Datenschützer warnt Schulen vor Lernapps: „Bring your own Device ist hochgefährlich“

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ERFURT. Datenschutz und digitaler Unterricht, das passte während der Corona-Pandemie nicht immer gut zusammen – meint jedenfalls Thüringens oberster Datenschützer Lutz Hasse. Der Jurist plädiert nun für mehr Bildung in diesem Bereich. Probleme sieht er allenthalben: Hasse warnt vor Lernapps von Verlagen genauso wie vor „Bring your own device“, also davor, dass Schülerinnen und Schüler eigene Geräte nutzen dürfen.

Datenschutz scheint für Schulen und Lehrkräfte ein uferloses Thema zu sein. Foto: Shutterstock

Nach Ansicht des Thüringer Landesdatenschützers Lutz Hasse sollten Schülern und Lehrern mehr Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien und zum Datenschutz vermittelt werden. «Wir stellen uns vor, dass es ein eigenes Fach gibt», sagte Hasse am Dienstag bei einer Videokonferenz mit Bürgern, Lehrern und Schülern zum Safer Internet Day. In einem solchen Fach müsste den Schülerinnen und Schülern erklärt werden, wie manche Apps funktionierten, sagte Hasse. «Auch das Programmieren von einfachen Algorithmen ist denkbar.»

In anderen Ländern gebe es solche Konzepte bereits. «Wir arbeiten daran, dass das passiert, dass ein Verständnis bei den Schülerinnen und Schülern geweckt wird: Was passiert da eigentlich und wozu kann ich Algorithmen auch missbrauchen?», sagte Hasse, der im Kreis der 16 Landesdatenschützer in Deutschland die Arbeitsgruppe «Datenschutz und Bildung» leitet.

Dafür brauche es aber auch Lehrkräfte, die ein solches Fach unterrichten könnten. «Wir können jetzt nicht so richtig erkennen, dass diese zumindest an den Universitäten ausgebildet werden», sagte Hasse. Dies sei ein «Hemmschuh».

„Da tauchen viele Probleme auf, die man mit Anonymisierung oder guter Pseudonymisierung auch gut lösen kann“

In Thüringen gibt es bereits ein Schulfach Medienkunde/Informatik, das jedoch nicht als eigenständiges Fach unterrichtet wird. Stattdessen sollen die Inhalte als Querschnittsthemen in allen Fächern vermittelt werden. Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hatte im August vergangenen Jahres ein Pilotprojekt für rund 20 Schulen im Freistaat angekündigt, an denen Medienkunde/Informatik als eigenständiges Fach erprobt werden sollte.

Geplant war, dass der Lernstoff ausschließlich in der fünften Klasse einmal pro Woche in einer eigenständigen Unterrichtsstunde behandelt wird. Damit sollen Grundlagen vermittelt werden, die dann in allen Fächern zur Anwendung kommen sollen. Das Pilotprojekt läuft inzwischen, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte. Der Landesdatenschützer sei in die Lehrplanentwicklung mit einbezogen gewesen.

Hasse warnte in der Videoschalte vor Software und Apps, die mit Hilfe von Daten das Anlegen von Profilen ermöglichten. Auch vom Verwenden eigener Geräte in der Schule riet er klar ab: «Bring your own Device ist hochgefährlich, am besten die Finger davon lasen», sagte Hasse. Wenn Schüler oder Lehrer ihre eigenen Geräte mitbringen würden, bestünde die Gefahr, dass Apps mit anderen an der Schule verwendeten Anwendungen interagierten – und so sensible Daten sammeln könnten.

Kritisch blickte Hasse auch auf manche Angebote von Verlagen im digitalen Raum. Es sollten beispielsweise keine Daten darüber gesammelt werden, wie Schülerinnen und Schüler ihre Hausaufgaben erledigten und wie viel Zeit sie dafür benötigten. «Da tauchen viele Probleme auf, die man mit Anonymisierung oder guter Pseudonymisierung auch gut lösen kann», sagte Hasse. Wichtig sei auch, dass die Verlage die Daten dann nicht auf Servern in den USA speicherten. Er empfehle Speicherorte in der EU. News4teachers / mit Material der dpa

Überzogener Datenschutz und Unterrichtsmaterialien vom Staat: Wie die Digitalisierung der Schulen ausgebremst wird

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Klaus
3 Monate zuvor

Dieser Datenschutz treibt mich als Lehrer, der seit 25 Jahren mit Rechnern unterrichtet, noch in den Wahnsinn.

Alexander Christ
3 Monate zuvor
Antwortet  Klaus

Inwiefern?

Klaus
3 Monate zuvor
Antwortet  Alexander Christ

Hier ein paar Beispiele die nach Datenschutz verboten sind bzw. verboten werden soillen:

Bisher habe ich SuS ermutigt ihre eigenen Geräte mitzubringen, einige haben sich sogar ein Tablet gekauft und verwalten jetzt ihren ganzen Unterricht damit. Was soll ich denen sagen?

Notenverwaltung auf dem eigenen Rechner, eigentlich erstmal verboten.

Auf dem Rechner, der mir von meiner Schulbehörde zur Verfügung gestellt wurde, kann ich nichts installieren. Die zur Verfügung gestellten Programme sind unbrauchbar für mich. Den Rechner benutze ich deshalb nicht.

Professionelle Software wie Office365, die ich auch privat nutze, sind verboten

Microsoft Teams, Zoom usw. (Industriestandard) verboten.

Videokonferenzen dürfen nicht aufgezeichnet werden, um sie nachträglich den SuS zur Verfügung zu stellen.

Padlet steht auf der Verbotsliste, tolle Software zum kollaborativen Arbeiten. Weltweit milionenfach in Gebrauch.

Kahoot soll auf die Verbotsliste. Ebenfalls weltweit milionenfach im schulischen Gebrauch.

Die Lernplattform Moodle wurde datensicher gemacht. Leider ist das Verfahren zum Einschreiben von SuS erschwert worden, als ob man sonst nicht zu tun hat wie darauf zu achten, dass sich auch der letzte Schüler selber in den Kurs einschreibt. Früher hat der Lehrer einfach selber die Schüler eingeschrieben.

Klar, mit allen kann man Missbrauch betreiben. Aber auch mit einem Küchenmesser oder einem Hammer kann man Missbrauch betreiben. Sind Küchenmesser und Hämmer deshalb verboten?

Dieter Molitor
3 Monate zuvor
Antwortet  Klaus

Oftmals wird in diesem Forum mit Sachbearbeiten vom Finanzamt verglichen. Die müssen auch nicht mit ihren eigenen Geräten arbeiten. Nur, die dürfen und können auch nicht private Schrottsoftware auf ihren Dienstrechnern installieren und nach Hause nehmen die diese Geräte sicher auch nicht. Jetzt gab es die geforderten Dienstlaptops für die Lehrer und es ist wieder nicht recht. Wenn Dienstrechner vorhanden sind müsste es ein Verbot geben mit privaten Geräten zu arbeiten.

