BERLIN. Deutschland gehört zu den wirtschaftsstärksten Ländern der Welt – doch für viele Kinder schlägt sich dieser Wohlstand offenbar kaum in besseren Lebensbedingungen nieder. In der neuen UNICEF-Studie zum kindlichen Wohlbefinden landet Deutschland nur auf Platz 25 von 37 untersuchten Staaten. Besonders schwach fällt das Abschneiden im Bereich Bildung aus: Nur 60 Prozent der 15-Jährigen erreichen Mindestkompetenzen in Lesen und Mathematik. Die Unterschiede zwischen armen und wohlhabenden Familien sind dabei gravierend. UNICEF warnt deshalb vor langfristigen gesellschaftlichen Folgen – und spricht von „vergebenen Zukunftschancen“.

Deutschland bleibt beim Wohlbefinden von Kindern im internationalen Vergleich erneut deutlich hinter anderen wohlhabenden Staaten zurück. Das geht aus der neuen „Report Card 20“ des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti hervor, die die Situation von Kindern in EU- und OECD-Staaten untersucht. Im Gesamtranking landet Deutschland auf Platz 25 von 37 bewerteten Ländern – exakt wie bereits im vorherigen Bericht. An der Spitze stehen die Niederlande, Dänemark und Frankreich. Selbst Länder mit deutlich geringerer Wirtschaftskraft wie Rumänien, Ungarn oder die Slowakei schneiden besser ab.
Die Studie untersucht sechs Indikatoren aus den Bereichen körperliche Gesundheit, mentales Wohlbefinden sowie soziale und schulische Kompetenzen. Besonders problematisch fällt aus deutscher Sicht der Bildungsbereich aus. Dort erreicht Deutschland lediglich Rang 34 von 41 Ländern mit vergleichbaren Daten.
„Alarmierend ist auch Deutschlands Abschneiden im Bereich Bildung: Nur 60 Prozent der 15-Jährigen erreichen die Mindestkompetenzen in Lesen und Mathematik“, heißt es in der Studie. Besonders groß ist dabei der Abstand zwischen Jugendlichen aus privilegierten und benachteiligten Familien: Während in der sozial stärksten Gruppe 90 Prozent die Mindeststandards erreichen, sind es in der am stärksten benachteiligten Gruppe nur 46 Prozent. Im Wortlaut der Studie: „Besonders auffällig ist der Zusammenhang zwischen ökonomischer Ungleichheit und den schulischen Kompetenzen, die Kinder erwerben.“
UNICEF verweist ausdrücklich darauf, dass andere Länder zeigen würden, dass bessere Ergebnisse möglich seien. „Länder wie Irland (Platz 1 bei den Kompetenzen), Slowenien (Platz 2) oder die Republik Korea (Platz 3) zeigen, dass bessere Ergebnisse möglich sind – auch mit teils deutlich schlechterer wirtschaftlicher Ausgangslage.“ Deutschland bleibt dagegen trotz seiner wirtschaftlichen Stärke weit zurück.
„Wer heute nicht in die Teilhabe, die Bildung und die gesundheitliche Versorgung der jüngsten Generation investiert, schadet nicht nur den Kindern, sondern zahlt morgen einen hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Preis“
Der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Christian Schneider, verbindet die Ergebnisse unmittelbar mit der sozialen Lage vieler Familien. „Die Bekämpfung der Kinderarmut muss politische Top-Priorität werden”, erklärte er. „Unser Land vergibt Zukunftschancen: Wer heute nicht in die Teilhabe, die Bildung und die gesundheitliche Versorgung der jüngsten Generation investiert, schadet nicht nur den Kindern, sondern zahlt morgen einen hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Preis.“
Tatsächlich beschreibt die Studie eine über Jahre verfestigte soziale Spaltung. Die Kinderarmutsquote stagniert in Deutschland seit längerem bei rund 15 Prozent. Gleichzeitig ist die Einkommensungleichheit gestiegen: Verfügte das wohlhabendste Fünftel der Bevölkerung 2012 über 4,3-mal so viel Einkommen wie das ärmste Fünftel, liegt das Verhältnis inzwischen bei 5 zu 1. Im internationalen Vergleich bewegt sich Deutschland damit zwar formal im Mittelfeld. Nach Einschätzung von UNICEF sind die Folgen für Kinder jedoch erheblich.
Die Studie beschreibt detailliert, wie sich ökonomische Ungleichheit auf den Alltag von Kindern auswirkt. Genannt werden beengte Wohnverhältnisse, fehlende Rückzugsräume, schlechtere Zugänge zu Ärzten, weniger Freizeit- und Bewegungsmöglichkeiten sowie materielle Unsicherheit im Alltag. Finanzielle Belastungen erhöhten zudem den Stress in Familien und könnten Beziehungen zwischen Eltern und Kindern beeinträchtigen. Der Bericht verweist außerdem auf Hinweise, dass benachteiligte Kinder häufiger Mobbing-Erfahrungen machten und seltener stabile soziale Beziehungen entwickelten. Auch schlechter ausgestattete Schulen und benachteiligte Stadtteile, in denen Kinderärzte, Freizeitangebote oder Spielplätze fehlen, werden angeführt.
Gesundheitlich zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen armen und wohlhabenden Familien. Zwar liegt Deutschland bei der körperlichen Gesundheit mit Rang 15 von 41 Staaten im oberen Mittelfeld. Doch innerhalb des Landes klaffen die Lebenslagen weit auseinander. Während 79 Prozent der Kinder aus den einkommensstärksten Haushalten laut Studie in sehr guter gesundheitlicher Verfassung sind, trifft das nur auf 58 Prozent der Kinder aus den ärmsten Familien zu. Rund ein Viertel der 5- bis 19-Jährigen gilt zudem als übergewichtig.
Ähnliche Unterschiede zeigen sich beim mentalen Wohlbefinden. Unter Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien berichten lediglich 61 Prozent von hoher Lebenszufriedenheit. In wohlhabenden Familien liegt dieser Wert bei 73 Prozent. UNICEF verweist in diesem Zusammenhang auf internationale Studien, die einen Zusammenhang zwischen Armut, Stress, sozialer Ausgrenzung und psychischer Belastung beschreiben. Kinder aus privilegierteren Haushalten hätten zudem häufiger stabile soziale Beziehungen und sprächen öfter mit ihren Eltern über persönliche Probleme.
„Öffentliche Mittel sollten dort priorisiert werden, wo sie wirksam die am stärksten benachteiligten Kinder erreichen“
Der Sozialverband Deutschland reagierte entsprechend scharf auf die Ergebnisse. Die Zahlen seien „katastrophal“, erklärte der Verband. „Nur Bildung kann den Teufelskreis der Armut durchbrechen.“ Zwar seien zusätzliche Mittel für digitale Ausstattung sinnvoll, notwendig seien aber vor allem mehr Lehrkräfte, kostenfreie Nachhilfeangebote sowie bessere schulpsychologische und sozialpädagogische Unterstützung.
UNICEF selbst fordert ein ressortübergreifendes Maßnahmenpaket gegen Kinderarmut, gezielte Investitionen in benachteiligte Kinder sowie eine gerechtere Verteilung öffentlicher Mittel. Als Beispiel nennt der Bericht ausdrücklich das Startchancen-Programm, mit dem Schulen in schwierigen sozialen Lagen zusätzliche Förderung erhalten sollen. „Öffentliche Mittel sollten dort priorisiert werden, wo sie wirksam die am stärksten benachteiligten Kinder erreichen“, heißt es.
Darüber hinaus fordert UNICEF einen besseren Zugang zu Ganztagsangeboten, stärkere Kooperationen zwischen Schulen und Jugendhilfe, mehr Unterstützung für Familienberatung sowie eine kindgerechtere Gestaltung benachteiligter Wohnviertel. Auch die seit Jahren diskutierte Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz greift die Organisation erneut auf. Kinderinteressen müssten bei Gesetzgebungsverfahren stärker berücksichtigt werden, heißt es.
Der Bericht warnt davor, Kinderarmut nur als individuelles Problem betroffener Familien zu betrachten. Ungleiche Lebensbedingungen wirkten sich demnach über Jahre hinweg auf Bildung, Gesundheit, soziale Teilhabe und spätere Erwerbschancen aus. Wörtlich heißt es in der Studie: „Unzureichende Unterstützung von einkommensschwachen Familien führt dazu, dass benachteiligte Kinder gesundheitlich, mental und mit Blick auf ihre schulischen und sozialen Kompetenzen deutliche Nachteile haben.“ Auf längere Sicht beeinflussten diese „ungleichen Startchancen“ die beruflichen Erfolgsaussichten und die Gesundheit bis ins Erwachsenenalter. Kinder aus armen Familien seien später häufiger „auf Unterstützung durch Sozial- und Gesundheitssysteme angewiesen“.
Gerade im Bildungsbereich sieht UNICEF eine Kettenreaktion mit langfristigen Folgen. In Ländern mit hoher Ungleichheit erreichten insgesamt weniger Jugendliche grundlegende Kompetenzen in Mathematik und Lesen. Deutschland falle hier besonders stark auf, weil der Bildungserfolg außergewöhnlich eng an die soziale Herkunft gekoppelt sei. Dass nur 46 Prozent der Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien die Mindestkompetenzen erreichen, wertet UNICEF ausdrücklich als strukturelles Problem – nicht als individuelles Versagen einzelner Schülerinnen und Schüler.
UNICEF-Geschäftsführer Schneider verbindet diese Entwicklung unmittelbar mit der Zukunftsfähigkeit des Landes. „Unser Land vergibt Zukunftschancen“, sagte er. Wie Deutschland mit benachteiligten Kindern umgehe, entscheide darüber, „wie leistungsfähig und resilient unsere Gesellschaft sein wird“. News4teachers / mit Material der dpa
Bildungsgerechtigkeit? Fehlanzeige! Deutschland im Ländervergleich Schlusslicht









Kurze Frage: Könnte es vielleicht etwas mit unserem Schulsystem, dass bereits seit Jahrezehnten (genauer: seit dem Ende des zweiten Weltkrieges, Stichwort:“Zook-Kommission“) als hoffnungslos undemokratisch, unzeitgemäß und ungerecht bewertet wird, zu tun haben?
Die Frage lässt sich vermutlich nur beantworten, wenn Sie noch präzisieren, welches der 16 Schulsysteme Sie konkret meinen.
In welchem der „16“ werden denn Kinder nicht im Alter von 10 – 12 Jahren separiert?
Es gibt Bundesländer in denen sie nach der 4 Klasse auf 3 Schularten seapariert werden, aber auch welche wo sie nach der 6. Klasse auf 2 Schularten aufgeteilt werden. Es gibt zwischen den BL auch Unterschiede bei den sozialen Disparitäten und bei den Quoten der SuS, die nicht die Mindeststandards erreichen.
Q.e.d.
…und die Ergebnisse in den Bundesländern, die bis einschließlich zur 6. Klasse „länger gemeinsam mit- und voneinander lernen“ sind doch viiiieeeel besser als etwa im bösen Bayern, wo schon viel früher „selektiert“ oder „separiert“ wird, wie spitze Zungen das ausdrücken. NICHT!!!
Wie kann ein sehender und denkender Mensch immer wieder diesen Widerspruch negieren? Wenn ganz offensichtlich ein ideologisch als ´Stein der Weisen` propagiertes Rezept nicht funktioniert, dann braucht man einfach noch mehr davon – irgendwann klappt´s bestimmt, nur feste die Augen zumachen und noch fester dran glauben!
Bei IQB-2022-Lesen erreichten die SuS aus der unteren Schicht in Bayern 461 Punkte in Berlin 401 Pkt.
Die SuS mit Migrationshintergrund in Bayern 448 Pkt, in Berlin 395 Pkt.
Bei PISA 2022 erreichten die SUS aus Irland, Estland, Kanada, USA, Neuseeland, Australien, UK, Finnland, Dänemark, Polen, Tschechien, Schweden, welche allesamt auf Gesamtschulen setzen beim Lesen deutich besser ab als Deutschland.
„ab als Deutschland.“
Stimmt. Wenn nur auf den Gesanmtschnittschaut unsd sich keine Gedanken macht, was z.B, „*“ beid en Ländern bedeuten.
Sie werden es vermutlich nicht riskieren, die Höhe der laut OECD-Bericht positiven Verzerrungen in diesen „*“-Ländern zu erwähnen oder die Ergebnisse der SuS mit und ohne Migrationshintergrund mit den Pendants in DE getrennt zu vergleichen?
Und vermutlich schon gar nicht, mit die Abständen dieser Länder zum DE-16-Schnitt mit den Abständen der SuS aus Bayern Sachsen zum IQB-Schnitt der DE-16?
