KIEL. Die Schulen sollen junge Menschen auf die Zukunft vorbereiten – doch nach Ansicht der Landesschülervertretung der Gymnasien in Schleswig-Holstein geschieht derzeit das Gegenteil. Lebenspraktische Themen wie Finanzbildung, Berufsorientierung, digitale Kompetenzen, Demokratiebildung und Gesundheitswissen kämen im Unterricht entweder kaum vor oder blieben unverbindlich, kritisieren die Schülerinnen und Schüler. Die Schule verliere den Anschluss an die reale Welt.

Die Landesschülervertretung der Gymnasien in Schleswig-Holstein fordert eine verbindliche Vermittlung von Zukunftskompetenzen in der Schule. «Stellen sie sich vor, ein Unternehmen würde seine Mitarbeitenden 20 Jahre lang auf dasselbe Produkt trainieren, immer derselbe Rahmenplan, dieselben Bewertungsmaßstäbe, dieselben Inhalte – und das Produkt, das gibt es gar nicht mehr», sagte der Landesschülersprecher der Gymnasien, Eschel Ewert, bei der Landespressekonferenz in Kiel. Kein Unternehmen würde das überstehen, weil es so nicht zukunftsfähig bleibe.
Genau das geschieht aus Sicht der Landesschülervertreter derzeit mit dem Bildungssystem. «Und je länger das so weitergeht, desto zukunftsschädlicher ist es», betonte der 17-Jährige. Die Welt, auf die die Schule die Schülerinnen und Schüler vorbereite, und die tatsächliche Welt drifteten immer weiter auseinander. Deshalb hat die Schülervertretung acht Forderungen aufgestellt, damit Bildung mehr Perspektive für die Zukunft bietet.
Von Finanzbildung und Berufsorientierung
So verlangen die jungen Leute eine verbindliche Finanzbildung im Fach Mathematik, die die Grundlagen von Geldanlage, nachhaltigem Investieren und langfristiger Altersvorsorge beinhaltet. Ebenso müssten die Schulen verbindlich Bildung für nachhaltige Entwicklung anbieten – am besten jedes Schuljahr. Denn Ewert ist überzeugt dass der Klimawandel die größte strukturelle Herausforderung seiner Generation ist.
Die Schüler fordern auch, die Berufsorientierung durch mindestens drei zweiwöchige Praktika während der Schulzeit zu verbessern. Schulen müssten ebenso digitale Bildung fest verankern und dafür Medien-Teams einrichten, die etwa über die Risiken digitaler Medien informierten. Auch Künstliche Intelligenz solle dabei eine zentrale Rolle spielen.
Zudem sollten soziale Kompetenzen in jedem Fach die Schulnoten mitbestimmen, und Bildung sowie Engagement stärker zur politischen Teilhabe anregen. Es sei besorgniserregend, wenn junge Menschen berichteten, sie fühlten sich im gesellschaftlichen und politischen System nicht gehört, erklärte Ewert. «Demokratie muss aus unserer Sicht erlebt werden.»
Auch Gesundheitsbildung wichtig
Außerdem müssten Schülerinnen und Schülern grundlegende Gesundheitskompetenzen vermittelt werden. Nach Angaben des Landesschülervertreters gehören dazu auch Fragen zur Krankenversicherung und zur Notaufnahme.
Ewert forderte abschließend einen Personalschlüssel von 1 zu 1.000 bei Schulpsychologen und von 1 zu 150 bei Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern. «Wenn wir Angststörungen, Depressionen, Burnout bei 16-Jährigen und auch immer wieder Suizide von Schülerinnen und Schülern erleben, seit Corona immer noch verstärkt, dann ist das eine schmerzhafte Realität, die angegangen werden muss», betonte er.
«Schule erhebt für sich den Anspruch, junge Menschen als Mini-Bürger in die Welt zu schicken», sagte der Landesschülersprecher. Daher seien die geforderten Maßnahmen mehr als notwendig.
Reaktionen von SPD und FDP
Der Abgeordnete der größten Oppositionsfraktion SPD, Martin Habersaat, erklärte zu den Forderungen, dass diese deutlich zeigten, dass junge Menschen längst weiter dächten als die Bildungspolitik der Landesregierung. «Das Bildungssystem muss besser auf die Lebensrealität junger Menschen ausgerichtet werden», betonte er. Schule müsse mehr sein als reines Faktenlernen.
Zukunftskompetenzen wie kritisches Denken, soziale Verantwortung, Medienkompetenz und wirtschaftliches Grundwissen seien essenziell, damit junge Menschen ihr Leben selbstbestimmt gestalten können.
«Gerade deshalb ist es völlig unverständlich, dass die Landesregierung gleichzeitig Kürzungen im Bildungsbereich vornimmt und wichtige Unterstützungsstrukturen schwächt», kritisierte Habersaat.
Die FDP-Abgeordnete Anne Riecke sagte: «Diese Forderungen dürfen nicht in endlosen Analyseprozessen verschwinden.» Es dürfe jetzt nicht der Fehler begangen werden, in den Forderungen nach Problemen zu suchen. «Stattdessen müssen wir sie als das nehmen, was sie sind: konkrete, lösungsorientierte Vorschläge, die umgesetzt werden können», betonte sie. News4teachers / mit Material der dpa









Die Schule hat bereits für Schüler und Lehrer/innen den Anschluss verloren.
Die Kinder lernen nicht digital und werden nicht digital herangeführt, z.B. Informatik, Rechnen, Digitale Arbeit, Umgang mit Medien.
