Start Leben Migrantenfeindliche Gesänge auf Schulfest: Selbst migrantische Schüler grölen mit

Migrantenfeindliche Gesänge auf Schulfest: Selbst migrantische Schüler grölen mit

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STUTTGART. Fremdenfeindliche Parolen zum Partyhit „L’Amour toujours“ haben erneut für einen Eklat gesorgt – diesmal auf dem Sommerfest einer Stuttgarter Schule. Die entsetzte Schulleitung stellt fest, dass Jugendliche offenbar kaum noch ein Bewusstsein dafür haben, welche Wirkung solche Parolen entfalten: Selbst Schüler mit Migrationshintergrund grölten mit. Die Schule reagierte unmittelbar. Zugleich wirft der Fall grundsätzliche Fragen über den gesellschaftlichen Umgang mit Migrantenfeindlichkeit auf.

In Partylaune. (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Beim Sommerfest der privaten Merz Schule in Stuttgart hatten einige Jugendliche den Gigi-D’Agostino-Hit „L’Amour toujours“ mit den Parolen „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ übertönt. Nach Angaben von Schulleiter Frederik Merz geschah dies nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung, als rund 200 Jugendliche auf dem Schulgelände weiterfeierten. Der DJ habe die Musik sofort gestoppt, nachdem die Rufe eingesetzt hatten. Ein ehemaliger Schüler, der sich an den Gesängen beteiligt hatte, sei unmittelbar vom Gelände verwiesen worden.

Die Schule sichtete anschließend Videos von dem Vorfall. Wer genau welche Textpassagen gesungen habe, lasse sich daraus allerdings nur schwer rekonstruieren, sagte Merz in einem Interview mit dem SWR. Zudem seien neben Schülerinnen und Schülern der Merz Schule auch Jugendliche anderer Schulen bei dem Sommerfest zu Gast gewesen. Nach Einschätzung der Schulleitung handelte es sich bei den Mitsingenden um eine Minderheit.

Im Mittelpunkt der Aufarbeitung stand für die Schule nach Angaben von Merz nicht in erster Linie die Suche nach weiteren Beteiligten, sondern die pädagogische Auseinandersetzung mit dem Vorfall. Bereits in der Woche nach dem Sommerfest sprach die Schulleitung mit allen Klassen der Mittel- und Oberstufe über die Gesänge und ordnete sie ausdrücklich als unvereinbar mit den Werten der Schule ein.

„Für uns war wichtig, dass wir eine sehr klare Einordnung finden konnten, dass diese Rufe zu uns als Schule überhaupt nicht passen“, sagte Merz. Die Merz Schule verstehe sich als internationale Schulgemeinschaft. „Wir haben in jeder Klasse mehrere Kinder mit Migrationshintergrund und Freundschaften über alle Nationen hinweg – das macht auch unser Werteverständnis aus.“

Nach Angaben des Schulleiters reagierten viele Jugendliche betroffen. Zwar habe sich niemand freiwillig als Beteiligter zu erkennen gegeben. „Wir haben aber ehrliche Bestürzung darüber gespürt“, sagte Merz. Besonders Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund seien durch die Vorfälle getroffen gewesen. Zugleich habe der ehemalige Schüler, der unmittelbar nach den Gesängen vom Gelände verwiesen worden war, bereits kurz darauf das Gespräch mit der Schulleitung gesucht. Er habe Reue gezeigt; der Vorfall sei ihm nach Angaben des Schulleiters „extrem peinlich“ gewesen.

