
In Sachsen-Anhalt soll die Jugendarbeitslosigkeit mit einem Masterplan deutlich reduziert werden. Land, Arbeitsagentur und Jobcenter wollen die Jugendarbeitslosigkeit bis 2030 auf unter vier Prozent senken, wie Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) und Bildungsminister Jan Riedel (CDU) in Magdeburg nach der Kabinettssitzung bekanntgaben.
Mit der konzertierten Aktion soll der Übergang von Schule in Ausbildung und Beschäftigung besser gelingen. Die Zahl arbeitsloser Menschen unter 25 Jahren ist in Sachsen-Anhalt in den vergangenen zehn Jahren um mehr als zwölf Prozent gestiegen. Im Mai 2026 waren 8,8 Prozent der 15- bis 25-Jährigen arbeitslos. Rund 80 Prozent von ihnen verfügen den Angaben zufolge über keinen anerkannten Berufsabschluss.
«Kein junger Mensch darf uns hier im Land verloren gehen», sagte Grimm-Benne. Bildungsminister Riedel betonte, es sei nicht zufriedenstellend, dass so viele Schüler die Schule ohne Abschluss verließen. «Deswegen müssen wir was tun», sagte der CDU-Politiker. Nötig sei eine gute Praxisorientierung an den Schulen und die Weiterentwicklung der beruflichen Orientierung.
Aktivierungs- und Vermittlungsoffensive geplant
Weiterhin sollen mit dem Masterplan benachteiligte Jugendliche besser gefördert, Nachqualifizierungen ausgebaut und eine Aktivierungs- und Vermittlungsoffensive gestartet werden. Auch Sprachförderung, sozialpädagogische Begleitung und aufsuchende Beratung sind Teil des Pakets.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Agentur für Arbeit, Markus Behrens, verwies auf die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Der demografische Wandel und der steigende Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften verschärften die Fachkräftesituation, sagte Behrens. Deshalb sollten auch junge Menschen im Alter bis 35 Jahre ohne Schul- oder Berufsabschluss stärker in den Blick genommen und unterstützt werden. News4teachers / mit Material der dpa










Mehr Praxisorientierung. Klingt nett. Für einige Hauptschüler der Klassen 8 und 9 im Rhein-Neckar-Raum wurde in Zusammenarbeit mit teilnehmenden Firmen ein Praktikumstag eingeführt. Das heißt, an vier Tagen in der Woche sind die Jugendlichen in der Schule und an einem Tag in einem der Betriebe. Ziel ist es, Hauptschülern Perspektiven zu öffnen und eventuell bei gutem Engagement und Verhalten direkt eine Lehrstelle zu sichern. Das Programm läuft seit den Osterferien. Und so langsam berichten die betreuenden Lehrkräfte, dass dieser Tag nun immer mal wieder geschwänzt wird und erste Klagen kommen („Müssen wir da wirklich hin?“). Es mangelt nicht immer an Angeboten, sondern an den Jugendlichen, die als Konsequenz allenfalls erfahren, dass sie in ihrem zugeteilten Betrieb keine Lehrstelle kriegen. Das wars.
Man lässt junge Menschen auch dadurch verloren gehen, indem sie keine unmittelbaren Konsequenzen zu befürchten haben. Man sucht sich immer externe Faktoren, weshalb Jugendliche keinen Abschluss machen oder in der Jugendarbeitslosigkeit versanden. Die teils extreme Lustlosigkeit, gepaart mit dem Wissen, notfalls vom Staat aufgefangen zu werden, ist eine toxische Mischung für jede Motivation. Natürlich trifft das nicht auf alle zu. Aber es war schon immer so: Wer sich aus einer prekären Lage befreien möchte, muss seinen Beitrag dazu leisten.
Immer dieselbe Leier: Druck, Strafe, Qual, Jammertal.
Wie steht’s denn in den Betrieben – haben die Beschäftigten immer Lust auf Schülerpraktikanten? Was für Sanktionen sollen die Unternehmen denn bekommen, wenn ihr Angebot einfach schlecht ist (weil Sie doch so gerne mit Strafen um sich schmeißen)?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Soweit ich weiß, suchen Unternehmen händeringend Azubis.
Frage 1:
Welche Motivation haben Unternehmen, die sich freiwillig für ein solches Programm melden, ihr Angebot so derart schlecht zu gestalten, dass das Schwänzen der SuS quasi als Notwehr zu betrachten ist?
Frage 2:
Gehört die Herausbildung von Resilienz und Durchhaltevermögen nicht auch zu den Lern- und Erziehungszielen der Schule? Ist es SuS daher nicht zuzumuten, sich mal eine Weile durchbeißen zu müssen, auch wenn das Angebot auf den ersten Blick nicht hip zu sein scheint? Sollen sie nicht lernen, dies ggf. zu kommunizieren und damit ihre eigenen Interessen und Ziele zu formulieren und zu verteidigen? Schwänzen ist einfach nur die billigste und einfachste Form der Konfliktvermeidung. Bringt für die Persönlichkeitsentwicklung nichts.
„Welche Motivation haben Unternehmen, die sich freiwillig für ein solches Programm melden, ihr Angebot so derart schlecht zu gestalten, dass das Schwänzen der SuS quasi als Notwehr zu betrachten ist?“
Kostenlose Hilfsarbeit? Zu wenig Personalkapazitäten, um sich um die Schüler zu kümmern? Keine pädagogische Kompetenz?
Uns müssen Sie übrigens nicht erklären, dass Schwänzen doof ist – wissen wir. Es geht hier aber um 14-, 15-Jährige. Und wie wir dem Post entnehmen, handelt es sich dabei nicht um Musterschüler. Sofort ertönen reflexhaft Rufe nach Sanktionen für die Schüler (welche denn – Handyverbot?). Wir wüssten aber zunächst mal gerne, wie die Konditionen des Projekts aussehen, wie die beteiligten Unternehmen darauf vorbereitet wurden, wie sie von den Schulen begleitet werden.
Würden (Konjunktiv!) Problemschüler einfach nur in Betriebe geschoben, um dort wundersam von ihren Motivationsproblemen geheilt zu werden – würde es uns nicht wundern, wenn das Ergebnis nicht so dolle ausfiele.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Kaum berichten Lehrkräfte, dass manche Schülerinnen und Schüler ihre Praktikumstage schwänzen oder nach wenigen Wochen fragen „Müssen wir da wirklich hin?“, kommt sofort die Gegenfrage: Vielleicht sind die Betriebe schuld. Vielleicht sind die Praktika langweilig. Vielleicht fehlt den Unternehmen die pädagogische Kompetenz.