Wenn Sie tatsächlich Dänemark als Beispiel für gute Leistungen im Lesen anführen wollen, müssen Sie aber sehr viele Dinge übersehen haben, die zur Zusammensetzung der Stichprobe in Dänemark im OECD-Report stehen.
Der übliche Trick: Nur innderdeutsche Ergebnisse vergleichen und dabei internationale Resultate, wo Deutschland (inkl. Bayern) stets nur mittelmäßig bis schlecht abschneidet und während zig Länder mit Gesamtschule (welche international der Standard ist) weit vor uns liegen, einfach ignorieren.
Gruß: Ein „sehender“ und „denkender“ Mensch.
Wenn Deutschland im Mittelfeld liegt, Gesamtschulen aber international Standard sind, dann gibt es mutmaßlich ähnlich viele Länder mit einem Gesamtschulsystem, die sowohl schlechter als auch besser abschneiden.
Wenn man bedenkt, wie weit zwei Bundesländer ohne GES/GEM bei IQB über dem Schnitt der 16 liegen, gibt es nicht viele Länder in Europa oder Nordamerika die bei PISA-2022 ähnlich weit über dem Schnitt der DE-16 lagen, aber jede Menge, deren Abstand geringer war.
Quelle?
Könnten Sie für Ihre Behauptungen in der Tat mal eine angeben.
Nachdem was Sie hier so schreiben, scheinen Sie ja die OECD-Reports zu PISA-2022 nicht zu kennen.
„Gruß: Ein “sehender” und “denkender” Mensch.“
Wenn Sie das von sich glauben wollen und sich die PISA-Ergebnisse der genannten Länder nicht genauer ansehen wollen, dann kann ich das schon tolerieren.
Was muss man denn da „genauer ansehen“?
Da ich davon ausgehe, dass Sie die Frage tatsächlich ernst meinen.
Wie hoch die statistisch bedingte Verzerrung in den Ländern mit „*“ ist.
Wer in der Stichprobe enthalten ist und wer nicht.
Und wie hoch die Anteile der Teilgruppen sind, aus denen die Stichprobe besteht. usw. usw.
Was würden Sie denn sehen und denken, wenn die Gesamtpunktzahl 480 Pkt in Land A aus 74% SuS ohne Migrationshintergrund und 26% mit Migrationshintergrund berechnet würde, bei -67 Pkt Abstand der zweite Gruppe?
Und in Land B 490 Pkt bei 93% ohne Migrationshintergrund, 7% mit Migrationshintergrund und -92 Pkt Abstand?
Auf welche Länder beziehen Sie sich da?
Wozu wollen Sie das wissen?
Die Zahlen sprechen doch für sich. Oder machen Sie Ihre Bewertungen nicht von Zahlen abhängig, sondern von Ländernamen?
„während zig Länder mit Gesamtschule (welche international der Standard ist) weit vor uns liegen, einfach ignorieren.„
Da Sie sich ja weigern Ihr Bundesland zu nennen, lässt sich nicht beurteilen, ob diese Behauptung zutrifft oder nicht.
Mit „Länder“ meinte ich nicht Bundesländer. Dachte, dass geht aus meinem Beitrag hervor. Da sich hier offenbar der Philologenverband versammelt hat, hätte ich besser formulieren sollen.
Ohne Ihr Bundesland zu kennen, kann man es nicht mit den Ergebnissen anderer OECD-Länder vergleichen, sa sich die IQB-Ergebnisse der 16 Bundesländer bei IQB ja um bis zu 70 Pkt unterscheiden.
Äpfel und Birnen mal wieder.
Sie weisen auf das „Kleingedruckte“ hin, wenn es um die OECD-Ergebnisse geht. Bei IQB sind Sie allerdings nicht so pingelig. Nun ja …
Daraus schließe ich, dass Sie ganz offensichtlich genau wissen, dass Zahlen nicht so aussagekräftig sind, wie es so manchem gelegen kommt.
„Bei IQB sind Sie allerdings nicht so pingelig“
Da irren Sie sie sich aber.
Auch bei IQB habe ich hier regelmäßig darauf hingewiesen, dass man bei der Vergleichbarkeit die unterschiedliche Zusammensetzung der Stichproben in den BL berücksichtigen müsste und auch die Ergebnisse der einzelnen Teilgruppen beachten sollte, statt nur den Gesamtschnitt.
Es gibt ja Bundesländer in denen z.B. der Anteil SuS aus der unteren Schicht und mit Migrationshintergrund deutlich unter dem Bundeschnitt liegt und bei den Quotender SuS, die die Mindeststandards nicht erfüllen, bis zu 4 mal mehr SuS aus der stichprobe nicht miteinberechnet werden als in anderen Bundesländer.
Wenn Sie möchten, kann ich gerne mal die Werte des Bundeslandes anführen, in dem sich die Schule befindet, in der Sie angeben tätig zu sein.
Vorher hätte ich aber dann gern gewusst, was „untere Schicht“ genau bedeutet, woher man weiß, wer zu dieser Schicht gehört (An meiner Schule gibt es dazu jedenfalls keine Abfragen.), wie viele Migrant*innen welchen Hintergrund haben (Die Gesamtanzahl ohne Aufdröselung sagt nämlich nichts aus.), wann welche Themen durchgenommen werden (In SH gibt es schulinterne Fachcurricular, die Abfolge von Themen ist also unterschiedlich.), …
Mein Vater hat seinerzeit Kriminalstatistiken in der Stadt, in der er arbeitete, anfertigen müssen. Das Innenministerium gibt ja jedes Jahr vor, was wie gezählt wird … Bildung ist ebenfalls Ländersache.
Sorry, aber für bleiben das Apfel- und Birnen-Vergleiche.
„was “untere Schicht” genau bedeutet, woher man weiß, wer zu dieser Schicht gehört„
Ich habe Ihnen schon mehrmals mitgeteilt, dass das bei den IQB-Studien über den ISEI-Wert der Eltern und die Anzahl der Bücher pro Haushalt bestimmt wird und diese Daten per Befragung erhoben werden. Lässt sich alles bei IQB nachlesen.
„wie viele Migrant*innen welchen Hintergrund haben „
Stimmt, deshalb haben Sie vermutlich in einem anderen thread angemerkt, dass Sie glauben in Ihrem Bundesland wäre die Gruppe Migrant*innen überrepräsentiert, die sich laut BAMF-Studie am besten in das deutsche Schulsystem integriert.
Meinen Sie die vielen Österreicher*innen?
Gibt es davon in SH tatsächlich auch so viele?
Umso erstaunlicher, dass die SuS mit Migrationshintergrund in SH bei IQB so deutlich unter dem Bundesschnitt abschneiden und so überproportional oft ohne ESA von den Gemeinschaftsschulen abgehen.
Nein, nur die Herkunftsländer aus der BAMF-Studie.
Ist der Anteil Österreicher*innen denn bei Ihnen im Bundesland ebenfalls überproportional hoch?
Natürlich, weiß aber keiner. So, wie vieles andere auch nicht gewusst wird. Oder auch nicht.
Sind Sie eigentlich wirklich Lehrkraft?
„Natürlich, weiß aber keiner.„
Wenn Sie es wissen, zumindest einer mehr als keiner.
„Sind Sie eigentlich wirklich Lehrkraft?„
Wie kommen Sie denn darauf, dass ich Lehrkraft wäre?
Im Gegensatz zu anderen Leuten hier, habe ich das ja auch nie behauptet.
Ich habe aber beruflich viel mit jungen Menschen in Ausbildung zu tun und auch mit Daten, Zahlen und Fakten.
Das wird wohl der Grund sein, dass mir ein oberflächlicher Blick auf das Durchschnittsergebnis einer Stichprobe für eine Beurteilung nicht ausreicht und mich mir auch Bildungsstudien meist etwas genauer anschaue.
„So, wie vieles andere auch nicht gewusst wird. „
Meinen Sie damit z.B. Paragrafen des SchulG für Schleswig Holstein?
Erstaunlich wie schnell Sie vergessen haben, was ich Ihnen erst kürzlich zu dieser Thematik geantwortet habe:
https://www.news4teachers.de/2026/05/transformationsforscher-das-deutsche-schulsystem-ist-durch-und-durch-auf-stabilitaet-und-kontrolle-angelegt-und-deshalb-so-schwer-reformierbar/#comment-805109
„nicht so aussagekräftig sind, wie es so manchem gelegen kommt.“
Da gebe ich Ihnen recht.
Wenn also in einem Bundesland A bei IQB der Anteil SuS aus der unteren Schicht und der SuS mit Migrationshintergrund niedriger wäre als im Vergleichsbundesland B und auch der Anteil SuS in A deutlich höher, der bei der Ermittlung der Quote „erfüllt nicht die Mindesstandards“ nicht mitgerechnet wird, dann würde man erwarten, dass die Kennzahlen in A besser ausfallen sollten als in B.
Welche Aussagekraft hätte es dann, wenn die Werte in A schlechter wären als in B?
Können Sie mal aufhören, permanent so abschätzig über die Lehrer als „Philologen mit Standesdünkel“, „Philologen, die offenbar zu blöd sind, ihre ausgefeilten Kommentare zu verstehen“ herzuziehen? Was hat Sie denn geritten? Bringen Sie sachliche und überzeugende Gegenargumente statt dieser ungehörigen und wenig zielführenden Anschuldigungen. Wäre nett.
Seit wann ist das deutsche Schulsystem undemokratisch? Dafür hätte ich gern Belege.
Gerne mal die Schüler fragen: „Schülervertretungen werden immer noch oft als ein Gremium angesehen, das über die Farbe von Schulpullovern bestimmt oder den nächsten Nikolaustag gestaltet. Wenn es aber darum geht, auf Schulebene wichtige bildungspolitische Entscheidungen zu treffen, traut man Schülern oft wenig zu.“
Quelle: https://www.news4teachers.de/2025/08/wir-brauchen-keine-scheinbeteiligung-schuelervertreter-prangern-fehlende-mitwirkung-bei-den-wirklich-wichtigen-entscheidungen-der-schule-an/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wo ist denn das Konstrukt Schule für die Lehrer demokratisch? Alle Verwaltungsstrukturen und die wesentlichen Unterrichtsinhalte sind von Außen vorgegeben und müssen durchgenommen werden. Die Lehrer dürfen sich ihre Unterrichtsverteilung wünschen, ebenso die Schüler ihre Wahlpflichtfächer. Eine Garantie auf eine Erfüllung der Wünsche gibt es nicht.
Die geregelte Mitbestimmung und -beteiligung ist ein demokratisches Instrument. Demokratie heißt nicht, dass grundsätzlich jede_r über alles mitbestimmen darf oder die Mehrheitseintscheidung grundsätzlich gilt. Da habei Sie wohl noch Fortbildungsbedarf…
In der Schülervertretung sind bei uns nur Schüler, die aus bildungsgewohnten Familien kommen, LGBTQ-offen , links oder grün wählen würden und dann Entscheidungen treffen, die die Mehrheit der Schüler gar nicht unterstützt.
… die aber durch Wahl demokratisch legitimiert sind. Auch in der Bundesregierung werden Entscheidungen getroffen, die (derzeit) von der Mehrheit der Bürger gar nicht unterstützt werden.
So geht repräsentative Demokratie.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich wünschte mir solche Machtenscheidungen schon in der Schule sehr ungern. Ich möchte eine Schule lieber als eine Versammlung von Kommilitonen sehen, die wissenschaftliche Fragen offen besprechen, nicht für andere Mitschüler entscheiden, wie sie in der Schule zu leben haben. Das ist die Aufgabe von Erwachsenen.
Durch Wahlen demokratisch legitimiert sind auch die höheren Chargen des Bildungssystems und diejenigen, die entsprechende, bildungsrelevante Gesetze und Verordnungen erlassen/beschliessen.
Auch dort werden jede Menge Entscheidungen getroffen, die (derzeit) von der Mehrheit der Bürger und Schüler gar nicht unterstützt werden.
Etwa eine (teils sehr) hohe Anzahl von Klassenarbeiten, verpflichtende Noten, Schulpflicht und Schulanwesenheitspflicht, Matheklausuren obwohl Sek I hitzefrei hat trotzdem schreiben…
So geht repräsentative Demokratie.
Herzliche Grüße,
’ne Drohne
Wie können Schüler „wichtige bildungspolitische Entscheidungen treffen“, wenn sie noch keine Expertise und Erfahrungen haben?
Welche Expertise und Erfahrungen haben denn Erwachsene, was die in Zukunft geforderten Kompetenzen der heutigen Schülerinnen und Schüler betrifft?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Stimmt!
Da niemand von uns über eine Kristallkugel verfügt, die uns mit Erfüllungsgarantie sagen kann, was die Zukunft bringt, sollten wir einfach die zukunftsorientierte Ausbildung aufgeben … soweit ich weiß steht auch in den Redaktionsräumen so ein Palantir nicht herum … wenn die Erwachsenen keine Expertise haben, zukünftige Anforderungen zu erkennen frage ich mich – ich denke berechtigt – woher die Kinder und Jugendlichen das mit Sicherheit wissen wollen / sollen.
