Ukrainische Konsulin lehnt Integration der Flüchtlingskinder ins deutsche Schulsystem ab – zu schlecht, zu fremd

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BERLIN. Mehr als drei Millionen Menschen sind nach UN-Angaben schon vor dem Krieg aus der Ukraine geflohen. Eine Taskforce soll sich in Deutschland nun darum kümmern, dass geflüchtete Kinder und Jugendliche möglichst reibungslos Schulbildung bekommen. Die ukrainische Generalkonsulin Iryna Tybinka lehnt eine Integration der Flüchtlingskinder ins deutsche Schulsystem allerdings ab – der Unterricht in der Ukraine sei intensiver. Die Schülerinnen und Schüler könnten online lernen.

Die Hälfte der Flüchtlinge aus der Ukraine, hier ein Mädchen in Rumänien nahe der Grenze, sind Kinder. Foto: Shutterstock / Gabriel Preda RO

Bildungspolitiker in den Ländern schätzen, dass etwa die Hälfte der in Deutschland ankommenden Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine Kinder und Jugendliche sind, die früher oder später in Schulen oder Kitas unterkommen. Es gebe bisher keine verlässlichen Daten, sagte der Chef der neuen Taskforce der Kultusministerkonferenz (KMK) für das Thema, Hans Beckmann (SPD). Beim ersten Treffen der Expertengruppe am Freitag hätten Ländervertreter aber eine solche Schätzung abgegeben. Er kündigte Abfragen in den Schulen an.

Die Taskforce mit Vertretern aus allen 16 Bundesländern war von der KMK eingesetzt worden, um die Aufnahme und den Schulbesuch ukrainischer Kinder und Jugendlicher bundesweit abzustimmen. Nach Angaben Beckmanns müssten sie «schnell in feste Strukturen kommen». Es gehe beispielsweise darum, dass Jugendliche, die jetzt in der Ukraine vor der Abschlussprüfung stünden, diese Prüfung auch machen könnten, außerdem um Online-Lehrmaterial und die Gewinnung ukrainischer Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher. Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Karin Prien (CDU) hatte auch von mehr Schulsozialarbeitern und Psychologen gesprochen.

Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sind nach offiziellen Zahlen etwa 200.000 Kriegsflüchtlinge von dort nach Deutschland gekommen. Die meisten sind Frauen und Kinder. Erfasst werden allerdings nur diejenigen, die von der Bundespolizei angetroffen werden, etwa an Bahnhöfen oder in Zügen.

„Wir müssen diesen Kindern helfen. Die haben teilweise so schreckliche Sachen erlebt und brauchen jetzt feste Strukturen“

Beckmann zeigte sich optimistisch, dass das deutsche Bildungssystem die Aufgabe gut bewältigen wird. Es werde nicht alles reibungslos laufen. Aber alle Beteiligten hätten großes Interesse, im Sinne der Kinder gute Lösungen zu finden. «Wir müssen diesen Kindern helfen. Die haben teilweise so schreckliche Sachen erlebt und brauchen jetzt feste Strukturen. Sie brauchen die Möglichkeit, mit anderen Kindern zu spielen, sich auszutauschen.» Es seien auch traumatisierte Kinder dabei, die eine Zeit bräuchten, bis sie überhaupt in die Schule könnten. Denen müsse man vor Ort ebenfalls Angebote machen.

Die ukrainische Generalkonsulin Iryna Tybinka hatte kürzlich an die Kultusminister appelliert, auf eine Kontinuität der Bildungsprozesse und ein Aufrechterhalten der nationalen Identität ukrainischer Kinder zu achten. Willkommensklassen lehnte sie ab. Es gehe um einen vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland. Daher müsse man jetzt für eine Kontinuität des Unterrichts sorgen, damit die Geflüchteten ihr Schuljahr abschließen und – in den höheren Klassen – ihre Abschlüsse machen könnten. Der Unterricht in der Ukraine sei «intensiver, vollzieht sich in kürzerer Zeit als in Deutschland und hat ebenso höhere Anforderungen», betonte Tybinka laut einem Bericht des „Tagesspiegel“.

Die Konsulin schlug vor, die Kinder über die digitale Plattform e-school.net.ua, die zu Pandemiezeiten aufgebaut wurde, zu beschulen und sehr stark auf den Einsatz von ukrainischen Lehrkräften zu setzen, die zusammen mit den Kindern geflüchtet seien. «Die sogenannten Integrationsklassen würden für die ukrainischen Kinder eine Wand des Unverständnisses, das Gefühl der Minderwertigkeit und des geringen sozialen Schutzes bedeuten», erklärte sie.

Sie beklagte zudem, dass die Ukraine bisher im deutschen Geschichtsunterricht keine Rolle spiele. Sie sprach von «einem weißen Fleck im Wissen der deutschen Gesellschaft», der auch dazu führe, dass die Politiker in Deutschland bisher zu zögerlich auf Invasion Russlands reagierten. «In Deutschlands Lehrplänen und Richtlinien dominiert nach wie vor Russland und russischer Imperialismus. Daher stammen auch die Neigungen und das Bestreben vieler Menschen in Deutschland, Russland zu verstehen, Russlands Verbrechen zu rechtfertigen, aber auch die Angst davor, Russland irgendwie zu kränken. All das, was wir bereits vor dem Krieg gespürt haben, hält immer noch viele in Deutschland davor zurück, angemessen und in voller Entschlossenheit auf die Aggression Russlands zu reagieren.»

«Wir wünschen uns ja alle, dass dieser schreckliche Krieg bald vorbei ist. Und dass alle ukrainischen Familien, die das möchten, wieder zurückgehen können. Aber wie lange das dauert, weiß niemand», sagte Beckmann. Seinen Angaben zufolge geht es um beides: «Einerseits darum, dass die Kinder, wenn sie in unsere Schulen kommen, integriert werden.» Sie sollten mit anderen Kindern interagieren, sich wohl und willkommen fühlen, aber auch die Möglichkeit haben, ihre ukrainische Identität zu bewahren und verpassten Unterrichtsstoff aus der Ukraine nachzuholen.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir, wenn wir die unterschiedlichen Kanäle nutzen, auch Personal gewinnen können“

Viel wird davon abhängen, wie lange der Krieg dauert und auch, wo und wie die Kinder unterkommen. Beckmann verwies auf ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz, wo zwei Kinder in die erste Klasse einer kleinen Schule gekommen seien. «Die lernen so schnell Deutsch, das kann man sich kaum vorstellen.» Anderswo, etwa in großen Städten, würden reine ukrainische Lerngruppen oder Willkommensklassen gebildet, weil es viele Kinder seien. Bei der Gewinnung ukrainischer Lehrkräfte müssten alle Möglichkeiten, die es gebe, genutzt werden: Soziale Medien, Instagram, Facebook, ukrainische Vereine. «Die ukrainische Community ist sehr gut vernetzt. Ich bin zuversichtlich, dass wir, wenn wir die unterschiedlichen Kanäle nutzen, auch Personal gewinnen können.» News4teachers / mit Material der dpa

KMK will mit „Lübecker Erklärung“ Zeichen im Ukraine-Konflikt setzen (kostet nichts)

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Kritischer Dad*NRW
1 Monat zuvor

Höchst interessanter Ansatz.
Der Unterricht in der Ukraine sei intensiver, vollzieht sich in kürzerer Zeit als in Deutschland und hat ebenso höhere Anforderungen.

Wirkt wie eine satte Klatsche für die 16 Glorreichen.
Nicht die Kinder müssen aufgrund deutscher Schulpflicht und Strukturen in den schlechten Unterricht unserer Klassen, sondern deutsche Schulen müssten erst einmal auf das Niveau der Ukraine angehoben werden. Hört sich an wie ein Super-GAU im Bildungsbereich.

Lehrer_X
1 Monat zuvor

Aber eine klare Ansage. Finde ich gar nicht verkehrt. Sagt auch viel über die Ukraine aus: die Bildung der Kids ist denen dort wichtig!

Mein Name ist Hase
1 Monat zuvor

Einen, wenn auch summarischen, Überblick zur Ukraine gibt Wikipedia.

Zum Hintergrund der Frage nach „Integration“ oder „Aufrechterhalten der nationalen Identität“ sind lesenswert: Zbigniew Brzezinski, „The Grand Chessboard – American Primacy“ (1997, die Neuausgabe von 2016 ist schon ‚entschärft‘); Francis Fukuyama, „Nation building“ (2006); F. William Engdahl, „Full Spectrum Dominance -Totalitarian Democracy in the New World Order“ (2009). Für einen faux pas aus dem Jahr 2014 zur Ukrainepolitik der USA möge man „Victoria Nuland, fuck the EU“ in eine beliebige Suchmaschine eingeben.

Mit dem Vergleich zwischen deutschem und ukrainischen Schulsystem dürfte die Generalkonsulin Recht haben. Ihre Ausführungen zu Integrationsklassen verstehe ich nicht.

DerechteNorden
1 Monat zuvor

Ja, nee, is‘ klar. Und dass Ihr Name ausgerechnet Hase sein soll, ist wenig überzeugend.

Georg
1 Monat zuvor

Ich kann mir schon denken, was sie mit den Integrationsklassen meint. Ich fasse es mit sozialer und kultureller Inkompatibilität zusammen. Die Ukrainer sind halt Christen, Nationalisten und schulisch leistungsorientiert möglicherweise bis hin zum Drill. Ob das gut oder schlecht ist, lasse ich bewusst offen.

DerDip
1 Monat zuvor

@Mein Name ist Hase:
Was den Vergleich der beiden Schulsysteme anbelangt, kann ich die Aussage nicht beurteilen. Grundsätzlich solle man jedoch vorsichtig sein, Aussagen von politischen Akteuren zu viel Wert beizumessen. Wir wissen auch nicht, wie unser Schulsystem von unseren Politiker im Ausland gelobt wird.
Irritierend finde ich aber in der Tat die Sorge um die nationale Identität im Falle der Beschulung in Deutschland. Genauso die Beschwerde, dass die Ukraine im Lehrplan zu wenig Beachtung findet.
Scheinbar hat die Konsulin vor allem Sorge davor, dass die Kinder einen anderen Blick auf die Welt bekommen könnten. Auch die Sorge der Konsulin, die Teilnahme an Integrationsklassen würden den Kindern das Gefühl der Minderwertigkeit geben, finde ich sehr eigenartig. Offenbar möchte sie, dass die Kinder von der deutschen Gesellschaft und dem zusammenleben in Unserem Land möglichst wenig mitbekommen.
Auch die Annahme, das die Kinder nur kurz hier bleiben werden, ist m. E. sehr optimistisch. momentan kommen immer mehr Flüchtlinge hinzu. Ein Kriegsende ist noch nicht in Sicht. Und wohin die Kinder zurückkehren sollen, wenn Zug Hochhäuser und die zugehörige Infrastruktur zerstört sind, bleibt auch noch offen. (Man kann zwar digital beschulen, aber digitaler Wohnraum genügt nicht).
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Konsulin Sorge davor hat, die Kinder bekämen einen komplexeren Blick auf die Welt, in der die Nationalität des Menschen nicht über allem steht.

