie geimpften Kinder ist einfach zu gering, um eine belastbare Aussage über die Sicherheit in dieser Altersgruppe zu machen.“ In anderen Ländern, beispielsweise den USA, reichten die Daten sehr wohl aus.

„Für schnelle Entscheidungsbedürfnisse ist die Stiko schlichtweg nicht gemacht“

Im August hatte dann schließlich auch die deutsche Stiko genügend Informationen gesammelt, um dann doch die allgemeine Impfung der Jugendlichen zu empfehlen. Leider hat das Hin und Her offensichtlich viel Vertrauen bei Eltern gekostet: Bis heute sind erst gut die Hälfte (53 Prozent) der zwölf- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schüler in Deutschland geimpft. Die Inzidenzen in der Altersgruppe explodieren.

Ist die Stiko überfordert? Der Eindruck drängt sich auf. Die insgesamt 18 Mitglieder umfassende Kommission sei lediglich ein ehrenamtliches Gremium, welches neben den Haupttätigkeiten der Expertinnen und Experten in deren Freizeit zusammenkomme, erklärte Stiko-Mitglied Dr. med. Marin Terhardt, Facharzt aus Berlin, in der Sendung „Markus Lanz“.

Da lediglich drei Stellen der Stiko-Geschäftsstelle beim RKI hauptamtlich besetzt wären, sei der derzeitige Aufbau „für Pandemien nur begrenzt geeignet“, erläuterte der Mediziner. Normalerweise dauere es im Schnitt zwei Jahre, bis die Stiko eine Impfempfehlung ausspreche. „Wir haben das jetzt auf mehrere Wochen eingedampft, weil wir für sehr viel verschiedene Impfstoffe Entscheidungen treffen mussten.“ Das habe angesichts der Notlage auch funktioniert, doch kurzfristigere Empfehlungen seien allein aufgrund der „Ressourcenknappheit“ kaum möglich. Terhardt: Für „schnelle Entscheidungsbedürfnisse“ sei die Stiko schlichtweg nicht gemacht.

Das Problem: Viele Ärztinnen und Ärzte handeln auf der Grundlage ihres Votums – und impfen dann eben nicht. News4teachers / mit Material der dpa

Ehemaliges Stiko-Mitglied fordert: Weg mit Maskenpflicht in Schulen – um Schüler schnell zu durchseuchen!

 

Anzeige


Abonnieren
Benachrichtige mich bei

53 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Jan aus H
11 Monate zuvor

Das große Problem ist weniger die Stiko, als viel mehr die Ärzte, denen es nicht genügt, wenn ein Impfstoff zugelassen ist und die Eltern bei ihrer Gefahrenabwägung zwischen Impfung der Kinder und Durchseuchung in der Schule zu dem Schluss gekommen sind, dass die Impfung die bessere Alternative ist.

Das zwingt dann die impfwilligen Eltern dazu, viel Aufwand zu treiben, um doch einen impfwilligen Arzt zu finden.

So wird sich der Schutz der U12 noch viele Monate hinziehen und das Chaos weiter an den Schulen toben.

Dabei wäre es so einfach, ehrliche Politik zu machen: Nach Zulassung des Impfstoffs wird die Schulpräsenzpflicht so lange aufgehoben, bis jeder Impfwillige auch die beiden Impfungen plus zwei Wochen Wartezeit im Anschluss hat. Danach setzt die Präsenzpflicht dann wieder ein. Damit hätten die Eltern wenigstens eine Wahl zwischen Impfung und Infektion. Zwangsinfektion bei gleichzeitiger de-Facto-Verweigerung der zugelassenen Impfung ist hingegen nicht akzepzabel.

Maren
11 Monate zuvor
Antwortet  Jan aus H

So ist es!Stimme voll und ganz zu!

Saskia
11 Monate zuvor
Antwortet  Jan aus H

Ihr Vorschlag „Nach Zulassung des Impfstoffs wird die Schulpräsenzpflicht so lange aufgehoben, bis jeder Impfwillige auch die beiden Impfungen plus zwei Wochen Wartezeit im Anschluss hat. Danach setzt die Präsenzpflicht dann wieder ein“ ist für mich Wahnsinn.
Wie lange sollen die Kinder denn wieder mal zu Hause bleiben?
Alle psychischen und physischen, wie auch sozialen und bildungsrelevanten Folgeschäden, vor denen Kinderärzte und andere Fachleute immer wieder verzweifelt warnen, einfach auszublenden oder für nachrangig wichtig zu erklären, ist unverantwortlich.
Ich rechne es der Politik hoch an, dass sie nicht zu einer solch bequem einfachen Lösung greift, wie Sie sie vorschlagen.

