
Nach dem kurzzeitigen Verschwinden eines Zweijährigen aus einer städtischen Kita in Haldensleben (Sachsen-Anhalt, Landkreis Börde) ermittelt die Polizei wegen Entziehung Minderjähriger. Das bestätigte ein Sprecher des Polizeireviers Börde. Einen neuen Ermittlungsstand gebe es zu dem Vorfall in der Kreisstadt, die knapp eine halbe Stunde nordwestlich von Magdeburg liegt, bislang nicht.
Der Junge war am vergangenen Freitagmorgen spurlos aus dem Garten der städtischen Einrichtung verschwunden, der durch einen 1,50 Meter hohen Zaun gesichert ist. Kurze Zeit später sei er von einer Frau aufgegriffen worden. «Die Frau hat das Kind rund 50 Meter entfernt allein nahe einer Bushaltestelle vor dem Garten der Kita aufgefunden. Sie hat zunächst die Polizei verständigt und das Kind anschließend zu der Kita zurückgebracht», berichtet Lutz Zimmermann, Pressesprecher der Stadtverwaltung.
Stadt-Sprecher: «Junge kann nicht allein herausgekommen sein»
Wie das Kind über den Zaun des Geländes gelangen konnte, sei nach wie vor ein Rätsel. Zum fraglichen Zeitpunkt sei es mit 44 anderen Kindern auf dem Außengelände der Kita gewesen. Acht Erzieherinnen hatten demnach Aufsicht. Alle Türen seien verschlossen gewesen. Durch Büsche und Bewuchs seien nicht alle Bereiche des Spielplatzes jederzeit einsehbar, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Das solle insbesondere die Kinder vor neugierigen Blicken schützen.
Die Stadt habe sich das Gelände als verantwortlicher Träger nach dem Vorfall mehrfach angeschaut und alle Beteiligten befragt. Pflichtverletzungen des Personals oder eine mangelnde Sicherung des Geländes seien nicht festgestellt worden, heißt es weiter. «Wir haben da nichts gefunden, was irgendwie eine Möglichkeit bieten würde. Eigentlich kann der Junge nicht allein herausgekommen sein», bilanziert Stadt-Sprecher Zimmermann.
Die Kita-Leitung und die Verwaltung würden den Vorfall sehr ernst nehmen. Die Eltern seien über den Vorfall informiert worden, ebenso das Jugendamt des Landkreises. Stadt und Polizei suchen nun Zeugen, die das Verschwinden des Kindes eventuell beobachtet haben. News4teachers / mit Material der dpa
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Der Junge wurde mit nassen Strümpfen gefunden und das Fehlen seiner Schuhe hat wohl mit dazu beigetragen, dass vermutet wurde, der Junge sei entführt worden. Gerade die Füße von jüngeren Kindern sind aber noch sehr biegsam und ich frage mich, ob der Junge es nicht doch geschafft haben könnte, ohne sie unbemerkt über den Zaun zu klettern. Eine genauere Alternangabe, die auch die Monate beinhaltet, wäre sinnvoll gewesen. Die Schuhe wurden später doch noch auf dem Gelände der Kita gefunden: https://www.rtl.de/news/haldensleben-sachsen-anhalt-ploetzlich-ist-er-weg-zweijaehriger-aus-kita-entfuehrt-id31193304.html
Ich würde grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass Kinder die Doppelstabmattenzäune nicht überwinden könnten. Von Kindern ab drei wiß ich, dass sie es geschafft haben. Manche Kitas sind deshalb dazu übergegangen im oberen Bereich ein paar bunte Plastikstreifen zwischen die Stäbe zu schieben, so dass es kaum noch möglich ist, weiter goch zu klettern. – Andere hängen leider Deko an den Zaun. So etwas kann dazu animieren, hoch zu klettern um das Gewünschte abzureißen.