Die Anforderungen sind ja erkennbar, die Inhalte sind offen. Die Konsequenzen liegen eigentlich auf der Hand. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/02/warum-zukunftskompetenzen-nicht-durch-technik-entstehen-sondern-durch-beziehung-und-mitgestaltung-ein-gastkommentar/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Beziehung höre ich immer wieder und ja, in den letzten Jahren nahm Beziehungsarbeit bei Lehrkräften, wie auch bei uns in der sozialen Arbeit, einen immer größeren Stellenwert ein. Das alleine hilft jedoch nicht, wenn grundlegende Kompetenzen fehlen und Jugendliche nach der Regelschulzeit auf die ungefilterte Welt treffen und einfachste Anfragen nicht ohne Hilfe bearbeiten können.
Woher wir Erwachsene die Expertise für die in Zukunft geforderten Kompetenzen haben? Aus eigener Bildung und Erfahrung können wir zumindest einige davon ableiten. Die Welt da draußen ist nicht so „schön“, wie sie einige Bildungsreformer gerne in der Schule vermitteln möchten. Insofern gehört Ehrlichkeit mit zu den Zukunftskompetenzen.
In welchen Berufen werden denn jederzeit alle persönlichen Bedürfnisse des Arbeitnehmers sofort befriedigt? Kaum ein Kunde nimmt Rücksicht, wenn der neurodivergente Verkäufer gerade mental nicht in der Lage ist, ihn zu bedienen. Welcher Klient geht gezielt zu einem Anwalt „im Spektrum“? In welchen Jobs kann ich denn gezielt an dem arbeiten, an was ich gerade will? Und in meinen Tempo? Wo findet bitte keine Bewertung von außen statt?
Ehe mir der Vorwurf gemacht wird: Nein, ich möchte Erwachsene und Kinder nicht gleichsetzen, wohl aber deutlich machen, dass Anpassung an Gesellschaft und die großen Metaregeln dieser Welt nun einmal dazugehören und dass man später nicht dauerhaft die Hand gehalten bekommt. Schule sollte vor allem keine Illusionen vermitteln, denn damit alleine ist man für zukünftige Herausforderungen gewiss nicht gewappnet. Vor allem dann nicht, wenn sich Europa plötzlich doch in einem kriegsähnlichen Szenario befinden sollte.
„Die Welt da draußen ist nicht so ’schön‘, wie sie einige Bildungsreformer gerne in der Schule vermitteln möchten.“
Glauben Sie ernsthaft, mit einem Bild von der Welt als Jammertal Schüler zum Lernen motivieren zu können? Ihre Vorstellung von Arbeit teilen wir auch nicht – die Zeit der Leibeigenschaft ist gottseidank vorbei. Sie übertragen Ihre düstere Weltsicht auf die Schule und glauben offenbar, Düsternis hätte irgendeinen pädagogischen Wert. Wir versichern Ihnen: hat sie nicht. Und können das auch begründen: https://www.news4teachers.de/2026/01/wenn-immer-mehr-schueler-in-psychische-krisen-stuerzen-und-lehrkraefte-hilflos-zusehen-muessen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es geht nicht um Bilder, sondern um die Realität. Du willst was? Dann streng dich an! So läuft die Welt nun einmal.
Das Bild des Jammertals ist doch genau das, was die Kids aktuell psychisch so dauerhaft belastet, jedenfalls kommt dies in Ihren Artikeln immer wieder zur Sprache: Kriegsangst, Wehrpflicht, Klimawandel, Rechtsextremismus, … – alles Dinge, die real sind. Runtergebrochen werden diese jedoch immer auf die „böse“ Schule, die bitte Savespace und Therapiezentrum darstellen, aber keinen Druck machen und wenig Anforderungen stellen soll. Klar, kann man machen. Nur bekommen wir so keine resilienten Abgänger mit Kompetenzen für die Zukunft.
„Alles Dinge, die real sind“ – da macht es sicher Sinn, die Daumenschrauben auch in der Schule weiter anzuziehen, damit nur ja keiner auf die Idee kommt, er hätte das Weltenelend nur geträumt. So geht man ja auch in der Psychologie mit belasteten Menschen um: feste mit dem Holzhammer drauf… (Spaß).
Sind Sie ernsthaft Sozialarbeiter? Vielleicht mal realisieren: Viele Kinder und Jugendliche stehen am Rand. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/12/copsy-studie-krisen-setzen-schuelern-massiv-zu-die-folgen-leistungsabfaelle-und-mehr-konflikte-in-der-schule/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Den verlinkten Beitrag habe ich damals kommentiert und auch heute lande ich bei einem gemeinsamen Nenner: Das Smartphone, das Tür und Tor zu jeglicher Toxizität, dem Weltschmerz, dem ständigen Vergleichen und dauerhaftem Dopaminkick öffnet, Gewalt und Pornografie inklusive. Da man hier keine adäquaten Lösungen findet und wir immer mehr Eltern kennenlernen, die selbst nur an diesem Ding hängen, wollen Sie als Lösungsansatz also die Schulen weichspülen. Ernsthaft? Im Grunde sucht man die Lösungen in der völlig falschen Ecke. Ihr Bauch tut weh? Wie wärs dann mit einer Zahnreinigung?
Natürlich können wir allen Druck aus den Schulen rausnehmen: Keine Noten mehr, keine Hausaufgaben mehr, jeder kommt und geht, wann er möchte, jeder nimmt an jenem Unterricht teil, auf den er gerade Bock hat und die zu Lerncoaches degradierten Lehrkräfte reden in Coachinggesprächen einfach ein bisschen gut zu, damit Emil bitte doch mal ein wenig Mathe übt. Vielleicht tut er es, vielleicht nicht. Ansonsten setzt er sich eben mit seinem iPad ins Lernatelier und will mit seinem ADHS natürlich „gesehen werden“. Irgendwann ist Emil 16, er möchte einen Ausbildungsplatz und – hoppla – plötzlich gelten ganz andere Regeln. Er steht im Wettbewerb mit anderen, der Einstellungstest kann nur einmalig und zu genau einem Zeitpunkt abgelegt werden. Verschiedene Fachgebiete werden abgefragt, darunter auch welche, die Emil während seiner Schulzeit nie gemacht hat, weil er sie nicht interessant fand und nicht machen wollte. Im Gruppengespräch fällt er negativ auf, er ist es nicht gewohnt, seine Bedürfnisse zurückzustellen. Am Ende geht der Ausbildungsplatz an jemand anderen…
Jugendliche stehen am Rand, ja, das erlebe ich bei meiner täglichen Arbeit. Nur spielt Schule dabei sehr oft die geringste Rolle. Im Gegenteil. Wir erleben Jugendliche, die nach Führung von außen und etwas Strenge nahezu „betteln“, da der Kompass völlig verlorenging. Mit viel Beziehungsarbeit verfahren wir nach der Methode „Zuckerbrot & Peitsche“, was nur häufig von den Eltern konterkariert wird, wenn sie sich nicht an Absprachen halten.
Offensichtlich waren Jugendliche vor Jahren um einiges zufriedener als heute, zumindest hat die UNICEF für Deutschland nie einen solchen Alarm geschlagen. Heute ist der Unterricht offener, an Gemeinschaftsschulen in BW gibts keine Noten bis Klasse 9 und auch selten Hausaufgaben. Einiges läuft schon an manchen Orten wie gefordert und dennoch werden Standards immer seltener erreicht und den Kids gehts schlechter… Wie lange will man den Patienten also noch mit den falschen Methoden behandeln?
Das Gros der Schülerinnen und Schüler in Deutschland wird im gegliederten Schulsystem in tradierten Unterrichtssystemen beschult – und Sie machen die wenigen Reformen und Reformschulen für die Leistungseinbrüche verantwortlich. Muss man wohl Ideologe sein, um das verstehen zu können.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nein, ich mache die Reformen nicht dafür verantwortlich. Ich sehe nur an den Reformschulen, dass es damit eben auch nicht besser wird, sondern eher noch schlechter.
Und woran „sehen“ Sie das – ohne jemals in einer Reformschule gewesen zu sein (unterstellen wir mal)?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Eines ist richtig: Ich war niemals Schüler dort, meine Frau ebenfalls nicht und meine Kinder gehen beide auf „klassische“ Schulen.
Doch wir betreuen Schüler, die auf Gemeinschaftsschulen gehen und stehen in Kontakt mit Lehrkräften dieser Schulart. Natürlich gibt es darunter welche, die die neue Art des Lernens nicht hoch genug anpreisen können. Wieder andere berichten von katastrophal schlechten Ergebnissen von Schülern in den „Gelingensnachweisen“, von Kindern, die tagelang überhaupt nichts arbeiten und nur die Zeit am iPad absitzen, Schulabstinenz ist dort ebenso ein Thema wie anderswo und hinzu kommt eine große Arbeitsbelastung für die Lehrkräfte selbst. Alles anekdotisch, ich weiß. Und die Alemannenschule machts ganz super. Aber ich sehe halt null, dass sich durch diese reformpädagogischen Einflüsse wirklich was verbessert. Man WILL, dass es dadurch besser wird. Doch das passiert eben nicht. Dazu passt, dass Gemeinschaftsschulen in den diesjährigen Vergleichsarbeiten in Klasse 8 bei den Ergebnissen in BW wieder hinter den Realschulen liegen. Wäre die GMS so toll wie angepriesen, dürfte das so ja eigentlich nicht sein.
„Doch wir betreuen Schüler, die auf Gemeinschaftsschulen gehen“ – seit wann sind Gemeinschaftsschulen Reformschulen? Was ist daran – neu? Bis auf Schülerinnen und Schüler im deutschsprachigen Raum lernt die ganze Welt in Gemeinschaftsschulen, das hat mit der Alemannenschule erst einmal gar nichts zu tun.
„Aber ich sehe halt null, dass sich durch diese reformpädagogischen Einflüsse wirklich was verbessert“ – doch, an Schulen, die Reformpädagogik praktizieren, wie eben der Alemannenschule. An den anderen logischerweise nicht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Bis auf Schülerinnen und Schüler im deutschsprachigen Raum lernt die ganze Welt in Gemeinschaftsschulen….“
Frage: warum hat man denn dann die Polytechnischen Oberschulen (POS vs. EOS) der DDR nach der Wende abgeschafft? Zumindest die ostdeutschen Bundesländer hatten doch damals schon Gemeinschaftsschulen bis Klasse 10?
Polytechnische Oberschule – Wikipedia
Wir haben durchaus Verständnis dafür, dass das autoritäre und regimetragende Schulsystem der DDR nicht erhalten werden sollte. Womöglich hat man allerdings das Kind mit dem Bade ausgeschüttet…
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Jepp!
„Welche Expertise und Erfahrungen haben denn Erwachsene,..“
Erwachsene verfügen in der Regel schon über einen Schul- Und Berufsabschluss, sowie über ein gewisses Maß an Berufs- und Lebenserfahrung.
Außerdem:
„:In der Regel ist die persönliche Entwicklung in jungen Jahren noch nicht abgeschlossen. Daher besitzen Jugendliche im Großen und Ganzen noch nicht die Verantwortungsreife eines Erwachsenen. Diesem Umstand wird im Jugendstrafrecht in vielerlei Hinsicht Rechnung getragen:…“
Quelle des Zitats: BMJV – Jugendstrafrecht
Natürlich können auch Erwachsene nicht in die Glaskugel schauen, aber sie haben mehr Wissen und Erfahrungen darüber, dass Entscheidungen immer Konsequenzen nach sich ziehen können (positive und negative). Die negativen werden von Jugendlichen, auf Grund mangelnder psychischer Reife und Lebenserfahrung) oft ausgeblendet.
(Das sieht man am Jugendstrafrecht und vielen unbedachten Handlungen Jugendlicher – z. B. erhöhte Risikobereitschaft, die zu Unfällen führt).
Hier noch ein interessanter Link zur „Impulskontrolle“, je nach Alter:
Impulskontrolle im Gehirn: Wie Entwicklung, Training und Faktoren Deine Selbstbeherrschung Steigern – Gyenno
Allerdings scheint es, nach meinen Beobachtungen, auch zunehmend immer mehr Erwachsene zu geben, die Probleme mit der Impulskontrolle haben. Das liegt wohl zum Teil an den (a)sozialen Medien und anderen gesellschaftlichen Entwicklungen. Das betrifft dann aber, mehr oder weniger; alle Altersgruppen (die jüngeren evtl. eher noch mehr). Das sind aber nur meine ganz persönlichen Beobachtungen).
