Start Praxis Lehrkräfte klagen gegen zusätzliche Unterrichtsstunde – GEW kündigt erste Verfahren an

Lehrkräfte klagen gegen zusätzliche Unterrichtsstunde – GEW kündigt erste Verfahren an

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POTSDAM. Seit Beginn des zweiten Schulhalbjahres müssen Lehrkräfte in Brandenburg eine zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche erteilen. Die Maßnahme, mit der das Bildungsministerium Personalkürzungen abfedern will, stößt weiterhin auf erheblichen Widerstand. Nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bereiten mehrere Lehrerinnen und Lehrer nun individuelle Klagen gegen die sogenannte Mehrstunde vor.

Es geht vor Gericht. Symbolfoto: Shutterstock

„Bereits im März werden wir die ersten Klagen vor Arbeitsgerichten und Verwaltungsgerichten haben“, sagte der GEW-Landesvorsitzende Günther Fuchs. Derzeit würden entsprechende Verfahren vorbereitet. Die Gewerkschaft hatte bereits selbst gegen die Regelung geklagt; über diese Klage ist bislang nicht entschieden.

Nach Darstellung des Bildungsministeriums betrifft die zusätzliche Unterrichtsstunde faktisch rund 60 Prozent aller Lehrkräfte im Land. Für Lehrerinnen und Lehrer an Förderschulen, Berufsschulen sowie an Schulen in sozialen Brennpunkten gelten Ausnahmen. Zugleich verweist das Ministerium darauf, dass die Mehrbelastung durch Entlastungen an anderer Stelle ausgeglichen werden solle.

Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) verteidigte die Maßnahme im Interview mit dem rbb. Die Entscheidung sei nicht leichtfertig getroffen worden. „Wir haben sehr genau abgewogen und wir haben uns vor allen Dingen darauf gestützt, was uns die Expertinnen und Experten aus der Fachwelt gesagt haben“, sagte Freiberg. Es sei richtig, dass die Regelungen nicht überall auf Zustimmung stießen, fügte er hinzu: „Es gefällt nicht allen, das sei zugestanden, aber die meisten Vorschläge, die wir jetzt hier umgesetzt haben, die kommen von Lehrerinnen und Lehrern.“

Zu den Entlastungsmaßnahmen gehört unter anderem, dass in den ersten und zweiten Klassen keine verpflichtenden Lernentwicklungsgespräche mehr vorgesehen sind. Zudem entfällt die Pflicht zur Facharbeit in der neunten Jahrgangsstufe, ebenso die zentrale Prüfung in der zehnten Klasse an Gymnasien. Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen außerdem keine Grundschulgutachten mehr erstellt werden müssen.

„Auf Gespräche, die nur noch stattfinden, weil man sie auf einem Blatt Papier abhaken muss, wollen wir verzichten“

Kritik entzündet sich dabei vor allem an der Frage, ob diese Entlastungen nicht mit Qualitätsverlusten einhergehen. Freiberg wies entsprechende Befürchtungen im rbb-Interview zurück. Am Beispiel der Elterngespräche sagte er: „Die Verpflichtung fällt weg, aber wenn die Eltern oder die Lehrkraft darauf besteht, das Gespräch durchzuführen, dann wird es weiterhin durchgeführt. Auf Gespräche, die nur noch stattfinden, weil man sie auf einem Blatt Papier abhaken muss, wollen wir verzichten.“

Auch bei anderen Maßnahmen sieht der Minister pädagogische Gründe. Zur Abschaffung der Facharbeiten in der neunten Klasse erklärte Freiberg im rbb: „Bei den Facharbeiten hat es langjährige Forderungen aus weiten Teilen der Belegschaft gegeben, am Bewertungsmodus etwas zu ändern. Mit KI ist dort noch mal ein ganz anderer Zugzwang reingekommen, weil in vielen Teilen nicht mehr zu unterscheiden ist zwischen dem, was die Maschine macht, und dem, was die Kids dort selbst abliefern.“