Mein Name ist Hase
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Genau das scheint auch mir das Problem zu sein: multikulturelles Miteinander vs. „nation building“. Persönlich bevorzuge ich Ersteres. Wozu Letzteres führt, ist aus dem 20. Jhdt. hinlänglich bekannt.

Forumsleserin
1 Monat zuvor

Ich kann nur meinen Respekt aussprechen. Was für eine selbstbewusste, stolze Haltung zu Bildung.

Wie peinlich für unser Luxusproblem digitalen Unterrichts während Hotspotphasen der Pandemie. In Deutschland verkommt Schule zur Aufbewahrungsanstalt. Wir Lehrkräfte haben für gute Schnitte zu sorgen, so dass die Wünsche der Eltern erfüllt werden. Bildungsinhalte? Fördern ja, fordern dürfen wir nicht mehr. Wir sind die Buhleute, wenn Kinder und Jugendliche kein Interesse an Bildung haben.

Ich wünsche mir mehr Demut unserer Arbeit und der Wissensvermittlung gegenüber. Die Pandemie wäre die Chance gewesen.

Muss uns das jemand von außen so deutlich sagen?
Kinder vor Tablets bedeutet nicht automatisch nur das Schlechte und Kinder vor Ort im Schulgebäude nicht automatisch das Gute für Bildung.

Lukas Berger
1 Monat zuvor
Antwortet  Forumsleserin

Chapeau!

Alx
1 Monat zuvor
Antwortet  Forumsleserin

Nur schneiden wir bei Pisa in allen Bereichen trotzdem noch deutlich besser ab.

Forumsleserin
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Das überzeugt mich nicht. Meine Motivation, Lehrkraft zu sein, speist sich nicht aus Pisa-Rankings.

Alx
1 Monat zuvor
Antwortet  Forumsleserin

Ihre Motivation als Lehrkraft soll auch nichts mit Pisa zu tun haben.
Trotzdem bringt die stolzeste Haltung zur Bildung nichts, wenn am Ende weniger Leistung herauskommt. Vor allem dann nicht, wenn man bessere Lehre als schlechter kritisiert.
Aber ich glaube die Motivation der Konsulin speist sich auch nicht aus der Qualität der Bildung. Also alles tutti

Emil
1 Monat zuvor

Na prima! Tausende Lehrer machen sich Gedanken zum Empfang der ukrainischen Kinder _ und die Konsulin schmeißt erstmal mit Beleidigungen um sich! Wenn uns „primitiven“ Lehrern nicht bewusst wäre, dass die Kiddies nicht dafür können, sollte man alle gleich wieder zum Teufel jagen.
Aber wie immer _ die Lehrer, insbesondere die A12er_ holen die Kartoffeln aus dem Feuer und lassen sich gleichzeitig dafür beschimpfen.
Zum Ko.. en.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Nicht die Lehrkräfte werden beleidigt, sondern unser System. Ich fühle mich jedenfalls nicht beleidigt, denn die Missstände sind der schlechten Politik geschuldet. Höchstens von Frau Prien und Co.
Was die Konsulin über die deutschen Lerninhalte zu Russland von sich gibt, ist allerdings echter Quatsch. Da ist sie total Politikerin, die mit allen Mitteln versucht, das Meiste für ihr Land rauszuholen. Und da versucht sie uns ein schlechtes Gewissen zu machen.
In Deutschland mag es einige Menschen geben, die Putins Russland toll finden, aber das ist die absolute Minderheit. Wir müssen im Gegenteil jetzt sogar aufpassen, dass nicht alle Menschen mit russischen Wurzeln, die bei uns leben, pauschal verurteilt werden.

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

… und dann erklär mal jemand den übrigen Flüchtlingen, Zuwanderern, Familienzusammengeführten, dass für sie das „schlechte“ deutsche Schulsystem mit ihren Seiteneinsteigerklassen ausreichen muss, während die ukrainischen Kinder Besseres verdienen…

Unser System hat riesengroße Lücken, Defizite, Nachteile, nicht erst im Zuge der Pandemie zutage getreten – was aber nicht die Lehrer zu verantworten haben.
Wir tun seit Jahrzehnten unser Bestes, Kinder aus aller Welt zu integrieren, ihnen Normalität zu bieten, sie mit all ihren mitgebrachten und neu erworbenen Problemen anzunehmen und ihnen Chancen zu eröffnen.
Das alles ist jetzt ausgerechnet in dieser Situation nicht mehr gut genug, war nie gut genug, wird nie gut genug sein?
Gut, dann ist die Arbeit vieler Kollegen, die Jahrzehnte unter unmöglichen Vorgaben und Umständen Unterricht aufrecht erhalten haben, wohl dann jetzt gar nichts mehr wert…
Und das nicht nur in den Augen unseres Ex-Kanzlers, sondern auch in Augen derer, die hier Schutz suchen und offiziell verkündet???

Das dürfte dem Ansehen des deutschen Schulsystems dann den Rest (der Anerkennung in den Augen von Schülern, Eltern und Steuerzahlern) geben.

Nee, Leute, sollte ich meinen Beruf 30 Jahre lang soooo schlecht gemacht haben?
Dann braucht mich ja wohl keiner mehr…

Welche Sau wird als nächstes zur sofortigen Umsetzung durchs Schuldorf getrieben?
Lassen wir sie laufen, ist eh nichts mehr zu retten…
Ich werde mich nicht rechtfertigen für meine Bemühungen trotz widriger Umstände, schon gar nicht für diese Umstände, die oftmals absurden Vorgaben, den Mangel auf allen Ebenen, die Interesselosigkeit unserer Gesellschaft an Bildung.

Ja, es ist zum Ko…en!!!

Julia
1 Monat zuvor

Natürlich haben es auch wir LehrerInnen zu verantworten! Wer arbeitet denn am Kind? Außerdem pochen wir doch immer wieder auf unsere pädagogische Freiheit.

Lehrer_X
1 Monat zuvor

Eine überhebliche Meinung, wenn man unser System anschaut. Bitte nicht gleich AfD wählen…

Antje
1 Monat zuvor

Das stimmt. Um die anderen neuzugewanderten Schüler wurde sich nie so bemüht. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Aber die kommen ja auch noch.
Leidtragende sind Lehrer und Schüler in völlig überfüllten Klassen.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Beschränken Sie sich auf Ihren Vorschlag mit der digitalen Lernplattform. Im Gegensatz zu den Flüchtlingen aus dem arabisch-afrikanischen Raum dürften die meisten der Ukrainer tatsächlich nur vorübergehend bleiben, eine Integration in dem Sinne ist daher nicht ernsthaft erforderlich, zumal die kulturelle Differenz vergleichsweise gering ist.

Matthias
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Bitte konkretisieren Sie für Ihre Leser, was Sie konkret als beleidigend empfunden haben. Ihre Sprachwahl wirkt auf mich weniger wie das eines studierten Lehrers, sondern eines etwas schlichten Vaters, mit Verlaub.

Walter
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Kann man so sehen, käme aber Betriebsblindheit sehr nahe.

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Ich sehe es nicht als Kritik an mir als Lehrer oder meinen Kollegen.

Ich sehe es eher als realistische Einschätzung einer außenstehenden Person, bezüglich der Güte und Effektivität unseres Bildungssystems.

Die Lehrer in Deutschland können nichts für das Bildungssystem.

Wenn sie ein erst klassisches Filet-Steak kaufen kann das Essen trotzdem mies sein. Sie brauchen das Steak nur zu braten bis es wie eine Schuhsole ist und dann mit angebrannten Bratkartoffeln zu servieren.
Das tut die KMK seit Jahren.
Das Problem liegt zusätzlich dann noch darin, dass die Öffentlichkeit und die Politik dieses Menü regalmäßig mit einem Stern auszeichnen.

Jetzt war eben mal ein Probe-Esser da der sich nicht verstellen musste. Der hat sich prompt unter den Tisch übergeben.

Peinlich für den Koch nicht für das Steak!!!

Ich würde sagen, danke für die realistische Einschätzung liebe Frau Konsulin.

Dommi
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Wie mich diese A12 Kommentare anhören!

Doppel A14,5
1 Monat zuvor
Antwortet  Dommi

Ich kann’s auch nimmer hören! Dann hätten sie SekIi oder in einem anderen Bundesland studieren sollen. Oder sich weiterqualifizieren.

Doppel A14,5
1 Monat zuvor
Antwortet  Doppel A14,5

Sek II

simmiansen
1 Monat zuvor

Sorry, trotz der Dramatik musste ich laut auflachen beim Lesen der Überschrift!
Reiner Galgenhumor, denn die Aussage der ukrainischen Generalkonsulin kann ich sehr gut nachvollziehen. … kenne noch das DDR-BILDUNGS-System und kann mir aus Erfahrung vorstellen, welchen Kulturschock die ukrainischen Kinder nach dem Schock des Krieges in unseren Schulen draufgesattelt bekommen.

Wenn diese Einschätzung sowie das funktionierende digitale Lernen in der Ukraine nicht endlich mal eine Ahnung von der Verantwortungslosigkeit gegenüber UNSERER jungen Generation im Kreis der 16 Erlauchten erzeugt, kann eben nur noch Humor helfen, um die Situation an unseren deutschen Schulen selbst mental gesund zu ertragen.

Nina
1 Monat zuvor
Antwortet  simmiansen

Ach und in der DDR war alles gut? Keine weiteren Fragen.

Markus
1 Monat zuvor
Antwortet  Nina

Da war vor allem auch nicht alles schlecht Nina. Noch weitere Fragen?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Markus

@Markus
Danke! Kurze und zutreffende Antwort!

simmiansen
1 Monat zuvor
Antwortet  Nina

Hallo Nina,
eigentlich brauche ich Markus`Antwort nichts mehr hinzufügen.
Aber wo bloß habe ich geschrieben, das ALLES gut war?

Ich kann jedoch aus Erfahrung behaupten, dass zumindest die Bildung hervorragend war.
Ich vermute, dass bei Beibehaltung der Bildungsansprüche in den ehemaligen Ostblockstaaten Welten zwischen dem Bildungssystem der Ukraine und Deutschlands liegen.
… Diese Erfahrungen wurden schon vor 30 Jahren innerhalb Deutschlands von umziehenden Familien gemacht. …

Und nein, ich will damit keine Kollegen angreifen, die Tag für Tag so wie ich versuchen, das sinkende Boot irgendwie über Wasser zu halten!
Was ständig neue Löcher in die Planken reißt, darüber wurde und wird an anderer Stelle ständig berichtet. Aber solange die 16 Möchtegern-Kapitäne oben auf Deck keine nassen Füße bekommen und ihre Matrosen brav auch die unsinnigsten Befehle ausführen und flicken, was das Zeug hält, kann es letztendlich nur zur Katastrophe kommen!

