„Der Beruf Lehrer wird auch sehr gut bezahlt“: Werbekampagne gestartet

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DRESDEN. In Deutschland gibt es zu wenige Lehrkräfte. In Sachsen soll das nun eine neue Kampagne mit Video-Clips und Social-Media-Auftritten ändern. Darin heißt es unter anderem: «Der Beruf Lehrer wird auch sehr gut bezahlt.» Ob das reicht, um junge Menschen in den Schuldienst zu locken?

Eine neue Kampagne der Landesregierung in Dresden soll den Lehrermangel in Sachsen lindern. Unter dem Motto «LEHRERIN SACHSEN – eine Klasse für sich» sollen junge Menschen und Seiteneinsteiger künftig von dem Beruf überzeugt werden. «Wir müssen an die jungen Leute ran, wir müssen werben, wir müssen Emotionen wecken, wir müssen eine positive Grundstimmung schaffen», sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Donnerstag in Dresden.

Zur Kampagne gehören eine Online-Plattform, Auftritte in sozialen Medien sowie Werbung etwa auf Bussen. Dabei sollen bewusst Emotionen bei jungen Menschen geweckt werden: In kurzen Clips berichten sächsische Lehrkräfte, wie sinnstiftend der Job für sie sei. Die Kampagne wurde von der Leipziger Kommunikationsagentur Pioneer Communications entwickelt. Sie ist auf zwei Jahre angelegt und soll 400.000 Euro pro Jahr kosten.

Schon jetzt studieren in Sachsen überdurchschnittlich viele Abiturienten auf Lehramt. Der Anteil liege bei 18 Prozent, deutschlandweit sei man bei etwa 10 Prozent, sagte Piwarz. «Das macht mir ein Stück weit auch Sorge. Wir müssen diesen hohen Schnitt halten, um unsere Bedarfe zu sichern.» Aus seiner Sicht müssten auch andere Bundesländer ihre Bemühungen verstärken.

«Statt schöner Worte und Bilder müssen wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels ergriffen werden»

In Sachsen gibt es insbesondere auf dem Land zu wenige Pädagogen. Zum neuen Schulhalbjahr im Februar wurden 719 Lehrerinnen und Lehrer eingestellt worden, 81 Stellen blieben unbesetzt. Der Sächsische Lehrerverband mahnte in der vergangenen Woche, dass im Freistaat 3000 Kräfte sofort eingestellt werden müssten, um den Bedarf zu decken.

Dennoch kritisierte die Gewerkschaft den Aufschlag des Kultusministeriums am Donnerstag. Die Kampagne sei fernab jeglicher schulischer Realität, sagte der stellvertretende Vorsitzende Michael Jung. «Sie ist auch wenig geeignet, um mehr Lehrkräfte für die Bedarfsregionen und -schularten zu gewinnen. Statt schöner Worte und Bilder müssen wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels ergriffen werden.»

Auch aus Sicht der bildungspolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Luise Neuhaus-Wartenberg, kann eine Werbekampagne kaum helfen. «Der Freistaat sollte Lehrkräften Arbeitsbedingungen in Aussicht stellen, die nicht Überlastung, sondern Innovation und Freiheit erwarten lassen.»

Die SPD-Bildungspolitikerin Sabine Friedel sagte, dass es nur helfe, das Bildungsland Sachsen «umzukrempeln». «Schluss mit dem schulartspezifischen Studium, stattdessen endlich Ausbildung im Stufenlehramt für die Primar- und die Sekundarstufe.» Jahrgangsübergreifender Unterricht und Gemeinschaftsschulen seien Mittel der Effizienz, um die Bildungsqualität auch in Zeiten des Lehrermangels aufrechtzuerhalten. News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht es zur Kampagnenseite.