W.
3 Monate zuvor
Antwortet  Dieter Molitor

@Dieter Molitor
„und nach Hause nehmen die diese Geräte sicher auch nicht.“
Schon klar.
Weil diese Sachbearbeiter nach Dienstschluss = Verlassen des Geländes mit dem Dienstgebäude/Arbeitsplatz NATÜRLICH nicht mehr berufsbedingt arbeiten.
GAR NICHT.
KEINEN EINZIGEN Handschlag.

Folglich stimme ich Ihnen da absolut zu:
DAS sollte man für LuL auch einführen und 1:1 übernehmen, ganz konsequent.
Also auch konsequent Dienstende ab 16.00 Uhr.
Das bedeutet soviel wie oben erwähnt „nach Dienstschluss = Verlassen des Geländes mit dem Dienstgebäude/Arbeitsplatz NATÜRLICH nicht mehr berufsbedingt arbeiten.
GAR NICHT.
KEINEN EINZIGEN Handschlag.“
( Spätestens bei Elternsprechtagen oder Beratungsbedarf über den Elternsprechtag hinaus könnte es kompliziert werden? Nein, natürlich nicht! Beim Finanzamt klappt das ja auch für anderweitig berufstätige Eltern. Nur Mut und frisch voran mit gutem Willen! )

Die voll ausgestatteten Arbeitsplätze mit ordentlichem Schreibtisch und digitaler Ausstattung müssen dann eben genau wie im Finanzamt bereitgestellt werden.
( Ich habe mal gehört, da würde dann sogar die Heizung länger als bis 14.30 laufen?! Man stelle sich DAS mal vor! )

Das alles wurde hier auch schon öfter ausgiebig diskutiert.
( Bei Bedarf stöbern Sie gerne im Archiv. )

Aber das alles wissen Sie ja längst, weil Sie hier schon lange mitlesen und gelegentlich mal einen kleinen Post ablassen, in der Hoffnung damit eine große Lawine auszulösen.
Hatten wir schon oft genug.
Brauchen wir nicht schon wieder.
Danke trotzdem für Ihre Mühe.

Klaus
3 Monate zuvor
Antwortet  Dieter Molitor

Leider ist auf dem Dienstrechner die „Schrottsoftware“ installiert. Privat nutze ich professionelle Software. Obwohl ich noch eine freie Office 365 Lizenz habe, darf bzw. kann ich sie nicht auf meinem Dienstrechner installieren. Ist ja Libre Office drauf…?! Auch Photoshop geht nicht, dafür habe ich GIMP auf dem Dienstrechner, eine Software mit dem Ursprung von 1995 …
Für den Unterricht notwendige technische Auslegungsprogramme können auch auch nicht installiert werden.

Die fehlenden Adminrechte machen deshalb den Rechner wertlos. Sollten private Geräte verboten werden, dann wird bei mir das Tafelbild und der OH-Projektor eine Wiederauferstehung erfahren.

FrauLang
3 Monate zuvor
Antwortet  Dieter Molitor

Erstens haben noch längst nicht alle Lehrer Dienstrechner. Und Zweitens statten Unternehmen und Behörden die Rechner ihrer Angestellten so aus, dass diese damit ihre von der Firma festgelegten Aufgaben erfüllen können. Ich werde ein IPad bekommen (vom Schulträger/Kommune), weiß aber jetzt schon, dass auf diesem das Programm zur Notenverwaltung (vom Land) gar nicht läuft. Also gebe ich dann keine Noten mehr? Auch andere Vorgaben des Arbeitgebers (Land) zB. Bildungsplaninhalte zur Medienbildung sind damit nicht umzusetzen. Die verschiedenen Zuständigkeiten sind ein Riesenproblem. Diejenigen, die die Geräte stellen und verwalten (Kommunen), haben keine Ahnung davon und kein Interesse daran, was mit diesen Geräten gemacht werden soll. Da geht es darum die Stadtkasse nicht übermäßig zu belasten. Diejenigen die die Inhalte vorgegeben, sind nicht für die Ausstattung zuständig… So wird das nichts!

Was-heißt-Molitor
3 Monate zuvor
Antwortet  Dieter Molitor

Warum soll ich mit veralteter Hard- und Software arbeiten? Mit Rechnern, deren Wartung ich nicht selbst übernehmen kann, und darauf angewiesen bin, dass der Schulträger alle paar Monate jemanden schickt? Warum soll ich auf didaktisch sinnvolle Produkte verzichten, die keinerlei personenbezogene Daten fördern, wenn im Hintergrund Big Data erlaubt alles sammelt, was es irgendwie gibt?

Datenschutz ist ne feine Sache, nur leider ist der Flaschenhals an der falschen Stelle.

Und nur Mal so: beim Finanzamt geht es um Millionen. In Schulen nicht. Der Anreiz für Verbrechen ist also ein viel geringerer.

Alexander Christ
3 Monate zuvor
Antwortet  Klaus

„Aber auch mit einem Küchenmesser oder einem Hammer kann man Missbrauch betreiben. Sind Küchenmesser und Hämmer deshalb verboten?“

Das sind sie nicht, aber sie gehören, wie die von Ihnen oben genannten Softwareprodukte, auch in die Hände von Leuten die wissen wie man mit Ihnen umgeht und welche Nebenwirkungen sie haben 😉

Dieter Molitor
3 Monate zuvor
Antwortet  Alexander Christ

@ W.
Ich stimme Ihnen da genau zu. Die Anwesenheit in der Schule wäre dann von 7Uhr bis 16Uhr, das sind 9 Stunden, abzüglich der gesetzlichen Pausen sind das dann die 8 Stunden.
Nur, gilt diese Arbeitszeit für JEDEN Tag auch in den Ferien. Ausser an 30 Urlaubstagen, genau wie im Finanzamt.
Übrigens, wenn Ihr Schreibtisch unordentlich ist, sind Sie selbst dafür verantwortlich.

Realist
3 Monate zuvor
Antwortet  Alexander Christ

„Nur, gilt diese Arbeitszeit für JEDEN Tag auch in den Ferien. Ausser an 30 Urlaubstagen, genau wie im Finanzamt.“

Rechnen wir noch die ca. 10 gesetzlichen Feiertage dazu, die bei Lehrern in der Regel in den Ferien liegen, sind wir schon bei 40 Tagen, also 8 Wochen und damit gar nicht mehr so weit von den 12 Wochen Ferien pro Jahr entfernt.

Parallel müsste natürlich die Regelung fallen, dass der Erholungsurlaub in den dann Schülerferien zu nehmen ist. So zwischendurch mal einen Tag freinehmen aus persönlichen Gründen klingt auf für Lehrer gar nicht so schlecht.