„ Welche Expertise und Erfahrungen haben denn Erwachsene, was die in Zukunft geforderten Kompetenzen der heutigen Schülerinnen und Schüler betrifft?“
Das beantwortet jetzt nicht die gestellte Frage: „ Wie können Schüler “wichtige bildungspolitische Entscheidungen treffen”, wenn sie noch keine Expertise und Erfahrungen haben?“
Mögen Sie darauf vielleicht noch eine Antwort geben?
Haben sie keine Expertise und Erfahrungen – die eigene Zukunft betreffend? Bezweifeln wir. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/05/verliert-die-schule-den-anschluss-an-die-reale-welt-schuelervertreter-fordern-komplett-neue-inhalte-von-finanzen-ueber-demokratie-bis-gesundheit/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Muhahaha, der war gut!
Welche Expertisen, bezogen auf ihre politischen Aufgaben, weisen denn unsere Volksvertretenden auf?
Die Mitbestimmungsregeln für Schulen wurden von demokratisch legitimierten Institutionen festgelegt. Einfach zu sagen, Schulen seien undemokratisch, ist schlicht populistisch. Ähnliche Vorwürfe gibt und gab es auch von anderen Seiten z.B. während der Corona-Pandemie. Fragen Sie mal Querdenker.
Das wird in Korea ganz anders sein!
In Nordkorea erst recht (Spaß!?). Herzliche Grüße Die Redaktion
Oh ganz einfach: 26 Leute wollen die Klassenarbeit lieber nicht schreiben, der Lehrer lässt trotzdem schreiben. Undemokratisch!
Das ist mir zu platt. Es gäbe mit Sicherheit einige Fächer, in denen man SuS mitentscheiden lassen könnte: zw. verschiedenen Lektüren wählen lassen, in Kunst Motive, in Musik Komponisten. Oder man könnte 2 verschiedene Startzeiten anbieten für Früh- bzw. Spätaufsteher, man könnte wählen lassen, ob das nächste Thema als Projekt oder klassisch bearbeitet werden sollte etc..
Dass es da Dinge gibt, die nicht verhandelbar sind, ist doch wohl klar. Aber wenn man wollte, ließe sich da sicherlich mehr Wahlfreiheit reinbringen.
Die Formen und Gremien der Mitbestimmung von SuS sind rechtlich klar und demokratisch geregelt.
Was ist mit denen, die erst mittags aufstehen? Wollen Sie die diskriminieren?
Man kann nicht alles haben 😉
Unsinn! Der Lehrer ist qua Amt und aufgrund geltender und verfassungsgemäß entstandener Rechtsvorschriften (Schulgesetz, Verordnungen zur Leistungsmessung etc.) hier entscheidungs- und weisungsbefugt. DAS ist DEMOKRATISCH.
Sonst wäre ein Mob, der mehrheitlich für das Lynchen eines vermeintlichen Straftäters eintritt, demokratisch im Gegensatz zum Einzelrichter.
Dass man das verbeamteten Lehrkräften hier ständig erklären muss!
Nur denjenigen, die sich im Zauberwald verlaufen haben.
Das deutsche Schulsystem wird bereits seit dem Ende des 2. Weltkrieges als undemokratisch und veraltet angesehen. Recherchieren Sie hierzu mal den Bericht der „Zook-Kommission“ von 1946.
Internationale Erhebungen haben diese Sichtweise in den letzten Jahren bestätigt. In Deutschland wird dennoch wie bessesen an der Sortierung 10-12 jähriger Kinder festgehalten.
Diese Sortierung ist durchlässig, nach oben wie nach unten. Wieso tut jeder so, als sei jegliche Bildungskarriere nach der Grundschule in Stein gemeißelt?
„Internationle Erhebungen … “ klingt wie BILD-Zeitungs „Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden …“.
Mir ist nicht wirklich klar, was genau Sie erwarten. Letztendlich entscheidet ja die Politik in Schule und die hat ja ein Mandat durch demokratische Wahlen in Deutschland.
Eigentlich sollten Sie sich bei Ihren Mitbürger*innen darüber beschweren, die ja immer andere Parteien wählen als diejenigen, die mehr Mitbestimmung wollen.
Auch die Sortierung von Kindern fällt auch in diese Kategorie, wenn Sie so wollen.
Generell kann man mit Bildung im Wahlkampf nicht viele Stimmen gewinnen, da diejenigen, die wirklich von einem besseren Schulsystem profitieren würden, nicht unbedingt zur Wahl gehen. Und viele andere Eltern und Großeltern wollen, dass ihre (Enkel)Kinder aufs Gymnasium gehen, weshalb diese Schulform erhalten bleibt.
Was Demokratie in Schule angeht, sollte man auch mal genau überlegen, was genau man da eigentlich fordert. Wenn ich mir anschaue, wie viele junge Menschen in Schule (jedenfalls in meinem Bundesland) machen können, was sie wollen, ohne dass es erst einmal echte Konsequenzen hat und ihnen z.T. das Leben nach der Schule versaut, dann möchte ich den Sinn von mehr Mitbestimmung doch stark anzweifeln.
„Besonders schwach fällt das Abschneiden im Bereich Bildung aus: Nur 60 Prozent der 15-Jährigen erreichen Mindestkompetenzen in Lesen und Mathematik.“
Es ist unbegreiflich, warum Experten und Politiker nicht endlich das Ruder rumreißen. Seit über 20 Jahren ist bekannt, dass die pädagogische Haltung und Richtung in der Pädagogik nicht stimmen. Stattdessen sorgt das Siechtum der Schulbildung für immer höhere Dosierungen des Gifts, das man ins System hineinpumpt.
Obendrein lenken immer gleichbleibende Entschuldigungen (z.B. fehlende Rahmenbedingungen) für das nicht enden wollende Desater den Blick vom Kern des Problems ab. Die Auswirkungen von wohlklingenden, aber falschen kinderpsychologischen und gesellschaftlichen Thesen müssen zwangsläufig das Kindswohl sowie die Zukunftschancen unserer jungen Menschen aufs Spiel setzen.
Offensichtlich haben Sie den Artikel nicht gelesen, jedenfalls nicht verstanden. Deshalb gerne nochmal: „Die Studie beschreibt detailliert, wie sich ökonomische Ungleichheit auf den Alltag von Kindern auswirkt. Genannt werden beengte Wohnverhältnisse, fehlende Rückzugsräume, schlechtere Zugänge zu Ärzten, weniger Freizeit- und Bewegungsmöglichkeiten sowie materielle Unsicherheit im Alltag. Finanzielle Belastungen erhöhten zudem den Stress in Familien und könnten Beziehungen zwischen Eltern und Kindern beeinträchtigen. Der Bericht verweist außerdem auf Hinweise, dass benachteiligte Kinder häufiger Mobbing-Erfahrungen machten und seltener stabile soziale Beziehungen entwickelten. Auch schlechter ausgestattete Schulen und benachteiligte Stadtteile, in denen Kinderärzte, Freizeitangebote oder Spielplätze fehlen, werden angeführt.“
Es geht um die handfesten Auswirkungen von Armut auf Bildung in einem System, das diese Auswirkungen ignoriert – nicht um postulierte „falsche kinderpsychologische und gesellschaftliche Thesen“.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und Doug Lemov zeigt in seinen Schulen, dass gerade benachrichtigte Schüler von seinem Ansatz enorm profitieren und sogar Exzellenzschulen in Brennpunkten entstehen können
benachteiligte
Der viel beschworene Zusammenhang von Armut und schlechter Bildung ist eine Legende. Seit Jahren wird er immer wieder als wesentliche Ursache genannt für alles, was in Deutschlands Bildung schlecht läuft
Wenn die Behauptung stimmen würde, hätten im verarmten Nachkriegsdeutschland alle Schulkinder verblöden müssen. Das Gegenteil war jedoch der Fall.
War es? Die heutige Analphabetenquote unter den damaligen Nachkriegskindern lässt anderes vermuten. Gerne hier nachlesen:
https://www.wbv.de/shop/detail/565fe39025c437d2a8fee69f256e336d
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Scheinbar wurde aber dennoch ein „future skill“ vermittelt, der wesentlich zum Wirtschafts“wunder“ beitrug: „Rankloppen & Schaffen > mimimi“.
SCNR
… und zur Zerstörung der Lebensgrundlagen dieses Planeten gleich mit – „Rankloppen und Ranschaffen ohne Nachdenken“.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
…und wir alle sitzen an Geräten mit üblem Strom, aus nicht nachhaltigen Bestandteilen gebaut, produziert und verteilt dank ekeligem Kapitalismus.
Schon klar – nur komisch: Das Gerät zur Seite legen (oder auf’m Biobauernhof leben), das wollen Sie nicht. 😀
Woher wollen Sie wissen, wo wir leben? Dazu kommt: Ja, wir leben in einer Gesellschaft – und sind den Regeln dieser Gesellschaft unterworfen. Wir müssen wirtschaften, wir müssen konsumieren, wir müssen Technik nutzen, um in diesem Land leben zu können.
Die Art zu wirtschaften, die Art zu konsumieren und die Technik, die wir nutzen, sind allerdings veränderbar. Das Instrumentarium dafür nennt sich Politik.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Also ne, haben Sie noch keine Pedale zur Stromerzeugung
(Vorbildwirkung für Schüler innen) und führen jederzeit Ihr campingsolarpaneel mit sich ??
Unterwegs befindet sich natürlich Ihr ITgerät auch in einem Solarrucksack von Tchibo und die Vereinbarung fürs refurbishing Ihrer Unmengen umweltbelastenden „nicht nachhaltigen Bestandteile“ liegt auch Schon vor? Vorbildlich, mind A16- würdig.
Schon klar- übertrieben, aber wer einen Biobauernhof im Kleinen betreibt, denkt auch über Nachhaltigkeit und Umwelt im Großen mehr nach…..
Ha, zumindest das transportierbare Solarpanel habe ich wirklich!
A 16, ich komme!
Fast alle meine ältere Verwandten hatten Eltern Analphabeten (und arm). Aber die sovjetische Schule (das einzige, was mir da gefällt) hat es ihnen ermöglicht, gute Ausbildung zu machen und für viele auch zu studieren. Die Schule war leistungsorientiert, mit vielen Hausaufgaben. Keine Hausaufgaben gemacht? – dann bleibt das Kind am Nachmittag in der Schule mit dem Lehrer und macht sie. Das wichtigste aber – auch ihre Eltern Analphabeten bestanden auf guten schulischen Leistungen und kontrollierten die Noten und ob HA erledigt wurden. Und haben die Autorität der Lehrer nicht in Frage gestellt.
„Und haben die Autorität der Lehrer nicht in Frage gestellt“ – und stellen jetzt die Autorität von Putin nicht infrage. Könnte zusammen hängen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Über Russland kann ich nichts sagen, Sie wissen es besser. Aber in Belarus stellen sowohl Schüler, als auch Lehrer die Autorität des Präsidents sehr wohl infrage. Seit einigen Jahren wird die Hymne in Schulen gesungen, und keiner macht es aus Überzeugung. Lehrer verbergen es nicht von Kindern, dass es ein Befehl von oben ist. Alle verstehen alles. Kritisches Denken ist nicht tot.
Oder die SuS in Bundesländern mit besonders niedrigen Anteilen an SuS aus der unteren Schicht müssten bei iQB deutlich besser abschneiden als die Pendants BL mit niedrigen Anteilen aus der oberen Schicht.
Erstaunlich dass einige Länder in der Studie bei „skills“ wesentlich besser platziert sind als DE-16, in denen die untere Schicht bei PISA-2022 schlechter abgeschnitten hat als die Pendants in DE und auch der Anteil SuS höher war , die weniger als Level 2 erreicht haben.
Hmm, hier wäre ein Blick auf die Methodik der Unicef-Studie möglicherweise lohnend, denn das sind schon erheblich abweichende Ergebnisse. Ich habe berufsbedingt leider keine Zeit 🙁
Wenn in diesen Ländern der Abstand zur oberen Schicht geringer ist als in DE, dann wirkt sich das vermutlich positiv auf das Ranking aus.
„Besonders auffällig ist der Zusammenhang zwischen ökonomischer Ungleichheit und den schulischen Kompetenzen, die Kinder erwerben.“
Hört, hört. Das ist schon faszinierend mit diesen Studien über den besseren Erfolg bildungsnaher Kinder.
Man könnte auch Studien machen über den Zusammenhang von farbigen Licht und sich bewegenden Objekten. Verblüffenderweise scheint es einen starken Zusammenhang zwischen rotem Licht und dem plötzlichen stoppen eines Autos zu geben. Wie das wohl kommt?
Beide Phänomene sind aber doch sehr trivial. Es handelt sich um einen einfachen Ursache-Wirkung Zusammenhang.