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  simmiansen

Wenn die Bildung im Osten so viel besser war, müssten die Ostdeutschen gebildeter als die Westdeutschen sein. Wenn das ukrainische Bildungssystem so viel besser ist, müssten die Ukrainer prozentual gebildeter sein als die Deutschen. Ist das so? Und wenn ja, warum sind wir eines der fortschritlicheren Länder? Diese Schlechtmacherei nervt schon mal.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wir sind NOCH eines der fortschrittlicheren Länder. Wie gut das Bildungssystem ist, sieht man immer erst nach vielen Jahren (wie schon mal erwähnt, bin ich seit 40 Jahren Lehrer). Das begreifen unsere Politiker leider nicht, die rechnen nicht in Jahrzehnten, sondern nur von einer Wahl bis zur nächsten und in dieser Zeit kostet Bildung nur viel Geld und bringt keine Lorbeeren. Woher kommt denn der Fachkräftemangel und die vielen nicht ausbildungsfähigen Jugendlichen? Ich bleibe dabei, in unserem Bildungssystem läuft leider vieles seit Jahren schief! Aber vielleicht liegt das nur daran, dass ich nicht an einer der Schulen arbeite, die immer so schöne heile Welt in den Medien zeigen?

simmiansen
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ja, diese Schlechtmacherei nervt, aber vor allem von Seiten der administrativen Ebene.
DIESE hat auch zu verschulden, dass die Bildung vor langer Zeit im Westen und bis zur Wende auch im Osten deutlich besser war.
Dass es so war, habe ich selbst im direkten Vergleich erlebt und kann mir also ein Urteil erlauben.
Im Gespräch mit einer Personalmanagerin im Freundeskreis bekomme ich auch immer wieder die Abgründe der heutigen Fähigkeiten sowie der absolut nicht damit korrelierenden Ansprüche der Auszubildenden, sprich der Schulabgänger, live mit.
Deshalb bin ich mir sicher: Es kann in anderen europäischen Ländern nur besser laufen!
Das mit dem fortschrittlichen Deutschland baut sich gerade mehr oder weniger schleichend ab!
Augen auf in Deutschland, liebe Indra!

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@ simmiansen
Nee,das es immer schlechter (mit der Jugend) wird, hören wir schon seit 2.000 Jahren! Ich kann es nicht mehr hören. So eine Spannbreite von gut zu schlecht (oder auch von gutem zu schlechtem Benehmen) gibt es garnicht, dass man sich über 2.000 Jahre kontinuierlich verschlechtern könnte, also muss da was bei der Interpretation nicht stimmen.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Kurz nach der Wende waren die ostdeutschen Jugendlichen schulisch besser als die westdeutschen Jugendlichen im gleichen Alter. Da im Wesentlichen die westdeutschen Systeme übernommen wurden, haben sich die Leistungen aber angeglichen.

simmiansen
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Hallo Indra,
Potschemutschka, Georg und ich sprechen nicht von Vermutungen, sondern von Tatsachen und eigenen gravierenden Erfahrungswerten!
Da hilft es auch nicht, die Augen davor zu verschließen.
Lies bitte noch einmal nach: Ich konnte den direkten Vergleich durch die Tätigkeit als Lehrerin in der DDR und nach der Wende in einem westdeutschen Bundesland ziehen.
Auf diese Erfahrungen bezog ich mich, als ich mein Verständnis für die Aussage der ukrainischen Generalkonsulin über unser Schulsystem formulierte.

Georgs letzter Kommentar lag mir auch schon auf der Zunge oder besser im Tippfinger, doch ich wollte deine Lebenswelt-Blase noch schonen, Indra. Bin nämlich eigentlich ein versöhnlicher Mensch.
Sonst noch Fragen?

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@ Georg
Gibt es dafür Nachweise, betraf das auch das Endergebnis oder nur bestimmte Epochen, wegen eines unterschiedlichen Konzeptes? Beispiel :Jungen hängen auch lange den Mädchen hinterher, aber das ändert sich zum Schluß und im Berufsleben ist es dann umgekehrt, weil braves angepasstes Verhalten nicht unbedingt Karriereförderlich ist. Genauso kann man fragen, ob die DDR – Maschinerie denn am Ende besonders viele Wissenschaftler, Philosophen, Ärzte, Künstler ect hervorgebracht hat? Vor allem Philosophin oder Künstler wird man eher, wenn man den holprigen Weg geht, eben nicht funktioniert und sich quer stellt (der Begriff quer denkt wurde ja leider zweckentfremdet). Auch um etwas zu erfinden/erforschen muss man eigensinnig sein. Aber die Regierung, ob unsere oder andere, fand schon immer konservative, funktionierende, nicht denkende Menschen toll, die um 6 Uhr in den Stollen hinabsteigen, abends im Dunkeln wieder heraus kommen und das fünfzig Jahre lang nicht hinterfragen. Der Kinderhort ab 0 Jahren gehört auch zu dieser Maschinerie und das sind ehrlich gesagt die Menschen, die mir aus der DDR kommend überproportional aufgefallen sind.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@simmiansen
Ja, es kann sehr subjektiv sein, wenn man meint früher war alles besser oder alles im Berufsleben sei doof. Man kann sich auch Schauergeschichten über Geburtsschmerzen anhören von Frauen, die für ihre Leistung während dieser Phase bewundert werden wollen. Und Schreckensmeldungen von anderen Berufen, wenn derjenige bemitleidet werden will. Und wenn mich meine Reitschüler*innen nerven, dann stimme ich einfach in den Chor mit ein, als das ich mir überlege, ob ich vielleicht zu schnell genervt und ungeeignet bin. Ich schiebe es dann einfach auf die neuzeitlichen Probleme und weil ich die Vergangenheit ja schön rede, sieht es dann auch so aus als wenn es nicht an mir liegen könnte. Soll heißen, wer vom Fach ist, ist nicht unbedingt objektiv. Wurde bei den DDR-Ergebnissen auch die fehlende Migration und anderes mit eingerechnet? Mal sehen, ob die Bildungs Apokalypse wirklich kommt, die hier im Forum immer so dramatisch prophezeit wird…

simmiansen
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Hallo Indra,
ich bin momentan viel zu fertig gespielt vom ach so tollen deutschen Schulsystem, als dass ich all meine Gedanken zur Erwiderung hier noch notieren könnte.
Nur kurz: Meine angeblich subjektiven Einschätzungen des BILDUNGS-System-Vergleiches Ost und West notierte ich schon vor 30 Jahren aktuell und ganz objektiv erkennbar an messbaren Defiziten gegenüber gewohnten Bildungsstandards in der DDR!
Vielleicht hast du schon bemerkt, dass ich meine Aussagen nur auf den Bildungsbereich bezog, denn dass das Schulsystem in der DDR auch klare Defizite in der Herausbildung eines eigenständigen und demokratischen Denkens hatte, musste ich am eigenen Leib erleben.
In meinen Äußerungen ging es aber um die nachvollziehbaren Sorgen der ukrainischen Generalkonsulin um Absenkung eines gewohnten Bildungsniveaus durch den Besuch ukrainischer Kinder an deutschen Schulen.
Ich wiederhole: Absolut nachvollziehbar, zumal sich seit ca. 1990 nichts zum Besseren gewendet hat. Im Gegenteil, wie Kollegen meiner Lehrergeneration sicher ganz OBJEKTIV bestätigen können.
… und nun soll es auch gut sein.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich schließe mich“ simmiansen“ an und möchte nur noch kurz ergänzen. Die Lehrer in der DDr wurden nach prognostiziertem (vorausschauendem) Bedarf ausgebildet. D. h. Man wusste, wann, wieviele Lehrer in Rente gehen und wie viele Kinder eingeschult werden. Außerdem waren Schulen mit 110% Lehrern ausgestattet (Vertretungsreserve). Das war „böse“ Planwirtschaft. Meine Pflichtstundenzahl betrug in der DDR 21 Stunden als Sonderschullehrer, jetzt 27. Okay, ein kleiner Punkt für Indra – Migration gab es so gut wie nicht.

Ohne mich
1 Monat zuvor

Bitte sehr- weiß ohnehin nicht, wie ich diese Herausforderung, sprich Mehrarbeit dann auch noch meistern soll…
…aber die Aufsicht und die Logistik dürfen wir dann doch stellen? Stichwort Stühle. Und auch unsere Hardware teilen wir gerne.

Lanaysh
1 Monat zuvor
Antwortet  Ohne mich

Distanzunterricht geht ja auch von zu Hause aus. Dann sind Stühle und Aufsicht nicht nötig.

Ohne mich
1 Monat zuvor
Antwortet  Lanaysh

Von welchem Zuhause denn? Die Geflüchteten und ihre Kinder gemütlich irgendwo im professionellen ausgestatteten Homeoffice sitzend…hat ja in den letzten 2 Jahren bei unseren eigenen Kindern bzw. den anderen Flüchtlingskindern so gut geklappt.

Susanne
1 Monat zuvor

Ich finde es gut, das die Ukraine das nicht möchte.

1. Haben die Kinder sicher gerade andere Sorgen
2. Wo sollen Personal und Räume herkommen? Wir sind doch mit unserem eigenen Kindern schon total überfordert
3. Ist der Sprachunterschied zu groß und ich denke, das die Familien zusammen besser aufgehoben sind, als die Kinder sofort in Fremdbetruung zu geben.

Georg
1 Monat zuvor

Wo ist das Problem? Man braucht nur ukrainisch sprechende Aufsichten und Internetgeräte.

Ich_bin_neu_hier
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

@Georg: „Die ukrainische Generalkonsulin … hatte kürzlich an die Kultusminister appelliert, auf … ein Aufrechterhalten der nationalen Identität ukrainischer Kinder zu achten. (…) Es gehe um einen vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland.“ – Das Problem entsteht in dem Moment, in dem der Krieg Russlands mit der Ukraine eben nicht in wenigen Wochen oder Monaten vorbei ist, sondern möglicherweise jahrelang andauert: Wollen Sie wirklich in Deutschland die „vorübergehende“ Existenz eines weiteren, vom staatlichen weitestgehend entkoppelten Schulsystems zulassen und damit, in letzter Konsequenz, der Entstehung einer Parallelgesellschaft Vorschub leisten?
Das erscheint mir eher nicht als Königsweg zur erfolgreichen Integration…

Ohne mich
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Und das bzw. die haben wir? S.o.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Ohne mich

Erwachsene Ukrainerinnen und im ersten Schritt die eigenen Smartphones dürften erst einmal reichen. Je nach dem, wann die wieder zurückkehren können, braucht es auch nicht mehr.

fabianBLN
1 Monat zuvor

„Ukrainische Konsulin lehnt Integration der Flüchtlingskinder ins deutsche Schulsystem ab – zu schlecht, zu fremd“

Uuuuups, na das ist ja mal ’ne Aussage, ähm, Ansage! Allerdings vermute, ich dass sie „zu schlecht“ und „zu fremd“ gar nicht wörtlich gesagt hat. Das ist mal wieder typisch „n4t“. Oben steht dann ja auch nur: „Der Unterricht in der Ukraine sei «intensiver, vollzieht sich in kürzerer Zeit als in Deutschland und hat ebenso höhere Anforderungen», betonte Tybinka“. Unter dem angegeben Link findet man auch nur das.

Rudi Ehm
1 Monat zuvor

Endlich mal jemand, der dann nicht gleich in die AFD -Ecke gestellt werden kann. Kritik von ungewohnter Seite. Herrlich.