Lehrerverbände und Gewerkschaften halten dem entgegen, dass freiwillig weitergeführte Aufgaben faktisch zu unbezahlter Mehrarbeit führen könnten. Freiberg wies diesen Vorwurf zurück. „Also auf der einen Seite sagt man, es werden Sachen abgeschafft, die pädagogisch sinnvoll sind. Auf der anderen Seite sagt man, es ist Mehrarbeit. Das kann ich ehrlicherweise so nicht zusammenbringen“, sagte er dem rbb. Grundsätzlich sei der Lehrerberuf durch eine besondere Arbeitszeitstruktur geprägt: „Was jetzt geschehen ist: Wir haben in diesen Anteilen 45 Minuten – also eine Unterrichtsstunde – von dem einen Teil in den anderen verschoben. Nicht mehr und nicht weniger.“

Hintergrund der Maßnahme ist auch der geplante Abbau von Lehrerstellen. Nach Angaben des Ministers soll die zusätzliche Unterrichtsstunde rechnerisch dazu beitragen, den Wegfall von rund 445 Stellen zu kompensieren. „Rechnerisch geht es gut auf“, sagte Freiberg im rbb. Zugleich räumte er ein, dass die steigenden Schülerzahlen in Brandenburg dadurch nicht aufgefangen würden.

„Das damalige Mittragen der Entscheidung für die Stellenreduzierung war ein Fehler“

Kritik kommt auch aus der Landespolitik. Der Parlamentarische Geschäftsführer der BSW-Landtagsfraktion, Falk Peschel, hält die Entlastungsmaßnahmen für unzureichend. „Es bedarf weiterer Entlastungsmaßnahmen, zum Beispiel durch multiprofessionelle Teams“, sagte Peschel. Diese könnten Lehrkräfte insbesondere bei Verwaltungsaufgaben unterstützen.

Peschel ging zudem auf die umstrittene Kürzung der Lehrerstellen ein. Die Reduzierung um 345 Vollzeitstellen sei rückblickend falsch gewesen. „Das damalige Mittragen der Entscheidung für die Stellenreduzierung war ein Fehler“, sagte der BSW-Politiker. Das Bündnis Sahra Wagenknecht war bis Januar Teil der Regierungskoalition mit der SPD. News4teachers / mit Material der dpa

“Nur Verlierer”: Lehrkräfte frustriert über eine Unterrichtsstunde mehr pro Woche

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Mika BB
1 Monat zuvor

Frage RBB:
„Sie haben eben schon angedeutet, dass zum Beispiel Elterngespräche trotzdem geführt werden können, wenn die Lehrer es für nötig halten. Führt das dann nicht zu unbezahlter Mehrarbeit, wie es Lehrerverbände und -gewerkschaften befürchten?“

Steffen Freiberg:
„Also auf der einen Seite sagt man, es werden Sachen abgeschafft, die pädagogisch sinnvoll sind. Auf der anderen Seite sagt man, es ist Mehrarbeit. Das kann ich ehrlicherweise so nicht zusammenbringen.“

Ich
hingegen kann nicht zusammenbringen, dass ein Bildungsminister (per se also jemand, der logisch denken können sollte), Folgendes nicht versteht:

Die Verpflichtung zur Durchführung von Gesprächen mit allen Eltern wird durch die Änderung des Schulgesetzes umgewandelt in eine Verpflichtung zu Gesprächen mit allen Eltern, welche Gespräche wollen. Gleichzeitig geht Herr Minister bei der Berechnung der Entlastungszeit jedoch offensichtlich davon aus, dass gar keine Gespräche mehr stattfinden, da er die Freiwilligkeit der Gespräche betont.

Nein, Herr Freiberg, die Gespräche sind für die Lehrkräfte kein freiwilliges Spaßvergnügen, welches sie mit Verweis auf ihre Arbeitszeit abweisen können. Gern mal im eigenen Gesetz nachlesen! Und wenn ich diese (meiner Ansicht nach pädagogisch sinnvollen und unabdingbaren) Gespräche auf Elternwunsch hin durchführe, sind sie ab jetzt unbezahlte Mehrarbeit, da Sie uns den Wegfall der Gespräche als Entlastung verkaufen wollen.