Die Kampagne in den Sozialen Medien:

https://www.instagram.com/lehrerinsachsen/
https://www.facebook.com/LEHRERINSACHSEN

VBE-Studie zum Lehrkräftemangel: „Viel dramatischer als von der KMK kommuniziert“

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Realist
1 Monat zuvor

Wann komm das „Gegen-„Video mit der Realität:

„Lehrer – ich bin doch nicht blöd!“, weil:

– jährlich neue „Herausforderungen“ OHNE entsprechende Bereitstellung von Ressourcen (Personal, Räume, Materialien). Stichworte Integration, Inklusion, Ganztag, Corona, Ukraine, …

– Garantie, bei jedem Wechsel der Landesregierung, die meisten alten Konzepte über den Haufen werfen zu müssen und alles neu machen zu müssen, OHNE dafür eine Entlastung zu bekommen

– der Depp der Nation zu sein, der für alles Versagen der Gesellschaft in den unterschiedlichsten Bereichen (Armut, Gesundheit, Medien, Flüchtlinge, …) verantwortlich gemacht wird, und das alles OHNE zusätzliche Unterstützung quasi nebenbei zum Unterricht lösen soll. Und natürlich OHNE Abstriche beim Lehrplan (die nächste PISA-Schelte lässt grüßen)

– in vielen Bundesländern als SEK I-Lehrkraft das Privileg zu haben, die EINZIGE Berufsgruppe im öffentlichen Dienst mit Masterstudium zu sein, die nur mit A12 besoldet wird (und nicht mit A13)

– „Gewerkschaften“ zu haben, die sich alles Mögliche vertreten, nur nicht die Interessen der Beschäftigten, und bei knapp 8 Prozent Inflation eine Nullrunde „verhandeln“

– in den nächsten 10 Jahren die Garantie auf eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu haben, da bei dem sich aus demographischen Gründen verstärkenden Fachkräftemangel kein Mensch, der noch bei klarem Verstand ist, Lehrer werden will: Der Bildungsforscher Klemm prognostiziert bis 2030 mehr als 80.000 fehlende Lehrkräfte, was die Kultusminister wie immer abstreiten: Keiner will es dann gewusst haben, Heraussetzung der Pflichtstundenzahl und größerer Klassen („Stuhl mehr“) sind praktisch unvermeidlich, alles natürlich ohne finanziellen oder sonstigen Ausgleich

„Lehrer? Ich bin doch nicht blöd!“

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Sehr passend. Aber Hessen probiert es auch lieber mit Filmchen statt mit besseren Bedingungen. Die KMK hat sich wohl abgesprochen, dass man einfach nur mal bei Social Media mehr machen muss.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Bei deiner/ Ihrer Frage, wann das ,,Gegen-„Video mit der Realität
„Lehrer – ich bin doch nicht blöd!“
musste ich wirklich herzhaft lachen (positiv gemeint). Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal Zeit und Muse dazu hatte. Meine Vorstellung, wie viele LuL beim Dreh am Set so richtig
,,in Fahrt kommen“ und dabei besonders all die letzten Monate der Pandemiezeit auch vllt. lachend, mit viel Selbstironie und gepfeffertem Politsarkasmus verarbeiten könnten. Herrlich! 😉
Alle unteren Punkte -gut zusammen gefasst! Danke.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

Es fehlte: … erscheint.

rfalio
1 Monat zuvor

Was hilft mir eine gute Bezahlung, wenn ich gleichzeitig die meisten meiner Arbeitsmittel selber bezahlen muss und sich dadurch mein Netto wieder stark verringert! Ich brauche ein Arbeitszimmer, einen Computer mit Zubehör, eine gut funktionierende Onlineverbindung etc. usw.
Wenn ich das zusammenzähle, komme ich auf mehrere hundert Euro im Monat.
Gute Bezahlung?
rfalio

Salentin
1 Monat zuvor
Antwortet  rfalio

So ein Quatsch. In Berlin haben 40% ihren Dienstlaptop nicht angenommen, weil sie schon einen haben und weil ihn etliche Sicherheitseinstellungen praktisch unbrauchbar machen.

Sie wollen also auch Bleistift und Schreibblöcke vom Dienstherrn gestellt bekommen? Vielleicht auch Arbeitsschuhe und Arbeitsklamotten? Ach ja, und das Essen? Sie müssen doch auch was essen, um arbeiten zu können! Und trinken!

Wenn Sie diese Kosten einberechnen, bleibt gar nichts mehr übrig!

Andreas.Müller
1 Monat zuvor
Antwortet  Salentin

„Sie wollen also auch Bleistift und Schreibblöcke vom Dienstherrn gestellt bekommen?“

Selbstverständlich will ich das von meinem Arbeitgeber gestellt haben. Und natürlich will ich einen voll ausgestatteten Arbeitsplatz an meinem Arbeitsplatz. Wie jeder andere Arbeitnehmer in diesem Land auch. Wieso sollte ich das selbst bezahlen…? Das ist mein Job, nicht mein Hobby.

