BERLIN. Margret Rasfeld gehört zu den profiliertesten Stimmen der deutschen Bildungsdebatte, wenn es um eine grundlegende Erneuerung von Schule geht. Die ehemalige Schulleiterin und Mitgründerin der Initiative „Schule im Aufbruch“ setzt sich seit Jahren für eine Lernkultur ein, die Potenziale stärkt statt Druck zu erzeugen – und die sich an den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung orientiert. In ihrem Gastbeitrag für News4teachers, den wir zum Auftakt unseres Themenmonats „Gesunde Schule“ bringen, beschreibt sie eindringlich die wachsende psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen – und stellt die unbequeme Frage, ob nicht das Schulsystem selbst krank macht.

Gesunde Schule – oder ein System, das krank macht? Plädoyer für eine radikale Neuausrichtung der Schule
Die Mental Health Krise ist inzwischen in der öffentlichen Debatte angekommen. Studien belegen massive Zukunftsängste der jungen Generation sowie ein breites Spektrum psychosozialer Beschwerden, die mit Dauerstress zu tun haben. Das Selektionsprinzip, der hohe Leistungsdruck und die ständigen Vergleiche bringen bereits Neunjährige in den Burnout. Prof. Schulte Markwort, Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Universitätsklinikum Hamburg, Autor des Buches Burnout-Kids fordert eine Abkehr vom unbarmherzigen Prinzip Leistung ohne Sinn. Burnout, ein Phänomen der Erwachsenenwelt ist bei unseren Kindern angekommen.
Das verlangt Antworten – von uns, den Verantwortlichen. Kinder sind Seismografen der Gesellschaft. Ihre Erschöpfung ist ein wichtiges Signal Es gilt es zu fragen: Wie vermitteln wir jungen Menschen Zuversicht, Wirksamkeitserfahrungen und Sinn, damit sie resilient durchs Leben gehen, mit disruptiven Veränderungen umgehen können, innere Stabilität entwickeln. Wir sprechen zur Zeit viel über gesunde Schule. Über Resilienzprogramme, Achtsamkeitstrainings, mehr Schulsozialarbeiter und Psychologinnen. Doch selten stellen wir die grundlegende Frage: Was, wenn nicht die Kinder krank sind – sondern das System, in dem sie lernen?
Der heimliche Lehrplan prägt
Ein Blick in die Realität: Viele Kinder verbringen oft eine 40-Stunden-Woche mit Schule und Hausaufgaben. Sie sollen stillsitzen, obwohl ihr Körper Bewegung braucht. Sie lernen oft noch im zersplitterten Fächerkorsett und Gleichschritt und leben unter permanentem Bewertungsdruck. Das frühe Selektionsprinzip bringt Grundschulen und Eltern massiv unter Druck. Fehler und Scheitern sind nicht Freunde, sondern Katastrophen, verbunden mit Beschämung, schlechten Noten, Abstufung. Dieser heimliche Lehrplan verankert sich mental und prägt Menschen. Die Haltung aber, mit der wir auf Fehler schauen, beeinflusst nicht nur die psychologische Sicherheit sondern auch, wie wir uns in unbekannte Gefilde wagen. In Zeiten, wo Herzensbildung und Kreativität hochbedeutsam sind, macht Schule junge Menschen noch viel zu oft zum Objekt von Absichten, Belehrung, Bewertung, Maßnahmen. Damit verletzen wir die Grundbedürfnisse nach Verbundenheit und Autonomie. Auf diese Würdeverletzung reagieren Kinder mit Schmerz und dann mit dessen Unterdrückung.
Viele junge Menschen antworten mit ihrem Körper. Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Angst, Herzrasen und Zittern, andere sprechen von Erschöpfung, Depressionen, Rückzug. Studien zeigen: schulischer Leistungsdruck steht hinter der Belastung durch Krieg an zweiter Stelle (Schulbarometer Nov. 2024). Gleichzeitig erleben viele junge Menschen Schule als Ort von Ohnmacht. Der YEP Jugendbericht 2025 bezeichnet Ohnmacht als die neue Pandemie. Sie lernen zu funktionieren – nicht zu gestalten.
Eigentlich geht man in die Schule um gehorchen zu lernen. Den ganzen Tag tust du das, was die Lehrer dir sagen. Und so lernst du zu gehorchen. Schülerin 13.
Du lernst zu funktionieren. Ist das der Sinn von Schule? Schüler, 14
Auch Lehrkräfte leiden. Umfassende Kontrollen bestimmen den Schulalltag statt eines prinzipiellen Vertrauens. Zwischen Stoffdruck, Personalmangel und widersprüchlichen Erwartungen geraten sie selbst in eine Ohnmachtsspirale. Oft handeln sie gegen ihr inneres Wissen, ein hoher Burnout Faktor. Sie wollen Kinder stärken – und erleben sich doch oft als Gefangene eines Systems, das genau das erschwert. Eltern wiederum stehen zwischen Sorge und Anpassungsdruck: Sie sehen den Stress ihrer Kinder und fühlen sich gleichzeitig ohnmächtig im System der Bewertungen und Abschlüsse. So entsteht ein Kreislauf kollektiver Überforderung.
Und doch reagieren wir nicht an der Wurzel. Statt das System zu hinterfragen, wird nach mehr Unterstützung im bestehenden System gerufen. Das ist wichtig, greift jedoch zu kurz. Kinder sind Seismografen unserer Gesellschaft. Ihre Erschöpfung ist ein klares Signal. Die Frage ist: Hören wir hin!
Jenseits der Fassade
Wie es jungen Menschen wirklich geht, wurde auf erschütternde Weise sichtbar, als Schüler:innen eines Gymnasiums ihre Gefühle öffentlich machten. 70 Briefe im Schulflur, später gelesen im öffentlichen Raum: ein kollektiver Aufschrei.
Zitate von Schülerinnen und Schülern zwischen 12 und 17 Jahren
»Ich habe nichts mehr. Keinen Mut, keine Hoffnung, keine Lust, keine Kraft, keine Zeit. Ich habe keine Zeit. Und jede Zeit, die ich besitze, opfere ich der Schule für gute Noten. Zeit heißt: etwas für die Schule machen. Ich würde mich gerne kennenlernen, mehr über mich und meine Gefühle wissen, aber ich habe keine Zeit.«

»Wenn ich an das Wort Schule denke, verbinde ich damit enormen Druck. Schule hat mein Leben übernommen. Ich gehe jetzt in die neunte Klasse eines Gymnasiums und in den letzten 2 Jahren haben bereits allein in meiner Klasse vier Schüler aufgrund von psychischen Problemen für eine längere Zeit gefehlt und wenn es so weiter geht, habe ich das Gefühl, dass es mir bald genauso ergehen könnte. Es muss eine Veränderung geben. Ich schreibe diesen Brief in der Hoffnung, dass ihn jemand ernst nimmt, weil es so nicht weiter gehen kann. Und ich schreibe den Brief für jeden einzelnen, der nach mir an diese Schule kommt, in der Hoffnung, dass er dies nicht erleben muss.«
- »Und das Schlimmste ist, dass es noch sieben Jahre so weitergeht. Tag für Tag und du steckst fest in dem System.«
- »Leistungsdruck. Ich bin ratlos. Kraftlosigkeit, Verzweiflung, Motivationslosigkeit, Erstickung, Panik, Wut, Lebenslosigkeit, Leere … das bedeutet Schule für mich.«
- »Verdammt Schule, was tust du mir an? Du bringst mir bei, ich sei nicht genug, die anderen sind besser. Du bringst mir bei, dass Stress normal ist. Du bringst mir bei, wie es ist sich allein zu fühlen.«
- »Ich wünsche mir, dass wir nicht so viel Druck haben und nicht so viel Stoff in uns reinpressen müssen, wir sind doch noch kleine Menschen.«
- »Ich habe oft Angst, dass ich nicht alles schaffen kann, obwohl ich so viele Stunden am Tag lerne und lerne und lerne. «
- »Ja, ich habe einen Durchschnitt von 1,2 geschafft. Ich habe 9 Stunden am Tag dafür gelernt, auch am Wochenende und ich möchte nicht erzählen, was mich das an Stress, Angst, Panik und Zusammenbrüchen gekostet hat.«
- »Das Schlimmste sind die Tests und die Klassenarbeiten. Kaum hat man den einen geschrieben, dann kommt schon der nächste und so ist man wie in einer Maschine. Ja, man ist eine Maschine, die Stoff ausspuckt, wie abgeschnitten vom Leben.«
- »Und das Schlimmste ist, dass es normal ist. Zu leiden wird normalisiert. Niemand kritisiert es. Machen ja schließlich alle so. Was wir nicht verstehen ist, dass wir in der Mehrheit sind. Wir haben die Macht zu ändern, was uns nicht recht ist. Wir sind nur schon zu müde, ausgelaugt und kaputt, schon zu tief drin, um das zu realisieren. Ich kann nicht mehr.«
- »Ich habe verlernt auf meinen Körper zu hören, denn der sagt mir schon lange: es ist genug, du kannst nicht mehr, du bist müde und erschöpft. Aber dann kommen die Gedanken. Du musst doch alles schaffen, du musst den Stoff schaffen, du musst gute Noten schaffen, du darfst deine Eltern nicht enttäuschen.«
- »Ich will ja Leistung bringen, ich will lernen, ich will gute Noten haben, ich bin bereit mich dafür anzustrengen und wirklich alles zu geben. Und dann merkst du auf einmal: das kannst du gar nicht schaffen. Und du merkst, du verlierst die Kontrolle und dass die Freude am Leben verloren gegangen ist.«
- »Eltern werden enttäuscht von dir sein. Das schlimmste Gefühl auf Erden: Wenn deine Eltern sagen, dass sie enttäuscht von dir sind. Sie könnten schimpfen, meckern und brüllen so viel sie wollen. Dieser eine Satz fühlt sich schlimmer an als alles zusammen. Diese Schuldgefühle und das schlechte Gewissen. … Manchmal könnte ich wirklich heulen. Vor Verzweiflung und diesen tagtäglichen Stress. Niemand bemerkt, wie ich innerlich immer mehr kaputtgehe. Niemand bemerkt meinen Schmerz, niemand.«
- »In einer Umgebung in der einem suggeriert wird, die Noten seien das, was einen definiert, sind schlechte Noten eine direkte Existenzbedrohung.«
- »Ich bin froh, dass endlich so etwas kam, ich hatte mich nie getraut mit jemandem zu sprechen, da ich nicht wusste, wie viele so fühlen.«
- »Ich möchte, dass mich jemand anschaut, richtig anschaut, und sieht was für einen Schmerz ich spüre.«
Die Briefe der jungen Menschen sind Zeugnisse – eine innere schmerzliche Zeugenschaft. Sie sind gleichzeitig ein Schatz, ein Geschenk an uns, denn sie haben die Kraft, uns tief im Herzen zu berühren. Viele Erwachsene haben Muster entwickelt, die der Härte zusagen und dem »Da muss man durch, hat mir auch nicht geschadet« – Muster, die uns führen, aber nicht mehr tragen. Tragende Ideen von Zukunft sind mit dem Fokus auf das Lebendige, Verletzliche verbunden. Unsere Kinder sind das innigste Symbol für alles Lebendige, Anrührende, Zärtliche, Lächelnde, was unsere Herzen wirklich bewegt. Gehen wir in Resonanz mit dem Schmerz der jungen Menschen und damit in unseren eigenen Schmerz. Der Schmerz hat die Kraft, die verschütteten Potenziale und Energien, die unter unseren Gewohnheiten und Ängsten verborgen liegen, freizulegen.
Die Briefe waren Anlass für die Gründung des Reallabor Friedliche Bildungsrevolution in Leipzig[1]. Sie sind auch in dem Buch „Das Schuldrama und wie wir unsere Kinder für die Zukunft stärken“ verarbeitet[2].
Viele Jugendliche berichten, dass sie gelernt haben, eine Fassade aufzubauen. Gefühle werden verborgen, Schwäche darf nicht sichtbar sein.
Hier wird uns systematisch das Fühlen abtrainiert, Schülerin 14
Schule lässt uns Fassaden bauen. Uns darf es nicht schlecht gehen. Uns darf nichts wehtun. Uns darf keine Träne über das Gesicht laufen. Wenn ich in die Schule gehe, verstecke ich, was hinter der Fassade ist, Schülerin, 16.
Doch diese permanente Selbstunterdrückung hat Folgen: Wer Emotionen verdrängt, verliert den Kontakt zu sich selbst. Entfremdung wird eingeübt – und das ist nicht nur ungesund, sondern gesamtgesellschaftlich betrachtet fatal. Denn wer sich selbst nicht spürt, kann auch keine Verantwortung für die Welt übernehmen. Diese Entfremdung ist kein individuelles Problem. Sie ist systemisch.
Der zweite Teil des Beitrags erscheint in den nächsten Tagen auf News4teachers.
[1] www.reallabor-leipzig.de
[2] https://www.droemer-knaur.de/buch/margret-rasfeld-ute-puder-das-schul-drama-9783963402852
Die Autorin und ehemalige Schulleiterin Margret Rasfeld setzt sich seit vielen Jahren für eine grundlegende Neuausrichtung von Schule ein. Nach ihrem Lehramtsstudium in Biologie und Chemie arbeitete sie zunächst als Lehrerin in Nordrhein-Westfalen und war später maßgeblich am Aufbau mehrerer Gesamtschulen beteiligt, darunter die Gesamtschule in Essen-Holsterhausen sowie die Evangelische Schule Berlin Zentrum, die sie bis 2016 als Schulleiterin führte.
Im Rahmen des von der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel initiierten Zukunftsdialogs zum Thema „Wie wollen wir lernen?“ leitete Rasfeld 2011/2012 als eine von sechs sogenannten „Kernexpert*innen“ die Arbeitsgruppe Gemeinsinn und soziale Kompetenzen. Rasfeld ist Mitbegründerin und Geschäftsführerin der Initiative „Schule im Aufbruch“, die Schulen bei der Entwicklung neuer Lernkulturen unterstützt.









Ach bitte! Macht mal ne Studie über die Wissenschaftsfeindlichkeit unter Lehrkräften! Wie viele (im Forum) sehen sich nicht in der Lage, Einsichten auch nur zu akzeptieren, wenn sie es nicht selbst beobachtet haben?
Und jetzt will jemand mit etwas NEUEM kommen? Jetzt schon? Können wir es nicht noch bis zur eigenen Rente aussitzen? Vielleicht können die Familien alles, über das wir uns tagtäglich aufregen, plötzlich durch ein Wund.. durch spontane “Eigenverantwortung” lösen? Man muss sie bestimmt nur darum bitten, sonst droht etwas… Wages…
Den Ansatz in allen Ehren, aber wir brauchen dringend NEUE Lehrkräfte, wenn wir gestalten und in Zulunft etwas reißen wollen!
oder über das Digitale,
Hybridunterricht und die Fairness der Arbeitswelt.
“Den Ansatz in allen Ehren, aber wir brauchen dringend NEUE Lehrkräfte, …”
Und wenn es nicht genug Dumme gibt?
Für den derzeitigen Bestand reichtes es ja…
Da gäbe es durchaus Möglichkeiten – so könnte etwa ein “Rainer Zufall” mal statt der leistungsfreien Betreuung von Einzelschülern mal ein schönes, dickes Volldeputat übernehmen – Korrekturfach durchgehend, versteht sich.
Mit Oberstufe natürlich.
Schon kann er als “Lehrer neuer Art” freie Lernlandschaften bauen, in 28er-Kursen stündlich individuell fördern und vieles mehr.
Alle diese schönen Bildungswissenschaftsdinge – die macht er den “alten Knackern” dann vor. Endlich zeigt es mal jemand, wie es geht!
Ich habe ein volles Deputat, habe eine Klasse am SBBZ Lernen und gehe mit 5 Stunden in die Inklusion, die ich vorbildlich über zwei Wochentage aufteile 🙂
(Ich halte also Kinder am SBBZ, wie es zu viele wollen, UND unterstütze an der Regelschule, weil ich das für wichtig halte)
“Alle diese schönen Bildungswissenschaftsdinge”
Geschrieben wie ein Profi
Die Alten Knacker haben das System mit zu verantworten. Die Antworten hier demonstrieren ja genau das Problem. Immer auf Alles Andere schieben.
Die Schule wie sie die alten gemacht oder am Leben erhalten haben ist eine Schädigung der jungen Menschen. Qualitativ längts unteres Mittelmaß. Und das was man im Berufsleben braucht lernt man nicht. Nein es muss den Leuten sogar wieder ausgetrieben werden. Viel zu kompliziert und umständlich. Skill Set wird quasi komplett falsch gesetzt.
Von mir aus – ich habe da kein “skin in the game” mehr.
Lasst die freien Lernlandschaften anrollen. 😀
Irre ich da, oder hatten Sie mir da nicht noch etwas ganz anderes geschrieben? 😉
Eine häufige Verwechselung:
Natürlich weiß ich, was richtig wäre.
Das heisst aber nicht, dass ich (noch) so naiv (oder besser gesagt: blöd) wäre zu glauben, dass meine Minderheitenmeinung jemanden interessieren oder bewegen würde, der/die was zu sagen hat.
Und dann dauerhaft Ärger, Konflikte, Mehrarbeit (Wissen vermitteln statt Kompetenzen “anbahnen” ist nämlich echte Arbeit und stört viele Leute im Schulleben) usw. einfangen für…ja, wofür eigentlich?
Fürs eigene Ego?
Fürs “Rechthaben”, dafür dass meine SuS dann (substantiell) mehr können als die im Nebenraum?
Wie peinlich und cringe wäre das denn?
Ne.
Dafür, dann zur Pension leergebrannt oder verbittert zu sein … dafür aber (natürlich immer zehn Jahre zu spät, so dass es einem absolut nix nützt) “”””respektiert””” zu sein als dieser eine “harte Knochen” bei irgendwelchen Ex-SuS?
Nö.
Das wäre irrational und dumm.
Da mache ich ganz unbeschwert eben das Falsche, weil es offiziell das Richtige ist – und gehe nach Hause.
Jetzt ist zweite Lebenshälfte, Erntezeit.
Jetzt bin ich am Zug mit “großem Schluck aus der Pulle”, wie Gewerkschafter früher sagten.
Jetzt bin *ich* mal dran, nicht immer nur die anderen.
“On the job” eben – ich liefere, was bestellt wurde.
Bezahlung gut wird demnächst nochmal saftig erhöht – passt für mich.
Dabei brauche ich die Kohle eigentlich nicht mal mehr. Aber hey, mitnehmen geht immer und weniger Deputat dazu ist auch nice.
Ich lerne von “oben”.
Ich schlafe gut und bin tatsächlich sehr zufrieden. Meine Arbeitsbelastung ist auch massiv gesunken…passt.
“Das heisst aber nicht, dass ich (noch) so naiv (oder besser gesagt: blöd) wäre zu glauben, dass meine Minderheitenmeinung jemanden interessieren oder bewegen würde, der/die was zu sagen hat.”
Ah ok, dann muss ich nicht weiterlesen
Genau, weg mit den Alten. Ich freue mich schon, wenn ich aus der Pension heraus das Aufblühen der Schullandschaften sehe.