Besonders spaßig finde ich aber diesen Teil des Interviews:

Frage RBB:
„Wenn die Lehrer zusätzliche Elterngespräche freiwillig machen, dann führt das doch zu unbezahlter Mehrarbeit, oder?“

Steffen Freiberg:
„Also, der Lehrerberuf ist einer der schönsten und ganz besonderen Berufe, was die Arbeitszeitgestaltung angeht. Ein Großteil der Arbeitszeit wird berechnet über die Unterrichtsverpflichtung. Und daneben gibt es einen Anteil, der mit all dem zu tun hat, was ringsum zu leisten ist durch Lehrerinnen und Lehrer. Was jetzt geschehen ist: Wir haben in diesen Anteilen 45 Minuten – also eine Unterrichtsstunde – von dem einen Teil in den anderen verschoben. Nicht mehr und nicht weniger.“

Jo. Auf den Hinweis, dass diese Elterngespräche eben doch unbezahlte Mehrarbeit seien, mit: „Also, der Lehrerberuf ist einer der schönsten und ganz besonderen Berufe, was die Arbeitszeitgestaltung angeht.“ zu antworten – das hat schon was.
Aber als BILDUNGSminister nicht zu wissen, dass eine Unterrichtsstunde mit Vor- und Nachbereitung einen Zeitaufwand umfasst, der nun mal deutlich größer als 45 Minuten ist – das disqualifiziert ihn in meinen Augen final für seinen Job.

Liebster Herr Freiberg: Lesen Sie doch einfach mal eine unabhängig erstellte Arbeitszeitstudie für Lehrer. Da ist ziemlich genau aufgelistet, welche unterrichtsnahen Tätigkeiten mit einer Unterrichtsstunde direkt verknüpft sind und wie lange die dauern. Aus meiner ü30-jährigen Erfahrung heraus braucht’s für 45min Unterricht mindestens noch mal 45min drumrum, und ich bin inzwischen Profi, was Vor- und Nachbereitung betrifft. Würde bedeuten: für wöchentlich 45 Minuten Unterricht mehr habe ich wöchentlich 90 Minuten Entlastung an nichtunterrichtlichen Tätigkeiten. Rechnen Sie mir das doch bitte mal vor, wie jede! Lehrkraft, welche die Mehrarbeitsstunde jetzt hat, um 90 Minuten pro Woche entlastet wird. Ich bin gespannt….

Ich hätte gern einen Bildungsminister, der Ahnung von Schule hat. Am besten jemanden, der wenigstens zehn Jahre in einer solchen als stinknormale Lehrkraft gearbeitet hat. Scheint zu viel verlangt zu sein…Schade…

https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/02/interview-bildung-brandenburg-minister-steffen-freiberg-unterricht-schulen-zusatzstunde-lehrer.html

Ludwig
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Elterngespräche waren immer schon möglich. Wenn Eltern einen Lehrer sprechen wollen, können sie mit ihm einen Termin ausmachen. Der Lehrer darf sich dem nicht verweigern.

Daneben fanden und finden gebündelt Elternsprechtage statt, an denen man die Möglichkeit hat, verschiedene Lehrer gleichzeitig zu sprechen. Macht Sinn. Die dauern länger als der Unterrichtstag, z.B. von 08.00 bis 16.00 Uhr (da findet dann kein Unterricht statt). Trotzdem kriegen nicht alle Eltern einen Termin ab, die einen wollen. Dann haben sie “Pech gehabt”, aber es bleibt ihnen ja die Möglichkeit, einzelne Lehrer um einen Termin zu bitten.

Bei uns hört man dann Stimmen, die sagen: “Wie? Extra-Termine in meiner Freizeit? Mach ich nicht.” Die gehen immer noch davon aus, die Arbeitszeit des Lehrers sind seine Unterrichtsstunden in der Schule. Stimmt aber nicht.