Die Lehrer haben noch zu wenig Homeschooling und Hybridunterricht.
An die heutige Arbeitswelt kommt das nicht mehr heran.
Gen Z arbeitet frei und flexibel. Für Lehrer bedeutet das 35 Stunden Woche, 4 Tage Woche und Homeschooling. Damit rückt es auch näher an die Ig Gewerkschaft heran und macht die Arbeitsbedingungen ein Stück fairer. Es ist wie es ist, machen wir uns nichts vor.
35 Std, 4 Tage Woche, Homeoffice, Boni, kommt schon lange nicht mehr gegen 50 Std, 5 Tage und Reallohnverlust aus. Es ist wie es ist und dat ist schlecht!
Ganz schöner Die Dopfen-Schüler- Lehrerinnen- ich weiß es besser-Rundumschlag.
Peti nervt sie dauernd oder, nicht mehr gemütlich, die Blumenterasse? Vlt. suchen Sie besser nach einem Kompromiss, einem gangbareren Weg. Sie könnten ansonsten enthasit werden und wenn Peti dann noch den Koi behält, dürfte ihnen da auch das Lamentieren bei n4t nicht weiterhelfen.
Dat ist schlecht!
Ja, sonst geht es nicht mehr. Das ist doch frech und gemein.
Rechne das mal für das Leben aus
Es ist leider so 🙁 🙁 🙁
Der Nachwuchs macht es nicht mehr mit, weil wir keine 35 Stunden und Homeoffice bieten.
Es rentiert sich nicht, wenn du es wirtschaftlich betrachtest 🙁
Das ist doch völliger Unfug bzw. glatt gelogen. Die Realität unserer Referendare sieht so aus, dass selbst der Chemie-Referendar mit Spitzenexamen bisher keine Planstelle hat. Trotz intensiver Suche. Wir haben wesentlich mehr Nachwuchs als Stellen.
Sehe ich anders. Bei uns wurde der Lehramtsstudiengang geschlossen, weil es keiner mehr macht. Die richtigen Löcher werden erst noch kommen, wenn jetzt die Boomer gehen.
ganz nüchtern betrachtet stimmt das tatsächlich so:
41 vs 35
Präsenz vs Homeoffice
Boni vs Gehalt ohne Extras
Rente ab 62 vs 67,5
Hab ich was vergessen?
Beim ÖF Rundfunk haben sie auch schon die 35-36 Stunden Woche und Zuschläge, Schichtzulagen usw. Alles tariflich vereinbart.
Habt ihr keine guten Gewerkschaften oder Power? :-O Hä
Ne, Sendungsbewusstsein.
Und „leuchtende Kinderaugen“.
Nienicht die @Redaktion auf die Palme scheuchen
Wir sind in diesem Zusammenhang egal – das Image der Lehrerschaft ist es nicht. Und das leidet unter solchen öffentlich zur Schau gestellten Zynismen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich darf das. Wofür habe ich denn gekündigt und ein halbes Jahr auf die Arbeitgeberbescheinigung gewartet?
Ist der Ruf erst ruiniert …
Der Ruf ist aber gar nicht ruiniert. Lehrkräfte haben ein relativ gutes Image in der Bevölkerung – „Studienräte“ interessanterweise nicht. Könnte Gründe haben. Der Beamtenbund befragt Bürgerinnen und Bürger regelmäßig zu ihren Einstellungen zu bestimmten Berufsgruppen (und trennt dabei zwischen Lehrkräften und Studienräten).
Mit am besten schneiden übrigens Erzieher*innen ab. Gerne hier nachgucken (S. 21): http://www.dbb.de/fileadmin/user_upload/globale_elemente/pdfs/2025/250903_Buergerbefragung_oeffentlicher_Dienst_Hauptbefragung_aktuell_.pdf
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das Fußvolk ist immer beliebter als die Oberen. Aber was juckt`s? Neid ist eine Form von Anerkennung und mal wieder fällt ein Sack Reis.
0,6 %Wirtschaftswachstum, Entlassungen, Akademiker finden weniger schnell oder gar keinen Job, schwächelnden Unternehmen…..Willkommen Anfang der 2000 er Jahre und den krassen Einschnitten, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bekommen…..
Aber träumen Sie ruhig weiter……bald wird es aber wie so sein, dass alle ziemlich neidisch auf die Beamten schauen ……die mit ihren sicheren Jobs und den oft sehr geregelten Arbeitszeiten…..
Ich bin sehr für bessere Rahmenbedingungen an Schulen, aber doch nicht so.
Wenn Sie nicht gerne an einer Schule arbeiten, dann sollten Sie in die Wirtschaft gehen….und dort HO arbeiten, Boni einstreichen, einen Dienstwagen gestellt bekommen.
Wenn Sie mit Ihrem Lehramtsstudium einen solchen Job ergattern, Glückwunsch, nur zu…..Niemand hält Sie auf und niemand trauert Ihnen hinterher…..
…und „sie“ fordern und fordern 🙁
Haben „sie“ eigentlich auch was im Gegenzug anzubieten?
Ich denke da zB an regelmäßigen Schulbesuch, Pünktlichkeit, respektvolles Miteinander gegenüber ALLEN im Schulbetrieb, Fleiß, …uvm. – was dann dann auch von ALLEN geleistet werden müsste, wenn die Forderungen für ALLE erfüllt würden. …nur mal spekulativ so angenommen, man darf doch mal träumen!
Insofern stelle ich mir die geforderten Themenfelder gerade in einer 8./9. Klasse der Hauptschule (gibt es in Hessen tw. durchaus) oder in einer 8./9. Klasse einer IGS mit -zig Differenzierungen vor…???