Agonie.
Absterbende Bäume treiben häufig letztmalig heftig aus. Ein letztes Aufblühen also. Besser kann es doch überhaupt nicht kommen.
Genau. Und dann stimmen wir Alten das alte Lied an:
“Sag mir wo die Blüten sind.
Wo sind sie geblieben? ……….
Was ist geschehen? ……….
Wann wird man je verstehen?”
Eher: sag mir, wo die Bäume sind…
Aber dann is halt zu spät: wech is wech. Und wie wir sehen: kommt nix nach.
Manche sehen den Wald ja vor lauter Bäumen nicht. Wenn die Bäume erst einmal wech sind, wird die sicht auf den “ja was” erheblich besser.
Dass Sie immer nur das schlechte sehen wollen:)
Wenn Sie dann aus der Rente heraus nicht noch gegen zeitgemäße Bildungspolitik schießen (kenne da wen) 😉
Nö, ich werde es still genießen. Auf der Terasse mit Hasi und einem Longdrink mit Zuckerrand.
Das freut mich für Sie. Drücke die Daumen dass wir Menschen finden, die Ihren Ruhestand finanzieren können.
Oh, ich habe vorgesorgt und kann das selber.
Sind Ihre Kinder etwa diese faulen work-life-balance-Menschen, die alle hassen?
Die haben nicht ihrem Hobby (Ihrer Pflege) zu fröhnen, sondern richtig zu arbeiten! 😛
Liest man den Artikel, bekommt man den Eindruck, Schule sei die Hölle auf Erden. Positive Aspekte unseres Schulsystems bekomme ich nie zu lesen, weil man gerne so tut, als gäbe es sie nicht. Gehen meine Kinder gerne zur Schule? Mal so, mal so. Angst vor Prüfungen und dem Erbringen von Leistungen hat man in der Regel nur dann, wenn man sich nicht vorbereitet. Das spätere Leben steckt voller Herausforderungen und am Ende ist Schule nur eine Vorstufe dessen, was einen später erwartet.
Mit zu offenen Schulformen lässt man Kinder alleine. Sie sitzen in ihren Lernbüros oder im Lernatelier an ihren iPads, wurschteln vor sich hin und insbesondere leistungsschwache Kinder gehen dann unter. Es fehlt meiner Meinung nach mehr an klaren Strukturen, an klaren Aufgabenbereichen und an Lehrern, die wirklich noch lehren und nicht zum Lerncoach degradiert wurden.
Gespannt bin ich auf die Lösungsansätze von Frau Rasfeld, aber ich stelle mal ein paar Vermutungen an:
Wäre ja nichts Neues. Nur ob man Kindern damit wirklich einen Gefallen tut, möchte ich wie immer in Frage stellen.
“Positive Aspekte unseres Schulsystems bekomme ich nie zu lesen, weil man gerne so tut, als gäbe es sie nicht.”
Ist von den Schüler*innen vor Ort und nicht aus “dem Elfenbeinturm” 😉
Glauben Sie mir, ich arbeite mit Menschen, die den Elfenbeinturm nicht einmal von weitem sehen können. Den Jugendlichen in unserer Betreuung ist oft alles zu viel, was nicht gerade mit dem Smartphone zu erledigen ist. Die denken erst an viele andere Dinge, dann kommt ne große Lücke und dann kommt Schule. Druck machen die sich in der Regel nicht.
“Druck machen die sich in der Regel nicht.”
Als Experte, woran liegt das?
Ist Frau Rasfeld da etwas auf der Spur oder haben Sie da anderes im Sinn?
Ich habe im Sinn und erlebe in den letzten Jahren, dass unser Klientel stets andere für die eigene Situation verantwortlich macht. Politik ist schuld, Asylbewerber sind schuld… jeder ist für die vorliegende, missliche Lage verantwortlich, nur nie die eigene Person. Hinzu kommt, dass sich alle (schulischen) Sanktionen als zahnlose Tiger entpuppen und einige das Bürgergeld als lohnende Alternative zu einem Beruf sehen.
Ich sehe nicht, dass Frau Rasfeld bei den Jugendlichen und Familien, die wir mehrheitlich betreuen, etwas auf der Spur ist.
Ich hätte gesagt, dass sich Ihre Klientel gerade dadurch (meist) definiert, der gestellten Verantwortung nicht/ schwer gerecht zu werden.
Ich stimme Ihnen nicht zu, aber Danke für Ihre Ausführung.
Das natürlich auch. Aber einige ignorieren die gestellte Verantwortung einfach weg, als wäre sie nicht da. Dazu gehören unangenehme Verpflichtungen: Bei entsprechenden Eltern äußert sich das beispielsweise im Anschaffen immer neuer Konsumgüter, obwohl man das Geld dafür eigentlich gar nicht hat (da laufen dann mehrere 0%-Finanzierungen parallel), bei den Kindern wiederum, indem man bewusst an Klassenarbeitsterminen die Schule schwänzt oder einfach grundsätzlich fernbleibt, weil man keine Lust darauf hat und lieber an der frisch finanzierten Videospielkonsole zockt.
Wir finden hier kein Ende. Wie gesagt, halte ich es unergiebig und ehrlichgesagt schwach, dass die Politik bei solchen Fällen an die Eigenverantwortung erinnern will.
Wir verlieren kostbare Zeit und ich halte es für weitgehend unrealistisch, dass sich allein durch das Aussprechen von Ansprüchen etwas ändern wird :/
Die Antworten der angeblich authentischen Jugendlichen sind komplett einseitig und vollkommen negativ. Das kommt mir sehr merkwürdig vor.
Muss ne Verschwörung sein. Ich meine, wo (bspw. in einem Forum) schreiben alle ununterbrochen nur Negatives? 😉
ist aber real. Die Briefe wurden z.B. auch in der evanglischen Zeitschrift chrismon abgedruckt.
https://chrismon.de/artikel/53777/jugendliche-ueber-schulstress-druck-und-psychische-probleme
Niemand wird bestreiten, dass es Schüler gibt, die ihr Leben und die Schule so dramatisch schlimm empfinden. Aber sie sind nicht die Mehrheit und erst recht nicht die Regel. Wer jedoch eine entsprechende schulpolitische Agenda hat, wird sie zitieren und hervorheben. Ich muss wohl keine Organisation nennen.
Ich finde es seltsam, dass heute immer über Druck in den Schulen gesprochen wird, wobei gleichzeitig immer weniger an Leistung erbracht wird. Der Druck und Stress kommt meiner Meinung nach ganz woanders her.
Spricht sich jemand im Forum über das Absenken von Leistungen aus?
Alle beschweren sich doch ununterbrochen, dass die Schüler*innen faul seien, nicht mehr das können, was zum Unterricht passt und wenn die sich Selbstwirksamkeit und Partizipation wünschen, dies nur Zeitverschwendung sei, da die dann ja den Schulabschluss abschaffen würden oder ähnlichen Unsinn.
Tja, stellt sich der Frage, was oder wer macht den Schüler*innen, die unbestritten weniger können und öfter psychisch belastet sind, trotzdem so viel Druck… hmmm
Keine Ahnung, ich jedenfalls nicht.
Wozu sollte ich?
Niemand unterstellte Ihnen, dabei etwas zu denken
Schule ist so unterirdisch, dass man getrost negieren kann, sie sei die Hölle auf Erden. Der Weg zum Schulabschluss darf durchaus als “highway to hell” gebrandmarkt werden.
offene und modernen, teilweise auch hybride Arbeitsformen sind super.
Wir sind bisher alles nur nicht digital.
Wenn die Kinder später, wie die Ellis, ins Homeoffice gehen wollen, sollte früh geübt werden. Auch Homeoffice muss man üben.
Heute auch wieder, ich fuhr hinne. Meine Frau begann gemütlich um 9 mit Homeoffice.
Durch die Arbeitswege ist sie auch eher fertig mit ihren Sachen.
Dank KI können viele Ellis ihre Arbeitslosigkeit als HO verkaufen. Den Kontakt zu “Frau Nahles” kann man prima digital abhalten.
Genau. Allen Schülern würde es himmlisch gehen, wenn wir mehr Distanzunterricht hätten. Das hat die Coronazeit gezeigt.
Ironie bitte immer als solche kennzeichnen! Oder meinten Sie das im Ernst?
Bei uns gibt’s keinen Druck und auch noch keine Noten. Jeder arbeitet an irgendeinem Plan, woran er möchte. Keiner wird dazu gedrängt, irgendwann mit irgendwas fertig zu sein. Die Kinder kommen alle gern zur Schule. Es gibt halt nur ein Problem: Sie lernen so nichts…
…und ich denke mittlerweile: Das ist der Weg.
Es muss erst crashen.
Mich wundert es wirklich, dass die Kinder 40 h und mehr rumsitzen. Das müssen wirklich extreme Fälle sein. Ich kenne viele Kinder, die sitzen definitiv nicht so lange. Einige reißen sich so gar kein Baum aus. Dafür kenne ich viele, die zu Hause sehr viel rumsitzen. Und auch viele, die am Gymnasium einfach falsch sind und ständig überfordert. Natürlich macht das wenig Spaß. Und wenn die Gesellschaft alles unter Abi und Studium als inakzeptabel sieht, dann ist das nicht von der Schule, sondern von der Gesellschaft Druck gemacht. Vielleicht sollte man den Realschulabschluss und die Ausbildung und das Handwerk mal wieder mehr schätzen. Da wären einige Kinder super aufgehoben, aber es wird ihnen von ehrgeizigen Eltern verwehrt. Oder es wird ihnen erzählt, dass das nix taugt. Aber schön, wenn mal wieder neu die Schule für alle Probleme verantwortlich gemacht wird.
Das müsste sich aber auch in der Entlohnung der Azubis und Gesell*innen widerspiegeln. Viele Azubis in den klassischen Handwerksberufen erhalten deutlich niedrigere Vergütungen als z.B. Gerüstbauer*innen und Binnenschifffahrtsazubis.
Die Ausbildungsvergütung von z.B. Augenoptiker*innen deckt nicht einmal die Lebenshaltungs- sowie die Ausbildungskosten.
Und solange Facharbeiter*innen in der Industrie deutlich mehr Entgelt erhalten als Gesell*innen, bleibt Ihre Forderung ein frommer Wunsch.
Handwerk wird zukünftig gebraucht. Großteil der Akademiker werden ersetzt.
Neurodivergente gehört die KI Zukunft.
Wiederholung ist kein Skill den man braucht. Denken, lösungsortientiert und alle Hilfsmittel adaptieren.
Halt das Gegenteil von unserer Schule.
Lernen tut man nur einen Bruchteil in der Schule. Habe soviele Freunde die in der Jugend statt Schulskillz lieber Lebenskillz erlebt hat. Sind alle erfolgreicher geworden, als viele Streber von Früher.
Ich tu das nich glaube.
Leute, wo laut schreie, dass sie die beschten sind, braucht ma heut auf Inschta. Und net so depperte Latein-Opfer, die wo Rollkragenpullisch am trage sin.
Es wäre doch interessant zu erfahren, wie viele Tests (auch Klassenarbeiten genannt) denn in den verschiedenen Ländern so pro Schuljahr geschrieben werden. Die KI von Google schreibt z.B.:
“Klassenarbeiten in Frankreich (kontrôles) sind oft Teil eines strengen Notensystems von 0 bis 20 Punkten, wobei 10 zum Bestehen nötig sind. Es herrscht eine hohe Leistungsdichte, oft mit präziser Rangordnung. Schriftliche Arbeiten sind häufig, und die Noten werden von Eltern genau verfolgt. Typisch sind lange Schultage bis 17/18 Uhr.”
Also wie krank sind die französischen Schüler? Und welche Vorschläge folgen daraus zur Reform des französischen Schulsystems? Das Gymnasium abzuschaffen geht nicht, weil es schon abgeschafft ist. Man praktiziert das längere gemeinsame Lernen.
MPT – aber nur wenn das ream nicht größer als eine Person ist.
Eine Schule für alle wird wegen der damit verbundenen beförderungskosten ohnehin nicht kommen. Der Rest ist bereits geschafft.
https://www.bosch-stiftung.de/de/storys/psychische-belastungen-bei-schuelerinnen-nehmen-wieder-zu
Wenn ich manche Kommentare hier richtig verstehe, dann lautet deren Antwort darauf: “Jetzt stellt euch halt nicht so an!” Oder auch: “Nehmt euch mal nicht so wichtig!”
Manche geben Menschen wie Margret Rasfeld auch den guten Rat mit auf den Weg: “Seid doch nicht so übertrieben empathisch!”
Was ich nicht lese: bewährte Alternativen zum Umgang mit diesen ganz sicher nicht nur eingebildeten Problemen.
Abschaffung von Unterricht? Abschaffung von Machtmissbrauch?
Wer Zugang zu LinkedIn hat: https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7449685935170023424/
Positive Aspekte an guten Schulen gibt es, aber es gibt eben auch unser allgemeines Schulsystem, das diese guten Schulen wenig unterstützt, die machen es ‘trotzdem’, denen werden Steine in den Weg gelegt. Danach erhalten diese Schulen den deutschen Schulpreis (z.B. Alemannenschule in Wutöschingen) und werden dann beklatscht, von denen, die sie zunächst verhindern wollten … und dann werden sie beäugt, von den Schulen, die der Obrigkeit folgend Angst haben, etwas gutes neues zu wagen.
Übrigens hat auch Margret Rasfeld erfolgreich Schulen geleitet, z.B. die Evangelische Schule Berlin Zentrum (ESBZ) und wenn Sie sich die Zeit nähmen, diese guten Schulen mal zu besuchen, würden Sie sehen, wie gerne und motiviert Kinder dort lernen und leisten.
Positiver Aspekt an Schule = Schulschluss
Jepp.
Gute Schule = sehr gut mit allem ausgestattete Schule mit liquidem Schulträger, die sich S*S aussuchen kann
Wissen wir.
Ich will nicht über die Zitate und deren Urheber urteilen, da mir dazu die Hintergründe fehlen.
Was ich sagen kann: Schule war zu meiner Schulzeit (80er) deutlich leistungsorientierter, verlangte mehr Disziplin, hatte mehr Autorität, es wurde gesessen und gearbeitet.
Wie praktisch alle meine Mitschüler hatte ich oft keine Lust, war müde, überdrüssig, manchmal auch verzweifelt ob der täglichen Mühle und träumte mich in die Zukunft ohne Schule, weit weg von der Provinz.
Ich habe aber gelernt! Gar nicht unbedingt Inhalte – das auch, aber vor allem das Lernen selbst. Die Disziplin, die Mühsal, die sich am Ende auszahlt. Das habe ich als Herausforderung gesehen. Als Prüfung. Heute bin ich froh, dass mir diese Bildung zuteil wurde.
Vor diesem Hintergrund muss ich gestehen, dass mich die Zitate befremden. Schule heute ist im Vergleich doch schon seeeehr weichgespült… und trotzdem soll sie die Kinder heute in den seelischen Niedergang führen? Was genau ist denn so schrecklich?
Meine krasse These:
Schon immer hat Schule keinen Spaß gemacht. Die damit einhergehenden Gefühle sind nicht immer gut. Soweit, so normal. Treffen diese Gefühle aber auf eine Gesellschaft, die zur Aufregung, Hysterie, Pathologisierung und Psychologisierung neigt, könnte es mitunter passieren, dass ganz normaler Schulfrust sich wie eine psychische Notlage anfühlt bzw. gesellschaftlich als solche anerkannt wird – was sich dann wechselseitig verstärkt.
Wie gesagt: Hinter den konkreten Zitaten können echte Abgründe liegen, das will ich nicht beurteilen.
Kaum ein Jugendlicher in unserer Betreuung lässt Dinge über Schule von sich, wie die oben genannten Zitate. Der Grund: Für sie ist Schule viel zu unwichtig. Klingt erst einmal seltsam, aber die stressen sich einfach nicht wegen der Schule. Sie gehen halt hin, weil sie müssen und wenn sie keinen Bock haben, bleiben sie eben zuhause. Wenn überhaupt, ist Schule eine Pflicht, mit der man eventuell einen Abschluss erreicht. Dank sozialer Medien sind diese Jugendlichen der Meinung, man braucht Schule im Grund gar nicht und Influencer kann jeder.
Natürlich haben wir auch psychisch kranke Kinder und Jugendliche in der Betreuung, die beziehen die Überforderung aber oft nicht zwingend auf die Schule alleine, sondern auf die gesamte Situation im Privaten. Im Gegenteil, einige sehen Schule als eine Einrichtung, die ihnen Struktur vorgibt und auch mal ablenkt.
Ich schließe nicht aus, dass es wirklich Mädchen und Jungs gibt, die unter einem enormen Druck in die Schule gehen. Wir sehen so etwas vor allem an Gymnasien, weil das Kind ja trotz anders lautender Grundschulempfehlung unbedingt dort hin musste.
Das Problem ist, dass Schule sehr fest strukturiert ist: Wenn man nicht ins System passt, weil man sehr einseitig begabt ist oder man mal für ein paar Monate zurückfällt, dann hat man den Anschluss verloren und es ist extrem schwer wieder dahin zu kommen. Dann sitzt man im Unterricht quasi nur noch Zeit ab, weil man sowieso nicht mitkommt -> das was normalerweise dort gelernt wird, muss man als Hausaufgaben machen, also mehr Hausaufgaben + das was einem sowieso schon fehlt. So hat man dann fast keine Erfolgserlebnisse mehr oder man hat sie doch, aber einem fehlen die Grundlagen, weil man halt das was in der Klassenarbeit drankommt kann, aber den Rest einfach weggelassen hat. Das funktioniert kurzfristig und
manche Schüler lernen dadurch, dass sich sowas lohnt, aber natürlich fehlt dann das tiefere Verständnis, da die Grundlagen nicht vorhanden sind. Wäre Schule etwas flexibler angelegt, würden zumindest lernwillige Schüler davon profitieren, egal ob sie zwischendurch mal die Motivation verloren haben (tun das nicht fast alle Jugendlichen mal?) oder generell in einzelnen Fächern nicht richtig im Unterricht mitkommen bzw. zeitweise wegen äußerer Umstände nicht richtig lernen konnten. Dann würde es sich nämlich lohnen auch die Grundlagen zu lernen, was nachhaltiger ist und die Schüler wären weniger frustriert und resigniert, da sie dann bei hoher Investition ins Lernen auch mehr Erfolge hätten.
Genauso ist es! Es gibt Eltern, deren Kinder mit Nachhilfe eine 3 in Deutsch und Mathe schaffen. Diese Kinder gehen dann aufs Gymnasium und erleben mit Sicherheit Schule als Druck und Stress. Früher sind diese Kinder auf die Hauptschule gegangen und haben einen Lehrberuf gelernt.
Ich bin auch ein Kind der 80iger. Was mich an Ihrer Aussage schockiert ist, dass Sue Lernen als etwas negatives hinnehmen. Dabei gibt es wunderbare Schulen, in die Kinder gerne gehen und viel und voller Begeisterung lernen. Margret Rasfeld hat mehrere solcher Schulen geleitet, oder besuchen Sie doch mal die Alemannenschule Wutöschingen, deutscher Schulpreis 2019, dort gehen Kinder gern hin, ja, das gibt es. Und genau das sollten wir doch wollen , dass man lebenslang gerne lernt, ohne Angst, Beschämung oder Druck.
