MECKLENBURG-VORPOMMERN. Eine Wutrede auf einer Abiturfeier sorgt derzeit für hitzige Debatten in den sozialen Medien. Auslöser war eine ungewöhnlich hohe Zahl nicht bestandener Abiturprüfungen an dem Gymnasium. Eine Abiturientin, die nach eigenen Angaben das Abitur ebenfalls nicht bestanden hat, machte in ihrer Abschlussrede die Schule mitverantwortlich – und erhob schwere Vorwürfe gegen Teile der Lehrerschaft, wie der Nordkurier berichtet.

Nach Angaben der Schülerin bestanden 17 von 52 Prüflingen das Abitur nicht, eine weitere Person sei gar nicht erst zu den Prüfungen zugelassen worden. „Damit sind 34 Prozent von uns durchgefallen“, sagte sie. Anschließend stellte sie die Frage: „Sind wir wirklich alle zu blöd gewesen? Haben wir nicht gelernt? Oder liegt es vielleicht an anderen Dingen? Sollte die Schule vielleicht mal oder das gesamte System darüber reflektieren, was hier schiefgelaufen sein könnte?“
Zum Vergleich: Landesweit lag die Durchfallquote in Mecklenburg-Vorpommern zuletzt bei rund 7,4 Prozent. Damit liegt der Nordosten im Ländervergleich allerdings bundesweit an der Spitze. In Berlin, Baden-Württemberg und Bayern fallen anteilsmäßig nur halb so viele Prüflinge durch.
Die Schülerin schilderte aus ihrer Sicht erhebliche Mängel bei der Unterrichtsversorgung. Besonders im Fach Mathematik habe es über Jahre hinweg keine Kontinuität gegeben. „Ständiger Lehrerwechsel, zwei Jahre kein vernünftiger Matheunterricht – aber stimmt: Für das Ergebnis des Matheabiturs sind wir ganz allein verantwortlich“, sagte sie ironisch.
Zugleich warf sie Teilen des Kollegiums vor, Unterricht und Materialien über Jahre kaum weiterentwickelt zu haben. „Wie kann es sein, dass so viele Lehrer seit 20 Jahren die gleichen Arbeitsblätter und exakt die gleichen Unterrichtsinhalte vermitteln, wenn die Prüfungen und Erwartungshorizonte sich jährlich ändern? Aber es ist 2026. Die Welt verändert sich, alles wird digitaler und der Prüfungsstoff ändert sich nun mal auch.“
„An die, die unserem Jahrgang die Durchfallquote gönnen: Ganz ehrlich, fickt euch einfach nur alle“
Auch das Verhältnis zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern kritisierte sie scharf. Persönliche Konflikte könnten sich ihrer Ansicht nach bis auf Prüfungsergebnisse auswirken. Zudem bemängelte sie, dass die Vorbereitungszeit auf die Abiturprüfungen verkürzt worden sei, „obwohl sie sowieso schon zu kurz war“.
Trotz der deutlichen Kritik betonte die Abiturientin, sie wolle „natürlich auch nicht alles schlecht darstellen“. Es gebe „wirklich Lehrer, die ihren Job lieben und die das wirklich gut machen“, sagte sie und bedankte sich ausdrücklich bei mehreren Lehrkräften.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Schlussteil ihrer Rede. „An die, die unserem Jahrgang die Durchfallquote gönnen: Ganz ehrlich, fickt euch einfach nur alle“, sagte sie. Anschließend waren aus dem Publikum Applaus und Jubel zu hören.
Nach Informationen des Nordkurier wird die Rede inzwischen über Messenger-Dienste und soziale Netzwerke verbreitet. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Während manche den Auftritt als mutigen Hinweis auf Missstände bewerten, kritisieren andere die Wortwahl als unangemessen für eine Abiturfeier.
Über den konkreten Einzelfall hinaus hat die Rede eine grundsätzliche Debatte ausgelöst. Der ehemalige Schulleiter und Bildungsexperte Gert Mengel sieht in den drastischen Worten vor allem ein Zeichen tiefer Frustration. Die Sprache sei zwar irritierend, schrieb er auf LinkedIn. Zugleich erinnere ihn der Vorfall an Überlegungen der Publizistin und Demokratiepädagogin Marina Weisband, wonach erlernte Hilflosigkeit in Schule auch zu verbaler Gewalt führen könne. Entscheidend seien deshalb Selbstwirksamkeit, Beteiligung und eine Kommunikation auf Augenhöhe.
Mengel formuliert zugleich einen grundsätzlichen Anspruch an Schulen: „Keine Abiturfeier sollte eine Generalabrechnung werden, keine Schulzeit ein Trauma.“ News4teachers
Hier geht es zu einem Podcast, in dem Gerd Mengel mit Marina Weisband spricht.










„Die Schülerin schilderte aus ihrer Sicht erhebliche Mängel bei der Unterrichtsversorgung.“
Wurde denn in der Abiturrede dafür auch ein „F… E…“ an die Politik gerichtet?
Oder ließ man seinen Frust nur an den vor Ort greifbaren Personen ab, die einem ja jetzt nicht mehr nützen oder schaden können? So in bewährter Tradition: „Nach unten treten, nach oben buckeln“?
Ich hoffe, dass das Kollegium der Schule die „Feier“ während der Rede geschlossen verlassen hat, oder gab es auch hier wieder die berühmte „Beamten-Duldungsstarre“?
„Nach unten treten, nach oben buckeln“
Ergibt in diesem Kontext keinen Sinn.
Für den Schüler ist der Lehrer oben nicht unten.
Wegen der Duldungsstarre wird dieses Anliegen aber kaum weiter nach oben gespült.
34 Prozent eines Jahrgangs fallen durchs Abitur. Das Nachfragen folgt prompt: „Sind wir wirklich alle zu blöd gewesen? Haben wir nicht gelernt?“ Die Antwort scheint für die Rednerin festzustehen: Natürlich nicht.
Und dann der eigentliche Skandal: „Wie kann es sein, dass so viele Lehrer seit 20 Jahren die gleichen Arbeitsblätter … vermitteln?“ Ja, wirklich unerhört. Mathematik hält sich seit Jahrzehnten hartnäckig an dieselben Rechenregeln, Goethes Faust weigert sich beharrlich, jährlich neu geschrieben zu werden, und auch chemische Formeln zeigen erschreckend wenig Innovationsbereitschaft. Wobei: Klassiker in einfacher Sprache stehen inzwischen tatsächlich zur Diskussion – und der Multifunktionstaschenrechner macht das Rechnen bekanntlich auch nicht gerade leichter.
Heute stehen Schülern Erklärvideos, KI, Lernplattformen, Online-Nachhilfe und sogar Sofa-Tutoren zur Verfügung – Hilfen, von denen frühere Generationen nur hätten träumen können. Aber das Arbeitsblatt von 2006 ist die eigentliche Zumutung. (Ironie aus.)
Die Frage „Sind wir wirklich alle zu blöd gewesen?“ führt ohnehin in die falsche Richtung. Früher waren Abiturienten nicht intelligenter. Sie mussten allerdings oftmals mehr schriftliche und mündliche Prüfungen absolvieren, konnten sich das mündliche Prüfungsfach nicht einmal aussuchen. Gelernt wurde „selbstwirksam“ mit Büchern, Mitschriften, Freunden – den damaligen „Leidensgenossen“ – und Eigeninitiative. Ein Einser-Abitur war die Ausnahme, heute wirkt es mancherorts fast wie ein Serienprodukt.
Und noch etwas zur Empörung: „Zudem bemängelte sie, dass die Vorbereitungszeit auf die Abiturprüfungen verkürzt worden sei, obwohl sie sowieso schon zu kurz war.“ Auf das Abitur bereitet man sich nicht in den letzten drei Wochen vor, sondern zwei – je nach Bundesland sogar drei – Jahre lang. Wer bis dahin erhebliche Lücken aufgebaut hat, wird sie in der Endphase auch mit neu designten Arbeitsblättern und der Unterstützung der empathischsten Lehrkräfte kaum noch schließen können.
Der rhetorische Höhepunkt der Rede lautete dann: „An die, die unserem Jahrgang die Durchfallquote gönnen: Ganz ehrlich, fickt euch einfach nur alle.“ „Gönnen“? Man könnte fast glauben, im Lehrerzimmer säßen lauter Frau-Mahlzahns, die sich morgens mit diabolischem Grinsen die Hände reiben und überlegen, wie sie heute möglichst viele Abiturienten scheitern lassen. Die Gönnung: null. Die Realität dürfte deutlich langweiliger sein: Lehrkräfte haben in aller Regel ein großes Interesse daran, dass ihre Schülerinnen und Schüler bestehen – schon weil hohe Durchfallquoten für niemanden ein Grund zum Feiern sind.
„Damit sind 34 Prozent von uns durchgefallen.“ Ja. Genau das ist die Aufgabe einer Prüfung: festzustellen, ob die geforderte Leistung erbracht wurde. Prüfungen sind keine Abstimmung über das Wohlbefinden und auch keine Garantie auf einen Abschluss.
„Keine Abiturfeier sollte eine Generalabrechnung werden, keine Schulzeit ein Trauma.“ Dem ist uneingeschränkt zuzustimmen. Nur sollte man den Begriff Trauma vielleicht etwas sparsamer verwenden. Schlechte Noten oder eine nicht bestandene Abiturprüfung sind enttäuschend, ärgerlich und manchmal auch bitter. Aber die gesamte Schulzeit als Trauma? Wenn die schon „traumatisch“ ist – wie sollen dann Ausbildung, Studium, Berufsleben, Kündigungen, Insolvenzen oder private Schicksalsschläge verarbeitet werden.
