Pisa-Schock: Bildungsforscher Zierer verlangt „Humanpakt“ (statt Digitalpakt) für Schulen

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AUGSBURG. Die Ergebnisse der jüngsten Pisa-Studie waren für Deutschland ernüchternd. Ein bekannter Schulpädagoge spricht von der größten Bildungskrise der Bundesrepublik. Er verlangt eine Reihe von Maßnahmen.

Klaus Zierer war Grundschullehrer – und ist heute einer der renommiertesten Bildungsforscher in Deutschland. Foto: privat

Nach dem schlechten Abschneiden von Deutschlands Schülern bei der jüngsten Pisa-Studie verlangt der Pädagogikprofessor Klaus Zierer ein Maßnahmenpaket, um die Bildungsrückstände der Kinder aufzuholen. Er spricht von «der größten Bildungskrise der Nachkriegszeit» und verlangt einen «Masterplan Bildung 2030». Dabei fordert er auch erneut, das Geld eher in das Lehrpersonal in den Schulen zu investieren statt in Technik.

«Der milliardenschwere Digitalpakt muss schleunigst in einen Humanpakt umgewandelt werden», sagt der Ordinarius für Schulpädagogik der Universität Augsburg. «Menschen sind wichtiger als Technik!» Zierer gehört zu den bekanntesten Schulpädagogen in Deutschland. Er zählt zu den Wissenschaftlern, die der Digitalisierung der Schulen kritisch gegenüberstehen (News4teachers berichtete).

«Gute Sommerschulen mit klugen digitalen Diagnosetools können kurzfristig Defizite in Basiskompetenzen beheben helfen und dadurch das Bildungsniveau wieder heben»

«Lehrer sind die wichtigsten Akteure in den Schulen», sagt Zierer. Das derzeitige Personal sei erfahren, gut ausgebildet und motiviert, um die Bildungskrise zu meistern. In Zeiten des Mangels an Lehrerinnen und Lehrern verlangt Zierer, attraktive finanzielle Anreize zu schaffen. Er schlägt eine Erhöhung von Leistungsprämien und spürbare Zulagen vor, wenn die Pädagogen Mehrarbeit durch zusätzlichen Unterricht leisten.

Zusätzlich sollte es bessere Angebote für Seiteneinsteiger geben, sagt Zierer. «Ohne Quer- und Seiteneinsteiger wird der Lehrermangel mittelfristig nicht zu bewältigen sein.» Langfristig sieht er die Notwendigkeit, «eine substanzielle, nicht nur kosmetische Reform der Lehrerbildung» vorzunehmen, um mehr Lehrende in die Schulen zu bringen. Die Lehrerbildung sei weltweit notleidend. «Die Abbrecherquote ist ökonomisch und biografisch ein Desaster.»

Um die Lernrückstände der derzeitigen Schülerinnen und Schüler aufzuholen, schlägt Zierer die Einführung von Schulangeboten in den Ferien vor. «Gute Sommerschulen mit klugen digitalen Diagnosetools können kurzfristig Defizite in Basiskompetenzen beheben helfen und dadurch das Bildungsniveau wieder heben», sagt Zierer. Er betont auch, dass die Demokratie in der Krise stecke und die Gesellschaft auseinanderdrifte. Diesem Problem müsse mit einer besseren politischen Bildung in den Schulen begegnet werden.

Bei der internationalen Pisa-Studie schnitt die Bundesrepublik im Jahr 2022 so schlecht ab wie nie zuvor (News4teachers berichtete). Im Lesen, in Mathematik und Naturwissenschaften erzielten die Kinder die niedrigsten Werte, die für Deutschland seit Beginn der Studienreihe im Jahr 2000 gemessen wurden. Die Ergebnisse wurden Anfang Dezember vorgestellt. News4teachers / mit Material der dpa

Pisa-Schock: Bildungsministerin fordert (von wem eigentlich?), Deutschland zum „sozialen Bildungsstaat“ zu machen

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Peter Melunke
6 Monate zuvor

Mal wieder ein toller Professor einer Universität, der mit solchen Vorschlägen um die Ecke kommt:

Um die Lernrückstände der derzeitigen Schülerinnen und Schüler aufzuholen, schlägt Zierer die Einführung von Schulangeboten in den Ferien vor.“

Als Hauptschullehrer mit sehr viel Berufserfahrung kann ich sagen, dass Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Schichten diese Sommerschulen nicht besuchen werden („Wallah! Schule in den Ferien?! Bin isch blöd?!“).
Genau dies gibt es seit vielen Jahren in Baden-Württemberg (inkl. bezahltem Mittagessen) – es kamen Schüler zu uns, die diese Förderung gar nicht nötig gehabt haben. Das eigentliche Klientel, für die diese Sommerschulen eingerichtet worden sind, blieben dem ganzen fern (was absolut niemanden überraschend sollte in diesem Berufsfeld).

