VBE: „Es wird durch Infektionslage und Personalmangel zu Schwierigkeiten kommen“

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DÜSSELDORF. Der VBE betont in seiner Stellungnahme zur Pressekonferenz zum Schuljahresauftakt von NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU): „Nur gemeinsam kann es gelingen, einen kontinuierlichen Schulbetrieb zu ermöglichen!“ Denn, wie Landesvorsitzender Stefan Behlau sagt: Schwierigkeiten sind absehbar.

Kritisiert die Bundesregierung: Stefan Behlau, NRW-Landeschef des VBE. Foto: Caro Simon / VBE

„Die Kolleginnen und Kollegen haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Dennoch werden wir uns alle darauf einstellen müssen, dass es aufgrund der Infektionslage in Verbindung mit dem Personalmangel zu Schwierigkeiten kommen wird – die Kolleginnen und Kollegen können letztlich nur so viel geben, wie sie sind. Unverständlich ist, dass der Bund den Ländern zum Schulstart keine weiteren Handlungsoptionen ermöglicht, da eine Novellierung des Infektionsschutzgesetzes noch nicht vorliegt”, sagt Behlau.

Zur Teststrategie, die auf Freiwilligkeit setzt, erklärt er: „Bei den Testungen sind auch die Eltern in der Verantwortung. Es ist richtig, die Testungen vorrangig nicht in der Schule durchzuführen. Wir brauchen alle Zeit in den Schulen für die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Aus unserer Sicht wäre es allerdings noch besser gewesen, den Schülerinnen und Schülern wenigstens zwei Tests pro Woche zu ermöglichen – anlassbezogen oder anlasslos“, so Behlau. Vorgesehen sind maximal fünf Tests pro Schüler und Monat.

„Größte Herausforderung bleibt der Lehr- und Fachkräftemangel in den Schulen, dem es akut und nachhaltig zu begegnen gilt. Eine nachhaltige Personalplanung ist der Schlüssel für zukunftsfeste Schulen. Starke Bildung braucht starke Menschen. Wir brauchen dringend mehr Personal, es darf aber nicht allein um Schnelligkeit und Vereinfachung gehen. Die Bildungsqualität ist entscheidend“, sagt Behlau.

Er betont deshalb: „Eine verbindliche Vorqualifizierung für den sogenannten Seiteneinstieg einzuführen, wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Profitieren würden davon die Seiteneinsteigenden, die Kollegien und die Schülerinnen und Schüler. Zudem müssen für diese Kolleginnen und Kollegen reizvolle Perspektiven der Weiterqualifizierung entwickelt werden, hier ist das Land auch als Arbeitgeber gefragt. Vorrangiges Ziel muss aber die Gewinnung originär ausgebildeter Lehrkräfte sein, deswegen ist die Ankündigung, die Studienplatzkapazitäten zu erhöhen, nur folgerichtig. Am Ende kommt es auf die Köpfe an und deshalb muss die Ankündigung von A13 endlich in die Umsetzung kommen. Wertschätzung für die Lehrkräfte im Dienst und eine Steigerung der Attraktivität des Berufes sind dringend nötig.” Die schwarz-grüne Landesregierung hat eine Angleichung der Lehrergehälter angekündigt – schrittweise. News4teachers

„Die Schulen müssen offenbleiben und die Stundentafel darf nicht angefasst werden“ – Ist das ein Notfallplan?

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2 Kommentare
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Einer
20 Tage zuvor

Personalmangel ist nicht mein Problem, sondern das Problem meiner Chefin in Düsseldorf. Ich werde keine kreativen Lösungen finden für die Probleme anderer Leute.
Ich werde auch keinen Mehrunterricht übernehmen, weil meine Chefin keine Lehrer einstellen will oder kann.
Ich muss mich selbst und meine psychische Gesundheit schützen, weil meine Chefin in Düsseldorf bereit ist uns Lehrer zu schützen oder auch nur etwas zu helfen.
Die „Entlastung“, dass kein Unterrichtsausfall gemeldet werden muss, ist doch nur ein Schutz der Landesregierung. So kann sie immer mit reinem Gewissen behaupten nichts von Unterrichtsausfall zu wissen. Alles liegt in der Verantwortung der Schulleitungen und Lehrer. Das ist perfide und hinterhältig.
Es tut mir leid um die Schüler, aber die Schüler und die Eltern sollten das Problem an diejenigen spiegeln, die es zu verantworten haben. Das ist die Landesregierung in Düsseldorf. Das bin nicht ich. Ich habe nur keine Lust mehr es auszubaden!

Georg
19 Tage zuvor

Die Gedanken der Landesregierung und vermutlich aller Kultusminister:

Sobald die Quarantäne nicht mehr verpflichtend wird, sollte sich der Krankenstand sowohl bei Lehrern als auch bei Schülern in Grenzen halten. Getestet wird nicht und krank fühlen sich auch bei Infektion mit COVID-19 die wenigsten.