Einalem
11 Monate zuvor

Wir(mein Mann und ich)sind geboostert,unseren großen Kinder 12 und 15 sind vollgeimpft und unser jüngster 10 Jahre wird auch geimpft.
Aber finde mal ein Arzt der impft ,entweder warten Sie auf die Stiko Empfehlung oder Sie Impfen nicht weil wir keine Patienten sind.
Ist echt zum
Haben uns nun bei http://www.u12schutz.de angemeldet.

Ale
11 Monate zuvor
Antwortet  Einalem

Hallo,
woher kommt ihr? Vielleicht kann man helfen?

Gruß

Einalem
11 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Huhu aus Wiesbaden

Ale
11 Monate zuvor
Antwortet  Einalem

Hallo,
jetzt müsste ich dich noch Kontaktieren können. Hätte was in Frankfurt und wahrscheinlich ü5 in der Pfalz. Liebe Redekation, können Sie meine Mailadresse ein Einalem weitergeben? Wenn das nicht klappt, einalem bist du auf Facebook?

Einalem
11 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Ja bin ich
Melanie Nennstiel

Dieter Schmeer
11 Monate zuvor
Antwortet  Einalem

Genau so gehts uns auch: Kaum einer impft, und wenn, dann nur für eigene Patienten. Angeblich sind 20.000 Kinder in Deutschland schon geimpft, ob die eigenen dazugehören ist abhängig vom Zufall und davon, wieviel 1000 Ärzte man anruft. Wir kommen uns diskriminiert vor.
Wenn die Studie mit dem Erwachsenenimpfstoff gemacht wurde und es damit in anderen Ländern funktioniert, dann gebt das doch für alle frei, die bereit sind mitzumachen und auch die entsprechenden Sachen unterschreiben. Ist dann eben auf eigene Gefahr, aber die Erkrankung holt man sich auch auf eigene Gefahr, aber zwangsweise (Präsenzpflicht).

Ale
11 Monate zuvor
Antwortet  Dieter Schmeer

Hallo,
auch hier woher, vielleicht kann ich helfen.

Gruß

Dieter Schmeer
11 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Aus Ruppertsweiler (Pfalz), würden aber mittlerweile wohl überall hinfahren, Hauptsache deutscher Sprachraum und ein Angebot mit Hand und Fuß. Also kein nächtlicher Autobahnparkplatz mit rostigem Kleinbus und rostiger Spritze, sondern Klinik oder seriöse Arztpraxis 😉
Bezüglich Kontakt: dasoertliche.de findet mich mit allem.

KnechtRuprecht
11 Monate zuvor
Antwortet  Dieter Schmeer

Fragen Sie als Mann z.B. auch Gynäkologinnen. Manche impfen rundum.

S.
11 Monate zuvor

Ich wundere mich seit Wochen, dass ich als Geisteswissenschaftlerin offenbar mehr wissenschaftliche Artikel zu Covid-19 kenne als die Stiko-Mitglieder Zepp und Mertens. Die beiden alten Herren beherrschen wohl nicht die Möglichkeiten des digitalen Bibliographierens, was skandalös ist, da es zig Menschen die Gesundheit oder sogar das Leben kostet: verzögerte Impfempfehlungen für Jugendliche und Schwangere sowie verzögerte Booster-Empfehlungen.

Wer sich etwas mit Forschung auskennt und das folgende Deutschlandfunk-Interview liest, kann sich nur die Haare raufen, wie unprofessionell die Stiko-Arbeit abläuft. Wirklich geschockt hat mich, dass die alten Herrschaften offenbar nicht selbst die in Frage kommenden Artikel recherieren, lesen und zusammenfassen, sondern in aller Seelenruhe auf aufbereitete Zusammenfassungen durch das RKI warten.

„May: Herr Terhardt, viele fragen sich, jetzt sind in den USA schon viele Millionen, ich glaube knapp drei Millionen Kinder mittlerweile geimpft. Kanada impft, Israel impft Kinder zwischen fünf und elf. Aber Deutschland kann nicht.

Terhardt: Das müssten Sie, glaube ich, eher die EU fragen, woran das liegt. Das hat jetzt nichts mit der Stiko zu tun. Wir als STIKO sind verpflichtet, Impfempfehlungen für Deutschland zu geben bei zugelassenen Impfstoffen. Das werden wir tun. Wir haben uns jetzt das Recht herausgenommen, das bis zum 20. Dezember zu tun, weil der Impfstoff nicht vorher verfügbar ist. Wir sind in der STIKO mit allen Aufgaben zur Covid-Impfung wirklich ausgelastet und am Rande der Möglichkeiten, was die Ressourcen hergeben. Wir würden gerne oft schneller sein, aber das liegt daran, dass wir nicht genügend Ressourcen an der Geschäftsstelle im Robert Koch-Institut haben, um das wirklich in dem Maße leisten zu können.