Und dringende Korrekturen wie Abitur oder die letzten Klassenarbeiten / Klausuren am Schuljahresende, die müssen dann auch warten. Bis sie eben neben den anderen dienstlichen Verpflichtungen in den Arbeitstag passen. Gibt’s die Zeugnisse eben ein paar Monate später. Überall anders wird ja auch lange gewartet, seien es Behörden oder „freie Wirtschaft“ (oder aktuell wird gar nicht erst gelieftert / gearbeitet).

Und bitte auch eine Kernarbeitszeit mit Gleitzeit, wie mittlerweile in fast allen anderen akademischen Berufen auch. Müssen sich die Schüler halt mal eine Stunde am Anfang oder am Ende des Tages selber beschäftigen, bis der Lehrer da ist, oder wenn er früher anfängt und dann entsprechend auch einmal früher geht. Und endlich eine Stunde echte Pause pro Tag, ohne Aufsichten oder Schüler, die etwas von einem wollen, oder Erziehungsberechtigte, die schnell mal telefonisch etwas klären wollen oder Einsatz für spontanen Vertretungsunterricht. Sollen die Erziehungsberechtigten doch morgens auf dem Weg zur Arbeit oder nachmittags auf dem Rückweg anrufen, also dann wenn der Lehrer Zeit hat (vor oder nach dem Unterricht, aber nicht in der Pause!) und nicht mehr bequem aus dem Büro / Homeoffice.

Ja, auch Schule sollte endlich von denen lernen, die wissen, wie es geht!

W.
3 Monate zuvor
Antwortet  Alexander Christ

@ Dieter Molitor 9. Februar 2022 um 15:11
„Übrigens, wenn Ihr Schreibtisch unordentlich ist, sind Sie selbst dafür verantwortlich.“

Haha!
Klasse!
Mal wieder ein typischer „Dieter Molitor“.
Sie enttäuschen uns wirklich nie, weiter so! 😉

Und falls Sie wirklich nicht wissen, worum es geht:
Das Wort ordentlich hat ja bekanntlich mehrere Bedeutungsebenen, die von „aufgeräumt“ macht ja eher wenig Sinn.
ABER das muss Ihnen im Zustand freudiger Erregung entgangen sein ( Womöglich sind Sie innerlich selbst nicht aufgeräumt? ), erkennbar daran, dass der „allwissende und unfehlbare Dieter Molitor“ unter dem Post eines anderen Foristen geantwortet hat … Schade, dass wir nicht auf Augenhöhe sind, sonst könnte ich ja fragen, warum Sie MIR nicht antworten … 😉
Zurück zu der Wortbedeutung:
Wie wäre es mit „aufgeräumt“ so im Sinne von „einwandfrei“ bzw. im Sinne von „für diesen Zweck geeignet“? … womöglich sogar mit höhenverstellbarem Bürodrehstuhl. ( Höhenverstellbare SCHREIBtische sind ja auch noch nicht in jedem Finanzamt Standard. )

Btw:
Auch die „Geschichte“ mit der Arbeitszeit wurde hier schon mehrfach ausgiebig bis erschöpfend diskutiert, darum s.o. ( mein Post von 14:19 Uhr ).

Und falls Sie wirklich nicht um die verschiedenen Bedeutungsebenen wussten, bitte ich um Verzeihung.
In diesem Falle hätte ich da noch eine kleine Aufmerksamkeit für Sie, die ein anderer Forist unter einem anderen Artikel gepostet hat:
https://web.de/magazine/wissen/psychologie/heidi-kastner-interview-dummheit-aufgehoert-schaemen-36568130
Ziemlich weit oben unter dem n4t-Artikel
https://www.news4teachers.de/2022/02/die-folgen-der-unwahrheit-wie-die-kultusminister-mit-ihrem-lamento-die-schulen-seien-sicher-die-durchseuchung-der-kinder-vorantreiben/

Pälzer
3 Monate zuvor
Antwortet  Alexander Christ

weil Datenschutz dazu zwingt, gut funktionierende Programme aufzugeben (z.B. Teams) und andere zu verwenden, die schwerfälliger und ungeschickter sind.

hns
3 Monate zuvor
Antwortet  Pälzer

Weil Microsoft es auch 4 Jahre nach Einführung der DSGVO geschafft hat seine Produkte rechtskonform (mit abschaltbarer Telemetrie) zu gestalten.

Dirk Meier
3 Monate zuvor
Antwortet  hns

@hns: Warum sollte Microsoft das tun? Der Aktienkurs ist in den letzten 12 Monaten deutlich gestiegen und das Unternehmen kämpft mit Apple um den Titel „wertvollstes Unternehmen der Welt“. Weshalb sollte sich irgendjemand von Microsoft darum scheren, welche speziellen Datenschutzvorgaben in deutschen Klassenzimmern gefordert werden? Dann lernen die Schüler an deutschen Schulen eben mit deutlich schlechterer Software. In der Berufsausbildung oder im Studium erfolgt dann sowieso der Umstieg auf Microsoft Produkte.

Einer
3 Monate zuvor

Mit dem Stichwort „Datenschutz“ kann man JEDES und ALLES was in irgendeinem EDV-Fach unterrichtet oder vermittelt werden soll vollkommen zerschießen, sobald in diesem Fach ein PC genutzt wird. Die Nutzung jeden PCs und jeder Software bringt nun mal die Verletzung des Datenschutz mit sich – egal ob Schul-PC oder BYOD. Wichtig ist den Schüler klar zu machen wie große diese Verletzung ist und die Risiken bewusst zu machen.

Aber abgesehen davon lässt sich BYOD an weiterführenden Schulen und gerade auch in Oberstufen nicht verhindern. Die Schüler haben in den letzten zwei Jahren intensiv mit persönlichen Geräten gearbeitet und gelernt diese auch als Werkzeug zu nutzen. Und nun kommen wir in der Oberstufe an und wollen ihnen verbieten ihr Tablet als Notizblock zu nutzen? Ist doch albern: „Euer Pad dürft ihr hier nicht nutzen. Wir bringen euch bei andere Geräte oder Programme zu nutzen.“ Absolut weltfremd.

Und bevor nun die ganze Open-Source-Gemeinde über mich herfällt – Open-Source ist prima, aber an Berufsschulen und Berufskollegs hat dies nicht zu suchen. Diese Schulen haben den Auftrag die Schüler auf das Berufsleben vorzubereiten und in den Unternehmen wird nun mal kaum Open-Source eingesetzt. Völlig egal ob die Open-Source-Programme die gleichen Funktionen haben und ein ähnliches Layout. Sie sind kein Industriestandard und haben damit nichts im Unterricht verloren.

Georg
3 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Open Source und BYOD werden ja überwiegend aus Kostengründen propagiert. Ebenso gibt es deshalb keinen vernünftigen Administrator an den Schulen.