Alla
1 Monat zuvor

Ich verstehe die Konsulin.
Habe meine gesamte Schulzeit in Ländern der 3.Welt verbracht. Für meine Eltern war es wichtig, eine deutsche Schule vor Ort zu haben, um uns die bestmöglichen Bildungschancen zu geben. (In den 60er Jahren galten deutsche Schulen als sehr gut, obwohl ein hoher Wert auf Disziplin und Fleiß gelegt wurde. Plätze an deutschen Schulen waren auch bei Einheimischen heißbegehrt, trotz des Schulgeldes, das diese zahlen mussten!)
Wir haben zur Zeit einige, sehr gebildete, Flüchtlinge aus dem Irak, der ehemaligen Sovietunion usw, die wieder zurückkehren. Nicht nur, aber auch weil sie mit der deutschen „Spaßschule“ nicht so viel anfangen können und Angst um Bildungsdefizite bei ihren Kindern haben.
Ich sehe in meinen 44 Dienstjahren auch, dass die Leistungen immer weiter in den Keller gehen, trotz Kita, Ganztagsbetreuung, Intergration und Inklusion. Inzwischen sind wir 1 bis 1,5 Jahre hinter den früheren Leistungen zurück. Der Notenschnitt ist zwar angestiegen, aber dieser sagt wenig aus!

Trotzdem schockt es mich, das so deutlich ausgesprochen zu hören!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alla

… in den 60er Jahren galten deutsche Schulen als sehr gut, obwohl ein hoher Wert auf Disziplin und Fleiß gelegt wurde.“ -“ obwohl“ würde ich durch „weil“ ersetzen.
Einen großen Unterschied zwischen dem deutschen und ukrainischen Bildungssystem sehe ich nicht nur in der intensiveren Bildung (an anderer Stelle hatte ich deshalb schon vorgeschlagen, die ukrainischen Kinder mindestens ein Jahr höher einzustufen), sondern auch an dem Stellenwert den Bildung in der Ukraine hat und in der Wertschätzung der Lehrer durch Staat und Volk. Selenskij hat es z. B. schon zu Beginn der Pandemie geschafft, Bildungsfernsehen für fast alle Klassenstufen und Fächer aufbauen zu lassen. Das funktioniert sogar jetzt im Krieg noch größtenteils. Die ukrainischen Kinder und Eltern bekommen auf jeden Fall einen Kulturschock, wenn sie in deutsche Schulen gehen müssen. Mich schockt es nicht, dass das so deutlich ausgesprochen wurde. Denn genauso ist es, nur will das niemand sehen oder hören.

Nina
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

In den 60er Jahren gab es in deutschen Schulen noch körperliche Gewalt und Gehorsam und Disziplin waren wichtiger als gute Bildung. Der Vorschlag mit der Höherstufung ist ebenfalls völlig absurd, da die Kinder erstmal die Sprache lernen müssen und auch emotional einiges aufzuarbeiten haben. Aber das scheint für Sie keine Rolle zu spielen. Erschreckend.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Nina

Körperliche Gewalt lehne ich auch ab, aber Disziplin und Respekt sind wichtige Voraussetzungen für gute Bildung und das ist auch ohne Gewalt möglich!

Alla
1 Monat zuvor
Antwortet  Nina

Das ist mal wieder typisch! Kaum taucht das Wort Disziplin auf, wird es mit Schlagen gleichgesetzt!
Niemand hat in der Schule geschlagen. Es gab Schülersprecher, die durchaus kontrovers mit der Schulleitung diskutierten und wenn sie gute Argumente hatten auch Änderungen anstoßen konnten.
Die Lehrer waren schon strenger als heute, fast alle waren aber gerecht in unseren Augen. Wer ungerecht war wurde nicht akzeptiert und war bald wieder weg! Oder er musste sich ändern!
Wir hatten zwar viel für die Schule zu tun, trotzdem blieb Zeit für Hobbies und Spaß. Allerdings hatten wir noch keinen Fernseher…..
Mich hat es nicht gestört, dass eine Stillarbeitsphase wirklich ruhig war. Das Chaos, dass ich heute in einigen Klassen sehe in denen sich zu viele Kinder nicht auch nur 2 Minuten zurücknehmen können, habe ich ganz sicher nicht vermisst!
Wir hatten Theater-, Chor- und Orchester-AGs, und haben tolle Sachen auf die Beine gestellt, weil sich alle am Riemen gerissen haben, zum Wohle des Ganzen! Und wir waren stolz auf den Applaus.

Klar hatten wir Respekt, vor den Lehrern, den Hausmeistern, den Busfrauen, den Reinigungskräften, dem Küchenpersonal. Warum auch nicht? Arbeiteten doch alle hart, um uns eine schöne Schule zu ermöglichen.
Und wenn eine Reinmachefrau sich beschwerte, weil ein Klassenraum zu „dreckig“ hinterlassen wurde, haben wir selbst die Klasse gesäubert. Es ist ja auch nicht einzusehen, weshalb sich eine ältere Frau bücken musste, um unseren Müll aufzuheben!

Aber heutzutage ist ja das Kind/der Jugendliche König. Alle anderen haben ihm zu dienen. Das gilt natürlich nur für eine Handvoll Kinder, ist aber mMn trotzdem ungesund!

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Alla

Alles, was Sie beschreiben finde ich heute noch ganz genauso vor. Kinder, die kleinlaut gegenüber Erwachsenen sind und verlegen etwas wegräumen, wenn sie deswegen angemosert werden. Morgens an der Bushaltestelle sich genau an das Schild stellen, weil die eine Busfahrerin sonst meckert. Und ein zerknirschtes „hab meine Busfahrkarte vergessen“ mit Blick zum Boden. Genauso wie stilles arbeiten. Die Frage ist halt, wohin man blickt, was auffällt, was man sehen will. Der Blickwinkel als Kind auf die Dinge und später als Erwachsene auf die Kinder sind unterschiedlich. Die Kinder heute werden sich ihre Verlegenheit merken, ihr stilles arbeiten und dann in zwanzig Jahren die Nervereien bei Kindern erleben, die sie bei sich selber jetzt nicht reflektieren und dann auch wieder meinen, die Jugend sei schlimmer geworden, so wie man es schon in den 90ern,80ern,70ern,60ern,50ern ect gesagt hat. Ich weiß noch, wie respektlos und frech die Jungs in den Schulbussen in den 80ern waren. Die, die immer ganz hinten saßen. Meine Mutter in den 50ern war immer mit anderen kleinen Mädchen in einem Löschteich baden. Immer wenn die großen Jungs kamen, sind sie schnell weggerannt. Einmal waren sie nicht schnell genug und wurden untergetaucht, bis sie blau waren. Hat damals keinen interessiert, ginge heute durch alle Medien mit allen möglichen Prophezeiungen, was aus der Jugend wird. Mögen diese Jungs im Unterricht aus Angst vor Schlägen auch still gewesen sein – diese Demütigung haben sie dann privat wie an diesen kleinen Mädchen wieder rausgelassen. Dann war da die 5.Klasse Anfang der 90er,die kurz vom Lehrer allein gelassen wurde und sich in kürzester Zeit in einen riesen Schreipegel verwandelte, weil die Kinder etwas klären wollten, indem jeder versuchte die anderen zu übertönen. Oder die zankenden, sich an den Haaren ziehenden, heulenden Teeniemädchen im Bus Jahre zuvor und die Jugendlichen Jungs, die sich am Strand über „Alte“ lustig machten. Sprüche von Eltern und Erzieher*innen, wie „hilfst du wohl mal mit?“ beim Schuhe anziehen, und „muss ich alles dreimal sagen“ und “ aufheben!“ sind so alt wie die Kindergärten selber.
Das Umfeld der Kinder hat sich geändert, die Kinder selber nur minimal und das auch nur im Bezug auf das Umfeld. Und wenn die schulischen Leistungen wirklich schlechter geworden sind, dann nur als Ausgleich für Wissen in anderen Bereichen, zB dem digitalen Bereich. Man kann das, was einen Sinn für einen selber hat und was man im täglichen Leben braucht – deshalb :Computer bedienen top, klassische Literatur flop. Daraus abzuleiten, wer mehr und wer weniger im Kopf hat, ist subjektiv.

Andre Hog
1 Monat zuvor

Ganz großes Kino!

Da hat die Konsulin die Crux im dtsch Bildungsföderalismus, die vollkommene und bestätigte Inkompetenz der „16 Gloreichen“ und deren verzweifeltes Bemühen, ihren lädierten Ruf auf Kosten der KuK wieder aufzupolieren, indem sie „Handlungsfähigkeit in einer schweren Krise“ beweisen wollen erkannt und quasi benannt.
Ich fühle mich als Lehrer gar nicht angegriffen, wie hier vereinzelt anklingt.
Viel mehr vermittelt sich mir der Eindruck, dass die Dame erkannt hat, dass die Dilletanten und Dilleonkelaus der KMK Kinder, in sie in ihren Beritt und damitin ihre Finger bekommen nicht so leicht wieder her geben werden und wollen.
Je größer die Zahl der von denenabhängigen SuS ist, desto größer ist bei den Luschen das Gefühl von Macht.
Deshalb wird den ukrainischen Kindern auch keine Zeitzugestanden, sich zunächst einmal in physischer Sicherheit einzurichten….man möchte sie eigentlich am liebsten Direktors dem Zug, mit dem sie hier ankommen, in die Schulen „zwingen“, um sie dann in die „Normalität der KMK“ zu bringen.
Nachdenken, in Ruhe und mit Sinn und Verstand planen und dann konsequent handeln….das geht erfahrungsgemäß nicht….hopplahopp….jepp, das ist deren Metier….und dabei bleiben sie gnadenlos!

Die Schulen nehmen die Kinder auf, die schnell an die Schulen wollen….den anderen lässt man die Zeit, die sie benötigen, um sich zu sortieren.

Nach den Granden muss jedoch ein Automatismus her….wenn eine Zuweisung zu einer Kommune erfolgt ist setzt gleich die „Schulpflicht“ ein….

Herbert Kreisch
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

„Da hat die Konsulin die Crux im dtsch Bildungsföderalismus, die vollkommene und bestätigte Inkompetenz der „16 Gloreichen“ und deren verzweifeltes Bemühen, ihren lädierten Ruf auf Kosten der KuK wieder aufzupolieren, indem sie „Handlungsfähigkeit in einer schweren Krise“ beweisen wollen erkannt und quasi benannt.“

Das hat überhaupt nichts mit dem Förderalismus zu tun – wahrscheinlich hat unser dieser sogar vor einem noch größeren Absturz, dank Veto von Sachsen, Bayern und früher auch noch B-W, sogar noch vor Schlimmeren bewahrt. Man stelle sich nur vor, was die Folgen wären, wenn die Baerbocks, Giffeys, Roths, Künasts usw. alleine über die Bildung entscheiden dürften – der Gedanke ist hochgradig gruselig, denn dann hätten wir bundesweit berliner Zustände.