May: Das ist ja interessant. Ist das ein großes strukturelles Problem, das die STIKO hat, dass ein ehrenamtliches Gremium solch wichtige Entscheidungen in der Pandemie treffen muss? Nichts gegen Sie! Ehrenamt ist ja ganz toll. Aber ist das möglicherweise ein strukturelles Problem, das wir hier haben in Deutschland?

Terhardt: Wenn es um eine Pandemie geht, ist das sicherlich richtig, dass es ein strukturelles Problem ist. Aber ich würde es nicht am Ehrenamt festmachen. Ich halte das für ein gutes Konstrukt, dass das in Ehrenamt ist, dass die Menschen unabhängig sind, die diese Entscheidungen fällen. Aber die wissenschaftliche Arbeit, das Durchwälzen aller Studien, die in Frage kommen können, das machen ja hauptamtliche Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts im Auftrag der STIKO. Wir haben eine Geschäftsstelle am Robert-Koch-Institut und die ist personell völlig überfordert in der jetzigen Situation und muss sich ständig Hilfe von anderen Abteilungen suchen und die stehen auch zurzeit unter hohem Druck und da arbeiten alle völlig an ihrem körperlichen Limit. Das ist ein strukturelles Problem, da haben Sie recht. Viele andere Impfthemen sind in den letzten anderthalb Jahren auch liegen geblieben, weil wir dafür keine Ressourcen hatten.

May: Aber das könnte man doch ganz einfach lösen, indem man mehr Geld gibt und mehr Leute einstellt.

Terhardt: Wenn Sie meinen, dass das so ganz einfach ist, dann wäre das vielleicht der Weg. Man muss diese Leute ja auch haben und man muss aber auch den festen Willen haben, das so strukturell zu ändern. Vielleicht kommt da jetzt ja neue Bewegung rein nach den Koalitionsverhandlungen.“

Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/impfung-fuer-kinder-interview-mit-stikomitglied-martin-terhardt-100.html

Klugscheisser
11 Monate zuvor
Antwortet  S.

Vor allem ist das längst schriftlich schon angemerkt worden durch das RKI, dass da Personalmangel herrscht. Aber egal, Pandemie ist kein Grund zum Handeln. Weder für alte noch neue Regierung.
Apropo neuer Gesundheitsminister, der sich ja mal drum kümmern könnte…

Will den Posten keiner ausser Lauterbach?
Und den Lauterbach will keiner, weil er so unglaublich unbequem ist?

Dieser politische Haufen ist schlimmer als ein Kindergarten, und jetzt geht die rangälteste Erzieherin in Rente.
Papa Schlumpf als Ersatz ist höchsten dafür gut, dass man mit ihm im Sandkasten spielen kann. Vielleicht hat ihn auch aus Versehen schon eines der Kinder verbuddelt.

Mann Mann Mann

Ich_bin_neu_hier
11 Monate zuvor
Antwortet  S.

@S.: „Wirklich geschockt hat mich, dass die alten Herrschaften offenbar nicht selbst die in Frage kommenden Artikel recherieren, lesen und zusammenfassen, sondern in aller Seelenruhe auf aufbereitete Zusammenfassungen durch das RKI warten.“ – Könnte es vielleicht sein, dass es einfach viel zu viele Studien gibt, als dass die Mitglieder der STIKO sie ALLE lesen könnten? Covid-19 ist ja aktuell nicht unbedingt ein abgelegenes Randthema in der weltweiten Wissenschaft. Ich meine ja nur…

S.
11 Monate zuvor
Antwortet  Ich_bin_neu_hier

Natürlich muss man nicht ALLES lesen, was zu Covid-19 gedruckt wird – das meiste ist ja populärwissenschaftlich oder aber es handelt sich um Metastudien. Dies gilt im Übrigen auch für alle anderen wissenschaftlichen Themen: Alles ist nicht machbar und auch nicht zielführend.
Es ist in diesem Fall notwendig, Artikel in Peer-Review-Zeitschriften zu rezipieren sowie Vorab-Ergebnisse aus Studien anerkannter Wissenschaftler*innen, die genuin zu diesen Themen als Virolog*innen, Infektiolog*innen, Immunolog*innen und Epidemiolog*innen forschen. Das ist aus meiner Sicht weltweit durchaus überschaubar und gut machbar, wenn man sich täglich damit auseinandersetzen würde. Dazu kommt die Analyse der Datenbanken des RKI. Hier wird die Hilfe des RKI natürlich zwingend notwendig sein.
Die tägliche Auseinandersetzung wäre allerdings Voraussetzung. Und diese ist wohl für die ehrenamtlichen Mitglieder der STIKO nicht gegeben.

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor

Flötenspiel? Wie damals in Hameln. Fragt sich nur, wer ist nun der Spieler, welcher erst Ratten, dann die Kinder hinweglockt?