Dass das noch nicht mal Lehrkräften selbst klar ist, ist Teil des Problems.

Klugscheisser
1 Monat zuvor
Antwortet  Andreas.Müller

Jupps. An anderen Arbeitsplätzen bringt man nicht seine eigenen Schreibblöcke, Kulis und Post-its mit. Und Ordner.

Allerdings kann das als Werbungskosten geltend gemacht werden, plus Arbeitszimmer. Meine Materialien haben häufig die absetzbaren Werbungskosten übertroffen…
Tjoa.

Andreas.Müller
1 Monat zuvor
Antwortet  Klugscheisser

Ein Arbeitszimmer können Sie nur geltend machen, wenn Sie sich ein Arbeitszimmer leisten können und auch dann nur bis zu einem lächerlich niedrigen Grenzwert. In süddeutschen Ballungsräumen mehr oder weniger utopisch.
Und die Absetzbarkeit von Werbungskosten bedeutet ja nicht, dass man den Kaufpreis rückerstattet bekäme.

Ich frage mittlerweile regelmäßig im Sekretariat nach Arbeitsmaterial und tatsächlich bekomme ich einiges. Und Unterrichtsmaterialien schaffen die Fachbereiche an. Oder ich arbeite mit dem, was da ist.

Nicht auf Sie bezogen, aber wie gesagt: Es sind auch die Lehrkräfte selbst, die da umdenken müssen.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Salentin

Man merkt schon, dass Sie kein/e Lehrer/in sind.
Deshalb folgender Ratschlag: Keine Ahnung? Einfach `mal die Schnute zu!

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  rfalio

Und dann noch die 10 bis 15 unbezahlte Überstunden pro Woche. Damit reduziert sich das Gehalt auf 3/4.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  rfalio

Sie geben ernsthaft nach Abzug aller steuerlichen Möglichkeiten mindestens 3000€ im Jahr für Ihre Berufsausübung aus? Das funktioniert aus meiner Sicht nur, wenn Sie ein riesiges Arbeitszimmer haben, Ihre Onlineverbindung nie privat nutzen und alles kaufen bzw. abonnieren, was es im Bildungsbereich so gibt. Und selbst wenn, müssten es alleine nach Abzug aller steuerlichen Möglichkeiten mindestens 5000€ im Jahr sein, nur um den Nettounterschied zu ihren nicht verbeamteten Kollegen zu kompensieren, wenn diese keinerlei Ausgaben haben oder Steuervorteile nutzen können. Wo ist mein Denkfehler?

so ist es
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

@Salentin
Bleistifte, Papier usw. wurden mir als Bürokaufmann damals tatsächlich gestellt. Essen wurde uns nicht gestellt, aber Trinken. (Kaffe, Milch, Wasser)
Arbeitskleidung/Sicherheitskleidung wurden mir in der Fertigung bei einem großen Unternehmen ebenfalls gestellt. Obwohl ich nur 8Std./Woche Sonntagsschicht (mit Zuschlägen) während dem Studium dort arbeitete. Die Arbeitsschuhe habe ich im übrigen immernoch, da hohe Qualität und Sicherheitstandard und sie nach meiner Tätigkeit dort mir geschenkt wurden. (Hätten sie sonst weggeworfen, schade drum)

Meinen „Arbeitslaptop“ habe ich auch nicht angenommen (obwohl nicht in Berlin als LuL tätig, sondern wo anders) … Der ist einfach nicht brauchbar – zu alt, zu wenig Berechtigungen, zu aufwändig (Fremdwartung), zu nervig (funktioniert einiges nicht), zeitlich begrenzt (Antrag), dazu hatte ich bereits ein Surface (im Ref) privat gekauft und viele Kollegen gar nichts.

@rfalio
Das Eine sollte das Andere doch nicht ausschließen? Gute Bezahlung UND gute Arbeitsbedingungen sind durchaus möglich und erstrebenswert…

@Georg
Auf 3.000 € im Jahr könnte man locker kommen, wenn man das will. Auch ohne jedes Abo abzuschließen… Lizenzen, Modelle, Programme, Zimmereinrichtung (Klasse, Arbeitszimmer) usw. machen das doch recht fix sogar möglich, wenn man’s drauf anlegen würde. Muss man nur nicht. Aber wenn ich mich nur mal kurz umsehe bei bestimmten Portalen, dann wäre das gaanz schnell möglich ;).