Natürlich gibt es schlechte Praktikumsplätze. Die gibt es überall. Aber man sollte sich auch einmal anschauen, was eigentlich von den Betrieben erwartet wird.
Viele Unternehmen suchen händeringend Nachwuchs. Gleichzeitig arbeiten viele Abteilungen ohnehin schon am Limit. Fachkräftemangel ist kein Schlagwort mehr, sondern Alltag. Es fehlen Menschen, die die eigentliche Arbeit machen. Und genau diese Menschen sollen zusätzlich Praktikanten betreuen, erklären, motivieren und auffangen.
Und zwar für Jugendliche, die nur einen Tag pro Woche kommen.
Bis jemand einigermaßen angekommen ist, ist schon wieder fast eine Woche vorbei. Der wirtschaftliche Nutzen ist praktisch null. Der Aufwand dagegen durchaus vorhanden. Viele Tätigkeiten dürfen Minderjährige ohnehin nicht selbstständig ausführen.
Trotzdem machen Betriebe mit. Nicht, weil sie kostenlose Arbeitskräfte suchen, sondern weil sie hoffen, junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen. Sie investieren Zeit und Personal in Jugendliche, die sie gar nicht kennen.
Und dann wird geschwänzt.
Da darf man schon die Frage stellen, warum die Verantwortung in solchen Diskussionen fast automatisch bei den Betrieben gesucht wird.
Natürlich ist Schwänzen nicht immer nur Faulheit. Aber irgendwann gehört auch dazu, dass junge Menschen lernen, Verpflichtungen einzuhalten. Nicht jede Aufgabe macht Spaß. Nicht jeder Arbeitsplatz ist auf Anhieb spannend. Und manchmal muss man sich eben auch durchbeißen.
Was manche Kritiker offenbar erwarten, ist bemerkenswert: Die Schulen sollen die Jugendlichen schicken, die Betriebe sollen sie motivieren, pädagogisch begleiten und nebenbei noch die Folgen von Erziehungs- und Motivationsproblemen auffangen.
Mit Verlaub: Betriebe sind keine Wunderheiler.
Viele Unternehmen gehen ohnehin auf dem Zahnfleisch. Sie kämpfen mit Personalmangel, steigenden Anforderungen und der Suche nach Nachwuchs. Wenn sie sich trotzdem an solchen Projekten beteiligen, verdienen sie zunächst einmal Anerkennung und nicht den Generalverdacht, die Praktikanten schlecht zu behandeln.
Am Ende funktioniert so ein Modell nur, wenn alle ihren Beitrag leisten: Schulen, Eltern, Betriebe – und eben auch die Jugendlichen selbst.
Denn Förderung ohne Eigenleistung ist keine Förderung. Sie ist bestenfalls Beschäftigungstherapie.
Und wenn sich Unternehmen irgendwann aus solchen Programmen zurückziehen, weil sie immer wieder dieselben Erfahrungen machen, verlieren am Ende gerade diejenigen Jugendlichen, die wirklich eine Chance suchen.
„Mit Verlaub: Betriebe sind keine Wunderheiler“ – genau. Und deshalb muss ein Programm, das Jugendliche praktisch ohne Erfolgserlebnisse in ihren Schulkarrieren und entsprechend wenig Selbstvertrauen erreichen soll, auch sehr vernünftig pädagogisch konzipiert und begleitet werden.
Mit Binsenweisheiten (und Sanktionsdrohungen) kommt man da nicht weiter.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
mmer wenn Jugendliche Verpflichtungen nicht einhalten, lautet die Antwort offenbar, dass das Konzept noch nicht gut genug war, die Begleitung noch nicht intensiv genug und die Pädagogik noch nicht ausgefeilt genug.
Irgendwann muss man aber auch akzeptieren, dass ein Teil des Problems vielleicht gar nicht im Konzept liegt.
Viele Betriebe machen bei solchen Programmen mit, obwohl sie ohnehin am Limit arbeiten. Sie stellen Zeit und Personal zur Verfügung und hoffen, junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen.
Und wenn dann geschwänzt wird, lautet die erste Frage wieder, ob die Betriebe genügend pädagogische Kompetenz hatten.
Mit Verlaub: Betriebe sind Unternehmen und keine Jugendhilfeeinrichtungen.
Und 14 oder 15 Jahre sind auch kein Kleinkindalter mehr.
Vielleicht gehört zu Bildung irgendwann auch die Erkenntnis, dass nicht jedes Problem durch noch mehr Betreuung, Begleitung und Konzepte gelöst werden kann.
Manchmal muss man Jugendlichen auch zumuten, dass Verlässlichkeit und Durchhaltevermögen Teil des Erwachsenwerdens sind.
Sonst erziehen wir am Ende junge Menschen, für die immer jemand anderes verantwortlich ist. Nur sie selbst nicht.
……Manchmal muss man Erwachsenen/Eltern auch zumuten, dass Erziehung zu Verlässlichkeit und Durchhaltevermögen, Teil einer stabilen Persönlichlichkeitsentwicklung sind…..so dass junge Menschen zB am Beispiel lernen können.
Sonst haben wir als Schule immer weniger Chancen, unser Kerngeschäft zu erledigen, weil wir immer mehr Erziehungsaufgaben übernehmen – sollen, müssen…….
würde ich sagen
„ Und deshalb muss ein Programm, das Jugendliche praktisch ohne Erfolgserlebnisse in ihren Schulkarrieren und entsprechend wenig Selbstvertrauen erreichen soll, auch sehr vernünftig pädagogisch konzipiert und begleitet werden.“
Ohne Frage, da sind wir einer Meinung. Und Sie wissen woher, dass dies in dem von Vehrenkamp erwähnten Projekt nicht so war?