„Ich fühle mich als Lehrer gar nicht angegriffen, wie hier vereinzelt anklingt.“

Ich auch nicht, aber ich werde sicher nicht verleugnen, dass die Kollegen (und nein, natürlich sind damit nicht 100% gemeint) nicht ein gerüttelt Maß Mitschuld an den miserablen Zuständen im Bildungssystem tragen. Sei es weil sie bevorzugt die Parteien wählen, die die verursachenden Maßnahmen als rechtliche und disziplinare Maßnahmen vorgeben, als auch als (Uni-)Ausbilder und als Lehrkräfte massiv aktiv fördern. Gerade die Lehrkräfte selbst haben doch an ihrer eigenen Selbstdekonstruktion in der Gesellschaft mitgearbeitet.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Herbert Kreisch

Man soll es nicht glauben, aber die SPD hat damals Ende der 60er und in den 70ern maßgeblich dazu beigetragen, dass auch Kinder aus den unteren Schichten aufs Gymnasium gehen konnten. Ich habe davon profitiert. Es ist nicht die Ideologie, die für den Niedergang des Bildungssystems verantwortlich ist, sondern die Sparerei sämtlicher Parteien bei wachsenden Herausforderungen.

Susi
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

Der fehlt mir auch! Ich frage mich – bei aller Sorge um kulturelle und systembasierte Differenzen – wie wir mit der zusätzlichen Belastung an den Schulen zurecht kommen sollen. Die KUMis schweigen – wie immer, kennen wir ja noch von Corona – und auch sonst regt sich kein Grashalm, der zeigen könnte, das Wind in der Angelegenheit aufkommt.

Im Netz sind Bildungsstandards und Unterrichtsmateriel der Ukraine mit entsprechenden QR-Codes auf dem Weg. Aber das kann doch nicht der Weg sein, um einen Unterricht zu gestalten und Massen von Kindern zu beschulen …

KaGe
1 Monat zuvor

Es wird nächste Woche bei uns eine „Willkommensklasse“ in normaler Klassenstärke rein mit DAZ Unterricht geben.

SuS mit ukr. und rus. Sprachkenntnissen sollen übersetzen.

Damit irgendwie alles gestemmt werden kann, gibt es bis zu den Ferien keinen Ganztag mehr, oft ist es nur noch eine Betreuung.

Die Daz Lehrer werden aus ihrem Unterricht rausgezogen müssen vertreten werden (zusätzlich zu den fehlenden Lehrern, die die 4Praktikumsklassen betreuen und dem hohen Krankenstand, Corona sei dank).

Es ist ja schon mit Corona anstrengend, aber jetzt wird es heftig.

TaMu
1 Monat zuvor

Meine Worte, dabei spreche ich gar kein ukrainisch!

Anonymous
1 Monat zuvor

Ich denke, man muss die Aussagen der Generalkonsulin einordnen, als das sehen, was sie sind: Eine politische Äußerung. Davon, dass das ukrainische Schulsystem leistungsfähiger als das deutsche sei, kann nämlich bei empirischer Betrachtung keine Rede sein. So schnitt die Ukraine bei PISA 2018 in allen getesteten Domänen signifikant schlechter ab als Deutschland.

Lanayah
1 Monat zuvor

Das wäre doch unglaublich preiswert und praktisch und würde das deursche Bildumgssystem kaum belasten. Ich vermute, man wird diesen Vorschlag aufgreifen.
Meine ersten Einblicke sind aber andere: Obwohl die Kinder ja drei Monate keine Schulpflicht haben, wünschen die Mütter eine sofortige Einschulung. Und zumindest in Mathe im Grundschulbereich können die Kinder, die zu uns gekommen sind, eher weniger als die entsprechende Klassenstufe.
Ich denke, für die Kinder ist es gut, in die Schule zu gehen, um ein bisschen Normalität zu erleben, denn anders als die Kinder, die wegen Corona im Homeoffice bleiben mussten, sind diese Kinder wirklich traumatisiert.
Nur wir brauchen da natürlich personelle und materielle Aufstockungen, und das wird mal wieder stumpf ausgesessen, wie alles im Bildungsbereich.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  Lanayah

Tja, wenn die Mütter arbeiten wollen (und die deutsche Wirtschaft schreit schon ganz laut nach den preiswerten Arbeitskräften), müssen die Kinder halt wegbetreut werden.

Indra Rupp
1 Monat zuvor

Ich denke, es ist Wunschdenken hier im Forum, dass die Konsulin die 16 Kumis meinte und somit den Lehrkräften aus der Seele spricht.
Wir meckern zwar viel über unser Schulsystem und es liegt auch vieles im Argen, aber trotzdem ist das ein meckern auf hohem Niveau! Was genau weiß die Konsulin über das deutsche Schulsystem und was fürchtet sie, vor allem, wenn die Kinder doch eh nur kurz bleiben sollen?
Es gibt auch viel gutes in unserem Schulsystem, zB das jeder als gleichwertig und individuell gesehen werden soll und das seine Menschenwürde geachtet werden soll.
Drill dagegen, setzt man am besten durch, wenn die Kinder sich als wertlose Maschinen betrachten, die zu funktionieren haben und das wird hier bei uns nichts. Ja, alles hat seine Vor-und Nachteile. Nachteil ist, dass Kinder sich bei uns dann zuviel auf ihre Person einbilden – aber Vorteile gibt es halt auch, zB behinderte Kinder nicht wegzusperren, leben und leben lassen… und siehe da, die verwöhnten Deutschen sind mehrheitlich dafür, Einschränkungen für den Frieden hin zu nehmen und befürworten das Ölembargo, nehmen sämtliche ukrainische Haustiere in Obhut und auch die alleinerziehende Geringverdienerin , weit unter H4-Niveau, die hier schreibt, kauft für 100 Euro Pampers,Fläschchen und Co für die Spendensammlung. Was lernt man dagegen mit Drill und der Botschaft, Mensch hat zu funktionieren und sich über Individualität keine Gedanken zu machen? Auf Putin hören, weil der Macht hat – nur als Beispiel!
Ich denke, die Konsulin hat Angst, dass die Kinder hier zu eigenständig denken lernen und was lgbti* betrifft, ist die Ukraine soweit ich weiß, was ihre Menschenverachtung betrifft, sogar noch hinter Russland. Das sind wohl die Gründe…
Wenn der Krieg zu uns rüberschwappt, bringe ich meine Familie vorzugsweise nach Kanada. Man stelle sich vor, ich würde dort Zuflucht finden wollen, aber mit den Kanadiern nichts zu tun haben wollen. Würde mich beschweren, dass die Kanadier zu wenig über Deutsche wissen. Würde meine Wut auf Putin an denen auslassen, weil die sich selber auch nicht an die Front stellen wollen. Geht garnicht!
Ich finde die Konsulin eine sehr schlechte Werbung für ihr Land und deren Wunsch, der Nato beizutreten.
Sie kritisiert nicht die 16 Kumis, sondern unsere menschlichen, westlichen Werte, denn das macht vor allem unsere Schulen aus.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich ergänze noch :
Das sie meint, als Integrationskind muss man sich minderwertig fühlen, zeigt ihre Einstellung gegenüber denen, die integriert werden müssen. Kurz, sie hält solche für Abschaum und will nicht, dass die ukrainischen Kinder jetzt auch so etwas sind. Auch hier darf sie noch über unsere Werte dazulernen, weil nämlich auch Integrationskinder gleichwertig als Menschen sind. Das kann aber auch vorgeschoben sein, weil sie frühe sexuelle Aufklärung, lgbti Themen, ect, in Schulen ablehnt.
So oder so, hier gilt gleiches Recht für alle und da kann eine bestimmte Gruppe, ob Esoteriker, Sinti und Roma, Bayern, Grünäugige, Fleischesser, Vegetarier, Ukrainer oder wer auch immer nicht eine Sonderbehandlung wünschen.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Die orthodoxe Kirche hat auch ihren Teil daran!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra Rupp
Sie unterstellen der Frau aber eine Menge, ohne sie zu kennen, nur weil sie es wagt, unser „gutes deutsches Schulsystem“ zu kritisieren. Aber Sie scheinen ja sehr viel über das ukrainische Bildungssystem und die Menschen in der Ukraine zu wissen. Darf man erfahren, woher sie dieses Wissen haben? Oder sind das etwa Vorurteile ihrerseits?

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Es ist hochgradig anmaßend, sich von einem Land aufnehmen zu lassen und zu sagen „die Schule ist mir nicht gut genug“, es sei denn hier wären noch Schläge erlaubt, aber das Gegenteil ist der Fall. Wie die Ukraine zu lgbti*und Co steht, kann man nachlesen. Das unser Schulsystem besser abschneidet als das der Ukraine, haben hier schon mehrere geäußert. Ich bin kein schwarz-weiß-Denker! Die Ukraine ist in diesem Krieg das unschuldige Opfer. Das heißt nicht,dass das auch in allen anderen Bereichen gilt und das man jetzt alles gut finden muss, was die Konsulin sagt. Ich glaube, einige hier haben Sorge, als Putin Freunde zu gelten, wenn sie sich über diese anmaßende Äußerung beschweren. Bitte nicht mit zweierlei Maß messen! Gibt Politiker und andere hier im Forum, denen darf man alles unterstellen, die werden beleidigt usw. Das hat noch ein ganz anderes Kaliber als meine Kritik/bzw Deutung in diesem Fall. Gilt für die Konsulin aus der Ukraine ein Sonderrecht, was Kritik betrifft, ist das heuchlerisch! „Kennen“ tut sie keiner hier. Es „kennt“ auch keiner Frau Gebauer und die anderen Kumis .

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Und ich kann auch rechnen, @ potschemutschka!
Was bleibt noch, wenn die Kinder doch angeblich eh nicht lange hier sind, man gegenüber seinen Gastgebern eigentlich eine gewisse Höflichkeit hat auch wenn man manches komisch findet und die Ergebnisse deutscher Schulen dann sogar noch besser abschneiden als die, im eigenen Land? Da bleibt dann nur noch das Problem mit Freiheit, Gleichberechtigung, lgbti* und ähnliches, was man im Blick haben kann.
In der nachfolgenden Liste, steht die Ukraine dann doch noch zwei Punkte vor Russland, mit elf Prozent Toleranz in der Gesellschaft (Deutschland 73%).Ich glaube wohl, dass die Konsulin die Kinder lieber in Polen hätte.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_von_L%C3%A4ndern_nach_LGBT-Toleranz_und_-Rechten#:~:text=%E2%80%9C,auf%20167%20(1%20%25).

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das mit der Toleranz ist so eine Sache. Die Großstädte in der Ukraine (Kiew, Odessa, Charkiv) sind ähnlich tolerant wie Berlin und Hamburg. Die ländlicheren Gegenden wahrscheinlich genauso intolerant wie ländliche Gegenden z. B. in Sachsen oder Bayern. Bitte nicht alle Menschen über einen Kamm scheren. Wir selbst haben noch viel Nachholbedarf bei echter Toleranz (nicht die Sonntagsreden der Politiker). und was die russisch-orthodoxe Kirche betrifft – inwiefern ist die katholische Kirche toleranter?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Noch eine kurze Ergänzung: Ja, ich kenne die KuMis nicht persönlich. Aber seit 30 jahren erlebe ich tagtäglich die Auswirkungen der Entscheidungen aus dem Wolkenkuckucksheim und sehe, wie das Bildungsniveau immer weiter sinkt. Ich nehme an, die Generalkonsulin lebt schon einige Zeit in D und erlebt das deutsche Bildungssystem live, vielleicht hat sie selbst Schulkinder, aber sicherlich viele private Kontakte und kann sich selbst ein Bild machen. Wer längere Zeit im Ausland lebt und mit offenen Augen durch das Land geht, bekommt vieles mit, (Ich habe auch 5 Jahre im Ausland gelebt, spreche also aus Erfahrung.)