„Eines Tages im Jahr 1284 betrat ein bunt gekleideter Flötenspieler die Stadt Hameln und bot sich an, Häuser und Straßen von der Rattenplage zu befreien. Der Mann begann auf seiner Flöte zu spielen und alle Ratten und Mäuse kamen aus ihren Verstecken hervor und versammelten sich um ihn. Da zog er mit ihnen an die Weser, wo die Tiere im Fluss ertranken. Doch so befreit von der Plage überlegten es sich die Bürger anders und verweigerten dem Rattenfänger seinen Lohn. Der zog zornig davon, kam aber nach einiger Zeit zurück, gerade als die Bürger in der Kirche waren, und blies erneut auf seiner Flöte. Diesmal folgten ihm die Kinder Hamelns und er führte sie hinaus in einen Berg, in den er mit ihnen verschwand.“ https://www.oppida.de/die-schoensten-staedte-deutschlands/hameln/rattenfaenger-von-hameln/

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Da gab es eine Plage. Da gab es einen Spezialisten. Der wusste, was zu tun war. Man wollte, dass getan ward, was er sagte, was zu tun war. Das funktionierte einmal. Danach war man aber nicht mehr willens bei der Weise des Spezialisten zu bleiben. Man wollte nichts hergeben, man wollte keine Kosten. Der Spezialist ging und mit ihm ging seine Handlungsweise. Dann glaubten sich die Erwachsenen befreit. Dann waren die Erwachsenen ganz abgeschottet versammelt in ihrem Glaubensgebäude. Sie hatten kein Auge auf die Kinder. Die befanden sich außerhalb des Glaubenssystems der Erwachsenen und außerhalb deren Wahrnehmung. Dann kam der nächste unsichtbare Ton mit der Luft. Die Kinder gingen hinein in eine aus dem Boden wachsende Erhebung. Deren Inneres keiner durchschauen konnte. Überschritten war die Schwelle, kein Zurück. Nichts wurde mehr, wie es davor war.

Ich_bin_neu_hier
11 Monate zuvor

„Überfordert?“- Vermutlich eher eine Kombination aus Wissenschaft und Ehrlichkeit. Die Wissenschaft ist seine Aufgabe und absolute Ehrlichkeit bei einer Impfkommission unabdingbar für das Vertrauen der Bevölkerung. Nebenbei: Für Wissenschaftskommunikation war die STIKO nie gedacht und sie ist auch personell dafür nicht ausgestattet.

Carsten60
11 Monate zuvor

Wenn die Stiko überfordert ist, dann ist es die SPD schon lange. Denn die führenden SPD-Genossen preisen seit 50 Jahren immer die Gesamtschule, die Gemeinschaftsschule usw., aber ihre eigenen Kinder schicken sie lieber auf grundständige Gymnasien mit hohen Ansprüchen oder gar in Privatschulen (Ypsilanti, Stoch, Schwesig, …). Die alte Geschichte: das eine predigen, das andere selber machen.

Rosa
11 Monate zuvor

Die Äußerungen von Herr Mertens schaden in der Öffentlichkeit massiv.

Rosa
11 Monate zuvor

Herr Dorsten es ist für unsere Bevölkerung sehr wichtig diese Impfquote zu erreichen.https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/27/Art_01.html Uns rennt die Zeit davon und wir werden weitere Menschenleben beklagen. Jeder ist gefordert seinen Beitrag zu leisten…..

Rosa
11 Monate zuvor

Viele Menschen warten auf eine Booster Impfung und die Warteziet ist lang. Lehrer und Erzieher sind einer hohen Viruslast ausgesetzt und die Impfdurchbrüche haben stark in der Schule zugenommen.https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/COVID-19/Flyer_Wirksamkeit_Impfung.pdf?__blob=publicationFile

Monika, BY
11 Monate zuvor

Sorry Leute, aber STIKO sollte man abschaffen, Jetzt, reicht es aber langsam.

Was ist den Unterschied zwischen dem Kind im Januar, 2010, geboren und dem Kind im September, 2009, geboren?

Genau!

Verärgert
11 Monate zuvor

Als ich das Interview sah, dachte ich nur:“Was für ein Idiot!“
Die Stiko kannst du doch abschaffen!

Minna
11 Monate zuvor

Wenn der Mann sagt, er würde seine Kinder nicht impfen lassen, ist er ein Idiot??????
Warum darf er das nicht sagen, ohne das er durch die Medien getrieben wird??
Ich verstehe die Welt langsam nicht mehr!!!
Einen Lauterbach, der für die Fallpauschale und das Zusammensparen des Gesundheitssystems einer der maßgeblich Verantwortlichen ist, loben die Leute hoch zum Gesundheitsminister der Herzen, aber wenn ein Wissenschaftler, der als Vater einfach mal sagt, was er denkt, wird er zur medialen Hinrichtung geführt.
Traurig!
Die Stiko wird politisch unter Druck gesetzt.
Was macht ihr alle, wenn die Stiko überstürzt ihre Empfehlung gibt und dann geht was schief? Dann schreit ihr auch laut auf!