Wir haben Fragen gestellt – nachdem Herr Vehrenkamp pauschal die Verantwortung den Schüler*innen zugeschoben hat.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„ nachdem Herr Vehrenkamp pauschal die Verantwortung den Schüler*innen zugeschoben hat.“
Sehen Sie, und hier unterscheidet sich unsere Lesart. Ich lese: es ist ein Programm, um Jugendliche bestenfalls in Ausbildung zu vermitteln. Es ist ein durch Lehrkräfte betreutes Praktikum. Nach einigen Wochen fehlen etliche SuS unentschuldigt. Gründe werden nicht angegeben – nur Unlust, weiter am Praktikum teilzunehmen. Meiner Erfahrung mit betreuten Praktika nach beschweren sich SuS sehr schnell bei der betreuenden Lehrkraft, wenn sie angeranzt oder schlecht behandelt werden oder sonstiges offensichtlich nicht in Ordnung mit der Praktikumstelle ist. Außerdem stehen betreuende Lehrkräfte mit der Praktikumsstelle in Kontakt und kümmern sich in Zusammenarbeit mit den betrieblichen Betreuern um genau solche Schwierigkeiten. Also schlussfolgere ich genauso wie Vehrenkamp (auch lediglich meine ü30jährige Erfahrung): kein Bock der SuS. Ist ja auch wesentlich anstrengender, als in der Schule abzuhängen.
Sie lesen hingegen: SuS schwänzen das Praktikum: offensichtlich haben die Mitarbeiter keinen Bock auf Praktikanten, behandeln diese schlecht und deshalb gehen die SuS nicht hin.
Selbst wenn man unterstellte, dass Sie Recht haben: in diesem Fall ist Schwänzen die schlechteste aller Alternativen, das hab ich weiter oben bereits geschrieben. Zum Leben gehört nun mal dazu, sich schwierigen Situationen zu stellen – und Konfliktbewältigung zu trainieren ist das beste Mittel, um sein Leben in den Griff zu bekommen. Und ehe jetzt kommt: „Ja, aber wenn sie das nicht können?“, hier die Info: als betreuender Lehrer nehme ich bei berechtigten Beschwerden meine Schnuppis notfalls an die Hand und mache das mit ihnen gemeinsam. Und ich unterstelle meinen Kollegen, dass sie das ebenfalls tun. Das ist nämlich in diesem Fall unser Job.
„Das ist nämlich in diesem Fall unser Job.“
Darum geht’s hier doch gar nicht. Gerne mal den Chatverlauf (auch die folgenden Posts) lesen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
ÜbrigensM Schulen und die darin schaffenden LuL sind auch keine Wunderheiler … nur mal so nebenbei bemerkt.
Ein Medizinstudium ist keine Wochenendfortbildung….nebenbei angemerkt.
„Kaum berichten Lehrkräfte, dass manche Schülerinnen und Schüler ihre Praktikumstage schwänzen oder nach wenigen Wochen fragen „Müssen wir da wirklich hin?“, kommt sofort die Gegenfrage: Vielleicht sind die Betriebe schuld.“
Warum auch nicht? In beiden Fällen geht es ja um die Minderheit der Schüler*innen, da gibt es verschiedene Ursachen, die durch die Lehrkrafte ausgemacht und bestenfalls geklärt werden können.
Aber wenn einseitig angeführt wird, es würde immer an den Schüler*innen liegen, muss man sich ja nicht wundern, dass auf die andere Seite des Spektrums verwiesen wird :/
„ Kostenlose Hilfsarbeit? Zu wenig Personalkapazitäten, um sich um die Schüler zu kümmern? Keine pädagogische Kompetenz?“
Wenn man keine Personalkapazitäten hat, um SuS zu betreuen, bewirbt man sich wohl kaum um die Teilnahme an einem solchen Programm. Und jeder, ausnahmslos jeder Personaler weiß, dass Praktikanten in den ersten drei Arbeitswochen (also in den ersten 15 Arbeitstagen) keine Entlastung bringen, weil sie erst mal in die Abläufe eingearbeitet werden müssen. Keine pädagogische Kompetenz – ja, das ist möglich. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dies in mehreren Firmen so gravierend auftritt -insbesondere unter Beachtung der Tatsache, dass im Vorfeld die Inhalte eines Praktikums abgesprochen werden.
Ich lese im Post von Vehrenkamp nicht, dass die SuS einfach nur dahin abgeschoben werden würden, und die Betriebe sich nicht für die SuS interessieren würden. Im Gegenteil gibt es offensichtlich die Praktikanten betreuende Lehrkräfte.
„Wenn man keine Personalkapazitäten hat, um SuS zu betreuen, bewirbt man sich wohl kaum um die Teilnahme an einem solchen Programm.“
Kommen Sie mal beim Eiscafé in unserer Innenstadt vorbei.
Es sagen die Chefinnen und Chefs zu, deren Angestellte dürfen dann die Praktikant*innen versorgen…
Es ist allgemein üblich, dass Praktikanten keine Chefbetreuung haben.
Wie gesagt, schauen Sie sich das mal vor Ort an 😉
„offensichtlich die Praktikanten betreuende Lehrkräfte“
Ohhh jaaa
Und meist ohne Stundenanrechn6ng oder anderes tralala
Ich habe noch mal bei einer betreuenden Lehrkraft nachgefragt: Schulen, IHK, Jobagentur Rhein-Neckar und die Organisation „Biotopia“ sind in das Projekt involviert und haben Firmen gesucht, die für diese Schülerschaft ein Praktikum anbieten können und wollen. All diese Betriebe sind Ausbildungsbetriebe und haben Verantwortliche mit Ausbilderschein, die sich neben den Lehrlingen im Haus, um die Schülerpraktikanten kümmern. Zusätzlich ist von jeder teilnehmenden Schule eine verantwortliche Lehrkraft benannt worden, die Kontakt zu den Betrieben hält und unregelmäßige Besuche vor Ort macht. Abgedeckt werden Berufe, die mit einem Haupt- oder Realschulabschluss machbar sind: Einzelhandel, Kfz-Mechatronik, Gärtnerei, Altenpflege… im Grunde werden alle Bereiche bedient.
Wenn man diesen Firmen nun die Suche nach „kostenloser Hilfsarbeit“ unterstellt, kann man gleich jedes Bemühen sein lassen. Kritiker wären mit keinem der Betriebe zufrieden. Inwiefern sich ein 14-Jähriger wirklich gewinnbringend einbringen kann, sei zudem dahingestellt. Natürlich kann nicht jeder Schüler seinem absoluten Wunschberuf nachgehen – Fußballstar, Influencer, Youtuber und Am-Handy-Chiller werden leider nicht angeboten. Stattdessen gibt es echte Einblicke in den Arbeitsalltag, also genau das, was immer gefordert wird. Berufsorientierung, mehr Praxis, Kontakt zu echten Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Doch natürlich wird das von vielen Schülern nicht als Chance, sondern als Belastung gesehen – so wie alles, was Leistung von ihnen abverlangt. Leider sind es Stimmen wie Ihre, die hier Wasser auf die Mühlen kippen. Was genau verlangen Sie denn von den Firmen? Roter Teppich mit Vollverpflegung und Mindestlohn?