„Wie kann es sein, dass so viele Lehrer seit 20 Jahren die gleichen Arbeitsblätter und exakt die gleichen Unterrichtsinhalte vermitteln, wenn die Prüfungen und Erwartungshorizonte sich jährlich ändern?“
Woher weiß die Schülerin das überhaupt so genau? Ich sehe darin auch kein Problem, wenn es sich beispielsweise um Übungsblätter zu Themen handelt, die sich nun mal nicht ändern (best. Mathe-Aufgaben, Grammatikübungen). Und die Erwartungshorizonte sind ja eher „weicher“ geworden (allerdings: Für MVP kann ich nicht sprechen.).
Ich hatte mal eine Schülerin, die die 11. Klasse wiederholt hatte. Bei zwei (von mir selbst erstellten) Arbeitsblättern meinte sie ernsthaft in leicht vorwurfsvollem Ton:
„Das Blatt hatten wir letztes Jahr schon!“
Der gleiche dumme Vorwurf kam auch zu einem ganz neu erstellten Arbeitsblatt.
Habe dann nur kommentiert, dass sie es dann ja sicher hinbekommt…
Ich verwende mein für gut befundenes Material im Unterricht auch regelmäßig wieder. Im Laufe der Jahre wird es aber immer wieder korrigiert oder sonst wie überarbeitet, z.B. durch Korrektur von Fehlern. Insofern ist dagegen aus meiner Sicht nichts einzuwenden.
Genauso mach ich es auch. Sehe darin nichts Verwerfliches. Das Present perfect bleibt present perfect mit seinen Signalwörtern, was zu lernen und zu üben ist, egal, ob ich die Sätze oder den Text oder die Bilder darauf ändere…
Gab es denn auch die selbe Klausur aus dem Vorjahr? Wenn ja, wie kommentierte sie das?
Natürlich sind Klausuren immer ähnlich, man hat ja ähnlichen Lehrstoff. Kontexte, Beispiele und Zahlen ändere ich aber natürlich, AFB-III-Aufgaben ebenfalls.
Da müsste man aber wirklich fit im Stoff srin, um das zu bemerken – das hat besagte Schülerin leider nicht bemerkt…
Oder sie ließ es unkommentiert.
Und warum wurde das Ergebnis dann nicht besser, wenn alles schon bekant war?
Warum fragen Sie mich das?
Ich hatte einmal einen Lehrer, der noch die Maschinengeschriebenen Originale in der Mappe hatten.
Die sahen aus wie ein historischer Sensationsfund vergessener Dokumente.
Woher wusste man, dass die über 20 Jahre alt waren?
Es stand ein Datum drauf…Ist ja auch klar. Im Vorofficedateienzeitalter aktualisiert sich das Datum auf maschinengeschriebenen Seiten nicht einfach so.
Nach seinen Angaben hatte er die Materialien in seinem Referendariat erstellt.
Als Laie würde ich frei nach Otto Rehagel annehmen, dass weniger das Alter wichtig sein sollte, sondern ob gut oder schlecht.
Es steht zumindest der These vieler hier entgegen, dass jede Unterrichtseinheit mit unmenschlichen (Zeit) Aufwand und stets neu erstellten Materialien vorbereitet werde und steht meiner These nahe, dass man im Prinzip immer in den selben Ordner greift und dort das selbe Blatt herauszieht.
Als Schüler fühlt man sich trotzdem nicht ernst genommen, wenn einem so richtig schlechte Klassenarbeiten (bei mir waren es in einem Fach immer von Hand geschriebene und dann kopierte Klassenarbeiten) vorgelegt werden. Es waren sogar einzelne Aufgaben komplett durchgestrichen (immerhin mit Lineal, aber trotzdem). Der Lehrer hätte sich wenigstens die Mühe machen können es nochmal sauber, ohne die Aufgaben, die nicht gestellt wurden, abzuschreiben, bevor es kopiert wurde. Ehrlicherweise hätte ich schon erwartet, dass man heutzutage die Klassenarbeiten am PC erstellt. Von uns Schülern hat man auch erwartet, dass wir unsere Projekttagebücher etc. digital erstellen und ausdrucken. Aus diesem Grund finde ich auch, dass es da irgendeine Form von Qualitätskontrolle geben muss. Es geht da ja nicht darum 20% der Lehrer heraus zu fischen und allen Angst ein zu jagen, sondern einfach darum diese einzelnen schwarzen Schafe, die dem gesamten Berufsbild schaden und die in (fast) jedem Unternehmen schon gekündigt worden wären, mal in irgendeiner Form dazu zu bewegen sich ein bisschen mehr Mühe mit dem Unterricht zu geben. Wer sich mit seinem Unterricht Mühe gibt, hat da definitiv nichts zu befürchten, auch nicht, wenn mal die Zeit knapp ist und der Unterricht zwischendurch schlecht vorbereitet ist. Zwischen mittelmäßigem und sehr schlechtem Lehrer ist ein riesiger Unterschied. Ersteres ist teils auch eher subjektiv, zweiteres aber sicherlich irgendwie messbar und würde bei einem Unterrichtsbesuch auch fachfremden Personen auffallen. Nicht nur die Schüler befassen sich da nicht mit dem Unterrichtsstoff, der Lehrer macht es auch nicht (und ist auch sonst nicht mit sinnvollen schulischen Aktivitäten beschäftigt. Elternbriefe schreiben, nebenher KA korrigieren, Schülerkonflikte lösen, die Sammlung aufräumen oder an der Schüler-Leherbindung arbeiten wäre ja noch sinnvoll).
Ich hätte als Schüler eher die Vairante alt/gut oder neu/gut statt neu/schlecht oder alt/schlecht bevorzugt.
Aber das ist natürlich individuelle Ansichtssache.
Es mag noch einzelne Exemplare dieser Lehrer geben, aber das sind ja nun wirklich Raritäten und nicht die Regel. Und Qualitätskontrolle gibt es sehr wohl, bei uns zumindest, da wir eine Fachschaft haben, die klare Vorgaben macht und die Schulaufgaben werden von Kollegen respiziert, es würde demnach durchaus auffallen und Konsequenzen haben, wenn eine Lehrkraft ewig mit den alten Kamellen kommen würde. Am Gymnasium meiner Kinder habe ich es schon erlebt, eine ältliche Lehrerin, die mit total verblassten Arbeitsblättern kam, die ganz offensichtlich noch mit mechanischer Schreibmaschine geschrieben und früher wohl mit Matrize vervielfältig wurde. Die Sätze waren entsprechend altmodisch und der heutigen Zeit unangepasst formuliert. Aber wie gesagt, das sind Ausnahmen.
Hat ein Kabarettist jeden Abend ein neues Programm? Singt eine Band in jedem Konzert neue Lieder? Wenn eine Lehrkraft 20 Jahre das selbe Arbeitsblatt verwendet, hat diese es ca 20 mal verwendet. Ich möchte das Theater sehen, das alle 20 Vorstellungen ein neues Stück zeigt.
Ich wollte mit einem Smiley antworten. Hat nicht geklappt.
Der kleine, entscheidende Unterschied ist, dass das Publikum ins Theater und zu Konzerten freiwillig kommt.
Wo sehen Sie da einen Unterschied zu SuS in der Oberstufe ?
Und was macht das für einen Unterschied, freiwillig oder unfreiwillig?
Die Vorstellungen in einem Theater werden in der Regel (Hardcore-Fans mal ausgenommen) von einem immer neuen Publikum angeschaut.
Aber ebenfalls ist es nicht die Regel, dass ein Schüler ständig die gleiche Jahrgangsstufe (mit den gleichen Arbeitsblättern) besucht. Und selbst wenn: Die Tatsache einer Wiederholung könnte ein Indiz sein, dass der Schüler sich vormals vielleicht nicht intensiv genug den Arbeitsblättern gewidmet hat.
Variierende Arbeitsblätter sind ja auch kein Qualitätsmerkmal an sich. Was sich bewährt hat, darf gerne bestehen bleiben. Veränderung nur der Veränderung willen ist Unsinn. Natürlich gehören auch Arbeitsblätter kritisch betrachtet: Sind sie noch passend, sprachlich und inhaltlich aktuell, usw. ?
Der Vorwurf mit den „alten“ Arbeitsblättern klingt für mich vorgeschoben. Hat die Schülerin denn tatsächlich nach den Unterlagen z.B. eines älteren Geschwisters gelernt? Und war sie ob der identischen Arbeitsblätter so abgrundstief gelangweilt, dass sie beim Selbststudium wiederholt am Schreibtisch eingeschlafen ist?
Normalerweise können clevere Schüler, die eine gewisse „Vorhersehbarkeit“ bei Lehrern bemerken, daraus durchaus Vorteile ziehen.
Was hat das mit der Kritik an 20 Jahre alten Arbeitsblättern zu tun. In der Oberstufe sind die SchülerInnen auch freiwillig.
Entscheidet die Qualität eines Arbeitsblattes oder das Alter?
Anders als bei Weinen, je aktueller (sprich jünger) desto besser.
Manche Lehrkraft hat schon die Elterngeneration unterrichtet. In deren Mappen auf dem Dachboden finden sich evtl. noch die alten Exemplare. 😀
Ältere Geschwister wären auch eine mögliche Informationsquelle.
Gerade in Mathe bewährt sich ein Teaching to the Test mit alten Abituraufgaben. Wer als Lehrer Mathematik im Sinne von Studierbefähigung unterrichtet, bekommt vielleicht gute Mathematiker als Schüler, aber bereitet sie nicht auf die doch speziellen Aufgabenformate des Zentralabiturs vor. Ähnlich wird es bei den anderen Fächern auch sein.
Mathematik ändert sich nicht, aber die relevanten Bereiche verschieben sich. Die Anwendungsfelder in Industrie und Forschung haben sich erheblich verschoben und die digitale Umsetzung ist heute eine ganz andere,
Geothes „Faust“ ist immer noch der gleiche Text. Nur die Sichtweise auf das Frauenbild und die Ethik der Figur Faust haben sich verändert und müssen im Unterricht reflektiert werden.