Auch angestellte LuL zahlen ihre Materialien selbst … Daher ist der Vergleich sowieso wenig sinnvoll? Der Gehaltsunterschied ist so oder so fragwürdig, auch ohne diesen Vergleich. Oder wo ist dort mein Denkfehler?

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  so ist es

Mit meinem Rechenbeispiel wollte ich sowohl meine Verwunderung über so viel Geld pro Jahr als auch das Jammern auf recht hohem Niveau im Vergleich zu den angestellten Lehrern zum Ausdruck bringen. Mehr nicht. Zimmereinrichtung wird nicht jährlich erneuert, im Schulgebäude tue ich einen Teufel als das ich dafür mein eigenes Geld investiere. rfalio kann bestimmt antworten, wenn er oder sie möchte.

Salentin
1 Monat zuvor

Warum muss Sachsen jetzt mit guten Lehrergehältern werben? Sie haben doch vor wenigen Jahren die Verbeamtung wieder eingeführt. Hat das denn doch nichts gebracht?

Weil es sinnvoll ist?
1 Monat zuvor
Antwortet  Salentin

Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt.
Es herrscht Lehrermangel.
Will man den beibehalten bzw. verschlimmern, dann braucht man auch nicht mit guten Lehrergehältern werben.
Wundern braucht sich dann halt auch keiner, wenn es vermehrt zur Berufsflucht geht und auch kaum jemand nachkommt.

Lera
1 Monat zuvor

Dass die Kampagne zynisch ist, bedarf keiner Erläuterung.

Richtig krank ist aber der Ansatz der SPD, die Arbeitsbedingungen NOCH WEITER zu verschlechtern, um mit dem Bestand an LuL noch ein paar Jahre die Illusion aufrechtzuerhalten, dass unsere Kinder an staatlichen Schulen gut aufgehoben sind.
Diese Verwaltung des Mangels ohne irgendeine substantielle Idee für die Zukunft hat uns genau dahin gebracht, wo wir heute stehen.
Diese Verwaltung des Mangels im Kontext der zynischen Kampagne zur Beseitigung des Mangels ernsthaft als Vorschlag in den Diskurs einzubringen, zeugt von einer nicht mehr steigerbaren Entfremdung.
Dass dies geschehen kann, ohne dass die Absender des Schwachsinns mit Häme, Spott und Verachtung gestraft werden, macht einfach nur noch traurig.

Unverzagte
1 Monat zuvor

Gibt es in Hamburg, wo synchron mit der Einführung des Arbeitszeitmodells der Krankenstand von Lehrenden massiv anstieg, noch Vollzeitunterrichtende, die älter sind als 35?

Grottenolm
1 Monat zuvor

In den den meisten kommunalen Verwaltungen wird man z.B mit einem naturwissenschaftlichen oder ingenieurtechnischen Studium und Diplom oder Masterabschluss nach TVÖD 10 bezahlt. Mit viel Glück wird da mal 11 draus. Und trotzdem ist das noch mehr als man nach einem llangen Studium in vielen Bereichen der Privatwirtschaft bekommt. Klar gibt es einzelne die in der Industrie mehr verdienen, aber man sollte wohl eher mit dem Durchschnitt vergleichen…….
Meinen Arbeitsplatz, Rechner und Handy muss ich im Home Office und Außendienst übrigens auch aus der eigenen Tasche finanzieren.

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  Grottenolm

Uni- oder FH-Stuidum?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Tipp-Fehler – meinten Sie Stupidum?

Bachelor-Degree oder alter FH-Abschluss führt zu Eingruppierung zu A10/E10 im gehobenen Dienst (Inspektoren-Laufbahn). Kann im besten Fall bis zum Oberamtsrat (Übergangsamt) führen und wird dann mit A13/E13 vergütet.
Einstiegsamt im gehobenen Dienst bedeutet in der Regel A9/E9 – folglich wird mit A10/E10 schon höher eingruppiert als vorgesehen.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Grottenolm

Wenn die Stelle nur einen Bacherlor-Abschluss voraussetzt, wird man auch als Master nur so bezahlt.