Wenn nun die Elternsprechtage wegfallen, bleibt noch die Möglichkeit der Einzeltermine. Bei uns legen sie die Lehrer gerne auf vor der 1. Stunde oder gleich nach der letzten Stunde. Die allermeisten Eltern arbeiten da. Solche Elterngespräche finden bei uns kaum statt.

Das ist die Realität (bei uns). Wenn der Elternsprechtag wegfällt, hat man seinen ganz normalen Unterricht. Der ist allerdings zeitlich kürzer, je nachdem, wie viele Stunden man gibt.

Ludwig
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Ich brauche für 4-6 Unterrichtsstunden täglich normalerweise rund 1 Stunde Vorbereitung (wenn ich keine Arbeitsblätter neu erstelle, die meisten habe ich ja aufgehoben). Ich bin an einer Grundschule.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Ludwig

Kommt halt drauf an. Wenn ich eine neue Lerngruppe, die einstündig ist, dazubekomme, dann habe ich sogar noch viel mehr Arbeit. Je nach Fach und Jahrgang muss ich dann deutlich mehr vorbrereiten.

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Ludwig

Das freut mich für Sie und würde bei Allgemeingültigkeit begründen, warum Grundschulkollegen ein höheres Deputat als Gymnasialkollegen haben.

Ich brauche als vor allem in der SEK 2 mit den Fächern Ma, Phy, Informatik für Vor- und Nachbereitung deutlich länger. Ob das der Aufbau und die Einjustierung von Versuchen in der Physik, die permanente Neuvorbereitung in Informatik aufgrund der sich ständig verändernden dortigen Inhalte/Sprachen/Konzepte oder einfach nur die Unterschiedlichkeit der Kurse ist – dass ich zwei Jahre hintereinander exakt dieselben Stunden halten kann, ist noch nie vorgekommen. Der zeitliche Korrekturaufwand in der SEK 2 ist immens und mit dem der Grundschule nicht vergleichbar, da gebe ich Ihnen recht, was Ihre zeitliche Belastung neben dem eigentlichen Unterricht betrifft.

Mit freundlichen Grüßen,
Mika BB

Kaunas
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Also sind Sie auch wegen der gravierenden Unterschiede gegen A13 für alle? Oder sind dafür die Unterschiede dann doch nicht so groß?

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Kaunas

Das Deputat hat mit „A13 für alle“ jetzt was zu tun?

Omg
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Leute mit Ahnung meiden diesen Posten.

Omg
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Ich bin gespannt allerdings auf Bremen und lasse mich gern von der Ausnahme positiv überraschen

Randberliner
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Also wenn man nach 30 Jahren Berufserfahrung für jede (!!!) Unterrichtsstunde a 45 Minuten noch einmal 45 Minuten Vorbereitung braucht, stimmt was nicht. Definitiv!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Randberliner

Der Anrechnungsfaktor liegt auch nur bei 150%. 1,5 mal 28 ergibt 42 Stunden je Woche. Also nur 23 Minuten Vor- und Nachbereitung.
Dass die Unterrichtsdauer 45 Minuten beträgt, wurde ja vom Dienstherren festgesetzt.

Omg
1 Monat zuvor
Antwortet  Randberliner

Und ein Meister seine Faches kann auch schneller arbeiten als ein Junggeslle. Hier stimmt aber auch was nicht. DEFINITIV

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Randberliner

Im Mittel stimmt die Zahl, allerdings schließt sie, wie ich geschrieben habe, nicht nur die Vorbereitung (einschließlich Experimente aufbauen, Technik vom Funktionieren überzeugen, Tests und Klausuren konzipieren etc.), sondern auch die Nachbereitung: also Korrekturen (ziemlich zeitaufwendig in der SEK 2) mit ein.

Aber immer wieder nett, wenn ohne Kenntnis der speziellen Situation hier anderen die Erfahrung abgesprochen wird.

Kaunas
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Taten Sie das nicht auch? (letzter Satz)

Kaunas
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Aus meiner ü30-jährigen Erfahrung heraus braucht’s für 45min Unterricht mindestens noch mal 45min drumrum, und ich bin inzwischen Profi, was Vor- und Nachbereitung betrifft.