Sollte ich überlesen haben, dass die „Forderungen“ des LSR erst ab der gym. Oberstufe gedacht wären, befürchte ich doch auch hier, dass es, sagen wir mal, „schwierig“ werden könnte.
Mit der „intrinsischen Motivation“ ist es halt so eine Sache…
Das ist nun klassischer whataboutism.
Eigentlich ist es das nicht:
Viele meiner Schüler wollen bspw. in Naturwissenschaften gerne experimentieren. Das mache ich auch gerne und habe viel Spaß daran, es bedeutet aber für mich deutlich mehr Aufwand.
Wenn die Kids sich nun ständig danebenbenehmen, ich daher eine Menge Zeit für Orga- und Papierkram aufbringen muss, dannn habe ich eben weniger Zeit, schöne Sachen vorzubereiten. Das gleiche gilt, wenn die Schüler sich nicht sicherheitskonform verhalten oder bspw. ihre Materialien nicht sauber hinterlassen und nicht zurückräumen. Dann kann ich eben keine zusätzliche Arbeit in zusätzliche Vorbereitung stecken.
So wie ich mamas Posting verstehe:
Es war noch nie so einfach wie heute, sich Informationen aus dem Internet zu holen, ein Tutorial anzuschauen usw. Aber lieber möchten die Schüler alles häppchenweise aufgearbeitet dargeboten bekommen – und das bitte so spannnend wie in einem TikTok-Video.
Das kann man machen, wenn alles andere funktioniert, die Kinder sich respektvoll verhalten, pünktlich und interessiert am Unterricht teilnehmen usw. Aber warum sollte man zusätzlich seine Zeit und Arbeit in Dinge investieren, wenn die Schüler grundsätzlich keinen Bock haben?
@Sepp
„So wie ich mamas Posting verstehe: …“
Das habe ich ebenso verstanden.
Aber schauen wir uns die Botschaft des Herrn Landesschülersprecher der Gymnasien, Eschel Ewert, noch einmal genauer an:
„«Stellen sie sich vor, ein Unternehmen würde seine Mitarbeitenden 20 Jahre lang auf dasselbe Produkt trainieren, immer derselbe Rahmenplan, dieselben Bewertungsmaßstäbe, dieselben Inhalte – und das Produkt, das gibt es gar nicht mehr», sagte der Landesschülersprecher der Gymnasien, Eschel Ewert, bei der Landespressekonferenz in Kiel. Kein Unternehmen würde das überstehen, weil es so nicht zukunftsfähig bleibe. …“
Sehr geehrter Herr Eschel Ewert, du musst jetzt ganz tapfer sein, die Realität hat der Phantasie gnadenlos den „Dingens“-Finger gezeigt – wahrscheinlich hat es sich auf Tiktok noch nicht verbreitet:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/auto-ente-elektrisch-100.html
Sehr geehrter Herr Eschel Ewert, deine Botschaft zeigt sehr viel Sendungsbewusstsein im Hinblick auf Meinung (Gruß vom „Antagonisten“ Realität), denn wenn man jetzt noch – gerne maximal digital – mithilfe seriöser Informationsquellen recherchieren würde, wie lange schon die „Ente“ mit Verbrennermotor nahezu in Urform (ja, Ur- ohne „h“, ganz wichtig für gute Recherche!) gebaut wurde: Junge, Junge!!! DAS ist lange! Volle viiiiieeeel länger als 20 Jahre!
Falls jetzt der Herr Landesschülersprecher der Gymnasien, Eschel Ewert, oder rain zufällig ein anderer aufmerksam-kluger Mitmenschender zum großen Einwurf ausholt in der Art von „Aber, aber … das ist ja noch gar nicht real! ÄtschibätschilangeNase!“:
Habt ihr schon mal gehört von Teebeuteln?
„Die seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts existierenden und heute jährlich vielmillionenfach verkauften Alltagsgegenstände dienen der unaufwändigen Zubereitung von Teegetränken.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Teebeutel
„Die seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts existierenden …“ Da muss ich mich jetzt selbst zitieren (sorry): „Junge, Junge!!! DAS ist lange! Volle viiiiieeeel länger als 20 Jahre!“ … OMG!!! WTF!!! Wie verzweifelt (sic!) müssen (sic!) die Mitarbeitenden der Herstellerfirmen von Teebeuteln sein? BTW: Gibt es überhaupt diese Mitarbeitenden? Gibt es überhaupt diese Unternehmen (vgl. die obige Meinung des Herrn Landesschülersprecher der Gymnasien, Eschel Ewert)? Gibt es überhaupt Teebeutel? Darf es Teebeutel überhaupt (noch) geben??? 😉
Nach der Schnappatmungsphase einfach weiterlesen im verlinkten Wikipedia-Artikel! Auch nach dem Wort „Geschichte“, denn da steht dann noch etwas von Mittelalter … uiuiui!!! Junge, Junge!!! DAS ist lange! Volle viiiiieeeel länger als 20 Jahre!
Mehr Beispiele aus dem echten Leben gefällig?
Augen auf im Alltag (nicht Tiktok)! 😉
@alle „ewig Gestrigen“ aka „Dinosaurier“ der Bildungs-„Branche“:
Im oben verlinkten Tagesschau-Artikel finden sich lustige „Ähnlichkeiten?“ zwischen 2CV und Schule (Scherz? – „Weeeeeiiiiiiiß niiiiiiiiicht?“ 😉 ):
Na! Und?