Das gestellte ipad finde ich super als Präsentationsgerät, besonders weil es an meiner Schule auch AppleTVs gibt. Für eine produktive Arbeit ist es aber nicht geeignet, weil der Bildschirm zu klein ist und mir die notwendigen Programme fehlen. Die Fingerbedienung ist zudem ungenauer als eine Maus.

smn
3 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Die verpflichtende Verwendung eines PC ist keine Verletzung, sondern maximal ein Eingriff in den Datenschutz, falls überhaupt personenbezogene Daten verarbeitet werden, der wie jeder andere Grundrechtseingriff verhältnismäßig sein muss.
Es ist also kein Problem wenn SuS ihre Hefte digital führen. Problematisch wird es, wenn dafür vom Hersteller aber Daten wie E-mail, Aktivitätsstatistiken, etc. gesammelt werden, die technisch für den Betrieb überhaupt nicht notwendig sind.
Es ist problematisch den SuS zu vermitteln, das ein solches Verhalten der Hersteller (und ein damit verbundener Eingriff in ihre Grundrechte) normal ist und toleriert werden muss, „da die Software ja Industriestandard ist“.
Im Falle von Microsoft könnte der Konzern einfach alle unnötigen Datenübermittlungen unterbinden, bzw. als Opt-in gestalten. Wenn Microsoft nicht willens ist das zu tun (was man bei den Verhandlungen mit BaWü erkennen konnte) sind ihre Prldukte nunmal nicht zu verwenden.

Dirk Meier
3 Monate zuvor
Antwortet  smn

@smn: Ich stimme Ihnen überhaupt nicht zu. Microsoft ist Monopolist im Bereich der Office-Produkte und die Programme sind für alle Nutzer weltweit identisch. Großkonzerne auf der ganzen Welt nutzen die Programme ohne Bedenken, aber die armen deutschen Schüler müssen angeblich davor geschützt werden. Anstatt immer weiter auf dem Datenschutzthema herumzureiten sollte man einfach die Vorgaben für Deutschland ändern und diese an die Realität anpassen. Jeder Schüler, der in irgendwelche exotischen open-source Alternativen (z. B. libreoffice) eingearbeitet wird, sollte vor dem Ministerium demonstrieren.

Martin Schönegg
3 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

„Jeder Schüler, der in irgendwelche exotischen open-source Alternativen (z. B. libreoffice) eingearbeitet wird, sollte vor dem Ministerium demonstrieren.“
und damit zum Ausdruck bringen, dass es höchste Zeit wird, dass das alle so machen, um sich von dieser unverschämten Geschäftspraxis der Fa. Microsoft zu verabschieden!
Ach nein: Dann müssten ja ein paar Leerer sich geringfügig umstellen 🙁

Martin Schönegg
3 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Hallo Einer,
wenn also jemand in die Fahrschule geht, dann muss das dort zwingend das Fahrzeug sein, auf dem man später fährt? Es gibt dann den VW-Führerschein und den Ford-Führerschein… schließlich wird beim Merzedes ohne Handbremse gefahren und bei Opel muss man den Ring am Ganghebel anheben, um in den Rückwärtsgang zu kommen… So ein Quatsch hab ich leider schon viel zu oft gelesen. Spätestens wenn man dann mal Word hinter sich lässt und in Bereiche geht, in denen es nicht nur einen Anbieter gibt: Unterrichte ich „Mechanische Konstruktion“ an der Berufschule jetzt mit Autocad, Catia… oder mit SolidWorks. Oder wäre es nicht sinnvoller, die Prinzipien zu unterrichten und das auf einer Plattform, die die Schüler/Studenten dann auch auf eigenen Geräten zum Üben und privat Weiterentwickeln verwenden können? In Mathe kann man denen den Umgang mit sündhaft teuren Tools beibringen (und dabei auch noch viel Geld an Lizenzen auf den Tisch legen, damit man die Leute auf deren System einnordet) oder auch mit offenen Tools. Ich habe begeistertes Feedback von Firmen bekommen, weil unsere Studierenden Tools in die Firma eingeführt hatten, die den (kleineren) Firmen massiv Geld eingespart haben. Man arbeitet dort jetzt mit Open-Source-Programmen in Bereichen, in denen man sich bisher keine Programme beschafft hatte, weil sie so teuer sind. Entsprechend ineffizient ging es auf der Arbeit zu…

Klaus
3 Monate zuvor
Antwortet  Martin Schönegg

„ Oder wäre es nicht sinnvoller, die Prinzipien zu unterrichten und das auf einer Plattform, die die Schüler/Studenten dann auch auf eigenen Geräten zum Üben und privat Weiterentwickeln verwenden können?“

Das hört sich stark nach Cloudlösungen an. Ihnen ist wohl nicht klar, dass das Arbeiten mit einer (fremden) Cloud eine große Todsünde in der Schule ist. Wer weiß, was dem Kevin noch alles in seinen Leben widerfährt, wenn er online eine CAD Zeichnung ablegt.

Wir müssen warten, jedes Bundesland entwickelt jetzt seine eigenen cloudbasierten Anwendungen. Ausreichend Personal ist schon da: eine Hauptamtliche Halbtagsstelle und zwei Lehrkräfte mit jeweils 6 Stunden abgeordnet.

Martin Schönegg
3 Monate zuvor
Antwortet  Klaus

„Das hört sich stark nach Cloudlösungen an.“
ich habe keine Ahnung, wie Sie auf dieses dünne Brett kommen. Wenn Sie meine Beiträge gelesen hätten, wäre auch Ihnen klar, dass ich niemandem eine (fremde) Cloud aufs Auge drücken würde, im Gegenteil. Mir ist aber jeder Berufschüler, der seinen 3D-Drucker mit eigenen Entwürfen aus FreeCAD füttert und deswegen mehr Erfahrung sammeln kann, deutlich lieber, als ein anderer, der zwar ein paar Zeichnungen auf SolidWorks gezeichnet hatte, dafür bis Ende seiner Ausbildung nie wieder etwas am Rechner machen konnte, weil er sich sicher keine SolidWorks-Lizenz kauft. In der Firma, wird ohnehin dann Cativa verwendet oder auch ein anderes Tool, mit viel Glück sogar SolidWorks… Ich finde es eher eine Frechheit, dass die (Beruf-)Schulen jährlich tausende Euro ausgeben müssen, um auch noch Werbung für deren Produkte zu machen. Alle hier genannten Marken- und Produktnamen sind beliebig austauschbar.
Und noch mal zum mitschreiben: Weder Teams noch Office365 noch sonstige Cloudanbieter und Einlogzwängen abseits der Schulen bzw. kultusministerialen Hoheit halte ich für akzeptabel.