Nee, dann sind Sie kein Profi.

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Kaunas

Wenn Sie meinen…

Kadee
1 Monat zuvor
Antwortet  Kaunas

Ich denke, das kommt hin. Es gleicht sich aus, denn z. B. eine Klassenarbeit oder einen Test zu erstellen, dauert gewöhnlich auch länger als 45min, von der Kontrolle dieser möchte ich gar nicht reden… Bei zu kontrollierenden Klausuren braucht man in den Sprachenfächern kaum anfangen, wenn man nur 45min an Korrekturzeit zur Verfügung hat.

Ludwig
1 Monat zuvor

“Peschel ging zudem auf die umstrittene Kürzung der Lehrerstellen ein. Die Reduzierung um 345 Vollzeitstellen sei rückblickend falsch gewesen. „Das damalige Mittragen der Entscheidung für die Stellenreduzierung war ein Fehler“, sagte der BSW-Politiker.”

Na, dit lieb ick ja. In der Regierung alles mitmachen und in der Opposition dann wieder alles kritisieren.

Mika BB
1 Monat zuvor

„ Nach Darstellung des Bildungsministeriums betrifft die zusätzliche Unterrichtsstunde faktisch rund 60 Prozent aller Lehrkräfte im Land. Für Lehrerinnen und Lehrer an Förderschulen, Berufsschulen sowie an Schulen in sozialen Brennpunkten gelten Ausnahmen“

Was ich mich noch frage:
Worauf gründet sich die Ausnahmeregelung? Die Lehrkräfte in diesen Schulen arbeiten zwar formal jetzt auch eine Stunde mehr, erhalten aber alle eine Abminderungsstunde.
Aus welchem Grund? Mussten die Kollegen dort vorher mehr Arbeitszeit ableisten als die Lehrer z.B. an Nicht- Brennpunktschulen? Müssen Kollegen an Brennpunktschulen die besagten Elterngespräche jetzt trotzdem halten oder die abgeschaffte P10 an Gymnasien/Gesamtschulen mit GOST im Brennpunkt trotzdem durchführen, weil sie die Mehrstunde, welche durch die Entlastung begründet wird, ja gar nicht halten müssen- eine Entlastung demnach eine Verringerung des Arbeitsumfangs bei gleichbleibender Bezahlung ist, während ihren Kollegen an den anderen Schulen bei gleichbleibender Bezahlung der Arbeitsumfang erhöht wird?

Müsste nicht eigentlich, wenn man das Deputat erhöht, begleitend die Arbeitszeit erfasst werden, um eine tatsächliche Erhöhung der Arbeitszeit durch die Deputaterhöhung auszuschließen und Abminderungen dort gewähren, wo die Deputaterhöhung nicht durch die bisher beschlossenen „Entlastungsmaßnahmen“ zeitlich ausgeglichen werden?

Ich verstehe das Prinzip hier einfach nicht…

Birgit
1 Monat zuvor

Bremen macht das geschickter….dort müssen alle Beamten nun statt 40 41 Std in der Woche arbeiten. 38,5 Std arbeiten die angestellten Kollegen in Schule und Verwaltung….die haben einen Tarifvertrag.
Mal so zum Nachdenken.

Randberliner
1 Monat zuvor
Antwortet  Birgit

Beamte haben eine längere Arbeitszeit als Angestellte. Wo schlägt sich das eigentlich bei den Angestellten nieder? Ich merke nichts.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Randberliner

TV-L Par. 44. Also dieselbe Arbeitszeit für verbeamtete und angestellte Lehrkräfte. 41 Wochenstunden in NRW.

Omg
1 Monat zuvor
Antwortet  Randberliner

Allgemein durch kürzere Arbeitstage. Eben nur nicht bei Angestellten Lehrkräften. Jepp. Einfach mal auf die Arbeitszeitmessung über die Personalvertetung pochen

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Birgit

…in Hessen auch!

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Birgit

Ist Bremen nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft der Länder? Wenn ja, arbeiten die angestellten Lehrkräfte dank Par. 44 TVL ebenfalls 41h.

