
Pünktlich zum Schuljahresende fordern Schülerinnen und Schüler mit einem 24-Stunden-Dauerprotest vor dem Kultusministerium Veränderungen im bayerischen Schulsystem. Unter dem Motto «Wir halten durch – so wie jeden Schultag» wolle man bis Freitagmorgen, also einmal rund um die Uhr, auf die Belastungen aufmerksam machen, die viele junge Menschen in der Schule erlebten, hieß es vor dem Start am Morgen.
Die Initiatoren beklagen unter anderem einen hohen Leistungsdruck. Vor allem kritisieren sie das Festhalten der Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an unangekündigten Exen und am mündlichen Ausfragen. Exen sind unangekündigte Leistungsabfragen. News4teachers / mit Material der dpa










Was machen wir, wenn sie für eine Verlängerung der Sommerferien demonstrieren? Da machen bestimmt alle mit. Geben wir nach?
Ja. 11 Wochen sind besser.
„Was machen wir, wenn sie für eine Verlängerung der Sommerferien demonstrieren?“
Gar nichts – die Eltern würden das aufgrund der daraus resultierenden Betreuungsprobleme ohnehin verhindern.
Eine Demonstration gegen Exen finde ich persönlich deutlich verständlicher; ich bin im Zweifel, ob sie einer vertrauensvollen Lehrer-Schüler-Beziehung – und damit dem Lernprozess – förderlich sind: Ja, Leistungsfeststellung muss sein, aber muss sie wirklich in dieser Form sein?
Als Mensch, der auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung steht, stellt man nicht das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit in Frage. Wenn es denen Spaß macht, können sie auch für Hummer, Kaviar und Champagner in der Mensa demonstrieren.
Wow, Sie haben also GAR NICHTS, dass Sie sich komplett andere Diskussionen ausdenken, in denen Sie einen Punkt haben könnten? 😀
Bravo! Es ist überfällig. Das Schulsystem ist leider in seinen Strukturen im letzten Jahrhundert steckengeblieben. Schulpreisträgerschulen in Bayern und Deutschland zeigen, wie es gehen würde. Leider tun unsere Kultusministerien zu wenig, um diese Konzepte in die Fläche zu übertragen. Und so ist der Aufstand der Jugend wirklich gut, Eltern und Lehrer*innen solidarisiert Euch!
Bin mal gespannt wie viele Leute zu dieser Demo kommen.
Beim letzten mal war die Teilnehmerzahl mit ca. 300 Leuten recht überschaubar, obwohl ja auch Oppositionsparteien und NGOs dazu aufgerufen hatten.
Es gab eine Videobeitrag auf logo.de dazu. Da war nur gut ein Dutzend Protestierende zu sehen. Nach meinen Informationen gibt es allein in München fast 140.000 SuS.
Wieviele Erstklässler*innen hatten Sie erwartet? (augenroll)
Keine. Wie viele hätten Sie erwartet ?
Gab es eigentlich in „The Länd“ ähnliche Aktionen und falls ja, mit wie vielen Teilnehmer*innen ?
Also haben Sie keine Primärschüler*innen einberechnet, gut zu wissen ^^
Wie viele Schüler*innen hätten es Ihrer Meinung nach sein sollen, dass Sie 300 als „überschaubar“ bewerten?
Also Mehrheitsmeinung über Argumente?
Schade, aber erwartbar
Ob man unbedingt ein Verbot braucht?
Bei uns in der Gegend haben sich schon einige Schulfamilien geeinigt, freiwillig darauf zu verzichten.
Die Stadt München hat es Lehrkräften an städtischen Schulen nahegelegt und München „„exenfrei“ zu machen.
Kein Verbot! Sowas will doch niemand!
Künftig wird nur geboten, was stattdessen alle machen sollen – wie beim Gendern 😀
Würde mir jetzt nicht einfallen den Landesschülerbeirat Baden Württemberg als „niemand“ zu bezeichnen.
Mein fehler, ich dachte, Sie wären zu alt und woanders ^^
„Bei uns in der Gegend haben sich schon einige Schulfamilien geeinigt, freiwillig darauf zu verzichten.“
Aber lesen Sie doch bitte beiten den Artikel, es geht um Schüler*innen in Bayern.
Wenn welche in BW oder sonst wo dagegen/ dafür sind, hilft den Kindern in Bayern nicht
Ich nehme an, die Leute im Amt hatten sich eigenverantwortlich eingelesen, waren vorbereitet und konnten spontan wissenschaftliche Gründe für das Exxen anführen.
Ihr Verbleib/ Gehalt sollte an diese Leistung gekoppelt sein! 😉
Leider geht die Demo auf das Narrativ ein: Exen = Leistung. Was für eine Leistung ist es bitte, auf eine Überraschung erwünscht zu reagieren?
Leistung ist doch eher planbares und vorhersehbares Arbeiten. Exen erzwingen genau das Gegenteil: unplanbares und unvorhersehbares Arbeiten, mehr so kreatives Wurschteln oder Glücksspiel. Exen stören sogar bei kontinuierlicher Arbeit und damit bei der Leistung.
Exen verdeutlichen nur, dass Kinder und Jugendliche keine Mitsprache haben.