„Sie“ können es nicht besser wissen, wenn dieses Verhalten von den Bezugspersonen, hauptsächlich den eigenen Eltern, nicht vorgelebt wird. Kinder lernen durch Nachahmung.
Und ja, wenn sie es wirklich lernen wollen, können sie sich in Zeiten von KI Themen wie Finanzen und Gesundheit selbst erschließen.
Und wenn die Schülervertreter das auch nur ansatzweise getan hätten, wüssten sie das Finanzen und Gesundheit äußerst komplexe und rechtlich heikle Themen sind und Beratung dazu in Deutschland in von jeder Person durchgeführt werden darf. Die Schule somit schlicht die falsche Adresse dafür.
Das Produkt ändert sich mit der Zeit, aber es wird von den gleichen Technologieingenieuren entwickelt, die eine Grundausbildung haben.
Braucht keiner mehr theoretische Mathematik oder Physik, Philosophie oder Sprachwissenschft?
Kompetenzen ohne gute Grundkenntnisse sind schwer bis unmöglich zu entwickeln, noch schwieriger – sie an die schnell ändernde Bedingungen anzupassen.
Finanzbildung kann nicht als Teil der Mathematik gelernt werden, meiner Meinung nach. Das braucht schon eine gute ökonomische Bildung und Mathematik.
Soll Schule tatsächlich alle praktisch ans Leben vorbereiten oder eher Grundkenntnisse und Kompetenten 😉 geben, mit denen jegliche Ausbildung erworben werden kann?
Einerseits verständlich – andererseits eigentlich seltsam, dass Schule das alles leisten soll. Ich habe vor 25 Jahren meine erste Steuererklärung gemacht. Damals war ich ohne PC und Google unterwegs. Nur mit dem grauen Bogen und dem dazugehörigen Erklärbogen. Das hat seltsamerweise funktioniert. Heute habe ich die Möglichkeit, alles zu googeln, mir Tutorials anzuschauen oder Fachliteratur per Mausklick nach Hause zu ordern, trotzdem wird immer mehr gefordert, was die Schulen alles bitteschön vermitteln sollen. Schule vermittelt Geschichte und Wissen um politische Themen, Schule vermittelt Lesen und Verstehen, Schule vermittelt im besten Falle kritischen Umgang mit den Ergebnissen einer KI. Aber Schule ist irgendwie endlich – das Erlernen von „Lebenspraxis“ ist das nicht.
Die wiederkehrende Forderung, man müsse endlich vermittelt bekommen, wie man denn eine Steuererklärung macht, klingt eben im ersten Moment klug, ist aber plump und im Kern zutiefst bildungsfeindlich. Ich kann dir von daher nur zustimmen. Schule vermittelt Grundkompetenzen und hat Bildungs- und Erziehungsziele, die weit wichtiger sind.
Ach je Finanzen ja. Davon verstehen viele Lehrer gar nichts, arbeiten bis 70 und merken, dass der Nachbar in der Autobranche viel mehr holte und seit 10 Jahren schon im Ruhestand ist. Jetzt noch neues Arbeiten wie Homeoffice und Flexiurlaub oder workaway und der Lehrberuf bietet nichts mehr. Die knallharten Fakten zeigen, Hasi hat alles richtig gemacht und ihr bewundert ihn. Er arbeitet vormittags draußen auf der schönen Lieblingsterrasse, Geranien, Fischis, Blumenduft ein Traum von freiem Arbeiten. Und wir? altes enges Klassenzimmer, eng, schlechte Luft, heiß 5 Tage Woche in Präsenz, kein Homeoffice und mittlerweile schlechtes Gehalt. Lehrermangel?
Eure Peti aus Lippe / OWL (NRW Nordost) 🙂
Liebe Petra,
du bist die allerbeste und kämpfst für die besten oder zumindest gleichwertige Arbeitsbedingungen. Hut ab, Madame! Bravissimo!
Nur das beste für Dich!
ja, es ist so und es wird noch schlimmer.
Der Nachwuchs macht das nicht mehr mit, Gen Z hat‘s längst erkannt.
Es sind eher die alten Heuler, die noch daran festhalten. Die sind in 10 Jahren aber auch draußen. Schule wird und muss sich verändern. Digital? Auf jeden Fall!!! :-I
Holt euch doch die gleichwertigen Arbeitsbedingungen. Und die gleichwertige Rente bitte gleich mit.
Und den schicken Dienstwagen und die Boni und die von der Steuer abgesetzten Essenseinladungen und die Abfindung mit 60 – gerne!
Nur 5x zu oft.
ja, das ist leider so. Tut mir leid. Aber gut, dass sie es ansprechen Frau Petra
Hopp hopp, ab in die Wirtschaft.
Am besten in die Automotive Branche, wo Milch und Honig fließen!
Ich versteh nur nicht, wo dieser ganze Quatsch herkommt. Hirngespinste aus dem Lehrerzimmer vielleicht. Ein Zeichen, dass Peti zu viel Zeit hat
Das ist eine Botarmee, keine echten Menschen. Und je mehr Sie interagieren, umso schlimmer wird es. Einfach ignorieren.
Unter jedem Beitrag der gleiche verlogene Mist einer faulen Lehrerin.
Der KI-Bot ist in der Tat etwas eskaliert.
Liebe Petra,
was habt Hasi und Du mit Schnucki gemacht?
Warum sind Euere Kois auf einmal so fett?
Warum hatte es Hasi so eilig das Betonfundament für Euere Terassenerweiterung zu füllen, dass er dafür sogar eine Nachtschicht eingelegt hat?