Wir möchten, dass unsere Kinder in Mathe und im Lesen die Mindestkompetenzen erreichen und wir wissen, was dafür gemacht werden muss. Wir machen unseren Kindern nötigenfalls klar, dass der Matheunterricht nicht der geeignete Raum ist, um seine Verhaltenskreativität auszuleben. Die Kinder machen immer die Hausaufgaben. Wir erkennen, dass der Schulunterricht alleine in vielen Fällen nicht ausreicht, um die Mindestkompetenz zu erreichen. Unsere Kinder lernen daher zu Hause. Das Mathebuch, Khan Academy und Anton kosten keinen Cent extra. Nur etwas Mühe für die Kinder und manchmal die Eltern.
Wir faxen nicht unsere Gehaltsabrechnung an den Mathelehrer, die übrigens leider gar nicht so beeindruckend ist, wie das ständige Gerede von wohlhabend und privilegiert suggerieren könnte. Unsere Kinder bekommen die bessere Mathenote und mehr Kompetenzen bestätigt, weil sie aufgrund des Lernens tatsächlich diese Aufgaben korrekt lösen können. Nur dieser magische Geheimtrick führt zur entsprechenden Note, ob das jemand glauben mag, oder nicht.
Viele Eltern in meinem Umkreis finden es seltsam, dass Kinder noch zuhause etwas zusätzlich üben sollen. Die lieben Kleinen, so viel Druck! Tatsächlich fällt es den meisten dann erst beim Übertritt in die weiterführende Schule auf, dass die Mindestkompetenzen – die uns ja häufig auch keiner definiert – gar nicht vorhanden sind. Manche Dinge funktionieren nur durch Übung und auch Lernen muss man lernen. Und leider passiert das bei uns auch nur zuhause…
Nette Polemik, die leider über selbstverliebte Nabelschau nicht hinauskommt und keine Erklärung liefert warum der Zusammenhang zwischen dem Stand der Eltern und des Bildungserfolgs des Kindes in vielen anderen Ländern offenbar wesentlich weniger ausgeprägt ist als in Deutschland.
Ich würde sagen, weil diese Länder vielleicht weniger die Eltern zum Üben und Wiederholen mit einplanen bzw. von ihnen erwarten, dass diese das übernehmen.
Da es in Deutschland verpönt ist, Kindern vor dem 6. Lebensjahr etwas zuzumuten und Ganztag entweder abgelehnt oder richtig schlecht gemacht wird, sind diese Länder natürlich im Vorteil.
Wenn Kinder mit vier in die Vorschule gehen müssen, dann haben sie einen Vorsprung von zwei Jahren gegenüber deutschen Kindern.
Wenn Kinder im Ganztag nachmittags keinen normalen Unterricht (Doppelstunde Mathe, Deutsch, Englisch usw.) machen müssen, sondern gezielt gefördert, gefordert oder in ihren außerschulischen Talenten trainiert (Sport, Theater, Handarbeiten, Kreatives, Life-Hacks etc.) werden, …
Das läuft in Deutschland aber nicht, weil das alles böse Zumutungen sind, obwohl diese in anderen Ländern Kinder nicht schaden.
Wenn man hier die Artikel über irgendwelche Studien und Aussagen von Expert*innen und Betroffenen liest, dann stellt man fest, dass in Deutschland inzwischen alles als Zumutung empfunden wird. Schule sei nicht nur schlecht ausgestattet, sondern auch noch anstrengend, undemokratisch, mache krank …
Dann meint man auch noch, Benachteiligten helfen zu können, indem man nichts verlangt, sondern nur nette Angebote macht.
In den Ländern, in denen es besser läuft, ist der Trick, dass man eben gerade nicht so agiert, sondern den Menschen (ja auch Kindern!) insgesamt mehr zugemutet wird. Bei uns sollen am liebsten alle immer machen können, was ihnen Spaß macht, weil es ja nachgewiesen sei, dass das am allerwichtigsten ist.
Natürlich müssen in Deutschland Eltern quasi mit zum Üben eingeplant werden, wenn in der Schule nichts gefordert werden darf.
„Wenn Kinder mit vier in die Vorschule gehen müssen, dann haben sie einen Vorsprung von zwei Jahren gegenüber deutschen Kindern.„
Dann müsste man eigentlich erwarten, dass die PISA-Ergebnisse der sozial-benachteiligten Schicht in diesen Ländern weiter über dem Schnitt der DE-16 liegen würden, als die Ergebnisse der SuS aus Bayern und Sachsen über dem DE-16-Schnitt bei IQB.
Besonders Ihren letzten Satz möchte ich dick unterstreichen!!
Interessante Frage, aber etwas allgemein gestellt. Ich interpretiere die jetzt mal so, dass Sie sich für die Methodik und quasi die Mathematik hinter dieser Untersuchung interessieren, die zu diesen „Ergebnissen“ führt.
Die ist recht trivial und schnell erklärt. Auf Seite 36 des Berichts sehen Sie dazu die entsprechende Grafik. Es wird der Gap zwischen den obersten und untersten 20% berechnet. Mexico ist also deswegen 7 Plätze im Ranking besser als Deutschland, weil zwar die unteren 20% katastrophale Ergebnisse haben und selten die Mindeststandards erreichen, dafür aber die besten 20 % kaum besser als die schlechtesten in Deutschland sind. Die sozioökonomischen Lücke ist also kleiner, ergibt dadurch ein höheres Ranking und mehr „Chancengerechtigkeit“.
Bei PISA ist das ähnlich. Cambodia ist vor allen Anderen das Land mit der besten Bildungsgerechtigkeit. Allerdings leider tatsächlich auch das Land mit der geringsten Leistung bei den Schülern. Aber man kann halt nun mal nicht unbedingt überall vorne liegen.
Ich hoffe das beantwortet Ihre Frage.
„Die sozioökonomischen Lücke ist also kleiner, ergibt dadurch ein höheres Ranking und mehr “Chancengerechtigkeit”.“
Das dürfte die Ursache sein, warum so viele Länder im Ranking vor DE liegen, in denen die SuS aus der nichtprivilegierten Schicht schlechter abschneiden als in DE. Wenn der Rückstand der privilegierten Schicht in diesen Ländern auf die Pendants in DE noch größer ist, dann wird das Kriterium Bildungsgerechtigkeit positiv beeinflusst.
Sieh z.B. Kroatien oder Frankreich, NL usw.
Also lautet das Ziel: Um Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu fördern, müssen wir nur alle Schüler gleich schlecht machen?
Ich habe die Metrik nicht gemacht, es scheint aber für die Macher tatsächlich völlig unerheblich zu sein, auf welchem Niveau man die Gleichheit schafft.
Für die IFO Studie ist es unerheblich ob man es schafft, exakt gleich viele arme Schüler aufs Gymnasium zu bringen oder ob man schlicht alle Gymnasien niederbrennt. Der Unterschied zwischen den Gruppen, gemessen durch die Metrik, sinkt in beiden Fällen auf Null.
Das steckt im Design der Studien. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass den Studienmachern die Phantasie gefehlt hat, eine Metrik zu finden, bei der das erreichte Bildungsniveau eine Rolle spielt.
Würden wir die exakt gleichen Daten der Unicef Studie nehmen und allein den Anteil an Schülern mit Mindestkompetenz im Quintil der einkommensschwächsten Schüler als Maßstab nehmen, hätte wir ein anderes Ergebnis. Mehr Schüler aus einkommensschwachen Haushalten mit Mindestkompetenz sehen wir dann als Indikator für ein gerechtes Bildungssystem, eine Auffassung, die ich persönlich nicht unplausibel finden würde. Für den weiteren Lebensweg dieser Kinder ist es vermutlich relevanter die Fähigkeiten zu haben, als die Mindestkompetenz nicht zu erreichen und sich daran zu erfreuen, dass die einkommensstarken Kinder sie auch nicht haben.
In diesem Ranking würde Deutschland ca. 11 Plätze vorrücken und die Schweiz ca. 14.
Fähigkeiten vermitteln statt Gleichheit schaffen wäre vielleicht gar nicht so verkehrt.
Netter Erkärungsversuch, der jedoch durch die letzen Pisa-Resultate (2022) bereits obsolet ist.
Weil?
Was fällt der Politik dazu ein? Die einen möchten die Schulpflicht abschaffen. Angesichts der Situation in manchen Grundschulen möchte ich da sagen, müssten wir Eltern nicht arbeiten, könnten die Kinder vielleicht zuhause tatsächlich manche Dinge besser und in Ruhe lernen… die anderen fordern wieder dazu auf, die Schüler länger gemeinsam zu unterrichten, um Bildungsgerechtigkeit zu schaffen. Also alle weiter runter im Niveau. Ich schlage mal folgendes Experiment vor: Wir teilen die Kinder schon in Klasse 2 auf. Die einen dürfen dann schneller vorangehen und sich dafür an projektorientiertem Lernen versuchen. Die anderen bekommen einen höheren Personalschlüssel und werden gefördert, gefördert, gefördert. Weil das zuhause vielleicht auch niemand macht oder kann. Solange die Kinder einer Klasse so heterogen sind, wird man ihnen sonst nicht gerecht.
Was hält uns davon ab, bei bestehendem System den Schlüssel zu verbessern, um zu fördern, fördern, fördern?
Förderung ist übrigens auch, wenn man einem begabten Kind ermöglicht, an neuen Fähigkeiten zu wachsen, die es bisher weniger verfolgt hat, oder zusätzliche Inhalte zu erarbeiten.
Ich vermute das Geld. Ich stelle nur jeden Tag fest, dass leider beides nicht wirklich stattfindet.
Es gibt Länder, an denen man sich kein Beispiel nehmen sollte. In der Republik Korea (Platz 3) herrscht in den Schulen ein enormer Druck. Die Kinder verbringen teilweise 16 Stunden am Tag in der Schule bzw. anschließend in Nachhilfeinstituten.
Was Länder wie z.B. Irland angeht, sollte man sich dort mal das Verhältnis Lehrer – Schüler anschauen. Das liegt bei 1 : 13,8.
Das Lehrer-Schüler-Verhältnis in Deutschland lag 2024 bei 14,2 (rund 790.300 Vollzeitlehrereinheiten an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen bei 11,2 Millionen Schülerinnen und Schülern). Quellen: KMK-Dokumentation „Schüler/-innen, Klassen, Lehrkräfte und Absolvierende der Schulen 2015–2024″, Statistisches Bundesamt / Schulstatistik 2024/25
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ein schöner Beweis dafür, dass Zahlen nicht wirklich aussagekräftig sind.
Doch, allerdings interpretationsbedürftig. Herzliche Grüße Die Redaktion
Richtig. So werden ausnahmslos Lehrer in die Verwaltung abgeordnet, sind aber offiziell weiter an den Schulen beschäftigt
Dann verstehe ich nicht, warum ich täglich allein in Klassen von 25-30 Schülern stehe und warum wir – trotz Inklusion – nur eine Sonderpädagogin für 350 Schüler haben. Also sind die Zahlen tatsächlich nicht aussagekräftig.
Wir verstehen das schon. Das hängt mit der Vielzahl von außerunterrichtlichen Aufgaben zusammen, die Lehrkräften auferlegt werden. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/12/wie-viel-lehrkraefte-arbeiten-und-was-die-reine-unterrichtszeit-macht-nur-noch-ein-drittel-der-arbeitszeit-aus/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich bin 21 Zeitstunden pro Woche im „reinen“ Unterricht. Netto. Also ohne Wegzeiten und soziale Interaktionen auf diesem Weg. Ich beame mich ans Pult und mit dem Gong wieder weg.
Ich bereite diesen Unterricht auch vor und nach, und wenn ich schnell bin, schaffe ich das in zwei Stunden pro Tag (eigentlich ist es mehr, aber egal).
–> Das sind weitere 10 Zeitstunden, die DIREKT mit dem Unterricht in Verbindung stehen. Ich kann keinen Unterricht geben, den ich nicht vorbereitet habe. Das ist auch nicht sinnvoll delegierbar. Es gehört zum Kern der Tätigkeit.
Das sind ja schon 31 Zeitstunden.
Ihr verlinkter Artikel sagt ja, dass nur 1/3 meiner Arbeitszeit „reine“ Unterrichtszeit seien.
1/3 von sagen wir mal 42 sind 14 Zeitstunden.
Selbst wenn ich die Vor- und Nachbereitung delegiere – was nicht sinnvoll wäre – sind 21 deutlich mehr als 14.
Ich hoffe, Sie nehmen es mir nicht übel, wenn ich da kognitive Dissonanzen verspüre.
Sie gehen von 42 Stunden aus…..wie wäre es mit 63 Stunden…..dann würde es passen….oder so…..;)
Nein, mit den außerunterrichtlichen Aufgaben hängt das zumindest in der Grundschule nicht zusammen. Für die zahlreichen zusätzlichen Aufgaben, die ich habe (Vertretungsplan, Organisation des Frühlingssingens, Sponsorenlauf etc) bekomme ich keine Entlastungsstunden. Bürokratische Aufgaben, Konzeptarbeit) Elterngespräche usw. machen wir sowieso nach Unterrichtsschluss.