Und chemische Formeln haben sich in der Anwendungstechnik tatsächlich verändert, denn die Weg zu einer chemischen Verbindung ist prozesstechnisch ein anderer geworden.
Und da es sich um ein Bundesland mit Zentralabitur handelt spielt die Vorbereitung auf aktuelle Standards durchaus eine Rolle. Diese sind einer permanenten Veränderung unterworfen. Und Schule ist als kommunaler Dienstleister verpflichtet diese Vorbereitung zu liefern, sich anzupassen und weiterzuentwickeln. Wie alle anderen Lebensbereiche auch.
Alles richtig.
Aber wenn man durchs Abitur fällt, sollte man bitteschön die Verantwortung dafür nicht auf andere abwälzen. Wie soll das denn an der Uni weitergehen? Will man dort ernsthaft den Prof dafür verantwortlich machen, dass man durch eine Prüfung fällt?
An der Uni fallen durchschnittlich um die 80% in Mathe 1 durch, weil man dort keine Anfänger mitschleppen kann. Beim Abi, das ja nicht spezialisiert kann man aber durchaus den Prüfungsstandard herabsetzen. Den Lernstoff sicher nicht.
Ich finde die Kritik nachvollziehbar. Das Problem, wenn überdurchschnittlich viel durchfallen ist doch offensichtlich. Warum stellt sich auch kaum jemand die Frage, ob die SuS wirklich gut vorbereitet wurden. Ich bereite meine SuS so vor, dass sie möglichst bestehen – liebe KuK- ihr auch ? Oder herrscht zuweilen der Gedanke vor, “ ich mache meinen Stoff, ob sie den verstanden haben, ist ihr Problem.
Bereitet in jedem Fall auf die Uni vor. Zu meiner Zeit hatten wir doch höhere Durchfallerquoten.
Worüber zu sprechen bliebe, die, die die AHR nicht geschafft haben, aber die Zulassung zur Prüfung geschafft haben, sollten prüfen, ob sie die FHR haben.
Damit lässt sich bis auf Lehramt, Jura, Theologie, Medizin und Philosophie jeder andere Studiengang abschließen.
Tja, die alten Fakultäten sind halt etwas Besonderes, für die anderen reicht das Fachabi.
Fachabitur und Fachhochschulreife sind jedoch nicht dasselbe.
Doch, ist es. Es gibt das Fachabitur, mit dem man die Fachhochschulreife erwirbt, die sich auf das Studium an Fachhochschulen oder bestimmten Fächern an Unis beschränkt. Wo sehen Sie da einen Unterschied? Das Abitur führt zur allgemeinen Hochschulreife, uneingeschränkt an allen Unis (abgesehen vom NC). Das ist ja, denke ich, allseits bekannt. Über die FOS 13 kann man die allg. Hochschulreife erwerben, Voraussetzung ist eine zweite Fremdsprache. Damit kann man auch Medizin, Jura etc. studieren, wenn man die entsprechenden Abschlussnoten hat.
In manchen Ländern wird nach Bestehen der 12. Klasse automatisch die Fachhochschulreife anerkannt, wenn man ein zweijährige berufliche Ausbildung dranhängt, in Bayern, Sachsen und Thüringen ist dies nicht möglich.Man kann sich aber als externer Schüler für die Fachabiprüfung bewerben, wenn man Jahrgangstufe 11 und 12 erfolgreich abgeschlossen hat (im Gymnasium z.B.). Die andere Lösung, dass das Bestehen der 11. und 12. Klasse in anderen Ländern ohne Prüfung die Fachhochschulreife wie nach einem bestandenen Fachabi bescheinigt, empfinde ich weder als gerecht, noch als zielführend. So wird das Fachabitur, das (zumindest weiß ich das von Bayern) doch relativ anspruchsvoll ist (selbst Gymnasiasten scheitern da zumindest in den naturwissenschaftlichen Fächern), in seiner Wertigkeit herabgesetzt.
To put it in a nutshell, die Durchlässigkeit unserer Schulsysteme ist trotz aller Unkenrufe sehr durchlässig und die Chancen sind vielfach. Es ist allerdings am Schüler, sich darüber zu informieren oder die Informationsangebote der Schulen anzunehmen und daran scheitert das Ganze oft.
Richtig erkannt, dass es in MVP ohne fachpraktischen Teil keine FHR gibt.
Andere Foristen hier behaupten ja, dass man die FHR bereits mit der Zulassung zum Abitur erwerben würde.
Andere Schulformen können auch Spaß machen 🙂
Ein Klassiker:
https://www.youtube.com/watch?v=D9HvS_niU50
Wenn es nicht läuft, sind immer die anderen schuld. Behaupten das auch die, die bestanden haben?
Naja, wenn dermaßen viele durchfallen, sollte schon einmal auf beiden Seiten nach Ursachen geschaut werden.
Es haben aber auch dermaßen viele bestanden- trotz Unterrichtsversorgung.
Die aber nicht in allen Fächern gleich ist. Welche Fächer haben denn dazu geführt, dass ein Drittel die AHR nicht erreicht hat?
Sie würden also einfach wie gehabt weitermachen?
Wenn S.B. für „saublöd“ steht, dann vermutlich ja:)
Die Durchfaller waren vorher bestimmt keine Einser-Schüler.
Soll auch SuS geben, die sich nicht nach einer Note kategorisieren lassen.
„Die Durchfaller waren vorher bestimmt keine Einser-Schüler.“
Nein, das ist nicht zu vermuten. Allerdings wurden sie alle siebzehn zum Abitur zugelassen und nur eine einzige Person nicht – und das ist schon erstaunlich: Hier besteht mutmaßlich eine auffällige Diskrepanz zwischen den Noten, die diese Schülerinnen und Schüler in der Kursstufe erhalten haben, und den Abiturleistungen.
Genau genommen ist es natürlich Spekulation, eine solche auffällige Diskrepanz zwischen Kursstufe und Abitur anzunehmen – aber das wäre die erste Frage, die ich dieser Schule gerne stellen würde: Wie kann das sein?
Eine mögliche Erklärung wäre, dass wegen vielem Unterrichtsausfall die Klausuren einfacher gestaltet wurden, da nicht alle Themen unterrichtet werden konnten. Diese fehlenden Themen waren aber am Ende trotzdem abiturrelevant und wurden da auch abgefragt. Es bleibt die Frage, ob das auch so kommuniziert wurde: Bringt euch Thema A und B bitte selbst bei. Schulbücher gibt es ja und das Internet auch noch. In der Oberstufe sollte das also kein Problem sein. Dann wäre es ein selbstverschuldeter Fehler der Schüler.
Wenn es aber hieß: Wir haben Thema xy nicht durchbekommen, aber das ist nicht so schlimm, denn das kam in den letzten Jahren auch nicht im Abitur, obwohl abiturrelevant. Also wird das diese Jahr wahrscheinlich auch nicht kommen. Dann würde ich behaupten, die Lehrer waren mit schuldig.
Ist von außen nicht möglich das zu beurteilen. Dafür wissen wir zu wenig.
„Bringt euch Thema A und B bitte selbst bei. Schulbücher gibt es ja und das Internet auch noch. In der Oberstufe sollte das also kein Problem sein. Dann wäre es ein selbstverschuldeter Fehler der Schüler.“
Also, ich habe eine sehr gute Vorstellung, was meine Schulleitung dazu sagen würde, wenn ich ihr vorschlüge, aus welchen Gründen auch immer in der oben beschriebenen Weise zu verfahren – und wie lange ich bräuchte, um mich von dieser Reaktion zu erholen. Die im Übrigen ja auch gerechtfertigt wäre:
Es sind alle abiturrelevanten Themen zu behandeln, fertig. Wie Sie das als Lehrkraft schaffen, ist Ihr Problem, auch wenn Unterricht ausgefallen ist. Wenn Sie glauben, dass Sie es aus irgendwelchen Gründen nicht schaffen, müssen Sie das Ihrer Schulleitung FRÜH GENUG mitteilen. Die erklärt Ihnen dann, wie Sie weiter zu verfahren haben, um das Problem zu beheben. (Einmal dürfen Sie raten, ob mir das schon mal passiert ist…)
Aber einfach Themen auslassen? Verboten, strengstens verboten, allerallerstrengstens verboten. Dann knallt´s – und zu Recht.
Welcher Lehrer A,B,C oder D… wäre da wohl verantwortlich?
„Es sind alle abiturrelevanten Themen zu behandeln, fertig“. Selbst wenn ich das Stundenkontingent verdopple, kann ich unmöglich alle Themen, die evtl. auftauchen könnten, abdecken, das sind hunderte. Wenn man Glück hat, dann kommt ein Themenbereich vor, den man mit Themenwortschatz abgedeckt hat, dazu müsste aber auch der Themenwortschatz bei den Schülern sitzen.
Ich sehe es eher so, dass man Schüler darauf vorbereitet, Aufgabenbearbeitung zu beherrschen, d.h. aufbauend auf einen Grundstock die Herangehensweise, die Möglichkeiten der Werkzeuge, die Ausgestaltung und Fertigstellung.
In Mathe mag das Ganze vielleicht etwas anders gelagert sein. Aber auch da werden nicht unbedingt dieselben Aufgaben gestellt werden, die man im Unterricht behandelt hat.
Und wie diese „Diskrepanzen“ entstehen, das könnte ich hier seitenlang schildern.
Die ganzen kleinen miesen Sprachtechniken, Durchwinkertricks und und und, die an bestimmten Schulen gegen jeden aufgefahren werden, der/die es wagt, den betonfest in den Fühligehirnen verankerten und als absolut unverrückbar gesetzten „Fünfjahresplan“ in irgendeiner Weise durch realistische Noten zu „gefährden“ oder „dem Schüler den Abschluss zu verbauen“.