Darfdaswahrsein
11 Monate zuvor
Antwortet  Minna

Herr Mertens hat sich in seiner Funktion entsprechend falsch verhalten.
Als Mitglied einer Kommission hat er in einem Interview seine persönliche Ansicht geäußert, die nichts damit zu tun hat was die Kommission selbst erarbeitet und erforscht hat.
Er kann ganz privat anders denken aus irgendwelchen Befindlichkeiten. In der Kommission sitzt er aber nicht allein, sondern mit anderen Mitgliedern. Da kommt es nicht auf persönliche Befindlichkeiten an, sondern auf wissenschaftlich fundierten Fakten und Erkenntnisse.
Mit solch unprofessionellen und unüberlegten Äußerungen schadet er der Anerkennung und der Glaubhaftigkeit der Stiko. Eltern werden nur noch mehr verunsichert.
Die Probleme mit der Stiko: Die Impfkommission zieht sich kleinmütig auf Evidenz zurück
https://amp.tagesspiegel.de/politik/die-probleme-mit-der-stiko-die-impfkommission-zieht-sich-kleinmuetig-auf-evidenz-zurueck/27861214.html

Minna
11 Monate zuvor
Antwortet  Darfdaswahrsein

Falsch. Wenn er gesagt hätte, dass er seine Kinder impfen lassen würde, wäre das nach Ihrer Sicht ebenfalls seine Meinung. Aber in diesem Falle würde hier keiner sich beschweren, dass Herr Mertens seine Meinung geäußert hat. Im Gegenteil.

trotzki
11 Monate zuvor
Antwortet  Minna

Oder Alternative 2, er hätte die Frage auch nicht beantwortet. Und dann hätte man ihn auch zerrissen. Egal wie er macht, er verliert immer irgendwo. Aber jemand muss der Job machen. Man kann die Stiko ja gerne abschaffen, aber dann kommt eine andere Kommision, die die Impfungen empfehlen kann oder auch nicht. Und ich kann so eine Kommision nicht immer nur austauschen, nur weil mir ihre Aussagen nicht pasen.

Jeder Arzt, der ohne die Empfehlung der Stiko impft, geht halt auch das Risiko ein, dass es ihm an den „Kragen“ geht, sollte etwas beim Impfen schief gehen. Und nach Rechtslage kann er sich nicht aus moralischen Gründen „freisprechen“.
Jeder Arzt, der Kinder aktuell Kinder unter zwölf Jahren in Deutschland impft, macht das mit einem „nicht“ zugelassenen Impfstoff für Kinder.

Und jemanden zu beleidigen, nur weil mir seine Ansicht nicht passt und es nicht meinen Wünschen entspricht, sollte dem dem Bildungsgrad der hier Teilnehmenden eigentlich tabu sein.

Jan aus H
11 Monate zuvor
Antwortet  Minna

Wenn irgendwer hier postet, dass sie/er die Kinder impfen oder nicht impfen lassen will, dann ist das eine persönliche Meinungsäußerung.

Dieser Mann hingegen ist Chef der Stiko, deren von vielen erwartetes Urteil für viele darüber entscheiden wird, ob sie ihre Kinder einfach impfen lassen können oder ob das nur mit Beziehungen und Überredungskünsten möglich ist, denn viele Ärzte sagen, dass sie ohne die Stiko-Empfehlung nicht impfen.

Die Stiko berät anscheinend noch, aber dieser Mann bläst einfach mal seine Meinung in die Welt. Wie kann man dann noch erwarten, dass dieses Gremium zu einem wissenschaftlich begründeten Ergebnis kommt? Es ist eben ein Unterschied, ob irgendwer seine Meinung hier im Forum postet oder ob der Chef der Stiko das in die Welt verteilt.

Jedes Mitglieder dieses Gremiums sollte die Klappe halten und an einer durchdachten Entscheidung arbeiten, die dann nach Fertigstellung veröffentlicht wird. Die persönlichen Meinungen der Beteiligten spielen dabei HOFFENTLICH keine Rolle. In diesem Fall sind da aber ernste Zweifel angemessen.

Die Stiko sollte aufgelöst oder auf ihre eigentliche Aufgabe zurückgesetzt werden und die Bewertung von Impfstoffen in einer Pandemie (!) den jeweiligen Experten überlassen werden, die auch wirklich das Risiko bewerten können. Das, was die Stiko macht, ist die Überlegung, wie riskant das ganze für ein einzelnes Kind auf einer einsamen Insel ist. Das wirkliche Infektionsrisiko an den Schulen ist ihnen in keiner Weise bewusst, dabei ist das der entscheidende Faktor für eine RisikoABWÄGUNG.