Lehramtsstellen setzen aber zwingend einen Master-Abschluss voraus!

Auch Ingenieure sollten sich nicht unter Wert verkaufen!

Andreas.Müller
1 Monat zuvor
Antwortet  Grottenolm

Ist eventuell abhängig von der Region – Aber warum sollte jemand mit einem Ingenieursstudium in der Verwaltung für TVÖD 10 arbeiten…? Hier in Süddeutschland verdienen da nicht einzelne in der Industrie mehr – sondern alle, mit Abstand.

Und wenn an Ihrem Arbeitsplatz BYOD üblich ist, was für Sie offenbar ein Problem ist, heißt das doch nicht, dass andere dieses Problem akzeptieren müssen. Zumal BYOD im Arbeitsvertrag festgehalten sein muss. Ansonsten ist der Arbeitgeber selbstverständlich verpflichtet, die notwendigen Arbeitsmittel zu stellen.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Andreas.Müller

„Aber warum sollte jemand mit einem Ingenieursstudium in der Verwaltung für TVÖD 10 arbeiten…?“

Batschelör-Ingeniör mit 4.0 bestanden? Ansonsten wohl Geschichten aus dem Paulaner-Garten…

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

TVÖD bekommen sogar staatlich geprüfte Techniker und Fach-/Finanzwirte, dafür braucht es kein abgeschlossenes Masterstudium.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Andreas.Müller

Wann haben Sie das letzte Mal dienstliche Kopien bezahlt oder die Reisekosten für Dienstreisen aus eigener Tasche gezahlt? Übernachten Sie auf Dienstreisen aus Kostengründen auch in Jugendherbergen?

Nichtbeeindruckt
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ach, lassen wir einfach solche Schrumpfköpfe links liegen!

Andreas.Müller
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Sie bezahlen dienstliche Kopien selbst? Warum…? Wenn der Arbeitgeber die nicht bezahlt, dann gibt es eben keine.

Und wenn Sie Dienstreisen selbst bezahlen müssen (und das Geld nicht nur vorstrecken) – dann weigern Sie sich, welche zu machen. Schließen Sie eine Rechtschutzversicherung ab und klagen Sie notfalls.

Sara
1 Monat zuvor

Manche Bundesländer zwingen den Seiteneinsteigern/inen eine Aufhebungsvertrag zu unterschreiben, weil der Schulleiter ein korrupter Typ ist und Seiteneinsteiger mit Mathematik/Informatik/Physik Kombination mit ihm nicht klar kommt.

Anne
1 Monat zuvor

Ich würde keinem meiner Kinder raten, den Lehrerberuf zu ergreifen, egal, wie gut er bezahlt wird. Wer ihn ernst nimmt, reibt sich nur auf und muss sich trotzdem täglich mit dem Gefühl der Unzulänglichkeit rumplagen. Kein Geld der Welt lohnt den Kampf gegen Windmühlenflügel und häufige Niedergeschlagenheit.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Ganz Ihrer Meinung, Anne. Und das versäumt unsere Regierung gerade, dass sie den Lehrerberuf, auf den sie ja nun mittlerweile heftig angewiesen sind, nicht aufwerten, und damit meine ich nicht unbedingt finanziell, sondern vernünftige Rahmenbedingungen schaffen und den Lehrern auf Augenhöhe begegnen, nicht von oben herab.