Klaus
3 Monate zuvor
Antwortet  Martin Schönegg

Ich nehme onshape, vollkommen Kostenloses Professionelles Programm, aber cloudbasiert und sicher bald auf dem Radar der Datenschützer

Dieter Molitor
3 Monate zuvor

Wo liegt das Problem? Schüler können dich sehr gerne mit ihren privaten Geraten in der Schule arbeiten. Die sind vermutlich leistungsfähiger als die Schulgeräte und werden von den Schülern sorgsamer behandelt. Der Zugang zum Schulnetzwerk muss natürlich für Privatgeräte absolut verboten sein, genauso wie für eigene Geräte der Lehrer, dann ist alles save. Es kann dann auch Software genutzt werden, die vom Admin nicht freigegeben wurde, was auf Dienstgeräten selbstverständlich verboten ist.

Herr Hallmackenreuther
3 Monate zuvor

Mal wieder der Herr Hasse.
Seit zwei Jahren hört man von ihm, was alles nicht geht. Um konkrete Lösungen muß sich jeder selber kümmern, um am Ende zu erfahren, dass auch diese wieder datenschutzrechtliche bedenklich ist. Wie wäre es mal mit einer Positivliste? Ach nein, das geht ja aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht (O-Ton Herr Hasse).

Leseratte
3 Monate zuvor

Fest steht wohl, dass das Thüringer Kultusministerium massive Einsparungen umsetzen muss. Da wird für Extrawünsche und zusätzliches Personal kaum Geld da sein. Aber Bildung ist ja sooooo wichtig!

„[…]Demnach müssen die größten Beträge das Bildungsministerium mit 74,3 Millionen Euro und das Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium mit 64,4 Millionen Euro einsparen […]“

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/landeshaushalt-landtag-einsparung-finanzen-rotstift-100.html

Leseratte
3 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

Das ist natürlich interessant:

„Das Bildungsressort hat nach den Zahlen von Taubert im Schnitt der vergangenen drei Jahre mehr als 120 Millionen Euro nicht ausgegeben – das Geld wanderte in die Rücklage des Landes.“

Realist
3 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

Ist ja auch einfach. Man kann Stellen ausschreiben („Guter politischer Wille!“) und dann einfach nicht besetzen („Leider keine passenden Bewerber gefunden!“). Das geht solange, solange die „Basis“, also die Lehrkräfte vor Ort, die dadurch entstehende unentgeldliche Mehrarbeit auffangen. Und es gibt genug Lehrkräfe, sie lieber ihre Gesundheit und freie Zeit aufopfern, „denn die Kinder können doch nichts dafür“. Es wird eben ausgetestet, was geht.

Verärgert
3 Monate zuvor

In Deutschland werden wir vor lauter Datenschutz noch digital abgehängt. Da gibt es Regelungen die sind für mich schlüssig, doch manches ist absoluter Schwachsinn. Wie viele Programme plötzlich wieder vom Schulamt verboten sind wg Datenschutz und die Schüler aber dort gar nichts hinterlassen ….unfasslich.
Beim Einkaufen mit der EC Karte hinterlasse ich eine deutlichere Spur als sonst wo. Aber sinnvolle Hilfen für den Unterricht werden erst erlaubt, dann verboten und ein paar Monate später doch wieder erlaubt. Das bedeutet für mich jedes Mal neu lernen, jedes Mal die Schüler neu eingrooven und die Eltern sowieso.

Carabas
3 Monate zuvor

Was für ein Typ? In welcher Besoldungsstufe schwebt der denn so durch den Tag? Ein Lehrer bekommt in Thüringen A12, bald A13. Jemand mit der von ihm geforderten Ausbildung wird doch in Thüringen nicht für so ein mickriges Salär anfangen. Alleine rund 5000 € im Jahr mehr gibt es für die gleiche Tätigkeit auf der Landesgrenze im Westen. Dazu kommen unzählige Behörden und Firmen mit deutlich höheren Gehältern als Konkurrenz dazu.

Realist
3 Monate zuvor
Antwortet  Carabas

Lehrer als eierlegende Wollmichsäue bilden sich natürlich in ihrer Freizeit auf eigene Kosten zu IT- und Datenschutz-Spezialisten fort. Und wenn sie dann die geforderten Experten sind, dann gehen sie natürlich nicht in die viel besser zahlende „freie Wirtschaft“ sondern stellen ihr auf private Kosten und private Zeit neu erworbenes Wissen unentgeldlich ihrem Dienstherren / Arbeitgeber zur Verfügung, „der leuchtenden Kinderaugen wegen“. Wer das nicht macht, ist halt ein „schlechter Lehrer“. Lernt man doch schon im Referendariat!

Th.S.
3 Monate zuvor

Bei aller Liebe – das hier Thürigen unreflektiert zitiert wird, ist unsachgemäß. Der Datenschutz in Thürigen und insb. der dortige Beauftragte ist einer der Strengsten die es gibt und die Gesetze allzu eng auslegt. Hier sollte mal kritische hinterfragt werden!

Martin Schönegg
3 Monate zuvor

Echt übelste Kommentare hier…
Nachdenken: Worum geht es eigentlich? Wenn ich jemandem beibringen soll, wie man einen vernünftigen Text aufsetzt, dann unterscheiden sich die Programme minimal. Das kann ich mit LibreOffice genauso gut erklären, wie mit WORD und Präsentationen macht man mit Impress auch nicht anders als mit Powerpoint. Die nächste Programmversion wird ohnehin wieder anders bedient werden, als die bisherigen… Hier braucht kein US-Unternehmen Geld und Login-Infos abziehen. Den „Industriestandard“ gibt es da nicht, der ändert sich mit der nächsten Überarbeitung der GUI schon wieder. Unterrichtet nicht das Programm, sondern die Methodik, dann kommt mehr dabei heraus. Das Gleiche gilt für die Diskussion über Betrübsysteme. Ob der Rechner jetzt Fenster oder angebissenes Obst trägt, mir sind Piniguine genauso lieb. Teams braucht wirklich keiner, BBB ist viel zweckmäßiger für jeden Unterricht. Und was an Moodle/Mebis… untauglich sein soll, nur weil man von Schülern erwartet, dass sie sich organisieren, hab ich auch nicht verstanden.
Fakt ist: Wir verkaufen regelmäßig unsere Hoheit über unsere Daten gegen Bequemlichkeit. Wenn unsere Kultusministerien und Lehrer da mit Bequemlichkeit voranschreiten, was wollen wir den Kindern dann überhaupt noch vermitteln?
Ich habe den Eindruck, hier gibt es noch viel zu tun in der Lehrersensibilisierung.

Prof. Dr. Martin Schönegg

Dirk Meier
3 Monate zuvor
Antwortet  Martin Schönegg

Es gibt gute Gründe, weshalb sich nur eine handvoll Nerds mit Linux beschäftigen. So gut wie niemand arbeitet mit LibreOffice. Obwohl ich mich seit 20 Jahren mit Computern beschäftige habe ich noch nie etwas von Impress gehört. Warum sollen die Schüler sowas nutzen?