„Doch natürlich wird das von vielen Schülern nicht als Chance, sondern als Belastung gesehen – so wie alles, was Leistung von ihnen abverlangt.“
Wieso ist das „natürlich“? Wir kennen Projekte mit Hauptschülern, bei denen das ganz anders läuft: „Im laufenden Schuljahr konnten so über 100 Schülerinnen und Schüler erfolgreich in Praktika vermittelt werden. Die Bilanz spricht für sich: Rund 70 Prozent der Jugendlichen waren mit ihrer Wahl hochzufrieden, und fast ein Drittel kann sich vorstellen, genau in diesem Beruf die spätere Ausbildung zu beginnen. Schulleiterin Christine Schneppe stärkte den Jugendlichen den Rücken und betonte einen wichtigen Aspekt: In der heutigen Zeit besitzt eine fundierte handwerkliche und fachliche Ausbildung einen enormen Stellenwert, der dem eines Studiums in nichts nachsteht. Wie erfolgreich die Praxisphasen verlaufen sind, zeigten die Berichte der sieben anwesenden Schüler in der Bücherei vor Ort.“ Quelle: https://rp-online.de/nrw/staedte/erkrath/erkrath-hauptschule-vermittelt-100-schueler-in-praktika_aid-149092349
Dieses ewige Gemecker über die angeblich so faule Jugend, die nur mit Strafandrohungen in Bewegung zu bringen ist, nervt uns sehr.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nervt mich auch, da ich jeden Tag mit dieser “ faulen Jugend “ arbeite.
Es ist wie überall, wir haben solche und solchtene, global über einen Kamm scheren sollte allerdings bes ein Fachmann nicht – auch wenn es mehr orientierungslose Schüler innen [ ich möchte jetzt nicht wieder das Fass mit den xxx Gründen – Medien, Peers, Eltern….aufmachen] werden und damit mehr Arbeit und Einsatz – auch für SozPäds.
Unsere Arbeitslosenklassen explodieren dieses Jahr.
Tja und Viele, insbes unsere Kollegen, die eigentlich soz. Arbeit/ SozPäd studiert haben, wollen nicht in Klassen mit Jugendlichen ohne Ausbildung. Pustekuchen, jeder darf mal wieder > pädagogisch wirken.
Sie haben recht. Natürlich gibt es viele Schüler, die das Projekt wertschätzen und viel davon mitnehmen. Ich betreue eben zu 99% ein Klientel, bei dem das nicht so ist und nein, da liegen nicht immer psychische Ursachen dahinter. Aber ich gebe auch das wieder, was mir die betreuenden Lehrkräfte berichten. Die Flinte ins Korn werfen zu wollen ist hingegen leider auch kein Einzelfall. Dass die Jugendarbeitslosigkeit zu hoch ist, liegt aber auch an den Jugendlichen selbst und nicht nur an externen Faktoren.
Ich kenne das doch auch aus dem BVJ. Da wird eine ganze Reihe von Schülern nicht zur Prüfung zugelassen, weil sie zu wenig Praktikumstage absolviert haben. Das sind Betriebe, bei denen viele Schüler über die Jahre erfolgreich Praktika abgeschlossen haben. Da liegt es nahe, eher nicht das Problem beim Betrieb zu suchen.
Sie haben mit diesen Jugendlichen auch nichts zu tun.
Und das wissen Sie – woher? Herzliche Grüße Die Redaktion
Ich folge den Beiträgen von Rektor_80 seit Jahren und garantiert fundiert sein Beitrag auf einer aufrechten Meinung und ist kein Wegwerfaccount, der nach einer Woche vergessen ist ^^
Gemecker über Jugend ist nur ein typisches Verhalten der älteren Generation, die selbstgerecht die eigene Sturm und Drangzeit vergessen hat.
Stimmt. Sie hingegen haben das perfektioniert und meckern alle Altersgruppen gleichermaßen an.
Chapeau!
Oh, ich hätte eine Spitzenidee für die direkte Umsetzung für mehr tollen Praktikumsplätze – auch für Bildungsferne oder Motivationsschwachmaten:
n4t eröffnet mindestens alle 6 Wochen mindestens zwei bis vier SuS die Möglichkeit zu einen 14-tägigem Erfahrungsgewinn im redaktionellen Bereich eines bedeutsamen deutschen Bildungsportals.
So könnten pro Halbjahr mindestens 12 bis 16 SuS wertvolle Berufserfahrungen im Bereich „Medien“ absolvieren („irgendwas mit Medien, halt“)
Berichtet doch bitte von euren unmittelbaren Erfahrungen mit unserer Klientel … wir könnten dann noch besser auf Augenhöhe kommunizieren.
Typisch, anstatt sich mal zu freuen und dankbar zu sein dafür, dass hier eine anständige journalistische Plattform angeboten wird über Jahrzehnte, kommen solche seltsamen Vorschläge mit Hinweis auf Augenhöhe.
„Motivationsschwachmaten“
Eine – der eigenen Aussage nach – echte Lehrkraft….
Aber wer wüsste schon von einem Zusammenhang von Motivation und Lernen – gerade bei Jugendlichen (augenroll)
„n4t eröffnet mindestens alle 6 Wochen mindestens zwei bis vier SuS die Möglichkeit zu einen 14-tägigem Erfahrungsgewinn im redaktionellen Bereich eines bedeutsamen deutschen Bildungsportals.“
Den Vorschlag finde ich unironisch gut, solange die Praktikant*innen nicht in die bodenlose Geringschätzung von Schüler*innen und unprofessionelle Arbeitsverweigerung von Lehrkräften im n4t-Forum erhalten…
Genau das meine ich, reflexartig sucht man die Schuld im externen Spektrum, denn es kann ja nicht sein, dass es demotivierte Schüler sind, die einfach keine Lust haben, sich in Schule oder im Praktikum anzustrengen, da auch keine Konsequenzen zu befürchten sind.