Was war in dem großen, schwarzen Plastiksack, den er darin versteckt hat und warum fand der Auftritt von Schnucki in der Giovanni Zarella Show nie statt?
Du kannst Dich nicht ewig um die Beantwortung dieser Fragen herumdrücken.
Glaubst Du wirklich, Du kannst auf einer solchen Basis erneut mit Hasi auf Dauer glücklich werden?
Liebe Marion,
ich wollte immer schon mal Groschenromane, egal ob Arzt, – Liebes- , Science…..-genre schreiben.
Wenn wir uns gegenseitig ghostend unterstützen, wären wir – unschlagbar.
2 Jahre bin ich noch als BSdompteur tätig, aber dann…., könnten wir das Bot-Vermöbeln und Trivialepen ins Auge fassen.
Dieses Epos neigt sich seinem Ende zu.
Peti hat sich bei ihrer Busenfreundin Tanya nebst Gattin über die fatalen Folgen der Liebeswirrnisse zwischen ihr, Schnucki und Hasi ausgeheult.
Tanya schwor Verschwiegenheit, doch deren Gattin, ich glaube sie heißt Claudia oder Stefanie oder Cordula, war schon länger ein Fan von Schnucki, dem aufgehenden Stern am deutschen Schlagerhimmel.
Sie konnte nicht mit dem Wissen leben, dass ihr Idol auf so grausame Weise durch die Hand ihrer einst besten Freunde sterben mußte und ist schnustracks zur Polizei gerannt.
Um Petis Blümchenterasse flattert jetzt das Absperrband der Spusi.
Das frische Betonfundament wurde erneut ausgehoben.
Die Kois liegen, zwecks Ermittlung des Mageninhaltes, in der Gerichtsmedizin.
Es ist ja noch nicht ganz klar, wie und wo Schnuckis jetzt genau beseitigt wurde.
Peti und Hasi sitzen in U-Haft.
Sie werden voraussichtlich für sehr lange Zeit äußerst kurze Arbeitswege haben.
Sozusagen Homeoffice forever.
„So verlangen die jungen Leute eine verbindliche Finanzbildung im Fach Mathematik, die die Grundlagen von Geldanlage, nachhaltigem Investieren und langfristiger Altersvorsorge beinhaltet.“
Ham wa. Seit Jahrzehnten. Nennt sich Prozentrechnung, Zinseszins, Exponentialrechnung, Stochastik, Statistik. Fest in den Rahmenlehrplänen 6-10 in allen Bundesländern verankert.
Die Schülervertreter wissen nicht, dass das, was sie fordern, die von Ihnen genannten Aspekte als __verstanden__ voraussetzen.
Habe es ja schon ein paar mal geschildert:
Ich habe das (natürlich in Absprache, ist ja lehrplanfremd) für 10er-Abgänger und OSler vor den Sommerferien mehrgach angeboten.
Einstieg: Ausgewählte screenshots aus Portfolio.
HUSSA!
Große Aufmerksamkeit…
..
.
für ca. 30 Sekunden.
Sobald der erste Inhalt kommt (Raus aus Konsumlebenstil, erstmal SPAREN um überhaupt was zum investieren zu haben!) erlöschen die „leuchtenden Kinderaugen“ zu grob 40-50%.
Sobald der erste echte Chart kommt schlafen bis auf 5% alle ein.
Ja, dann bleibt halt Geringverdiener.
Und heult leise. (Oder laut vom „Umverteilen“ und „Abschöpfen von Übergewinnen“ für die großen Kinder)
Finanzielle Bildung, wird also gefordert?
Dass ich nicht lache.
Ja, aber bitte mit Geschenk und nicht so aaanstrengend.
Wenn die Eltern sagen: Dafür musst Du arbeiten und Lehrer innen auch noch verschiedene Arbeitswege deutlich machen, ja dann
– zerplatzen halt oft die rosa Seifenblasen auf denen steht: Schule schafft das schon.
Selbst bei unseren 16jährigen in Ausbildung dauerts immer eine Weile, bis sie realistischer denken.
Ist der Chefschülersprecher am Gymnasium, so verstehe ich seine Forderung, obwohl ich vlt auch sagen würde: Da haben Sie sich die falsche Schulart ausgesucht. Es gibt auch Schularten, die zum Abitur führen – mit viel mehr von den Inhalten, die Sie fordern.
Wollen Sie humanistisch abschließen ( so wie ich ),8 finden Sie sicher Lösungen für Ihre jeweilige Problematik
Ihre LuL und Ihre Eltern werden Sie unterstützen.
Es sind halt immer die gleichen (Primitiv-)Forderungen…bei „Finanzen“=Kohle, cash, Knete ist nur die emotionale Aufladung höher – denn jeder versteht gleich, was das in der Praxis bedeutet.
Wirklich intetessant für mich an diesem schulischen Selbsterfahrungstripp war:
Du kannst hergehen und Leuten an GANZ KONKRETEN BEISPIELEN, die sie MIT IHREM HEILIGEN SMARTPHONE in den nächsten paar Stunden OHNE HILFE SELBST UMSETZEN KÖNNEN zeigen, wie sie (in kleinem Maßstab zunächst) quasi „Geld drucken“ können…
..
.
Nö!
Machen die nicht.
Wenn man dafür lesen können muss (igitt, ist ja wie Schule!) oder gar grundlegendes Zahlengefühl entwickeln muss (igitt, klingt ja wie Mathe!) bleiben die meisten lieber arm, so wie sie auch lieber dumm bleiben würden.
Es ist unbegreiflich.