Der Aufbau der Office Programme ist seit 2007 weitgehend unverändert. Es ist nicht einzusehen, weshalb die Schüler nicht mit dem Programm lernen sollen, welches sie später im Berufsleben verwenden werden. BBB ist der größte Mist überhaupt. Aus diesem Grund verwendet jeder, der professionell tätig ist, Teams, Zoom, Skype oder Facetime.

Welche wertvollen Schülerdaten werden denn verkauft, wenn die Schüler im Unterricht mit Excel Übungen bearbeiten? Sie formulieren hier abstrakt eine Gefahr, die es in der Realität schlicht und ergreifend nicht gibt.

Max
3 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Vielleicht sollten Sie als Lehrer aufhören, wenn Sie noch nie etwas von Impress gehört haben? Oder sind Sie gar kein Lehrer?

Dirk Meier
3 Monate zuvor
Antwortet  Max

@Max: Wenn das das Kriterium ist, müssten Sie mindestens 95 % aller Lehrkräfte entlassen. Viel Spaß dabei!!!

Martin Schönegg
3 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

„Es gibt gute Gründe, weshalb sich nur eine handvoll Nerds mit Linux beschäftigen.“
Wenn man außer gut gepflegten Vorurteilen keine Ahnung hat, dann sollte man zumindest seine Finger still halten.
„So gut wie niemand arbeitet mit LibreOffice.“
Wie wäre es zur Abwechslung einmal mit inhaltlichen Argumenten? Wer mit LibreOffice umgehen kann, der kann das auch mit Word und jedem anderen Officepaket. Mit einem kleinen Unterschied: Die Dateien funktionieren auf allen Rechnern, mit allen Betriebsystemen und deutlich stabiler auch über Versionsgrenzen hinweg. Wenn ich meine Dokumente in Opendocument-Formaten verteile, braucht sich kein Schüler und kein Student ein kostenpflichtiges Programm kaufen, um damit arbeiten zu können. Einzig die Programme von Winzigweich bringen es nicht fertig, dieses vollständig offengelegtes Format fehlerfrei zu bearbeiten. Das macht denen kaum jemand zum Vorwurf. Dass aber freie Tools ein unvollständig veröffentlichtes proprietäres Dateiformat nicht perfekt verarbeiten kann (was noch nicht einmal der Firma durchgehend gelingt, die das Format definiert hat!) wird schulterzuckend hingenommen.
Aber zu wem rede ich… Wer sich 20 Jahre nicht mit Computern befasst hat und seit 2007 die Veränderungen bei Microsoft Office nicht bemerkt hat, ist offensichtlich noch auf einem Stand von vor 2007 hängen geblieben.
„BBB ist der größte Mist überhaupt.“
Wieder eine fundierte sachlich begründete Aussage 😉
Ich durfte mir tatsächlich aussuchen, ob ich mit Zoom, Adobe Connect oder BBB meine Onlinevorlesungen halte. Ich hab mich frohen Herzens für BBB entschieden, weil man dem Programm von der ersten Sekunde an anmerkt, dass es von Lehrern für Lehrer designt wurde. Abgesehen von ein paar Funktionen im Whiteboard, die bei AC tatsächlich Klasse sind (und bei BBB mittlerweile teilweise schon eingepflegt wurden), fehlt mir da nichts. Zugegeben, das Soundprocessing bei Zoom ist ungeschlagen, das von BBB folgt dem aber sehr dicht und kann dem von Teams und Skype locker Schritt halten. Mit Facetime habe ich keine Erfahrung. Dass Sie aber gerade die übelst ungeeigneten Vertreter benennen, spricht wieder Bände…
Ich bin mir recht sicher, dass Sie nie mit BBB eine Veranstaltung gehalten haben.
„Welche wertvollen Schülerdaten werden denn verkauft, wenn die Schüler im Unterricht mit Excel Übungen bearbeiten?“
Bildung schafft Vorteile. Manchmal bekommt man das nicht vorgesetzt. Man kann aber z. B. c’t lesen, oder auch mal eine Suchmaschine des geringsten Misstrauens anwerfen (nein, ich google nie!). Eigentlich reicht es völlig, die Datenschutzerklärung von Microsoft zu lesen, was Sie garantiert schon gemacht haben.
Vielleicht verstehen Sie das mit ein bisschen mehr Humor, als ich das hier kann…
https://invidio.xamh.de/watch?v=kty0xCgIYjA
Viel Spaß
Martin Schönegg
Wer mag, darf natürlich auch Googe sagen, dass er das bei Youtube anschauen mag…

Dirk Meier
3 Monate zuvor
Antwortet  Martin Schönegg

Sehr geehrter Herr Professor (FH) Schönegg,
der Marktanteil von Libreoffice beträgt in Deutschland und in Europa lediglich 2 %, d. h. jede fünfzigste Person nutzt dieses Programm. Das ist ein inhaltliches Argument für die weitgehende Bedeutungslosigkeit dieses Programmpakets. Software erhält seine Bedeutung zu einem nicht unerheblichen Teil von der Anzahl seiner Nutzer. Libre Office wird von Liebhabern, Datenschutzskeptikern und Menschen ohne Geld verwendet, was auch in Ordnung ist. Microsoft Office gibt es für Windows, Mac OS und IPadOS. Wer Linux als Betriebssystem nutzen möchte bleibt hier außen vor. Das ist aber doch kein Argument, dass alle anderen auf Libreoffice umsteigen sollten. Auf jedem Linux Rechner kann man eine zweite Partition mit Windows oder Mac OS erstellen und schon ist man kompatibel.

Ich bin zur Arbeit mit BBB gezwungen, deshalb weiß ich auch ziemlich genau, dass es in allen Disziplinien klar schlechter als Zoom ist. Die hohe Bedeutung im Schulsystem entsteht ausschließlich durch einen Benutzungszwang durch die Datenschutzbeauftragen. Bei freier Wahl würde sich Zoom ziemlich schnell im Lehrerzimmer durchsetzen. Ich habe meine Lerngruppen mehrmals zu diesem Thema befragt und die Antwort war immer eindeutig: Zoom ist deutlich besser als BBB. Das Argument war nicht nur der Klang, sondern auch die Bildübertragung, die Chatfunktion, die Meldefunktion und die Breakout Räume. Auch die Stabilität von Zoom ist deutlich besser. BBB funktioniert zwar halbwegs, hat aber definitiv einen großen Igitt-Faktor.

Ich habe Sie gefragt, welche Gefahren Schüler unterliegen, wenn Sie im PC-Raum der Schule eine Excel Übung ausführen. Statt mir diese angeblichen Gefahren zu nennen kommt ein Videolink von Extra 3 und der Hinweis, die Datenschutzordnung zu lesen. Ich gehe damit davon aus, dass Sie mir keine konkreten Gefahren der Schüler nennen können, weil es diese nicht gibt.

