Wegen Kinderpornografie-Besitz verurteilt: Lehrer wehrt sich gegen Rauswurf

22

Ein wegen Kinderpornografie-Besitz verurteilter Lehrer wehrt sich gegen seinen fristlosen Rauswurf aus einem kirchlichen Gymnasium. Der Fall wird am kommenden Freitag am Landesarbeitsgericht in Düsseldorf verhandelt.

Das Arbeitsgericht hat zu entscheiden. Foto: Shutterstock

Im Jahr 2016 sei der Lehrer rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt worden, teilte das Gericht am Montag mit. Das beklagte Bistum kündigte ihm rund fünf Jahre später mit Schreiben vom 27. Januar 2021. Das Bistum sei der Ansicht, der Mann sei aufgrund der Verurteilung als Lehrkraft nicht mehr tragbar. Von der Verurteilung habe es erst zwei Tage vor der Kündigung durch ein Schreiben der Bezirksregierung erfahren. Diese wiederum habe erst einen Monat zuvor von der Staatsanwaltschaft von der Verurteilung erfahren.

Der Lehrer argumentiert nun, es habe sich um eine einmalige und außerdienstliche Verfehlung gehandelt. Er habe außerdem Rat bei einer Beratungsstelle und einem befreundeten Psychologen gesucht. Das Arbeitsgericht hat seine Klage in erster Instanz abgewiesen. Der Kläger sei nicht mehr als Erziehungskraft geeignet. News4teachers / mit Material der dpa

Missbrauchsvorwürfe gegen Ex-Schulleiter – Schulamt „fällt aus allen Wolken“

Anzeige


Abonnieren
Benachrichtige mich bei
22 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Gudrun
23 Tage zuvor

Alle Lehrkräfte sollten nach dem gleichen Recht beurteilt werden. Wenn diese Lehrkraft für den öffentlichen Schuldienst noch tragbar ist, dann ist es sicherlich nicht ok, diese Lehrkraft im zu 96 Prozent refinanzierten kirchlichen Schuldienst anders zu behandeln.

Johannes
23 Tage zuvor

HIER DARF ES KEIN PARDON GEBEN!
Einmalige Verfehlung? Im nichtdienstlichen Bereich? Merkwürdig, dass hier ausgerechnet eine kirchliche Schule so rigide ist- sind doch sonst so gnädig mit den ihren…

potschemutschka
23 Tage zuvor

Andere kirchliche „Würdenträger“, die sich schlimmere Verfehlungen geleistet haben, werden doch auch nicht rausgeschmissen.

Monsignore
23 Tage zuvor

Das Erzbistum Köln bezahlt einem Priester Spielschulden von über 1 Mio. Euro. Dieser Priester ist noch im Amt. Andere Priester, die sich an Schutzbefohlenen vergehen, dürfen ebenfalls in Amt und Würden bleiben. Warum wird dieser Lehrer so anders behandelt?

Ilse
22 Tage zuvor
Antwortet  Monsignore

Katholische Doppelmoral

gehtsnoch
22 Tage zuvor
Antwortet  Monsignore

Sicher nur ein Zufall mit 2016 und zum Erzbistum Köln halt auch Düsseldorf zugehörig ist.

„Insgesamt seien 493.697, 82 Euro in fünf Tranchen bezahlt worden um dem Geistlichen in seiner akuten Notlage zu helfen.“
Für die Schulden des Priesters seien keine Kirchensteuermittel verwendet worden, versichert das Erzbistum Köln. Es handele sich um Geld aus einem „frei verfügbaren Sondervermögen“.
Das „Sondervermögen“ (also so in der Art Lindners Schattenhaushalt) war allerdings für Zahlungen an Opfer von sexuellem Missbrauch vogesehen. Es habe sich hier um eine akute und völlig außergewöhnliche persönliche Notlage gehandelt.

Die Schulden wurden 2015 und 2016 bezahlt, offenbar ohne diese Bezahlung ordnungsgemäß zu versteuern.