„Ich bin erstaunt, dass es kein Gefühl dafür gibt, was man mit solchen Aussagen anrichten kann und dass es scheinbar eine Bagatelle geworden ist“

Gerade diese Gespräche hätten jedoch ein weiteres Problem sichtbar gemacht. Selbst Jugendliche mit Migrationshintergrund hätten die fremdenfeindlichen Parolen mitgesungen. Für Merz ist das ein Hinweis darauf, dass viele junge Menschen die Tragweite solcher Aussagen nicht mehr wahrnehmen. „Ich bin erstaunt, dass es kein Gefühl dafür gibt, was man mit solchen Aussagen anrichten kann und dass es scheinbar eine Bagatelle geworden ist“, sagte er dem SWR. Mit welcher Selbstverständlichkeit entsprechende Sprüche skandiert würden, bereite ihm große Sorgen. „Es scheint mir, dass es bei vielen Jugendlichen ganz normal ist, so etwas zu skandieren.“

Der Vorfall wirft aus Sicht der Schulleitung deshalb Fragen auf, die über die eigene Schule hinausreichen. Merz zeigte sich überrascht, dass die Gesänge nach Einschätzung der Polizei strafrechtlich nicht relevant seien. Er selbst sei zunächst davon ausgegangen, dass es sich um volksverhetzende Äußerungen handele. Tatsächlich sieht die Polizei nach bisherigem Ermittlungsstand keinen Straftatbestand erfüllt, bezeichnete die Parolen jedoch als „massiv geschmacklos“.

Der Schulleiter regt deshalb eine gesellschaftliche Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit an. „Wann ist mal die Grenze erreicht, wo Meinungsfreiheit aufhört und der volksverhetzende Anteil beginnt?“, fragte er im SWR-Interview. Gerade zum Schutz der Demokratie müsse darüber diskutiert werden.

„Für Diskriminierung und extremistisches Gedankengut ist an unseren Schulen kein Platz“

Auch der Verband Deutscher Privatschulen Baden-Württemberg, dem die Schule angehört, distanzierte sich deutlich von dem Vorfall. „Für Diskriminierung und extremistisches Gedankengut ist an unseren Schulen kein Platz“, erklärte Verbandspräsident Michael Büchler. Wenn Schülerinnen und Schüler fremdenfeindliche Parolen anstimmten, verletze dies die Würde anderer Menschen und erfordere eine sofortige und konsequente Reaktion. Zugleich verwies der Verband darauf, dass rechtsextremistische und fremdenfeindliche Entgleisungen eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung widerspiegelten, die inzwischen auch Schulen erreiche.

Der Fall erinnert an den bundesweit beachteten Sylt-Skandal aus dem Jahr 2024. Damals hatten Gäste einer Bar ebenfalls zu „L’Amour toujours“ die Parolen „Deutschland den Deutschen! Ausländer raus!“ gerufen. Videos der Szene verbreiteten sich millionenfach in den sozialen Medien und führten zu zahlreichen Nachahmungen. Die strafrechtlichen Ermittlungen wurden in den meisten Fällen später eingestellt, weil die Gerichte die Äußerungen überwiegend von der Meinungsfreiheit gedeckt sahen.

An der Merz Schule soll der Vorfall nach Angaben ihres Schulleiters jedoch nicht das Bild der Schulgemeinschaft bestimmen. Vielfalt und internationale Offenheit prägten das Schulleben und sollten dies auch künftig tun. Gerade deshalb sei es wichtig gewesen, unmittelbar nach dem Sommerfest deutlich zu machen, dass fremdenfeindliche Parolen an der Schule keinen Platz haben. News4teachers

Deutschland hat ein Rassismus-Problem (auch in den Schulen) – und das nicht erst seit gestern. Ein Kommentar

 

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47 Kommentare
Englisch Freund
5 Tage zuvor

Nach Sylt mal wieder junge rich Kids, die ihre eigentliche Gesinnung Mal wieder zur Schau stellen. Und dann mit gepudertem Popo direkt in eine rechte Burschenschaft. Das ist unsere „Elite“

Lera
5 Tage zuvor
Antwortet  Englisch Freund

Zynische Kapitalisten-Eltern
—> Wohlstandsverwahrlosung

Unfassbar
4 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Möglich.
Strafrechtlich nicht relevant, pädagogisch hilft hoffentlich ein Denkzettel.

