
Der Schulunterricht orientiert sich nach Überzeugung von Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) heute sehr viel stärker an der Lebenswirklichkeit der Kinder als früher. Die Mädchen und Jungen hätten aufgrund von veränderten Bedingungen in vielen Elternhäusern heute andere Bedarfe, sagte die Ministerin im Gespräch.
Auch Bankkonto und Handyvertrag Teile des Unterrichts
Das reiche von grundlegenden Fragen wie Hygiene und Ernährung in der Grundstufe bis hin zu Verbraucherbildung in der Mittelstufe. «Die Schülerinnen und Schüler lernen das, was immer gefordert wird. Zum Beispiel ein Bankkonto eröffnen oder wie ein Handyvertrag abgeschlossen wird.» So werde etwa im Mathematikunterricht ausgerechnet, welcher von zwei unterschiedlichen Handyverträgen günstiger sei – mit Flatrate oder Einzelabrechnung.
Ein anderes Beispiel sei die Demokratieerziehung, die heute nicht mehr nur im Politikunterricht, sondern bereits in der Grundschule stattfinde. «Es gibt fast kein Klassenzimmer mehr, in dem nicht die Regeln des Zusammenlebens miteinander vereinbart sind.» Es seien einfache Dinge, die aufgeschrieben an den Wänden hingen, etwa: «Wir lassen uns ausreden, wir hören einander zu, wir passen aufeinander auf». Das sei Demokratieerziehung, betonte die Ministerin. «Ich bin positiv überrascht, wie gut Kinder argumentieren und wie wichtig ihnen das ist.»
Schule soll Kindern Struktur geben
Die Bedeutung der Schule hat in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich zugenommen, ist Stenke überzeugt. Schon, um den Kindern und Jugendlichen Struktur zu geben. «Und zwar deswegen, weil wir die Struktur häufig in vielen Familien nicht mehr haben. Das ist eine gesellschaftliche Entwicklung.» Dabei sei Struktur und Verlässlichkeit das, was Kinder am meisten liebten.
Viele Kinder seien verunsichert, etwa durch Nachrichten oder Cybermobbing. «Da hat Schule eine extrem wichtige Rolle.» Schule sei in der Lage, das Leben der Kinder zu strukturieren. Dabei spiele auch der Ganztag eine Rolle. «Kinder mögen den Ganztag, weil sie wissen, dort sind Menschen, die sich kümmern», sagte Stenke. Das könne ein Familienersatz sein in einer Zeit, in der Familie nicht selbstverständlich sei. News4teachers / mit Material der dpa
„Demokratie ist keine Projektwoche“: Was Marina Weisband von Schulen fordert









All die Struktur bleib allerdings Wunschdenken, wenn man die Schulen mit so wenig Geld / Personal ausstattet, dass die ganze Zeit nur Mängel verwaltet werden.
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Wie wunderbar, konkrete Lebenshilfe, da lernen die Kleinen alles, was man im Leben braucht und die Demokratie wird auch gerettet. Entspricht vom Niveau her so etwa AFB I, Wiedergabe gelernter Fakten. Das reicht dann hinterher, um kreative, innovative, unabhängige Absolventen zu haben? Menschen, die Demokratie als Aufgabe verstehen, die nicht nur ‘Staatsform, in der die Macht….’ auswendig aufsagen? Abstraktionsniveau Null als Bildungsziel? Was ist das für ein Bildungsbegriff, wer später nicht an der Uni landet, braucht nur Alltagsfertigkeiten? Aber Hauptsache, die Ministerin ist ‘positiv überrascht’. Ich wäre von ihrer Einstellung und kurzsichtigen Dummheit gerne negativ überrascht, warum nur kann ich das nicht sein…
Über Kinder- und Entwicklungspsychologie sollte sie auch einmal etwas lesen, vielleicht findet sich eine Broschüre mit vielen Bildern. Möglicherweise verwechselt sie nur die realen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit den im Parteiprogramm definierten.
Das sind die Leute, die auch die schlimmsten Ausfälle noch schönreden, die ‘politische Verantwortung tragen’, indem sie das Versagen leugnen. Gleichzeitig geht es in anderen Artikeln um bankrottes Schulsystem und ‘Lehrer platzt der Kragen’, aber sie hat ziemlich sicher selten bis nie mit einfachen Lehrkräften an einer ganz normalen Schule über deren Probleme gesprochen. Nein, nicht bei einem angekündigten Ministerinnenbesuch…
“In Zeiten abnehmender familiärer Bindungen wächst die Bedeutung von Schule.”