Brisant wird dies aber erst durch den weiteren Verlauf:
Das Bistum hatte Selbstanzeige erstattet und zahlte dann noch mal 650.000 Euro für die Steuernachzahlung, Zinsen und eine Strafzahlung zur Vermeidung des drohenden Steuerverfahrens. Alleine für letzteres sollen 100.000 Euro ausgegeben worden sein.
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/erzbistum-koeln-millionenzahlung-fuer-spielschulden-von-pfarrer-100.html

https://www.waz.de/politik/kirche-spielschulden-skandal-papst-woelki-bistum-koeln-id235119645.html

https://www.katholisch.de/artikel/33239-frueherer-duesseldorfer-pfarrer-d-zelebriert-in-wien-betaetigungsverbot

Elternteil
23 Tage zuvor

Jemand mit pädophilen Neigungen ist an einer Schule nicht gut aufgehoben! Dort wird er ja jeden Tag, jede Stunde getriggert!
Eine laufende oder abgeschlossene Therapie konnte der Kollege wohl nicht nachweisen, oder?
Bedenklich finde ich, dass der kirchliche Träger erst nach 5 Jahren von der Verurteilung erfahren hat. Hat die Staatsanwaltschaft da evtl. etwas vertuscht?
Musste der Kollege kein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen? Oder war er damals schon eingestellt?
Warum kann ein Lehrer weiterhin ohne Auflagen (Therapie) Kinder unterrichten, wenn er diese Neigung hat? Übernimmt die Staatsanwaltschaft die Verantwortung, wenn er sich in der Realität an ein Kind heranmacht?
Ich finde, dass sich hier der Staat genauso schlecht verhalten hat wie die Kirche bei ihrem konsequenten Vertuschen!
Wer schützt die Kinder? Steht in diesem Fall Datenschutz über Kinderschutz? Wenn ja, dann wäre das Verhalten der Kirche ja auch nicht skandalös, oder?
Ein unangenehmes Gefühl für alle Eltern, wenn man merkt, dass Lehrer mit nachgewiesen pädophilen Neigungen einfach so weiter an Schulen arbeiten dürfen!

Gisela
22 Tage zuvor
Antwortet  Elternteil

– Auch Priester mit pädophilen Neigungen sind in der Jugendarbeit nicht gut aufgehoben. Aber das hat die katholische Kirche in der Vergangenheit häufig nicht gestört. Warum stört die katholische Kirche dieser eine Lehrer?

– Dass Sie dem Staat ähnlich schlechtes Verhalten wie der katholischen Kirche vorwerfen, schmälert nicht die Schuld der katholischen Kirche.

– Fraglich ist, ob der Staat, der sich an Gesetze halten muss, anders entscheiden konnte. Vermutlich aber nicht. Sonst hätte der Lehrer nicht weiter unterrichten dürfen.
Dass sich die katholische Kirche hätte anders verhalten können, zeigt sich an den vielen Beispielen, wo sie bei pädophilen Priestern beide Augen zugedrückt hat. Vor diesem Hintergrund offenbart sich ihre Doppelmoral.

immerwiederSonntags
21 Tage zuvor
Antwortet  Gisela

Wie würde der Kommentar bzw. die Kommentare hier ausfallen, wenn die Schlagzeile lauten würde:
Kirche beschäftigt verurteilte pädofile. Lk weiter.

Cologne
21 Tage zuvor

@immerwiederSonntags: Vielleicht würde jemand die Kölner Zustände beklagen. Ich glaube aber nicht, dass sich jemand wundern würde.

Walter Hasenbrot
21 Tage zuvor

Sie haben vollkommen recht. Die Argumentation einiger User ist etwas verquer.

Nur weil die Kirche viele Fehler im Umgang mit Kindesmissbrauch gemacht hat, kann man ihr jetzt nicht vorwerfen, dass sie richtig handelt und die Kinder schützt.

IusRespicitAequitatem
20 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

@Walter Hasenbrot: Lieber Walter Hasenbrot, wie kommen Sie darauf, dass die Katholische Kirche hier richtig handelt und Kinder schützt??? Die Katholische Kirche entlässt eine Lehrkraft, die sich im Dienst nichts zu Schulden hat kommen lassen, deren einmalige private Verfehlung ein halbes Jahrzehnt zurückliegt und die nach herrschenden Gesetzen sehr gut weiter unterrichten könnte – denn sonst hätte das Gericht die Lehrkraft direkt aus dem Verkehr gezogen.