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@potschemutschka
Was soll das Relativieren? 10%lgbti*Toleranz in der Ukraine und 90% auf Island sind nicht ungefähr das Gleiche! Vergleichen Sie auf diese Weise auch Demokraten und Diktatoren? “ Gibt jeweils solche und solche.. Kann man doch nicht über einen Kamm scheren…“
Und was die Religionen betrifft, das sollte Allgemeinwissen sein. Die katholische Kirche macht üble Sachen und denen das nicht weit genug geht, die spalten sich ab um noch extremere Positionen zu vertreten. Orthodoxe Priester verkünden vor laufender Kamera, dass Schwule Schuld an der Pandemie sein. Evangelikale hängen ein Schild an die Schule, dass homosexuelle Schüler*innen keinen Zutritt haben.
Und eine Konsulin spricht nicht für solche und solche, die zufällig im entsprechenden Land leben und zufällig eine bestimmte Ansicht haben. Sie vertritt das, was als allgemeine Werte für die entsprechende Gesellschaft gelten „soll“. Und nur darum geht es hier, auch wenn es hier und da tolerante Ukrainer gibt, die gelten für die Konsulin nicht als Maßstab. Es spielt auch keine Rolle, was sie persönlich dazu meint, sondern nur was die offizielle ukrainische Auffassung zu sein hat. Das das sich auf die Gesellschaft auswirkt, sieht man dann an der schlechten Toleranzquote. Eine Gesellschaft wird halt immer auch zu etwas bestimmten erzogen. Und das ist eine der Gründe, warum die Ukraine noch nicht in der Nato ist – sie ist zu „russisch“ um es mal fies zu sagen. Sie vertritt zu viele „russische“ Werte. Und sie weiß, welche Werte wir haben. Putin weiß, dass wir keinen Atomkrieg und keinen dritten Weltkrieg wollen und erpresst uns damit. Die Ukraine weiß, dass wir gute, hilfsbereite Menschen mit Achtung vor allen Lebewesen und besonders der Würde jedes einzelnen Menschen sein wollen – und erpresst uns ebenfalls damit. Selensky und die Konsulin „trauen“ sich diese Vorwürfe und Unverschämtheiten, weil sie wissen, dass sie die Opfer Rolle bei uns „Gutmenschen“ sicher haben. Wir fühlen uns nicht mehr „gut“ – und das ist uns doch so wichtig- wenn wir Opfer kritisieren. Also können die sich das erlauben, noch Ansprüche für eine Sonderbehandlung stellen und wir werden uns noch Vorwürfe machen, dass wir für sie nicht alles gut genug gemacht haben.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Liebe Indra, ich beneide Sie wirklich um Ihren wohlwollenden, verklärten Blick auf die, ach so tolerante, deutsche Gesellschaft (mit Gender-Sternchen, Mülltrennung und lauter „Gutmenschen“) und das deutsche Bildungssystem. Leider ist meine rosarote Brille schon vor einigen Jahren verloren gegangen, nicht erst seit der Flüchtlingskrise 2015 (+Umgang mit den Ortskräften in Afghanistan), AfD und Querdenkerdemos. Wir Deutsche haben keinen Grund uns für die Besseren zu halten! Ein bisschen mehr Kritikfähigkeit und Bescheidenheit täte uns gut. Wir werden in vielen Ländern als sehr besserwisserisch und überheblich wahrgenommen.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Nein, potschemutschka, wir werden als ein Land wahrgenommen, dass sich zB für Kinderfeindlich hält und dabei Elternfeindlich ist ( „.. eine Mutter schuldet ihrem Kind all ihre Zeit, ihre Liebe, ihren Schlaf und es ist doch nie genug..“ ). Der Gutmensch ist übrigens kein guter Mensch, sondern jemand der etwas gutes tut aus Eigennutz um die Krone „guter Mensch“ zu bekommen und da er im Vordergrund seinen Eigennutz sieht ist es oft garnicht so gut, was er tut. Der Begriff ist also negativ. Jetzt gerade kommen sicherlich haufenweise humanitäre Organisationen zu kurz, Spenden für Krisengebieten, Aids, Krebs, Welthungerhilfe, Flutopfer, Bettler, Straßenmusikanten. Sie alle gehen leer aus, kriegen nichts in den Hut und auch nichts, wenn sie bei der Kirche klingeln, denn : Alle Deutschen haben gerade ihr Gewissen beruhigt, indem sie für die Ukraineflüchtlinge gespendet haben und da kann man sich viel mehr als guter Mensch fühlen als bei den anderen humanitären Möglichkeiten und da ist es nicht mehr nötig der Straßenmusikerin was in den Hut zu werfen um sich als guter Mensch zu fühlen. Zugleich haben die Ukraineflüchtlinge haufenweise Kleidung im deutschen Wohlstandsübermaß bekommen mit der sie garnichts anfangen können. Tatsache ist auch, drei Millionen sind geflüchtet, das heißt einundvierzig Millionen sind noch dort und das sind oft die wirklich Armen! Die haben vielleicht kein Auto, das sie volltanken und viel Geld auf dem Konto, das sie abheben können, um ein paar Länder weiter zu fahren. Manche hängen vielleicht an Schläuchen in der Klinik und könnten garnicht fliehen. Wenn der Krieg bei uns ankommt, habe ich weder Auto noch Geld zum fliehen und meine Mutter hängt an Schläuchen und könnte auch garnicht fliehen. Soll heißen, wir überhäufen die Flüchtlinge, die es jetzt eh schon sicher und ganz gut haben mit unnötigem Krempel und würdigen Anderen, die uns vielleicht dringender bräuchten, keinen Blick, weil es uns dabei vor allem um uns selber geht. DAS sind Gutmenschen! Es GIBT nirgendwo bessere oder schlechtere Menschen. Gutmensch sein kann man sich dort erlauben, wo Wohlstand herrscht. Wenn sich die Lage ändert können wir auch anders und wenn wir Not haben, werden wir genauso auf Kosten Anderer handeln, tricksen, täuschen usw.
Dieses sich selber schlecht machen ist meinem Empfinden nach auch eine typisch deutsche Gutmeierei. Das wirkt nämlich so selbstkritisch reflektiert und demütig. Alles versuchen richtig zu machen und trotzdem schlecht reden und die beklatschen, die einen runter machen. Das ist Selbstlob durch die Hintertür! – > Ich mach alles schon so vorbildlich und bin mir selber noch nicht gut genug, was bin ich doch für ein nobler Mensch! <-
Und genau diese Gutmensch – Schwäche, die in Wirklichkeit garnicht gut sondern eigennützig ist, versuchen Selenskyj und die Konsulin gerade auszunutzen. Wenn wir uns weiterhin für so "gut" halten wollen, müssen wir ihnen alles nachsehen, machen was sie sagen und uns am Ring durch die Manege führen lassen. Und ja : Wären wir in derselben Situation würden wir auch so handeln.

Alx
1 Monat zuvor

Die gute Frau macht schwere Fehlannahmen:

1. Geht sie fest davon aus, dass es eine Ukraine geben wird, in die die Kinder schnell zurückkehren werden und zurückkehren wollen.

2. Erwartet sie, überall schnelles Internet vorzufinden.

3. Wendet sie sich an die Kultusminister und erwartet schnelle Umsetzung.

4. Glaubt sie wirklich, dass die nationale Identität durch unser Schulsystem verloren ginge.

Die Anspruchshaltung wirkt angesichts der großen Hilfsbereitschaft und sofortigen Umsetzung geradezu undankbar.
Die Aussagen zur Erhaltung der Nationalidentität sind ebenfalls grenzwertig, besonders im Hinblick auf die putinsche Argumentation.

Ich habe übrigens schon Kinder in den Klassen und die sind in Mathematik mindestens ein halbes Jahr hinterher.

Rabe aus NRW
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Sehe das ganz genauso! Danke!

tachelesme
1 Monat zuvor

Das wissen wir doch schon alles lange. Wird jetzt den ukrainischen Kindern das zur Verfügung gestellt, was man den in Deutschland lebenden Kindern verwehrt? Bin gespannt. Der nationaler Ansatzt von Tybinka überrascht mich nicht. Das wollen aber viele nicht sehen.

Ute Lehnert
1 Monat zuvor
Antwortet  tachelesme

Der Toleranzgedanke kommt in den Ausführungen der Konsulin zu kurz. Ein Satz mehr der Wertschätzung läßt dem gegenüber Spielräume und zeigt mehr Respekt, ohne auf allgemeine Kritik am deutschen Bildungssystem zu verzichten. Tatsächlich würden unsere Schüler i weiter östlich gelegenen Schulen mit dem Unterrichtsstil klarkommen.

Die Anspruchshaltung der Ukrainer wird auch in Tschechien kritisiert. Das fängt bei Beschulungswünschen an und hört bei Fixierung auf Markenartikeln auf.
Kein Syrer ist 2015 gekommen und hat Forderungen gestellt. Sie haben nur unter dem schlechten Essen in den Camps gelitten.

In Schweden gab es nie einen Unterschied in der Behandlung von afrikanischen und europäischen Einwanderern. Alle durchlaufen dasselbe Prozedere des Schwedischen Staates.

Enjoy your chicken Ted!
1 Monat zuvor

Da haben wir Coronahöchststände und nun noch so was stemmen. Wann bricht das Kartenhaus zusammen?

Rabe aus NRW
1 Monat zuvor

Meine Wahrnehmung ist da anders als die vieler der Posts hier, und ich traue mich mal es auszudrücken:
Ich sehe, wie sehr die Menschen in Deutschland sich um die Flüchtling bemühen, die Politik versucht alles nur Erdenkliche möglich zu machen und Ressourcen aufzubieten, um den Menschen ein gutes Ankommen zu geben.
Ich höre eine Politikerin, die nicht ‚Danke‘ sagt, sondern unser Angebot als minderwertig ablehnt. Der Ton des Botschafters ist ähnlich, es ist nie genug, die Kritik sehr heftig. Sogar Selenskyi, den ich sehr schätze, verglich die aktuelle Situation und Deutschlands zögerliche Haltung bzgl. bestimmter Kriegsunterstützung in seiner Rede im Bundestag mit der Endlösung – das ist bei allem Verständnis für den Druck, unter dem er steht, meiner Meinung nach inakzeptabel und unter der Gürtellinie. My humble opinion.