Diesen ersten Satz des Artikels finde ich gruselig!
Heißt das, die Gesellschaft findet sich damit ab, dass immer mehr Familien nicht in der Lage sind, sich angemessen und vernünftig um ihre Kinder zu kümmern? Was ist die Lösung? 24/7 Rundum-Betreuung der Kinder durch den Staat? Wozu braucht es noch Eltern? Nur noch für Zeugung und Geburt? Aber selbst das lässt sich schon z. T. in der Retorte erledigen.
Was für Menschen werden die zukünftigen Generationen sein? Nur noch Individualisten ohne jegliche Bindungen zu anderen Menschen? Von “Profis” gebildet und erzogen?
Wahrscheinlich hatte Konrad Zuse recht, als er sagte:
“Die Gefahr, dass der Computer wird wie der Mensch, ist nicht so groß, wie die Gefahr, dass der Mensch wird wie der Computer.”
Aber die Schule wird das alles “hinbiegen” – aber nur, wenn die Schule schon ab dem ersten Lebenstag der Kinder und 24/7 stattfindet. Schöne neue Welt?
Nein, so eine Welt will ich nicht!
“Heißt das, die Gesellschaft findet sich damit ab, dass immer mehr Familien nicht in der Lage sind, sich angemessen und vernünftig um ihre Kinder zu kümmern?”
Nein.
Aber es muss gerade für Sie völlig unvorstellbar sein, in einem Land zu leben, wo beide Elternteile arbeiten gehen und die Kinderbetreuung ausgebaut ist.
Krass, wie Sie Ihre eigene Kindheit untergraben, um sich in einem Internetforum mal wieder etwas völlig irrationales zu wundern :/
Für mich liest sich das wie eine Bankrott-Erklärung unserer Gesellschaft.
Der Staat unterstützt Familien – Bankrott-Erklärung.
Ich wollte noch etwas gemeines schreiben, aber stattdessen möchte ich Sie fragen, ob Ihre Eltern die Kinderbetreuung der DDR als Bankrotterklärung empfanden
? Wieso Kinderbetreuung?
An meiner Schule sind die schwierigsten Fälle (fehlende Bindungen) diejenigen, bei denen die Eltern zuhause sind.
Ich schrieb Potschemuschka bezüglich:
“In Zeiten abnehmender familiärer Bindungen wächst die Bedeutung von Schule.”
Diesen ersten Satz des Artikels finde ich gruselig!”
Zudem schrieb Sie “Bankrotterklärung” – DIESER Bezug würde ja schon irgenwie zur DDR passen ^^
Aber Potschemuschka schrieb immer positiv und – bezüglich der Familie – nicht undankbar über die damaligen Angebote.
Was “gruselt” Sie heute, was Sie vom Unrechtsstaat DDR – für sich auf die persönliche Situation – positiv in Erinnerung hält?
Ja, Bindung zu Lehrkräften ist wichtig. Allerdings sollte man als Politiker*in einmal überlegen, ob es wünschenswert ist, das die Schule (also die Erwachsenen, die dort arbeiten) die Erziehung, übernimmt.
Wenn man feststellt, dass das es immer notwendiger wird, dann muss der Staat gegensteuern, anstatt die Aufgabe zu übernehmen, finde ich. Es entsteht doch automatisch ein Problem, wenn einerseits die Eltern per Gesetz die Erziehungsgewalt haben, Schulen aber andererseits alles übernehmen sollen, wenn Eltern diese Erziehungsgewalt nicht mehr verantwortungsvoll ausüben. Jeden Tag erleben wir, wie sogar Konflikte aus diesem Spannungsverhältnis entstehen. Eltern erwarten, dass die Schule etwas tut, spielen aber nicht mit und wehren sich, wenn sie es tut.
Für mich gibt es eigentlich nur zwei Lösungsansätze: Entweder der Staat verlangt mehr Elternverantwortung, die überprüft wird durch halbjährliche Regeluntersuchungen und welcher ggf. bei fehlender Bereitschaft diese auszuüben mit Sanktionen begegnet wird.
Oder man gibt auf, stattet zwar Bildungseinrichtungen viel besser aus, etabliert aber so eine Art Internatsschulsystem, so dass Schulen (die Erwachsenen, die dort arbeiten) tatsächlich die Erziehung übernehmen und das leisten können, was die Politik von ihnen erwartet.