Weil von den rund 800.000 Lehrern ungefähr 43 % in TZ arbeiten…..(Quelle: statistisches Bundesamt für das Schuljahr 2023\24).
Die Anzahl der Lehrer ist irrelevant, es geht um die Anzahl der Unterrichtsstunden, die einer Schule zur Verfügung stehen. 10 Lehrer mit einem Deputat von 14 Stunden unterrichten genauso viele Stunden wie 5 Lehrer mit 28 Stunden….sind aber doppelt soviele Köpfe…..
Auf Platz 4 lag Kroatien, das aber bei PISA-2022 in allen drei Kategorien deutlich schlechter abgeschnitten hat als DE, obwohl sich die Schülerschaft dort ganz anders zusammensetzt als in den DE-16.
Bestimmt hilft noch mehr selbständiges Lernen, jeder auf seinem Niveau.
Mein Kind war gerade in einem französischen Lysee.
1. Da drin sieht es aus wie im Hotel. Alles richtig schick.
2. Es gibt einen Pförtner und Einlasskontrolle.
3. Es gibt auch zwei Klassenarbeiten und einen Vokabeltest am selben Tag! Unsere Schüler schnaufen schon bei zwei Klassenarbeiten pro Woche. Achja und neuester Trend in NRW sind angstfreie Prüfungsformate. Jetzt dürfen die in Klassenarbeiten Spickzettel mitnehmen, miteinander reden usw. Ja das führt bestimmt dazu, dass sie mehr leisten.
4. Im Lysee gibt es jede Woche haufenweise Hausaufgaben. Ja nicht mal auf den Besuch der Austauschschüler wird auch nur ein Hauch Rücksicht genommen. Die Schüler am Gymnasium meines Sohnes in NRW bekommen weniger Hausaufgaben als ich früher an der Gesamtschule im Ganztag!
Ganz ehrlich die tollen politischen Trends gehen in Deutschland in die völlig falsche Richtung. Das Ausland lacht uns doch aus, wenn die das hören.
Aber müssen zugeben, dass alle, die das französische Schulsystem durchlaufen haben, nicht nur psychische Wracks sind, sondern auch noch gar nichts wissen und können. …
Ach, das ist gar nicht so?
Die Politik will Eltern bedienen (möglichst wenig Stress für ihren Nachwuchs), um wiedergewählt zu werden, und sog. Bildungsexpert*innen flankieren das.
Man senkt die Anforderungen, damit die Eltern es nicht so schlimm finden, dass ihre Kinder aufgrund der schlechten Bedingungen nichts lernen. Ein Teufelskreis …
Volle Zustimmung!!!
Im Lycée läuft noch was durch Eustress – also positiven Leistungsdruck, der anspornt statt lähmt. Drei Arbeiten am Tag sind völlig normal, Hausaufgaben sowieso.
Und wir? Wir erfinden angstfreie Prüfungsformate, erlauben Spickzettel und nennen das Fortschritt.
Dort Hausaufgaben im Wochenpaket – hier die pädagogische Vision: Hausaufgaben sind ein Relikt des 20. Jahrhunderts.
Kein Wunder, dass das Ausland unsere Bildungspolitik inzwischen eher als Comedy-Format einordnet.
„Das Ausland“ (das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF) schreibt kein Wort über „angstfreie Prüfungsformate“ oder „Hausaufgaben im Wochenpaket“ – es geht darum, dass das deutsche Schulsystem handfeste armutsbedingte Nachteile nicht auszugleichen vermag, deutlich schlechter als die Schulsysteme anderer Länder.
Was Sie behaupten, fabulieren Sie sich zusammen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Achja und neuester Trend in NRW sind angstfreie Prüfungsformate. Jetzt dürfen die in Klassenarbeiten Spickzettel mitnehmen, miteinander reden usw.“ Fabulierte @blau und ich antwortete.
“Das Ausland” (das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF) schreibt: Besonders schwach fällt das Abschneiden im Bereich Bildung aus: Nur 60 Prozent der 15-Jährigen erreichen Mindestkompetenzen in Lesen und Mathematik.
Wegen angeblich „angstfreier Prüfungsformate“? Sorry, Quark. Vielleicht sollten Sie doch mal den Artikel oben lesen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sehe ich genauso. Mehr Leistungserwartung, mehr Methoden von Doug Lemov und weniger selbständiges Lernen. Davon profitieren die Schwächsten am meisten.
So lange die Schwächsten schwach sind – vielleicht. Die Ziel aber sollte doch sein, Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern – und sie stark zu machen. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/02/deeper-learning-warum-es-in-der-schule-der-zukunft-auf-ein-solides-fundament-aus-fachlichen-grundlagen-ankommt/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Muss man „Quark“ sagen? Geht nicht auch: „das sehe ich anders“ oder „in einigen Punkten liegen Sie nicht ganz richtig, weil……“. Ist das so schwer? Eine gewisse Professionalität sollte man schon erwarten können.
Wenn hier zum x-ten Mal diesselbe dürre Sau durchs Dorf getrieben wird – sagen wir, wenn der Kontext offensichtlich völlig unpassend ist (wie eine Diskussion über Armutsfolgen), auch schon mal „Quark“.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Katze kann ziemlich gut formulieren und ist auch umfassend informiert bzw. bringt nachvollziehbare Argumente aus einem sicher großen Erfahrungsschatz. Ist es das, was Sie so ärgert?
Nein, der platte Inhalt. Herzliche Grüße Die Redaktion
„Nur 60 Prozent der 15-Jährigen erreichen Mindestkompetenzen in Lesen und Mathematik. „
Erstaunlich, da die Quoten, die in DE weniger als Level 2 bei PISA-2022 erreichten, in Mathematik bei 30% und beim Lesen bei 25% lagen.
„deutlich schlechter als die Schulsysteme anderer Länder.„
Kommt natürlich auf darauf an wie man solche Kriterien misst.
In der UNICEF-Studie liegen z.B. im Bereich Kompetenzen viele Länder vor den DE-16, in denen bei PISA-2022 die Ergebnisse der SuS aus der unteren Schicht schlechter ausgefallen sind als in DE, z.T. auch sehr deutlich.
In DE gelten dagegen Bundesländer als besonders gerecht, in denen die SUS aus der unteren Schicht und SuS mit Migrationshintergrund deutlich unter dem Durchschnitt abschneiden und die sozialen und zuwanderungsbezogenen Disparitäten überdurchschnittlich hoch sind.
Wem gelten solche Bundesländer als besonders gerecht? Wir kennen niemanden, der das behauptet.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
IFO-Institut und GEW?
Bitte Quellen dafür nennen, dass das Ifo-Institut und/oder die GEW „Bundesländer als besonders gerecht“ bezeichnet, „in denen die SUS aus der unteren Schicht und SuS mit Migrationshintergrund deutlich unter dem Durchschnitt abschneiden“.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nicht wortwörtlich, aber die Aussage der GEW, dass in Bundesländern mit 6-jähriger Grundschule die Bildungschancen für benachteiligte Schülerinnen und Schüler deutlich besser wären, lässt sich m.M. schon so interpretieren.
Welche Bundesland beim Bundesländerranking des IFO-Instituts zur Bildungsgerechtigkeit auf Rang 1 liegt, dürfte auch bekannt sein. Auch welche beiden Bundesländer dort Rang 15 und 16 belegen.
„Nicht wortwörtlich“ – wir würden sagen: gar nicht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
// es geht darum, dass das deutsche Schulsystem handfeste armutsbedingte Nachteile nicht auszugleichen vermag, deutlich schlechter als die Schulsysteme anderer Länder. //
Wie soll das auch gehen, mit einer auch von Ihnen propagierter Pädagogik/Didaktik in Deutschland, deren Dysfunktionalität nur von bildungsaffinen oder gutsituierten Eltern mühsam kompensiert werden kann? Kompetenzorienitert, schülerzentriert, hausaufgabenfrei, selbstorganisiert, projektorientiert und angstfrei in den Abgrund.
Ja, wir werden dafür zu Recht ausgelacht.
Es geht um eine ausreichende Zahl von Lehrkräften, um ein Unterstützungssystem für Lehrkräfte (multiprofessionelle Teams), um einen qualitativ hochwertigen Ganztag, um frühkindliche Sprachförderung – um handfeste Ressourcen also. Und nicht um ideologische Debatten über Unterrichtsformate und Lernziele.
Sorry, Sie haben die Dimension des Problems offenbar nicht verstanden.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
MPT heißt, alle im Kollegium haben unterschiedliche Kombinationen von Fakulten und unterschiedlich lange Dienstzeiten.
// Es geht um eine ausreichende Zahl von Lehrkräften, um ein Unterstützungssystem für Lehrkräfte (multiprofessionelle Teams), um einen qualitativ hochwertigen Ganztag, um frühkindliche Sprachförderung – um handfeste Ressourcen also. //
Vielleicht bräuchten wir mit einer funktionierenden Didaktik, die nicht das angeblich immer intrinsisch motiverte Kind ins Zentrum stellt, aber gar nicht so viele Ressourcen?!
// Sorry, Sie haben die Dimension des Problems offenbar nicht verstanden. //
Sie sagen im Urpsungsposting, dass das Schulsystem handfeste armutsbedingte Nachteile nicht ausgleichen kann. Ich gebe Ihnen vollkommen Recht und gehe weiter: es ist sogar so, dass die auch von Ihnen propagierte moderne Didaktik das Problem eher verstärkt! Schülerzentrierter Unterricht und SoL benachteiligen Kinder aus migrantischen und bildungsferneren Haushalten systematisch.
Lesen Sie Roland Reichenbach: Die Pädagogik der Privilegierten.
https://www.socialnet.de/rezensionen/33668.php
„Vielleicht bräuchten wir mit einer funktionierenden Didaktik, die nicht das angeblich immer intrinsisch motiverte Kind ins Zentrum stellt, aber gar nicht so viele Ressourcen?!“
Das wird die Kultus- und Finanzminister freuen zu lesen. Wir halten das aber für krass falsch – weil Lernen, unabhängig von der Didaktik, immer mit Beziehung zu tun hat. Ein lehrerzentrierter Massen-Unterricht mit Druck, aber ohne Beziehung, ist nur autoritär. Eine solche Dressur mag vordergründig funktionieren. Haften bleibt da nichts (Stichwort: Bulimie-Lernen).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
// weil Lernen, unabhängig von der Didaktik, immer mit Beziehung zu tun hat. //
Eben. Die Beziehung zu einem präsenten Lehrer im Zentrum des Unterrichts, der alle Schüler in einem Unterrichtsgespräch mitnimmt und anleitet, ist viel tiefer als die zu einem „Lerncoach“, dessen Funktion sich darauf beschränkt Aufgaben zu verteilen und ab und zu mal zu helfen. Ich habe den direkten Vergleich beider Stile bie meinen Kindern in der Grundschule erlebt.
// … Massen-Unterricht mit Druck … ohne Beziehung … autoritär … Dressur … Bulimie-Lernen …. //
Und Sie werfen anderen ideologische Debatten vor?! Niemand wünscht sich diesen skizzierten Unterricht, er bleibt eine Strohpuppe.
Sorry, aber das möchen wir sehen – ein präsenter Lehrer, der über einen Schultag lang 30 pubertierende Schüler gleichzeitig in einem Unterrichtsgespräch mitnimmt, ohne dass einer davon wegdämmert.
Mal davon abgesehen: Es spricht gar nichts gegen direkte Instruktion. Es spricht aber viel dagegen, eine Methode (unter anderen) als Zaubermittel zu sehen, das Lehrerstellen ersetzen kann.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„der alle Schüler in einem Unterrichtsgespräch mitnimmt“
Hoffen wir, dass die Schülerinnen auch angesprochen und mitgenommen sind, dazu
Super, wenn Sie alle in einem Unterrichtsgespräch derart mitnehmen, dass alle nachvollziehen können, worum es geht und Wissen erwerben, das sie im Anschluss für die nächste Aufgabe nutzen können.
Welche Konzepte haben diese Probleme nicht?
Heute haben wir mit den Eltern das Konzept des offenenen Lernens an unserem Gymnasium besprochen. Vor zwei Jahren wurde es für Klassen 7 und 8 eingeführt.
Kinder haben wenige Stunden, wo Lehrer etwas erklären, und der Rest der Zeit sitzen alleine im Zimmer, ohne Lehrer, und arbeiten vor sich hin. Es heißt, sie müssen arbeiten, viele aber spielen mit Tablet oder reden. Mobbing Probleme werden stärker, weil kein Lehrer dabei ist.
Was mit Fremdsprachen? Die Kinder sollen sie irgendwie auch selbst lernen. Nur 6 Stunden im Jahr gab es Unterricht um Französisch mit dem Lehrer. Sprechen üben sollen sie mit einander. Viele pubertierte Jungs können nach einem Jahr kaum was sagen. Englisch wird auch schlechter.