Die Alemannenschule Wutöschingen empfiehlt Kinder, die mit dem offenen Konzept nicht klarkommen, aber auch an andere Schulen im bewährten Konzept weiter. Die Oberstufe umfasst gerade mal um die 20 Schüler. Dass dort alle dauerenthusiastisch und voller Begeisterung komplett intrinsisch motiviert lernen, glauben Sie doch bitte selbst nicht.
Ich erlebe im Rhein-Neckar-Kreis mehr Übertritte von einer Gemeinschaftsschule an Werkreal- oder Realschulen, als dass das umgekehrt der Fall wäre. Und ja, es gibt auch Kinder, die gerne in ihre eigene Schule gehen – selbst, wenn sie keine Schulpreise gewonnen hat.
“Die Alemannenschule Wutöschingen empfiehlt Kinder, die mit dem offenen Konzept nicht klarkommen, aber auch an andere Schulen im bewährten Konzept weiter.” Für diese Behauptung hätten wir gerne eine Quelle. Herzliche Grüße Die Redaktion
“(…)Zur Wahrheit gehört auch, dass Werkrealschulen aus dem Umfeld Jugendliche aufnehmen, die mit dem selbstorganisierten Lernen in Wutöschingen nicht klarkommen.”
Quelle: https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2025-26/sib-schuljahr-2025-26-nr-2-dezember-2025/1057-wutoeschingen-als-abziehbild
Herr Ruppaner stellt das Konzept seiner Schule deutschlandweit vor und war auch an Schulen in unserem Umkreis zu Gast. Laut Aussagen der Lehrkräfte gibt er diese Aussonderung von entsprechenden Schülern auch offen zu und teilt mit, dass diese Schulart nicht für alle Schüler gemacht ist.
Dann gerne auch die Sätze davor zitieren: “Ich habe mich im Vorfeld zwar intensiv mit der Alemannenschule beschäftigt, bin aber dennoch vor Ort von der Atmosphäre und dem Umgang miteinander fasziniert. Ich ziehe meine Hausschuhe wieder aus und habe aufgegeben den Haken zu suchen, denn ich habe verstanden: Das Konzept funktioniert u.a. deshalb, weil Erwachsene und Jugendliche auf Augenhöhe zusammen sind und weil Erwachsene ihnen Vertrauen geben. Die Alemannenschule zeigt, wie Schule und Lernen funktionieren können. Sicherlich ist das immer noch keine Schule, die für alle Menschen funktioniert, aber sie kommt schon ziemlich nah ran.”
Zum Kontext: Das ist der Bericht eines ursprünglich skeptischen Lehrers einer Werkrealschule, der die Alemannenschule besucht hat – und sich anschließend begeistert zeigt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Also liegt die Wahrheit dazwischen. Was in Wutöschingen im ländlichen Bereich funktioniert, geht anderswo komplett den Bach runter. Viele Gemeinschaftsschulen setzen doch so oder ähnlich auf das Konzept der Alemannenschule. Recherchieren Sie gerne mal die VERA-Ergebnisse in BW aus 2026. Laut einer mir bekannten Lehrkraft wurden die Ergebnisse heute den Schulen mitgeteilt. Neben der Tatsache, dass die Schüler wieder insgesamt schlechter geworden sind, liegen die Gemeinschaftsschulen erneut hinter den Realschulen.
Für mich passen da einige Dinge nicht zusammen. Überall wird so getan, als wäre Ruppaners Schmetterlingspädagogik der Heilige Gral der Bildung, um endlich wieder gute und leistungsbereite Schüler zu bekommen. Ich kann ihnen alleine aus dem Rhein-Neckar-Kreis einige Schulen nennen, die damit komplett gegen die Wand fahren.
“Viele Gemeinschaftsschulen setzen doch so oder ähnlich auf das Konzept der Alemannenschule.” Welche? Wir kennen keine.
“Überall wird so getan, als wäre Ruppaners Schmetterlingspädagogik der Heilige Gral der Bildung, um endlich wieder gute und leistungsbereite Schüler zu bekommen” – lustigerweise genau in dem Beitrag eines Lehrers, den Sie hier als Kronzeugen für Ihre Fundamentalkritik anführen wollten. Gerne noch ein Zitat daraus: “Zudem lassen sich die Erfolge der Schule nicht wegdiskutieren. Beispielsweise schneiden die Abschlussschülerinnen und -schüler deutlich besser ab als der Landesdurchschnitt.”
Quelle: https://leb-bw.de/infos-downloads/schule-im-blickpunkt/schuljahr-2025-26/sib-schuljahr-2025-26-nr-2-dezember-2025/1057-wutoeschingen-als-abziehbild
Ja, aber eben auch, weil die Schule Kinder aussortiert, bei denen das Konzept nicht greift. An der Stelle drehen wir uns nun argumentativ im Kreis.
Gemeinschaftsschulen (so wie die Alemannenschule eine ist), setzen in der Regel schon von der Struktur her auf offene Lernformen, Lernbüros, jahrgangsübergreifendes Lernen etc. Die Waldparkschule Heidelberg fährt teilweise ein ähnliches Konzept.
“Ja, aber eben auch, weil die Schule Kinder aussortiert, bei denen das Konzept nicht greift.”
Dass Eltern Nachhilfe bezahlen oder es sich (finanziell und/ oder bildungsbedingt) leisten können, das Kind zu Hause zu fördern?
“Also liegt die Wahrheit dazwischen.”
Wie zwischen Anfang und Ende der Weihnachtsgeschichte 😛
Wutöschingen, jaja, ich habe davon gehört. Wutöschingen zeigt genau eines: Mit einer selektierten Schülerschaft lässt sich gut arbeiten. Ruppaner sagt selbst, dass das Konzept nicht für alle Schüler funktioniert.
–> Das ist KEINE Lösung für die Fläche, weder pädagogisch noch schulorganisatorisch. Aber ist natürlich geil zu vermarkten und der gebaute Beitrag zum Thema ASW schreibt sich quasi von selbst, passen Sie auf:
Intro
Atmo Schulhof, Klingel
Das Geräusch der Schulklingel löst nicht bei allen positive Gefühle aus. Ganz anders ist das an der ASW. Hier lernen die Kinder nämlich miteinander und voneinander in spannenden Projekten, jeder in seinem Tempo, ohne Druck und Noten. Wie das geht, das schauen wir uns jetzt mal an.
Als erstes wollte ich von den Schüler:innen wissen, was ihre Schule so besonders macht.
Zitat Schülerin 1: “Wir lernen hier, weil wir es wollen, nicht, weil wir es müssen.”
Zitat Schülerin 2: “Wenn man das so hört, von anderen Schulen… ich bin froh, dass ich hier zur Schule gehe.”
Aber warum wird das dann nicht überall gemacht? Das habe ich Funktionstyp X gefragt: “Ja, es war schon nicht leicht, es gab viele Widerstände, vor allem in den Köpfen. Das klassische Bild von Schule sagt einfach: Da ist ein Lehrer, der hat die Weisheit, die Kinder sitzen still und hören zu. Und das passt einfach heute nicht mehr. Das hat eigentlich noch nie gepasst.”
Was sagt die Bildungswissenschaft? Müssen wir unsere Schulen neu denken?
Einspieler Wissenschaftlerin: “Was wir in den Studien seit im Grunde Jahrzehnten sehen ist, dass unser Bildungssystem immer weniger zu den Anforderungen passt, die unsere moderne Gesellschaft stellt. Jedes Jahr verlassen xtausend junge Menschen die Schule ohne einen Abschluss. Das können und sollten wir uns einfach nicht mehr leisten.”
Atmo Schulhof
Mein Besuch bei der ASW hat mir gezeigt: Schule geht auch anders. Weg vom alten Frontalunterricht, 45-Minuten-Einheiten, Lernstress. Hin zu selbstbestimmten Lernen in Gemeinschaft. Machen wir uns auf den Weg.
Outro
“Ruppaner sagt selbst, dass das Konzept nicht für alle Schüler funktioniert.” Für diese Behauptung hätten wir gerne eine Quelle.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ist eigentlich auch egal, denn wir, also die große Mehrheit der Lehrkräfte, wissen ja, dass es so ist.
Pluralis majestatis? Herzliche Grüße Die Redaktion
Nun, ich weiß nicht, ob Ruppaner das sagt, aber es gibt keine Schulform, die für alle SuS gleichermaßen gut wäre. Das liegt einfach in der Verschiedenheit der Individuen begründet.
Komischerweise gibt es in Deutschland eine Grundschule, in die prinzipiell alle Kinder gehen – und weltweit nur im deutschsprachigen Raum die fixe Idee, Zehnjährige aufteilen zu wollen.
Sinnvoller als elf Millionen Schulformen zu begründen (für jeden Schüler eine eigene), erscheint es uns, eine Schule so aufzustellen, dass sie allen Individuen gerecht werden kann. Und sogar auch den darin arbeitenden Lehr- und Fachkräften.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ihr Ideal gefällt mir gut –
wie denken wohl einzelne wenige ? 😉 Beteiligte wie LuL und Eltern darüber?
Wie oft habe ich schon sagen müssen, dass “Vom-Gymnasium-kommen” und ”dort-nur-Einsen-gehabt” im Betrieb und an BS anders aussehen kann.
Wenn zB mit gefordertem ‘Nurlernen’ einer zum Außenseiter wurde, wie soll er jetzt und sofort den teamplayer geben?
Was macht es mit ihm, wenn ihn plötzlich möglicherweise vor allem praktisch aber auch theoretisch die Drei küsst? ….
❤️
Nun, ich bin ein Grundschullehrer und … pst … Breaking News: So richtig geil funktioniert die Sache mit „allen Individuen gerecht werden“ bei uns nicht.
Ich wäre sofort dafür, auch in der Grundschule äußerlich zu differenzieren.
DAS würde tatsächlich helfen, allen Individuen gerecht zu werden.
Klar, man bräuchte x-mal mehr Lehrer.
Aber man wird ja noch träumen dürfen;)
Sie können auch entsprechend wählen, sofern Sie Migration, Gendern und Wärmepumpen nicht mehr umtreiben 😉
Missverstehen Sie mich absichtlich? Wir sprachen doch über Wutöschingen. Mit Schulform meine ich nicht Grundschule, Gymnasium, Mittelschule,…., sondern die dort praktizierte Pädagogik.
Dann erklären Sie mal, wie EINE Schule ALLEN dort Lernenden und Arbeitenden gerecht werden könnte. Ich persönlich denke, dass das nicht funktioniert, weil „one size fits all“ ein Trugschluss ist.
Wie wäre es, die Schule passt sich den Kindern an – statt sich die Kinder den Schulen? Herzliche Grüße Die Redaktion
Pro Schüler eine Schule? Oder für jeden Schüler einen Privatlehrer? Denn jedes Kind ist anders, selbst eineiige Zwillinge sind nicht vollkommen identisch!
Eineiige Zwillinge: Doch Unterschiede in der DNA – Vorgeburtliche Mutationen können Unterschiede im Erbgut verursachen – scinexx.de
Wir dachten, Sie glauben an homogene Lerngruppen. Gibt es tatsächlich nicht. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/04/homogene-gruppen-existieren-nicht-warum-neurodiversitaet-das-bildungssystem-grundlegend-infrage-stellt/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wie soll es den, Ihrer Meinung nach, praktisch umgesetzt werden, wenn sich Schule dem Schüler (jedem einzelnen, individuell) anpassen soll, wie Sie schrieben?
Vielleicht hätten Sie lieber danach googlen sollen, anstatt kontextlos über Zwillinge zu recherchieren 😉
Für den Fall, dass Sie etwas Konstruktives zu Ihrer eigenen Frage hören wollen:
https://www.swr.de/swrkultur/wissen/800-schueler-800-stundenplaene-echt-individuell-lernen-jan-martin-klinge-100.html
Und auch dort entscheiden die SuS nicht, was sie lernen, sondern nur, wann sie es lernen. Mehr als den Teaser gelesen/gehört?
Kleiner Hinweis: wagen Sie mehr Rasfeld! Seien Sie wertschätzend in der Diskussion mit Ihrem Gegenüber! Vermeiden Sie Beleidigungen, auch solche mit Emoji dahinter. Im Gegensatz zu Ihnen kenne ich Frau Rasfeld persönlich. Egal, ob man ihre Vorstellungen von Schule teilte oder nicht: Frau Rasfeld hat ihr Gegenüber stets respektvoll und wertschätzend behandelt. Das sollte übrigens eine der Grundfähigkeiten von Lehrkräften sein. Ihrem Auftreten nach haben Sie da noch viel zu lernen. Deshalb: mehr Rasfeld wagen!
“Und auch dort entscheiden die SuS nicht, was sie lernen, sondern nur, wann sie es lernen.”
Eben, warum manche im Forum immer behaupten, die Kinder könnten in Kita und Schule essenzielle Inhalte abwählen, sobald denen eine Auswahl gestellt wird, ist echt irrsinnig.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die tatsächlich so doof sind, vielmehr fehlt es ihnen wohl an echten Gegenargumenten, dass die auf solch absurde Ideen ausweichen müssen 🙁
Ich hatte in 40 Dienstjahren nie vollkommen homogene Klassen. Nicht einmal in den relativ kleinen Klassen an der Sonderschule. Auch da war jeder Schüler anders, auch die Zwillinge.
Fast so, als würden Sie völlig am Thema vorbeischreiben, weil Sie nach 40 Dienstjahren NICHTS Konstruktives zum Thema beitragen können/ wollen…
Hätten Sie mal all den Kolleg*innen im Forum schreiben können, die sich für “homogene” Klassen aussprachen.
Welch Zufall, dass Sie da wieder nichts beizutragen hatten
Es ist ja eine berechtigte Frage, die gestellt wird.
Wenn man so sehr auf Verschiedenheit pocht, dann müsste man fordern, dass jedes Kind einzeln beschult wird.
Entweder … oder …
An dieser Stelle möchte ich einmal darauf hinweisen, dass S*S im Unterricht ja durchaus vermittelt wird, wie man lernen kann. Und sie probieren unterschiedliche Wege. Denn jede*r muss ja für sich selbst herausfinden, was am besten passt.
Irgendwie bin ich erstaunt, dass das hier nie thematisiert wird, sondern von Expert*innen ständig davon ausgegangen wird, dass Schule verlangt, dass alle S*S alles auf dieselbe Art tun.
Schule als böser Ort: antidemokratisch, oppressiv, menschenverachtend, alle immer im Gleichschritt … Viel schlimmer als China! …
Ja, ja.
Und genau deshalb meine Frage: Wie wollen Sie „Eine Schule, die allen gerecht wird „ umsetzen?
Dazu haben wir im März einen kompleten Themenmonat “Schule der Zukunft” gebracht – gerne hier hineinlesen: https://www.news4teachers.de/bildung/themenmonate/schule-der-zukunft/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wie wäre es, wenn alle ein Eis bekommen und nach Disney-Land fahren?
Polemisch zurück: Wenn dies das Argumentationsniveau ist, das Schüler im tradierten System lernen – dann gerne. Bringt wenigstens Spaß.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sie müssen schon den Transfer leisten: Ist es realistisch, dass sich eine Institution, die wegen fehlender Ressourcen nicht mal mehr die Massenabfertigung anständig hinkriegt, individuell auf jeden Schüler einstellt?
Wie viel mehr Ressourcen bräuchte man dafür? Ich würde mal grob aus der Hüfte sagen Faktor 3 für die Minimallösung mit 3 Niveaus und Faktor x für x Besucher, wenn es WIRKLICH individuell sein soll.
Oder glauben Sie an pädagogische Wunder? Könnte gut sein, wenn man sich anschaut, was Sie immer wieder ins Feld führen: ASW, Laborschule Bielefeld, Montessorischulen, Leuchtturmschule XY. Und dann strahlen Sie: Es geht doch. Und alle Lehrer so: Das sind doch bei jeder einzelnen Schule nicht in die Fläche übertragbare Sonderbedingungen; insbesondere eine (direkt und/oder indirekt) selektierte Schülerschaft! Und dann Sie so: … Und dann dreht sich das Karussel von vorne. Ganz im Ernst: Bei soviel Standpunkt – was ich übrigens gut finde – sollten Sie dann aber auch die kritischen Fragen beantworten.
Nochmal:
Was ist Ihre eigene Einschätzung zum Ressourcenbedarf für ein “Wutöschingen für alle” und wie wollen Sie ihn decken?
Wie wollen Sie die Tatsache kompensieren,
Oder glauben Sie, dass das alles gar keinen Einfluss darauf hat, wie gut das goldene Kalb SOL funktioniert?
Ich würde es wirklich gern erfahren.
“Sie müssen schon den Transfer leisten: Ist es realistisch, dass sich eine Institution, die wegen fehlender Ressourcen nicht mal mehr die Massenabfertigung anständig hinkriegt, individuell auf jeden Schüler einstellt?”
Wir wüssten nicht, dass die fehlenden Ressourcen ein Naturgesetz wären. Deutschland gibt nachweislich zu wenig für sein Bildungssystem aus – kann sich aber zum Beispiel einen Tankrabatt und wohl auch eine Bewerbung um Olympische Spiele leisten. Das ist eine politische Entscheidung. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/02/wirtschaftsweise-draengt-merz-zu-mehr-bildungsausgaben-sonst-reden-wir-ueber-wirtschaftlichen-abstieg/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ja gut, dann ist doch klar, was zuerst kommen müsste.
Wenn ich nicht jeden Monat ein weiteres Klassenzimmer sperren, teils 2 Klassen zusammenlegen muss, dann ist es leichter, das zu tun, was auch ich gerne möchte: NUR Lehrer sein ( gerne mit Funktion)
nicht Architekt, Bauleiter, Ernährungs- und Psychotherapeut,
oft Depp vom Dienst.
Eins war mir immer wichtig: Wie kriege ich sie/ jeden zum bestmöglichen Abschluss – wenn ich aber nicht im Klassenzimmer sein kann, weil bereits der Vertreter den Vertreter vertritt, ist das schwierig.
Es wird derzeit versucht, am Grashalm zu ziehen, damit er besser wächst.
Der Halm hat aber schlechten Boden, steht im Nassen oder zu Trockenen, also fehlt ein stabiles Wurzelwerk. Umtopfen!
“Es wird derzeit versucht, am Grashalm zu ziehen, damit er besser wächst.”
Es wird versucht, dem Bildungssystem ein wissenschaftlich fundiertes Zukunftsbild zu geben, weil man ohne Ziel nunmal schlecht entwickeln kann. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/02/schule-neu-denken-17-bildungsforscher-legen-ein-zukunftsbild-vor-und-fordern-einen-grundlegenden-kultur-und-strukturwandel-im-deutschen-bildungssystem/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und so reckt sich der dürre Halm gen Sonne, allein – an Dünger hat’s gefehlt und Wasser. Doch woher nehmen? Und wie viel? 😉
Nun ja, Bockmist wird doch ausreichend gemacht. Am Dünger fehlt es schon mal nicht.
Für Sie ist es echt ein Naturgesetz, hm?