Haben die Beschäftigten immer Lust auf Schülerpraktikanten? Wahrscheinlich nicht – und schon gar nicht, wenn diese unmotiviert vor Ort ihr Tagwerk verrichten oder wenn sie zu spät kommen oder schwänzen. Wenn das (freiwillige!!!) Angebot eines Unternehmens tatsächlich zu schlecht sein sollte, kann man es aus dem Pool der anbietenden Unternehmen nehmen. Vielleicht schreibt ein entsprechender Praktikant zusätzlich eine miese Bewertung auf Google, wer weiß?
Aber auf der einen Seite werden Angebote gefordert, dann werden sie gemacht und dann sucht man die Schuld beim mangelndem Interesse der Schülerschaft natürlich nicht bei den Schülern, sondern bei den Unternehmen. Sollen die sich doch gefälligst mehr anstrengen. Da sehe ich die immer selbe Leier: andere sind immer schuld, Eigenverantwortung nicht mehr nötig und existent, man darf arme Schüler nicht belasten, denn jeder bringt heute eine Diagnose mit…
Sie sind der Meister des Pauschalierens – wie übrigens viele der SozPädkollegen, die in Bayern mit A13 an BS bei uns einsteigen.
(Für diese ist unsere Mangelsituation eine echte Chance „von der Straße wegzukommen“ > O-ton)
Was bin ich froh, dass die Betriebe, mit denen ich es tagtäglich zu tun habe, differenzierter ‚urteilen‘.
Wenns nicht geht, geht’s eben nicht – immer freiwillig begründet.
Doch – es geht sehr oft, vlt motivieren sie einfach anders/ geduldiger/geschickter als Sie.
Ich bin leider nicht in Bayern, sondern bei einem privaten Träger in BW angestellt – nichts mit A13, ich verdiene deutlich weniger als eine Lehrkraft. Ich bin in der Familienhilfe tätig und gebe meine Beobachtungen wieder. Den täglichen Kampf gegen Windmühlen kann und möchte ich nicht schönreden. Wenn Sie dahinter reine Pauschalisierungen vermuten, muss ich Sie enttäuschen. In der Realität wäre es mir lieber, Sie hätten mit Ihrer Aussage recht.
OMG – nix Neues.
Hatten wir in NRW als BuS-Klassen sogar mit zwei Praktikumstagen je Woche. Leider wurden die BuS-Klassen gestrichen und KAoA ausgerufen.
Exakt das …. Und die BUS-KuK wurden nach all der vorbereitenden und betreuenden Arbeit (Betriebe akquirieren, Kontakte halten und pflegen, quasi rund um die Uhr ansprechbar sein zu müssen) einfach abgehängt.
War vor gut 30 Jahren selber in diesen BUS-Projekten involviert … das war überdurchschnittlich erfolgreich … und wurde aus monetären Gründen nach wenigen Jahren schlicht wieder eingestampft.
und die Red wundert sich, dass es an und in den Schulen oder z.B. auch bei begleitenden Soz-Päds, wie Rüdiger Vehrenkamp Vorbehalte gegen „innovative Konzepte gibt, die dieses Problem in den Fokus nimmt“.
Da ist es natürlich viel einfacher, man belegt begründete Vorbehalte einfach mit einem negativen Zuschreibungsreflex.
Wenn es nur „Vorbehalte“ wären – es sind Vorurteile, die stets ideologisch und pauschal und zutiefst negativ begründet werden. Diese traurige Weltsicht wagen wir zu hinterfragen, ja. Wir sind nicht die Redaktion von „Depression aktuell“.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Mitunter sind es keine Vorurteile, sondern Erfahrungswerte. Aber sei es drum, ich hab meine Erfahrungen, Vehrenkamp seine, und Sie haben Ihre Meinung.
… und die Erfahrungen der vielen Menschen, mit denen wir tagtäglich arbeiten, und die (trotz aller Mühen) meilenweit von diesen Untergangsszenarien entfernt sind.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Depression aktuell“? Jetzt haben Sie mich doch etwas zum Schmunzeln gebracht. Vorurteile? Schön wärs. Streichen Sie das und ersetzen Sie es durch 15 Jahre Erfahrungswerte.
Sie haben keine Erfahrungswerte an Reformschulen. Herzliche Grüße Die Redaktion
Streng genommen hab ich nicht mal Erfahrung an irgendeiner Schule, wohl aber mit den Schülern, wenn wir sie zuhause betreuen. Da sind im Grunde alle Schularten dabei, wobei einzig das Gymnasium weniger vertreten ist als alle anderen. Auch Reformschulen vollbringen keine Wunder.
Doch, tun sie – aus der Sicht eines Menschen, der meint, dass sich Kinder und Jugendliche nur über Strafandrohungen motivieren lassen, ganz sicher.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ach, ohne mögliche Konsequenzen aufzuzeigen, klappt es besser?
Ich spreche von Konsequenzen, die es nun einmal gibt, wenn man seiner Pflicht nicht nachkommt. Finanz- und Ordnungsämter machen sehr gut vor, wie das geht. Wenn Sie Ihrer Steuererklärungspflicht oder der Streupflicht im Winter nicht nachkommen, haben Sie dafür geradezustehen. Wenn wir bei Kindern und Jugendlichen ständig Ausnahmen machen und sie nicht auf Pflichten hinweisen UND auf deren Einhaltung bestehen, werden sie es als Erwachsene erst recht schwer haben.
Intrinsische Motivation alleine genügt offensichtlich nicht. Bekanntlich springt ein gutes Pferd nur so hoch, wie es muss.
„Bekanntlich springt ein gutes Pferd nur so hoch, wie es muss.„
Also nur im absoluten Ausnahmefall auf der Flucht etc., es sei denn es wurde speziell darauf trainiert auch auf Kommando zu springen?
Pferde, die nicht auf der Flucht sind, krachen ihrer Meinung nach in Hecken und Gräben?
Möglicherweise haben Sie „So hoch, wie es muss“ mit „kann“ verwechselt.
Wenn Sie unbedingt glauben wollen, dass das Springen über Hecken und Gräben zum natürlichen Verhalten von Pferden zählt, dann tun Sie es meinetwegen.
„Finanz- und Ordnungsämter“
Was machen die bei Kindern und Jugendlichen? (augenroll)
Kinder und Jugendliche werden – oh Wunder – auch mal erwachsen. Eigentlich sollten wir sie im Kindes- und Jugendalter auf diese Welt vorbereiten. Das sehen Sie offensichtlich anders. Aber vielleicht legt sich mit 18 tatsächlich der Schalter um und plötzlich erfüllt man sehr gerne alle Pflichten.