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

Seh ich ähnlich.
Die Situation haben die zuwandernden Kinder sich nicht ausgesucht, die Mütter vermutlich auch nicht. Sie haben sich für das Überleben ihrer Kinder entschieden und entsprechend gehandelt. Schulbildung sollte da zweitrangig sein. Man könnte die angebotene Bildung natürlich auch als Bereicherung sehen, als neue Erfahrung, als Gelegenheit eine fremde Sprache zu lernen, in neuen Bahnen zu denken…

Wir fragen nicht, was man in der Ukraine, in Syrien, wo auch immer vielleicht „falsch“ gemacht habt; wir integrieren alle, wie sie denn auch alle woher auch immer kommen und das weit über unsere dienstlichen und persönlichen Kapazitäten hinaus.
Das alles tun wir „obendrauf“, nicht erst jetzt, aber jetzt erst recht.
Wir machen es gerne, tun einmal mehr als wir eigentlich unter den gegebenen Umständen stemmen können – und müssen uns dann noch sagen lassen, dass es nicht genug und nicht passend ist?

Dankbarkeit muss man vielleicht von verzweifelten, sich irgendwo wiederfindenden, sich neu orientierenden Menschen nicht erwarten, wohl aber kann man einen gewissen Respekt vor unserer Arbeit und unserem Bemühen erwarten.
Wie alle anderen Zuwanderer auch werden die Kinder es mehr oder weniger gut antreffen in der Schule, sie werden angenommen, lernen Neues kennen und lernen auch, sich später ihre eigene Meinung zu bilden – nicht nur, aber auch über ihr Ankommen hier, die Schule, die man ihnen „bieten“ kann und vielleicht ihr Bleiben oder ihre Rückkehr ins Heimatland.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

@Rabe aus NRW: Ich teile Ihre Einschätzung zu 100 Prozent. Die Forderungen, die Melnyk und Selenski stellen werden immer extremer und zielen m. E. darauf ab Deutschland und andere Staaten der NATO in den direkten Krieg mit Russland hineinzuziehen und somit einen dritten Weltkrieg zu beginnen (nur so hat Ukraine m. E. eine reelle Chance Russland in diesem Krieg zu besiegen).
Gleichzeitig werden seitens der Ukraine nicht nur immer mehr Forderungen gestellt, sondern es gibt zunehmende Schuldzuweisungen. Diese folgen dem Motto: Wer die Ukraine militärisch nicht angemessen unterstützt, macht sich schuldig am weiteren Blutvergießen. Diese Art Propaganda wird meiner Meinung nach dazu führen, dass die Unterstützung für Selenski im
Westen immer mehr abnehmen wird. Denn weder die westlichen Politiker, noch die westliche Bevölkerung wird sich gerne beschimpfen lassen und Vorwürfe gefallen, dass sie die Toten Soldaten und Zivilisten zu verantworten haben.
Schließlich hat die ukrainische Regierung auch Handlungsalternativen. Solange Selenski aber weiter am „Kämpfen bis zum letzten Bluttropfen“ festhält, wird weiterhin viel ukrainisches Blut vergossen. Ob das wirklich im Sinne der ukrainischen Bevölkerung ist, daran habe ich große Zweifel.
Putin hat sich sicherlich verschätzt. Selenski aber mindestens genauso viel. (Kriege verlaufen nur selten nach Plan)

Mein Name ist Hase
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Und dazu passend vom So., 20.03.: „Zelensky Bans Political Opposition, Nationalizes Media to Create ‘Unified’ Information“ – https://news.antiwar.com/2022/03/20/zelensky-bans-political-opposition-nationalizes-media-to-create-unified-information/

Noch Fragen, ob Integrationsklassen ins gleichgeschaltete Drehbuch passen? Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Putins scheint die Angegriffenen auf gruselige Weise dem Angreifer immer ähnlicher zu machen. Ziemlich bedenklich, das Ganze…

alter Pauker
1 Monat zuvor

Wozu brauchen wir PISA und den anderen Kram? Diese Ohrfeige für die deutschen Kultusminister hat gesessen. Ob sie sich jetzt taub stellen, untertauchen oder überhaupt Reaktion zeigen? ’nen „Hunni“ dass wieder mal Aussitzen angesagt ist. Wer hält dagegen?

Anonymous
1 Monat zuvor
Antwortet  alter Pauker

Ich finde die Selektivität in der Perzeption schon bemerkenswert: Natürlich ist es nach Ihrer Lesart eine „Ohrfeige für die deutschen Kultusminister“. Die Leistungsfähigkeit des deutschen Schulsystems hat ja auch rein gar nichts mit der Unterrichtsqualität bzw. der Leistungsbereitschaft der Lehrkräfte zu tun. Es ist halt ziemlich einfach (um nicht zu sagen: populistisch), an allem immer der Politik die Schuld zu geben.

Nina
1 Monat zuvor

Man muss vom Kind aus denken. Kinder können ihr Leben nicht in Stand by leben bis der Krieg, wie auch immer, beendet und das Land wieder aufgebaut wird. Sie brauchen soziale Kontakte zu anderen Kindern, einen strukturierten Tagesablauf, sichere Orte zum Spielen und die Chance, in dem Land, in dem sie jetzt nunmal leben, ankommen zu dürfen. Meiner Meinung nach wird hier von einem sehr verengten Bildungsbegriff ausgegangen.

MakeMyDay
1 Monat zuvor

Es scheint so, als ob es zum Selbstverständnis der ukrainischen Politik gehört, ihnen freundlich gesonnene Länder in fast schon arroganter Art und Weise Vorhaltungen zu machen. Dabei wäre es im Hinblick auf die weitere Zukunft dieses Landes wohl eher angesagt, kleinere Brötchen zu backen. Offenbar in völliger Selbstüberschätzung scheint die ukrainische Generalkonsulin zu übersehen, dass das von ihr vertretene Land gerade von Russland in die Steinzeit zurück bombardiert wird und das damit am Ende des Tages von dem angeblich so überlegenen Schulsystem bestenfalls Schiefertafeln und Kreide überbleiben werden, zumindest, wenn die von die ukrainischen Politik attackierten Länder freundlicherweise diese stiften. Etwas mehr Demut und Dankbarkeit statt Arroganz und Vorhaltungen wären von ukrainischer Seite angebracht.

Indra Rupp
1 Monat zuvor

Fragen wir die Konsulin doch mal, ob sie die Kinder gerne in Schweden, Island ect beschulen lassen würde. Das Schulsystem gilt doch dort als das beste überhaupt. Allerdings liegt die lgbti*Toleranz bei um die 90 % – von daher… wird sie wohl ablehnen.

Rosa
1 Monat zuvor
Tina+2
1 Monat zuvor

Nach dem Botschafter Melnyk und teilweise auch Selenskyj nun also die nächste ukrainische Vertreterin, die vehement fordert und beleidigt anstatt sich zu bedanken und höflich zu bitten.

Ich bin selbstverständlich pro-ukrainisch eingestellt, habe schon vor Wochen gespendet und Kisten gepackt (nein, nicht Klamotten sondern das, was unser DRK-Ortsverband erbeten hat). Aber ich mag es nicht, dass wir für unsere Hilfsbereitschaft nun angemosert werden, dass teilweise (Melnyk) gelogen wird, Deutschland würde nicht helfen, dass wir uns wieder und wieder dafür rechtfertigen müssen, dass wir als Land auch eigene Interessen zu wahren haben und nicht in einen 3. Weltkrieg reingezogen werden wollen.

Ein weiterer Punkt ist, dass ich mir um unsere eigenen Kinder Sorgen mache. Nicht nur, dass Corona Spuren hinterlassen hat – jetzt müssen sie ein weiteres Mal zurückstecken, haben die (kaum vorhandenen) Lehrer schon wieder tausend andere Dinge zu regeln. Wieder haben die ganz normalen, die unauffälligen, die leistungsstarken Kinder das Nachsehen. Niemand hat Zeit für sie, niemand kann sich um sie kümmern in den Schulen weil die Ressourcen ein weiteres Mal restlos für andere Themen draufgehen.

Meine Begeisterung über noch mehr Kinder mit „besonderem Bedarf“ hält sich bei allem Verständnis und aller Hilfsbereitschaft im Interesse meiner eigenen, immer und immer wieder zurückstecken müssenden Kinder in Grenzen. Ich schätze, es wird in Deutschland eine ganze Generation von Corona- und Ukrainekrieg-geschädigten Kindern geben falls der Krieg nicht in einigen Wochen vorbei ist. Und danach sieht es ja leider eher nicht aus.

Ja ich weiß, das ist hart und sowas hat man eigentlich gefälligst runterzuschlucken angesichts des Leids der Ukrainer. Wie so vieles hat man es nur zu denken aber nicht zu sagen. Aber ich schreibe es trotzdem weil auch das zur Wahrheit und zum Gesamtbild dazugehört! Auch unsere einheimischen Kinder hätten es verdient, dass sie nicht nur aufbewahrt sondern auch gefördert werden und eine glückliche Kindheit und Schulzeit durchleben können.

Ganz ehrlich – ich fürchte, wenn sowohl der Zustrom als auch die Äußerungen der ukrainischen Offiziellen in dieser Tonlage so weitergehen und zudem auch für uns die Einschränkungen und finanziellen Belastungen immer heftiger werden, dann könnte irgendwann in nicht allzuferner Zukunft der Punkt kommen, dass die Stimmung kippt.

Vielleicht wäre es tatsächlich besser, wenn die ukrainischen Kinder das dann nicht alles hautnah in den Klassen mitbekommen.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Tina+2

Das das eigene Kind unauffällig und leistungsstark ist, behaupten doch immer alle Eltern. Und wer sagt denn, dass die unauffälligen zu kurz kommen und diejenigen mit Sonderbedarf alles bekommen? Meine Tochter als geistig beeinträchtigt Inklusionskind muss sich immer nach den anderen richten, irgendwie mitlaufen, warten, bis mal Zeit für sie ist. Die nimmt den anderen nichts weg und wir erwarten auch nicht mehr aufgrund des fehlenden Personals. Und wenn zu viele Lehrkräfte krank werden, dann werden zuerst die Förderlehrer*innen für die „leistungsstarken, unauffälligen“ eingesetzt, weil die Priorität haben. Mein Sohn nebenbei ist auch ein leistungsstarker, unauffälliger und der kann alles lernen, was er will und hat sich noch nie benachteiligt gefühlt.

Tina+2
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Liebe Indra,
mein Kind ist Klassenbester, hat sich im Kindergarten selber lesen beigebracht und hat bei Schuleintritt die Kinderbücher komplett eigenständig (vor)gelesen – da ist nichts eingebildet oder nur von der Helimama behauptet.

Und es war in den ganzen 4 Jahren so, dass es den schwächeren Kindern rundrum helfen „musste“. Das Einzige, was es in der ganzen Zeit selber als „Förderung“ bekommen hat, waren extra Arbeitshefte, damit es „ruhiggestellt“ war wenn es nicht grade als Aushilfslehrer in der Klasse unterwegs war.

Also bei uns in der Grundschule waren definitiv keine Förderlehrer bei den schnelleren Kindern, die waren komplett bei denjenigen, die noch deutsch lernen mussten, nur Mist gemacht haben oder schonmal sitzengeblieben sind bzw. die nächste Wiederholerrunde drohte.