Zusammen mit anderen Faktoren (z.B. Unterrichtsausfall, ohnehin schon schwacher Jahrgang usw.) kommt dann irgendwann sowas bei raus.
Sehe ich genauso. Statistisch gesehen ist das Ergebnis einfach sehr unwahrscheinlich. Und die Gründe dafür müssen ermittelt werden. In den anderen Schulen ist die durchschnittliche Bestehensquote der zugelassen SuS deutlich höher gewesen. Das ist ein Fakt und sorgt für eine Benachteiligung im Verhältnis zu anderen Schulen.
An meiner Schule gab es auch mal den Fall, dass die Vornoten von den Prüfungsnoten zu stark abgewichen haben und dann hat sich das Landesschulamt eingeschaltet und es wurde uns der zuständige Fachbetreuer zur Seite gestellt.
Zur Zulassung reicht bei uns, dass alle einzubringenden Kurse mit 5 Punkten bestanden wurden. Wenn man vorher überall mit 5 oder 6 Punkten herumkrebst, dann wird man zwar zugelassen, hat aber kein besonderes Polster. Und manchmal gibt es sie 5 Punkte ja auch nur wegen der Mitarbeit und sie Klausuren sind unterm Strich. Da ist dann eben im schriftlichen Abi nicht viel Luft. Zur mündlichen Nachprüfung kann man sich ebenfalls noch anmelden, Fall Hoffnung besteht, ein paar Punkte mehr abzugreifen. Somit muss fürs Durchfallen schon einiges schief gelaufen sein. Merkwürdig wäre nur, wenn vorher alle Einser und zweier SuS gewesen wären und dann durchgefallen wären. Dann müsste man schauen, warum.
Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hatte die durchgefallene Abiturientin, die die „Wutrede“ gehalten hat, im Vorfeld mit einem Schnitt von ca. 2,6 gerechnet – d.h. das war vermutlich das, was irgendein im Internet verfügbares Tool aufgrund der Vornoten prognostiziert hat.
Nein, darauf darf man sich selbstverständlich nicht verlassen – wir dürfen aber aufgrund dieser Information als sicher annehmen, dass die Vornoten nicht überwiegend im Bereich von 05 oder 06 Punkten gelegen haben.
Naja, weil es wirklich unangenehme Gespräch mit den Eltern gibt, wenn man 17 Leute nicht zulässt! Und alle Lehrkräfte haben bestimmt gehofft, dass die Schüler zumindest auf die Abi-Prüfung lernen, also hat man sie auf das Minimum gehoben …
Wenn man die Schule googelt, hatten die vor zwei Jahren eine wirklich gute Abitur-Durchschnittsnote laut regionaler Zeitung. Es ist wohl kein systemisches Problem/Unfähigkeit der Lehrer.
Aber nur wenn man davon ausgeht, dass alle 17 noch minderjährig sind.
Aber wenn es tatsächlich Probleme mit der Unterrichtsversorgung gab? Sind dann doch Schüler schuld?
Nicht selten sind Lehrer länger krank und die Schule gibt keine vernünftige Vertretung, auch im Abitur. Wenn Schüler selber sich das Stoff beibringen müssen, soll es auch so kommuniziert werden und Materialien zur Verfügung gestellt werden.
Ja wenn hilft nicht weiter.
„Schuld“ in welcher Hinsicht?
Moralisch sicherlich nicht.
Kausal? (Es gewusst, aber nicht gegenkompensiert) eventuell schon.
Der Wert ist extrem, keine Frage.
Daraus aber eine PAUSCHALE Unschuld abzuleiten ist genau so daneben.
Meistens sind es ja mehrere Faktoren:
Durchwinker-/Kollegendrangsalierer-OS-Team/OS-Leitung?
Plus noch massiven Unterrichtsausfall?
Plus noch ein schlechter Jahrgang?
Szenario wäre vorstellbar.
Selbstverantwortung ist immer wichtig.
Aber wie können Schüler gegenkompensieren, wenn es viele Unterrichtsausfälle oder viel Lehrerwechsel gibt? Soll nicht die Schule die Lösung suchen? Besonders wenn es um Fächer wie Mathe geht.
Das ist als ob man regelmäßig zum Arzt müsste und da immer ein neuer Arzt ihn behandeln würde, der immer aufs neue Behandlungsstrategien entwickeln würde. Der Patient wäre nur beim Wunder wieder gesund.
Darum sage ich ja: Denkbar, keine 100% Diagnose aus der Ferne möglich.
Wenn ich sehe, wie viele SuS in der OS Nebenjobs für Party, Konsum, Auto haben, wie blitzschnell die digitale Vernetzung funktioniert wenn es um „hitzefrei“ geht…alleine Youtube bietet eine Gratishalde an Lernvideos zu JEDEM denkbaren Thema, die ihresgleichen sucht…
„Aber wie können Schüler gegenkompensieren, wenn es viele Unterrichtsausfälle oder viel Lehrerwechsel gibt? Soll nicht die Schule die Lösung suchen? Besonders wenn es um Fächer wie Mathe geht.“
Ja, natürlich ist das zunächst Aufgabe der Schule. Kurse mit Abiturienten drin haben normalerweise absolute Priorität – und wenn Sie den gesamten Stundenplan dafür umkrempeln und alles komplett neu planen müssen, zur Not auch mehrfach.
Wir stecken da jetzt nicht drin und die Schulbehörden werden der Öffentlichkeit nicht sagen, was da eigentlich gelaufen ist (und die Schule selbst schon gar nicht). Die Vermutung liegt aleerdings nahe, dass der im Ostern extreme, teils fachspezische Lehrermangel da mit eine Rolle gespielt hat.
Außerdem konnten sich angehende Abiturienten und Lehrkräfte offenbar nicht in allen Fällen erfolgreich „zusammenraufen“, um auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten, nämlich das Abitur. Die tatsächlichen Ursachen bleiben aber von außen unklar.
Die beanstandeten Punkte betreffen ja nicht zwangsläufig den Kursunterricht in der GOSt.
Ja, es gibt Unterschiede, die in erster Linie die Klassen 7 bis 9 betreffen. Schwerpunkt der Stundenstreichung wegen Personalmangels sind im regelfall die Achter, wobei es auch innerhalb einer Jahrgangsstufe nicht zwangsläufig alle gleichermaßen betrifft. Kann schon vorkommen, dass bei den einen nur Musik entfällt, während bei anderen Religion gestrichen wird oder in den Gesellschaftswissenschaften (Erdkund oder Geschichte) eine Stunde eingekürzt wird. Es kann aber auch passieren, dass inden vierstündigen Hauptfächern gekürzt werden muss. Das muss dann nicht im ganzen Jahrgang sein und ggf. auch nur eine Klasse betreffen. Dasselbe gilt für die genannten häufigen lehrerwechsel. Wer Glück hat, der sitzt in einer Klasse, in der der KL ein Hauptfach z.B. Mathe unterrichtet. Da die KL nur sehr selten ausgetauscht werden, hat die Klasse den Vorteil (oder auch das Pech), über einen längeren Zeitraum den Unterricht bei ein und der selben Lehrkraft zu haben.
Die Parallelklasse hat dann eine FL’in, die erst in Mutterschutz und im Anschluss in Elternzeit geht. Während des Mutterschutzes wird das fach um eine Stunde reduziert und die restlichen drei Stunden von zwei Kolleg’innen erteilt, die die Dauervertretung übernehmen. Während der Elternzeit kommt dann ggf. eine Kraft aus dem Geld-statt-Stellen-Programm, wenn die Lehrkraft in Elternzeit sich nicht stundenweise selbst vertritt. Wer ganz großes pech bei der Misere hat, wird dann auch noch von Kräften unterrichtet, die das entsprechende fach fachfremd unterrichten „müssen“.
Wohlgemerkt, ich will hier nichts schönreden, aber bei einem Drittel „Nichtbestehern“ kann es nicht einzig und allein am Lernverhalten der SuS gelegen haben. Dazu müssen auch strukturelle Probleme in der Unterrichtsversorgung vorhanden gewesen sein, weshalb die Kritik inhaltlich angebracht ist. Über die Form und den Stil der rede lässt sich streiten.
Ich kenne das Lehrerwechselthema auch sehr gut, wir hatten in 6 Jahren (Klasse 5-10 am Gym) 7 bzw 8 verschiedene Deutschlehrer, weil nach dem Abgang der ersten Lehrerin quasi ein Referendar + Mentorin nach der Anderen in unsere Klasse kam.
Selbst wenn sie (was durchaus sein kann) in der Sache völlig Unrecht hätte (ich sage nicht dass es so ist, vielleicht doomscrollte sie auch etwas viel):
Glasklarer Fall von Meinungsfreiheit plus „freie Rede“. Und GERADE in Abireden darf auch mal abgerechnet werden.
Und GERADE in Abireden darf auch mal abgerechnet werden.
Das sehe ich anders: Es geht doch in erster Linie darum, dass man das Abitur geschafft hat. Auch wenn vielleicht nicht alles toll gelaufen ist, feiert man sich und seinen Erfolg.
Eine ehemalige Schülerin, die es nicht geschafft hat, muss da nicht den aktuellen Abiturienten erzählen, wie „scheiße“ doch alles war und wer „sich ficken“ soll.
Für berechtigte Kritik kann man an anderer Stelle einen Ort finden – ob es nun der Abi-Streich, ein offener Brief in einer Lokalzeitung oder eine offizielle Beschwerde ist.
Sie muss es nicht.
Kann es aber.
Niemand muss ihr glauben oder nicht glauben.
In Deutschland gibt es das Recht auf Meinungsfreiheit, aber nicht auf freie Rede. Und natürlich darf in Abireden abgerechnet werden. Ein Zeugnis von Reife ist das aber nicht. Und eine Art Reifezeugnis sollte das Abitur ja schon sein.