DerDip
11 Monate zuvor
Antwortet  Jan aus H

@Jan aus H: Sie beschimpfen jemanden als Idioten, weil er auf eine Frage ehrlich antwortet mit „Ich würde es wahrscheinlich jetzt nicht impfen lassen.“ Die Worte „wahrscheinlich“ und „jetzt“ zeigen, dass er dabei durchaus abwägt und sich diese Meinung auch wieder ändern kann (wenn die Studienlage eindeutiger sein sollte).
Ich finde es richtig, dass es auf solchen Posten Personen gibt, die sich nicht durch die politische Agenda instrumentalisieren lassen. Mal abgesehen davon gibt es ja eine vorläufige Zulassung durch die EMA. Dass sich die Ärzte meist auf die Stiko stützen hat ja auch etwas mit Vertrauen gegenüber der Stiko zu tun.
Meiner Meinung nach sollte die Stiko eher noch unabhängiger werden von dem RKI, als dass man diese komplett abschafft oder direkt dem politischen Diktat unterwirft. Denn dann wird das Vertrauen in die Stiko erst recht leiden.
Und sie haben recht, die Stiko bewertet, wie hoch der Nutzen einer Impfung für das einzelne Kind ist. Das ist ja auch richtig, unabhängig davon ob das Kind sich auf einer einsamen Insel infiziert oder aber in der Schule. Für das einzelne Kind wird der Nutzen hierdurch nicht höher. Der Hauptnutzen der Impfung für Kinder ist aktuell eher indirekter Natur (psychosoziale Aspekte), bedingt durch den Umgang mit Infektionen: Ungeimpfte Kinder werden in Quarantäne geschickt, wenn diese Kontakt zu einem Coronafall hatten – Geimpfte nicht.
Wenn aber – wie Sie – jeder meint, er wüsste es besser als die Stiko, dann sollten wir vielleicht nicht nur die Stiko sondern auch die EMA direkt mit abschaffen. Jeder soll dann einfach alles an Impfungen nehmen, was und wie oft er will.

Jan aus H
11 Monate zuvor
Antwortet  DerDip

„Ich finde es richtig, dass es auf solchen Posten Personen gibt, die sich nicht durch die politische Agenda instrumentalisieren lassen.“

Das Problem ist, dass er selbst politisiert!

Er posaunt Entscheidungen vor der Veröffentlichung aus und äußert als Chef der Stiko seine persönliche Meinung in einer sehr brisanten Frage, über die die Stiko noch befinden muss.

Das ist ungefähr das gleiche, als wenn der Richter vor der Verhandlung der Bildzeitung erzählt, dass er ja denkt, dass der Angeklagte schuldig ist.

In so etwas muss man NEUTRAL reingehen und diese NEUTRALITÄT auch nach außen demonstrieren. Er hätte z.B. sagen können, dass die Abwägungen noch nicht abgeschlossen sind und er die Frage darum nicht beantworten kann. Alles andere hinterlässt einen schlechten Beigeschmack.

„Das ist ja auch richtig, unabhängig davon ob das Kind sich auf einer einsamen Insel infiziert oder aber in der Schule. Für das einzelne Kind wird der Nutzen hierdurch nicht höher. “

Genau DAS ist nicht richtig! Der Nutzen einer Corona-Impfung (!) für das Kind auf der einsamen Insel ist NULL, weil es sich eben nicht infizieren kann – da ist schlichtweg niemand, bei dem es sich anstecken kann. Das Kind hingegen, das bei Inzidenz 2000 täglich ohne ausreichenden Schutz in die Schule muss, hat ein sehr hohes Risiko, sich anzustecken. Damit hat es wesentlich mehr Nutzen von der Impfung.

Risikoabwägung bedeutet:

Wahrscheinlichkeit der Schäden durch das Ereignis x Wahrscheinlichkeit des Eintretens des Ereignisses werden gegeneinander abgewogen.

Die Wahrscheinlichkeit der Impfung ist bei einem Geimpften 100%. Wir vergleichen also die Wahrscheinlichkeit von Impfschäden mit dem Produkt aus der Infektionswahrscheinlichkeit und den Infektionsfolgen. Die Infektionsfolgen sind unabhängig vom Ort, soweit richtig, aber eben nicht die Infektionswahrscheinlichkeit.

Nehmen wir an, dass Impfschäden etwa 10% der Wahrscheinlichkeit von Infektionsschäden haben. Dann lohnt die Impfung für die betrachtete Person, sobald die Infektionswahrscheinlichkeit > 10% ist.

Das wiederum ist an einer Schule recht sicher… auf der einsamen Insel hingegen nicht. Auf der einsamen Insel ist die Infektionswahrscheinlichkeit Null, also lohnt eine Impfung niemals (solange wir die Rahmenbedingungen nicht ändern, also niemand die Insel besucht).