Auch wenn wir da wohl vollkommen auseinandergehende Meinungen haben – alles Gute für Ihre Maus.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Tina+2

Meine Tochter bekommt als Inklusionskind ebenfalls Sachen zum malen und ihre eigenen Arbeitshefte mit Aufgaben, damit sie beschäftigt ist, während der Rest der Klasse den regulären Stoff durchgeht. Wenn Ihr Kind überdurchschnittlich begabt ist, ist es ja im Grunde ebenfalls kein „Regelkind“ und somit ein Inklusionskind, das extra Stoff bräuchte.

Donauperle
1 Monat zuvor
Antwortet  Tina+2

War bei meiner Tochter auch so. Sie hat dann nach 6 Wochen in der 1. Klasse eine Klasse übersprungen und kam in die 2. Klasse. Sie war da nicht die Einzige, ich kenne einige Kinder, die eine Klasse übersprungen haben.

Rabe aus NRW
1 Monat zuvor
Antwortet  Tina+2

Ja, diese Entwicklung befürchte ich auch. Hinzu kommt, dass ausgerechnet jetzt, da die Maskenpflicht enden soll, in die Schulen überwiegend ungeimpfte Kinder hinzu kommen – die Impfquote in der Ukraine ist leider niedrig, dafür die Zahl der TB Infektionen sehr hoch … Die SZ berichtet heute darüber)

Sapperlot
1 Monat zuvor
Antwortet  Tina+2

Ihr Beitrag spiegelt auch meine aktuellen Gedanken und Gefühle wieder.

gehtsnoch
1 Monat zuvor

Da gibt es schon einen aktuelleren Bericht: 21. März 2022, 16:38 Uhr
© dpa-infocom, dpa:220320-99-601406/3

https://www.sueddeutsche.de/bildung/schulen-hamburg-ende-der-schulferien-wo-sind-die-ukrainischen-schueler-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-220320-99-601406

„So sagte die Generalkonsulin laut einem Bericht des Berliner „Tagesspiegels“, „dass die sogenannten Integrationsklassen für die ukrainischen Kinder eine Wand des Unverständnisses, das Gefühl der Minderwertigkeit und des geringen sozialen Schutzes bedeuten würden“. Sie seien auch gar nicht notwendig, weil ein temporärer Unterricht nach dem ukrainischen Bildungssystem unter Einbeziehung ukrainischer Lehrkräfte ab sofort möglich sei – und zwar mit Hilfe einer Online-Plattform für die Klassen 5 bis 11.“

Dommi
1 Monat zuvor

Vermutlich sind in der Ukraine auch die Lehrer alle fürstlich bezahlt (vielleicht sogar alimentiert), sodass es kein Wunder ist, dass der Unterricht (die Bildung) viel besser ist.
Also: A15 für alle, dann klappt es auch mit den Kindern aus der Ukraine!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Dommi

Die Bezahlung ist eher sehr viel geringer (so mein Wissensstand von vor ca. 10 Jahren), aber dafür ist die Wertschätzung wesentlich höher. Als Lehrer weiß ich, dass Wertschätzung, Respekt und Anerkennung die Motivation und Leistungsbereitschaft enorm erhöhen können.

Dommi
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wäre interessant, wo hier die Unterschiede liegen. Wertschätzung hat ja auch nicht zwingend was mit personeller ubd materieller Ausstattung zu tun und auch nicht mit der Arbeitszeit.
Wo sehen Sie denn die Unrerschiede? Sind die Eltern weniger fordernd oder weniger interessiert?
Ist in der Ukraine Halbtagsschulbetrieb? Ich kann mir vorstellen, wenn Schule ein abgegrenzter Bereich ist, in dem Partizipation der Eltern nicht notwendig ist und die Kinder gut ausgebildet und ausgelastet sind, dass das große Wertschätzung begründet.
In Deutschland hat man oft das Gefühl, dass der (oftmals sogar nur halbe) Vormittag, der durch das System abgedeckt wird, zum einen viel Arbeit in die Familien verlagert und schon alleine deshalb eine „Einmischung“ der Eltern oder der Gesellschaft begründet. Und dann werden die Misstände und auch kleine (und große) Mängel sichtbar. Und schon ist die Wertschätzung in Gefahr.

Lehrer mit Seele
1 Monat zuvor

Tatsächlich kommt hier eine Frage gar nicht erst auf, und zwar, ob die Kinder integriert werden müssen.

Zweifellos ist die Personaldecke zu dünn, zweifellos machen mehr Kinder es nicht besser, zweifellos, leiden die, Kinder, die am weitesten nach oben und unten am Rand laufen unter dem Todsparen der Schulen am Meisten.

Nicht zweifellos ist die Frage nach Integration von Migranten.

Ich spreche hier niemanden das Recht auf Unterstützung ab, aber wenn wir von Integration von Migranten sprechen, haben wir oft sehr feste Bilder vor Augen. Ich vermute bei den wenigsten hier ist es asiatisch geprägt. Und doch hat dieses Land seit Jahrzehnten einen großen konstanten Zuwandererstrom aus Asien, deren Kinder in keiner Form in Willkommensklassen o. Ä. anfangen, dafür aber einen sehr hohen Prozentsatz der Abiturienten stellen.

Das heißt was?

Es gäbe viele Antworten darauf, ich will nur eine geben. Vielleicht sind die ukrainischen Kinder genau das, was unser Schulsystem braucht, um wieder auf die Beine zu kommen.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Lehrer mit Seele

Ostasien und Vorderasien sind halt zwei verschiedene Hausnummern.

Koogle
1 Monat zuvor

Was die Konsulin außer Acht lässt:

— für die ukrainischen Kinder ist die aktuelle Situation wie ein Auslandsjahr. Mit allen damit verbundenen Chancen wie andere Kulturen und Sprachen kennen zu lernen, Freundschaften zu schließen.

— für die Kinder ist der Schulbesuch eine hilfreiche Ablenkung vom Kriegsgeschehen.

Diese Gelegenheit sollte genutzt werden.

Kritischer Dad*NRW
1 Monat zuvor
Antwortet  Koogle

„ein Auslandsjahr“ wirkt wie Träumerei

Möchte Ihnen nicht zu nahetreten, aber die Berichte der Medien und Bilder der zerstörten Städte und Infrastruktur in der Ukraine in weniger als vier Wochen sind Ihnen nicht entgangen?

Die Nachkriegszeit mit Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg dauerte in Deutschland von 1945 bis 1960.

Unterkunft: In Deutschland dauert der Bau eines Einfamilienwohnhauses ab dem Tag der Planung etwa ein Jahr. Ein Mehrparteienwohnhaus um 18 Monate. Planungsrecht vorausgesetzt.
Fertighäuser haben kürzere Entstehungszeiten, aber wenn tausende Häuser gebaut werden müssen, Baumaterial und Manpower vorhanden sein muss werden es in der Ukraine nach dem Krieg eher Jahre des Wiederaufbaus sein.

Die Beherbergung von Wochen und Monaten wäre ideal, aber man sollte doch die Kriegssituation realistisch und nüchtern betrachten und da wird es ohne gewisse Integration und Perspektiven nicht gehen. Meine Meinung.

Siehe auch Beitrag folgend von Kai Loebbert zu Maja Lasic.

Kai Loebbert
1 Monat zuvor

Heieiei. Das Lesen der Kommentare hat bei mir mehr Stirnrunzeln hervorgerufen, als mir lieb ist.

Selenskij und Melnyk müssen gerade alles tun, um ihr Land bestmöglich gegen die russische Invasion zu verteidigen. In der Ukraine geschieht Barbarei. Ja, Barbarei. Mariupol? Die Schwangere, die ihr Kind verliert und dann selbst stirbt? Das neunjährige Mädchen, dessen Vater von Kugeln durchlöchert wird, das selbst getroffen wird und dem in der Folge ein Arm amputiert werden muss? Kriegsverbrechen. Und nur zwei Schicksale von wie vielen, von denen wir niemals etwas hören werden? Die Bilder haben sich mir eingebrannt. In meiner Welt können Selenskij und Melnyk gar nicht laut genug rufen. Und sie kritisieren nicht nur; sie zeigen sich auch dankbar.

Etwas anders verhält es sich mit der Generalkonsularin. Da habe ich mich – wie einige hier – auch geärgert und gedacht: Sie könnte sich etwas kooperativer und anerkennender und weniger überheblich zeigen. Ich hab dann mal nachgeschaut. Und: Na ja, sie hat Wirtschaftswissenschaften studiert und damit vom Bildungsbereich genauso viel Ahnung wie Kultusminister’innen, die von Hause aus Jurist*innen sind. Oder wie der ukrainische Bildungsminister (technisches Studium, Professor für Wirtschaft)… Ich wusste danach nicht, ob ich mich noch mehr oder weniger ärgern sollte.

Innehalten musste ich schließlich dennoch. Ich habe den Artikel im Tagesspiegel gelesen und darin Folgendes entdeckt:
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Nachdem der Tagesspiegel Checkpoint diese Rede am Mittwoch in Auszügen dokumentiert hatte, folgte prompt die Reaktion der langjährigen Berliner SPD-Bildungspolitkerin Maja Lasic, die selbst als Jugendliche vor dem jugoslawischen Bürgerkrieg geflüchtet war und in Deutschland Abitur gemacht, studiert und als Biochemikerin promoviert hat, bevor sie von 2016 bis 2021 im Abgeordnetenhaus saß.

„Wie schwer das Loslassen und Ankommen sich anfühlt, lässt sich erahnen in den Äußerungen der ukrainischen Botschafterin“, twitterte Lasic. Die Glorifizierung des Herkunftslandes sei „eher typisch“ und es dauere ewig sie zu überwinden „und sich unserem System anzunähern.“
Lasic machte sich bei Twitter auch für die Willkommensklassen stark: Sie bereitete nicht nur sprachlich, sondern auch gesellschaftlich auf das Ankommen vor. „Ohne Berührung mit dem deutschen Bildungssystem setzen wir diesen Prozess schlicht aus. Warum sollten wir das tun?“, fragt Lasic weiter.

Sie hat gerade als Quereinsteigerin in einer Schule angefangen. Und erinnerte daran, dass sich „die Annahme, dass die Kinder schnell wieder weg sind, bisher bei keiner einzigen Fluchtbewegung bewahrheitet hat“.
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Manchmal erscheint es klug, sich Dinge von klugen Leuten erklären zu lassen, die aufgrund ihrer Biographie klügere Einordnungen vornehmen können als man selbst.

Sissi
1 Monat zuvor

Habe mich ein bisschen mit Frau Lasic befasst. Danke für den Hinweis; das hilft wirklich, besser zu verstehen.
Danke an H. Loebbert

Marilou
1 Monat zuvor

Ich frage mich, ob es eine Verordnung oder einen Erlass für die ukrainischen LuL gibt, woraus hervorgeht, dass sie zu online Unterricht aus dem Kriegsgebieten verpflichtet sind. Interessant wäre auch, wie deren Dienstgeräte gewartet werden etc. Vermutlich verdienen die aber auch alle ein A15 Äquivalent. Was ukrainische LuL und SuS betrifft, lassen die alle das deutsche System, die deutsche Jammerei und Forderungen in einem erbärmlichen Licht erscheinen.