Kein Wunder, dass Sie sich gegen echte Veränderung aussprechen ^^
Ok,daraus:
mama51
2 Monate zuvor
Antwortet Redaktion
Wie andere Staaten (Kanada, Skandinavien, Niederlande, Japan u. a.) vormachen: Es geht auch anders.
,…aber nicht mit der hier üblichen Unterfinanzierung, wodurch in der BRD die Bildung totgespart wird.
Bildung, ja gerne, aber sie darf möglichst nicht kosten! Super!
23
Antworten
Redaktion
2 Monate zuvor
Antwortet mama51
Auch das ist kein Naturgesetz. Andere Staaten – andere Prioritäten. Herzliche Grüße Die Redaktion
6
Wir unterrichten aber in diesem Staat und wenn hier Bildung keine Priorität hat und weiter “unterfinanziert/ totgespart” wird, was soll da der Verweis auf andere Staaten beweisen?
Hier ist hier – Sie können sich gerne an den Haushaltsausschuss des BT wenden, er solle sich ein Beispiel am Land ihrer Wahl nehmen, weil Sparen “kein Naturgesetz”ist.
Tatsache: Hier fehlts bildungsmäßig an allen Ecken – wie soll die Pflanze Bildung gedeihen, wenn sie in der letzten Ecke vergessen wird und dahinkümmert….
Gerade Neuerungen, zB Gesamtbeschulung ab Kl4/10J benötigen mehr menpower, mehr Ausstattung, andere Räume….also mehr Finanzierung.
Das habe ich nicht gelesen, ist ja irgendwie logisch, sieht bloß die Gesellschaft zunächst nicht –
Es übertüncht aber hervorragend grundsätzliche chronische Altlasten.
D.h., wenn jetzt ein noch schwererer BildungsLKW über die Brücke zum Bildungserfolg fahren soll, könnte man ja auch gegen alle Gewohnheit auch erst die Statik und Beschaffenheit der Pfeiler überprüfen.
Mag nicht mehr.
Herzliche Grüße
Ihre Antwort ist also: mehr Ressourcen.
Soweit, so unspezifisch. Wie viel mehr?
Aber vor allem: Wie wandeln Sie die (hier unspezifisch vielen) Euros zeitnah und in großer Zahl in ausgebildete Lehrer und Top-Schulgebäude um?
Das sind gleich zwei Flaschenhälse. Ersteren könnte man mit noch mehr Geld beheben, indem man die Lehrerbezüge sagen wir um 50% anhebt – das würde den Beruf vielleicht so attraktiv erscheinen lassen, dass die benötigten (leider unspezifisch vielen) Lehrer nach frühestens 6 Jahren beginnen, sich im Lehrerzimmer einzufinden. Aber wir wissen alle, dass das nie passieren wird. Andere Ideen?
Zum zweiten Flaschenhals: Bauen. Da hat sich schon die eine oder andere Regierung die Zähne dran ausgebissen, man kriegt es einfach nicht cremig genehmigt und zügig gebaut, schon gar nicht in der Fläche. Grüße gehen raus an Frau Geywitz. Es gibt auch nur begrenzte Ressourcen im Handwerk und das öffentliche Ausschreibungswesen tut sein übriges.
Nein, unsere Antwort ist nicht – allein – mehr Ressourcen. Unsere Antwort ist: mehr Ressourcen UND mehr Effizienz. Das Schulsystem ist wie ein Krankenhaus, das nur aus Ärzten besteht. Im Krankenhaus müssen aber auch Patienten gepflegt, Betten gemacht und Medikamente verteilt werden – dafür gibt es Unterstützungskräfte, von Gesundheitsfachkräften bis hin zum Verwaltungspersonal. Und solche Arbeiten gibt es auch zuhauf im Schulsystem – von der Pausenaufsicht über Klassenfahrten bis hin zur Elternarbeit und zu Korrekturen.
Aber wo ist das Unterstützungsystem in Schulen?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich will wirklich nicht nerven, aber mehr Unterstützungskräfte sind ja auch erstmal: mehr Ressourcen, mehr Euros.
Was wirklich mal eine Idee wäre:
Statt das Geld in Bürokratie für stundenweise Zuweisung von zu knappen Ressourcen zu versenken, “gönnen” wir uns den “Luxus” einer pädagogischen Assistenstelle pro Klasse. So richtig mit Ausbildung und dauerhaft öffentlich bedienstet.
Das wäre aus meiner Sicht auch der dringendste Bedarf. Leider liegt beim Thema “multiprofessionelles Team” der Fokus häufig auf Randbereichen des Pädagigischen. Gesundheitsfachkräfte sind bestimmt auch super. Aber halt echt nicht die Top Prio, um das Kerngeschäft zu verbessern.
Betriebswirtschaftlich falsch: Ein Lehrer, der zum Beispiel Pausenaufsicht macht, ist zu qualifiziert und damit zu teuer für die Aufgabe – so werden Ressourcen verbrannt, die dann für den Unterricht fehlen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die pädagogische Assistenzkraft darf gerne die Pausenaufsicht machen, da bin ich doch gar nicht dagegen! Natürlich brauchen wir ein Unterstützungssystem an Schulen. Dabei aber bitte: First things first. Das Kerngeschäft verbessern. Ich brauche eine flexibel einsetzbare Assistenz. Und dann von mir aus auch Gesundheitsfachkräfte.
Kurzer Realitätscheck: Nichts von alledem wird passieren. Ich wünsche einen sonnigen Feierabend.
Ist doch eingepreist. Meine 46Stunden à 60 Minuten pro Woche (Mittelwert, ferienbereinigt) enthalten 80 Minuten Pausenaufsicht. Bezahlt der AG eh nicht, weil: gibt ja keine Arbeitszeiterfassung. Da fehlt nix an Ressource, da sind sogar noch 4h und 40 Minuten Zusatzleistung für umme für den AG drin. Den interessierts nämlich genau null, solange er die Arbeitszeit nicht erfassen muss. Und bis die nicht kommt, wird es keine Entlastung für Lehrkräfte durch anderes Personal geben, weil : das müsste dann ja bezahlen.
Hat aber auch Vorteile: lernt in den Pausen auch mal andere Seiten seiner Schüler kennen., als nur im Unterricht.
Ist ein Vorteil, keine Frage. Wenn aber der Unterricht anders wäre, als er ist, könnten Lehrkräfte ihre Schüler auch noch einmal anders kennenlernen (sogar gezielt und gesteuert) – und das wäre möglich, wenn sie nicht mit so vielen außerunterrichtlichen Aufgaben belastet wären. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich will hier nicht auslassen, dass ich da Ihnen voll zustimme.
Nicht nur die eigenen Schüler*innen, auch zu anderen (und zukünftigen Klassen) wird hier Kontakt hergestellt und sich außerhalb des Unterrichts ausgetauscht (am SBBZ Lernen nicht ganz unerheblich ^^)
“Betriebswirtschaftlich falsch: Ein Lehrer, der zum Beispiel Pausenaufsicht macht, ist zu qualifiziert und damit zu teuer”
Für überdimensionierte Schul-Campusse haben Sie wohl Recht!
Allerdings habe ich an kleinen Schulen, an denen jeder jeden kennt, ganz andere Erfahrungen gemacht. Ich fand es immer sehr aufschlussreich und hilfreich für meine Arbeit mit den Schülern, sie auch in dieser Zeit zu beobachten (Motorik, Sozialverhalten Freundschaften zu Schülern anderer Klassen…). Es heißt doch immer, Lehrer sollen jeden Schüler individuell einschätzen und entsprechend mit ihnen arbeiten. da gehört es auch dazu, diese nicht nur nach dem Unterrichtsverhalten zu “bewerten”. Man kann manches aus dem Pausenverhalten auch für die Arbeit mit dem Schüler im Unterricht nutzen (positive, wie negative Auffälligkeiten). Das kann kein Außenstehender. Außerdem ist es einfacher Pausenkonflikte zu lösen, wenn man die Schüler kennt.
Aber was weiß ich schon, nach 40 Dienstjahren. 🙂 Ist eh nur meine ganz persönliche Old-School-Lehrer-Meinung.
“Für überdimensionierte Schul-Campusse haben Sie wohl Recht!”
Wir sprechen fürs System – gerne mal hochrechnen, wie viel Arbeitskraft bei rund einer Million Lehrkräften täglich für außerunterrichtliche Aufgaben aufgewendet wird, die auch andere erledigen könnten.
Für einen Arzt im Krankenhaus wäre es sicher auch schön, den Patienten morgens das Frühstück zu bringen und ein Pläuschchen zu halten. Es wäre aber nicht effizient, weil der Arzt nunmal vordringlich im OP-Saal (zum Beispiel) benötigt wird.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Bei mir sind das 125 Miniten pro Woche an Pausenaufsichten, allerdings werden die nirgendwo angerechnet.
Einfach Pech – kleine Schule, viele Aufsichten:).
Einfach zu viele Pausen.
Bei uns machen dass zT versuchsmäßig
‘Industrieflüchtlinge’ ( den Quereinstieg Beabsichtigende).
Ist für LuL wie SuS gut und funktioniert, besonders wenns um Grundlagen geht, sehr gut.
2 ausgebildete Lehrerinnen/Pädagoginnen im Klassenzimmer würde viel verbessern.
Tankrabatt und Olympische Spiele finde ich übrigens auch sch…
Finden Sie es nicht selbst etwas seltsam, dass Sie einer Bildungspolitik nach dem Mund reden, die IHNEN und ihren Kindern die Ressourcen vorenthält?
Stimme zu: Freizeitpark plus jeder ein Eis, soziale “kompetenzen” gesteigert, ein Schultag gespart.
Klingt gut.
Widerspruch: nicht in ganz DE in allen Zeiten. In der DDR gab es das so nicht, Aufteilung zum Gym (EOS) erst nach der 8. KLasse zu meiner Zeit, später Gym erst nach der 10.
Ja, aber das war ja Diktatur! Da mussten die Kinder so lange gemeinsam lernen, und die späteren Gymnasiasten durften ihre Potentiale erst spät entfalten!
🙂
Meinst du, ich hätte „Achtung, kann Spuren von Sarkasmus enthalten“ drunterschreiben sollen? Ich hab mich echt gewundert, dass der Post durchgegangen ist… 😀
DAS haben Sie über die Diktatur in der DDR gelernt? Ich nehme hoffnungsvoll an, Sie unterrichten kein Geschichte? 😀
“In der DDR gab es das so nicht”
Who gives a shit?
Erzählen Sie, was Sie in den letzten 20 Jahren erlebt haben, anstatt eine vollkommen gescheiterte Diktatur schönzureden 🙂
Ich glaube tatsächlich auch nicht, dass es eine Schulform gibt, die für alle passt. Allerdings würde ich mehr nach Lerntyp (braucht Struktur oder braucht Freiraum zur Entfaltung) unterscheiden. Das bedeutet ja nicht für jeden SuS eine Schule und wäre trotzdem SuS-zentriert.
Wer legt wann fest/ entscheidet, welcher Schüler mehr Struktur oder mehr Freiraum braucht? Gibt es dafür Kriterien, oder entscheiden das die Lehrer, Schüler oder Eltern je nach “Gefühl”? Wie oft kann man zwischen diesen (und evtl. anderen) Optionen hin und her wechseln, falls es nicht (mehr) passt??
Man könnte das im Kleinen in den Grundschulen erproben (Wochenplanstunden). Wer das gut hinkriegt, kann in der weiterführenden Richtung SOL gecoacht werden, die anderen brauchen strukturierten Unterricht. Entscheiden sollten das LuL in Absprache mit Eltern. Eltern bekommen evtl. Zuhause noch mehr mit, wieviele der Aufgaben dann doch noch Zuhause erledigt wurden.
Woher nehmen Sie den zweiten Lehrer?
Sie missverstehen mich. Die Unterteilung nach SOL und strukturierten Unterricht soll nicht schon in der GS stattfinden, sondern dann erst in der weiterführenden Schule. In der GS ein Mix aus beidem.
Die Bildungsinitiative ‘Schland 2035 plant, Sie demnächst als Regieleitung zu verwenden.
Halten Sie sich zur Abholung bereit.
Ich bin bereit, der Phras-o-mat glüht schon vor.
“Was ich sagen kann: Schule war zu meiner Schulzeit (80er) deutlich leistungsorientierter, verlangte mehr Disziplin, hatte mehr Autorität, es wurde gesessen und gearbeitet.”
Sie waren offenbar sehr umsichtig und mobil, dass Sie die Schulpolitik aus Ihrer Schulzeit heraus beurteilen können. Wie oft wechselten Sie die Schul(form)en? 😉
Zitat:
“Gar nicht unbedingt Inhalte – das auch, aber vor allem das Lernen selbst.”
Das war doch in den 80ern noch gar nicht erfunden. Das haben Sie so nebenbei geschafft? Wie ging das denn. Lernen lernen gab es damals doch noch gar nicht – und gerade deshalb hats funktioniert. Lernen kann man nur an konkreten Inhalten – und davon gab es damals reichlich.
Womöglich hatten Sie nach der Schule sogar Kompetenzen, obwohl die Lehrpläne das gar nicht explizit forderten.
Ich muss hier widersprechen: Mein Vater (Lehrer) hatte damals ein Buch mitgebracht „Lernen – aber richtig“ (oder so), dass ich schon während meiner Schulzeit (80er) gelesen und genutzt habe. Und es ist trotzdem was aus mir geworden (Lehrer halt).
Wer eine andere Schule will, will auch eine andere Gesellschaft, ja einen anderen Menschen. Der Artikel definiert ihn oder sie als befreiter, unentfremdeter, selbstverwirklicht – angeblich. Mir ist das zutiefst suspekt und ich finde mich lieber mit einer Schule ab, die sicher nicht perfekt ist, aber ihre Grenzen kennt, auf Kompromisse baut und nicht glaubt, den Schlüssel zum wahren Menschsein zu besitzen. Ein Paradies auf Erden wird es nämlich nicht geben, weder in der Schule noch sonst irgendwo.
“Wer eine andere Schule will, will auch eine andere Gesellschaft, …”
Nicht die schlechteste Idee. Warum wollen alle die zukünftigen Herausforderungen immer mit den Yesterday-Skills meistern.
Ist der Druck nur auf dem Gymnasium oder wurden auch Schüler von Gesamtschulen beziehungsweise Stadtteilschulen befragt? Mich würde interessieren, was Schüler anderer Schulformen dazu meinen. Ich will nicht böse sein, aber mein Eindruck ist schon, dass sich da die Meisten nicht totarbeiten. Es wären auch mehr Zeit und Zeig für Bewegung übrig, wenn man nicht am Tag stundenlang zocken und scrollen und Serien bingen müsste.
Wie Sie vermuten, dass es Schülerschaften gibt, die sich dem meinungsbild von Gymnasiaffen nicht anschließen könnten? Ich finde ja, dass man Minderheitenmeinungen jetzt nicht so hochjazzen sollte:)
Ich mochte früher Ihre Kommentare. Mittlerweile nutzen Sie jedoch jede Möglichkeit, gegen das Gymnasium, Gymnasiallehrkräfte und jetzt auch Gymnasiallschüler auszuteilen und/oder zu hetzen. Der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht. Schade..
Liegt an der demonstrierten Arroganz der SekII-Lehrkräfte allen anderen Lehrkräften gegenüber.
Ich habe übrigens 2005 meine Anerkennung für Gymnasiallehramt gegen die für Sekundarstufe I abgegeben.
Es geht in erster Linie gegen die Forderungen des DPhV und den Dünkel, der einige Räte umgibt. Ich erinnere in dem Zusammenhang an die leidigen Kommentare vieler SekII-Lehrkräfte zur Diskussion “A13 für alle”.
Und ich erinnere mich an die Kommentare einiger verbeamteter Kollegen, dass die angestellten Lehrkräfte sich mal nicht so haben sollten bzgl. gleiches Geld für gleiche Arbeit, die müssten ja irgendwie Lücken aufweisen, weil sonst wären sie ja verbeamtet. Ich schlussfolgere daraus jedoch nicht, dass alle Beamten so sind. Arrogante Arschlöcher gibts in jedem Job und in allen Personengruppen – das ist unabhängig von Schulform und Arbeitsverhältnis.
Pars pro toto. Man kann das mit der Differenzierung auch übertreiben.
Bei Ihnen könnte ich allerdings ne Ausnahme in Betracht ziehen
Bei mir in der Schule kenne ich keinen „arroganten SekII“- Lehrer, wir arbeiten auch ziemlich eng mit Grund-und Oberschule zusammen. Von daher: bissel differenzieren, ja?
Es geht bei den Aussagen ja nicht um objektive Belastung, sondern um das subjektive Gefühl:
In meiner Gesamtschul-Klasse hatte ich ein Mädchen, die kaum mitgearbeitet hat, entsprechend schlechte Leistungen hatte.
Da gab es v.a ein ganzes Bündel anderer, familiärer und psychischer Probleme.
Dennoch hieß es nur, der schlimme Schulstress und Leistungsdruck würde ihr so zusetzen. Es mag sogar sein, dass sie das so wahrgenommen hat…
Auf den Schulstress zu verweisen, ist doch ein 1a Ablenkungsmanöver von familiären Katastrophen.
Das habe ich ehrlich gesagt auch gedacht, als ich einen Einblick in die Familienverhältnisse bekommen hatte:
Eltern getrennt, alleinerziehende Mutter, doch ein neues Baby, neuer Partner, mit dem die Tochter nicht zurecht kam, Tochter entsprechen viel alleine, Probleme entwickelt, keine Unterstützung von zu Hause usw.
Auch unsere Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Sonderpädagogen konnten das nicht auffangen. Schließlich völliger Zusammenbruch der Tochter, an der ja nur die böse Schule Schuld haben konnte…
Indem wir betonen, wie schlimm Schule doch ist, muss man halt an anderer Stelle in Familie, Politik und Gesellschaft weniger nach Fehlern suchen.
Die Gesamtschulklientel ist schon ein forderndes Universum. Und mit annähernd 20 Jahren Berufserfahrung vor Kreide kann ich nur sagen, es gibt an einer GE nichts, was es nicht gibt.
Wirklich befremdlich, wie wenig Empathie hier so in diesem Forum vorherrscht.
Zu viel Empathie kann aber das sachliche Denken negativ beeinflussen.
Was Mitgefühl und Empathie unterscheidet – und was gesünder ist | Apotheken Umschau
6 brisante Nachteile von Empathie – Netzwerk Impathie & Empathie
Besser ist es Mitgefühl mit wirklich psychisch belasteten Schülern zu haben und denen dann auch konkret zu helfen, wenn möglich.
Nur empatisch “fühlen, was der andere fühlt” hilft keinem von beiden. Die Ursachen müssen objektiv erkundet und dann beseitigt werden.
Sehr empathische Menschen nennt man übrigens “Empathen”. Vielleicht auch eine Art von Neurodivergenz und das hat sowohl Vor- als auch Nachteile.
Empath: Symptome, Vor- und Nachteile + Tipps
Sind die, die zuerst Empathie zeigen, dann Primaten?
Nein, dass sind die, die Grundschullehramt studiert haben.
Und der StR ist das Ebenbild des “Homo erectus”. Die ersten GY wurden folglich in der Steinzeit konzipiert.