Also nichts, solange sie minderjährig sind.
Wollen Sie also nicht lieber konkret Institutionen und deren Maßnahmen beschreiben, welche JETZT auf die Kinder einwirken können?
Möglicherweise sahen Sie (vor langer Zeit) mal jemanden im Spiegel, der ein Angebot machen kann (anstatt die Schutzbefohlenen als „faul“ abzustempeln)
Aber nicht, dass SIE sich am Ende verantoertlich fühlen, die „Eigenverantwortung“ wird ja an die Elternhäuser weitergereicht, besonders gerne an Ihre Clientel, welche dieser nachweislich nicht gerecht werden kann/ will… Pech fürs Kind 🙁
Nanana, Sie schrieben mir doch wiederholt, an wie vielen Schulen und Schulformen Sie sich landesweit herumschlagen. Keine falsche Bescheidenheit 🙂
Danke für den konstruktiven Beitrag.
Wo sehen Sie im Vergleich die Nachteile von KAoA?
Was waren das für Betriebe? Ich habe den Eindruck, dass Hauptschüler spätestens dann, wenn sie merken, dass sie mit ihren Abschlüssen die Berufe, die sie gerne machen wollen, nicht machen können oder es zwar formal geht, aber lieber andere angestellt werden, oft sehr frustriert sind. Natürlich wird das nicht zugegeben, da wird Coolness und Desinteresse demonstriert. Aber irgendwann kommt es doch : “ Frau M. Wir sind dumm, nicht wahr?“
Tatsächlich für mich ein großes Argument für längeres gemeinsames Lernen. Junge Leute dürfen nicht schon mit 10 Jahren so entmutigt werden.
Siehe oben: Angeboten werden Einblick in Berufe, die mit einem Haupt- oder Realschulabschluss erreichbar sind. Das ist nichts Utopisches, aber man muss sich eben dafür auch mal hinsetzen und lernen. Zudem gibt es die Chance, dass sich Schüler im Praktikum so hervortun, dass ihnen unabhängig von Noten ein Ausbildungsplatz angeboten wird. Das Praktikum sollte eher ermutigen, statt entmutigen.
„Man lässt junge Menschen auch dadurch verloren gehen, indem sie keine unmittelbaren Konsequenzen zu befürchten haben.“
Ihnen ist schon die Ironie bewusst, dass Sie immer härtere und unmittelbare Konsequenzen fordern, diese aber nie benennen?
Wahrscheinlich würden Sie sich sehr gut mit der zustänigen Politik verstehen, dass „da etwas schief läuft“ und „etwas passieren müsste“, ohne das etwas konkret folgt.
„Aber es war schon immer so: Wer sich aus einer prekären Lage befreien möchte, muss seinen Beitrag dazu leisten.“
Wessen Eltern kein Deutsch können, ist in dieser prekären Lage auf sich selbst gestellt.
Ich meine, wer sollte sich da sonst zuständig fühlen? Sie?
Auch, ja, denn wir sind in solchen Familien drin. Viele Eltern wünschen sich zudem, dass ihr Kind vernünftig Deutsch lernt und einen guten Abschluss macht. Was dabei nur übersehen wird – und das sehen wir auch hier in der Diskussion – dass gute Leistungen nicht vom Himmel regnen und der eine mehr, der andere weniger dafür tun muss. Das versuchen wir zu vermitteln.
„Viele Eltern wünschen sich zudem, dass ihr Kind vernünftig Deutsch lernt und einen guten Abschluss macht.“
Sind das die von Ihnen als „faul“ bezeichneten Familien? (augenroll)
Oder soll ich Ihren Ausweichversuch ernst nehmen, wieder keine konkreten Forderungen zu formulieren, sondern – politikreif! – über allgemeines Lernen zu schwadronieren, es falle nichts vom Himmel?
Sorry, Sie sind der Sozialarbeiter, der im Internet seine eigene Klientel als „faul“ bewertete und auf dieser Grundlage gegen alles schießt, was dieser Gruppe helfen soll.
Mit Ihnen muss man sich nicht über Lernchancen unterhalten – den Schwächsten geben Sie keine
Falsch. Die Schwächsten ignorieren vorhandene Lernchancen und Hilfsangebote oder halten sich nicht an Abmachungen. Konkrete Vorschläge habe ich schon öfter gemacht, gelten aber natürlich bei jenen als unpopulär, die noch immer denken, alles konsequenzenfrei mit Worten und viel gutem Zureden regeln zu können. Als da wären Geldbußen oder ein Absenken des Kindergeldes – natürlich nicht ad hoc, sondern als letztes Mittel. Stand heute verschießen wir keine jedoch Warnschüsse, sondern Platzpatronen – und mein Klientel weiß das und nutzt das aus.
Wer morgens lieber pennt, anstatt sein Pflichtpraktikum anzutreten, sollte es in den Ferien nachholen müssen. Und wer das nicht tut, muss finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Wird alles so nicht kommen. Also heißt es weiterhin mit viel warmen Worten und ganz viel Watte zu arbeiten, um vielleicht, ganz eventuell, möglicherweise ein Umdenken zu erreichen. Und wenn nicht? Auch egal.
„Die Schwächsten ignorieren vorhandene Lernchancen und Hilfsangebote oder halten sich nicht an Abmachungen.“
Wie praktisch. Dann sind sie selbst schuld – und man muss sich als Sozialarbeiter keinen Kopf mehr darum machen, den Kindern und Jugendlichen zu helfen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Öhm…tatsächlich: Ja.
Sie können keinen Menschen zwingen, etwas zu wollen.
Der menschliche Wille ist (letztlich) nicht verfügbar.
Ist schlicht unmöglich – und das wird hoffentlich auch für immer unmöglich bleiben.
Wenn also jemand freiwillige Angebote zu seinem besten immer wieder unterläuft, ausschlägt oder sabotiert…macht es tatsächlich deutlich mehr Sinn, seine Energie auf die zu richten…die wollen.
Von daher: Ja.
Sozialdarwinismus in Reinform. Dann hoffen wir mal für Sie, dass Sie niemals pflegebedürftig werden – und Unterstützung erst dann kommt, wenn Sie eine den vom Staat bestellten Helfer überzeugende Haltung, sich selbst trockenlegen zu wollen, demonstriert haben. Sonst gibt’s Sanktionen. (Spaß.)