Martin Schönegg
3 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

„der Marktanteil von Libreoffice beträgt in Deutschland und in Europa lediglich 2 %“
Das ist gar kein Argument. Es gibt keinen Markt für kostenlose Software. Das braucht es dort nicht. Wäre ja mal interessant, wer und wie die das erhoben haben wollen (und welche Ziele damit verfolgt werden ;-).
„Auf jedem Linux Rechner kann man eine zweite Partition mit Windows oder Mac OS erstellen und schon ist man kompatibel.“
und wer bezahlt? 100 Euronen für das Betrübsystem und noch mal so viel fürs Office. Und alles nur, weil andere zu bequem dafür sind und Raubkopien fahren (was demnächst nicht mehr gehen wird) oder Ihre Privatsphäre weiter aufgeben. Bisher habe ich noch kein inhaltliches Argument für Office 365 und gegen LibreOffice gelesen…
„Ich bin zur Arbeit mit BBB gezwungen, deshalb weiß ich auch ziemlich genau, dass es in allen Disziplinien klar schlechter als Zoom ist.“
Butter bei den Fischen bitte! Abgesehen von der zugegebenerweise hervorragenden Soundverarbeitung kann ich keinen finden. Ich muss neuerdings mit Zoom und darf nicht mehr mit BBB 🙁
BBB war überall intuitiver und schneller bedienbar, völlig egal ob es die verkorksten Grundeinstellungen für Meetings betrifft, ob es das verkorkste Whiteboard ist (ja, da kamen wichtige Neuerungen bei BBB erst nach meiner Zeit). Auch die Handhabung mit Breakoutsessions ist bei BBB deutlich schlauer gelöst. Ich hab bei BBB viel weniger Klicks, um das zu tun, was ich brauchte.
Die Stabilität von BBB ist so gut, wie Ihr Server angebunden und ausgestattet ist. Ich konnte mich nie beklagen. Wenn der natürlich billigst und möglichst noch lokal mit begrenzter Bandbreite läuft, ist alles zu spät. In Bezug auf die Bildqualität fand ich BBB auch eher besser als Zoom. Was gibts beim Chat auszusetzen? Das Layout ist nicht so modern aufgehübscht, wie bei Zoom, dafür funktional und aufgeräumt.
„Ich gehe damit davon aus, dass Sie mir keine konkreten Gefahren der Schüler nennen können, weil es diese nicht gibt.“
Nee, die Datenschützer simulieren mal wieder… Die c’t hatte sich letztes Jahr in mehreren Beiträgen damit auseinandergesetzt, das Netz ist voll davon, das ist Eulen nach Athen tragen.
Gegenfrage: Was hat es Microsoft zu interessieren, welcher Schüler sich wann mit welchem Programm einloggt? Sie sind u. a. genau dazu nicht bereit zu verzichten, selbst wenn die Server in D stehen, gehen diese Infos nach USA. Und ja, wenn MS in USA meint, geht hierzulande kein Office365 mehr, weder bei der Polizei noch bei Gerichten, Verwaltungen…
Ich finde es mehr als befremdlich, dass solche Software hierzulande eingesetzt und propagiert wird und noch schlimmer, dass die öffentliche Hand dafür jährlich viel Geld abdrücken muss.
Und dann soll es tatsächlich SchülerInnen geben, die zu hause keine neueste Office365 Installation haben. Die machen die Übungsaufgaben dann eben in der Schule, ja sicher. Wie war das mit Chancengleichheit, Lehrmittelfreiheit und Co?

Realist
3 Monate zuvor
Antwortet  Martin Schönegg

Lieber Herr „Professor“,

vielleicht kehren Sie erst vor Ihrer eigenen Haustür?

Ich kenne genug Unis, die immer noch auf Microsoft und Zoom setzen. Sind die persönlichen Daten Ihrer Studenten nicht schützenswert? Und nein, die Ausrede, die seien ja volljährig, zählt nicht. Wenn die Uni z.B. Zoom vorschreibt, hat der oder die Studierende faktisch keine Wahl. Ebensowenig zählt die Ausrede, das Microsoft ja supergünstige akademische Programme anbietet und die Unternehmen ja Microsoft-Kenntnisse von den Studierenden verlangen. Da ginge doch auch LibreOffcie, wie Sie selber feststellen. Wie viele Ihrer uninternen Dokumente haben denn die Endung „.docx“ oder „.xlsx“? Schmeißen Sie die am besten gleich von der Festplatte oder aus Microsoft-Exchange(!).

Engagieren Sie sich erst einmal in den eigenen Hochschulgremien und Verbänden in dieser Frage, bevor Sie versuchen, die Schulen maßzuregeln.

Martin Schönegg
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

„vielleicht kehren Sie erst vor Ihrer eigenen Haustür?“
Wenn es nach mir ginge, würde hier einiges anders laufen. Ich muss tatsächlich jetzt auch mit Zoom unterrichten. Sie dürfen mir gerne glauben, dass ich lieber gestern als morgen wieder auf den BBB umsteigen würde. Auch wäre Windows und Office365 ganz schnell vom Campus verschwunden. Letzteres muss ich tatsächlich sehr selten verwenden.
„die Unternehmen ja Microsoft-Kenntnisse von den Studierenden verlangen.“
und sich damit ja auch nur outen, dass sie keine Ahnung haben 🙁
„Engagieren Sie sich erst einmal in den eigenen Hochschulgremien und Verbänden in dieser Frage, “
Mach ich doch 😉 Auch hier steht eine finanzkräftige Lobby, die mit einem großen Werbeetat gegen nicht kommerzielle Konkurrenz steht. Ich weiß, dass das nicht einfach ist.
„bevor Sie versuchen, die Schulen maßzuregeln.“
Was soll das denn? Wer maßregelt denn hier wen? Hier hauen einige offensichtlich inkompetent auf Datenschützer ein, die nicht weniger machen, als das, wozu sie eingestellt sind: Recht und Gesetz zu achten. Ich finde es schon befremdlich, mit welchem Unkenntnisstand hier Leute ihre Bequemlichkeit verteidigen und verbal munter auf diejenigen einhauen, die sich trauen, gegen den Werbungsmainstream zu schwimmen. Und solche Leute haben einenbildungsauftrag von Ihrem Land übertragen bekommen, dessen Rechtshoheit sie offenbar gering schätzen 🙁
Mich stimmt es schon sehr nachdenklich, mit welch großem Leichtsinn man Datenhoheit, bis hin zur Arbeitsfähigkeit, in die Hände von Großkonzernen legt, die sich ganz offen wenig um Gesetze scheren.
Martin Schönegg

