RKI-Daten: Zwei weitere Corona-Todesfälle unter Kindern und Jugendlichen in einer Woche

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BERLIN. Dem Robert-Koch-Institut sind in der vergangenen Woche offenbar zwei Corona-bedingte Todesfälle unter Kindern und Jugendlichen gemeldet worden. Das geht aus einem Vergleich der Wochenberichte vom 9. Dezember und vom 16. Dezember hervor.

Mittlerweile 37 Kinder und Jugendliche sind im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorben. Foto: Shutterstock

Zwar gilt grundsätzlich, dass Kinder und Jugendliche in der Regel von Corona-Infektionen nicht schwer erkranken. Es gibt allerdings Ausnahmen.

Wörtlich heißt es im aktuellen Corona-Wochenbericht des RKI: „Bislang sind dem RKI 37 validierte COVID-19-Todesfälle bei unter 20-Jährigen übermittelt worden. Diese Kinder und Jugendlichen waren zwischen 0 – 19 Jahre alt. Bei 28 Fällen lagen Angaben zu bekannten Vorerkrankungen vor. Die Todesfälle bei <20-Jährigen werden einzeln vom RKI geprüft und validiert, so dass es bei der Anzahl der Todesfälle in dieser Altersgruppe in den veröffentlichten Daten noch zu Veränderungen kommen kann.“ In der vergangenen Woche wurden 35 validierte Todesfälle bei unter 20-Jährigen gemeldet. Bei 25 Fällen davon hätten Angaben zu bekannten Vorerkrankungen vorgelegen.

Die Daten beziehen sich auf den gesamten Pandemieverlauf. Anfang November (Wochenbericht vom 4. November) hatte die Zahl der an Corona gestorbenen Kinder und Jugendlichen noch bei 29 gelegen. News4teachers

Hier geht es zu den Wochenberichten des RKI.

RKI meldet Rekordniveau an Ausbrüchen in Kitas und Schulen – Zahl der an Corona gestorbenen Kinder steigt

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Lehrer mit Seele
7 Monate zuvor

„29 oder 37 Kindern und Jugendliche sind ja prozentual gesehen nichts.“ So argumentieren die Kultusminister, und die Schäden durch Post-Corvid oder schlimmer Long-Corvid werden auch gleich mal mit ausgeblendet.

Was machen denn schon ein paar Tote und unzählige zerstörte Leben? Von einem Tag auf den anderen wird ein Teenager mit viel versprechender Zukunft zum lebenslangen Pflegefall. „Wozu die Aufregung? Deutschland hat doch ein Sozialsystem. Verhungern wird er ja nicht.“ Mehr erwarten darf dieser Kollateralschaden aber bitte auch nicht.

So und nicht anders geht dieses Land, solange ich denken kann, mit Kindern um.

Es geht hier nicht darum, was diese Daten und Statistiken sagen. Es geht um Menschlichkeit und den Umgang mit Kindern im Allgemeinen.

Nach 21 Monaten werden Schulschließungen immer noch mit Angehörigen begründet. Die Aussage dahinter: „Kinder sind nicht schützenswert“.

Luftfilteranlagen werden eingebaut. Bei Ministern, die alleine in ihrem Büro sitzen und voll geimpft sind. Unsere Kinder sind es nicht und haben Schnee auf den Deutschheft, da sie keine Luftfilter bekommen.

Seit 20 Jahren wird in der Kinder- und Jugendhilfe geschachert, was das Zeug hält. Da melden wir einen Fall, der Unterstützung benötigt und binnen von Tagen gerät das Ganze aus den Fugen. Ein wenig Recherche und wir konnten feststellen, dass der Bruder der Sachbarbeiterin als Subunternehmer die Einschätzung des Falls übernommen hat und nicht nur ambulant arbeitet, sondern passenderweise Wohngruppen sein eigen nennt. Hat sich die Situation des Kindes verbessert? Nein, eher im Gegenteil.

Von der personellen Situation wollen wir gar nicht reden. Einem Sitzenbleiben geht in der Regel 3 Jahre verpasste Förderbedarf voraus, so haben wir es gelernt und da ist viel dran. Doch was sollen wir tun, wenn wir diesen Bedarf erkennen? Wir können es nicht leisten, die Eltern oft auch nicht. Nachhilfe Institutionen sind toll, aber wenn die eigene Bilanz daran hängt, dass Gleichgewicht zwischen Schulleistungen und weiteren Förderbedarf zu halten, wird es manchmal schwierig.