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Die Schwächsten ignorieren vorhandene Lernchancen und Hilfsangebote oder halten sich nicht an Abmachungen.“
Sagen Sie das so Ihren Arbeitgebern und fragen Sie um deren aufrichtige Meinung, ob Sie noch für Ihre Klientel geeignet sind oder sich nicht lieber ans Gymnasium bewerben sollten – diese Kinder sind hinsichtlich des Lernens so, wie Sie es sich wünschen
„Als da wären Geldbußen oder ein Absenken des Kindergeldes – natürlich nicht ad hoc, sondern als letztes Mittel. “
Ab welchen Noten verhängen wir solche Bußgelder?
Soll ich bspw. den Sonderschulen schon bescheid geben, wo viele Schüler*innen entwicklungsbedingt Ihre Vorstellungen (noch!) nicht erfüllen, sondern es LERNEN MÜSSEN?
Und wie wollen Sie es begründen, dass wir die Schüler*innen, welche sich nicht an Abmachungen halten (können), dazu ermächtigen, stattdessen für etwas bestrafen, was sie nachweislich nicht können?
Und wie immer: Wenn Sie sich für die ERHÖHUNG VON BÜRGERGELD UND KINDERGELD einsetzen, um überhaupt eine rechtliche Basis für Kürzungen zum Existenzminimum hin – nicht darunter – könnten Sie dies gerne fordern. Wäre da aufrichtug bei Ihnen, aber Sie tun es nicht, beißt sich aber mit Ihrem Bild der faulen Familien, schätze ich…
So bleiben wir bei Ihrem „konkreten“ Vorschlag, das Grundgesetz zu brechen und Kinder in die Existenzgefährdung zu treiben, weil Sie deren Familien als „faul“ befunden und abgeschrieben haben.
Toller Ansatz! (augenroll)
Im Ernst, Sie tun sich (heute) sehr schwer mit den Familien, für die Sie gezielt eingesetzt werden.
Wenn bspw. jemand in der Polizei aufgrund der beruflich bedingten Grenzefahrungen ganze Bevölkerungsgruppen abschreibt, ist es vielleicht Zeit innezuhalten, zu überlegen, ob man diesen Beruf noch mit der gleichen Haltung ausüben kann, wie zu Beginn, und ggf. sich neu orientiert.
Wenn Ihre derzeitige Klientel dermaßen belastet, dass Sie fordern, Finanz- und Ordnungsämter sollen Kinder bestrafen, vielleicht ist es Zeit.
Am Gymnasium gibt es unzählige Kinder – auch aus prekären Verhältnissen – die unter großen psychischen Belastungen leiden, unter Mediensucht, Mobbing, Antisemitismus, Rassismus, die zu Hause keine stabilen Rahmenbedingungen etc.
Die könnten wahrlich von Ihnen profitieren und ich glaube unironisch, es täte Ihnen gut
Und wieder pauschal, pauschal, pauschal: “ Die Schwächsten ignorieren……“
Ist denn sonst hier weiter kein Sozialarbeiter/ Kollege soziale Arbeit unterwegs?
Es bräuchte dringend differenziertere Aussagen.
Interessant in diesem Zisammenhang ist ein Projekt aus Nordhausen (Thüringen):
https://www.tagesspiegel.de/politik/der-landrat-der-eine-arbeitspflicht-durchsetzt-mit-dem-burgergeld-wurde-zu-viel-druckebergertum-herangezuchtet-15675739.html (Bezahlschranke)
bzw. als Doku:
https://www.mdr.de/video/mdr-videos/reportagen-dokus/video-exactly-jobcenter-greift-durch-arbeitspflicht-fuer-arbeitslose-100.html
Ist es interessant?
Immerhin weichen Sie von Schüler*innen auf Erwachsene aus (in Ermangelung konkreter Quellen?)
Aber ja, ohne Druck geht es nicht immer (behauptete niemand) und mehr Druck löst die Probleme nicht (da fehlen seltsamerweise immer die Belege und Quellen…)
Wenn Sie jemanden aus dem Jobcenter ansprechen, werden die Ihnen als Erstes etwas von doppelt- und dreifacher Bürokratie schimpfen.
Aber wenn Sie wen kennen, der eine KWG melden möchte, weil das Kind zu schlechte Noten hat, hauen Sie raus 😉
Die Quellen sind verlinkt, schauen/lesen müssen Sie schon selbst. Und falls Sie dazu keine Zeit aufwenden wollen: es geht um junge Erwachsenen ohne Ausbildung und/oder ohne Schulabschluss.
Hier wurde der Mangel an Quellen im vorherig relevanten Themenkontext zu Kindern und Jugendlichen mokiert.
Offensichtlich ist die Kritik auch bei Ihnen angekommen, andernfalls ist Ihre schnippische Reaktion gediegen.
Ach Unverzagte…
Was Kritik betrifft: es ist hilfreich, zu wissen, was genau der Kritisierende eigentlich meint. Gut, dass Sie erkennen, worauf RainerZufall abzielt – mir fehlt diese Fähigkeit zu oft und auch in diesem Fall.
Ich verstehe jedoch auch bei Ihnen nicht, worauf Sie abzielen.Von daher: Erklären Sie es mir gern.
„Schnippisch“ ist ein echt schönes Wort (vom Klang her beschreibt es genau das, was es meint), aber was an meiner Reaktion jetzt schnippisch war? Keine Ahnung….
Und was genau bedeutet Ihr letzter Satz eigentlich? Hab’s mal mit der Bitte um Erklärung in ein LLM eingegeben, aber auch das zuckt hilflos mit den Schultern.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika BB
Wiederholungen langweilen mich, also erspare ich sie Ihnen und mir oder darf ich uns tippen ?
Gediegen gefällt mir als Wort ebenso wie schnippisch.
Ich kann damit leben, dass der Sinn Ihrer Aussage auf ewig Ihr Geheimnis bleibt, kein Problem! 😉
Sehr erleichternd für alle Beteiligten.
Ne, ich glaube, Mika BB meint, das würde Wellen schlagen und nicht Zeit und Resourcen verbrennen, um an Schulen nochmal zwei Jahre nichts ernsthaft angehen zu müssen.