Selbstverständlich gibt es freie Rede.
Ausserhalb direkter strafrechtlicher Relevanz ist es nicht verboten (Volksverhetzung, Leugnung Holocaust, Beleidigung, üble Nachrede usw. usf.)
Natürlich heisst das nicht, dass jemand einem glauben oder zuhören muss.
Naja, ein Reifezeugnis hat sie ja auch nicht bekommen. 😉
Aber natürlich läuft einiges schief, wenn Schüler nicht nur keine realistische Rückmeldung über ihre Leistungsfähigkeit erhalten, sondern auch die sozialen Kosten von solchen Aktionen als junge Erwachsene offensichtlich überhaupt nicht realistisch einschätzen können.
Ihr Auftreten, ihr unverpixeltes Gesicht, ihre Schule mit Schulort, ihr voller Name, ihre weiteren ungeschickten Rechtfertigungsversuche, alles für alle im Netz. Sie beklagt sich, die Lehrer würden sie nun ignorieren. Wenn das ihr größtes Problem bleibt, hat sie Glück! Sie möchte eine Ausbildung beginnen. Ein optimaler Start ins Berufsleben sieht anders aus.
Dafür ist eine 18-Jährige nicht allein verantwortlich. Jugendliche sollen ihre Interessen vertreten und ihre Meinung sagen dürfen. Sie haben aber auch einen Anspruch darauf, rechtzeitig und ausreichend deutlich signalisiert zu bekommen, welches Verhalten angemessen ist und welches nicht, auch gegenüber ihren Lehrern.
Ist doch ok. Früher gab’s ganz andere Abiturreden. Da wurde nicht alles gleich hinterfragt, wer schuld ist.
Früher war alles besser – natürlich auch die Abiturreden (Spaß). Herzliche Grüße Die Redaktion
Eine solche Durchfallquote ist wirklich bedenklich. Das kann nicht nur an den Schülerinnen und Schülern gelegen haben. Und: das muss sich doch vorher schon abgezeichnet haben in den Klausuren und den Anforderungen, die schon vorher nicht erreicht wurden. Hat die Schule gegengesteuert? Wenn ja wie? Wenn nicht, warum nicht?
diese Art der absoluten Selbstreflexion wird es hier nicht geben. Einfach mal die anderen Kommentare lesen.
Mathe war schon immer so, die Schülerinnen und Schüler werden davor auch schon keine Einserkandidatinnen gewesen sein und früher war alles besser.
„diese Art der absoluten Selbstreflexion wird es hier nicht geben.“
Inwiefern Selbstreflexion? Reflektieren können wir dabei ja nur unser eigenes Handeln, sprich unseren eigenen Unterricht – und wer von den hier Kommentierenden hat denn zu erkennen gegeben, dass er/sie diese Schülerinnen und Schüler selbst unterrichtet hat?
Wie können denn Kommentare über die Ereignisse und den Unterricht an einer fremden Schule „Selbstreflexion“ darstellen?
Da machen Sie sich mal keine Sorgen – mediale Aufmerksamkeit plus Verletzung des heiligen „Jeder muss ein Abi kriegen!“-Gebotes?
An der Schule wird dezernentengeleitet jetzt durchreflektiert bis der Arzt kommt und alle Abiture glänzen wie frisch polierte Goldschätze.
Ausgehend von den Erfahrungen an meiner Schule/meines Bundeslandes möchte ich mehrere Fragen stellen.
Wie war die Anwesenheitsquote? Waren die Anwesenheiten entschuldigt(z.B. mit Attest)? Müssen die S*S, die viel entschuldigt fehlen, in M-V auch einfach nur danach bewertet werden, was sie während ihrer Anwesenheiten mündlich erbracht haben? Zählt mündlich auch 60%? Kann eine Note auch nur auf diesen 60% (also ohne dass eine Klausur mitgeschrieben wurde)? Ist es in M-V auch so, dass bei KI-Gebrauch der Beweis (S*S inflagranti erwischt oder Geständnis) vorliegen muss und S*S nicht nachgeprüft werden dürfen?
Ich denke, das reicht, um nachvollziehen zu können, wie die hohe Anzahl an Durchfaller*innen eventuell zustande gekommen ist.
Die Kriegsführung gegen valide Noten ist in NRW schon extrem. Daher tippe ich in MV auf KI. Das wird also sehr bald überall aufploppen.
Und ob es das kann.
Sicherlich nicht jedes Jahr – davon war aber auch keine Rede, dass dies an der Schule jedes Jahr so sei.
Sich ein Urteil zu bilden ist ohne unabhängige Informationen schwer.
„Entscheidend seien deshalb Selbstwirksamkeit, Beteiligung und eine Kommunikation auf Augenhöhe.“
Letzteres sehe ich ganz anders. Auf Augenhöhe befinden sich Lehrer und Schüler frühestens wenn Letztere eine vergleichsweise anspruchsvolle Berufsausbildung bzw. Studium absolviert haben. Respektieren muss man sich selbstredend gegenseitig als Mensch. Das gilt schon für die Kleinsten. In der Schule müssen die Lehrer aber auch als Autorität akzeptiert werden, wenn Unterricht überhaupt möglich sein soll. Und daran scheint es im vorliegenden Fall eklatant zu mangeln.
Es geht um Kommunikation(!) auf Augenhöhe. Da Sie dies abzulehnen scheinen…Wie kommunizieren Sie denn mit Menschen, die Sie nicht auf Augenhöhe wähnen?
Und:
Vorsicht! Andere Menschen definieren Augenhöhe ganz anders als Sie, zum Beispiel in der S-Bahn einer Metropole. Da geht es dann nicht um Berufs- oder Studienabschlüsse, wenn Sie verstehen, was ich meine.
?????
Ja, denken Sie nur an Hühneraugen.
„In Berlin, Baden-Württemberg und Bayern fallen anteilsmäßig nur halb so viele Prüflinge durch.“
Da müssen dann vermutlich in Berlin die Lehrkräfte in der Oberstufe extrem erfolgreichen Unterricht halten.
Sollen Sie halt mal das bayerische Abitur schreiben – es darf geraten werden, wie das Ergebnis sein wird
Aber nur wenn die Entgelte bundesweit das bayrische Niveau erreichen.
Und
„An die, die unserem Jahrgang die Durchfallquote gönnen: Ganz ehrlich, fickt euch einfach nur alle“, sagte sie. Anschließend waren aus dem Publikum Applaus und Jubel zu hören“
Das hört sich sehr sehr nach Vorgeschichte an, die wir alle nicht kennen.
Und
Es würde mich wirklich interessieren, wie die Bestehens – und Durchfallerquote va auch der Gesamtschnitt wäre ( der fehlt glaube ich auch im Artikel ), wenn die SuS einfach ohne Druck an anderem Ort das bayerische Abitur schreiben würden
Kann sein, dass es nur die Abiturprüfung war oder ggf. auch weitere Ursachen. Woran die 17 SuS jeweils letzendlich gescheitert sind, geht aus dem Artikel nicht hervor.
Wow, wie leicht ist die Republik zu erschüttern?
Die Schülerin (besser: die Frau, sie ist ja kein Kind mehr) macht etwas, was beinahne schon zum revolutionären Akt geworden ist: Da geht die einfach her und sagt unverblümt ihre Meinung!
So ganz ohne Schere im Kopf!?
Darf die das!?!?!22 😉
Wie im Grundgesetz vorgesehen!
In der Öffentlichkeit! 🙁
Kann man der das nicht irgendwie verbiete….äähhhh, ihr das Mikro abdrehen, sie de-banken, blacklisten, Hausrecht, irgendwas?!
Was kann man ihr jetzt diskursiv unterschieben?
Rechts, links, staatsfeindlich vielleicht?
Hmnh, na gut das nicht…aber wenigstens ’ne subtile Pathologisierung ist noch drinnen („Trauma werden“). Puhhh, knappe Sache!
Ja, kann denn niemand diese Rede zensi…ääähhh…“zusammen mit ihr sprachlich sensibler gestalten?“
Völlig unabhängig von dem sachlichen Gehalt der Rede: Peinliche Reaktion, srsly.
Warum gab es “ früher “ diese Art Rede nicht ( oder gab es ähnliche mit bedachterer Wortwahl – ja, ich glaube schon ).
Redefreiheit hat per Gesetz jeder, da haben sie Recht.
Da aber anscheinend Namen gefallen sind, wirds problematisch.
Sry, das hört sich schon sehr nach Rache an. Und was manche Medien daraus machen, wissen wir alle – 🙂 ob „Frau Mahlzahn“ ( Drache hörten Kolleginnen vereits öfters; ich riet dazu, diesen wirklich einmal rauszulassen) schon die Runde gemacht hat?
Moment, da es eine Schulunterricht Rede und eben keine öffentliche Rede war, ist die Nennung von Personen statthaft. Ansonsten wäre ja die namentlich Erwähnung bei Danksagungen ebenfalls nicht rechtmäßig.
War da nicht Öffentlichkeit dabei und die Presse ?
Hm, vlt kann @ Redaktion weiterhelfen.
Nicht, dass wir wüssten – ein Video von der Ansprache geht viral. Herzliche Grüße Die Redaktion
Danke
Und schon ist es öffentlich.
Selbst wenn das der Fall ist, ist die offizielle Abschlussfeier eine schulinterne Veranstaltung, auch dann wenn ein Vertreter der Stadtverwaltung zugegen ist, was im Regelfall der Anlass für die Anwesenheit der Presse ist. Es ist dann Aufgabe der zuständigen Redaktion dafür Sorge zu tragen, dass die Rechte der genannten Personen gewahrt bleiben.
Rechtlich ist es nicht anders zu bewerten als die Anwesenheit der Presse bei der Jahresabschlussbesprechung der Freiwilligen Feuerwehr oder der Jahreshauptversammlung des Kleintierzuchtvereines. Bei beiden Veranstaltungen werden Mitglieder oder Sponsoren namentlich erwähnt.