447
6 Monate zuvor
Antwortet  Peter Melunke

„““Bildungsforscher-Professor“““ –> 😀

dickebank
6 Monate zuvor
Antwortet  447

Ist bildungsforsch etwa die Steigerung von nass-forsch?

Riesenzwerg
6 Monate zuvor
Antwortet  Peter Melunke

Das ist doch prima – für die (arbeitenden) Eltern, die Wirtschaft usw.

Es könnte ein klein wenig Ironie enthalten sein – bin mir selbst nicht sicher.

447
6 Monate zuvor

„Bildungspraktizierende Drohne 447 verlangt:
– Gute-Gebäude-Pakt
– Lehrer-als-Lehrer-statt-Schülerunterhalter-Pakt
– Genug-vollwertige-Lehrerstellen-pro-Schule-Pakt
– Anti-Gelaberpakt-Pakt“

Ausführlicher Artikel jetzt, bitte. 😀

Bla
6 Monate zuvor
Antwortet  447

Nur wenn Sie den sokratischen Eid leisten. 🙂

447
6 Monate zuvor
Antwortet  Bla

Ich bin Bildungsdrohne, mein Eid gilt nur Skynet. 🙂

vhh
6 Monate zuvor

Finanzielle Anreize für Mehrarbeit, wie ungeheuer innovativ. Wenn wir wollten, könnten wir also einfach mehr arbeiten, das steht dann wohl hinter diesem Vorschlag. Ganz langsam mit einer Analogie für die Ökonomen, vielleicht verstehen sie es dann auch: siehe Wohnungsmarkt, zu geringes Angebot trifft auf hohe Nachfrage. Kann ein höheres Wohngeld etwas an der Gesamtlage verbessern?
Die Lehrkräfte sind schon überlastet, mehr geht nicht! Dieser „Humanpakt“ mehr Belohnung für zusätzliche Arbeit funktioniert nicht.
Sommerschulen…. Selbst diejenigen, die eine Nachprüfung am Ferienende haben können sich meist nicht motivieren, in diesen Ferien ernsthaft zu lernen, fehlende Inhalte zu Verstehen (zum Auswendiglernen reicht es meistens).

Canishine
6 Monate zuvor

«Menschen sind wichtiger als Technik!»
Oh je, das dämpft die Hoffnung auf das selbstgesteuerte, hochdifferenzierte und -personalisierte (, preisgünstige) KI-Bildungswunder erheblich.

Dil Uhlenspiegel
6 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

Oder das muss man so lesen: Menschen sind als Technik wichtiger. Dann passt es wieder. Her mit den Robo-LuL.2024!

Realist
6 Monate zuvor

attraktive finanzielle Anreize „

Na, da bin ich ja gespannt.

Die aktuelle „Mehrarbeitsvergütung“, wo dann nach Steuer so etwas wie Mindestlohn + 50% übrigbleiben kann er ja nicht meinen…

100€ pro Zusatzstunde, wie in anderen Berufsfeldern (außerhalb der tariflichen Arbeitszeit oder wie bei Freiberuflern) üblich, wo unabweisbarer, dringender Bedarf besteht, und ich bin dabei…

Palim
6 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Darüber können wir reden, sobald die Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte eingeführt wurde und die Länder veröffentlicht haben, wie sie die aktuell bereits geleistete Mehrarbeit vergüten wollen – einschließlich der außerunterrichtlichen Mehrarbeit.

Auch die Leistungsprämie für die Mehrarbeit hinsichtlich der zusätzlichen Aufgaben, die seit 2000 in die Schulen gegeben wurden, nehmen die Lehrkräfte sicherlich gerne in Empfang.

dickebank
6 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Sein’se beruhigt – bei angestellten lehrkräften gehen auch noch die Sozialabgaben einschließlich Zusatzversorgung ab – ja da kommt Freude auf!