Kein Mitleid.
Aber dumm und arm ist doch eine super Kombination.
So lange die dabei (weiter) fleissig bei den Konzernen sinnlosen Quatsch einkaufen, wo ich meine Mikro-Anteile halte…Sir, ja, Sir!
Danke, volle Zustimmung.
Doch nicht so. Das muss einfacher und schülerorientierter gehen. Und natürlich Spaß machen.
Aber um noch mal daran anzuknüpfen:
Das Fach Poltik wurde in NRW um das Fach Wirtschaft erweitert.
Berufsorientierung! Echt jetzt? Ich sag nur KAoA! Praktika, Berufsfelderkundungen, Beratungsgespräche, Berufemessen … to be continued …
Digitale Kompetenzen gibt der Medienkompetzenzrahmen (NRW) vor, dazu Informatik (wenn man das dann so nennen möchte ) in Klasse 5 und 6 verpflichtend.
Gesundheitswissen ist zentraler Bestandteil des Faches Biologie (Chemie tut ihr übriges dazu).
Waren die Schüler aus der Schülervertretung überhaupt in einer Schule?
Man muss die SuS halt so lange schulisch verwahren, bis sie steuerpflichtig werden und dann ganz individuell mit ihnen die Steuerklärung auf dem Smartphone besprechen.
Natürlich nur wenn dank Elster die Basisdaten schon vorab eingetragen sind. Ansonsten scheitern die nämlich am Mantelbogen, wenn sie ihre persönlichen Daten eintragen sollen.
Aber Elster ist doch voll Oldschool, heute geht das mit Zasta. Einfach SteuerID eintragen und schon rollt der Rubel … ähhh der Yen … oder so ….
Keine Bitcoins? Voll lame
@Hans Malz
„Aber Elster ist doch voll Oldschool“
Gibts da nichts von „ratiopharm“?
Oder von „apple“?
https://de.wikipedia.org/wiki/Elstar
😉
Für Abgaben gem. AO werden „Abführmittel“ empfohlen
Ja, es wäre vielleicht das Beste, den Eltern due Kinder gleich nach der Geburt wegzunehmen, damit der Staat alkes übernimmt.
Die Eltern dürfen ihre Kinder dann in den Ferien für den Fun-Part übernehmen.//
Nicht in den Ferien- da brauchen die Eltern schließlich Me-Time!
Dafür gibt es doch Klassen- und Studienfahrten.
„ Demokratiebildung und Gesundheitswissen kämen im Unterricht entweder kaum vor“
Erinnert mich an eine Studie der Uni Bielefeld, in der es hieß dass Schulen dort nicht verpflichtet wären „Politsche Bildung“ überhaupt zu unterrichten und es der jeweiligen Schule überlassen bliebe ob und ggf. in welchem Umfang es erteilt würde.
Kann man nicht ernst nehmen, da die Uni BI als „Gesamthochschule“ ursprünglich gegründet worden ist.
Es gibt auch Leute, die glauben dass es Bielefeld gar nicht gibt.
Das glauben sie von der Blitzeranlage am Bielefelder Berg auch.
Es irrt der Mensch, solang er lebt.
Ich hab den letzten Brief mit der Zahlungsaufforderung auch zurückgeschickt. Gibt es ja gar nicht.
Ersatzhaft, BI-Sennestadt ist NRWs größte JVA für Freisinger.
Ob die andere Tarife haben als Euskirchen, weiß ich nicht.
Wie, gibt’s Bielefeld etwa doch?
Fragen Sie mal bei den Fans von Energie Cottbus nach.
Könnte sein, dass die schon langsam anfangen Reisepläne zu schmieden.
@Mika BB
Vielleicht mal nachfragen bei der Landesschülervertretung der Gymnasien in Schleswig-Holstein? 😉
Falls es Bielefeld vielleicht wirklich gibt oder vielleicht wirklich nicht – in jedem Fall hat man dort vielleicht sicher eine Meinung. 😉
„Verliert die Schule den Anschluss an die reale Welt?“
Schön, dass Schülervertreter wieder fordern … . Lange nichts gehört (Scherz). Neue Inhalte Gesundheit …?
Nur blöd, dass Gesundheit nicht bei der Krankenkassenkarte anfängt, sondern beim Körper – also bei dem, was in Biologie der Sekundarstufe 1 und später in Grund‑ und Leistungskursen längst vorgesehen ist. Früher konnten nicht nur Schüler der Oberstufe Verdauungsprozesse erklären, sie hatten ein klares Bild vom Nervensystem, konnten den Herzzyklus beschreiben und wussten, welche realen Gefahren das Funktionieren eines Organismus bedrohen. Heute dagegen wirkt es fast normal, wenn eine IQB‑Abituraufgabe lieber die „persönliche Einschätzung zur Effizienz einer Notaufnahme“ abfragt, statt Immunbiologie oder Neurophysiologie.
In der Lebensrealität meiner Urgroßeltern und Großeltern – mit Volksschule – konnte man erklären, warum ein Hefeteig aufgeht: CO₂, fertig.
Man verstand und händelte Prozentrechnung, ohne Drama.
Während diese Grundlagen verschwinden, ruft man nach „neuen Fächern“.
Sieht die reale Welt nicht (mehr) so aus?
Der Vorwurf, die Schule verliere den Anschluss an die Realität, wirkt da eher wie ein rhetorischer Nebel. Die reale Welt besteht nicht aus sofort konsumierbaren Wissenshäppchen, sondern aus Anforderungen, die man nicht wegmoderieren kann. Lehre, Studium, Beruf, Familie, Partnerschaft – alles Bereiche, in denen man nicht mit „Lebenspraxis light“ durchkommt.