Danke dafür
TROTZ Menschen wie Ihnen gibt es allmählich die angemessene Bezahlung von Grundschullehrkräften.
https://www.news4teachers.de/2026/05/koalitionsvertrag-gew-feiert-a13-fuer-grundschullehrkraefte-philologen-murren/
Ist das nicht schön? 🙂
Ich stimme Ihnen bei beiden Kommentaren gerne zu. Aber auch Mitgefühl kann ich in den Kommentaren nur wenig finden.
Haben Sie auch die links gelesen?
Ja.
Nur kurz, am 4.5. zeigte das ZDF den Film ” Klassenzimmer”….. würde zu dieser Diskussion passen: warum der Filmemacher die vielen Probleme so kompakt ….aber genial….verpackte, zeigt, was ” auch” schief läuft in unseren Schulen. Ich bin entsetzt, auch weil ich weiß, dass es wirklich so ist. Kenne eine Greifswalder Schule , die genau so mit Schülern umgehen, traurig.
Das mit dem Mitgefühl ist so eine Sache. Wenn Menschen wirklich Probleme haben, dann ist es völlig angebracht. Wenn Dinge jedoch unnötig problematisiert werden oder wenn Probleme aufrecht erhalten werden, die man Lösen könnte, dann halt sich mein Mitgefühl etwas in Grenzen. Außerdem bekommen die Kinder, die wirklich Probleme haben, mehr oder weniger von den anderen alles kaputtgemacht, weil sich ja jeder eine Diagnose “zulegen” kann. Und leider kenne ich Eltern, die völlig beratungsresistent sind und sich wundern, warum es für ihr Kind nicht besser wird. Oder Eltern, die von der Schule verlangen, dass dir alle möglichen Maßnahmen umgesetzt werden und zu Hause aber nicht mitarbeiten. Und wenn ein Kind ein tatsächliches Problem hat, dann muss das gesamte Umfeld so j darauf einstellen und eben nicht nur die Schule. Sonst wird das meistens auch nicht besser.
Genau das erleben wir leider oft: Eltern, die unsere Familienhilfe in Anspruch nehmen und sich dann nicht an getroffene Absprachen halten. Da hilft auch das beste Hilfeplangespräch am Ende nichts.
Das ZDF hat am 4.5. den Film” Lehrerzimmer” gezeigt, passt zu dieser Diskussion….macht sehr nachdenklich.
Ich glaube nicht, dass es fehlende Empathie ist. Die Aussagen der Kinder/Jugendlichen in dem Artikel sind wirklich erschütternd.
Ich frage mich nur, was wirklich dahintersteckt. Ist es tatsächlich der überbordende Leistungsdruck an Schulen, der junge Menschen seelisch kaputt macht?
Wenn ich mich nicht irre, stammen diese Äußerungen von Schülern eines Gymnasiums. Und da frage ich mich schon, ob es nicht sein kann, dass der Druck dadurch ausgelöst wird, dass manche dieser Kinder einfach auf der falschen Schulart sind?
Würden sie diese alles überschattende Beklemmung auch empfinden, wenn sie z.B. eine Realschule besuchen würden?
Ein/e Schüler/in schreibt von einem Notendurchschnitt von 1,2.
Den konnte er/sie aber nur erreichen, indem er/sie neun Stunden am Tag lernte. Wer übt den Druck auf dieses Kind aus, dass es einen derart spitzenmäßigen Notenschnitt hinlegen muss? Wäre ein Schnitt von 2,3 denn eine Katastrophe? Wer verursacht bei einem Kind/Jugendlichen einen derart selbstzerstörerischen Ehrgeiz? Die Schule? Wo sind besorgte, wohlmeinende Eltern, die ihr Kind in den Arm nehmen und sagen: “Wir wollen nicht das du dich kaputtmachst. Dein Leben hängt nicht davon ab, dass du ständig Spitzenleistungen ablieferst. Lebe. Geh raus und entdecke die Welt. Hab Freude am Leben. Und wenn du dann statt Einsen “nur” Zweien und Dreien mit nach Hause bringst, geht davon die Welt nicht unter. Du wirst trotzdemdeinen Weg gehen. Uns ist wichtig, dass du einen soliden Schulabschluss machst – das heißt aber nicht, dass das zwingend das Abitur sein muss.
Der Mensch fängt nämlich nicht erst mit einem Abitur an.”
Und jetzt noch eine steile These: Heutige Schüler haben im Alter von zehn/elf Jahren häufig bereits eine neunjährige (Vollzeit?)-Karriere durch öffentlichen Bildungs- und Erziehungsinstitutionen hinter sich. Vielleicht spielt auch das eine Rolle?
Ich behaupte nichts. Ich frage nur.
Die Menschwerdung beginnt ab A13.
Oh Gott. Ich muss mir die Frage, wer oder was bin ich, nochmal ganz neu stellen, mit verstärktem Fokus auf das Was.
Entscheidender ist doch, wieviel.
Einer allein kann doch gar nicht so blöd sein und ein Studium für Primarstufe oder Sekundarstufe I aufzunehmen.
Ich empfand den Druck für die Kinder auf dem Gymnasium auch erstmal hoch. Weil in der Grundschule dieses Klima herrschte, kein Stress, keine Verpflichtungen. Weil die guten Noten da ganz von selber kamen und man sich gelangweilt hat. Und plötzlich war das nicht mehr so. Ich finde, die Kinder lernen immer weniger Grundlagen, die sie ad hoc nicht aufholen können. Im Sinne auch der Chancengleichheit sollten hier möglichst viele in den ersten Schuljahren vermittelt werden, das bildet das Fundament für alle Herausforderungen…
Danke, Marion, dass Sie fragen. Ich frage das auch alles.
Ah, der Vorwurf der Empathielosigkeit.
Dies ist eine neue und sehr wirksame Strategie.
*entschwebt mit leichtem Rotorsurren*
.. bin mal gespannt wie es im zweiten Teil weitergeht. Noten abschaffen?
“»Da muss man durch, hat mir auch nicht geschadet« – Muster, die uns führen, aber nicht mehr tragen. Tragende Ideen von Zukunft sind mit dem Fokus auf das Lebendige, Verletzliche verbunden.”
In der Schule ging es darum die Kinder für hierarchisch organisierte Unternehmen förmig zu machen und darauf vorzubereiten sich dort einzuordnen.
Fokus auf das Lebenige, Verletzliche ist schön und gut, aber nicht alle werden als Walretter Geld verdienen können.
Tatsache ist doch, da hat sich nichts geändert, viele landen in Jobs um Geld zu verdienen, brauchen dort den ganzen “Stoff” eigentlich nicht, haben aber in der Schule wenigstens gelernt sich anzupassen und Dinge zu tun die sie eigentlich nicht tun mögen. Wahrscheilich bleibt das für die meisten auch in Zukunft so.
Arbeit und Leistung ist heuer negativ konnotiert, Arbeitgeber werden verteufelt und Umverteilung ist eine Idee, die immer wieder gerne geäußert wird. Dies käme einem gesellschaftlichen Totalumbau gleich. Was in den 1950er Jahren in der Nachkriegszeit mit “Arbeit und Wohlstand für alle” begann, ist inzwischen einer Denke gewichen, mit der kein Industriestaat langfristig überleben und Wohlstand für alle sichern kann. Vielleicht geht es uns in Wirklichkeit “zu” gut, sodass wir im Fordern große Töne spucken, aber wenn es ums Anpacken geht, findet man aus den verschiedensten Gründen Wege, sich rauszunehmen, sei es ein Wehwehchen, ein aktuell unerfülltes Bedürfnis oder eine spontane Befindlichkeit.
“Arbeit und Leistung ist heuer negativ konnotiert, Arbeitgeber werden verteufelt und Umverteilung ist eine Idee, die immer wieder gerne geäußert wird.”
Wo haben Sie das denn her – aus dem Wahlkampfheft der Adenauer-CDU? Oder ist das Merz-Sprech (“Wir alle müssen aufpassen, dass wir vor lauter Work-Life-Balance nicht die Arbeit aus dem Blick verlieren.”)
Ja, ja – wir alle arbeiten zu wenig. Oder? “Beschäftigte in Deutschland haben im Jahr 2023 rund 1,3 Milliarden Überstunden geleistet, den Großteil davon unbezahlt. Auf jeden Beschäftigten entfallen im Schnitt rund 32 Überstunden. Die Summe entspricht 835.000 Vollzeitstellen” – weiß das (Sozialismus-unverdächtige) Manager-Magazin. Gerne hier nachlesen: https://www.manager-magazin.de/politik/ueberstunden-grossteil-der-1-3-milliarden-stunden-mehrarbeit-in-deutschland-sind-unbezahlt-a-3cb68788-9f42-437b-81e6-2f6cb69de012
Vielleicht doch nicht immer alles so platt, wie Sie es hier zeichnen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nu lasst den Carsten L. doch auch einmal zu Wort kommen.
Ich glaube, dass war in dem Kommentar so nicht gemeint. Es gibt einen Unterschied zwischen nicht unendlich viele Überstunden machen wollen (völlig legitim, möchte ich ja auch nicht) und am besten nur 30 h arbeiten bei voller Bezahlung und in einem Traumjob, den man besten hinterher geworfen bekommt, ohne Rücksicht auf eigene Fähigkeiten. Und der Anspruch ist weit verbreitet, vielleicht auch weil man einfach so aufs Gymnasium, in die Oberstufe und durch das Abi gewunken wird. Da ist dann der Anspruch da, dass es immer so weiter gehen wird. Und nein, dass ist nicht nur mein Eindruck, sondern das höre ich von vielen, die Auszubildende und Studis in den Firmen betreuen. Und nein, alle sind nicht so, auch das höre ich, allerdings immer mehr. Auf der anderen Seite gibt es dann noch eine kleine Gruppe, die ist völlig ungesund ehrgeizig. Wir verlieren auch hier (so wie in vielen anderen Bereichen) völlig das Maß und die Mitte. Und dann wundern wir uns, wenn es den Menschen (aus sehr unterschiedlichen Gründen) nicht so gut geht.
Der Wohlstand für alle hängt aber ganz stark von der Investitionsbereitschaft der Unternehmensinhaber ab, stehen aber im Gegensatz zu den kurzfristigen Renditeerwartungen eben dieser Gruppe. Geld muss eben auch länger arbeiten.
Tatsächlich geht es noch zu gut solange die ganzen Alltagsgegenstände erschwinglich bleiben. Weil sie dort gefertigt werden, wo die Produktionskosten deutlich niedriger liegen. Man stelle sich mal vor die ganzen Kunststoff- und Elektroartikel, Kleidung und so weiter und so fort würde zu deutschen Produktionskosten hergstellt und verkauft. Oder, was im Ergebnis aufs gleiche hinausläuft, die Kaufkraft sinkt durch Inflation und fallende Wechselkurse.
Ich kann die jungen Leute verstehen. Es ist völlig rational die angebotenen Umverteilungsleistungen anzunehmen. Was tatsächlich fehlt in Deutschland, vielleicht im Westen insgesamt, ist sowas wie eine tragende, positive, Zukunftsvision.
“Umverteilung ist eine Idee, die immer wieder gerne geäußert wird.”
In Zeiten, wo sich immer mehr Reichtum in den oberen 10% der Bevölkerung sammeln (und erschreckend viel unter den reichsten zehn Familien)? Geh nach Hause! XD
Aber das ja mit Vermögen zu tun, nicht mit Arbeit geschweige Leistung zu tun. Sonst heuern Sie mal im Supermarkt oder beim Catering an – da können Sie echte Leistung liefern.
Der linksgrünversiffte Kanzler Kohl hatte da tatsächlich eine Reichensteuer, aber das war ja auch die düstere, gute, alte Zeit 😉
Aber Wahlhelfer kann jeder Wahlberechtigte werden.
Die Walhelfer sind jetzt überflüssig. Timmy ist wieder in Freiheit. Vielleicht lebt er sogar noch.
Was soll ich Thun Fisch?
Du hast die Wahl Fisch.
Ein guter Chef erkennt die Stärken und Schwächen seiner Mitarbeiter und setzt sie dementsprechend ein. Natürlich ist der Spielraum begrenzt, aber meiner Erfahrung nach ist der in den meisten Unternehmen doch deutlich größer, als in der Schule. Es fängt schon damit an, dass Jemand der Mathe hasst und gerne Texte interpretiert und mit Menschen arbeitet, kaum Ingenieur werden wird. Also muss der sich auf der Arbeit dann auch nicht durch komplizierte mathematische Formeln queen und irgendwelche Dinge berechnen und interpretieren. Es ist also deutlich weniger Anpassung gefragt, als in der Schule.
Sie betrachten m.E. nicht, dass es heute in der Schule gar nicht mehr um unfassbar komplexe Themen und Inhalte geht. Mit Außnahme der Leistungskurse bzw. Kurse auf höherem Anorderungsniveau in der Oberstufe lernt man in der Schule grundlegende Inhalte und Arbeitsweisen.
Man mag sich streiten, welche Grundlagen im jeweiligen Fach man wirklich braucht. Und auch ich fand einige Dinge in der Schule nicht gut – und habe sie trotzdem machen müssen. Es geht eben auch darum, sich auch mal durch Dinge durchzubeißen, die einem nicht so zufliegen, für die man Selbstmotvation aufbringen und Lernstrategien entwickeln muss, für die man arbeiten muss!
Wir ermöglichen es unseren Kindern, eben nicht früh arbeiten gehen und den Lebensunterhalt verdienen zu müssen. Wir geben ihnen die Möglichkeit, stattdessen mehr zu lernen, um Grundlagen für einen anspruchsvolleren Beruf zu bekommen. – Wer das nicht will oder kann, der muss auch nicht weiter zur Schule gehen.
Das ist m.E. eines der größten Probleme: Wir glauben, alle Schüler müssten einen möglichst hohen Abschluss erreichen. Ich habe selbst aus meiner Klasse Schüler zum Ende der 9. Klasse “wegberaten”, weil sie nurnoch in der Schule rumhingen und keinen Bock mehr hatten, natürlich ist Schule so “die Hölle”. Aber dann muss man nicht die Schule ändern, sondern schnellstmöglich die Schüler in einen passenden Ausbildungsberuf bringen, wo sie aufblühen können.
Anno Schnee gab’s dafür – schulmüde Klientel – extra die BuS-Klassen, einjähriges Betriebspraktikum und lediglich Unterricht an 3 Tagen in den Fächern, die die APO-SI als abschlussrelevant für den ESA gelistet hatte.
Und wenn der ESA nicht als bewerbungsgrundlage ausreichen war für die ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, dann doch zur Ausbildung zum Kfz-Servicemechaniker oder zum Bau- und Landmaschinenmechaniker. Wer sich in der zweijährigen Ausbildung angestrengt hat, dem haben natürlich die Meister das zusätzliche Ausbildungsjahr zugestanden, um Mechatroniker zu werden.
Bei den Mädchen war es zumeist der Weg von der “Verkäuferin” zur Kauffrau im Einzelhandel. Eine meiner damaligen BuS-Schülerinnen hat die Ausbildung zur Friseurin absolviert und nach drei Jahren als Gesellin den Meisterabschluss gemacht, um sich dann selbständig zu machen.
Wichtig sind die Abschlüsse, auf welchen verschlungenen Pfaden die erreicht werden ist vollkommen zweitrangig. Bei Ärzten, die ihren Weg in ein Medizinstudium mit Ausbildung und beruflicher Tätigkeit während der Wartesemester überbrückt haben, findet das jeder ganz “toll”. bei Facharbeitern, die ihr Berufsziel nicht auf dem direkten weg angestrebt haben, zerreißt sich die mehrzahl der leute das maul.
Nö.
Wer “zerreisst sich denn das Maul” über Leute, die einen Lehrberuf erlernen und dann arbeiten gehen?
Oder zwar (z.B. durch echte Krankheiten bedingt) nur teilweise arbeiten gehen, sich aber z.B. dann in Tafel und Co. engagieren?
In welcher Welt wird darüber bitte gelästert?
Worüber sich -auch zunehmend “toxisch”- “das Maul zerissen wird” sind Leute, die offensichtlich (gerne auch in mehrfacher Hinsicht) minderleistend unterwegs sind, sich gerne staatlich aushalten lassen UND dabei im schlimmsten Fall noch groß das Maul aufreissen.
Da unsere Staats- und Gesellschaftsordnung den Durchgriff auf solche offensichtlich sowohl faulen als auch dabei noch frechen Leute faktisch verbietet – wird halt als Entlastung gelästert, denn dieses Verhalten löst selbstverständlich Abwehrinstinkte aus.
Irgendwann wird uns jemand die guten alten Konzepte wieder als den neuen, heißen Scheiß verkaufen.
Ich sehe es ja auch so wie Sie, dass Schüler, die nicht gerne zum Unterricht gehen, die Schule gerne füher verlassen dürfen. Tatsächlich war ich richtig froh, als nach der 10. Klasse der unmotivierte Teil der Schüler (endlich) weg war. Was übrig bleibt sind diejenigen, die das Abitur wollen und auch bereit sind dafür zu lernen. Obwohl ich mich selbst als motivierte Schülerin beschreiben würde und bis zur Oberstufe auch immer alle Hausaufgaben erledigt habe (danach nicht mehr, weil manche Lehrer so viele HA gegeben haben, dass ich für einzelne Fächer Stunden lang daran saß) gab es drei Fächer in denen ich irgendwann mal den Anschluss verloren hatte. Das eine ist ein halbes Jahr lang komplett ausgefallen und wurde danach 1 Jahr von einem Rentner unterrichtet, der aus dem Ruhestand zurückgeholt wurde und den Stoff nur teilweise durchbekommen hat (was sicherlich auch an der Klasse lag). Das zweite Fach wurde mehrere Jahre in Folge von einem Lehrer unterrichtet, bei dem man sich schlicht kaum mit dem eigenen Fach befasst hat und über den es schon seit Jahren Beschwerden von Seiten der Eltern gab, weil wir fast nichts gelernt haben. In unserer Küche hingen plötzlich lauter Bilder, die ich aus Langeweile dort im Unterricht (nicht Kunst) gemalt hatte, obwohl ich das sonst seit der Grundschule nicht mehr gemacht hatte. Das dritte Fach ist Schwimmen gewesen. Das habe ich schlicht nie außerhalb des Unterrichts geübt, weil es mit hohem Aufwand verbunden ist und es in meiner Familie nicht als so wichtig angesehen wurde. In diesen drei Fächern hätte nicht nur ich enorm profitiert, wenn Schule flexibler gewesen wäre und man nicht komplett abgehängt gewesen wäre, wenn man mal ein paar Jahre keinen (guten) Unterricht hatte. Ich hatte Glück und konnte diese Fächer zur Oberstufe alle abwählen. Es hätte aber auch Mathe oder Deutsch erwischen können, dann wäre das schwer gewesen.
Innerhalb welchen Rahmens hat Frau Rasfeld diese Briefe bekommen? Von den SuS ihrer ehemaligen Schule in Berlin? Von SuS der Universitätsschule Dresden?
Das würde mich tatsächlich sehr interessieren.