Rainer Zufall
3 Tage zuvor
Antwortet  Englisch Freund

Sonst noch persönliche Feindbilder, die Sie reinwerfen wollen?
Kirche?
Patchwork-Familien?
Vegetarier*innen?

Realist
5 Tage zuvor

privaten Merz Schule“

Heißt die echt so?

Hysterican
3 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Nomen est omen! 😉

GBS-Mensch
5 Tage zuvor

„Selbst Jugendliche mit Migrationshintergrund hätten die fremdenfeindlichen Parolen mitgesungen.“

Passt doch ins Bild:

„Migrantisch, deutsch, AfD-Wähler: „Wir stehen immer noch auf einer Stufe mit Flüchtlingen““ https://www.tagesspiegel.de/berlin/migrantisch-deutsch-afd-wahler-wir-stehen-immer-noch-auf-einer-stufe-mit-fluchtlingen-15748778.html

Damit ist dann wohl der Integrationsprozess abgeschlossen.

Susanne M.
4 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Das dachte ich auch. Es wird oft vergessen: Migranten sind nicht quasi automatisch Verbündete der Linken. Ihre gesellschaftlichen Vorstellungen können auch konservativ sein und weit mehr in Richtung AfD als in Richtung Grüne gehen.

GBS-Mensch
3 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

„Ihre gesellschaftlichen Vorstellungen können auch konservativ sein…“

Können nicht nur…das ist sogar der Normalfall.
Das ist wieder so eine Lebenslüge linker Parteien, dass sie glauben, dass Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund auf ewig aus Dankbarkeit heraus linke Parteien wählen, weil die sich etwas toleranter geben.

Bei der SPD, also in der guten alten Zeit, war es die Identifikation als Malocher, die Menschen mit Migrationshintergrund gebunden hat und der Einsatz für sozialen Aufstieg.

Schotti
2 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Russlanddeutsche sind eine der größten Wählergruppen der AfD.

GBS-Mensch
1 Tag zuvor
Antwortet  Schotti

Ich weiß. Man nimmt auch immer nicht zur Kenntnis, was man östlich der Oder von Migranten südlich des Mittelmeeres hält.

Die meisten rassistischen Übergriffe bei uns an der Schule (N-Wort, anspucken etc.) kommen von ukrainischen Schülern.

Jerunda
1 Tag zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

@Schotti@GBS-Mensch
Ihre pauschalisierenden Urteile über Russlanddeutsche und Ukrainer sind diskriminierend! Auch wenn (zu) viele von ihnen mit der AfD sympathisieren, ist es nicht die Mehrheit dieser Menschen. Auch die Mehrheit der Ostdeutschen wählt nicht die AfD!
„Die AfD wirbt gezielt um Russlanddeutsche, und die Partei hat bei ihnen einen vergleichsweise hohen Zuspruch. Trotzdem bleibt die Mehrheit von ihnen demokratisch orientiert – es gibt sogar vielfältige Initiativen gegen rechte Tendenzen in der Community.“
Russlanddeutsche und die AfD: Zwischen Klischee und Realität
Deportation von Russlanddeutschen: „Es wird wenig über die Verbannung gesprochen“ | taz.de
Schwierige Integration von Russlanddeutschen | mdr.de
Vielleicht sollten Sie beide sich mal mehr mit der Geschichte dieser Menschen beschäftigen, statt Vorurteile zu befeuern und damit diese Menschen noch weiter auszugrenzen und noch mehr von ihnen in die Fänge der AfD zu treiben!