Ich hatte an meinem Gymnasium als Schülerin Wirtschaftslehre und auch Betriebswirtschaftslehre. Obwohl das sehr lebensnahe war, kann ich nicht sagen, dass plötzlich alle Schüler dem Thema Aufmerksamkeit schenkten. Es hat sie interessiert oder auch nicht, wie jeder andere Schulstoff auch.
Überlegenswert fände ich Psychologie als Wahlfach. Sich selbst und andere etwas besser verstehen zu lernen, hat etwas Anziehendes und ist nützlich. Auch “ Lernen lernen“ fällt darunter, das kommt zu kurz.
Zum Thema reale Welt fand ich ja heute im WDR diese Schulaufgabe interessant, in welcher die Schüler ein modernes Bordell mit Inklusion entwerfen sollten:
https://www1.wdr.de/nrw/niederrhein/kreis-kleve/kevelaer-prostitution-schule-100.html
Da kann sich doch wirklich keiner mehr beschweren, lebensnaher geht es jawohl nicht.
Sie müssen nicht auf den WDR verweisen – News4teachers berichtet ausführlich über den Fall: https://www.news4teachers.de/2026/05/aufregung-um-sexualkunde-unterricht-achtklaessler-sollen-puff-fuer-alle-entwerfen/
Schon seit gestern :).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Der WDR gehört zum ÖRR, News4teachers ist ein Privatunternehmen. Erkenne den Unterschied?!
Stimmt, hat mit der Berichterstattung zu diesem Fall aber mal gar nichts zu tun. Herzliche Grüße Die Redaktion
Der WDR Artikel lohnt auch nicht, da er nicht besonders erhellend ist.
Es kommt eine Schülerin im Alter von 18 zu Wort, die als einzigen Kritikpunkt das Arbeitsblatt eher als geeignet für den SoWi Unterricht sehen würde. Es ging aber um 13 – 15 jährige, also ist sie offensichtlich gar nicht betroffen.
Dann kommt noch eine Expertin zu Wort, die sich die Arbeitsblätter nicht angesehen hat und sich daher lieber zu anderen Themen äußert.
Ahh, so kann man Journalismus natürlich auch betreiben.
Verliert die Schule den Anschluss an die reale Welt?
Ja, leider.
Viele der genannten Themen gibts doch schon. Meine Kinder haben in der 9./10. Klasse der Realschule im Fach WBS die Themen Geldanlage,Finanzen, Steuern und Versicherungen behandelt. Um Gesundheit ging es während Projekttagen, in Biologie und (bei meiner Tochter) im Wahlpflichtfach AES. Dort wurden auch die Themen Sparen und Haushalt besprochen. Meine Kinder hatten drei Praktika während ihrer Realschulzeit. Mein Sohn fand so seinen Ausbildungsplatz. Er berichtet aber von Mitschülern (und solche seh ich bei Jugendlichen in unserer Betreuung auch), die dann beim Vater oder dem Onkel mit gehen oder auch teils keine Lust haben, sich was zu suchen. Im Idealfall soll der Praktikumsplatz nah am Wohnort sein, morgens spät beginnen und mittags früh zu Ende gehen. Ebenfalls immer gern genommen sind die Krankmeldungen, pünktlich zu Beginn der Praktikumswochen von den immer gleichen Leuten.
Was in den Forderungen also nicht genannt wird, ist die Mitwirkungspflicht der Schüler. Schule klärt auf über die Gefahren des Rauchens, über Medien, Fake News, Sogwirkung der sozialen Medien usw. Dennoch haben Vapes bei den 13-18-Jährigen Hochkonjunktur, zum Frühstück gibts nen Energy Drink und das Chillen am Handy bleibt das beliebteste Hobby, dem man stundenlang frönen kann.
Die Themen SIND in den Schulen bereits verankert. Die Schüler müssen sie halt annehmen. Und nein, auch mein Sohn hat mit seinen 15 1/2 Jahren nicht wirkliche Lust auf das Thema „Steuererklärung“.
Oben: die Landesschülervertretung fordert..
Weiter unten: die Schüler, die jungen Leute fordern
Im Allgemeinen wird an dieser Stelle nach empirischen Belegen oder repräsentativen Daten gefragt, aber es ist ja eine Schülervertretung. Berichten Lehrkräfte von ihren Problemen, Erfahrungen und Diagnosen nennt man das ‚anekdotische Evidenz‘.
Meinetwegen können sie alles das gerne haben, es ist weitaus einfacher vorzubereiten als eine zielgruppengerechte, brauchbare Unterrichtsreihe. Es ist allerdings auch reines Faktenwissen: ‚wie macht man eine Steuererklärung?‘ ist keine Kompetenz, sondern eine simple Anwendung von feststehenden Regeln. Allgemeine Fähigkeiten, übertragbar? Wozu, die glückliche, funktionierende kleine Arbeitsameise braucht das nicht. Bringt uns bei, wie wir reibungslos und ohne peinlich aufzufallen durchs Leben kommen.
Risiken digitaler Medien kennen die meisten schon. Was sie wirklich wollen, ist die Bestätigung, es zu wissen – um dann so weiterzumachen wie bisher. Wissen um Risiken rettet niemand, aber den zweiten Schritt, Verhaltensänderung, will kaum jemand gehen.
Die Zustimmung -‚lösungsorientiert‘- kommt aus der ach so pragmatischen, niemals klientelorientierten Splitterpartei FDP.