AvL
11 Monate zuvor
Antwortet  Jan aus H

Volle Zustimmung meinerseits für ihren Kommentar.
Herr Mertens wird sowieso keine Kinder mehr in die Welt setzen.

Klugscheisser
11 Monate zuvor

In Gebieten von Leuten mit Geld sind die Kinder seit langem geimpft. Sie wissen, wo sie hingehen müssen, um die Impfung zu bekommen, denn sie sind gut vernetzt.
Und dabei stellen diese sich nicht Frage „ob“, sondern nur „wo“ und „wann“.

Minna
11 Monate zuvor
Antwortet  Klugscheisser

Danke Kalkspatz…
So ist das heutzutage mit der freien Meinungsäußerung…
Jedes falsche Wort kann mächtig in die Hose gehen.
Wenn ich mir die Kommentare hier durchlese, bin ich entsetzt.
Die Stiko hat eine Verantwortung. Sowohl in die Runde als auch in die andere Richtung.
Macht sie eine voreilige Empfehlung und es geht schief und es gibt viele schlimme Nebenwirkungen bei den Kindern, dann ist das Geschrei auch groß.
Wir lassen unsere Kinder auch nicht impfen. Aber sowas darf man ja heute kaum äußern ohne das über einen hergefallen wird wie die Geier.

Kalkspatz
11 Monate zuvor

„Stiko-Chef sorgt (wieder) für Verwirrung: Er würde sein eigenes Kind nicht impfen lassen…“

Die Verwirrung machen eigentlich die Medien daraus. Er sagte das schon mal und er begründete das NICHT damit, dass der Impfstoff schlecht sei oder dass er Sorge habe vor den Nebenwirkungen, sondern er begründete das seinerzeit damit, dass das unnötig sei, weil Kinder an Corona äußerst selten schwer erkranken.

Leider lassen die Medien diese Begründung oft weg. 🙁

Monika, BY
11 Monate zuvor
Antwortet  Kalkspatz

„äußerst selten schwer erkranken.“

Aber sie erkranken und Folgen dessen können für viele Kinder lebenslang dauern.

Das erwähnte er nicht. Nie.

DerDip
11 Monate zuvor
Antwortet  Monika, BY

@ Monika: Das erwähnte er nie, weil es für „Folgen dessen können für viele Kinder lebenslang dauern“ keine wissenschaftliche Evidenz gibt. Warum soll er etwas, das bisher rein spekulativ ist, erwähnen?

Jan aus H
11 Monate zuvor
Antwortet  DerDip

Hmm… wo ist da die Logik?

Die Impfung KÖNNTE lebenslange Nebenwirkungen haben… das ist zwar nicht erwiesen, aber wir empfehlen sie mal lieber nicht.

Die Infektion KÖNNTE lebenslange Nebenwirkungen haben… das ist nicht erwiesen, also ignorieren wir es.

Mögliche Spätfolgen der Impfung sind ebenso spekulativ wie lebenslange Folgen der Infektion… warum ist das in dem einen Fall total wichtig und im anderen komplett egal?

Was wissenschaftlich erwiesen ist: Die Infektion hat wesentlich mehr Tote gefordert als die Impfungen. Auch in den Ländern, die schon Kinder impfen, sind wesentlich mehr Kinder an der Infektion gestorben als an der Impfung.

Mich stört diese zweiseitige Sicht: Böse Impfung, gute Infektion. Das ist doch vollkommen absurd! Das wird einem schon dann klar, wenn man die Funktionsweise einer mRNA-Impfung mit der des Virus selbst vergleicht.

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Jan aus H

Hallo Jan aus H,
ich befürchte, gegen diese Polarisierung „gute“ natürliche Infektion versus „böse“ künstliche Impfung ist echt kein Kraut mehr gewachsen. Wie lange wird darauf schon immer und immer wieder rumgeritten …

Darfdaswahrsein
11 Monate zuvor
Antwortet  Kalkspatz

Und genau diese Begründung „bei Kindern unnötig…“ ist gerade hier sowas von fehl am Platz.
Lesen Sie sich durch was Aufgabe der Stiko ist!
Nicht nur in Bezug auf das einzelne Individuum das geimpft wird, sondern Impfung auch und gerade in Bezug auf die ganze Bevölkerung!

Darfdaswahrsein
11 Monate zuvor
Antwortet  Kalkspatz

Hier nachzulesen

RKI – Ständige Impfkommission
https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/stiko_node.html

Jan aus H
11 Monate zuvor
Antwortet  Kalkspatz

…und er ignoriert weiterhin die unklare LongCovid-Problematik.

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Jan aus H

Ja!

Koogle
11 Monate zuvor

Mittlerweile sind 5 Millionen Kinder unter 12 erstgeimpft ohne einen einzigen Fall von Myocarditis.

Die Stiko sollte sofort die Erstimpfung frei geben.