Dil Uhlenspiegel
6 Monate zuvor

Humanpakt -bzzt- die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein Und dann nischt wie raus nach Wannsee [Testbild] Sehr verehrte Zuseherinnen und Zuseher, wir unterbechen unser Programm ganz kurz aufgrund einer technischen Störung. Es geht sofort weiter -bzzt- weil wir natürlich viele Lehrkräfte brauchen. Aber IT ist halt so volle cooler grad. Fast so cool wie ein Sokratischer Eid.

dickebank
6 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Sokratischer Eid, Ist das so etwas wie ein Offenbarungseid? – Ich frag für einen guten Freund.

Pit2020
6 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

@dickebank

Vielleicht war es nur ein Versprecher vom Herrn Bildungsforscher und am Ende meinte er ein „Sokratisches Ei„`? (Was das nun wieder sein könnte bekommt man vielleicht heraus, wenn „man“ nur lange und intensiv genug „beobachtet“, die eine oder andere sinvolle – harharhar! – Studie inklusive, natürlich.)

Bla
6 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Das ist Speziesismus.
Dazu potentielle Abtreibung bei bspw. Hühnern, je nachdem was aus dem Ei wird.
Muss man anscheinend aufpassen, sonst kommen PETA und/oder Ökolinguisten mal vorbei …

anka
6 Monate zuvor
Antwortet  Bla

Hat die Debatte um Speziesismus also doch was gebracht!
Wer hätte das gedacht 🙂

Riesenzwerg
6 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Bei EI fällt mir eher Kolumbus ein, der alte Entdecker……

Hysterican
6 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Ne, ich glaube, das hatte was mit einer eidesstattlichen Zusicherung zu tun, den Schirlingsbecher, den die Oberen für einen vorgesehen haben, auch anstands- und protestlos zu leeren.

Hans Malz
6 Monate zuvor

Bitte Abordnung von allen unötigen renomierten Bildungsforschern an die Schulen. Die können das ja, zusätzlich zur anderen Tätigkeit, als Mehrarbeit abrechnen. Zum attraktiven Stundensatz der Eingangsbesoldungsstufe und voller Besteuerung. Aber erst ab der 4. Stunde natürlich. Kann er ja auch im Urlaub machen.
Das wäre eine gute Maßnahme, die man zusätzlich zum eben gelesenen „Anti Gelaber Pakt“ einführen sollte.

Tim Bullerbü
6 Monate zuvor

Mehr Geld für Mehrarbeit? Finanzielle Anreize für mehr Stunden?
Hören Wissenschaft und Politik aus Ignoranz oder Schwerhörigkeit nicht zu?
Die meisten Lehrkräfte mögen ihren Beruf sehr, aber sie wünschen sich nicht mehr Geld, sondern bessere Arbeitsbedingungen.
Das heißt übersetzt: kleinere Klassen, mehr Zeit für Gespräche.
Und nicht Verbesserung einer sch…Statistik.

Tim Bullerbü
6 Monate zuvor

Ich rege mich auf. Und ich will mich nicht aufregen.
Die Zahl der depressiven Schüler/innen haben sich verdoppelt, Immer mehr Jugendliche haben Ess- oder Panikstörungen. Suizid ist die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen, 60% erleben die Schule als belastend.
Und den Erwachsenen fällt als Lösung was ein? Noch mehr Schule, noch mehr Lernen.
Das kann doch echt nicht wahr sein.
Ich schlage mal was anderes vor: Schwimmkurs, Klettergarten, Parcours, Kino, Hiphop, Basketball, …
Kann das Leben für Jugendliche nach 34- 40 Stunden Schule bitte auch mal einfach Freude machen? Und kann Lernen bitte mal als mehr verstanden werden als Vokabeln und Matheformeln?!
Jetzt rege ich mich doch auf. Verdammt.

447
6 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Hi, hier ist ne Lehrerdrohne.

Ich geh mit SuS klettern – sobald die unverschämten, dreisten und stetiges Misstrauen unterstellenden zahllosen Paragraphen RESTLOS abgeschafft werden, die mich über verstauchten Zeh bis zu schlimmen Unglücksfällen für alles verantwortlich machen und potentiell sogar in den Knast bringen.

Ich mache mit SuS Parcour – sobald die unverschämten, dreisten und stetiges Misstrauen unterstellenden zahllosen Paragraphen RESTLOS abgeschafft werden, die mich über verstauchten Zeh bis zu schlimmen Unglücksfällen für alles verantwortlich machen und potentiell sogar in den Knast bringen.