Das Ganze ins Netz zu stellen ist dann aber doch eine andere Dimension.
Na ja, ist sicherlich eine Abwägungsfrage.
Als ich noch richtigen Unterricht machte, musste ich mir auch jede Abirede (da oft LK) ein paar deutliche Spitzen anhören – Schule vorbei, Schüler ist (in jeder Hinsicht) erwachsen.
Ich fand es ok (auch wenn es mir nicht gefiel).
Ich „musste“ an einem Chaostag auch mal nach Äpfeln tauchen, weil ich ja immer „unter die Oberfläche wollte“ – tjah, stand ich halt da (wörtlich) wie ein nasser Pudel, ein Tauchstuhl wurde nämlich gleich mitgeliefert.
Natürlich hätte ich mich auch weigern können – hätten wohl die meisten gemacht. Aber es war ok, ich hatte sie oft genug schwitzen und seitenweise schreiben lassen, wenn andere (illegal in der OS) hitzefrei machten – jetzt war ich halt „dran“.
Heute ist das nicht mehr so.
Ich werde positiv-milde erwähnt und alle freuen sich, mich zu sehen.
So ändern sich die Dinge eben.
Wenn das so viral gegangen ist, wird sie zeitnah durch diverse Podcasts und Fernsehrunden geschleift und hat danach auch ohne Abitur als Influencerin/Aktivistin/Nachwuchspolitikerin bei den Grünen oder Linken ihr Auskommen.
Mit einem verhuschten „Ist irgendwie Schade, uncool, unfair.“, wäre das wohl nicht gelungen. Insofern: Mission accomplished.
Ist was dran, könnte der Typus sein.
Mich wundert einfach, dass daraus so ein „Fass“ gemacht wird.
447, hat denn jemand sich derartig geäußert? Also außer Ihnen? Wollte irgendjemand die Schülerin zensieren, das Mikrofon abschalten, hat ihr jemand das Recht auf freie Meinungsäußerung abgesprochen etc?
Die Aufregung legt es nahe.
Ich verstehe das nicht.
Die Formulierung „f*** euch alle“ ist für eine Abiturrede natürlich daneben.
Als Symptom finde ich sie aber interessant. Sie zeigt ziemlich deutlich, was falsche Kompetenzzuschreibung am Ende auslösen kann: Verunsicherung, Wut, Enttäuschung und den Moment, in dem Selbsteinschätzung und tatsächliche Anforderungen brutal auseinanderfallen.
Genau deshalb gehört dieser Fall für mich auch in die Debatte über Noteninflation und die Entwertung von Abschlüssen. Wenn Schülerinnen und Schüler über Jahre hinweg zu optimistische Rückmeldungen erhalten, Lücken verwaltet statt ehrlich benannt werden und Abschlüsse politisch vor allem als Quote betrachtet werden, verschwindet das Problem nicht. Es taucht nur später wieder auf.
Eine Durchfallquote von 34 Prozent bedeutet nicht automatisch, dass die Schülerinnen und Schüler „zu blöd“ waren. Sie bedeutet aber auch nicht automatisch, dass die Anforderungen falsch waren.
Sie ist vor allem ein diagnostisches Signal.
Bei einer solchen Quote muss man sich unbequem fragen, wie so viele Schülerinnen und Schüler überhaupt bis in die Q4 geführt wurden, ohne dass die Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und Anforderungen früher klar genug bearbeitet wurde.
Das Abitur darf keine Teilnahmebescheinigung werden. Aber Schülerinnen und Schüler dürfen auch nicht jahrelang durch ein System laufen, um dann erst ganz am Ende zu erfahren, dass Selbsteinschätzung und tatsächliche Anforderungen nicht zusammenpassen.
Der eigentliche Prüfstein ist nicht die Brandrede nach der Prüfung.
Der eigentliche Prüfstein ist, ob vorher ehrlich genug Schule gemacht wurde.
Die Formulierung ist in jedem Kontext daneben.
Aber von der Meinungsfreiheit gedeckt.
Der Ausdruck „Fickt euch“ ist mehr als grenzwertig, Gossensprache und ganz klar ein Angriff auf die Persönlichkeit der Angesprochenen. Würde ich nicht unter „Meinungsfreiheit“ einordnen, eher unter „unzulässige Äußerungen mangels Respekt und Anstand (und evtl. auch Bildung), die als Beleidigung aufgefasst werden können.
Welche Angesprochenen werden denn namentlich mit der Formulierung in Verbindung gebracht? So allgemein hat sie doch die gleiche Zielgruppe wie „Grüß Gott alle mit einander“.
Wahrheiten sind nicht mehr so gefragt, entspricht nicht der diktierten Einstellung.
Danke! Sie sprechen mir aus der Seele!
Mir auch!
Aus meiner Seele auch!
„Bei einer solchen Quote muss man sich unbequem fragen, wie so viele Schülerinnen und Schüler überhaupt bis in die Q4 geführt wurden, ohne dass die Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und Anforderungen früher klar genug bearbeitet wurde.“
Ehrlich gesagt würde ich da auch nachfragen wollen, ob da nicht eine überoptimistische, sprich fehlerhafte Fremdeinschätzung durch die Lehrkräfte in Q1-Q4 der fehlerhaften Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler zugrunde lag.
Aus der Ferne ist es nahezu unmöglich zu sagen, was da wirklich los war – wir sehen nur das Ergebnis.
„Genau deshalb gehört dieser Fall für mich auch in die Debatte über Noteninflation und die Entwertung von Abschlüssen. Wenn Schülerinnen und Schüler über Jahre hinweg zu optimistische Rückmeldungen erhalten…“
Das sollte in der Tat nicht passieren – „zu optimistische Rückmeldungen“ würde dann aber heißen, dass die Schülerinnen und Schüler zu einer falschen Selbsteinschätzung verführt und geradezu gedrängt wurden – durch ihre eigenen Lehrkräfte. Das sollte nicht passieren!
Da die Durchfallquote hier extrem ist, gemessen am Durchschnitt anderer Schulen desselben Bundeslandes, möchte ich Ihnen allerdings in einem Punkt respektvoll widersprechen: Hier ist m. E. etwas schulspezifisch an dieser einen Schule schiefgelaufen – das hier taugt nicht als bildungspolitisches Menetekel in der Debatte über Noteninflation und die Entwertung von Abschlüssen, nach dem Motto: „Schaut her, hier zeigt sich…“
Ich verstehe Ihre Kritik. Ich wollte den Fall nicht als Beweis für Noteninflation verstanden wissen, sondern als diagnostisches Signal.
Die Frage ist für mich, wie gut laufende Bewertung, Zulassung, Selbsteinschätzung und tatsächliche Prüfungsanforderungen zusammengepasst haben. Genau diese mögliche Diskrepanz meinte ich mit falscher Kompetenzzuschreibung.
„Ich wollte den Fall nicht als Beweis für Noteninflation verstanden wissen, sondern als diagnostisches Signal.“
Danke für die nochmalige Erläuterung – in diesem Sinne stimme ich Ihnen vollständig zu.
Na ja, könnte meinen SuS auch passieren…
… da man nichts mehr so wirklich sagen „darf“.
Im Kleinen habe ich das auch schon oft erlebt:
Man sagt:
„Du hast in X schon Fortschritte erreicht, es wäre jedoch sehr wichtig noch A, B, C zu wiederholen…“
– erster Satzteil wird als Lob missverstanden, A, B und C wird in einer Kombination aus Bockigkeit und Unwilligkeit weg-überhört.
Man schreibt unter die Arbeit/Klausur:
„Bitte lies Dir X noch einmal durch und wiederhole Y“…
– Der ganze Satz wird nicht registriert, die Arbeit ist ja „vorbei“ und wandert auf den Stapel (bestenfalls, gerne auch die Mülltonne)
Ich (und jeder andere Lehrer) könnte dutzende solche Beispiele anführen:
Wirklich sagen darf/kann man nicht was Sache ist – sprachlich sensible Formulierungen werden verdrängt, überhört, weggewünscht oder halt nicht ernst genommen, sagt ja eh nur ’nen Lehrer.
Hm, …so ganz klappt es mit der Mathematik bei der jungen Dame aber auch nicht:
17 von 52 sind nicht 34% …weder auf noch abgerundet! (32,69%)
Ich mache mir Gedanken…
Und ihre gelebte „Meinungsfreiheit“ in der Wutrede zeugt auch nicht wirklich von der angestrebten „Hochschulreife“.
Außerdem haben schließlich, leicht aufgerundet, 67% die Abiprüfung gemeistert!
Eijeijei, wie haben DIE das denn unter den kritisierten Umständen überhaupt hinbekommen?
@mama51:
17 von 52 sind nicht 34% …weder auf noch abgerundet! (32,69%)
Das ist richtig! Volle Zustimmung!
Schon klar, für Schüler/Schülerinnen gilt grundsätzlich die Inkompetenz-Vermutung – vor allem wenn sie gerade durch das Abitur gerasselt sind…
Was aber, wenn die Schülerin anders gerechnet hat? Aus dem Artikel:
„Nach Angaben der Schülerin bestanden 17 von 52 Prüflingen das Abitur nicht, eine weitere Person sei gar nicht erst zu den Prüfungen zugelassen worden.“
So, mal sehen, 18 von 53 SuS entspricht laut meinem Taschenbücher ca. 33,96%, noch weiter gerundet also… Oh! Tatsächlich!
34 Prozent – wenn man die gar nicht erst zugelassene Person mit in die Durchfallquote einrechnet.
Ehrlich gesagt, mir ist um den weiteren Lebensweg der jungen Dame – vorerst ohne Abitur – gar nicht bange, nachdem ich mir die komplette im Internet verfügbare Rede angehört habe.
Natürlich hat sie Abitur – nur eben nicht die AHR.