Für die zweite Dosis kann sie sich dann bis Januar 2022 Zeit nehmen.

Minna
11 Monate zuvor
Antwortet  Koogle

Da Herzmuskelentzündungen bei Kindern aufgrund der fehlenden oder unspezifischen Symptome häufig unerkannt bleiben, würde ich den Satz „Mittlerweile sind 5 Millionen Kinder unter 12 erstgeimpft ohne einen einzigen Fall von Myocarditis.“ nicht vorbehaltlos unterschreiben.

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Minna

Ich lese oft, bei Kindern sei die Infektion häufig symptomlos oder unspezifisch in der Symptomatik und bleibe so unerkannt, das spräche für die Harmlosigkeit.
Klingelt’s?

Brigitte
11 Monate zuvor

Wir versuchen seit Wochen, einen Impftermin in und um Berlin für unsere Kinder (7 und 9) zu erhalten. Kein Erfolg, da fast alle ÄrztInnen auf die Stiko-Empfehlung warten oder weil sie überrannt werden von Eltern mit ihren impfwilligen Kindern. Die theoretische Möglichkeit, ab dem 15.12. einen Termin zu bekommen, scheitert an der Realität…

Wiebke
11 Monate zuvor

Ich finde gut, dass die Stiko ihre Verantwortung ernst nimmt und sich nicht zu voreiligen Entscheidungen drängen lässt, wohl wissend, dass ihr genau das bevorsteht, was auch hier bei news4teachers passiert: pausenlose Schmähungen und Empörungsäußerungen.
Man mache sich doch bitte mal klar, wie sehr die eigene Meinung von dem Medium abhängt, über das man seine Weisheiten über Corona oder den Umgang mit Corona bezieht.
Der Stiko-Chef ist keinewswgs unfähig oder unzurechnungsfähig, sondern in seltener und höchst anerkennenswerter Weise ehrlich. Mit seinem Eingeständnis, dass er sein eigens Kind momentan noch nicht impfen lassen würde, zeigt er als anerkannter Fachmann offen seinen Zwiespalt und Gewissenskonflikt in der anstehenden Entscheidung.
Solche Leute, die nicht falsche Sicherheit vorgeben und nicht in falsche Sicherheit wiegen, wünschte ich mir mehr. Denn erst nachträglich wird man wirklich wissen, welche Entscheidungen richtig oder falsch waren. Das gilt weiterhin für die Fachleute, die Medien, die Politiker sowie für jeden Einzelnen von uns selbst.
Deshalb sage ich: Hut ab vor allen, die es sich im Umgang mit Corona nicht zu leicht machen und dafür Beschimpfungen ganzer Herden in Kauf nehmen – je nachdem, wie diese instruiert und gepolt sind.

Bernd
11 Monate zuvor
Antwortet  Wiebke

Seltsame Argumentation. „Mit seinem Eingeständnis, dass er sein eigens Kind momentan noch nicht impfen lassen würde, zeigt er als anerkannter Fachmann offen seinen Zwiespalt und Gewissenskonflikt in der anstehenden Entscheidung.“

Das ist doch nicht Opa Fritze, der zu seiner persönlichen Meinung befragt wird. Der Mann ist Verantwortungsträger, der sachlich aufklären soll, nicht Ängste schüren. Was wäre von einem Bundesbank-Chef zu halten, der locker ausplaudert, dass er sein Geld unter der Matratze liegen hat statt auf einem Konto? Oder von einem Innenminister, der nichts sagen will, weil die Wahrheit „die Menschen erschrecken könnte“? Oder von einem Chef der Flugaufsicht, der locker erzählt, dass er persönlich unter Flugangst leidet?

Die Stiko hat einen Prüfauftrag – Mertens‘ persönliche Meinung interessiert hier nicht.

Fr. M.
11 Monate zuvor
Antwortet  Bernd

Hängt die persönliche Meinung von Herrn Mertens etwa nicht von dem ab, was er geprüft hat?
Ihre Argumentation ist seltsam, Wiebkes aber nicht.
In Interviews greifen auch Herr Lauterbach, Herr Drosten oder Herr Wieler ständig zu der Formulierung: „Ich bin der Meinung, dass…“

Stefanie Balk
11 Monate zuvor

Eine Schande, wie in Deutschland mittlerweile mit höchst seriösen Wissenschaftlern und Experten umgegangen wird, die nicht einfach wie die Lemminge der Meinung der Massen folgen.
Ich hoffe Herr Mertens bleibt weiterhin dem Verpflichtet, was seine Aufgabe ist. Studien auszuwerten und nach Studienlage und Risikoabwägung zu entscheiden.
Danke für ihre Arbeit Herr Mertens !

Fr. M.
11 Monate zuvor
Antwortet  Stefanie Balk

Ich schließe mich Ihrem Dank an.