Ich besuche gerne mit SuS Schwimmkurse – – sobald die unverschämten, dreisten und stetiges Misstrauen unterstellenden zahllosen Paragraphen RESTLOS abgeschafft werden, die mich über verstauchten Zeh bis zu schlimmen Unglücksfällen für alles verantwortlich machen und potentiell sogar in den Knast bringen.

Und so weiter.

Vorher?
Vorher bewege ich mich da keinen Millimeter.

Politiker und Bezirksregierungen sind doch so super im Labern, immer gibt es angeblich unänderbare, juristische Gründe und Fallstricke – tja, ich bin auch gut im Labern: „Nö. SO nicht.“

Tim Bullerbü
6 Monate zuvor
Antwortet  447

Warum sind Lehrkräfte so sch…ängstlich?
Sie lesen die Verordnung und dann klettern die SUS eben nicht über 4 Meter Höhe.
Und wenn ich paddeln gehe, nehme ich mir 2 Leute mit Rettungsschein mit. Einer würde in Nds.übrigens reichen.
Finde ich auch nicht absurd, sondern vernünftig.
Mir macht Schule Freude, aber meine Schulwelt ist vielleicht auch größer als Ihre.

447
6 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Netter Versuch.

Ich verweise auf obigen Beitrag – sind zwei mit den Scheinchen da, kein Ding. Und so weiter.

„Groß“ sind vielleicht die Träume – klein sind meist die Budgets.

Ansonsten: Joa, Schule & Kinder machen Spaß.
Das drumherum aber nicht. Kann man in Bullerbü natürlich anders sehen.

Fräulein Rottenmeier
6 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Wenn Sie das erste mal verklagt wurden, für etwas was nicht in Ihrer Macht lag und Sie sich vermeintlich gut abgesichert haben (wie Sie es ja beschreiben), dann sehen Sie gewisse Dinge auch anders.

Vor nicht allzu langer Zeit ist bei uns auf dem Schulhof ein Kind während der Pause auf dem Schulhof gestürzt. Es war Winter, der Schulhof nicht restlos aber sehr gut passierbar von Schnee und Eis befreit. Das besagte Kind rannte, stürzte und schlug sich das Kinn auf. Es blutete, es blieb eine kleine Narbe.
Die Eltern haben die Schulleitung (vor meiner Zeit) auf Schmerzensgeld verklagt, weil eben nicht der gesamte Schulhof akribisch vom Schnee und Eis befreit war (was angesichts der Größe auch völlig unrealistisch war). Sie haben zwar nicht Recht bekommen, aber was ist geblieben?
Bei uns werden die Kinder bei einer solchen oder ähnlichen Wetterlage nicht mehr raus gelassen…..was total bescheuert ist, was für die Kinder die Höchststrafe ist, aber eben auch die logische Konsequenz aus so einem Vorfall….

Tim Bullerbü
6 Monate zuvor

Und was Schlagen Sie vor? Leben im Vakuum?
Ich kann auch als Privatperson verklagt werden? Als Lehrer sichere ich mich ab so gut es eben möglich ist.
Ein Gericht muss mir Fahrlässigkeit nachweisen.

Canishine
6 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Meine Fächer sind nicht Klettern, Paddel oder was auch immer. Und meine Fächer verursachen auch keine Depressionen – trotz Formeln.

anka
6 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

SoWi?

Bla
6 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Klar, die Kapazität hat auch jede Schule für Paddeln mit 3+ Lehrkräften, wobei mind. 2 einen (aktuellen) Rettungsschwimmausweis haben. Bezahlen würde das natürlich auch sehr gerne jedes Elternteil oder der Staat. Ganz klar.
Könnte man natürlich auch outsourcen und bspw. die Wasserwacht und/oder DLRG dafür einsetzen …
Oder die Kids machen das eben am Nachmittag privat. Aber so ist es einfacher und kostengünstiger.

Ja, das „Konzept“ wird kaum/keine Früchte tragen. Es spricht nicht das dafür vorgesehene Clientel deckenflächend an. Fördert eher die andere Seite, die sowieso schon besser vom Elternhaus gefördert werden. Ferienkurse … Naja. Daher ist Ihr Gedankengang richtig und wohl sinnvoller. Aber die momentanen Bedingungen und „Konzepte“ sind es eben nicht.