Die Zulassung zum Abitur setzt nämlich voraus, dass die FHR erreicht worden ist.
„Natürlich hat sie Abitur – nur eben nicht die AHR.“
Für die Zuerkennung der FHR in MVP müsste sie folgende Voraussetzungen erfüllt haben:
Anerkennung der Fachhochschulreife
Woher wollen Sie wissen, dass die alle erfüllt wurden?
Da muss man sich die Bedingungen in M.-V. ganz genau anschauen.
Im G8 NRW konnte man tatsächlich ohne schulischen Teil der FHR zur Abiturprüfung zugelassen werden. Im Falle des Nichtbestehens, schlimmstenfalls mit Wiederholung, ging man dann mit mittlerer Reife ab.
Ob das im G9 bei uns immer noch so ist, kann ich nicht sagen.
Sorry, ich vergaß die Einschränkung „schulischer Teil“.
Der nützt ohne fachpraktischen Teil aber nichts, also dürfte sie vermutlich auch kein Fachabitur haben und müsste dafür wahrscheinlich noch mind. 1 Jahr Fachpraxis ableisten.
*Tausche „Taschenbücher“ gegen „Taschenrechner“ – meine Autokorrektur bittet um Entschuldigung.
“ ..wonach erlernte Hilflosigkeit in Schule auch zu verbaler Gewalt führen könne. Entscheidend seien deshalb Selbstwirksamkeit, Beteiligung und eine Kommunikation auf Augenhöhe.
Mengel formuliert zugleich einen grundsätzlichen Anspruch an Schulen: „Keine Abiturfeier sollte eine Generalabrechnung werden, keine Schulzeit ein Trauma. .. “
“ F euch “ ist die neue Kommunikation auf Augenhöhe? Mit „grundsätzlichen Anspruch“ darauf, Lehrkräfte öffentlich zu beschimpfen, wenn die Göre ihr Abi vergeigt? Sowas schlucken ist erlernte Hilflosigkeit.
Ich denke, die Rednerin hat ihr Abi bestanden, oder? Es sind doch eher die Besteher , die auf die Bühne gehen?
Hat sie nach eigenen Angaben nicht. Herzliche Grüße Die Redaktion
Nee, ist eine Frage des Selbstbewusstseins.
Auf die Bühne gehen, so sie möchten, ALLE. Die Durchgerasselten bekommen dann ein anderes Zeugnis, etwa über den schulischen Teil der Fachhochschulreife.
Interessant, wie unterschiedlich wir Ergebnisse bewerten.
Scheitert die Nationalmannschaft bei einer WM, diskutiert tagelang ganz Deutschland über den Bundestrainer. Da heißt es nicht: „Die Spieler waren halt zu blöd.“ Es werden Taktik, Trainingssteuerung, Nachwuchsarbeit, Verbandsstrukturen und Führungsqualität hinterfragt. Der Trainer steht in der Verantwortung – obwohl jeder weiß, dass auch die Spieler Fehler gemacht haben.
Scheitern dagegen 34 % eines Abiturjahrgangs an einem Zentralabitur, lese ich hier überwiegend: „Die Schüler haben halt nicht gelernt.“
Ernsthaft?
Wenn ein Drittel eines Jahrgangs durchfällt, während landesweit rund 7 % scheitern (was auch schon erschreckend viel ist), dann wäre das in jeder anderen Organisation ein Fall für eine schonungslose Analyse. Nur in der Schule scheint für manche zu gelten: Unterricht halten genügt. Ob der Unterricht wirksam war, ob Lernlücken erkannt wurden oder ob die Vorbereitung funktioniert hat, ist offenbar zweitrangig.
Dabei reden wir über Menschen, deren beruflicher Auftrag genau darin besteht, Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf ihren Abschluss vorzubereiten.
Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler? Selbstverständlich.
Aber Ergebnisverantwortung der Lehrkräfte? Erkenne ich hier mal wieder nicht.
Bei einer derart massiven Abweichung vom Landesdurchschnitt sollte doch zumindest die Bereitschaft vorhanden sein, den eigenen Beitrag kritisch zu hinterfragen.
Ich kann den Frust und die Abrechnung der Schülerinnen und Schüler deshalb durchaus nachvollziehen. Der Ton der Rede war sicher nicht angemessen. Aber welche Möglichkeiten haben Schülerinnen und Schüler eigentlich, wenn sie über Jahre den Eindruck gewinnen, dass etwas an der Schule, im Unterricht, … nicht funktioniert? Wer hört ihnen zu, bevor der Frust irgendwann öffentlich eskaliert?
Gut gebrüllt, Löwe
„Scheitert die Nationalmannschaft bei einer WM, diskutiert tagelang ganz Deutschland über den Bundestrainer.“
Ok, aber: Wo kann ich die Brandrede der Spieler mit dem abschließenden „F… D…“ an den Trainer nachlesen?
„Scheitert die Nationalmannschaft bei einer WM, diskutiert tagelang ganz Deutschland über den Bundestrainer. Da heißt es nicht: „Die Spieler waren halt zu blöd.“ Es werden Taktik, Trainingssteuerung, Nachwuchsarbeit, Verbandsstrukturen und Führungsqualität hinterfragt.“
Wenn Spieler X zu langsam ist oder ständig daneben schießt, wird man schon auf Ebene der einzelnen Spieler argumentieren – und dass sie eben nicht gut in Form sind oder einfach ungeeignet sind.
Man wird es höchstens dem Trainer ankreiden, wenn er hauptsächlich schwache Spieler zum WM zulässt und die Mannschaft dann kaum noch Fußball spielen kann.
Um in Ihrem Bild zu bleiben:
Politisches Ziel: 50% eines Jahrgangs sollen Fußballprofis werden, weil wir eben eine Fußballnation sind. Also werden 50% aller Spieler soweit durchgelassen, dass sie „Fußballprofis“ genannt werden dürfen.
Ist es dann Schuld der Trainer, wenn z.B. 30% dieser Spieler schlecht abschneiden? Oder doch eher ein Systemfehler?
Wäre primär Aufgabe der Erziehungsberechtigten. Sie könnten auf eine andere Schule wechseln, wenn die Lehrkräfte nicht passen. Sie könnten KI befragen, um sich aufs Abi vorzubereiten, wenn sie es denn haben möchten. Und wenn sie bei standardisierten Prüfungen durchfallen könnten sie darauf kommen, statt andere dafür zu beschimpfen, ihre Fehler zu beleuchten.
In MV – und das klappt ohne Verlagerung des Erstwohnsitzes Ihrer Meinung nach.
Kennen Sie die Einwohnerzahl und die Bevölkerungsdichte von MV?
Ja, auf eine Privatschule. Und ja steht in diesem Internetz.
Das durchschnittliche Lohnniveau in MV ist Ihnen bekannt?
Sie gehen im übrigen nicht auf die von mir aufgeworfen Fragestellungen ein.
Btw der Unterricht an einer Privatschule führt dann aber zwangsläufig zu einer externen Prüfung, sofern die Schule keine staatliche Ersatzschule ist.
„Sie könnten KI befragen, um sich aufs Abi vorzubereiten, wenn sie es denn haben möchten.“
Wenn man sich rein mit KI-Nutzung problemlos selbst auf das Abitur vorbereiten könnte – wozu bräuchte es dann noch Lehrkräfte? Oder eine gymnasiale Oberstufe? Mal ganz provokant gefragt…
Ich finde das nicht provokativ, das ist eine völlig legitime und aktuelle Frage, unrein (?) ist pauken mit KI die Zukunft.
Wobei sich, und ich wittere die eigentliche Unzufriedenheit vieler Kids dort- natürlich die Frage stellt ob so einige der Prüfungsthemen und Formate, welche noch ganz analogen Zeiten entstammen, angesichts dieser Entwicklung noch zeitgemäß sind.
„rein mit KI-Nutzung“ = „ausschließlich mit KI-Nutzung“
„Wobei sich, und ich wittere die eigentliche Unzufriedenheit vieler Kids dort- natürlich die Frage stellt ob so einige der Prüfungsthemen und Formate, welche noch ganz analogen Zeiten entstammen, angesichts dieser Entwicklung noch zeitgemäß sind.“
Die Frage, ob die aktuellen Prüfungsformate noch zeitgemäß sind, ist sicher berechtigt. Allerdings wurde sie in der Rede der Abiturientin, soweit aus dem im Internet veröffentlichten Mitschnitt ersichtlich, nicht gestellt: KI-Nutzung wird dort überhaupt nicht thematisiert (vielleicht weil es mehr Probleme mit Menschen, sprich einem Teil der Lehrkräfte gab als solche, die sich aus der KI-Nutzung/KI-Affinität der Schülerschaft ergaben?).
Die „eigentliche Unzufriedenheit vieler Kids dort“ würde ich persönlich ja eher auf die Tatsache zurückführen wollen, dass sie durch das Abitur gefallen sind, obwohl sich das in den Vornoten so nicht angedeutet hatte. Aber nun gut, spekulieren lässt sich immer trefflich, und wenn Sie den Kids im Gegensatz zu mir in den Kopf gucken können…
Wenn man mit KI lernt, lernt man was. Wenn man KI einsetzt, um sich das Lernen zu sparen, hat man halt in Mathe oder Deutsch 0 Punkte im Abi oder unwesentlich mehr. Aber da das vermutlich demnächst ein Massenphänomen wird, werden ganz bestimnt moderne, digitale Prüfungsformate eingeführt, dann fällts nicht mehr so unangenehm auf, das mit Mathe und Deutsch.
Ich würde sagen, die Kombi hat Vorteile.
Viele der dual Studierenden nutzen vermehrt KI, sind aber auch froh, sich phasenweise mit einem Menschen/Lehrer/Dozenten austauschen zu können.
Die Lehrerrolle ist eigentlich schon Jahre im Wandel – nicht nur negativ.