Das gängige Gedankenschema des 19. Jahrhunderts und in diesem Forum (nirgendwo sonst!) scheint auf Motivation durch Angst zu beruhen. Sie haben wortwörtlich keine andere Idee dazu 🙁
Also wenn die Schulzeit VORBEI ist.
Oder halt! Denken Sie, Jugendliche würden diese Dokus sehen und Nachrichten lesen??
Jaja, garantiert wird sich das herumsprechen und mega-erfolgreich sein – wer muss da noch über bessere Schulen nachdenken? (augenroll)
Ja logisch, wenn die Schulzeit vorbei ist. Das von Vehrenkamp beschriebene Praktikum findet statt, um Jugendlichen Ausbildungmöglichkeiten nahezubringen. Und, wann macht man eine Ausbildung? Richtig, NACH der Schule.
Man, man, man….
Danke für die Zustimmung.
Wie ich anmerkte: vielleicht, aber nur vielleicht könnte es sich dann doch lohnen, VORHER mit den Kindern in der Schule zu arbeiten?
Naja, ich warte weiterhin geduldig auf Belege und Quellen, dass sich dadurch die Situation verbessert – nicht dass die Strafen und Bußgelder kaum etwas bewirken 😉
Ich glaube aus meiner persönlichen Erfahrung heraus, dass hier psychische Störungen und Erkrankungen eine Rolle spielen könnten, die nicht über die hier beschriebenen Maßnahmen aufgefangen werden können. Viele Menschen werden gar nicht diagnostiziert, häufig auch deshalb, weil sie keine Termine bekommen oder es vor allem im ländlichen Raum zu wenige Therapeuten gibt. Man müsste deshalb die Schulsozialarbeit und die psychotherapeutischen Praxen stärken und den jungen Menschen Mut machen, sich bei psychischen Problemen helfen zu lassen. Komplette Lustlosigkeit entsteht häufig durch gefühlt fehlende Perspektiven und auch durch die Apathie, die manche Schüler und Schülerinnen befällt, wenn sie nicht gerne zur Schule gehen und trotzdem jahrelang unfreiwillig an diesen Ort gehen müssen. Es kann auch an den Elternhäusern liegen, an dysfunktionalen Familien, an Streit, Not und Schwierigkeiten. Ich fände auch die Schulkrankenschwester, also Gesundheitspflege in der Schule, als sehr wichtig für alle Probleme, die nicht mit der Wissensvermittlung zu tun haben.
Ich glaube nicht, dass man die Probleme durch die beschriebenen Maßnahmen in den Griff bekommt, ohne die psychische Situation in den Blick zu nehmen.
„Man müsste deshalb die Schulsozialarbeit und die psychotherapeutischen Praxen stärken und den jungen Menschen Mut machen, sich bei psychischen Problemen helfen zu lassen.“
Volle Zustimmung diesbezüglich!
Nunja, wenn man jedwede Lustlosigkeit auf eine Diagnose schiebt, müssen wir Schulen künftig nicht mehr mit Lehrkräften ausstatten, sondern rein mit Therapeuten, die hier und da etwas Unterricht machen.
Ich weiß, dass pure Lustlosigkeit bei dem beschriebenen Problem eine große Rolle spielt. Ich habe auch nicht jede Lustlosigkeit auf eine Diagnose geschoben.
Ich weiß allerdings auch aus meiner Arbeit von psychisch erkrankten Kindern, die zunächst durch Schulabsentismus aufgefallen sind. Es war diesen Kindern nicht möglich, mit der zugrunde liegenden Erkrankung zuverlässig zur Schule zu gehen. Häufig wird in Kinder- und Jugendpsychiatrien nur der Schulabsentismus behandelt, bis der Schüler oder die Schülerin wieder zur Schule geht. Es kommen dann weitere Auffälligkeiten hinzu und irgendwann erkennt hoffentlich irgend jemand, dass psychisch etwas im Argen liegt. Vielleicht erkennen es die Eltern und sei es aus Überforderung. Gut wäre es aber auch, wenn es eine „Schulschwester“ gäbe oder tatsächlich eine therapeutische Fachkraft, die gemeinsam mit den Eltern für das Kind Hilfe suchen würde.
Aus meiner Sicht würde eine therapeutische Fachkraft ausreichen, so dass die Lehrkräfte unterrichten könnten und psychische Auffälligkeiten zum Wohl des Kindes zunächst unter demselben Dach gut aufgehoben wären.
Okay, da bin ich ja bei Ihnen. Die wirklich diagnostizierten Fälle machen bei uns in der Familienhilfe, je nach Jahrgang, zwischen 15 und 20% aus. Bei den anderen sind es Fehler in Erziehung und genereller Motivation, Ich-Bezogenheit mit dem Wunsch sofortiger Bedürfnisbefriedigung oder einer grundlegenden „Kein Bock“-Haltung, da keine Konsequenzen zu befürchten sind.
Ich sehe auch sehr gut Ihren Punkt.
Wir nicht. Wir sehen, dass Herr Vehrenkamp eine Haltung bei seiner Klientel voraussetzt, die sie nicht haben kann – weil sie sonst nicht seine Klientel wäre.
Davon, wie man Menschen aufbaut, haben wir von ihm hier noch nie etwas gelesen – es geht bei ihm immer nur um Sanktionsdrohungen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Wir sehen, dass Herr Vehrenkamp eine Haltung bei seiner Klientel voraussetzt, die sie nicht haben kann – weil sie sonst nicht seine Klientel wäre.“
Das ergibt ja durchaus Sinn, wenn Vehrenkamp seine Arbeit nicht machen will, von einer nicht existenten Vergangenheit träumt, wo es solche Probleme nicht gegeben haben soll und sich der Realität verweigert, was sein Beruf in der heutigen Zeit verlangt.
Kein Wunder, dass er sich da des Rückhalts einiger Forist*innen sicher wähnt, welche eine ähnliche Professionalität an den Tag legen…
Jepp, das werden wohl alle Lehrkräfte mit Erfahrung (mit S*S und deren Eltern) bestätigen.
Sie aber nicht?
Nö, die betreffenden SuS benennen das im Regelfalls schon selbst korrekt mit „kein Bock“. Die lassen sich nicht pathologisieren.
Dann sollten wir allen einen GPS-Tracker um den Hals knoten … dann wissen wir immer, wo die sich gerade aufhalten.
Chopper, nur kann garantiert werden, dass Träger und Tracker zusammen bleiben.
Heißt lateinisch chippen.