Die Katholische Kirche legt hier an einen weltlichen Lehrer strengere Maßstäbe an als das weltliche Arbeitsrecht. Warum denken Sie, dass das richtig ist?

Walter Hasenbrot
20 Tage zuvor

Würden Sie wollen, dass ein verurteilter Pädophiler und Straftäter Ihre Kinder unterrichtet?

Etwas anderes wäre es, wenn der Mann nicht einschlägig vorbestraft wäre.

Das Arbeitsgericht sieht es wohl ebenso, dass der Mann die nötige charakterliche Eignung für den Beruf nicht mehr mitbringt.

IusRespicitAequitatem
19 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

@Walter Hasenbrot: Lieber Walter Hasenbrot, wie kommen Sie darauf, dass ein Arbeitsgericht dem Lehrer die Eignung für den Beruf abspricht? Im Artikel steht doch deutlich, dass er nach dem Urteil fünf Jahre lang unterrichten durfte. Das Arbeitsgericht hat ihm offensichtlich die Eignung NICHT abgesprochen.

Hier kündigt die Katholischen Kirche einem Lehrer, der offensichtlich ein guter Lehrer ist und sich im Dienst nichts zu Schulden kommen hat lassen, einzig und allein wegen einer Information der Bezirksregierung. Pädophile Priester werden hingegen im Amt belassen – mancherorts sogar befördert. Hier zeigt sich eine furchtbare Doppelmoral der Katholischen Kirche, die offensichtlich selber keine Eignung mehr zur Erziehung von Kindern hat.

Zudem zeigt sich hier mal wieder, dass das Arbeitsrecht an konfessionellen Schulen anders ist als an öffentlichen Schulen. Und das erscheint mir vor dem Hintergrund, dass die konfessionellen Schulen fast vollständig von der öffentlichen Hand finanziert werden, in keiner Weise angemessen. Wenn die konfessionellen Schulen vom Staat finanziert werden, dann sollte dort auch das öffentliche Recht gelten.

Anders sieht die Sache aus, wenn die Kirchen ihre Schulen selber finanzieren. Da stellt sich dann allerdings die Frage, ob solche Abschlüsse vom Staat anerkannt werden können.

Walter Hasenbrot
19 Tage zuvor

Einfach den Artikel bis zum Ende lesen. Das steht im letzten Satz.

IusRespicitAequitatem
19 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Vielen Dank für den Hinweis. Dennoch hatte das Gericht, das den Lehrer 2016 verurteilt hatte, offensichtlich keine Probleme damit, dass der Lehrer weiter unterrichtet. Wenn ich den Artikel richtig verstehe, ist das Arbeitsgericht erst auf Betreiben des Bistums aktiv geworden.

IusRespicitAequitatem
19 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Frage: „Würden Sie wollen, dass ein verurteilter Pädophiler und Straftäter Ihre Kinder unterrichtet?“

Antwort: „Leider kenne ich nicht die genauen Missbrauchszahlen in Deutschland. In Frankreich wurden von 1950 bis 2020 216.000 Kinder und Jugendliche von Geistlichen missbraucht. Weitere 114.000 Jugendliche wurden von Laien in Diensten katholischer Einrichtungen missbraucht. Vor diesem Hintergrund ist es mit Sicherheit keine gute Idee seine Kinder an katholische Schulen zu schicken.“ Quelle: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/missbrauch-in-italiens-kirche-was-vertuschen-papst-und-bischoefe-17852311.html

Walter Hasenbrot
19 Tage zuvor

Wie kommen Sie dann darauf, dass es eine gute Idee wäre, den Lehrer weiter unterichten zu lassen?

Man sollte sich durch seine Hass auf die Kirche nicht so weit verblenden lassen, dass man nicht mehr erkennt, wenn sie auch mal etwas richtig macht.