Birgit
1 Monat zuvor
Antwortet  Birgit

Sorry, natürlich haben Lehrer das gleiche Deputat.

Peter Parker
1 Monat zuvor
Antwortet  Birgit

Das sind doch Amateure, Berlin hat es noch geschickter gemacht! Zuerst alle Beamte auf 41Std angehoben (Lehrer auf 28SStd). Danach die Studnen für alle wieder zurückgenommen auf 40Std, außer für Lehrer (die sind auf 28SStd geblieben)….

Carsten
1 Monat zuvor

Die Gewerkschaft hat wohl keinen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gestellt ? So ein Hauptverfahren dauert ja.

Fridolin
1 Monat zuvor

Könnten bitte Berliner Lehrer oder die GEW Berlin auch gegen die 28 Stunden an Grundschulen klagen? Ich möchte auch nur 27 machen fürs gleiche Gehalt.

Warum hat in Berlin niemand geklagt?

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Fridolin

…oder in Hessen? GS seit weit über 10 Jahren 28,5 (!!!) … Von i- einer Entlastung = Keine Spur.

Fridolin
1 Monat zuvor

PS: Mika BB schreibt: “Aber als BILDUNGSminister nicht zu wissen, dass eine Unterrichtsstunde mit Vor- und Nachbereitung einen Zeitaufwand umfasst, der nun mal deutlich größer als 45 Minuten ist – das disqualifiziert ihn in meinen Augen final für seinen Job.”

Ich bin auch bald 30 Jahre im Job. Nein, man braucht nicht für jede Unterrichtsstunde mehr als 45 Minuten Vor- und Nachbereitung. Es kommt vor, ja. Und Anfänger brauchen das und mehr. Aber nach 30 Jahren? Für jede Stunde? Da täuschen Sie die Öffentlichkeit.

Karsti
1 Monat zuvor
Antwortet  Fridolin

Die Öffentlichkeit glaubt das doch gar nicht…

Kaunas
1 Monat zuvor
Antwortet  Karsti

Warum schreibt die das dann? Oder: Für wen?

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Kaunas

Wieso gehen Sie davon aus, dass ich eine „die“ bin?

Tja, für wen schreib ich das wohl… Ich glaub, für Kaunasse, Karstis und Fridolinse.
Einfach, damit die hier auch mal was beitragen können.

Mit freundlichen Grüßen,
Mika BB

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Die Person – also weiblich, Weibsperson sozusagen:)

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

😀
Verstehe…

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Dass Sie auch immer vom Schlechtesten ausgehen, kopfschüttel

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Fridolin

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Einfach noch mal den von Ihnen zitierten Satz lesen. Eine Unterrichtsstunde umfasst einschließlich Vor- und Nachbereitung deutlich mehr als 45 Minuten. Sehen Sie nicht so? Dann gehen Sie unvorbereitet in den Unterricht, Korrekturen gibts nicht?

Ich hab oben beschrieben, warum der Aufwand für eine Stunde Unterricht bei mir im Mittel noch mal 45 Minuten beträgt. Können Sie glauben oder nicht, ist mir relativ egal. Die Arbeitszeitstudien für Lehrer, welche unabhängig erstellt wurden, stützen meine durch Arbeitszeiterfassung ermittelten Zeiten.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Es gibt ja immer wieder LuL, die massive Anhänger der Schwellenpädagogik sind. Ohne Vorbereitung in den Unterricht, die SuS arbeiten alleine Referate aus, Referate werden über Wochen vorgetragen und dann einfach bewertet als Klausurersatz. Schulhalbjahr lau herumgebracht. Schwupps, Aufwand gleich Null! Für diese LuL ist es natürlich ganz unerklärlich, wie man Zeit für Vorbereitung und Korrekturen aufbringen muss.
Mit allem drum und dran braucht man pro Unterrichtsstunde locker 45 min. extra. Gespräche, Vorbereitung, Abi, Konferenzen, Klausuren erstellen, Korrekturen… Fällt ja in jedem Kurs an… wenn man seinen Job ordentlich macht.