Die Rahmenbedingungen sollten so angepasst werden, dass das auch gut und gewissenhaft leistbar ist. Hat nichts mit „Schisser“ zu tun. Die Möglichkeiten ein sinnvolles und zielstrebiges Konzept für solche „AGs“ und Ausflüge zu machen gäbe es doch. Als Tipp: Der rechtliche Drohhammer ist es nicht.
Beispielsweise eben über außerschulische (Lern)Partner. Dazu im Bereich von Ganztag (der „Wunsch“ und Weg geht sowieso in verpflichtende Ganztagsschulen …).
Wasserwacht/DLRG, Sportvereine, Chor/Musikinstitute, Spielabende (Gesellschaftsspiele), Events, AGs, DRK/Malteser/ADAC, Workshops …
Zusammenarbeit, Zeit/Deputat, Kosten, Ausgleich.

An meiner letzten staatlichen Schule hatten wir im Übrigen ein Verbot für Klettergärten/Hochseilgärten und co. als Ausflugsziel von Seiten der Schulleitung bekommen.
Bei Nichteinhaltung haften wir lt. Schulleitung privat/selbst und die Schulleitung geht ggf. gegen einen vor. Tolle Motivation dann. 🙂
Auch sowas gibt es offensichtlich.
Und ja, es war ein Traum dort … [Offensichtliche Ironie mit dem Traum!]

447 hat hier meiner Meinung nach absolut Recht.
Es gilt das Prinzip „geben und nehmen“. Viele geben sehr viel, bekommen dafür aber vom Arbeitgeber/Vorgesetzten sehr wenig. Dank ist auch so eine Sache bei Ausflügen. Daran mangelt es leider auch immer mehr. „Ist doch so teuer, muss das sein.“ ist an manchen Orten eben ein valider, wenn auch trauriger, Punkt. Damit muss man sich dann auch beschäftigen an einigen Schulen. Kostet zusätzlich Zeit und Nerv. Viel Geduld und Zusprech.
Also: Rahmenbedingungen bei Wunsch bitte anpassen. Und dann ist das doch gut leistbar und umsetzbar. Ansonsten ist es jeder Familie selbst überlassen privat solche/spezielle (Bespaßungs-)Aktivitäten zu machen.

Tim Bullerbü
6 Monate zuvor
Antwortet  Bla

Ich nehme einen Sportlehrer/ eine Sportlehrer und einen Schüler mit Rettungsschein mit.
Mache ich seit 25 Jahren.
Aber man muss ja nicht.

Dil Uhlenspiegel
6 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Selbstüberprüfung der Wasserrettungsfähigkeit im konkreten Kontext nicht vergessen. Dazu zählt u.U. auch Herauftauchen eines Verunglückten von der tiefsten/kritischsten Stelle, die es in der Situation geben kann, plus Wiederbelebung logisch. – Würde ich mal nachlesen, ob es bei Ihnen auch so gilt, gerade wenn Sie öfter schon die Verantwortung (auch) an SuS mit Rettungsschein delegiert haben. Hatten diese unterschrieben, dass sie Ihre Verantwortung voll und ganz übernehmen?

Leider wirkt Manches nur so lange problemlos, bis man sich damit mal tiefer auseinandersetzt. Ich wünschte, es wäre hier anders, ehrlich.

Tim Bullerbü
6 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Nein, natürlich können und dürfen S.nicht meine Verantwortung tragen.
Bescheuerte These.
Aber wenn Eltern unterschreiben, dass ihr Kind mindestens den Freischwimmer hat, 2 Leute mit Rettungsschein dabei sind und es eine Sicherheitseinweisung gibt, dann wird kein Gericht der Welt mir Fahrlässigkeit nachweisen.
Und noch mal: Es steht jedem frei, 40 Jahre nur Mathe und Englisch im Klassenraum zu machen.
Wäre mir zu öde. Und auch zu wenig Beziehungsebene.
Jede/ wie er/sie mag.

447
6 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Schule plus alles mit Wasserkörpern = diese Drohne ist raus.

447
6 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Wenn Ihnen das auch gewährt wird und es der gültigen Urteilslage entspricht – super. Gut für Sie und die Kinder.

Tim Bullerbü
6 Monate zuvor
Antwortet  447

Es gibt keine „Urteilslage“. Sie meinen vielleicht Rechtslage.

anka
6 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Schwimmen gehen: lustig.
In NRW darf ich als Nicht-Rettungsschwimmer nicht einmal in Sichtweite der Schwimmenden sein. Das würde Rettungsfähigkeit suggerieren, die ja ohne Schein (Deutschland) gar nicht gegeben sein kann.
Warum: Aus Angst der Juristen, dass alles schiefgehen könnte und ihre Behörde am Ende in einen Rechtsstreit verwickelt würde.
Ein weiterer Grund, selbbst nie den Schein zu machen (oder vorzulegen…).