Die Briefe stammen von Schülerinnen und Schülern eines Leipziger Gymnasiums. Gerne hier nachlesen: https://chrismon.de/artikel/53777/jugendliche-ueber-schulstress-druck-und-psychische-probleme?page=1
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Danke
Dann scheinen diese Kinder offensichtlich mit den Anforderungen eines Gymnasiums überfordert zu sein und wären an einer Realschule wahrscheinlich besser aufgehoben.
Ich vermute, für einige dieser Kinder wäre sogar die Hauptschule, die in Bayern Mittelschule heißt, die bessere Wahl gewesen.
In Sachsen gibt es keine weitere Schule neben der Oberschule
Echt jetzt?
… oder das GY mit den Bedürfnissen der sus.
Das ist doch wieder eine typische Antwort. Ich frage mich eher, warum muss denn Gymnasium bedeuten, belastbar zu sein. Viele sind durchaus gut in der Schule, zerbrechen aber an den Umständen. Ich würde da eher die Umstände hinterfragen und nicht Abschulung fordern. Natürlich gibt es auch SuS, die intellektuell nicht auf das Gym. passen, aber die haben i.d.R. in der Mittelstufe keine guten Noten. Das merkt man dann schon vorher schnell.
Hier scheint es um SuS zu gehen, die leistungswillig und fleißig sind, aber durch den Druck (ob von Außen oder Innen) krank werden.
Wenn es einem Kind unter Druck an einem Gymnasium nicht gut geht (und dort ist die Schlagzahl nun einmal höher), ist es an einer anderen Schulart besser aufgehoben, weil die Anforderungen sinken. Das Abitur kann auch nach der Realschule noch gemacht werden (genau das macht meine Tochter gerade).
Bei einigen kommt der Druck aber sicher auch von den Eltern, die womöglich selbst Akademiker sind und für das eigene Kind eine ähnliche Karriere anstreben. Da kann die Schule selbst aber nichts für.
Müssten SIE von Ihrem Beruf nicht aus wissen, dass Kinder andere Probleme haben können, die nichts mit der Schulform zu tun haben?
Korrekt. Daher weiß ich, dass Schule an sich bei den wenigsten Jugendlichen das eigentliche Problem ist – auch wenn der Artikel Gegenteiliges behauptet. Wenn, dann betrifft es in der Regel jene Kinder in unserer Betreuung, die ein Gymnasium besuchen.
Ich meine, dass auch die psychische Belastung bei “geeigneten” Gymnasiast*innen zugenommen hat
Ich bin kein Psychologe und tatsächlich betreuen wir eher Nicht-Gymnasiasten. Meine Tochter meinte zu Ihrem Kommentar, dass sie das bei ihren Mitschülerinnen und Mitschülern in der Oberstufe so nicht direkt beobachtet. Es gibt zwar einige, die sich über das Arbeitspensum beschweren, aber daraus gleich eine reelle psychische Belastung zu machen, ist wahrscheinlich nicht gegeben.
Wie wäre es mit einer repräsentativen Umfrage von Leuten, die sich in das Thema eingearbeitet haben?
“Viele junge Menschen antworten mit ihrem Körper. Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Angst, Herzrasen und Zittern, andere sprechen von Erschöpfung, Depressionen, Rückzug. Studien zeigen: schulischer Leistungsdruck steht hinter der Belastung durch Krieg an zweiter Stelle (Schulbarometer Nov. 2024). Gleichzeitig erleben viele junge Menschen Schule als Ort von Ohnmacht. Der YEP Jugendbericht 2025 bezeichnet Ohnmacht als die neue Pandemie. Sie lernen zu funktionieren – nicht zu gestalten.”
https://www.news4teachers.de/2026/05/wenn-schule-krank-macht-warum-die-bildungsreformerin-margret-rasfeld-eine-radikale-wende-fordert/
Vielleicht möchten Sie mit Ihrer Tochter lieber den Artikel und die dort geschilderten Beobachtungen lesen, anstelle eines anonymen Kommentars im Forum :/
Folgende 3 Schüler-Aussagen aus dem Artikel haben mich besonders ins Grübeln gebracht:
Haben diese Schüler keine Eltern/ Großeltern und Freunde, die sie (an)sehen, bemerken, wenn es ihnen schlecht geht, mit denen sie reden können?
Diese Menschen sollten doch zuallererst Probleme sehen. Sie haben in der Regel nicht über 20 Kinder, die ihre Aufmerksamkeit benötigen und verbringen auch mehr Stunden in der Woche mit ihnen als ein (Fach)Lehrer.
Ich habe den Eindruck, dass die Zitate aus einem Online-Kummerkasten stammen. Im Kummerkasten landen aber nur solche Kommentare. Dass es junge Menschen gibt, die tatsächlich solche Gefühle haben bzw. in schwierigen Verhältnissen leben, bezweifle ich nicht. Allerdings halte ich die Darstellung für stark überdramatisiert. Aber das muss wohl so gemacht werden, damit, schließlich will man wahrgenommen werden.
P.S.: Einen Punkt vergaß ich noch: Eltern kennen ihre Kinder schon viele Jahre, von Geburt an. Lehrer nicht. Wer sollte dann die Probleme des Kindes am besten feststellen und einordnen können?
Was meinen Sie, wieviele Eltern das erkennen, aber machtlos sind, weil wir Eltern nämlich kein Mitspracherecht in Schule haben. Wie würden Sie als Lehrerin denn reagieren, wenn ich als Mutter zu Ihnen käme und sagte, mein Kind ist offensichtlich klug genug, kommt aber überhaupt nicht mit diesen ganzen Prüfungssituationen klar. Bitte reduzieren Sie diese. Genau – da können Sie auch nichts machen. Es gibt dann fast keine Schule, wohin das Kind passt. Und nun? Therapieplätze sind rar, Schule starr und Eltern machtlos.
Gut, dass die Lehrkräfte frei über die Anzahl von Klausuren, Lernstandserhebungen und Abschlussprüfungen entscheiden können und diese nur durchführen, um SuS zu quälen.
Hab ich nicht geschrieben:”Genau – da können Sie auch nichts machen.”? 😉
Bei Prüfungsangst kann eigentlich nur eine Psychotherapie helfen.
Ich weiß, die Plätze sind rar. Leider!
Wenn irgend möglich würde ich trotzdem versuchen, notfalls privat finanziert, eine guten Therapeuten zu finden. Evtl. ein Schuljahr wiederholen. Aber zuallererst würde ich genau hinschauen, ob ein Schulwechsel die Lage entspannen könnte.
Wie würden Sie als Lehrerin denn reagieren, wenn ich als Mutter zu Ihnen käme und sagte, mein Kind ist offensichtlich klug genug, kommt aber überhaupt nicht mit diesen ganzen Prüfungssituationen klar. Bitte reduzieren Sie diese.
Dann würde man darüber ins Gespräch gehen, was bezüglich der Prüfungssituationen das Problem ist. Was bedeuetet dieses “Nicht-Klarkommen” und worin liegen die Ursachen?
Geht es bspw. darum, regelmäßiges Lernen und eine sinnvolle Vorbereitung zu planen, damit überhaupt weniger Stress aufkommt?
Im Artikel scheint bei vielen Schülern der Selbstwert oft einzig von Leistungen in der Schule abzuhängen und sie haben Angst, eine schlechte Note mit nach Hause zu bringen. Das ließe sich thematisieren – und überlegen, wie man zu Hause mit einem schlechten Ergebnis umgeht.
Man könnte, gerade bei größeren Schülern, gemeinsam Strategien innerhalb einer Klausur besprechen, wie die Nutzung von Konzeptpapier…
Wir können nicht die Art oder Anzahl an Prüfungen verändern, das wäre aber auch nur bedingt sinnvoll. Wir können stattdessen aber überlegen, wie ein Kind damit umgeht, es resilienter machen und aufs Abitur und fürs Studium vorbereiten.
Und man könnte Kinder/Jugendliche davon abbringen immer eine 1 haben zu müssen
Viel Erfolg, ich versuche das bei meinem Kind seit Jahren mit mäßigem Erfolg.
Das ist eine gute Antwort. Vielen Dank dafür.
Psycholog*innen?
Sie wissen schon, Fachpersonal?
Sie haben als Sonderpädagog*in doch hoffentlich nicht stumpf die Eltern abgeklopft, was Sie tun sollen?
Sie sollten Eltern nicht die Verantwortung zuschieben, nur weil Sie offenbar ein schlechtes Verständnis Ihrer eigenen Professionalität hatten :/
Ich frage mich, wo diese jungen Menschen zur Schule gehen. Wirklich.
Leider gibt es dazu keinerlei Angaben. Merkwürdig.
Doch, gibt es. Frau Rasfeld schreibt: “Wie es jungen Menschen wirklich geht, wurde auf erschütternde Weise sichtbar, als Schüler:innen eines Gymnasiums ihre Gefühle öffentlich machten. 70 Briefe im Schulflur, später gelesen im öffentlichen Raum: ein kollektiver Aufschrei.”
Die Story dahinter: https://chrismon.de/artikel/53777/jugendliche-ueber-schulstress-druck-und-psychische-probleme?page=1
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Was ist das denn für eine seltsame Schule?!
Eine, die Schülerbefindlichkeiten thematisiert – seltsam? Herzliche Grüße Die Redaktion
Besser wäre es doch wohl, wenn die Schüler*innen dieser Schule gar nicht erst solche Probleme hätten.
Das ist ja alles richtig übel, wenn es dort so vielen so schlecht geht.
Mann, bin ich froh, dass es meiner Schule nicht so ist.
… oder eine, an denen es vielen Schülern besonders schlecht geht?
Nun, 70 von 1000 (ca. so viele SuS besuchen diese Schule) sind nun nicht gerade „viele Schüler“. Die Briefe entstanden 2022, nach den Corona-Schließungen. Da spielt ne Menge mehr mit rein als lediglich Schule.
Wir thematisieren das auch, sind aber (bis auf einige wenige) von solchen Kommentaren weit entfernt. Vielleicht lag es auch an der Schulleitung.
Ich vermute, dass Sie durch die Art der Befragung eher den Bias minimiert haben.
Wenn ich an einer Schule von 1000 SuS alle zu einem konkreten Problem befrage und von allen eine (anonymisierte) Antwort einfordere, erhalte ich 1000 Antworten, welche dann ein unverzerrtes Bild der Problemlage geben dürften. Stelle ich die Beantwortung hingegen frei, bekomme ich im Regelfall nur Antworten von denen, die sich mit dem Problem identifizieren. In diesem konkreten Fall: 70 von 1000. Wenn diese Zahl nebst der Tatsache, dass die Briefe von 2022 sind (Einordnung in die Corona-Zeit) dann auch so gewertet würde, nämlich als 7%, könnte man damit vermutlich jedoch nicht diese Schlussfolgerungen ziehen (alles schlecht, die Schule ist schlecht für Schülerseelen).
Es ist halt wie immer: 30% eines Landstrichs wählen AfD, damit ist der Landstrich rechtsextrem. Die 93% bzw. 70% derjenigen, die eine andere Ansicht haben, werden negiert.
Auf jeden Fall ist diese Studie in keiner Weise empirisch. 70 Briefe an einer einzigen Schule, und zwar 70 von vielleicht 1000 Schülern an dieser Schule.
Das ist ein Stimmungsbild, nicht mehr.
Ein Stimmungsbild, das zu wissenschaftlichen und medizinischen Befunden passt. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/03/mehr-stress-mehr-druck-wenig-mitbestimmung-warum-sich-die-psychische-lage-von-schuelern-wieder-verschlechtert/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
junge Menschen = junge Gymnasiasten eines Leipziger Gymnasiums
Also Sachsen, die sich ja so viel auf ihren Rang im nationalen Bildungsvergleich einbilden.
…die möglicherweise besser auf einer Realschule aufgehoben wären.
Mich macht das richtig wütend. Als wäre der Weg übers Gymnasium der einzig gangbare Weg für ein lebenswertes Leben.
Wann hat das eigentlich angefangen, mit diesem Wahn?
Was ist daran “wahnhaft”, seinem Kind alle Bildungschancen offenhalten zu wollen? Der “Wahn” ist dem gegliederten Schulsystem immanent, weil es zwangsläufig ein “Oben” (= alle Wege offen) und “Unten” (= für vermeintlich nur “praktisch Begabte”, also künftige Handarbeiter) beinhaltet.
Dazu kommen die Vorbilder, die das System vor Schüler und Eltern stellt: Welche Lehrkraft war denn nicht auf dem Gymnasium?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Was hat es mit “Bildungschancen offen halten” zu tun, wenn mein Kind am Gymnasium kaputt geht?
Ihr “Oben”/”Unten” – Schema sagt einiges über Ihr Menschenbild aus. Seit wann ist “praktisch begabt” gleichbedeutend mit “Untensein”?
Sollte sich bei einem jungen Menschen nach dem Realschulabschluss herausstellen, dass da noch Potenzial (lt. Ihrer Sichtweise) nach “oben” ist, ist der Weg zum Abitur immer noch offen.
Der abfällige Begriff “Handarbeiter”, das leicht snobistische “praktisch Begabte”, für Menschen, die Ihnen Ihre Waschmaschine reparieren, Ihr Auto wieder fahrtüchtig machen, Ihr Hotelzimmer putzen, während Sie entspannt am Strand liegen, die Möbel bauen, die Sie sich in Ihre Wohnung stellen, die dafür sorgen, dass Sie Strom, Heizung und Warmwasser haben, zeigt überdeutlich, dass Sie zur Kategorie derjenigen gehören, die den Wert eines Menschen nach seinem Schulabschluss bemessen.
Da wundert es mich nicht, wenn Kinder, die diese Anforderungen nicht erfüllen können, das Gefühl bekommen, “ohne Abi bin ich nichts wert.”
Wir brauchen sie alle, die praktisch Begabten.
Aber mein Kind, soll bitte studieren, so ein “praktisch begabter Handarbeiter” kommt bei uns bitteschön nur durch den Dienstboteneingang.
Für unser Kind ist das nichts.
Ich kenne übrigens jede Menge dieser Praktiker.
Denen geht’s gut. Die sind um keinen Deut unglücklicher als diejenigen mit Abitur oder gar Studium. Ich kann da beim persönlichen Glücksindex, jetzt so auf den ersten Blick, keine Unterschiede festdtellen
“Ihr “Oben”/”Unten” – Schema sagt einiges über Ihr Menschenbild aus.”
Sorry, Quark. Es sagt etwas über die gesellschaftliche Wirklichkeit aus. Eltern erzählen zu wollen, Hauptschule sei ja auch toll, ist, bestenfalls, Realititätsverweigerung, schlechtestensfalls Verarsche.
“Wir brauchen sie alle, die praktisch Begabten” – klar, wenn das Klo verstopft ist. Aber bloß nicht die eigenen Kinder, die natürlich aufs Gymnasium geschickt werden. Das ist Heuchelei.
Nebenbei: Die vermeintliche Dichotomie zwischen “praktisch Begabten” und “akademisch Begabten” existiert nicht. Das eine hängt mit dem anderen zusammen – ein guter Handwerker versteht auch, was er tut. Und tut nicht nur. Gerne hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Praktische_Intelligenz?utm_source=chatgpt.com
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Das ist Heuchelei.” So ist es. Nichts anderes habe ich behauptet.
Außerdem stimmt es nicht, dass jemand, der nicht aufs Gymnasium geht, zwangsläufig praktisch begabt sein muss. Vielleicht ist er nur ein sehr einseitiger Theoretiker. Oder ein Künstler.
Es soll auch Gymnasiasten geben, die keine zwei linken Hände mit je 5 Daumen dran haben.
Schon mal mit Jugendlichen geredet, die wissen, was sie machen wollen und von den Eltern durchs Abi gedrückt werden? Warum wird über eine Ausbildung so abwertend geredet? Ich habe genügend Freunde mit Ausbildung, manche sogar mit Abi davor. Denen geht es nicht schlecht, wer setzt bitte immer die Gerüchte in die Welt, dass man als Handwerker und mit Ausbildung nicht gut und glücklich leben kann? Warum quälen sich Jugendliche durchs Abi die schon wissen, dass sie gar nicht studieren wollen? Da läuft doch in der Gesellschaft was falsch.
Es ist traurig, dass die Redaktion ein so schlechtes Bild von den vielen tollen Haupt- und Sekundarschulen im Land hat.
Ist das so schwer zu verstehen? Wir schildern die gesellschaftliche Realität. Niemand will sein Kind auf eine Schulform schicken, die im Anschluss kaum berufliche Perspektiven bietet. Das hat mit “tollen Haupt- und Sekundarschulen” nichts zu tun. Es geht darum, dass der Hauptschulabschluss gesellschaftlich und in der Wirtschaft so gut wie keinen Wert hat. Und das lässt sich auch nicht schönschreiben – schon gar nicht von Menschen, die selbst Abitur und Studium haben.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es gibt auch noch einen Realschulabschluss.
Existiert in Ihrem Vorstellungsvermögen nur Gymnasium oder Hauptschule?
Man hat also ausschließlich mit Abitur eine Chance auf vernünftige berufliche Perspektiven?
Mich befremdet Ihre Sicht immer mehr.
Wie viele Berufsoptionen hat ein junger Mensch mit Abitur, wie viele mit Realschulabschluss und wie viele mit Hauptschulabschluss?
Aus den Antworten lässt sich schließen, welche Schulform in Deutschland am begehrtesten ist – mit Abstand das Gymnasium, das den direkten Weg zum Abitur verspricht. Das ist nunmal Realität (auch wenn Ihnen diese Realität nicht gefällt), nicht “unsere Sicht”. Und diese Realität ist zwangsläufig in einem gegliederten Schulsystem, das nunmal Schulformen mit mehr oder weniger Anschlussmöglichkeiten anbietet.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ok. Ohr Kind quält sich durchs Gymnasium. Leidet. Hat kaum noch Zeit für Hobbies.
Aber Abi muss sein. Am Ende wird es mal “nur” Hotelfachangestellte/r oder KFZ-Mechantroniker/in oder oder Einzelhandelskaufmann/frau oder MTA oder PTA oder Schreiner oder Krankenpfleger/in oder Erzieher/in.
Also irgendwas Niedriges. Pfui.
Geht gar nicht.
Kreiden Sie uns jetzt an, dass unsere Gesellschaft Menschen nach Status und Einkommen wertschätzt?
Dieses Menschenbild ist doch genau das Ergebnis (und wohl auch die Grundlage) eines leistungshubernden Bildungsystems, das von Frau Rasfeld kritisiert wird. Gerne mal den zweiten Teil ihres Gastbeitrags dazu lesen: https://www.news4teachers.de/2026/05/ganzheitliches-lernen-warum-margret-rasfeld-fuer-eine-schule-plaediert-die-kopf-herz-und-hand-gleichermassen-staerkt/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ja, gut. Dann eben Kinder länger gemeinsam unterrichten. Keine Noten. Ein jeder nach seiner Facon und Seeligkeit.
Am Ende läuft es aber doch trotzdem darauf hinaus, dass man sich für einen Beruf entscheiden muss. Oder für ein Studium.
Und nach welchen Kriterien wird diese Entscheidung getroffen? Nach den Interessen, dem Können, den Fähigkeiten und Fertigkeiten, dem Talent…..