Natürlich bin ich für die erste Variante.
Mir geht es langsam wirklich auf den Zeiger, dass Politik den Menschen ständig einzureden versucht, dass Schule alles ausgleichen müsse, was nicht läuft.
Der gesunde Menschenverstand setzt bei der Mehrheit der Bevölkerung diesbezüglich offensichtlich auch aus, denn die meisten Menschen hierzulande glauben doch tatsächlich, dass das mit den maroden Schulsystemen, die wir in Deutschland haben, möglich sein muss.
Man will wiedergewählt werden. Und dafür muss man den Menschen wohl vorgaukeln, dass sie selbst nichts zu tun brauchen (hier: erziehen), wenn man diese oder jene Partei wählt.
Genauso bewegt man sich aber immer weiter auf den Abgrund zu.
Schule ist mittlerweile rein zeitlich gesehen der Lebensmittelpunkt. Ob das so gut ist, darf man ruhig differenziert betrachten.
Was war Ihr Lebensmittelpunkt während Ihrer Schulzeit?
Ehrlichgesagt, auch schon zu meiner Jugend drehte sich mein Leben um die Schule und meine Freund*innen dort …
Sie haben das Wort “zeitlich” bewusst oder unbewusst überlesen.
Rein zeitlich war Schule bis Klasse 10 nicht mein Lebensmittelpunkt, weil ich inkl. Fußweg hin und zurück maximal 6 Zeitstunden pro Tag in der Schule war.
Mit wem außer Ihrer Familie bzw. Ihrem Kopfkissen verbrachten Sie mehr als sechs Stunden pro Tag? (augenroll)
Da haben die Referenten der Frau Bildungsministerin mal wieder einige Floskeln in den Interviewtext verpackt:
“Kinder mögen den Ganztag…”
Bitte diese klare Aussagen mit Zahlen und Daten belegen.
“Schulunterricht orientiert sich nach Überzeugung von Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) heute sehr viel stärker an der Lebenswirklichkeit der Kinder als früher.”
Da kann ich für meine SuS und deren Entwicklung nur sagen: Hoffentlich nicht!
“Schulunterricht orientiert sich nach Überzeugung von Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) heute sehr viel stärker an der Lebenswirklichkeit der Kinder als früher.”
Deshalb macht es dann vermutlich auch nichts aus, wenn man Unterrichtsstunden streicht und Stellen abbaut?
“Weniger Unterricht an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen in SH”
“Schwarz-Grün streicht 400 Lehrerstellen – SPD: „Unglaublich“
Können Sie bitte Ihre Quelle dazu einstellen?
Das war eine Schlagzeile aus dem Hamburger Abendblatt, die auch die beruflichen Schulen einschließt.
Hier kann man mal die ungeschönte Wahrheit nachvollziehen. Es ist das Ergebnis einer Petition, die mehr Stellen fordert:
https://www.landtag.ltsh.de/petitionen/400-lehrerstellen-mehr-statt-200-weniger/
Kurz zusammengefasst: Die ablehnende Begründung lautet “Das Land hat kein Geld.”
“die auch die beruflichen Schulen einschließt.”
Eigentlich ziemlich unlogisch dort Stellen zu streichen, wenn man regelmäßig darauf verweist, dass die Berufsschulen diejenigen SuS noch zum ESA führen sollen, die es an den Gemeinschaftsschulen nicht geschafft haben.
Ja, vielleicht sollte ich mal damit aufhören, Stellen zu streichen. Genau.//
Danke. Können Sie mir bitte die Hamburger Schlagzeile verlinken?
Wenn Ihnen NDR und Hamburger Abendblatt nicht reichen sollten, wie wäre es z.B. mit der TAZ ?
“Bildungskürzungen in Schleswig-Holstein: Weniger Lehrkräfte für mehr Schüler*innen”
oder mit “Die Zeit”?
“SPD kritisiert Abbau von Lehrerstellen in Schleswig-Holstein”
usw,
Heftig!