Gleiches gilt für Einzelfall Helfer, die von Sozial- und Jugendämtern in die Schulen geschickt werden und in den Sport- und Kunst Stunden in der Regel nur absolut überflüssig sind. Die Kollegen würden sich über eine kompetente Zweitkraft freuen – nicht erlaubt.

Auch wenn ich mir hier mal den gesammelten Frust von der Seele geschrieben habe, man erkennt den roten Faden.

Es geht ums Geld und immer nur ums Geld. 37 tote Kinder und Jugendliche, Tausende mit Lang Zeit Schäden sind für unsere Politiker nur eine Bilanz.
Schule und Jugendsozialarbeit sind zu einem Sektor verkommen, bei dem mit geringen finanziellen Mitteln ein enormer wirtschaftlicher Sektor am Laufen gehalten wird. Unsere Kinder sind Humankapital, die, die in der Pandemie und auch sonst verloren gehen, abgeschriebene Ware.

Ich sehe schon die ganzen Widersprüche wie eine Wand auf mich zurollen. Ja ich bis zynisch, ja ich bin sarkastisch und ja ich bin kampflustig. Nur renne ich weder plakateschwenkend oder sogar mit Aggressionspotential durch die Gegend. Ich gebe Nachhilfe und zwar unentgeltlich, ich rede mit den Eltern und nehme mir Zeit sie kennen zu lernen. Ich versuche vor Ort zu helfen, immer mit dem Fingerzeig, dass wir nur den Weg weisen. Mittlerweile steht da eine große Gruppe. Wir organisieren Fahrgemeinschaften, damit Kinder zum Sportverein kommen, organisieren gebrauchte Ranzen und Fahrräder, geben gut erhaltene Kinderkleidung weiter und helfen dabei günstig an gesunde Lebensmittel zu kommen. Und wir unterstützen die Menschen, dass sie da alleine weiter kommen, indem sie sich gegenseitig helfen. Und es funktioniert. Viele derer, die helfen, sind Menschen, die einst Hilfe erhalten haben..

Warum tun wir das? Weil wir unseren Auftrag den Kindern zur Seite zu stehen ernst nehmen. und weil wir Lehrer geworden sind, um genau das zu tun. Nicht um nachmittags und in den Ferien frei zu haben , nicht des Gehaltes wegen und schon gar nicht wegen der ganzen Scherereien, die wir nie vorher erwartet hätten.
Wir sind es, weil es nichts Tolleres gibt, als das Funkeln in den Augen eines Kindes, dass etwas versteht, als den Stolz, der daraus resultiert und aus dem unglaublich guten Gefühl, das man bekommt, wenn man einem Kind sagen kann „Das hast du gut gemacht. Ich bin stolz auf dich“.
Ich möchte das um nichts in der Welt missen!

Es wäre schön, wenn die Politik das auch mal tun würde.

Tina+2
7 Monate zuvor

+++ Statista meldet sogar schon 42 tote Kinder und Jugendliche bis 19 Jahren. +++

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1104173/umfrage/todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland-nach-geschlecht/

+++ 498 Kinder wurden Stand heute mit PIMS gemeldet (Dunkelziffer vermutlich hoch). +++

https://dgpi.de/pims-survey-update/

+++ 35 Kinder (0-17 Jahre) liegen heute auf der Intensivstation +++

https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/altersstruktur

Elly
7 Monate zuvor

Erst eine Pandemie musste kommen, damit ich fassungslos erkennen konnte, wie zynisch das Bildungswesen mit Menschen umzugehen fähig ist.

Cornelia
7 Monate zuvor

Ich werde nie verstehen, dass Schulen auf Biegen und Brechen offen gehalten werden, bei hohen Inzidenzen. Was hilft es den verstorbenen Schülern, ihren Eltern und Geschwistern, wenn arme bedauernswerte Mitschüler bewahrt worden sind vor Einsamkeit und Depressionen zu Hause? Was ist ein vorübergehender Lockdown für alle gegenüber einem so jung abgebrochenen Menschenleben? Nein. Es fehlen einem die Worte.

Wie viele Angehörige der Schüler wurden infiziert und sind verstorben? Das weiß keiner, aber auch das ist Wirklichkeit.

Meine Gedanken sind bei den verstorbenen Schülern und ihren Angehörigen.

Viva
7 Monate zuvor

Es gibt diese schweren Verläufe auch bei Kindern! Neben PIMS, Longcovid gibt es auch diese schweren Verläufe!