Teacher Andi
1 Monat zuvor

Mal für alle zum Mitschreiben, die meinen, Lehrer verdienen mehr als vergleichbare (!) Berufe in der freien Wirtschaft. Vergleichbar heißt: 12-13 Jahre Schulbildung, 5 Jahre Studium zum Master, 2 Jahre Referendarzeit ohne große Vergütung.
Anfangsgehalt 4000, Endgehalt als OStR 6000 brutto, gut, die Beamten behalten davon knapp 3000 bzw. 5000 netto, aber es gibt auch angestellte Lehrer, die fast die Hälfte davon abgeben müssen. Das ist also nicht üppig. Jeder Master in der freien Wirtschaft hat wesentlich mehr.
Wenn ich Master in der freien Wirtschaft bin, dann habe ich in der Regel ein Büro mit allen Materialien und der gesamten benötigten Einrichtung vor Ort. Ich kenne Schulen in anderen Euro-Ländern, die für ihre Lehrer in der Schule eigene Arbeitsplätze einrichten, in Büros von vier Lehrern, jeder mit eigenem Computer, Aktenschrank, Schreibtisch u.a. Bei uns leider nicht. so muss ich in meiner Wohnung ein Zimmer abzwacken, das auch nicht allzu klein sein darf, denn es sammeln sich viele Materialien und Dokumente an, die ich alle aufbewahren muss. Computer und Laptop versteht sich. Dazui kommt noch, dass ich sämtliches Arbeitsmaterial im Gegensatz zu den Angestellten in den Betrieben, selbst stellen muss, das sind nicht nur Stifte und Folien, das ist Fachliteratur, auch die Schulbücher, Lehrerhandreichungen, Zusatzmaterial von den Verlagen, Angebote für Prüfungsvorbereitung und so weiter, das ist jedes Jahr eine erkleckliche Summe, die selbstverständlich untergeht, aber das Gehalt ziemlich schmälert. Die Absetzung beim Finanzamt kommt oft einer Bittstellung gleich, vieles wird hinterfragt, und unterm Strich bleiben vielleicht nominal 10 % der entstandenen Kosten, die erstattet werden. Auf einen engagierten Lehrer, der Schülerfahrten organisiert und daran teilnimmt, kommen dann noch erhebliche Zusatzkosten dazu, die der Staat keinesfalls übernimmt (Gastgeschenke, Restaurantbesuche etc.), und man wegen den tausenden von Formularen, die man ausfüllen muss, schon abgeschreckt ist und lieber die Kosten gleich selbst stemmt, weil man ja sowieso eine Absage oder gleich gar keine Antwort bekommt.
Wenn man Kopien über den schuleigenen Kopierer macht (sofern sie funktionieren), dann wird jede Kopie per Name registriert und der Rüffel in der Lehrersitzung, dass zu viele Kopien gemacht werden, bleibt nie aus.
Alles in allem, auch wenn man als Lehrer gut verdient, muss ich sagen, dass sie auch eine gute Ausbildung haben, und dass nach Abzug der Arbeitsmittel, die in anderen Bereichen sslbstverständlich gestellt werden, nicht mehr allzu viel übrig bleibt.
Wäre die WSertschätzung eine bessere, dann würde man diese Kröten schlucken-

Enjoy your chicken Ted!
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Nicht zu vergessen, dass man in der freien Wirtschaft o.ä. tagtäglich bedroht, geschlagen oder ständig mit dem Anwalt bedroht wird. Wer glaubt das sei übertrieben, der sollte mal an eine Stadtteilschule in HH gehen. Selbst der Rabe traut sich nicht her.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Kleine Ergänzung: Während meiner Referendarzeit mussten wir selbst die Tafelkreide selbst finanzieren, die Kopierer durften nur die hauptamtlichen Lehrer benutzen, wir mussten noch an alten ausgedienten Matrizen Vervielfältigern unser Schülermaterial abziehen, und natürlich auch die Protokolle für die Mitstreiter. Diese ‚Seminarschule werde ich nie vergessen!

Marianne Pauli
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

5000 € netto finden Sie „nicht üppig“?
Im Ernst?
Mal Tacheles: was fänden Sie denn angemessen?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Marianne Pauli

Bei 5k€ bleiben bei einem Drittel an Abzügen (verheiratet, 2 Kinder, Konfessionsgebunden) ca. 3.400€ übrig. der sozialversicherungspflichtige jährliche Durchschnittsverdienst in D lag in 2021 bei 40.551€. Und Sie sind der Meinung das ein Brutto-Jahresentgelt von um die 60k€ ein Spitzenverdienst ist? Sie wissen schon, dass es während des zweijährigen Vorbereitungsdienstes nur A12/2 bzw A13/2 gibt, was bei angestellten Lehrkräften eine deutliche Delle im RV-Verlauf hinterlässt – vor allem wenn sie Seiteneinsteiger in höherem Alter sind.

Bei gleicher Qualifikation einschließlich 2. StEx habe ich in meinem anderen Beruf in den 90ern bereits 8k€ pro Moanat verdient – ohne zusätzliche Jahresgatifikation..