Shuma Tino
3 Monate zuvor
Antwortet  Martin Schönegg

Ich habe Ihre Posts hier gelesen und muss mit Erstaunen feststellen, dass Sie in vielen Punkten Ihre Inkompetenz und Ihre Einseitigkeit in der Betrachtung zur Schau stellen.
Im Artikel geht es um Datenschutz, den Herr Hasse wieder bemängelt. Leider ist der Thüringer Landesdatenschützer als promovierter Verwaltungsjurist mit absoluter IT-Unkenntnis und extremem IT-Unverständnis ausgestattet. Folglich ist er auch nicht in der Lage, das notwendige Verständnis zum Datenschutz und zur Datensicherheit aufzubringen. Weiterführend ist zu erkennen, dass er auch nicht die Gesetze dazu richtig versteht. Ich habe noch kein Schreiben seiner Behörde gesehen, in dem nicht gravierende fachliche Mängel vorhanden sind, auf die man sich aber in den Schreiben stützt. Aus meiner Erfahrung und Kommunikation mit der Behörde kann ich nur sagen, dass selbst die dortigen Techniker mit gravierenden IT-Kenntniss-Lücken ausgestattet sind. Denn die von der Behörde geprüften und hochgelobten Werkzeuge wie Landesdienstmail und Schulcloud nicht datenschutzgerecht und teilweise sogar rechtswidrig sind, was ganz einfach belegt werden kann, lässt dies weit blicken.
Dass Open-Source nicht bedeutet, dass es datenschutzgerecht und datensicher ist, sollte eigentlich jeder wissen, vor allem, wenn man in dem Fachbereich tätig ist. Bei Linux und Open-/Libre-Office weiß keiner, wie die Produkte wirklich arbeiten, denn die Komplexität der Programme verhindert jede Analyse. Außerdem nutzen die Anwender dieser Produkte die Programme zu mindestens 99% nur die Closed-Source-Variante, denn die wenigsten laden sich nur den Quelltext herunter und compilieren ihn dann vor der Installation.
Weiterhin gibt es permanente Falschaussagen zu Microsoft. Teams ist Bestandteil von Office und wird auch über Azure bereitgestellt. Um den Vorgaben des BDSG (und somit auch der DSGVO) zu entsprechen, hat Microsoft für alle deutschen Kunden die Plattformen für Azure und Office 365 auf in Deutschland bereitgestellten Rechenzentren (Frankfurt 2x, Magdeburg und Berlin) eingerichtet. Die Inbetriebnahme erfolgte zu Beginn 2019. Permanent werden auch die Formulierungen in der Datenschutzerklärung und im AVV den Hinweisen angepasst, damit sie dem geltenden Recht entsprechen. Die Landesdatenschützer sind aber im Stand von 2018 stehengeblieben, besser noch vor 2016…
Alternativ gibt es von Herrn Hasse keine Aussagen zu Apple. Der massive Einsatz derartiger Geräte in den Schulen wird nicht beanstandet. Es gibt aber keinen einzigen Dienst dieses Unternehmen, welches der DSGVO unterliegt. Alle Server von Apple befinden sich in den USA. Und per Gesetz werden in den USA alle Daten von Nicht-US-Bürgern und -Unternehmen weitergegeben. Damit sollte klar sein, dass es dem TLfDI nicht um Datenschutz und Datensicherheit geht, sondern um Lobbyismus.
Und noch ein Wort zum Vergleich der Office-Produkte: es muss einen Grund geben, warum im Business-Bereich das MS Office einen Marktanteil von 97 – 98% hat. Produkte ohne echten Service sind am Ende zu teuer. Zusätzlich lässt sich bei komplexen Aufgaben im Officebereich feststellen, dass man bei der Verwendung von MS Office gegenüber Libre-Office die Hälfte der Zeit einsparen kann. Dies liegt einfach am Bedienkonzept, welches schon vor über 12 Jahren in Studien nachgewiesen wurde. Das veraltete Konzept bei Open-/Libre-Office besteht noch von den ursprünglichen deutschen Entwicklern, die schon seit über 17 Jahren nicht mehr dabei sind.
Ihre Aussagen zur Programmierung können Sie auch vergessen, Sie sollten sich mal mit der Didaktik zur Informatik befassen, um zu verstehen, wie man Programmierung lehrt. Wir haben in Thüringen hervorragende Dozenten im Informatikbereich und in der Lehrerausbildung, die Ihnen da sicher helfen können.
Und noch eins bevor Sie fragen, ich bin seit fast 37 Jahren im IT-Bereich tätig und über 21 Jahre im Schuldienst. Seit dieser Zeit werde ich permanent von Fachleuten und Nichtfachleuten um Rat gebeten, da man meine Kompetenzen schätzt. Und bei Fachleuten handelt es sich auch um studierte Informatiker und Informationstechniker, die seit Jahrzehnten in dem Bereich tätig sind.

Canishine
3 Monate zuvor

„Wenn unsere Kultusministerien und Lehrer da mit Bequemlichkeit voranschreiten, was wollen wir den Kindern dann überhaupt noch vermitteln?“
Dass wir die zur Verfügung stehende Zeit lieber für die pädagogische Arbeit mit den Kindern verwenden, als für die Suche nach einer halbwegs brauchbaren Alternative zur didaktisch sinnvollsten, funktionellen und komfortablen Software/App, die möglicherweise den Kindern schon bekannt ist, weil diese dem Datenschutz nicht genügt? (Die Frage, ob Pinguin oder andere oder welches Office, ist dabei schon längst nicht mehr die alleinige.) Welche Tablet-Schule wird seine Schüler dazu überreden können, ein Tablet mit Pinguin zu anzuschaffen? Sensibel genug?

Canishine
3 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

@ Martin Schönegg

Carsten60
3 Monate zuvor

Das ganze lässt sich grob so formulieren: Erst wird eine neue Technologie hochgejubelt und soll ganz hastig überall eingeführt werden, auch aus politischen Gründen. Dann entdecken manche Leute die Probleme damit. Schließlich stellt man fest, dass diese neue Technologie viele überfordert und zudem nicht so sicher ist wie man dachte. Außerdem macht man sich davon abhängig, auch von den Eigenheiten der Hersteller (etwa Sicherheit a la Huawei, made in China). Und schon muss alles komplizierter werden, um diese Sicherheit dennoch herzustellen. Am Ende steht ein Wust von Vorschriften, besonders in Deutschland.
Ob man aber diese neue Technologie unbedingt braucht, wird nicht mehr diskutiert. Ein ähnliches Beispiel sind neuerdings die fehlenden Chips für Autos. Warum eigentlich braucht ein Auto so viele Chips? Das wird gar nicht erst diskutiert. Fahren können die auch ohne, das beweisen die beliebten Oldtimer. Und warum muss ein Auto mehr können als fahren?

Realist
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Warum braucht ein Auto Chips? Warum muss ein Auto mehr können als fahren?

Ganz einfach: Die Auto-Industrie muss einen Grund gaben, jedes Jahr die Neuwagenpreise um 4 bis 5 Prozent anzuheben!

Max Schmidt
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

„(etwa Sicherheit a la Huawei, made in China)“

Gerade bei Huawei mache ich mir da gar keine Gedanken, denn die eigentliche „Wanze“, Google, wurde ja von den Huawei-Geräten entfernt. Das ist eher ein Grund sich für Huawei zu entscheiden als dagegen.