Wie sagte Wieler vor einiger Zeit sinngemäß? Jedes Kind, das einen schweren Verlauf erleidet, ist EINES zuviel!

Wie unfassbar, dass für die Kinder in Deutschland nicht alles zu ihrem Schutz unternommen wird, was möglich wäre! Unfassbar!

Kerstin Krause
7 Monate zuvor

Es sind ein Vielfaches mehr Kinder in den vergangenen 2 Jahren bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Wir sollten also, bevor wir immer wieder die Schulen wegen Corona schließen und den Kindern Bildungschancen nehmen und viele in psychische Krankheiten treiben, überlegen, alle Autos zu verbieten. Denn es hilft den Eltern und Geschwistern der toten Kinder nicht, wenn man sie als Kollateralschäden einer umweltschädlichen, total verfehlten Verkehrspolitik betrachtet.

W.heimerl@mailbox.org
7 Monate zuvor
Antwortet  Kerstin Krause

Wenn klar wäre, dass ALLE Kinder in den nächsten paar Monaten AUF JEDEN FALL einen Unfall mit einem Auto erleiden werden, und viele Kinder (ein bestimmter Prozentsatz) daran sterben werden, viele auf Lebenszeit schwer geschädigt bleiben werden, würde wohl wenigstens versucht werden, etwas dagegen zu tun. Wahrscheinlich sogar Maßnahmen, die Geld kosten.

Die Elfe
7 Monate zuvor
Antwortet  Kerstin Krause

K. Krause. Der Vergleich hinkt doch voll und ist ausserdem unglaublich zynisch.

alter Pauker
7 Monate zuvor
Antwortet  Kerstin Krause

Zum Heulen! Um auf der Ebene der vorherigen Beispiele zu bleiben:
Wenn man die Sterbezahlen in Deutschland anschaut, ist Zahl der täglichen Opfer etwa der Zahl an Passagieren in einem vollbesetzten Flieger gleichzusetzen. Es regt aber „keine Sau“ auf.
Sollte aber jeden Tag in Deutschland ein Flugzeug abstürzen und so viele Opfer fordern, wie täglich Corona, mit zu erwartender Steigerung, dann wäre das Geschrei groß-Untersuchungskommissionen würden gebildet, Verantwortliche gesucht und die Flugzeuge müssten bis zur Klärung am Boden bleiben.
Am Boden bleiben bedeutet im Umkehrschluss: Opfer vermeiden. Genau wie man auch in den Schulen zukünftige Opfer vermeiden müsste. Nur dass es dort (natürlich!) keine Verantwortlichen geben wird, anders als in der Fliegergeschichte….

Schattenläufer
7 Monate zuvor

Von den toten Kindern hab ich in den Nachrichten nichts gehört!
Dafür teilt mir jeder Sender mit, dass der Einzelhandel sich beschwert, dass durch 2G das Vorweihnachtsgeschäft nicht so brummt wie man gehofft hätte.
Man muss eben auch in den Nachrichten Prioritäten setzen.

Viva
7 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Absolut! Gehört habe ich auch von jemandem, der die Impfung nicht verpackt hat. Nein, gelesen! Man kann nicht über alles berichten, schon gar nicht, wenn es dafür keine Zielgruppe zu geben HAT! Die gibt es zwar, passt aber so gar nicht ins Geschehen und fällt „raus“.

ist unwichtig
6 Monate zuvor

wieviele Kinder sind an Covid19 gestorben oder mit oder wegen covid19? 27/32/42/50?
ja es ist tragisch um jedes leben, welches viel zu früh genommen wird.

und ich weiß, dass ich einen shitstorm bekomme, weil ich folgendes jetzt sage:
50 kinder in 2 jahren verstorben an einem virus stehen 500 Kindern gegenüber, welche versucht haben sich das leben zu nehmen, wegen der isolierung, der diskriminierung, der täglichen testerei und dem gesellschaftlichen druck.
ich frage mich gerade, wo wir die prioritäten setzen.
es sterben jedes jahr menschen an coronaviren, das war schon immer so, und ja auch kinder sterben, bei der geburt, im straßenverkehr, an unheilbaren krankheiten oder an unglücken, so tragisch das auch ist, ist das kein grund allen anderen kindern die psyche zu sterstören und deren lebensfreude zu stehlen.

„Spielende Kinder sind lebendig gewordene Freuden.“ — Friedrich Hebbel 1851

hört auf die Kinder zu quälen und lasst sie wieder kinder sein, die im dreck und matsch toben.