
Die Forschungsministerin zeigte sich zudem besorgt über Spionage. Wissenschaftsfreiheit bedeute nicht Spionagefreiheit, warnte Bär bei der Veranstaltung. Sie verwies auf Untersuchungen, ob am Saarbrücker Forschungszentrum für IT-Sicherheit Cispa sicherheitsrelevante Forschungsergebnisse an ausländische Stellen gelangt sind.
Brosius-Gersdorf: «Wir lassen uns nicht einschüchtern»
Die Potsdamer Juraprofessorin Frauke Brosius-Gersdorf forderte mit Blick auf eigene Erfahrungen, Forschenden etwa bei verbaler Diffamierung oder Bedrohung Hilfe zu bieten. «Angriffe auf einzelne Wissenschaftler – ich habe sie selbst erlebt (…) erfordern personelle, psychologische und finanzielle Unterstützung», sagte sie. «Wir lassen uns nicht einschüchtern, wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen und schon gar nicht politisch lenken.» Ihre von der SPD vorgeschlagene Wahl zur Richterin am Bundesverfassungsgericht war im Juli 2025 wegen Vorbehalten aus der Union abgesagt worden, nachdem es eine Kampagne rechter Medien gegeben hatte. Sie zog ihre Kandidatur schließlich zurück.
Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) sagte, die Wissenschaftsfreiheit sei nicht selbstverständlich. «Was es heute braucht, ist der Mut der Selbstbehauptung, etwas zu verteidigen, was man verlieren kann», sagte Schüle. Sie organisierte das Treffen mit ihrer Ministerkollegin aus Baden-Württemberg, Petra Olschowski (Grüne).
Wissenschaft an mehreren Stellen bedroht
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sieht in einem Positionspapier die Wissenschaft und Forschung an vielen Stellen bedroht: durch Angriffe auf einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Institutionen und auf nationale Wissenschaftssysteme.
Wie sich das in der Praxis auswirken kann, zeigt etwa der Blick in die USA. Dort schwelt eine Auseinandersetzung zwischen der Regierung von US-Präsident Donald Trump und mehreren Spitzenuniversitäten. Das Weiße Haus wirft Teilen der Hochschullandschaft eine linksliberale Ausrichtung sowie unzureichende Maßnahmen gegen Antisemitismus vor und versucht, über Fördermittel politischen Einfluss auszuüben. Der Harvard University war zwischenzeitlich die Aufnahme internationaler Studentinnen und Studenten sowie deren Einreise verboten worden, Gerichte setzten diese Vorhaben jedoch außer Kraft. News4teachers / mit Material der dpa
„Völliger Unsinn“: Spitzenforscher warnen vor Folgen eines AfD-Wahlsiegs für Hochschulen










Wenn Frau Bär die Wissenschaft in Deutschland schützen will, soll sie Jens Spahn die BILD wegnehmen
In Zeiten, in denen zumindest größere Forschungsprojekte einer Finanzierung bedürfen, kann die Wissenschaft immer nur so frei sein wie diejenigen es erlauben, die über die Finanzierung entscheiden. Das führt nun leider zu einem politischen Einfluss im System. Zum Beispiel gab es viele Millionen Fördermittel aus dem BMBF für die empirische Bildungsforschung. Und je nachdem, wer da das Sagen hat, werden die Mittel in eine bestimmte Richtung gelenkt, das ist fast nicht vermeidbar. Für die Wissenschaftler bedeutet das, sich der Politik anzupassen.
„Und je nachdem, wer da das Sagen hat, werden die Mittel in eine bestimmte Richtung gelenkt, das ist fast nicht vermeidbar. Für die Wissenschaftler bedeutet das, sich der Politik anzupassen.“
Gerne mal erklären, was das heißen soll. Selbstverständlich bestimmt derjenige, der eigens für eine seriöse Untersuchung bezahlt, deren Forschungsthema – er bestimmt aber nicht die Ergebnisse.
Bei der internationalen empirischen Bildungsforschung (wie PISA, TIMSS oder IGLU) bestimmen die Geldgeber nicht mal das Forschungsthema. Sie sind halt mit dabei oder eben nicht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aber ob PISA, TIMSS usw. stattfindet oder nicht, bestimmt keine „freie Wissenschaft“, sondern Politiker.
Und ob die „Gelingensbedingungen“ der Ganztagsschule oder die der Halbtagsschule untersucht werden, ist auch ein Unterschied, den nicht die Wissenschaftler bestimmen, sondern diejenigen, die die Gelder bewilligen.
Nicht anders ist es bei der Frage, wie viele Gelder für Gender Studies aufgewendet werden, wie viele für Atomenergie bzw. für Sonnen- oder Windenergie, für Raumfahrt oder für Polarforschung. Die Wissenschaft ist nur so „frei“ wie Gelder zur Verfügung stehen, und diese Freiheit kann nie absolut sein.
„Aber ob PISA, TIMSS usw. stattfindet oder nicht, bestimmt keine ‚freie Wissenschaft‘, sondern Politiker.“
Das ist falsch. Auftraggeber der internationalen Schulleistungsstudie TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) ist die IEA (International Association for the Evaluation of Educational Achievement), ein internationaler Verband für Bildungsforschung mit Sitz in Amsterdam. Der weltweite Auftraggeber der PISA-Studie ist die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), die angewandte Forschung und Datenanalyse betreibt.
Politiker*innen entscheiden lediglich, ob ihr Land sich beteiligt – oder nicht. Wenn nicht, dann müssen sie das aber gegenüber ihrer Öffentlichkeit begründen.
Richtig ist: Natürlich werden mit Forschungsgeldern, ohne die große internationale Studien nunmal nicht zu machen sind, wissenschaftliche Kapazitäten in bestimmte Richtungen gelenkt. Richtig ist aber auch: Seriöse Forschung ist transparent – jede*r beteiligte Wissenschaftler*in ist namentlich benannt. Es kann also jeder (entsprechende Kompetenz vorausgesetzt) nachprüfen, was und warum was untersucht wird.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Aber ob PISA, TIMSS usw. stattfindet oder nicht, bestimmt keine „freie Wissenschaft“, sondern Politiker.“
Quellen jenseits Ihres Bauchnabels und Ihren Expertenmeinungen auf Tiktok über Genderstudies? (gähn)
Aber ja, wenn PISA nichts anderes als politisch bestellte Wohlfühlergebnisse lieferte… XD
„Und je nachdem, wer da das Sagen hat, werden die Mittel in eine bestimmte Richtung gelenkt, das ist fast nicht vermeidbar. Für die Wissenschaftler bedeutet das, sich der Politik anzupassen.“
Quellen? Keine? Welch Wunder!
Aber schön weiter am Smartphone daddeln und rauchen – soll heute ja viel gesünder sein 😉