POTSDAM. Die Volksinitiative des Landeselternrats Brandenburg (LER) für eine verlässlichere Unterrichtsversorgung hat das notwendige Quorum zwar deutlich verfehlt. Dennoch sehen sowohl der LER als auch das Bildungsministerium die Aktion als wichtigen Impuls im Kampf gegen den Lehrkräftemangel. Rund 10.000 Unterschriften wurden jetzt an Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) übergeben – verbunden mit dem gemeinsamen Bekenntnis, den Unterrichtsausfall weiter zu verringern.

Für eine erfolgreiche Volksinitiative wären in Brandenburg mindestens 20.000 gültige Unterschriften erforderlich gewesen. Der Landeselternrat hatte die Initiative „Unterricht statt Ausfall – verlässliche Bildung für Brandenburg“ im September 2025 gestartet. Ziel war es, mehr regulären Unterricht sicherzustellen und den Lehrkräftemangel stärker in den Fokus der Landespolitik zu rücken. Zugleich kritisierte der LER damals die Reduzierung von Lehrerstellen im Landeshaushalt.
Bildungsminister Gordon Hoffmann würdigte das Engagement der Eltern und betonte, jede ausgefallene Unterrichtsstunde sei „eine Stunde zu viel“. Schulleitungen und Lehrkräfte täten bereits alles, um Unterrichtsausfälle zu vermeiden. Vollständig verhindern lasse sich dies angesichts des Lehrkräftemangels jedoch nicht. Zugleich verwies Hoffmann auf einen Kurswechsel der Landesregierung: „Wichtig ist, dass wir den Sparkurs bei der Bildung beendet haben und wieder Stellen schaffen, statt Stellen zu streichen.“ Vorrang habe nun, den Unterricht möglichst umfassend abzusichern, statt den Ausfall immer detaillierter statistisch zu erfassen.
Der Minister kündigte an, die Herausforderungen im Rahmen des vom Landtag beschlossenen Strategie- und Beteiligungsprozesses zur Schulentwicklung anzugehen. Er begrüßte ausdrücklich die Bereitschaft des Landeselternrats, sich daran zu beteiligen.
Auch aus Sicht der Initiatoren hat die Volksinitiative trotz ihres formalen Scheiterns Wirkung entfaltet. Ulrike Mauersberger, Vertreterin der Initiative, erklärte, die Folgen des Lehrkräftemangels stünden heute deutlich stärker im öffentlichen Bewusstsein als noch vor einem Jahr. Während Unterrichtsausfälle im ländlichen Raum schon länger zum Schulalltag gehörten, seien sie inzwischen auch in bislang vergleichsweise gut versorgten Regionen Brandenburgs spürbar. Dieses gewachsene Problembewusstsein zeige, wie wichtig es sei, das Thema dauerhaft auf der bildungspolitischen Agenda zu halten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Anett Kehling, stellvertretende Sprecherin des Landeselternrats, bezeichnete die Übergabe der Unterschriften als Auftakt für einen intensiveren Dialog mit dem Ministerium. Jede ausgefallene Unterrichtsstunde bedeute verlorene Lernzeit für Schülerinnen und Schüler. Deshalb werde der Landeselternrat den angekündigten Strategieprozess „kritisch, konstruktiv und lösungsorientiert“ begleiten. Ziel bleibe eine langfristig verlässliche Unterrichtsversorgung für alle Kinder und Jugendlichen in Brandenburg.
Nach Angaben des Bildungsministeriums fielen im Schuljahr 2024/25 an den öffentlichen Schulen Brandenburgs insgesamt rund 322.000 Unterrichtsstunden ersatzlos aus. Das entsprach 2,2 Prozent der insgesamt 14,4 Millionen erteilten Unterrichtsstunden. Im Schuljahr zuvor lag die Quote noch bei 2,4 Prozent, im ersten Halbjahr 2025/26 bei 2,1 Prozent. Das Ministerium veröffentlicht die Unterrichtsausfallstatistik regelmäßig auf seiner Internetseite. News4teachers / mit Material der dpa
Lehrermangel jetzt so groß, dass die Anerkennung von Abschlüssen bedroht ist










Wichtiger, als dass eine Stunde auf dem Papier stattfindet, ist, was in der Stunde passiert. Aber richtig ist, dazu muss eine Stunde ja erstmal stattfinden.
Es gibt so verschiedene Faktoren, warum eine stattfindende Unterrichtsstunde auch keinen Lernfortschrift bringt, wer kümmert sich darum? Es gibt so massive Unterrichtsstörungen und Lehrer, die dem ohnmächtig gegenüber stehen. Was machen wir da? Stunden voller Lärm und Chaos. Da lernt auch keiner was, obwohl die Stunde stattfand.
Sich einzureden, eine Stunde müsse nur stattfinden und dann ist alles gut, ist ziemliche Augenwischerei. Die Realität ist eine ganz andere!