Hysterican
6 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Lieber Tim, ich kann dich so gut verstehen und stimme dir bei deinem Ansatz anstandslos zu.
Aber:
Wie soll jemand zur Lösung eines Problems beitragen können, wenn er selber maßgeblich über Jahre hinweg Mitverantwortlicher für das Problem ist?

Das solchen Leuten überhaupt ein Forum für ihre unsinnigen und konterkarierenden – die Probleme immer weiter verschärfenden Idiotien bekommen ist das, was mich aufregt.

Rüdiger Vehrenkamp
6 Monate zuvor

Dass Deutschland bei PISA und anderen Vergleichsstudien immer mehr an Boden verliert, liegt doch an Professoren und „Bildungsexperten“ wie ihm. Überall hat man an Schularten und Systemen herumgedoktort, hat das dreigliedrige Schulsystem in fast jedem Bundesland abgeschafft, man schafft Noten ab, setzt alle Niveaustufen ins selbe Klassenzimmer, geht über zu Coachings, Lernberichten, individueller Förderung etc. – Und was kommt am Ende dabei herum? Noch schlechtere Ergebnisse als zuvor. So langsam müsste doch jedem „Bildungsexperten“ auffallen, dass hier ein Holzweg beschritten wurde.

447
6 Monate zuvor

„Bildungswissenschaft“ ist ausdekliniert.
Die entsprechenden Wissenschaftler werden nur noch als Begründungsgenerator für das gehalten, was man politisch eh machen will.

Hans Malz
6 Monate zuvor

Aber dann müsste man sich ja eingestehen, dass man jahrelang Unsinn erzählt hat. Das geht nun wirklich nicht.

ed840
6 Monate zuvor

Jahrelang wurde von Bildungswissenschaftlern auch immer geschwärmt, wie toll doch alles in Skandinavien wäre. Wenn man sich die PISA-Ergebnisse anschaut, müsste man sich allerdings fragen, warum es dort trotz wesentlich besserer Rahmenbedingungen ähnlich schlecht oder schlechter aussieht als in Gesamt-DE. Von Vergleichen mit Sachsen oder Bayern mal ganz zu schweigen.

Metalman
6 Monate zuvor

Das liegt u.a. daran, dass Pädagogik bzw. Didaktik eine der „weichesten“ Wissenschaften überhaupt ist. Und dazu noch entprechend von Ideologie durchtränkt.Man wird an fast jeder Uni jemanden finden, der passende Belege, Studien etc. für seine Einheitsschule, Nicht-Sitzenbleiben, Coachings etc. rausziehen kann. Und auch möglicherweise einen, der das Gegenteil vertritt.

Das sind oft aber keine objektiven Vergleichsstudien, sondern Versatzstücke, die für einen selber passend zusammengesetzt werden, mit ganz viel Meinung und Theorie.Es wird nicht knallhart analysiert, was funktioniert, sondern wie man es sich vorstellt, dass es funktioniert.

Dann kommen entsprechende Vorgaben von oben nach dem Gießkannenprinzip aus dem Elfenbeinturm und letzlich solche Ergebnisse unten raus.

Anika von Bose
6 Monate zuvor

Mir erscheinen all diese Ideen nicht nachhaltig. Prof. Koeller sagte kürzlich in einem Interview zu den Pisa-Ergebnissen, dass wir die Kinder schon vor Eintritt in die Bildungseinrichtungen verlieren. Des Weiteren sagte er, dass Kinder mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule kommen. Kinder aus priviligierteren Familien haben bei Einschulung Lernvorsprünge von bis zu zwei Jahren. Unsere Bildungseinrichtungen schaffen es nicht diese Unterschiede kurz-, mittel- oder langfristig auszugleichen. Schon 2011 haben Bildungsforscher darauf hingewiesen, dass viel mehr dafür getan werden muss um Kinder, die in einem ungünstigen Umfeld aufwachsen, zu fördern.

Aus meiner Sicht brauchen wir in jeder Kommune unabhängige und wirksame Beratungs- und Unterstützungszentren, die von Geburt an Kinder, Erziehungsberechtigte und Mitarbeiter-innen der Bildungseinrichtungen beraten und unterstützen. So können Entwicklungsverzögerungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Ich bin überzeugt, dass so schlussendlich Kinder, Erziehungsberechtigte und schlussendlich auch die Bildungseinrichtungen wirksam entlastet werden und sich die Bildungschancen aller Kinder entscheidend verbessern werden.

