OSNABRÜCK. Kinder- und Jugendärzte verlangen einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sozialen Medien und beklagen dabei ein Versagen der Eltern. «Ich merke fast jeden Tag in meiner Praxis, dass sich die Probleme immer weiter verschärfen», sagte der Bundessprecher des Pädiater-Berufsverbandes BVKJ, Jakob Maske, der «Neuen Osnabrücker Zeitung». «Kinder können sich der krassen Beeinflussung auf den Plattformen kaum noch entziehen, und Jugendlichen ist es fast nicht mehr möglich, sich eine freie Meinung zu bilden.» Es sei längst erwiesen, dass Social Media vor allem junge Menschen krank und dumm mache.

«Es gibt leider ein gravierendes Elternversagen, was Social Media und Bildschirmnutzung angeht», sagte Maske weiter. Sie müssten Grenzen setzen und selbst Vorbild sein. «Das passiert leider viel zu selten, sie machen es nicht, oder sie scheitern beim Versuch, Regeln durchzusetzen», sagte der Mediziner. «Wenn ich ins Wartezimmer schaue, kleben dort Eltern und Kinder an ihren Smartphones. Schon Kleinkinder haben Kopfhörer auf und ein Tablet vor der Nase.» Es gebe den Trend, noch kleinere Kinder mit den Geräten abzulenken.
Zuletzt hatte Frankreich als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren beschlossen. Mehrere Mitgliedsländer, darunter Spanien, Griechenland und Österreich, wollen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige bis zu einem bestimmten Alter gesetzlich festlegen. Auch Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) kündigte an, ein solches Verbot in Deutschland einführen zu wollen.
Was die Ärzte von der Politik fordern
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen (BVKJ) als Interessenvertretung dieser Berufsgruppe sei inzwischen offen für ein Verbot von Social Media, «etwa bis 14 Jahren», sagte Maske. Die Bundesregierung und der neue Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) müssten endlich handeln. «Es gibt längst die Möglichkeit, national Bedingungen für Plattformen zu setzen.» Die Engländer machten es vor. «Es geht um die Zukunft unserer Kinder und damit unserer Gesellschaft.» News4teachers / mit Material der dpa










„Es sei längst erwiesen, dass Social Media vor allem junge Menschen krank und dumm mache.“
Als Lehrer würde man für so eine Aussage von den üblichen Verdächtigen praktisch gesteinigt werden.
Gut, dass sich wenigsten die Ärzte noch trauen, die Wahrheit auszusprechen.
„Als Lehrer würde man für so eine Aussage von den üblichen Verdächtigen praktisch gesteinigt werden.“
Jaja, ist echt umstritten (augenroll)
Ach komm, der Neurowissenschaftler Manfred Spitzer hat da schon vor vielen Jahren drauf hingewiesen. Und der wurde gerade und auch von „Pädagogen“ dafür angegriffen.
Das war mir nicht bekannt, der Arme!
Haben Sie Quellen zu den „Angriffen“ und „Streinigungen“ der „üblichen Verdächtigen“? (gähn)
„Killerspiel“-Spitzer als Queele herabzuziehen ist mutig. Seine Grundthese mag richtig sein, seine wissenschaftlichen Arbeiten dazu sind hanebüchen und wurden und werden zu Recht verrissen.
Nanana! Wussten Sie nicht, dass sachliche Kritik oder gar das Fragen nach wissenschaftlichen Belegen als „Steinigung“ verstanden werden kann – von Menschen, die offenbar keine wissenschaftliche Arbeit gewohnt sind und jeglichen Widerspruch als „Angriff“ empfinden? Etwas mehr Watte für die Schneeflöckchen, bitte 😀
„Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen (BVKJ) als Interessenvertretung dieser Berufsgruppe sei inzwischen offen für ein Verbot von Social Media“
„Inzwischen“? Haben die Ärzt*innen davor etwa gravierend versagt und keine Grenzen gesetzt?
Das ist doch alles kein Problem: Medienkompetenz wird in der Schule verantwortet und vermittelt. Alles fein.
Wenn ich das so lese, fordere ich einfach mal eine zeitliche Begrenzung zur Nutzung der sozialen Medien von 90 Minuten!
FÜR ELTERN !!!!! Und sonstige ERZIEHUNGSBERECHTIGTE !!!
…wär mal ein anderer Ansatz !
Öffentliches ist offensichtlich
Gestern am Strand. Mama hält ihrem ca. Einjährigen für ca. 15 min das Smartphone vor die Nase, dann wird wohl der Arm langsam schwer.
Es ist aber auch sooooo langweilig für Kinder am Strand…
Bezugnehmend auf ihr Beispiel: Es sind ja nicht nur die Kinder ans sich. Die Eltern machen es vor. Und nicht nur die: Was machen die meisten Lehrer, wenn sie eine Klassenarbeit beaufsichtigen oder die Klasse einen Film guckt – auch sie sind dann am Smartphone.
Was ich damit sagen möchte: Es geübt für die Kinder kaum noch Vorbilder in Sachen „weniger Nutzung“ des Handys. Erst wenn es gesellschaftlicher Konsens wird, dass dies für Kinder schädlich ist, wir Tauchen oder Alkohol, wird dies weniger werden. Bis dahin wird es vermutlich immer mehr Bildschirmnutzung.