Lehrkräftemangel belastet weiter den Schulbetrieb – noch jahrelang

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Die Lage bei der Unterrichtsversorgung in Sachsen-Anhalt ist weiter angespannt. Der Schulbetrieb sei wegen der im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegenen Schülerzahl in Kombination mit der schwierigen Personalgewinnung weiter sehr belastet, teilte das Bildungsministerium in Magdeburg am Donnerstag mit. Bei allen Schulformen sank demnach die Unterrichtsversorgung im Vergleich zum Vorjahr auf 94 Prozent. Als ein Grund dafür gelte die bundesweit angespannte Lage auf dem Lehrkräftemarkt.

Der Lehrermangel ist spürbar. Foto: Shutterstock

«Es wird eine Herausforderung der nächsten Jahre bleiben, dieser schwierigen Lage erfolgreich entgegenzutreten», sagte Bildungsministerin Eva Feußner (CDU). Das Ministerium will daher den Angaben zufolge weiter in Personalgewinnungsmaßnahmen investieren. Dazu gehören etwa attraktivere Fortbildungsangebote für Seiteneinsteiger und Arbeitszeitkonten für Lehrkräfte. Das Lehrkräfteangebot soll sich laut Ministerium im Verlauf des Jahrzehnts deutlich verbessern. «Ab etwa Mitte der 2020er Jahre werden die Schülerzahlen auch wieder etwas sinken. Bis dahin bleibt die Lage herausfordernd», hieß es vom Ministerium. dpa

Verbände schlagen Alarm: „Der Lehrkräftemangel ist das größte Problem des Bildungssystems in Deutschland“

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13 KOMMENTARE

  1. Dinosaurier … Dodos … Lehrkräfte – die ersten zwei weiß ich, aber warum sind nochmal die Lehrkräfte ausgestorben?

  2. Mit dem prognostizierten Sinken der Schülerzahlen ist das so eine Sache. Ich fürchte, diese bezieht sich immer nur auf die Zahl der Personen, aber nicht auf die Zahl der Jahre, die diese Personen im Schulsystem sind. Es ist doch klar: wenn mehr Schüler 12 oder 13 Jahre zur Schule gehen statt nur 10 Jahre, dann steigt der Bedarf an Lehrern selbst dann, wenn die Zahl der Personen pro Jahrgang sinkt. Zudem könnten erneute Flüchtlingswellen jede Prognose zu Makulatur werden lassen. Ich traue der Weisheit der zuständigen Bürokraten in unseren Schulministerien nicht viel zu. Sie haben schon oft genug in dieser Hinsicht versagt und im Auftrag der Partei-Heinis an der Spitze die Sache schöngeredet und niedriggerechnet, immer dann, wenn es über die aktuelle Legislaturperiode hinausgeht.

  3. Es gibt eben immer weniger Menschen, die sich die mediale Dauerschelte zusätzlich zum Job antun wollen. Wahlweise darf man sich als faul, inkompetent, den Anforderungen nicht gewachsen, keine Ahnung habend, zu gut bezahlt, nicht ausgelastet, digitales Fossil, ungerecht, … , bezeichnen lassen. Faule Säcke halt. Gleichzeitig werden die Forderungen sowohl des Jobs als auch der Eltern größer, die Personaldecke jedoch dünner und die Ausstattung … nun ja, in etlichen Fällen handelt es noch die Originalausstattung aus dem Baujahr der Schule, ergänzt um EIN Alibismartboard für 10 Klassen. Wenn man Glück hat, funktioniert der Internetanschluss dafür.
    Okay, für Masochisten wird es immer spannender, diesen Job zu ergreifen, aber die sind eben gesamtgesellschaftlich gesehen eher eine kleine Minderheit.

    • Genauso ist es! Und ohne Arbeitsschutz in Corona Zeiten – das motiviert enorm. Aber die Nullrunden in den Tarifverhandlungen – vielleicht könnte das ein Anreiz sein?

  4. Das kommt mir doch wirklich sehr, sehr bekannt vor: „Das Lehrkräfteangebot soll sich laut Ministerium im Verlauf des Jahrzehnts deutlich verbessern. ‚Ab etwa Mitte der 2020er Jahre werden die Schülerzahlen auch wieder etwas sinken.'“, Ach, allein mir fehlt der Glauben daran – zu oft gehört!

  5. Ich hätte da mal einen Vorschlag, der sicherlich mehr KollegInnen aus Niedersachsen nach Sachsen-Anhalt treiben würde und die Abwanderung von Lehrkräften aus Sachsen-Anhalt nach Brandenburg oder Sachsen verhindern würde:
    A13 für alle!
    Sachsen-Anhalt darf sich nicht weiter mit A12 für Grundschullehrkräfte zufrieden geben. Wenn man qualifiziertes Personal gewinnen will und nicht Stückwerk mit Quereinsteigern betreiben möchte, hilft nur A13.

  6. Man rechnet mit sinkenden Schülerzahlen, okay. Hat man aber auch berechnet, wie viele Lehrer und Erzieher in den nächsten Jahren in Rente gehen? Aber das kann man sicher nicht so genau berechnen wie die Geburtenraten der nahen Zukunft.

  7. Kann ich nicht verstehen!
    Die KMK tut doch gerade alles dafür neue Lehrkräfte durch ihre liebevolle Fürsorge für den Job zu motivieren. Wer hat schon die Chance in der Pandemie täglich Stunden an einem sicheren Ort zu verbringen und dafür noch jede Menge Anerkennung ein zu streichen?
    Also wer sich jetzt nicht entschließen kann Lehrer zu werden, den frage ich „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

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