Es gibt Zeiten, wo man bestimmte Lehrer finden kann und Fragen stellen, aber nicht sofort, wenn das Problementstanden ist. Und nicht alle machen das – das Alter ist problematisch.
Ich finde „einen präsenten Lehrer im Zentrum des Unterrichts“ besser, als so ein Konzept.
Mittelstufenschüler ohne Aufsicht? Mon dieu!
In vielen Stunden leider ja, ohne Aufsicht.
Wenn diese Ressourcen da wären, wäre das ein durchaus sehr interessanter Versuch.
Könnte klappen.
Also, bis auf kompetnzorientiert, sehe ich Ihre genannten Punkte „hausaufgabenfrei, selbstorganisiert, projektorientiert und angstfrei in den Abgrund“ als nicht weit verbreitet an.
Unsere Schule bietet im Ganztag viel – das Erlernen von Instrumenten für alle, kreatives Gestalten, Sportprogramme. Soziales Lernen wird groß geschrieben. Die Kinder fühlen sich wohl, kommen gern zur Schule, sind selbstbewusst. Wir lernen selbstorganisiert und projektbewusst! Aber Lesen, Rechtschreibung, Texte verfassen – DAS lernen wir irgendwie nicht und dann kommt es eben zu schlechten Ergebnissen. Und da wir die Notenvergabe bis zum letztmöglichen Zeitpunkt herauszögern, damit nicht noch Druck entsteht, sieht man das ganze Ergebnis dann erst in Klasse 4 in aller Deutlichkeit. Sprachförderung, so wie sie im Viereinhalbjährigen-Gespräch „erforscht“ und in der Vorschule vermittelt wird, ist schon da und ein guter Anfang – aber danach liegt es bei den Eltern, was passiert.
Danke an die Redaktion, dass Sie stets inhaltich korrekt und ausdauernd den Ausführungen der um Standesdünkel besorgten Philologen Fakten entgegensetzen.
Vorsicht, nicht ausrutschen!
Wird eine bildungsferne Familie bildungsaffiner, wenn sie plötzlich mehr Geld hat? Nach unseren Beobachtungen in der sozialen Arbeit: Nein. Lieber investiert man vorhandene Gelder in materielle Dinge, die ad hoc ein Glücksgefühl auslösen. Das sind meist neue technische Spielereien in der Wohnung, ein größerer Fernseher, das neueste Smartphone etc.
Es geht doch auch um den Stellenwert von Bildung. Der fehlt eben immer mehr, denn aus allen Rohren sorgen soziale Medien, KI und Youtube dafür, dass man sich nicht mehr wirklich anstrengen muss, wenn man das nicht möchte. Dazu passen natürlich Ideen wie das Abschaffen von Hausaufgaben, das Abschaffen von Noten etc. Wer immer mit Schwimmflügeln unterwegs ist, muss das Schwimmen nie lernen. Und wenn ich noch mehr Luft in die Schwimmhilfen reinpuste und noch eine Luftmatratze drunterlege, kann man es sich schön bequem machen und auf dem Wasser treiben.
Wo es keine Konsequenzen gibt, kann ich mein Leben auch so führen – eventuell mit gemindertem Anspruch, aber es geht. Ich bleibe dabei, dass wir aus der Bildungsmisere nur rauskommen, wenn wir die Ansprüche wieder erhöhen und Anstrengung verlangen. Das Ganze sehr gerne mit (spielerischen) Förderangeboten an Nachmittagen. Doch auf der einen Seite möchte man nie jemanden belasten, auf der anderen Seite ist man überrascht, dass immer weniger Kompetenzen vorhanden sind. Das beißt sich doch. Der Mensch ist von Natur aus faul und macht nur das Notwendige. Rein auf intrinsische Motivation zu setzen, ist ein Irrweg.
Seit wann ist das so? Könnte es etwas damit zu tun haben, dass Deutschland vielen Menschen, darunter auch Armen und Ungebildeten, mehr als andere Staaten Asyl geboten hat? Oder welches Land mit einer vergleichbaren Zusammensetzung der Einwanderer schlägt sich denn besser?
So, so, Irland, Slowenien und die Republik Korea weisen bessere Bildungsergebnisse auf. Mal wieder Äpfel mit Birnen verglichen. All diese Länder haben eine komplett andere Einwanderungspolitik und sicher keine Armutsmigration, die uns hier das Wasser abgräbt, da immens viel Geld für diesen Bereich ausgegeben wird und zudem Leute hier ankommen, die völlig anders sozialisiert und schwer zu integrieren sind. Dieses Problem muss man natürlich angehen, aber es ist nicht einzusehen, dass ohne Relativierung und Beleuchtung der Hintergründe Deutschland hier schon wieder zum Buhmann gemacht wird.
Wenn man mal intensiv nachforscht, wo der größte Teil unserer Steuergelder hingeht, dann sieht man, dass unsere Regierung falsche Prioritäten setzt und die Bildung dadurch ganz hinten anstehen muss. Das wird sich auch nicht so schnell ändern. Und wenn die autokratischen Machthaber auf dieser Welt ihre Machtphantasien so richtig ausleben, was sicher kommen wird, dann ist sowieso für die Bevölkerung aller Länder nichts mehr übrig.
Deutschland wird zum „Buhmann“ gemacht – das ist Ihre Reaktion auf eine sachlich fundierte Kritik zum Umgang mit armutsbelasteten Kindern? Wow.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ja, wow ….. stellen Sie sich vor.
Meine Begründung ignorieren Sie mal wieder. Und wer hat bitte klar bewiesen, dass Armut in direkter Weise zu Bildungsdefiziten führt? Dann dürfte ein Land wie Slovenien wohl nicht an der Spitze stehen.
Man kann es auch als relativierte, die Umstände einbeziehenden Betrachtung sehen, was unseren Bildungsexperten manchmal abhanden geht. Ich wollte nur mal darauf hinweisen, dass hier vollkommen verschiedene Voraussetzungen vorliegen. Und ich höre mir andere Meinungen gerne an und bezeichne sie nicht als“ Quark“ oder „populistischen Mist“. Wow!
Kurz: Kann man alles nicht vergleichen – Deutschland ist super, merkt nur wieder keiner (armes Deutschland!). Und die nebulösen „Umstände“ werden von Experten nie einbezogen, weshalb diese Dummbatzen eben keine Experten sind.
So etwa?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Da werden mir wieder Worte in den Mund gelegt, die ich so nicht gesagt habe. Nein, ich finde Deutschland nicht rundum super, trottzdem lebe ich gerne hier, auch wenn ich mich mittlerweile täglich über die Entwicklungen aufrege. Aber unserem Land jetzt manglende Bildungschance zu unterstellen, weil die tolle Pisastudie schlecht ausfällt, ohne die Hintergründe zu beleuchten, dass wir das Land in Europa mit der größten Zuwanderung sind UND alles versuchen, den Migrantenkindern eine Bildung zu geben, aber es sind zu viele für die wenigen Lehrkräfte, man kann keine Wunder vollbringen, zumal wenn die Betroffenen gar nicht so recht wollen (alles erlebt in der Berufsschule), dann muss ich da entschieden widersprechen. Ich finde es nach wie vor sehr seltsam, dass die meisten „Asylanten“ nach Deutschland strömen, wo es hier doch so unglaublich schlecht ist und nichts für diese Leute getan wird. Ich kenne einige der Anstrengungen und muss sagen, da ist auch noch irgendwo eine Bringschuld und eine gezeigte Bereitschaft und ein Bemühen zu erwarten, sonst kann jede Anstrengung ins Leere laufen.
Ich habe schon so viele Expertisen von Bidlungsexperten gesichtet, die Vorschläge bringen, welche längst in den Schulen umgesetzt werden oder etwas anprangern, das so pauschal auf keinen Fall zutrifft. Und daraus erwächst dann die Meinung, dass diese Experten manchmal nicht den realen Bezug zur Praxis haben, und das ärgert uns Lehrer tierisch, weil wir wissen, dass die Schule in D sicher in einigen Ansätzen geändert werden muss, aber so schlecht, wie sie manche reden, ist sie nun mal nicht. Vergleiche ich meine Schulzeit als Schüler mit der heutigen, dann hat sich da verdammt viel getan. Aber es wird immer wieder betont, wie rückschrittlich und verkrustet Schule ist. Das stimmt in weiten Teilen einfach nicht. Und wer im Feedback Gespräch mit den Schülern ist, was ich regelmäßig praktiziere, dann wird einem das in großen Teilen bestätigt. Und um die Schüler geht es letztendlich, nicht um das Wohlbefinden der Bildungsexperten.
Vor allen Dingen gibt es Schulen, die viele Ideen der Bildungsexperten bereits umsetzen – deren Schüler liefern aber trotzdem keine besseren Ergebnisse ab als jene, die im „verkrusteten, alten“ System zur Schule gehen. Ich hab in meinem Klientel vom Grundschüler bis zu Schülern von Gymnasien (eher selten) und Gemeinschaftsschulen alles vertreten. Und Überraschung: Den Gemeinschaftsschulschülern gehts trotzdem nicht anders, als den anderen.
„Deren Schüler liefern aber trotzdem keine besseren Ergebnisse ab als jene, die im ‚verkrusteten, alten‘ System zur Schule gehen.“
Doch, tun sie.
„Die Schülerinnen und Schüler machen regelmäßig bei den sogenannten VERA-Tests mit. Das sind Vergleichsarbeiten, die bundesweit in den dritten und achten Klassen geschrieben werden. Unsere Lernpartner liegen regelmäßig über dem Durchschnitt. Die Achtklässler sind zum Beispiel besonders gut beim Rechtschreiben und beim Lesen, dabei haben sie gar keinen Deutschunterricht mehr. Und unser erster Abiturjahrgang 2022 hatte einen Durchschnitt von 1,7. Der Durchschnitt in Baden-Württemberg lag bei 2,17, also fast eine halbe Note darunter. Man braucht also keine Angst haben, dass die Leistungen einbrechen, wenn man nach unserem System arbeitet. Im Gegenteil.“ Gerne hier nachlesen: https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/gesellschaft/alemannenschule-ruppaner-schule-interview-revolution-unterricht-abgeschafft-e852296/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Einerseits: Toll, dass die Redaktion so viel Zeit und Energie darauf verwendet, mit den Leser im Forum in einen konstruktiven Austausch zu treten.
Andererseits: Antworten Sie eigentlich noch selbst oder macht das ein KI-Assistent für Sie? Sie werfen hier zwei Schulen zusammen, die zufällig den gleichen Namen tragen, aber 200 km auseinanderliegen.
Also: Welche innovativen Konzepte aus der Bildungsforschung werden den in Hüttlingen umgesetzt, außer dass es sich um eine der vielen Gemeinschaftsschulen in BW handelt, die leider häufig keine überzeugenden Ergebnisse liefern?
Nebenbei bemerkt liefert der erste Zeitungsbericht einen Beleg für die Durchlässigkeit des gegliederten Schulsystems in BW, da etliche Absolventen ihren Bildungsweg an einem Beruflichen Gymnasium zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife fortsetzen. Diese Durchlässigkeit wird von der Redaktion ja auch gerne mal bestritten.
Stimmt, ein Link war falsch, sorry – der Post ist korrigiert.
Nein, hier antwortet keine KI. Die Durchlässigkeit wird nicht „von uns“ bestritten – sie wird von Bildungsforschenden als unzureichend beschrieben. Es geht dabei um Bildungschancen, nicht um komplett versperrte Wege. Dass es einige Absolventen von nicht-gymnasialen Schulformen über den Umweg Berufliches Gymnasium dann doch noch auf die Hochschule schaffen, belegt wenig. Wie viele hätten es auf die Hochschule geschafft, wenn sie den direkten Weg in einer integrierten Schulform hätten gehen können? Das ist die entscheidende Frage.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wieder mal eine exklusive Vorzeigeschule, von der man genau weiß, dass dieser Luxus nie und nimmer zum Standard werden kann. Mich würde interssieren, wer da die Zuschüsse zu den üblichen staatlichen budgetgebundenen Zahlungen gibt.
„Dieser Luxus“ – welcher Luxus? Wieder mal die übliche Totschlagsbehauptung ohne Beleg.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Haben Sie sich die Räume angeschaut? Wohlfühlbereiche der Spitzenklasse. Und wer hält das alles in Schuss und sauber? Und was ist jetzt daran „Totschlag“? Gerne würde jeder Schulleiter so eine Schule haben, sollten alle beantragen. Dann käme nämlich heraus, dass es sich hier nur um ein einzelnes Vorzeigemodell handelt.