Allerdings erfordert dies viel Fingerspitzengefühl nicht „Fühlifühli“ und den Mut, laut zu sagen, dass das Eingangskönnen vieler SuS geringer ist als „damals“ und deswegen auch neue? nein eher abgewandelte (Lehr)Wege, Zeit nötig sind, um überhaupt ins Geschäft richtig einsteigen zu können.
An der BS sehe ich, dass dies und vieles andere intensiviert werden sollte – die Lücken sind sehr groß.
Eine KI setzt auf den Informationen auf, mit der sie trainiert wurde.
Wenn in einem Abitur die Fragestruktur auf einmal von den „Trainingsdaten“ abweicht wird es schon schwieriger.
Demnach bräuchte es keine Lehrer mehr…
Dann aber auch keine Schulpflicht?
Sie übersehen da einen ganz wesentlichen Unterschied:
Schüler sind keine Befehlempfänger und Lehrer haben keine (wirkliche) Macht über sie.
Worüber man keine Macht hat, dafür hat man auch keine Verantwortung.
Wenn Lehrer SuS WIRKSAM so viel vorschreiben dürfen wie Trainer den Fußballlprofis – DANN greift ihr Vergleich.
Schlechter Vergleich, das sind nun mal keine passenden Parallelen.
Sagt mal, habt ihr in anderen Bundesländern auch solche Gruppenprojekte oder Gruppenschulaufgaben, die benotet werden und bei denen die Kinder von den anderen Gruppenmitgliedern abhängig sind, also bei denen die eigene Note davon abhängt, was die anderen leisten? Dafür leisten die Lehrer wochenlang nichts, aber sie verhalten sich bei Bewertungen wie Götter.
Ich meine, warum wundert ihr euch? Das Mädchen hat recht. Endlich hat sich ein Kind getraut, das anzusprechen, was sich seit Jahren wie Fäulnis durch das Schulsystem zieht.
Und jetzt wird sie natürlich dafür zerlegt, weil sie es gewagt hat, die Wahrheit auszusprechen.
Eine mindestens 17-jährige als Kind und Mädchen zu bezeichnen und nicht als junge Frau, da gehört schon einiges an Unverfrorenheit zu. Aber in BY ticken die Uhren ja bekanntlich anders.
Wenn jemand im Nickname die Buchstaben BY führt, sagt das nichts darüber aus wo die Person geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen ist.
Habe ich einen Ort, eine Region oder ein Land genannt?
„Habe ich einen Ort, eine Region oder ein Land genannt?“
Ja.
„Aber in BY ticken die Uhren ja bekanntlich anders.“
Ob Sie mit BY nun ein deutsches Bundesland oder ein Nachbarland Polens oder einen anderen Ort meinen, werden Sie vermutlich selber wissen.
Kommt darauf an was Sie oben mit „BY“ gemeint haben.
Das Kürzel steht z.B. für ein deutsches Bundesland oder auch für ein Land in Europa.
Ich habe das Kürzel doch nicht gewählt.
Wenn Sie es nicht waren, wer hat dann unter Ihrem nickname
„Aber in BY ticken die Uhren ja bekanntlich anders.“ geschrieben?
Und wie überall gilt: „Der Ton macht die Musik.“
Hardrock ist eben auch Musik.
Wir haben mit unseren Gruppenprüfungen mündlich in Englisch, was ja Sinn macht, jede Menge Vorbereitung und nach der Prüfung Nachbereitung. Was wollen Sie hier eigentlich sagen? Immer nur stänkern? Könnten Sie mal konkrete Beispiele nennen? Denn man hat das Gefühl, dass alles auf Ihrem beschränkten Mist gewachsen ist.
Bildungspflicht … Das löst auch dieses Problem.
Ich wüsste gerne mal, wie die älteren Abiturjahrgänge an dieser Schule abgeschnitten haben. Es liest sich eher so, als sei der aktuelle Jahrgang ein Ausreißer.
Und waren die älteren Jahrgänge auch so klein?
Vielleicht wurden die Zulassungen geradezu verschenkt, um die Stufe nicht komplett zu dezimieren – und im Zentralabitur kamen dann die Fakten auf den Tisch, Ermessungsspielräume hin oder her.
Die Durchfaller wurden bestimmt bis zum Abitur geschoben und nicht schon vorher aussortiert.
Soweit ich weiß, fällt man bei Zulassung zum Abitur nur durch, wenn man in einer Prüfung 0 Punkte erhält oder die Gesamtpunktzahl nicht ausreicht, weil die erreichten Ergebnisse zu schlecht waren. In beiden Fällen kann man mehrere mündliche Zusatzprüfungen ablegen, um dies auszugleichen.
Haben die Betroffenen diese Möglichkeit nicht wahrgenommen? Wenn ja, warum nicht? Oder haben sie diese wahrgenommen, aber die Leistungen waren in allen Zusatzprüfungen so schlecht, dass die notwendige Punktzahl nicht erreicht wurde?
Ich würde gern mehr darüber wissen, bevor ich mir ein Urteil bilde. Allerdings gehe ich nicht von Böswilligkeit der Lehrkräfte aus, denen es Freude macht, den Schülern ungerechtfertigt schlechte Noten zu erteilen. Die schriftlichen Abiturprüfungen werden von wenigstens zwei Leuten unabhängig voneinander begutachtet, in der mündlichen Prüfung sitzen drei Personen, welche die Leistung bewerten. Da ist „Bewertung nach Nase“ schon ziemlich schwierig.
„ wenn man in einer Prüfung 0 Punkte erhält„
Scheint in MVP anders zu sein, denn laut diesem Artikel wäre sonst sogar ca. die Hälfte der Prüflinge wegen 0 Punkten in Mathe durchgefallen.
Nach Abi-Brandrede: Schülerin legt nach („hier passt offenbar etwas nicht ganz“) – News4teachers
Die Zulassung zu den Abiprüfungen haben doch alle bis auf einen geschafft. Die 13 haben lediglich im Abi nicht die erforderliche Mindestpunktzahl nicht erreicht bzw. trotz mündlicher Nachprüfung in mindestens einem Fach die Mindestanforderung „schwach ausreichend“ erreicht.
Das war missverständlich ausgedrückt, Verzeihung. Ich meinte: Wenn man die Zulassung zu den Abiturprüfungen hat, kann man nur noch durchfallen, wenn …
Ob und in welchem Umfang Nachprüfungen erfolgt sind, ist offensichtlich unklar. Ich habe gelesen, dass laut Aussage des Schulamtes etliche Schüler die Möglichkeit der Nachprüfung nicht wahrgenommen haben.
Ich gehe davon aus, dass kein Lehrer leichtfertig und unbegründet Schüler mit 0Punkten durchfallen lässt: der Stress mit dem Schulamt ist dann doch vorprogrammiert. Ich vermute eher, dass das Punktepolster vorher schon ziemlich dünn gewesen sein wird. Dann wird es schnell problematisch, wenn man mündliche oder schriftliche Prüfungen verhaut.
Das Schüler in der Abiturrede auch ihren Frust los werden wollen- normal. Vielleicht sollten dann die angesprochenen Themen / Aussagen man sich auch zu Herzen nehmen und die Sichtweise der Schüler erstmal akzeptieren und überlegen, ob man vielleicht doch etwas ändern sollte Das das Schulamt so reagiert- auch normal- dort arbeiten Juristen, die die Schule erstmal verteidigen. Ich würde mir wünschen, dass Schulämter den Schulen mehr“ auf die Finger schauen“ und derartige Fehlentwicklungen erkennen und dafür sorgen, diese zu beseitigen. In MV sind die Vorabhinweise für das Abitur öffentlich ( Bildungsserver) und seit Beginn der Qualifikationsphase bekannt- für Lehrer und Schüler. Nun analysiert, liebes Schulamt, liebe Lehrer der Schule woran es gelegen haben kann…
damit soetwas nicht noch mal passiert.
„In MV sind die Vorabhinweise für das Abitur öffentlich ( Bildungsserver) und seit Beginn der Qualifikationsphase bekannt- für Lehrer und Schüler.“
Gibt es in MV so wie in anderen BL auch Aufgabenpools mit Prüfungsaufgaben der Vorjahre und ggf. zugehörige Lösungshinweise käuflich zu erwerben?
Dann müsste jemand, der damit übt, eigentlich merken, wenn die Selbsteinschätzung nicht mit dem Anforderungsniveau der Prüfungen übereinstimmt.
Ich habe weiter unten schon die Frage gestellt, warum sich nicht abgezeichnet hat, dass die Schüler/innen den Anforderungen in so massiver Zahl nicht gerecht werden. Die Stadt Hagenow ist laut Google solide und hat keine signifikanten sozialen Herausforderungen. Nun antworten viele Foristen, es müsse an der Lernwilligkeit gelegen haben. Meine Frage dazu: Wenn das wirklich der wichtigste Grund ist, welche desaströse Lernkultur herrscht an einem normalen Gymnasium, dass es dort eine fast sechs Mal so hohe Durchfallquote gibt wie im Landesdurchschnitt? Ich bleibe dabei, die Sache stinkt gewaltig und nicht nur von Seiten der Schüler/innen.
Verkehrte Welt…
Hier wimmelt es von Lehrkräften, die sämtliche Mit“schuld“ von Lehrkräften an dieser Entwicklung von sich weisen.
Erschreckend, dass das Selbstverständnis von Lehrkräften offensichtlich ist, Noten zu erheben und alles andere ist Sache der Schüler.
Können wir uns darauf verständigen, dass der Schule hier offensichtlich alles entglitten ist, wofür sie zuständig ist?
In Sachen „Beziehungsarbeit“, Kommunikation, Transparenz, Unterrichsversorgung, … würde ich pauschal mal sagen: setzen, 6.
Das ist das Ergebnis, wenn nach Klasse 4 jeder auf das Gymnasium gehen kann.