Jerunda
1 Tag zuvor
Antwortet  Jerunda

Ergänzung: Natürlich gibt es auch unter Russlanddeutschen und Ukrainern rassistisches Gedankengut. Aber nicht jedes benutzte Schimpfwort muss auch so gemeint sein. Ich staune immer wieder, wie multilingual die Teenager bei mir im Brennpunkt bezüglich Schimpfwörtern sind. Allerdings wissen viele nicht, was sie genau da so von sich geben, wenn man nachfragt. Sie wissen zwar, dass es „unflätige Ausdrücke“ sind, und benutzen sie, weil es in der Gruppe (oft multi-kulti Gruppen) als cool und lustig empfunden wird .Es stärkt die Gruppenzugehörigkeit. Von wem lernten diese Schüler diese Ausdrücke? Sicher nicht aus dem Wörterbuch oder im D-Unterricht, sondern im Umgang mit Muttersprachlern.
5 Gründe, warum du bei Fremdsprachen zuerst die Schimpfwörter draufhast

Ukulele
12 Stunden zuvor
Antwortet  Jerunda

Wie kommt’s?

U.a. dadurch (da ganz aktuell):
Ein Mann islamischen Glaubens libanesischer Herkunft tötet eine polnische Teilnehmerin des CSD.

Ukulele
12 Stunden zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Umgekehrt ist es ähnlich. Konservativ erzogenen Schüler aus Nordafrikanischen und arabischem Ländern sind den konservativ erzogenen Osteuropäern oft nicht freundlich Gegenüber gesinnt.

Ukulele
12 Stunden zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Ja, so ist das. Es ist naiv zu glauben, dass Menschen lebenslang jemandem dankbar sein müssen. In der Regel ist das Thema mit einem Danke erledigt – danach wollen natürlich auch Migranten auf Augenhöhe mit andern Menschen agieren und auch gleichwertig betrachtet werden.

447
2 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

„Die Zeit“ hat gerade Interviews dazu veröffentlicht.

447
2 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Nachtrag: Es war Tagesspiegel und ist oben schon verlinkt, Beitrag kann weg.

Hansjoachim
2 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Schwulenfeindschaft als gesellschaftliche Tradition (befeuert von erzkonservativen Autoritäten) kann z.B. zu einem Attentat auf den CSD führen, gerade geschehen in Berlin.
Aber worüber regt sich die Nation auf? Über das Baby von Spahn.

GBS-Mensch
2 Tage zuvor
Antwortet  Hansjoachim

Hat KGE sich schon dazu geäußert?

Ukulele
13 Stunden zuvor
Antwortet  Susanne M.

Richtig. Zudem können sich Kinder und Jugendliche trotz Migrationshintergrund und anderer Hautfarbe als deutsch identifizieren und von gleichaltrigen genauso gesehen werden und dennoch gegen zuviel Zuwanderung sein.

Unfassbar
1 Tag zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Oder diese Migranten haben sich voll assimiliert und sind dabei über das Ziel hinausgeschossen.

SchadeMarmelade
1 Tag zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Die meisten Jugenwahl Afd Wähler an meiner Schule waren „Ausländer“.
Hier ein Link zu Neuallermöhe, meinem Stadtteil.
Die Ergebnisse der letzten Wahlen. Insbesondere die Zweitstimmen sind bezeichnend.
https://www.wahlen-hamburg.de/Bundestagswahl_2025/ergebnisse_stadtteil_236014.html
Und das alles bei einem Bevölkerungsanteil mit Migration der bei 65% liegt.
Am meisten schimpfen auch immer wieder „Ausländer“ über „Ausländer“ bei uns. Wie oft ich schon in Elterngesprächen ein „Sc… Ausländer“ in gebrochenem Deutsch gehört habe…

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Ja, durch den Beitritt zum Geltungsbereich des GG sind sie von der DDR in die BRD gewandert, vom blauen zum bordeauxroten Pass der ehedem grün war.

GBS-Mensch
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Neuallermöhe ist nicht in Ostdeutschland.

GBS-Mensch
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Also dort, wo es wenig Migranten gibt, hat die AfD die Mehrheit und dort wo es viele Migranten gibt, hat sie sie auch…
Was machen wir nun daraus?

Vielleicht geht es ja nicht um Migranten, Menschen mit Migrationshintergrund per se.