Danke für den Hinweis an die TAZ, die nicht hinter einer Paywall liegt (https://taz.de/Bildungskuerzungen-in-Schleswig-Holstein/!6108124/)
Echt schlimm, wenn wider besseren Wissens an der Bildung gespart wird, nur wil sich diese Investitionen erst später auszahlen 🙁
Es könnte schlimmer kommen (https://www.news4teachers.de/2026/01/afd-will-grundgesetz-aendern-um-schulpflicht-faktisch-abzuschaffen-antrag-abgelehnt/)
Aber ich schätze, jetzt fordern alle, zehn Jahre abzuwarten, bevor etwas verbessert wird -___-
“Echt schlimm, wenn wider besseren Wissens an der Bildung gespart wird, nur wil sich diese Investitionen erst später auszahlen“
Das scheint die SPD in “The Länd” ähnlich zu sehen:
“SPD kritisiert geplante Kürzungen des Landes bei Schulsozialarbeit / Auswirkungen auf Mannheim sollen geprüft werden“
Es muss eben priorisiert werden. Wenn Investitionen in AI die Zukunftsfähigkeit erhöhen, kann man eben nicht in alle Köpfe investieren. Also weg mit der Gießkannenförderung! – Wird doch ansonsten auch an jeder Ecke gefordert.
“Wenn Investitionen in AI die Zukunftsfähigkeit erhöhen”
Fragen Sie Ihre AI mal bezüglich der demografischen Entwicklung in Deutschland, Fach- und Servicekräftemangel 😉
Weniger Gießkanne ist jedoch erstmal etwas, dass mehr Aufmerksamkeit verdient. Gezielte und passende Zuwendungen sind in der – garantiert “nur vorübergehenden” – Situation der Mangelverwaltung leider (!) nicht vom Tisch 🙁
Gut zu wissen, Danke 🙂
So steht geschrieben, dass die abnhemenden familiären Bindungen und Verpflichtungen nun zusätzlich von den Schulen aufgefangen werden muss? Ich habe noch kein Sonderbudget dafür gesehen, aber es wird einfach so vorausgesetzt.
So kann das nicht weitergehen, von oben werden permanent Aufgaben delegiert, ohne auch nur im Geringsten die Voraussetzungen dafür zu schaffen,im Gegenteil, es wird immer mehr eingespart. Aber trotzdem sollen die Lehrer der Retter der Gesellschaft sein. Wahnsinn!
Ich werde mich hüten, zu meinen Schülern ein anderes als ein unterrichtliches Verhältnis aufzubauen. Der Abstand zu kein Verhältnis ist somit deutlich geringer als zum familiären Verhältnis. Das mag vielleicht distanziert wirken (oder sein), jedoch möchte ich gerne meinen Beruf noch bis zur Pension ausüben können.
“Ich werde mich hüten, zu meinen Schülern ein anderes als ein unterrichtliches Verhältnis aufzubauen.”
Also künftig keine Beschwerden mehr, was Familien an “Eigenverantwortung” zu leisten haben? 😀
Jetzt machen Sie sich doch nicht immer so viele Sorgen, dass den von Ihnen bevorzugten Chaosmenschen da was blühen könnte…denen wird eben ganz zart die neun, zehn, elf Jahre lang gaaaaanz soft und sensibel zurückgemeldet, was man so zurückmelden darf (was nicht viel ist und was natürlich in der aller Regel NICHT angenommen wird, ist ja klar)…und dann übernehmen andere Institutionen die weitere Versorgung.
Ein “unterrichtliches Verhältnis” ist btw. GELTENDES RECHT, ich zitiere für mein BL wörtlich: “Das Verhältnis der Lehrkraft zu Schülerinnen und Schülern ist immer ein dienstliches.”
Damit wird z.B. das bis heute geltende WhatsApp-Verbot begründet.
Aber woher sollen Sie das auch wissen…
Die Anführungszeichen bedeuteten, dass ich jemand anderes, in diesem Fall Unfassbar zitierte.
Aber wo Sie mich schon fragen…
SCHEIẞE NEIN! Ich würde es auf keinen Fall so halten wie Unfassbar, wobei sich unsere Arbeitsumfelder auch stark unterscheiden, dass hier kein Werturteil möglich ist, da müsste jemand Unfassbars Kolleg*innen dazu ansprechen.
Was mich betrifft, bemühe ich mich – für meine Verhältnisse, um ein Verhältnis zu den Schüle*innen jenseits der Wissensvermittlung. Bin aber Klassenlehrkraft und Sonderpädagoge, meiner Meinung erfordert beides eine solche Beziehung.
Sie können sich ja vorstellen, wie ich in wenigen Stunden Inklusion mit meinen schwachen Witzen Menschen einnehme und innerhalb der Klasse die Kinder gegen Gott und die Welt schützen will bzw. gerechten Zorn auf alle niederschmetter, welche die Menschenrechte nicht achten 🙂