Und die werden auch nach dem Besuch einer Schule nach Frau Rasfelds Vorstellungen, unterschiedlich sein.
Es werden auch mit dem Besuch einer solchen Schule nicht alle Kinder ein Abitur schaffen und ein Studium beginnen können.
Es werden weiterhin nicht alle Kinder alles werden können, weil der Eine eben Begabungen auf dem einen Gebiet und der Andere auf einem anderen hat.
Es wird weiterhin unterschiedliche Berufe mit unterschiedlichem Anforderungsprofilen, unterschiedlichen Verdienstmöglichkeiten und unterschiedlichen Aufstiegschancen geben.
Und selbst an einer Rasfeldschen Schule wird es nicht gelingen aus dem Maurer einen Philosophieprofessor zu machen und umgekehrt.
Vielleicht ist unser Schulsystem wirklich zu sehr auf Leistungsdruck ausgerichtet. Ich kann das nicht beurteilen, weil ich nicht darin tätig bin. Aus meiner eigenen Schulzeit habe ich das nicht so dramatisch in Erinnerung, obwohl ich keine sonderlich gute Schülerin war.
Vielleicht wäre ich eine bessere gewesen, in einer Schule wie sie Frau Rasfeld vorschwebt. Vielleicht würden Kinder tatsächlich voller Freude und Tatendrang ins neue Schulleben aufbrechen und ihre verborgenen, ganz eigenen individuellen Talente zum Erblühen bringen.
Und trotzdem: Mir klingt das alles immer sehr wolkig und unkonkret. Ich lese das und denke, ok, klingt schön und nett und freundlich – nahezu traumhaft – aber wie konkret sieht jetzt der Schultag für die Schüler dort aus?
Wie konkret wird diesen Kindern Lesen, Schreiben, Rechnen beigebracht?
Es gibt ja bestimmte Grundlagen, die nun mal erlernt, erarbeitet, erschlossen werden MÜSSEN, um überhaupt in der Lage zu sein sich vertieft mit Inhalten und Themen zu beschäftigen und die dazugehörigen Aufgabenstellungen selbständig zu bearbeiten.
Also wie genau muss ich mir das vorstellen?
Gibt es da noch feste Klassenverbände?
Gibt es trotzdem auch gemeinsamen Unterricht.
Gibt es einen Zeitrahmen, wo Kinder selbst entscheiden, welchen Aufgaben sie sich wie lange widmen, was sie zuerst bearbeiten wollen und was sie zunächst hintanstellen?
Wo halten sich die Kinder dabei auf? Gibt es Räume, Ecken für konzentriertes Arbeiten alleine, zu zweit oder in kleinen Gruppen?
Wann und in welchem Rahmen setzt sich die Lehrkraft mit den Ergebnissen der Arbeit seiner Schüler auseinander, gibt Hilfestellung, wenn es noch wo hakt, überprüft die Inhalte, weist auf evtl. Schwachstellen oder Fehler hin, gibt Tips und Anregungen etc.?
Oder kommt man zum Schluss nochmal im festen Klassenverband zusammen, erörtert die Ergebnisse und bespricht zukünftige Aufgaben und Ziele, auf die hingearbeitet werden soll?
Meine Vorstellungskraft ist da etwas begrenzt, ich zweifle daran, ob das für jedes Kind die geeignete Form des Lernens ist. Der Artikel trägt wenig dazu bei, das Ganze zu konkretisieren.
Ich empfinde viele Formulierungen aus dem zweiten Teil, den Sie mir verlinkt haben, als eher schwammig und unkonkret.
Aber vielleicht liegt das an mir. Das ist durchaus auch möglich.
“Und nach welchen Kriterien wird diese Entscheidung getroffen? Nach den Interessen, dem Können, den Fähigkeiten und Fertigkeiten, dem Talent…” Leider eben nicht. Es geht zunächst mal nach Schulnoten. Arzt (zum Beispiel) kann werden, wer ein Einser-Abitur ablegt – medizinisches Talent und die soziale Kompetenz, die ein Arzt braucht, spielen praktisch keine Rolle.
“Und selbst an einer Rasfeldschen Schule wird es nicht gelingen aus dem Maurer einen Philosophieprofessor zu machen und umgekehrt.” Nein, weil weder Maurer noch Professoren zur Schule gehen. Es sind Kinder, die sich erst noch entwickeln.
“Es gibt ja bestimmte Grundlagen, die nun mal erlernt, erarbeitet, erschlossen werden MÜSSEN, um überhaupt in der Lage zu sein sich vertieft mit Inhalten und Themen zu beschäftigen und die dazugehörigen Aufgabenstellungen selbständig zu bearbeiten.” Selbstverständlich – aber derzeit findet eine vertiefte Beschäftigung mit Inhalten und Themen leider kaum statt (so voll, wie die Lehrpläne sind). Das ist ein Großteil des Problems. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/02/deeper-learning-warum-es-in-der-schule-der-zukunft-auf-ein-solides-fundament-aus-fachlichen-grundlagen-ankommt/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wie drückt sich denn „ medizinisches Talent“ eines Zehntklässlers oder Zwölftklässlers aus?
Empathie und gute Noten in der Schule sind übrigens kein Widerspruch – meist korrelieren die sogar.
Übrigens braucht man kein Einserabi, um Medizin zu studieren. Der Weg über die Ausbildung zum Rettungssanitäter, Zahntechniker oder Pflegefachkraft mit anschließendem Medizinstudium ist einer, den etliche meiner SuS erfolgreich gegangen sind.
Vielleicht stellen Sie der KI mal diese ganzen Fragen am Beispiel der Alemannenschule Wutöschingen. Dann bekommen Sie ein gutes Bild und können sich das besser vorstellen.
Das habe ich eben gemacht.
Ich kann mir das Ganze jetzt etwas besser vorstellen und sehe, dass da durchaus viel Gutes und Interessantes dabei ist und dass viele Kinder von dieser Art des Lernens profitieren können.
Vor allem Kinder mit hoher sozialer Kompetenz, mit einem hohem Maß an Selbstorganisationsfähigkeiten, mit viel Selbstdisziplin und einer ausgeprägten Fähigkeit zur Selbstreflektion.
Kinder die diese Fähigkeiten in eher gering ausgeprägtem Maße besitzen, würden m.E. jedoch von einem etwas mehr lehrerzentriertem, vorstruktutiertem Unterrichtskonzept profitieren.
Das heißt ja nicht, dass da von morgens bis mittags harter Frontalunterricht stattfindet und wer nicht spurt muss in die Ecke.
Ich habe im Zuge meiner Arbeit mit den Vorschulkindern immer wieder Gelegenheit einzelne Unterrichtseinheiten in Grundschulen miterleben zu dürfen. Nie war es so, dass die Kinder nur stillsitzen und zuhören mussten.
Die Schulstunden waren eigentlich immer gut strukturiert, mit einem Wechsel von Input durch den Lehrer und dann auch wieder selbständigem Arbeiten der Schüler. Es herrschte durchweg eine freundliche Atmosphäre und Kinder konnten auch fragen, wenn sie etwas nicht verstanden hatten oder noch Unterstützung brauchten.
Was mir sehr wohl aufgefallen ist, ist dass es für EINE Lehrkraft durchaus eine Herausforderung darstellt, allen Schülerinteressen gerecht zu werden, da die Klassen meist ziemlich groß sind.
Und hier würde ich ansetzen:
Es muss eigentlich hinsichtlich Schule nicht unbedingt das Rad komplett neu erfunden werden.
Viel wichtiger wäre es, ALLEN Schulen, ob nun mit einem “modernen” Konzept des selbstbestimnten Lernens oder mit eher “traditioneller” Herangehensweise, einen Personalschlüssel zur Vetfüging zu stellen, der es ihnen ermöglicht, stärker auf individuelle Entwicklungsunterschiede ihrer Schüler einzugehen.
Stimme zu 🙂
So isses.
Die Redaktion weiß doch selber, dass Gymnasien alle Abschlüsse einschließlich des ESA gem. APO-SI vergeben können bzw. müssen, wenn das Notenbild nichts Anderes zulässt.
Zumindest in BW ist das Schulsystem von der Hauptschule bis zum Abitur auf mehrere Arten erfreulich offen, so dass nicht direkt nach der vierten Klasse der Stress beginnen muss.
Einige Eltern mögen sich aber nicht vorstellen, dass ihr Kind „nur“ die Hauptschule besucht, wenn die Kinder der anderen Eltern aufs Gymnasium gehen.
Von mangelnden Chancen für den späteren Beruf kann hier nicht die Rede sein.
„ Ist das so schwer zu verstehen? Wir schildern die gesellschaftliche Realität. Niemand will sein Kind auf eine Schulform schicken, die im Anschluss kaum berufliche Perspektiven bietet.“
Nein, Sie tragen durch Ihre ständige Wiederholung, dass ein Schulabschluss unterhalb des Abis nichts wert ist, zur gesellschaftlichen Meinung bei. Presse formt Meinung – sieht man auch bei BILD und Co.
Wir haben nirgends erklärt, dass ein “Schulabschluss unterhalb des Abis nichts wert” sei. Im Gegenteil: Die ewige Leistungs- und Notenhuberei hier – die wir sehr kritisch sehen – ist es doch, die das Abitur zum Nonplusultra macht.
Glauben Sie ernsthaft, Sie könnten Eltern das Märchen verkaufen, die Hauptschule biete großartige Perspektiven? Hier die Realität (nicht von uns gemacht): “Ausbildungsmarkt bricht ein! Immer mehr Jugendliche suchen – und finden keinen Platz.” Raten Sie mal, wer auf der Strecke bleibt.
Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/05/ausbildungsmarkt-bricht-ein-immer-mehr-jugendliche-suchen-und-finden-keinen-platz/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wie werten Sie dann Kommentare im Forum, die sich auf die Elitenförderung am Gymnasium fokussieren, den Anteil auf völlig unwirtschaftliche Verhältnisse des 19./20. Jahrhunderts senken wollen, da die anderen “es nicht bringen” – schlimmstenfalls sogar eine Verteilung ausgerichtet an der Intelligenzverteilung in den Ring werfen? Dystopisch 😀
Praktische Begabung ist doch ein großer Segen.
Wissen Sie, was z.B. ein “Gas-Wasser-xyz” denkt, während er zum “Dienstboteneingang” reingeht?
Der denkt nur “Lol, der hat Lehrergehalt und glaubt er verdient viel, hehe, süß. Gleich mal noch ein paar siemens-Lufthaken und WLAN-Kabel auf die Rechnung schreiben.”
„ Was ist daran “wahnhaft”, seinem Kind alle Bildungschancen offenhalten zu wollen?“
Es zeugt von maximalem Desinteresse am Wohlergehen des eigenen Kindes, wenn man
(A) dieses Kind unbedingt ab Klasse 5/7 am Gymnasium sehen will, obwohl die bisher gezeigten Leistungen gegen eine dortige Schullaufbahn sprechen und das Kind mit sehr großer Wahrscheinlichkeit das Gym mit psychischen Erkrankungen aufgrund der Misserfolgserlebnisse, nächtelangem Lernen, abgebrochener Kindheit bezahlen wird
(B) zu faul oder zu arrogant ist, sich über Alternativen zum Gymnasium zu informieren, die ebenfalls zum Abitur führen, mit mehr Zeit und damit weniger Leistungsdruck und mehr Entwicklungszeit für das Kind.
Sorry, aber dieses: „nur das Abitur auf dem schnellsten Weg ist das Wahre“ ist eine der Hauptursachen für den psychischen Stress der Kinder auf dem Gym: wenn Eltern ihr Kind nicht so akzeptieren wollen, wie es ist, sondern es mit Macht in eine bestimmte Richtung schieben wollen, obs passt oder nicht.
“Es zeugt von maximalem Desinteresse am Wohlergehen des eigenen Kindes” – oder vom Misstrauen gegenüber einem (maroden) System, das Interesse des eigenen Kindes überhaupt auf dem Schirm zu haben.
Und, ehrlich gesagt, wer könnte das den Eltern verdenken?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aaahja, ich schicke mein Kind aufs Gym, wohlwissend und akzeptierend, dass es dort eine schwere schwere Schulzeit durchleben wird (Gründe von mir im Vorpost benannt), weil ich unterstelle, dass das Schulsystem sich eh nicht für mein Kind interessiert? Und dann opfere ich quasi mein Kind, um … ja, warum eigentlich?
Echt jetzt?
Der, der erwartet, dass Eltern sich mehr einbringen, nicht nur als Lehrerkritiker, sondern als Lehrplan- und Didaktikkritiker?
Viele Eltern machen sich nicht die Mühe, zB auch nur nachzugooglen, wie wenig Ottonormallehrer allein schon rechtlich von ihren Forderungen erfüllen darf.( der Oly.p bessert die Brühe dann mit ein paar wenigen Zutaten bedarfsgerecht auf: Wir haben die Lehrkräfte dringend angewiesen,… 🙂
Andere erwarten, Lehrerinnen sollen Bezugsperson 1. Grades ersetzen und zugleich Benehmen und IQ ihres Sprösslings hochzaubern- ich wäre auch manchmal gern superman 🙂
Hinzu kommt der Wenn- mein- Kind- versagt- Gedanke, was sagen dann xyz, also mehr Schein als Sein.
Ich habe gelernt, Eltern dann einzuladen: Meist keine Reaktion ( schade, also wars dann wirklich wichtig?)
Und was machen wir mit denen, die bisher die Leistungen sprich gute Noten geliefert haben, auch ganz ohne viel Lernen und die trotzdem anhand dieser ganzen Abprüfereien kaputt gehen? Die gibt es eben auch. Die passen nirgendwo rein.
Was schlagen Sie vor?
Vielleicht was in Teil 2 vorgeschlagen wird. Ich hätte nichts dagegen, wenn Noten abgeschafft würden und man nur unbenotete Gelingensnachweise einführt, um zu schauen, ob es verstanden wurde.
Diese Kinder müssen dann vermutlich lernen, wie man lernt. Unsere Neuankömmlinge in Klasse 7 beschäftigen sich die ersten zwei Wochen im Schuljahr nur damit.
Und ansonsten kann man Resilienz trainieren. Bringt mehr, als das Kind mit : „ Du armes Kind, ständig und immer will die böse Schule, dass Du was lernst.“ in seinem derzeitigen Unvermögen zu bestärken. Und wenn das Kind trotzdem dauerhaft überfordert ist, würde ich mein Kind auf eine Schule geben, bei der es mehr Zeit zum Lernen hat: sprich, vom Gym runternehmen.
Es geht nicht um Lernen lernen müssen. Mal angenommen, der Stoff fliegt ihnen zu, sie kommen nur mit den ständigen Prüfungssituationen nicht klar. Für solche Fälle gibt es kaum Plätze bei Psychologen, deren Wartelisten sind mit ersteren Fällen voll. Abschalten halte ich da für sinnfrei – dann bleiben sie unter ihren Möglichkeiten und langweilen sich zu Tode.
Da beschreiben Sie quasi Inklusion und die haben wir noch keine 20 Jahre. Wir brauchen locker nochmal doppelt so lange, bis wir so weit sind (und die alten Widerstände in Rente 😉 )
Ja, ich erlebe, dass es für wirklich schlaue und gleichzeitig neurodivergente Kids einfach keine adäquate Schule gibt – zumindest nicht flächendeckend. Was macht man da?
Laut werden, reden und wählen.
Kann Ihnen da aus BW wenig mitgeben außer den Wunsch auf Kraft, Ausdauer und die Nerven, sich widersinnigerweise mit den eigenen Kollg*innen dazu auseinanderzusetzen.
Ich wünsche Ihnen Stärke 🙂
Mitterweile ganz viele. Viele waren auf Gesamtschulen, aber es gibt auch im Kollegium viele, die zunächst auf einer Realschule waren. Dazu kommen dann noch die, die gar nicht in Deutschland zur Schule gegangen sind.
Ich erlebe direkt in meinem Umfeld gerade das Abitur nach Hauptschule und Werkrealschule. Der Übergang von der Grundschule auf die Hauptschule war damals der Wunsch des Kindes mit Realschulempfehlung, das sich selbst als zu verspielt und eher wenig schulisch lernbegeistert empfunden hatte und das lieber solide Leistungen mit weniger Zeit am Schreibtisch erbringen wollte. Die komplette Schullaufbahn wurde als offen mit vielen Möglichkeiten wahrgenommen und auch so genutzt. Hier hatte zu keinem Zeitpunkt eine schulische Überforderung stattgefunden. Praktische Begabung für einen Handwerksbetrieb lag in der Hauptschulzeit ebenso wenig vor wie eine besonders große Lösungsbereitschaft von komplexen Problemen. Das Kind ist stetig mit jeder Herausforderung auf der jeweiligen Schulform und in jeder Klassenstufe gewachsen. Es war immer alles möglich und nichts musste Besonderes geschehen, immer nur der nächste gewünschte Schritt. Die Abiturientin selbst ist jetzt auf milde Art erstaunt, dass sie dermaßen gelassen demnächst durch das Abitur hindurch ist. Es wäre auch in Ordnung gewesen, es nicht zu schaffen, da Mittlere Reife und Fachhochschulreife bereits stressfrei vorhanden waren. So hatte sie durchgehend solide Leistungen und solide Noten, genauso, wie sie es sich als Zehnjährige gewünscht hatte und das ohne ständig am Schreibtisch zu sitzen.
Hier war das System von unten nach oben weit offen und niemand hat ihr irgendeinen Stein in den Weg gelegt. Es war natürlich auch an keiner Stelle spektakulär, aber durch und durch befriedigend.
Manche Menschen bemerken gar nicht mehr die vielen Möglichkeiten im gegliederten Schulsystem und nehmen statt der niedrigeren Stufen ohne Wow- Effekt lieber gleich die höchste und haben dann unnötigen Stress.
Kennen Sie die Überlebenden-Verzerrung? Gerne hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Survivorship_Bias
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„ Dazu kommen die Vorbilder, die das System vor Schüler und Eltern stellt: Welche Lehrkraft war denn nicht auf dem Gymnasium?“
In BB derzeit immer mehr Seiteneinsteiger. Sie brauchen nur noch nen Ausbildungsabschluss.
Davon abgesehen hinkt Ihre Aussage ziemlich. Wäre es so, dass Eltern/SuS sich bezüglich ihres Schulabschlusswunsches insbesondere an ihren Lehrern orientieren würden, hätte der Trend zum Gym schon lange, lange vor der „Alle aufs Gymnasium“ – Offensive der Politik eingesetzt.
Der Trend zum Gymnasium hat eingesetzt, als das Gymnasium für breitere Schichten geöffnet wurde – in Westdeutschland in den 70-er Jahren.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Als die Hauptschule zur “Resteschule” abgewertet wurde. In den 70ern – als die Boomer die GY bevölkerten – wurde richtig geliebt und die in der Erprobungsstufe abgeschaltet zur HS abgeschoben, da die ebenfalls überfüllten RS sich außer Stande sahen, den “Schrott” der GY aufzunehmen.
Die Jugendarbeitslosigkeitszahlen der 80er und 90er sprechen Bände. Um eine Ausbildungsstelle zu ergattern, bedurfte es eines MSA, der auch zum Einzug in die Oberstufe ausgereicht hätte.