Dem stimme ich nicht zu. Meine Kinder in Mathe wissen, dass ich eine Ex nur dann schreibe, wenn sie ausreichend geübt haben. Ich erwarte auch nur Techniken, die wir im Unterricht gemacht haben oder die sie zu Hause als Hausaufgabe geübt haben und auch besprochen wurden. Ich bevorzuge Exen gerne, weil wenn ich sie ankündige, die Kinder übermäßig (zu) viel lernen und andere Fächer vernachlässigen. Dabei müssen sie eigentlich nicht viel lernen, sondern nur im Unterricht gut mitmachen und die Hausaufgaben sorgfältig bearbeiten beziehungsweise bei den Nachbesprechungen gut aufpassen und Fragen stellen, wenn sie etwas nicht verstanden haben.
Also ich Frage mich, was daran wurschteln und unplanbares Arbeiten sein soll. In Gegenteil. Wer seine Aufgaben macht, aufpasst und sich beteiligt, wer am Abend vorher einfach mal sein Heft oder Buch durchblättert, der wird kein Problem haben. Der ist nämlich regelmäßig am Stoff dran und fängt nicht drei Tage vor der Arbeit an, sich alles irgendwie in den Kopf zu hämmern und dann zu vergessen. Und dann übt man wenigstens kontinuierlich und kann es in der Arbeit viel besser anwenden. Und die Vokabeln werden z.B. regelmäßig gelernt oder die Fachbegriffe. Ich finde es prima, dass mein Kind alle zwei bis drei Wochen einen Vokabeltest schreibt. Die Vokabeln sitzen auch in dem Ferien noch, selbst viele von letztem Jahr. Schreien nicht alle, dass das Bulimie-Lernen vor Arbeiten so sinnlos ist? Wer regelmäßig vorbereitet ist, der behält sich mehr, übt mehr und muss vor der Arbeit weniger tun, hat somit weniger Stress, weil vieles dann einfach Wiederholung ist. Und unser Gehirn freut sich über kleine Portionen jede Woche deutlich mehr, als über einen Marathon bis tief in die Nacht, am Abend vor der Arbeit.
Die sollen einfach sagen, dass sie EINEN wissenschaftlichen Beleg für das Exen wollen, der den Stress rechtfertigt und (!) über Exen zu erreichen ist, und EIN Beispiel, wo Menschen im Beruf unangekündigt geprüft werden, wo Gehaltskürzung/ Rauswurf anstehen (also nicht die normale (Mit-)Arbeit ^^
In RLP hießen die Dinger Hausaufgabenüberprüfungen und hatten höchstens den (besprochenen) Stoff der letzten beiden Hausaufgaben als Gegenstand. Waren so aufgebaut, dass man sie recht entspannt absolvieren konnte, wenn man seine Hausaufgaben sorgfältig und eigenständig gemacht und im Unterricht bei der Besprechung aufgepasst hatte. Im einfachsten Fall wurden die 10-15 Vokabeln abgehört, die zu lernen waren. Hat den SuS geholfen, die Vokabeln lieber in kleinen Paketen zu lernen als alle auf einmal vor einer schriftlichen Prüfung. Viele Schüler haben das genutzt, um recht billig ihre Noten zu verbessern(!).
Wurde von unserem letzten Bildungsminister verboten.
Seitdem lernen die SuS die Vokabeln halt nur noch vor Tests oder – weil es dann halt so viele sind, dass sie es nicht schaffen – gar nicht mehr.
Übrigens wird man im Leben und im Job ständig unangekündigt „geprüft“ und muss Leistung und Wissen spontan abrufen: Egal ob im Straßenverkehr, in Bewerbungsgesprächen, wenn man sein Gehalt diskutieren möchte oder in einfachen Diskussionen oder Gesprächen. Bei Gesprächen steht man blöd da, wenn man das nicht kann (was viel schlimmer sein kann als ne poplige schlechte Note), in der Diskussion um mehr Gehalt kriegt man weniger Gehalt als man vielleicht bekommen hätte, wenn man besser reagiert hätte, im Straßenverkehr stirbt man oder tötet jemanden.
Ich drehe die Frage mal um: Ich denke, wir sind uns einig, dass auch im Job Leistung erbracht werden muss. Bei welchem Job ist es denn so, dass die nur einmal in der Woche mit zweiwöchiger Vorankündigung erbracht werden muss?
„Übrigens wird man im Leben und im Job ständig unangekündigt ‚geprüft‘.“
Wir nicht. Wir wüssten nicht, in welchem Beruf regelmäßig Prüfungen abgenommen werden (außer vielleicht bei Piloten).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sind die Prüfungen bei Pilot*innen unangekündigt?
Wobei ich mit recht sicher bin, dass sie bezüglich Maschinen getestet werden, die sie in der Praxis fliegen 😀
„Übrigens wird man im Leben und im Job ständig unangekündigt „geprüft“ und muss Leistung und Wissen spontan abrufen“
Jaja, erst letztens saß ich in der Klasse, als ich spontan zu Beamtenrecht und zur Straßenverkehrsordnung abgeptüft wurde. Habe jetzt wenige Gehalt und Punkte in Flensburg (augenroll)
Sie verwechseln AUFGABEN mit unangekündigten Prüfungen. Konditor*innen schaffen den ganzen Tag, müssen aber nicht anlasslos für eine Prüfung eine Kreation ohne Rezept zaubern, um ihre „Noten“ (ihr Gehalt) zu bekommen.
Nein, in diesem echten Leben werden Leistungen entlohnt, kein theoretisches Wissen aus dem Stehgreif