Ukulele
12 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn Sie sich mal die Wahlergebnisse anschauen werden sie feststellen, dass die Ostdeutschen nicht immer Rechts gewählt haben. In den 90ern waren es auch dort die SDP und CDU die dominiert haben.

Der Rechtsruck in Ostdeutschland erfolgt schlicht früher als in Westdeutschland. Die Richtung ist überall gleich.

Meines Erachtens sind folgende Entwicklungen entscheidend:
– Wohlstandssenkung für Bürger (Der Durchschnittsbürger kann sich immer weniger leisten)
– Perspektivlosigkeit für viele Bürger (z.B. im Hinblick auf Wohnraum, Schule, Kita)
– Gleichzeitig immer höhere Steuern und Abgaben für den Sozialstaat
– Verschlechterung der Sicherheitslage

Wenn die etablierten Parteien es nicht hinbekommen, dir o.g. Punkte zu verbessern, dann wird die AfD stärker. So einfach ist die Logik.

Es ist ja nicht so, dass die AfD dies lösen könnte, aber sie profitiert davon, dass sie sich noch nicht beweisen konnte.

Susanne M.
8 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Marginale Wohlstandssenkungungen? Die Kürzungen betreffen direkt die Armen: Krankenkassenleistungen, Sozialgeld, Wohngeld…
Allerdings ist es ein seltsamer Zug, dann eine stramm neoliberale Partei wie die AFD zu wählen und nicht wenigstens gemäßigt links.
Hier sehe ich ein Versagen der demokratischen Linken.

Dennoch frei nach Brecht: “ Nur die aller dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber“:

Jerunda
7 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Gilt das auch für die vielen armutsgefährdeten Kinder in DE.
Kinderarmut in Deutschland | UNICEF
Die freuen sich sicher über den hohen Lebensstandard, der nicht Armutsbetroffenen.

Ukulele
8 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Sehen Sie, ich habe keineswegs beschrieben, dass die AfD besser regieren wird oder würde. Ich beschreibe lediglich, was meines Erachtens die Gründe für die aktuelle Entwicklung sind.

Dabei spielt es keine Rolle ob mir oder Ihnen dies gefällt. Aber in einer Demokratie ist es nun mal die Mehrheit, die die Richtung vorgibt.

In Deutschland haben wir noch das weitere Problem, dass die Mehrheit der Bevölkerung seit Jahren einen Mitte-Rechts Kurs wählt, aber eine. Links bzw. höchstens Mitte Links Politik bekommt.

DerechteNorden
11 Stunden zuvor
Antwortet  Ukulele

Heißt das aber nicht eigentlich, dass die Leute dümmer geworden sind und es werden, wenn sie nicht verstehen, dass sie selbst Teil des Ganzen sind?

Maike
10 Stunden zuvor
Antwortet  Ukulele

Es gibt auch dieses Großstadt- und Unimilieu kaum, welches die Keimzelle der westdeutschen Linken war und ist.

Links wird im Osten wegen der Erfahrung mit dem SED-Regime naturgemäß kritisch gesehen, und es galt als Fortschrittlich dieses kritsch zu sehen, schließlich waren es die Ost-Bürger selbst, die sich dagegen aufgelehnt haben.

Mit dem was die „Linke“ nun darstellt gibt es wenig Berührungspunkte. Die reden nur von Solidarität, leben sie aber nicht. Solidarität im gut gemeinten Sinne bezog sich im Osten auf alle, nun ist damit aber ein exklusiver Klub gemeint.

Hinzu kommt der Krieg mit Russland den viele ablehnen, sowie Klima- und linke Identitätspolitik, mit der viele nichts anfangen können, weil das nicht die Themen sind die hier beschäftigen.

DerechteNorden
18 Stunden zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Sondern worum?
Sich abgehängt zu fühlen oder das Gefühl zu haben, dass die Regierung die ihr zur Verfügung stehenden Gelder falsch (z.B. in Rüstung) ausgibt, sollte eigentlich dazu führen, links zu unterstützen und nicht die AfD, oder?
Von daher ergibt nur Fremdenfeindlichkeit als Bindeglied Sinn.