Bitte keine Komplexität als Spiegelbild der komplexen Gesellschaft, Anwendungen, ‚Rezepte‘ reichen doch auch. Jedenfalls um von der üblicher Unsicherheit aller Jugendlichen abzulenken. Niemand weiß mit 16 -18 Jahren, wie die Welt funktioniert, da kann die Schule auch täglich 24h dauern. Es würde mehr helfen, anhand von abstrakteren Fragen das eigene Denken zu trainieren bzw zu entwickeln. Ist leider nicht der Regelfall, offenbar auch nicht bei Schülervertretern.
Wenn es um die Vorbereitung auf die Realität geht, fehlt z.B. noch die Wehrfähigkeit im Forderungskatalog. Ansonsten können wir uns vielleicht auch an den Anforderungen der Unis an angehende Studenten orientieren, die auch Teil der Realität sind.
Sobald die Bruch- und Prozentrechnung, Diagramme (diskontinuierliche Texte) usw. sitzen können wir dann zu weiteren Grundlagen der Finanzmathematik (Optimierungen, Differential- und Integralrechnung) und der Beschreibung natürlicher, technischer und gesellschaftlicher Vorgänge (Funktionen, Statistik und Stochastik) übergehen. Danach geben wir noch ein paar Anlagetipps, da schließt sich der Kreis, denn Rüstungsunternehmen gehen im Moment ganz gut.
Mir ist das als Lehrer grundsätzlich egal, was ich den Schülern beibringe. Grundsätzlich sind viele Inhalte, egal welche Personengruppe sie erstellt, vollkommen unsinnig. Also auch die der Schreiber der Kernlehrpläne.
„…dazu auch Fragen zur Krankenversicherung und zur Notaufnahme.“
Das wären hier unsinnige Dinge. Was wollen die denn bei der Notaufnahme lernen? Wann man dahin geht? Dafür gibt es geschultes Personal bei der Hotline des Ärztlichen Notdienstes, die einem das einschätzen und genau sagen… Die Leute wissen das nur nicht, oder nehmen sich selbst als überaus wichtig, dass die Notaufnahmen überlaufen sind. Oder möchten die den genauen Ablauf wissen mit Triage-System und allem? Mir erschließt sich der Nutzen für das weitere Leben nicht.
Was allerdings sicher ist: Es gibt jetzt schon zu viele Inhalte. Neue, von mir aus auch, eigenartige Inhalte, wie hier gefordert, kann man nur aufnehmen, wenn man dafür eine ganze Reihe anderer streicht. Wie gesagt, mir ist es egal, sogar ganz lieb, wenn ich mich ab und zu in neue Inhalte einarbeiten kann.
Welche Lehrplaninhalte finden Sie denn unsinnig?
Ja, Anschluss an die Jetztzeit würde auch bedeuten: Klimaanlage, Lärmschutz, ergonomische Möbel, Tiefgarage, Aufzug, stabil funktionierendes W-LAN etc.etc.
Ich bin als Lehrer an einer Berufsschule tätig und habe da zum überwiegenden Teil Azubis vor mir. Themen wie „Steuern“ und „Finazierung“ gibt es da durchaus im Lehrplan. Allerdings sind die Zugangsweisen, die im Rahmenlehrplan gefordert werden, meiner Meinung nach total falsch gesetzt. So soll ich z.B. den Azubis ein Darlehen am Bsp. einer Unternehmensgründung erklären, für die dann ein Darlehen in Höhe von 3.000.000€ aufgenommen wird. Welcher Geselle oder Facharbeiter gründet seine eigene Firma? Im Handwerk braucht man dafür den Meisterbrief und in der Meisterschule lernt man dann schon die Buchhaltung. Wenn man jetzt von den 3.000.000€ eine Null streicht, also über 300.000€ redet und das ganze Ding als Bauspardarlehen verpackt, ist der Inhalt (Anuitätendarlehen) identisch, es ist aber wesentlich näher an der Lebensrealität der Azubis.
Gleiches gilt für Steuern. Da soll ich den Azubis beibringen welche Steuern an die Kommune, welche ans Land und welche an den Bund abgeführt werden. Wofür muss man das im Alltag wissen? Aber eine Einkommenssteuererklärung ausfüllen, das können und dürfen wir nicht. Zum Einen ist da das Steuerberatungsgesetz, das uns verbietet die Azubis entsprechend zu beraten, im Weg und zum Anderen müßten wir die Steuererklärung auf den Papierbögen erstellen, weil es bei Elster keinen Dummy-User „Max Mustermann“ gibt, mit dem man das alles mal durchspielen kann.
Ich würde liebend gerne mit denen die Steuererklärung machen, wurde allerdings schon damals als Referendar darauf hingewiesen, dass wir das aufgrund des Steuerberatungsgesetzes eben nicht dürfen. 🙁
Schnürsenkel binden, Hintern wischen, auf einem Bein hüpfen. Das ganze als Lernbegleiter mit Unterhaltungswert.
Hey, so lange die Staatsknete weiter fliesst…von mir aus…geliefert wie bestellt!
Verlieren Schülervertreter den Anschluss an die Realität?
Ja, was erwarten die Schüler*innen? Das wir mit der Nostalgie nach einem 50 Jahren alten Schulssystem (das es so nie gab) auf ein Leben in den nächsten zehn bis 20 Jahren vorbereiten? Mit zehn Jahre alten und meist zu wenigen Endgeräten?
Aber kein Stress, Deutschlands behörden arbeiten weiterhin zuverlässig langsam mit 40 Jahre alter Technik 😉