Pädagogische Fachkraft
6 Monate zuvor
Antwortet  Anika von Bose

Ja, viele gute Ideen: Man sollte die Kinder von Experten in regelmäßigen Abständen (öfter als bei den U6, 7, … usw. Untersuchungen beim Kinderarzt) in ihrer Entwicklung beobachten lassen und dann rechtzeitig und verpflichtend (!) eingreifen, wenn sich Defizite zeigen, z. B. in der Sprachentwicklung, in der motorischen Entwicklung, in der Interaktion mit anderen Kindern usw.. Kostet Zeit und Geld, das sehr sinnvoll angelegt wäre, und politischen Druck, wenn es dann zu obligatorischen Therapien führt, die sicher nicht von jedem goutiert werden oder als unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Familien betrachtet. Trotzdem wird es niemals Einheitskinder geben, es wird immer Unterschiede geben, wie es auch innerhalb einer Familie verschiedene Geschwister mit verschiedenen Fähigkeiten und Begabungen gibt. Und – auch wenn das von manchen vor lauter politischer Korrektheit nicht akzeptiert wird – es gibt nun mal Gene, die die Intelligenz und Entwicklungsfähigkeit mitbestimmen. Da sind manche im Vorteil, andere im Nachteil, und das kann nicht ausradiert werden, nicht mit allen Mitteln der Welt, sondern bestenfalls etwas abgemildert.

Rüdiger Vehrenkamp
6 Monate zuvor

Die Frage bleibt, wer genau denn eingreifen soll… und wie? Es geht ja schon damit los, dass Eltern einen Förderstatus ablehnen können, obwohl er anhand von Tests belegt wurde. In der sozialen Arbeit habe ich mir hier schon den Mund fusselig geredet, einige Eltern wollen nicht einsehen, dass ihr Kind einer besonderen Förderung bedarf („Mein Kind ist normal“).

Anika von Bose
6 Monate zuvor

In Niedersachsen können Eltern ein sonderpädagogisches Überprüfungsverfahren nicht verhindern, ein Einverständnis der Erziehungsberechtigten ist hier leider keine Voraussetzung. Auch eine Förderkommission findet hier nur auf ausdrücklichen Antrag der Eltern statt – hier haben sie die Möglichkeit eine eigene Stellungnahme dem Gutachten beizulegen, wenn das Fördergutachten zur Überprüfung an die Schulbehörden weitergeleitet wird. Die Diagnoseverfahren im Rahmen der inklusiven Schule ist höchst fragwürdig – die Fördergutachten werden idR von Sonderpädagogen mit verfasst, nur werden diese universell in den allgemeinen Schulen eingesetzt. Sie müssen alle Förderschwerpunkte begutachten, unabhängig davon in welchen Förderschwerpunkten sie ausgebildet wurden.

Ergebnisse standardisierter, klinischer Testverfahren, die sie hier ansprechen Herr Vehrenkamp, berücksichtigen Sachverhalte wie Entwicklungsverzögerungen und Entwicklungsrückstände nicht, sondern setzen die Ergebnisse immer in den Vergleich zu normal entwickelten Gleichaltrigen. Diese Testverfahren lassen keine Anpassung der Fragestellungen zu, sondern ausschließlich die vorgegebenen, standardisierten Fragestellungen. Somit ist eine gewisse sprachliche Qualifikation/Kompetenz eine zwingende Grundvoraussetzung. Die integrierten Parameter machen es gerade sprachlich beeinträchtigten Kindern und/oder Kindern mit einer hohen „Rückmeldebedürftigkeit“ schwer, positive Ergebnisse zu erzielen. Hinzu kommt, dass die Ergebnisse der Tests sehr abhängig von der entsprechenden sozialen Interaktion zwischen der Testperson (dem Kind) und der testenden Person sind. Deswegen sind die Ergebnisse solcher Tests, aus meiner Sicht, nur sehr eingeschränkt aussagekräftig.