Medizinische Unterversorgung in bestimmten Bereichen und eine marode Infrastruktur, zu wenig Wohnraum … Worauf wird das zurückgeführt? Ja, genau auf zu viele „Ausländer*innen“, die alle in einen Topf geworfen werden: „Menschen, die nicht arbeiten, uns hier die Kultur kaputt machen wollen und alles in den … geschoben bekommen, weshalb für uns nicht genug Geld da ist.“

Oder glauben Sie, dass zu viele Klimaschutzmaßnahmen (wobei zu viele wirklich ein Witz wäre!) die Leute in die Arme dieser rückwärtsgewandten Truppe treiben?

Schotti
7 Stunden zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Natürlich treiben auch (nicht nur) schreckliche Klimaschutzmaßnahmen die Menschen zur AfD. Das ist doch offensichtlich. Wer das nicht sieht, der muss ja wahrhaftig mit politischer Blindheit gesegnet sein.

Beispiel: Arbeiter leiden besonders unter der Inflation, weil sie auf das Auto angewiesen sind. Der Sprit ist mittlerweile so teuer geworden, dass sie dadurch immer weiter verarmen. Also packt die Regierung noch eine sinnlose CO2 Steuer oben drauf, damit es künstlich noch teurer wird und noch mehr Menschen verarmen.

Genau mein Humor.

GBS-Mensch
1 Tag zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Grüße aus den Elbvororten. Hier sieht es noch(!) ein wenig anders aus.

https://www.wahlen-hamburg.de/Bundestagswahl_2025/ergebnisse_stadtteil_192006.html

Wobei auch hier der Zuwachs für die CDU und die, die man nicht nennen darf, addiert zweistellig war.

Walter Hasenbrot
16 Stunden zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

An Ihrer Schule gab es kein Wahlgeheimnis? Woher wollen Sie wissen, wer was gewählt hat?

Ukulele
12 Stunden zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Das hab euch so ähnlich auch schon oft gehört. In Westdeutschland haben die Ausländer ja keine Angst und Sorge vor „den Deutschen“. Sie haben aber teilweise Angst und Sorge vor anderen ausländischen Gruppen.

Ich zitiere mal einen davon: „Ich bin mit meiner Familie nicht nach Deutschland gekommen um mit arabisch-stämmigen Islamisten in der Nachbarschaft zu leben“.

Nun kann man solche Aussagen als diskriminierend verurteilen, aber sie spiegeln das wieder was vielen Migranten durch den Kopf geht (nicht nur aus Osteuropa, sondern auch bei Migranten aus der Türkei, bei Kurden, Jesiden, etc)

Steißtrommler
10 Stunden zuvor
Antwortet  Ukulele

„Ich bin mit meiner Familie nicht nach Deutschland gekommen um mit arabisch-stämmigen Islamisten in der Nachbarschaft zu leben“.
So eine Aussage ist nicht diskriminierend, denn sie deutet auf eine reale Gefahr hin.
Einen guten Kommentar zur islamistischen Gefahr (auch) für Migranten findet sich in der taz; so ganz langsam scheint auch bei den Linken ein Umdenken dem Islamismus gegenüber in Gang zu kommen:
https://taz.de/Islamistischer-Anschlag-auf-den-CSD/!6195239/

Rainer Zufall
3 Tage zuvor

„Gerade diese Gespräche hätten jedoch ein weiteres Problem sichtbar gemacht. Selbst Jugendliche mit Migrationshintergrund hätten die fremdenfeindlichen Parolen mitgesungen.“
Auf den Videos nicht erkennbar, aber bestimmt sangen Asylsuchende, Geduldete und junge Leute mit geringer Bleibeperspektive mit…

Bin gespannt, wie die Schule diesem offenbar unfassenden Problem einer kleiner Minderheit begegnen möchte, dass das Thema nicht versehentlich versandet