„Haben Sie sich die Räume angeschaut? Wohlfühlbereiche der Spitzenklasse.“
Es gibt auch gut ausgestattete Regelschulen in Deutschland, so ist es ja nicht: https://www.schmitz-reichard.de/projekte/uebersicht/neubau-des-luisen-gymnasiums-in-duesseldorf
Gerne mal anschauen, in welche Schulform in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland baulich am meisten investiert wurde. Wir verraten’s: Gymnnasien. Erst für G8 umgebaut (Mensen, Aufenthaltsräume), dann für G9. Nur NRW, nur die letzten Umbaumaßnahmen: „Allein für den Neu- und Umbau sowie die Ausstattung zusätzlicher Klassenräume und Schulräume kalkuliert das Land mit einem Ausgleich von rund 518 Millionen Euro für die kommunalen Schulträger.“
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich weiß, dass die Berufsschulen und FOSen das letzte Glied in der Kette sind, wenn es um Ausstattung geht, da muss man für Projekte und alternativen UJnterricht schon sehr kreativ sein, um eine entsprechende Atmosphäre für selbständiges Arbeiten zu schaffen.Trotzdem bleiben solche Räume, die sie verlinkt haben, die absolute Ausnahme und trotzdem würde ich nie an ein Gymnasium zurückgehen.
„Dann dürfte ein Land wie Slovenien wohl nicht an der Spitze stehen.„
Warum nicht?
In der PISA-Stichprobe in DE gehörten nur 31% der SuS zur sozial-privilegierten Schicht, in Slowenien immerhin schon 44%. .
Vielen Dank, dass Sie immer wieder Zahlen in die Diskussion bringen. Wir diskutieren hier und anderswo ständig über wissenschaftliche Studien, aber leider fast immer nur auf Basis der Pressemitteilung oder der Zusammenfassung. Kaum jemand macht sich die Mühe, tatsächlich mal die Daten anzusehen.
Gerne.
Ich habe beruflich bedingt häufig mit Kennzahlen und Statistiken zu tun und sehe mir deshalb auch an, wie diese entstanden sind, wie sich die Stichproben zusammensetzen , wie einzelne Teilgruppen abschneiden usw.
Ich bin immer wieder erstaunt, dass manche Bildungsexperten das anscheinend nicht für nötig halten.
In Deutschland hat Armut andere Ursachen als in z.B. Ländern des sog. globalen Südens.
Bei uns entsteht Armut dadurch, dass man Menschen sich selbst überlässt. Zwar gibt es eine soziale Absicherung und Angebote, aber zu viele Menschen wissen Angebote nicht zu schätzen und nehmen sie nicht an, solange sie nicht ohne eigenes Dazutun (z.B. einfach nur hingehen, Durchhalten, Interesse zeigen u.ä.) nutzbar sind.
In unserem Land herrscht eine Freiheit, die ihres Gleichen sucht. Diese enthält leider auch die Möglichkeit, über einen langen Zeitraum ohne das Eingreifen des Staates lauter Dinge tun zu können, die einem selbst und den eigenen Kindern schaden.
„Aber zu viele Menschen wissen Angebote nicht zu schätzen und nehmen sie nicht an“ – also ist Armut selbstverschuldet. Steile These:
„Besonders stark von Armut bedroht sind Alleinerziehende, Beschäftigte im Niedriglohnsektor, Rentnerinnen und Rentner, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Familien mit mehr als zwei Kindern und geringem Bildungsabschluss der Eltern.
Fehlende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder sind ein wesentlicher Faktor für das erhöhte Armutsrisiko von Alleinerziehenden. Durch fehlende Ganztagsbetreuung müssen die Elternteile ihre Arbeitszeit reduzieren. Bei einem Jobverlust führt dies zu einem geringeren Anspruch auf Arbeitslosengeld und eine geringere Rente. Auch Frauen in Paarbeziehungen, die ihre berufliche Tätigkeit unterbrechen, um sich um die Kinderbetreuung zu kümmern, sind im Alter stärker armutsgefährdet als ihre Partner.
Menschen mit Migrationshintergrund sind durch Diskriminierungen stärker armutsgefährdet. So führen etwa ausländisch klingende Namen teilweise zum Ausschluss bei Bewerbungsverfahren oder zu schlechteren Noten in der Schule trotz gleicher Leistungen. Es entstehen soziale Benachteiligung und Ungleichheit“ – berichten die, die täglich mit Armen zu tun haben (Malteser): https://www.malteser.de/armut-in-deutschland.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sie haben leider so gar nicht verstanden, was ich meine.
Wenn es Menschen selbst aus welchen Gründen auch immer nicht schaffen, das Beste für sich und ihre Kinder zu tun, dann muss der Staat eingreifen, um den Teufelskreis zu durchbrechen.
An meiner Schule gibt es einen sehr hohen Anteil an Kindern aus „armen“ Verhältnissen, deshalb weiß ich, wovon ich schreibe.
Ihrer Kritik gebe ich grundsätzlich recht, ich würde aber gerne mehr das Verhältnis von Freiheit zu Verantwortung beleuchten. Das Problem ist keineswegs allein die Freiheit, die ist offensichtlich ein hoher Wert und führt in den meisten Fällen zu einem besseren Erfolg von Individuen wie der Gesellschaft als Ganzem. Das eigentliche Problem ist aus meiner Sicht eher, dass wir die dazugehörige Verantwortung eliminiert haben und in vielen Fällen die Menschen von den Folgen ihres Handelns entkoppeln.
Angenommen jemand könnte an eine heiße Herdplatte fassen, es tut aber nur vielen anderen Menschen kaum spürbar weh, ihm gar nicht, was sollte ihn davon abhalten?
Wenn die Lage sich aufgrund schädlichen Verhaltens nicht verschlechtert und die zu gewinnenden Vorteile von sinnvollem Verhalten zu abstrakt oder fern erscheinen, dann sehe ich wenig Anreiz für ein weniger schädliches Verhalten.
Ich hab auch keine echte Lösung für das Problem, aber aus meiner Sicht wird der Punkt viel zu wenig diskutiert. Natürlich wollen und müssen wir unterstützen, aber irgendwo muss auch mehr Eigenverantwortung ins Spiel kommen.
Sonst nehmen wir, wie z.B. bei der angedachten Kita-Pflicht oder dem eschlossenen Ganztag an allen Schulen, vielen Familien die Freiheit, die das Problem eigentlich gar nicht betrifft.
„Wenn die Lage sich aufgrund schädlichen Verhaltens nicht verschlechtert und die zu gewinnenden Vorteile von sinnvollem Verhalten zu abstrakt oder fern erscheinen, dann sehe ich wenig Anreiz für ein weniger schädliches Verhalten.
Ich hab auch keine echte Lösung für das Problem, aber aus meiner Sicht wird der Punkt viel zu wenig diskutiert. Natürlich wollen und müssen wir unterstützen, aber irgendwo muss auch mehr Eigenverantwortung ins Spiel kommen.“
Da bin ich komplett bei Ihnen.
Eine Unterstützung kann mMn auch Zwang und Druck für Unwillige sein.
Ich habe inzwischen das Gefühl, dass es eine sehr mächtige Lobby von Gutmeinenden gibt, die nicht verstehen (aus ideologischen Gründen vielleicht nicht verstehen wollen?), dass sie genau das Gegenteil bewirken mit der Gutmeinerei.
Wenn Angebote nicht angenommen werden, dann sollte es einem doch mal zu denken geben. Stattdessen wird dann behauptet, die Angebote seien so schlecht, dass sie nicht angenommen würden. Oder es gäbe gar keine.
Ich habe Schüler*innen aus Afghanistan, Mozambique, Albanien …, deren Eltern die Angebote annehmen und sie dabei unterstützen ihren Weg zu machen. Die erzählen dann immer davon, was für tolle Möglichkeiten es in Deutschland doch gäbe! Und das sind eben nicht nur Einzelfälle!
Tatsächlich bin ich inzwischen für Gesetzesänderungen, die nicht es ermöglichen, nicht immer alle zu „verhaften“. Insbesondere, wenn es um Kinder und Jugendliche geht, ist das mMn unabdingbar.
Es muss natürlich „die es ermöglichen“ heißen.
Auf gehts in die nächste Runde: Internationale Erkenntnisse vs. Standesdünkel der Philologen!
Ich würde eher sagen: praktische Erfahrungswerte der Betroffenen (Schüler und Lehrer) vs. Wissenschaftsanspruch der Vielzahl von Bildungsexperten ohne Unterrichtserfahrung.
Standesdünkel ist hier wohl absolut unpassend, aber na gut, Ihre Meinung.
Die aktuellen Ergebnisse der WHO zum Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen zeigen deutlich: Viele junge Menschen fühlen sich zunehmend unter Druck, emotional belastet und in ihrem Alltag nicht ausreichend unterstützt. Diese Entwicklung darf uns auch mit Blick auf die Zukunft nicht gleichgültig sein.
Wenn wir über die Zukunft unserer Gesellschaft sprechen, müssen wir deshalb auch über die Bedingungen sprechen, unter denen Kinder heute aufwachsen und lernen.
Neben der Familie sind insbesondere Kitas und Schulen prägende Lebensorte, insbesondere weil sie dort immer mehr Zeit verbringen. Dort entscheidet sich jeden Tag maßgeblich, ob Kinder Vertrauen entwickeln, Anerkennung erfahren und emotionale Sicherheit erleben.
Daraus ergeben sich klare Anforderungen an unser Bildungssystem:
• Kinder benötigen stabile Beziehungen und echte Unterstützung statt permanentem Leistungsdruck.
• Pädagogische Fachkräfte brauchen mehr Zeit für Begleitung und weniger Belastung durch Verwaltung und Organisation.
• Soziale und emotionale Entwicklung müssen denselben Stellenwert erhalten wie Noten und Leistung.
• Politisch Verantwortliche sollten sich in in ihren Entscheidungen mehr daran orientieren, was Kinder stärkt — nicht nur daran, was Systeme effizienter macht.
Bildung darf deshalb nicht ausschließlich über Standards, Prüfungen oder Digitalisierung definiert werden.
Lernen gelingt dort am besten, wo Menschen sich sicher, wertgeschätzt und ernst genommen fühlen. Emotionales Wohlbefinden ist keine Nebensache, sondern eine wesentliche Grundlage für Entwicklung, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.
Wenn Kinder selbst in einem wohlhabenden Land wie Deutschland beim Wohlbefinden schlechter abschneiden, ist das kein individuelles Versagen einzelner Familien oder Einrichtungen. Es ist aus meiner Sicht ein gesellschaftlicher Auftrag, genauer hinzusehen und Verantwortung zu übernehmen.
„Wenn Kinder selbst in einem wohlhabenden Land wie Deutschland beim Wohlbefinden schlechter abschneiden, ist das kein individuelles Versagen einzelner Familien oder Einrichtungen. Es ist aus meiner Sicht ein gesellschaftlicher Auftrag, genauer hinzusehen und Verantwortung zu übernehmen.“
Das Problem ist unser Wohlstand. In den anderen Staaten des globalen Nordens sieht es doch genauso aus.
Wenn Menschen permanent erwarten, dass all ihre Bedürfnisse immer sofort so befriedigt werden, wie sie es sich vorstellen, weil das die Prämisse in der Gesellschaft ist, dann kann man sich nicht wohlfühlen, da dieses unmöglich ist.
Schule ist heutzutage größtenteils eben nicht permanenter Druck (außer an irgendwelchen Gymnasien in Bayern und Sachsen vielleicht noch), sondern sehr viel Anpassung an irgendwelche Erwartungen, deren Erfüllung nicht geschehen kann, denn maximaler Erfolg bei möglichst wenig Einsatz ist ein Ding der Unmöglichkeit.
„was Kinder stärkt“
Was stärkt denn Kinder?
Was würden Sie denn tun, um Ihr Immunsystem oder Ihre Muskeln zu stärken? Ein Seminar besuchen, wie schlimm Leistungsdruck und Muskelkater sind und mehr in sich hineinhören?
Unterstützung ist wichtig, aber es muss dann auch eine Herausforderung dazukommen, sonst sehe ich kaum Potential für Stärkung.
Durch weniger Leistungsdruck z.B. durch Abschaffung von Hausaufgaben, unangekündigten Überprüfungen, Klassenarbeiten etc. hätten die Kinder mehr Zeit und könnten…
mmh, naja sie könnten…
naja, vermutlich mehr auf Social Media rumhängen. Dann geht es ihnen besser?
„Neben der Familie sind insbesondere Kitas und Schulen prägende Lebensorte, insbesondere weil sie dort immer mehr Zeit verbringen„
Bei den PISA-Tests wird auch erhoben, ob sich SuS Ihrer Schule nicht wohl / fehl am Platz fühlen oder als Außenseiter / von Dingen ausgeschlossen.
Ich habe allerdings noch nicht gelesen, dass dies bei der Diskussion der PISA-Ergebnisse in DE mal thematisiert worden wäre.
Kann aber natürlich auch sein, dass ich einfach nicht genügend Informationsquellen nutze .