Anika von Bose
6 Monate zuvor

Es geht nicht um „Einheitskinder“ natürlich sind wir alle unterschiedlich auch in unseren Begabungen. Es geht um Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass es eine absolut herausfordernde und schwierige – geradezu verunsichernde Situation es ist, wenn das eigene Kind Entwicklungsverzögerungen zeigt. Es gibt einfach gar keine institutionell vernetzt arbeitende Beratungs- und Unterstützungszentren, die ansprechbar sind. Diagnostik und Therapie hängen davon ab, ob Erziehungsberechtigte in der Lage sind diese zu generieren, erforderliche Anträge für notwendige Therapiemassnahmen zu stellen oder diese selbst zu bezahlen. Eltern wollen in der Regel das Beste für ihr Kind und jedes Kind sollte die gleichen Möglichkeiten der Diagnostik und Unterstützung bekommen.

Wenn das gewährleistet und die Prävention in diesem Sinne gestärkt würde, können die betroffenen Kinder, deren Erziehungsberechtigte und später die Bildungsgemeinschaften erheblich entlastet werden.

Riesenzwerg
6 Monate zuvor
Antwortet  Anika von Bose

Entwicklungsverzögerung (früher Spätzünder) darf nicht dazu führen, dass man von Pontius zu Pilatus laufen muss und sollte auch keine Angst und Stress auslösen.

Es gibt einfach Kinder, die länger brauchen!

Und hier kommt ihnen kein Schulsystem entgegen, dass alle über einen Alterskamm schert.

Anika von Bose
6 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Wenn Kinder sich nicht altersentsprechend entwickeln, löst das in der Regel immer Sorge aus. Und natürlich besteht immer die Möglichkeit, dass ein Kind einfach „etwas länger braucht“. Das Problem ist, dass einem das keiner mit Gewissheit sagen kann – und das führt ganz automatisch zu Stress und Unsicherheit. Sicher ist das abhängig vom Umfang der Entwicklungsverzögerungen. Ich und mein Mann gehören eher zu den privilegierteren Eltern, die über ein sehr solides Einkommen und auch über notwendige Kompetenzen verfügen unsere Kinder optimal zu unterstützen. Und selbst vor diesem Hintergrund kann ich sagen, dass wir vor erheblichen Widrigkeiten standen und stehen. Kinder die in weniger privilegierteren Haushalten und eher ungünstigen Umfeld aufwachsen, sind durch das Fehlen eines funktionierenden und wirksamen Beratungs- und Unterstützungsangebot erheblich benachteiligt.

Seit Jahren wird Deutschland in jeder Vergleichsstudie mangelnde Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit attestiert – Bildungserfolg ist maßgeblich vom sozialen Umfeld abhängig. Das gleiche gilt aus meiner Sicht auch für Beratung und Unterstützung.

Kinder aus privilegierteren Elternhäusern, haben gegenüber Kindern aus ungünstigen Umfeld bei Einschulung Lernvorsprünge von bis zu zwei Jahren.Das ist inakzeptabel.

Wenn die Kinder dann in die Bildungseinrichtungen kommen, die nicht in der Lage sind diese Unterschiede zu kompensieren – und das sind sie nicht – dann ist der Lebensweg häufig vorgezeichnet.

Riesenzwerg
6 Monate zuvor
Antwortet  Anika von Bose

Mein Reden – Elternbetreuung bis mindestens zur Grundschule.

Elternschulung verpflichtend – schließlich haben sie zumindest nachmittags, abends oder am WE mit ihren Kindern zu tun und ein bisschen in den Ferien.

Viele wollen ja nur noch die strahlenden Augen und keinen Streit. Der muss aber sein für die Entwicklung des Kindes – geht gar nicht anders.

Viele verstehen sich bereits vom Säuglingsalter als Freunde ihres Kindes – Kinder brauchen ihre Eltern, Freunde finden sie in der Regel genug.

Jetzt übertreibe ich vermutlich – mir scheint, dass fast jedes Kind/jeder Jugendliche eine Begleitung braucht, um durch den Tag, die Schule und das Leben zu kommen.

Das ist bitter – um das zu erreichen, wurde an vielen verantwortlichen Stellen versagt.

anka
6 Monate zuvor
Antwortet  Anika von Bose

Hamburg.

Pälzer
6 Monate zuvor

Die „Sommerschulen“ nach den Lockdowns in Rheinland-Pfalz bestanden aus 14 Tage Ferienkursen, die von Freiwilligen aller Art gehalten wurden und – wenn man Vorbereitungszeit mitrechnet – knapp unter Mindestlohn bezahlt wurden.

Riesenzwerg
6 Monate zuvor
Antwortet  Pälzer

Bei uns an der Schule werden diese Kurse von uns vorbereitet – Material mit Lösungen und Hinweisen wird gestellt – und von (meist noch) motivierten Lehramtsanwärtern gehalten.