IusRespicitAequitatem
19 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Der Unterschied zwischen der katholischen Kirche und diesem Lehrer ist folgender: Die katholische Kirche hat durch ihr Personal (Geistliche und Laien) unzählige Kinder, Jugendliche und Erwachsene sexuell missbraucht und damit unendlich viel Leid in diese Welt gebracht. Dieser eine Lehrer, dessen Entlassung Sie hier ständig fordern, hat sich bis heute an niemandem vergangen. Das steht so in dem Artikel, den wir hier kommentieren. Er ist nur wegen des Besitzes von Bildern und/oder Filmen verurteilt worden.

Lieber Walter Hasenbrot, Sie verteidigen hier immer wieder den TÄTER, also die katholische Kirche, deren Personal (Geistliche und Laien) durch ihr aktives Tun millionenfaches Leid in die Welt gebracht hat. Gleichzeitig fordern Sie die Entlassung eines ZUSCHAUERs, der selber nicht aktiv geworden ist. Ist das OK?

Walter Hasenbrot
18 Tage zuvor

Schreiben Sie doch keinen Unsinn.

In diesem Fall ist der ehemalige Lehrer ein Täter. Und den verteidigen Sie.

Jetzt verharmlosen Sie sogar den Konsum von Kinderpornographie, indem sie den Täter nur einen „ZUSCHAUER“ nennen. Gäbe es die Konsumenten nicht, würden auch die Videos, die Kindesmissbrauch zeigen, nicht hergestellt. Der Konsument ist ein Mittäter. So sieht es auch das deutsche Gesetz.

Dass die katholische Kirche in vielen anderen Fällen den Missbrauch von Kindern vertuscht hat, spielt für die Beurteilung dieses Falles keine oder allenfalls eine sehr untergeordnete Rolle.

Jedenfalls kann man den pädophilen Lehrer nicht damit verteidigen, dass die katholische Kirche in anderen Fälle nfalsch gehnadelt hat.

In diesem Fall hat sie richtig gehandelt.

PS: Ich fordere übrigens gar nichts. Der Mann ist längst entlassen. Und das ist auch richtig so. Das ist eine Bewertung und keine Forderung.

IusRespicitAequitatem
14 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Hier verteidigt niemand einen pädophilen Lehrer. Aber das sollte auch niemand mit der Katholischen Kirche tun.

Wenn Sie schreiben, dass die Katholische Kirche den Missbrauch in vielen anderen Fällen „nur“ vertuscht habe, scheint mir das eine Verharmlosung zu sein. Denn es war nicht nur die wenig greifbare „Organisation Kirche“, sondern es waren ganz konkrete Geistliche und Laien, die im Dienste der Katholischen Kirche vertuscht haben, und nicht selten in Amt und Würden bleiben konnten.

Ebenso wie es ganz konkrete Geistliche und Laien im Dienste der Katholischen Kirche waren, die missbraucht haben. Über 300.000 Mal in Frankreich. Über 800.000 Mal in Italien… Wie viele dieser Missbrauchstäter wurden verklagt und entlassen?

Diesen Missbrauch, der sich weltweit vermutlich auf mehrere Millionen summieren dürfte, lassen Sie in Ihrer Argumentation geflissentlich unter den Tisch fallen. Und das scheint mir nicht ok.

Der John Jay Report (USA) kam schon 2004 zu dem Ergebnis, dass etwa 4 Prozent aller Priester Missbrauchstäter sind.

Der Jesuitenpater H. Zollner, Leiter des Zentrums für den Schutz von Minderjährigen an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, hat mehrfach festgestellt, dass in den vergangenen 75 Jahren „weltweit drei bis fünf Prozent der Priester des Missbrauchs beschuldigt“ wurden.
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/missbrauch-in-italiens-kirche-was-vertuschen-papst-und-bischoefe-17852311.html

Ich habe keine Probleme damit, wenn die Katholische Kirche diesen einen Lehrer verklagt und entlässt. Aber ich finde es schwierig, wenn sie woanders so anders agiert. Ich würde mir wünschen, dass gleiches Recht für alle gilt. https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichheitssatz

Indra Rupp
22 Tage zuvor

Kirche und Missbrauch – ein altes Ehepaar!