Wer eine Chance haben wollte, machte Abi oder Fachabi, um dann zu studieren. Das war so gewollt seitens der Politik. In den 90ern gab es einen Überschuss an Arbeitskräften aus der “Kkonkursmssse” der abgewickelten DDR.
Ja das waren “goldene Zeiten”, die nicht ohne Auswirkungen auf die demographische Entwicklung geblieben sind. Der gesamte Außenhandelsüberschuss wurde durch “Dumpinglöhne” finanziert. Warum gab es nochmal die “Agenda 2010”?
“In den 70ern – als die Boomer die GY bevölkerten – wurde richtig geliebt und die in der Erprobungsstufe abgeschaltet zur HS abgeschoben da die ebenfalls überfüllten RS sich außerstende sahen, den “Schrott” der GY aufzunehmen.”
???
Könnten Sie das bitte nochmal so formulieren, dass es die Minderqualifizierte mit dem nicht ganz so spitzenmäßigen MSA auch versteht?
Es liegt nicht an den Abkürzungen – die hab’ ich verstanden.
(Muss wohl dieses Akademiker-Deutsch sein.)
Rechtschreibkorrektur, ersetzen Sie “geliebt” durch “gesiebt”.
Ich habe mal mit 43 anderen Jungen eine Sextanerklasse gebildet. Von den 44 waren es in der Quarta noch 28. Die Hälfte dieser 28 waren Wiederholer, die in der Sexta oder Quinta eine Ehrenrunde gedreht haben.
Dass ich die Realschule als Schulform für überholt halte, hat damit zu tun, dass “Realien” heute MINT-Fächer heißen und häufig der “Profilbildung” von GY dienen. Ich bin für ein Zwei-Säulen-Modell. Von 5 bis 10 eine Gesamtschule, die entweder integrativ oder kooperativ organisiert ist, ab der 11 ein reines Oberstufenkolleg für alle Oberstufenschüler*innen.
Das ändert aber nichts an den möglichen Schulabschlüssen am Ende der SekI. Die verpflichtenden Themen laut Lehrplan sind für alle Schulformen der SekI ohnehin die gleichen – und wie alle Lehrkräfte schulformübergreifend beklagen kaum zu schaffen.
… und “abgeschaltet” gegen “abgeschult”.
Ahhh ja. Danke. 🙂
Aber gerne doch
“…die möglicherweise besser auf einer Realschule aufgehoben wären.”
Hallo? Leistungsgesellschaft?
Die ziehen halt auf Kosten ihrer Gesundheit durch, so wie wir Erwachsenen es erwarten und vormachen
Leistungsgesellschaft? Schon lange nicht mehr. Erbengesellschaft trifft es eher.
Volle Zustimmung diesbezüglich, aber ich finde es schon interessant, wie sich über angenlich mangelnde Leistungs- und Opferbereitschaft aufgregt wird, gleichzeitig sollen “die falschen” Kinder und Familien sich nicht am Gymnasium abmühen – am Ende schaffen die es noch! °_°
Machen Sie eine Umfrage an Ihrer Schule 🙂
Machen wir quasi jede Woche. Gehört zur Schulkultur. Klassenrat/Klassenstunde bis einschließlich 10. Jahrgang.
Bin mir nicht sicher, wie anonym Sie den gestalten können. Probieren Sie mal etwas Schulumfangendes aus.
Andere berichteten von Klassenratsergebnissen abweichenden Antworten
Wahrscheinlich nur eine Erfindung von Jan Böhmermann 😛
Mir gefällt der Artikel gar nicht. Das ist doch alles ein alter Hut, was da kritisiert wird. Zensuren, Fächerkanon, stillsitzen…. Es ist jahrzehntelang daran herumgedokert worden mit den Ergebnissen, die wir jetzt haben: viel Spaß, aber wenig Lernen; viel Mitbestimmung, aber wenig Bock auf Anstrengung, viel Nachsichtkeit und wenig zufriedene Lehrer….. Es sind die Lehrer, die nun immer öfter hinschmeißen wollen. Die Rezepte der Autorin sind nicht praxistauglich, sie sind ja schuld an der Misere, die wir nun haben.
Der sogenannte “heimliche Lehrplan” ist eigentlich das, was die Schüler lernen trotz ihrer Lehrer und nicht wegen.
Was soll sich geändert haben? Ja, es sind immer mehr psychisch krank. Aber Schule war dabei eine konstante Größe. Wir sind in Schule viel schülerfreundlicher als früher,viel mehr Differenzierung, leichtere Klassenarbeiten. Lasst uns die ZPs abschaffen und alles ist so wie früher schulisch. Und dann lasst uns schauen, woher die Probleme wirklich kommen: Keine Erholung für das Gehirn, keine Pause, Bildschirm 24/7.
Die Neuausrichtung der Schule ist sehr komplex, schaut euch den Film ” Lehrerzimmer”, ausgestrahlt im ZDF am 4.5. an…..war/ bin entsetzt, wenn die Schule so eine Atmosphäre bietet, klappt es mit der Wissensvermittlung eher schlecht…
Hat mit Schule so viel zu tun wie ein “Tatort” mit Polizeiarbeit.
Wie, Fuck you Göthe beschreibt nicht die Realität in deutschen Klassenzimmern? Oh, holy shit!
Aber “heul leise, Chantalle” habe ich häufiger im Schulalltag genutzt.
(Vornamen natürlich individuell angepasst)
Ich schaue immer Emergency Room, um mir ein Bild von der Realität im Gesundheitswesen zu machen.
Gehen Sie in die Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses, die Wartezeit die Sie dort verbringen ist viel spannender und dauert garantiert länger als die Gesamtzeit einer Staffel.
Ich erinnere mich an die einzige Szene, die ich in einer Klinikserie je gesehen habe: eine dringende Magenspiegelung im Rennen durch einen Krankenhausflur. Das war mir dann doch ein bisschen zu übertrieben…
Übrigens fehlen in meiner Klasse an der Gesamtschule ohne Hausaufgaben genauso viele Schüler:innen aufgrund psychischer Probleme. Und bei keiner Person davon war die Schule der Grund.
Anmaßend. Typisch Lehrer. Oschaiter und Psychologen müssen sich fachlich Stunden mit dem Kind in der Gesamtsituation beschäftigen, bevor eine Einschätzung getroffen werden kann. Der Lehrer kann es aber für alle Schüler.
In dem ganzen Forum hier werden viele Probleme die bestehen, bewiesen.
Mein Sohn hatte eine Grundschullehrerin die wusste. Es gibt kein ADS. Und es gibt kein Mobbing bei Ihr, weil Sie immer alles mitkriegt.
Ich lasse IMMER erstmal den Oschaiter ran!
Der is a ganzer Gschaiter.
“In der Schule lerne ich zu gehorchen.”
Was ist das bitte für eine Schule? Wo gibt es das noch? Bei uns werden sogar in der Grundschule alle Kinder durch Diskussionen und Abstimmungen in wichtige Entscheidungen einbezogen. Das sollte selbstverständlich sein.
Wenn allerdings mit gehorchen das Einhalten von Regeln gemeint ist, sollte auch das selbstverständlich sein. Anders funktioniert ein System mit 350 Personen nicht.
Ohne Rücksicht und das Einhalten von Regeln funktioniert eine Gesellschaft nicht.
Wie ist eigentlich bei diesen Stimmungsberichten die Geschlechterverteilung (m,w,d)? Mir scheint es so, dass da mehr Mädchen schreiben. Ich kann mich täuschen, aber wenn dem so ist, müsste man auch da die Ursachen erforschen, warum es Unterschiede in den Wahrnehmungen der Geschlechter gibt.
Das sind nicht nur “Wahrnehmungen” – gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/02/angststoerungen-wie-soziale-phobien-auf-dem-vormarsch-teenie-maedchen-leiden-besonders/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Also doch überwiegend Mädchen? Und nun? Kürzlich las ich noch was von den abgehängten Jungs. Ist unsere heutige Jugend wirklich so “defizitär”? Wenn ja, warum?
Nicht die Jugend ist “defizitär” – die Perspektiven, die dauerpessimistische Erwachsene der Jugend anbieten (samt realer Weltkrisen, krankmachenden unregulierten Un-Sozialen Medien und einem unbestreitbar maroden Bildungssystem), sind es.
Wir berichten seit Jahren über die Ursachen, Frau Rasfeld thematisiert sie im Beitrag oben – gerne mal lesen. Auch hier zum Beispiel: https://www.news4teachers.de/2025/12/die-haelfte-mehr-maedchen-wegen-angststoerungen-in-behandlung-als-vor-corona/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es geht jungen schlecht und Ihnen fällt gar nichts besseres ein, als sie als “defizitär” zu bezeichnen??
Aber lassen Sie mich raten: Früher war alles besser, aber für Sie war es schwieriger, sie waren abgehärteter als die Jugend heute beschweren sich aber unentwegt weil… tja
Ihnen würde ein bisschen Rasfeld in Bezug auf wertschätzende Kommunikation wirklich guttun.
Danke für den Hinweis.
Was würden Sie Potschemuschka raten, die Kinder als “defizitär” bezeichnet?
Komisch – das alles kritisiere ich seit mehr als 40 Jahren. Und? Hat sich was verändert? Seit 1852 vermutlich nicht. Sorry für die Polemik, aber mehr fällt mir inzwischen nicht ein…
Vielleicht mal überlegen, dass es nicht nur an der Schule liegt, sondern hauptsächlich an den Umgang in und mit der digitalen Welt …
Ein Punkt sollte mMn. auch noch mit bedacht werden – Eltern üben nicht nur manchmal Leistungsdruck (zu hohe Erwartungen) auf ihre Kinder aus.
»Eltern werden enttäuscht von dir sein. Das schlimmste Gefühl auf Erden:”
Manche Eltern übertragen auch ihre eigenen Ängste/ schlechten Erfahrungen aus ihrer eigenen Schulzeit auf die Kinder:
https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/kinder-jugendpsychiatrie-psychosomatik-und-psychotherapie/ratgeber-archiv/artikel/aengste-von-eltern-uebertragen-sich-leicht-auf-kinder-therapeutische-hilfe-wichtig/
Wie Elternängste Kinder prägen – und wie man gegensteuert
Und noch ein mMn. wichtiger Punkt: In Zeiten von zunehmend immer mehr (Psycho-)Ratgebern besteht die Gefahr einer “Psychologisierung” der Gesellschaft:
https://lexikon.stangl.eu/40376/psychologisierung
Gesellschaft im Therapiemodus – Wir psychologisieren uns zu Tode
Und ehe jetzt der Shitstorm beginnt: Ich negiere nicht, dass es psychische Probleme bei Menschen (jeden Alters) gibt. Und es ist gut, dass psychische Erkrankungen heute nicht mehr so stigmatisiert werden, wie früher. Allerdings habe ich das Gefühl, dass wir jetzt ins andere Extrem verfallen.
Das ist tatsächlich auch mein Eindruck. Wir kennen Eltern, die mehrere Ärzte abgeklappert haben, bis die gewünschte Diagnose endlich vorlag. Mittlerweile gibt es sogar Geheimtipps, zu welchen Praxen man gehen muss, um das zu bekommen, was man möchte.
“Wir kennen Eltern, die mehrere Ärzte abgeklappert haben, bis die gewünschte Diagnose endlich vorlag.”
Queerdenker*innen? 😛
Manchmal sind Sie ja sogar richtig, richtig witzig.
Ich sehe Ihre genderfluiden QuEErdenker*innen gerade bildlich vor mir… 😉
Ein Hoch auf meinen Schreibfehler, sonst hätten Sie keinerlei Beitrag bringen können 😀
Aber im Ernst, was halten Sie von den ganzen gestörten Querdenker*innen, die (teils ähnlich bekloppte) Ärzt*innen um gefälschte Atteste und nicht selten um den Beruf brachten?
Und sich da noch künstlich über Eltern aufregen, die ärztlich attestiert (!) bekommen, das Kind wäre krank… Wer macht sowas?
“In Zeiten von zunehmend immer mehr (Psycho-)Ratgebern besteht die Gefahr einer “Psychologisierung” der Gesellschaft”.
Dann können Sie ja mal langsam Ihre zum Artikel weithehend zusammenhangslosen Beiträge zurückfahren?
Oder was hatte die Kritik im Bereich Psychotherapie nochmal konkret mit Frau Rasfeld zu tun? 😉
Und noch ein interessanter link.
Kritik an einer Konzeptualisierung der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie als Fokalbehandlung – Wolfgang Albrecht
So und nun überlege man …. wenn gut ausgebildete Psychotherapeuten die Grenzen von Therapien sehen und es auch dort zu Fehlern (Defizitorientierung) kommen kann …. wie wirken sich gut gemeinte psychologische “Analyse und Beratung” von Laien (Lehrern, Erziehern, Sozialarbeitern, Eltern) evtl. auf sensible Kinder aus?
Dr. Manfred Lütz (Psychiater, Psychotherapeut) schreibt dazu:
“Die Konzentration auf Vergangenes und auf Defizite des Patienten können bei ungeschickter Handhabung sogar das bewirken, was man “Psychotherapiedefekt” genannt hat: die Herstellung einer psychischen Störung durch Psychotherapie.”
(in seinem Buch “Irre. Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen.”)
… und er bringt auch ein Beispiel in diesem lesenswerten Buch:
“…. Eines Tages kam zu mir ein erfolgreicher Medienmensch, der in so eine Behandlung geraten war. Nach einigen Wochen der Überlegung, ob er nicht doch irgendwelche Macken besitze, war dieser eigentlich höchst selbstbewusste Mann völlig verunsichert. Denn mit Psychoautorität war ihm ausdauernd nahegelegt worden, seinen eigenen psychischen Bauchnabel kritisch zu betrachten. Jetzt ging es ihm erwartungsgemäß herzlich schlecht. …”
“wie wirken sich gut gemeinte psychologische “Analyse und Beratung” von Laien (Lehrern, Erziehern, Sozialarbeitern, Eltern) evtl. auf sensible Kinder aus?”
Na zum Glück haben wir Sie, die Kritik an Psychotherapie fachmännisch über den Artikel stülpt, als wäre alles das Gleiche 😀
Ich verstehe diesen ganzen Stress nicht. Die Lehrer muessten vielleicht mehr ihr Wissen vermitteln indem sie erklaeren und den Unterricht interessant gestalten. das Problem besteht in den vielen Faechern , die die Schueler lernenmuessen und fuer die viele nicht begabt sind , z.B. Mathe Oder Physik. Ich verstehe ausserdemnicht, dass die Schueler sich so einsam fuehlen. Sie koennten ja zusammen mit den Schulfreunden lernen und sich gegenseitig helfen..
Als ich das Abitur bestehen musste, 1964 , hatten wir eine Gruppe von 4 gebildet und wiederholten zusammen.
Es ist direkt Schade, dass die Jugend ein solches negatives Bild der Schule hat. Was spaeter wenn sie im Berufsleben stehen werden? Das Problem der Zeit ist typisch Deutsch, sie haben nie Zeit..Das Problem. Ist auch die Grundschule, da lernt man vielleicht zu wenig und der Uebergang zur hoeheren Schule faellt sehr schwer.
Ich habe in Italien Sprachen gelehrt und musste feststellen : in der Mittelschule hatte ich viele Probleme mit den Schuelern Weil sie voellig unvorbereitet waren. Das haengtmit denSchulprogrammen zusammen..Erfolg hatte ich nur in den hoeheren Schulen Liceo classico und scientifico..in den Berufsschulen hatte fast niemand Interesse etwas zu lernen,Ihrer Meinung nach brauchten sie fuer Ihren Beruf keine Sprachen.
Wer lernt also ? Wer motiviert ist und sich motivieren laesst..Der empfindet das Lernen nicht als Stress.
Mit freundlichen Gruessen
Lydia Schropp
Sprachlehrerin ,Messina.
Die Schueler muessen angeregt werden,man muss sie ueber Ihre Meinung fragen u.s.w. der Lehrer muss Interesse AN den Schuelern und seinem Fach zeigen.
Meine Erfahrungen als Schuelerin u d als Lehrerin habe ich in meinem autobiografischen Buch geschildert : Erzaehltes, Erlebtes, Empfundenes , das Dezember 2024 beim.Novum.Verlag,Neckenmarkt ,Oesterreich erschienen ist. Zwar habe ich das Buch aus anderen Gruenden geschrieben und zwar geben Aufruestung und Militarisierung..
Gesamtübersicht: Alle Indikatoren
Indikator
Kinder / Jugend / Schule
Allgemeinbevölkerung
Faktor
Block A — Gewalt & Kriminalität
Gewalttaten an Schulen
+37% (2022–2024)
+1,5% p.a.
~25×
Gewalt gegen Lehrkräfte
+79% (2015–2024)
+18,9% (2019–2024)
~4×
Gewalttätige Kinder <14 als Täter
Höchststand 2024; +100% seit 2016
+1,5% p.a.
~67×
Mobbing an Schulen
30% monatlich betroffen
kein Äquivalent
—
Schulklima (gleicher Kiez)
17% vs. 49% Mobbing je nach Schule
—
Faktor 3
Block B — Psychische Gesundheit
Psych. KH-Behandlungen (Anteil)
18,9% aller Behandlungen (Schüler)
5,9% aller Behandlungen (Erwachsene)
3,2×
Psych. KH-Anstieg (20 Jahre)
+36,5% (10–19-Jährige)
+4,0% (alle Altersgruppen)
~9×
Psych. Belastung (Selbstauskunft)
51% (2024), +5 Pkt. in 1 Jahr
moderater Anstieg
schneller
Depression: Behandlung Mädchen 15–17
+27% seit 2019
Erwachsene: ~5,7% p.a.
~5×
Essstörungen Mädchen
+38% seit 2019
kein Äquivalent
—
Angst + Depression gleichzeitig
Verdoppelung 2019–2024
—
2×
Selbstverletzung (Jahresprävalenz)
14% der Jugendlichen
~1–2% Erwachsene
7–14×
Selbstverletzung (Lebenszeit)
25–35% — EU-Spitze
~5% Erwachsene
5–7×
Suizidversuche (Schulbefragungen)
6–9% der Schüler
1 Mio. Fälle; +57% seit 2000
Bevölkerung +5%
~11×
Burnout-Rate Lehrer / Sozialpäd.
29% — höchste aller Berufsgruppen
~5–7% gesamt
4–5×
Langfristige Ausfälle Lehrkräfte
60% Schulleitungen berichten Zunahme
—
—
PISA-Leistung
Historischer Tiefstand 2022
Bildungsausgaben +5,3% gleichzeitig
Inversion
Psych. Erkrankung: Einweisungsrang
#1 bei Jugendlichen (2024)
Platz 5 bei Erwachsenen
qualitativ
Schulabsentismus
Steigt — bundesweit nicht erfasst
Krankenstand: dokumentiert
Systemblindheit
Quellen ? wären interessant bitteschön.
Kommt im.zwieten Artikel.
Ach bitte macht mal ‘ne Studie über die Erzieher/innen welche ebenso an Schulen arbeiten(Grundschulen).
WIR EXISTIEREN überhaupt nicht!!!!!
EINE SCHANDE!!!!!!!